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Unglücklich, Depression, Gewalt...

2. September 2012 um 22:15

Hallo zusammen,
ich habe lange gezögert, aber ich muss mir einfach mal meine Geschichte von der Seele schreiben. Könnte also etwas länger werden...

Ich bin w, 24 Jahre und bin seit 3,5 Jahren mit meinem Freund zusammen. Seit 1,5 Jahren wohnen wir zusammen.
Nun ist es so, dass ich immer unglücklicher in unserer Beziehung werde. Wir beide arbeiten Vollzeit und zwar beide im Wechseldienst. Bei ihm wechselt die Schicht wochenweise, bei mir täglich. Dadurch sehen wir uns mal mehr, mal weniger, je nach Schicht. Seit etwa 3 Monaten arbeitet er nun 70 km von hier entfernt, was bedeutet, dass er mindestens 1,5 Stunden früher losfährt und auch, je nach Verkehrslage manchmal erst 2 Stunden nach Feierabend nach Hause kommt. Nicht nur, dass es bei den derzeitigen Spritpreisen sehr teuer ist, es ist ja auch sehr sehr stressig und was, wenn das Auto mal kaputt ist!? Heikle Sache. Diese Firma bestimmt mindestens 3 mal die Woche, dass er dann mal eben 2 Stunden länger bleibt, am Samstag/Sonntag arbeiten kommt und dann auch mal 14 Tage komplett durcharbeitet. Er macht das auch freiwillig. Ich kann vollkommen verstehen, dass man heutzutage viel tut um den Job behalten zu können, gerade in der Metallindustrie aber ich finde, dass es den Bogen überspannt. Angeblich ist es aber sein Traumjob und er will um jeden Preis dort bleiben. Muss ich mit leben.

In 2 Wochen habe ich Urlaub und es war eigentlich als gemeinsamer Urlaub geplant, und wir wollten wegfahren. Jetzt kommt er mir mit der "Ausrede", dass er keinen Urlaub bekommt, weil er ja erst vor kurzem da angefangen hat und bla bla bla. Sein Vater ist sein Vorgesetzter und er hat bisher pro Monat mindestens 4 Tage mehr gearbeitet, als üblich. Er braucht mir also nicht zu erzählen, er bekomme nicht ein paar Tage frei. Sowas macht kein Körper auf Dauer mit. Ich weiß nicht, ob er keine Lust hat mit mir Zeit zu verbringen oder woran es liegt. Er opfert sich komplett für seinen Job. In einem gesunden Maß ist es vollkommen in Ordnung und da habe ich auch Verständnis für, aber es geht mir zu weit. Nächstes Problem sind dann seine Eltern. Seine Mutter hasst mich und sucht nur nach jeder kleinsten Situation um mich schlecht zu machen und ihren Sohn auf ihre Seite zu ziehen. Ein anderes Mal ist sie ganz normal und tut als wenn nichts wäre. Mit seinem Dad komme ich soweit ganz ok klar. Ich bin auch nicht oft dort, in letzter Zeit sowieso noch weniger. Eigentlich hauptsächlich nur zu Geburtstagen/Weihnachten/Ostern. Es ist aber natürlich trotzdem anstrengend ihr über den Weg zu laufen und dieses Thema steht auch immer irgendwie zwischen uns.
Vor 3 Jahren waren wir mal für eine Zeit lang getrennt, was auch auf dem Mist seiner Mutter gewachsen ist. In dieser Zeit habe ich derart um ihn gekämpft, ich wollte ihn zurück und ich habe es auch geschafft. Leider bin ich währenddessen an Depressionen erkrankt und musste auch meine Berufsausbildung deswegen für ein halbes Jahr unterbrechen. Danach ging es mir wieder eine Zeit lang ganz gut. Neuer Job, neue Wohnung... war ok.

