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Unglücklich verliebt wann geht es endlich vorbei?

31. Oktober 2009 um 12:07 Letzte Antwort: 1. November 2009 um 20:10

Vielleicht kann mir hier im Forum jemand raten.

Ich bin unglücklich verliebt in meinen Arbeitskollegen. Dass ich ihn fast täglich auf Arbeit sehe, ist nicht zu umgehen.

Wir waren insgesamt 16 Monate zusammen und sind seit Juli bereits das 2. Mal getrennt.

Ich hatte mit ihm die schönste Zeit bisher in meinem Leben. Wir hatten einen Gleichklang, wie ich ihn noch nie bisher für möglich gehalten habe. Ich liebe ganz einfach alles an ihm, seine ruhige Art, seinen Feingeist, seinen exellenten Geschmack, seine Feinfühligkeit, seine Hobbies, seine Vorlieben, und ja - auch den kleinsten seiner Fehler, die jeder von uns hat.

Es ging beide male nach dem gleichen schmerzhaften Muster zu Ende. Anfangs sahen wir uns oft, fast täglich und konnten gar nicht genug voneinander bekommen. Dann, so ca. nach 3 Monaten ließ es bei ihm merklich nach und beschränkte sich schließlich erst nur noch auf die Wochenenden, später verplante er diese immer häufiger ebenfalls ohne mich.

Ich muss dazu sagen, er ist ein Workaholic vom Feinsten. Er kann seinen Teller nie voll genug bekommen und schreit noch nach Nachschlag, wenn jeder sieht, es ist so schon unmöglich zu schaffen. Irgendwann haut es ihn dann gesundheitlich mit Burn-Out-Syndromen von den Beinen, bis er sofort wieder von vorn damit beginnt.
Davon ließ er sich auch von mir mit tausend lieben Worten nicht abbringen. Da ich in der selben Firma arbeite, erlebe ich alles live mit und kann schon vorhersagen, jetzt ist es bald wieder so weit.

Auf jeden Fall hatte er dann nach einigen Monaten immer weniger Zeit und schließlich überhaupt keine für uns übrig. Bei jedem noch so kleinen Tagesordnungspunkt am Wochenende brauchte er den Rest der Zeit für sich, um sich zu erholen.

Zusätzlich räumte er seiner Ex, seinen Freunden und tausend Leuten, die ihn um Hilfe baten, vorderste Priorität ein. Ich fühlte mich vernachlässigt.

Es war für mich auch aus anderen Gründen eine sehr schwere Zeit, in der ich ihn gebraucht hätte. Doch am Ende telefonierten wir kaum noch und sahen uns auch nur, wenn er mal ein paar Stunden abknapsen konnte und da wollte er nicht auch noch von Problemen hören.

Stellte ich Fragen, distanzierte er sich zusehends. Er wollte mit mir nicht auch noch Ärger. Deshalb beendete er das, was von unserer Beziehung noch übrig geblieben war im September letzten Jahres mit der Begründung, er könnte mir nicht das geben, was ich in einer Beziehung brauchte. Und brach den Kontakt von heute auf morgen rigoros ab. Ich war am Boden zerstört.

Nach 3 Monaten bat er mich um eine Aussprache. Er bereute alles und bat mich um einen Neuanfang. Ich war zunächst skeptisch bezüglich seiner Sinneswandlung, freute mich aber unendlich und willigte deshalb ein. Jeder macht mal Fehler. Wenn man daraus lernt, ist es ok. Und schließlich liebte ich ihn immer noch.

Es entwickelte sich wieder zu einer Traumzeit. Ganze 3 Monate lang, dann fing alles wieder von vorn an.

Es tat wieder höllisch weh. Ich merkte, wie sehr ich ihn und unsere Zeit miteinander liebe und vermisse. Es war wie ein Sterben auf Zeit. Ich sprach ihn darauf an vergeblich. Es sei nichts, er sei nur gerade schlecht drauf, das war seine einzige Begründung. Außerdem ließ er fallen, er sei wohl beziehungsunfähig. Das gab mir einen weiteren herben Schlag. Was um alles in der Welt sollte das bedeuten? Trotzdem fuhren wir im Juni miteinander 14 Tage in den Urlaub. Wir fuhren mit seiner Schwester und Großfamilie. Es kam nicht viel Nähe auf. Er wirkte oft genervt von der bloßen Anwesenheit eines jeden. Ich akzepierte für mich, dass er auch mal seine Ruhe brauchte. Aber für die anderen und vor allem die Kinder konnte ich nichts.

Als er mir schließlich Ende Juli lapidar mitteilte, er habe die nächsten Wochenenden arbeitsmäßig und mit Freunden und seiner Verwandtschaft verplant, hakte es bei mir aus und ich schrieb ihm, dass er dann die übrige Zeit auch ohne mich planen kann. Und dass ich längst gemerkt habe, dass er an einer Beziehung mit mir nicht interessiert ist. Er antwortete darauf überhaupt nicht und brach den Kontakt wieder rigoros ab. Auf Arbeit ging er mir großräumig aus dem Weg, mehrere Wochen lang. Eigentlich hatte ich gehofft, dass er auf mich zukommt und alles irgendwie klar stellt. Mir sagt, es ist nicht so, wie es aussieht. Oder was auch immer. Aber vergeblich. Es kam ein großes NICHTS.

Ich litt sehr, nahm 10 kg ab und kämpfe seitdem täglich, meine Lebensfreude irgendwie wieder zu bekommen. Ich vermisse ihn immer noch ohne Ende, es vergeht seit dem keine einzige Minute, in der ich nicht an ihn denke.

Seit kurzem kommt er jetzt wieder auffällig oft in mein Büro, schiebt etwas Dienstliches vor und sucht dann die Unterhaltung über alles Mögliche. Vor drei Tagen schrieb er mir eine E-Mail, dass ihm immer noch ganz warm ums Herz wird, wenn er mich sieht und dass ich es wohl einfach nicht merke. Seit dem kommt jeden Tag eine neue Mail mit Spaßbildchen und einem Feierabendgruß.

Mein Problem ist, dass ich immer noch in ihn verliebt bin und deshalb solche Dinge offenbar total überbewerte. Ich kann keinen klaren Gedanken mehr fassen und frage mich immerzu, was um alles in der Welt will er?

Ich schaffe es einfach nicht, von ihm los zu kommen.

Kann mir jemand helfen?

Liebe Grüße,


Mary

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1. November 2009 um 20:10

Arbeit wechseln ist fast unmöglich.
Erstens bin ich seit 13 Jahren in der Firma und der Job macht mir großen Spaß. Zweitens finde ich in meinem Alter (42) und bei der Arbeitsplatzsituation in der näheren und weiteren Umgebung nichts, schon gar nichts vergleichbares. Ich würde mir die einzige gute Konstante in meinem Leben auch noch verbauen.

Was mich fertig macht ist, dass er immer wieder eine ganze Weile auf Abstand geht (er arbeitet in einer anderen Filiale), dann aber plötzlich wieder täglich auftaucht und mir zu verstehen gibt, dass er meine Nähe braucht. Manchmal denke ich auch, es ist nur ein Spiel, um herauszufinden oder sich zu bestätigen, ob oder dass ich immer noch Gefühle für ihn habe.

Hab ich ja auch. Deshalb ist es um so schwerer, sich freundlch und distanziert zu verhalten, wie es sich gehört. Er reagiert enttäuscht und schrieb mir jetzt, dass ich es wohl nicht merke. Klar merke ich es, aber was soll ich mit so einem Zeichen anfangen?

Danke, Mary

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