Leider werde ich aber jetzt immer unglücklicher. Seit über einem Jahr haben wir keinen Sex mehr, wenn dann mal ein bisschen fummeln und wenig knutschen, so alle 4 Wochen. Damit komme ich überhaupt nicht klar und möchte gerne viel öfter. Fremdgegangen bin ich aber nie. Ich sage ihm auch ständig dass es mir nicht passt, aber es interessiert ihn nicht. Wir streiten sehr oft, nächtelang, bis in den Morgen hinein. Eigentlich immer dann, wenn wir mal ein bisschen zusammen frei haben. Leider kam es in letzter Zeit immer öfter zu Gewaltausbrüchen von ihm. Das eine mal hat er mir so heftig seine Decke ins Gesicht gehauen, dass diese mich am Auge verletzt hat. Blutige Lippe, blaue Flecke, alles schon passiert. Es wird immer heftiger und ich habe Angst vor dem, was noch passieren kann. Ich hatte keine leichte Kindheit und wurde eine Zeit lang von meinem Eltern nicht so gut behandelt. Das weiß er auch und diese Erinnerungen kommen im Moment zusammen mit den Depressionen immer öfter zurück. Ich werde trotzdem weiterhin arbeiten gehen, das habe ich mir fest vorgenommen. Ich möchte nicht, dass es mir nochmal so geht wie früher. Leider bin ich aber momentan auf dem besten Weg dorthin.
Während unserer Diskussionen beleidigt er mich ständig, wie z.b. "Schlampe, du stinkst, du bist das Schlimmste was mir in meinem Leben passiert ist, ich hätte dich nie zurück nehmen dürfen, ich hasse dich" usw. Oft breche ich dann in Tränen aus, weil ich es so respektlos finde und ich ihn wirklich nie beleidige. Es tut mir sehr weh, sowas zu hören. Ich habe ihm nichts getan, ich möchte einfach nur eine intakte Beziehung führen und möchte Aufmerksamkeit, Rücksicht und Fürsorge von ihm. Ich habe ihm gesagt, dass die Depressionen wieder kommen und er sagt dann nur ganz abfällig, "dann musst du zu nem hirnklempner gehen". Dann dreht er sich um und schläft. Zu diesem Zeitpunkt bin ich meisten schon hoffnunsglos am Weinen und verziehe mich ins Wohnzimmer. Er ruft dann "glaub bloß nicht, dass ich dir hinterher komme. Du hast es nicht verdient, getröstet zu werden". Sogar beim Schreiben steigen mir wieder die Tränen in die Augen. Ich bin unsagbar traurig darüber.
Trennen möchte ich mich aber trotzdem nicht. Nicht nur, dass wir gemeinsam viele Verpflichtungen abzuzahlen haben und mein Gehalt dann nicht mehr für eine eigene Wohnung reicht. Ich liebe ihn und ich möchte einfach nur, dass er sich ändert. Viele von euch werden sagen, trenn dich, er wird sich nicht ändern. Ich glaube auch nicht mehr daran, dass er sich ändern wird. Das hat er schon so oft versprochen und nichts ist passiert. Ich wünsche mir einfach nur, dass er sich mal mehr um mich kümmert und nicht nur für seinen Job lebt. Den Haushalt schmeiße ich nahezu komplett allein. Auch auf mir lastet viel, viele Sorgen, ich muss mir immer für ihn mit Gedanken machen. Er kümmert sich um nix. Zahlt seine Rechnungen nicht, bis hier zuhause die Anwälte anrufen. Das kläre ich dann, denn er hat keine Lust. Das ist es nämlich, diese Keine-Lust-Einstellung, welche er zu allem zeigt, ausgenommen natürlich seiner Arbeit.
Ich bin einfach fertig mit den Nerven, nehme nur noch ab, bin ständig krank und laufe mit einem riesigen Buch an Gedanken herum.

Ich hoffe, dass jemand antwortet, auch wenn es sehr viel geworden ist. Bitte teilt mir mit, was ihr darüber denkt.

Lg

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2. September 2012 um 23:09

Mädel,
wenn du nicht bald aufwachst, kann dir absolut nichts mehr helfen.
Was jetzt kommt klingt hart und das ist es auch.
Deinem Freund sind deine Gefühle egal. Deinem Freund sind deine Befindlichkeiten egal. Ihm ist deine Meinung egal. Ihm ist egal, ob er dich verletzt, körperlich und physisch. Ihm ist egal, wenn du blutest, ihm ist egal, wenn du heulst, ihm ist egal, wenn du einen Nervenzusammenbruch hast. Dieser Mensch behandelt dich wie einen Haufen Schei**.
Und du lässt dich so behandeln. Das ist sogar noch schlimmer.
Hast du keinen Stolz? Hast du keine Selbstliebe?
Hör bitte auf mit dem Blödsinn "Ich kann ihn nicht verlassen". Doch das kannst du, du willst es nur nicht. Hör auf mit "Ich liebe ihn so sehr". Siehst du nicht was für ein Subjekt du da angeblich "liebst"?
Willst du deinen Kindern so jemanden zumuten?
Was, bitte sag mir was, kann dir diese Beziehung geben? Du bekommst keinen Respekt, keine Aufmerksamkeit, keine Liebe, kein Interesse, keine Zuwendung, keinen Sex, kein vernünftiges Gespräch, was bleibt da noch?

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