Home / Forum / Liebe & Beziehung / Ungewohnte Gedanken Bin ich bi?

Ungewohnte Gedanken Bin ich bi?

21. August 2006 um 10:23

Hallo Mädels,

ich weiß nicht, wo ich genau anfangen soll und ob ich mir richtig Sorgen machen muss. Vielleicht könnt ihr mir aber helfen, wieder etwas klarer zu sehen. Dieses sehr persönliche Thema wage ich gar nicht meinem engeren Bekanntenkreis anzuvertrauen und darüber zu sprechen, ich denke jedoch, jetzt ist dringend Feedback von neutraler Seite geboten. Es kostet mich zwar Überwindung, aber es ist vielleicht ganz gut, wenn ich mich heute endlich dazu aufraffe, mich an euch zu wenden.

Sicherheitshalber muss ich kurz ein wenig ausholen, bevor ich euch in den Kern der Sache einweihe. Vor über einem Jahr habe ich mich von meinem Freund getrennt und bin seitdem Single geblieben. Wahrscheinlich werde ich zukünftig darauf achten, nur solch einen Partner zu wählen, mit dem ich mich absolut blind verstehe. Meine Erfahrungen mit meinem ehemaligen Freund haben mich in dieser Richtung sehr kritisch gemacht.
Wobei ich hinzufügen sollte, dass ich in meinem Single-Leben auch keine Probleme habe, oft alleine meine Freizeit zu gestalten und alleine etwas zu unternehmen. Ob Outdoor in den Bergen, oder Skaten, oder ein paar Stunden mit dem Fahrrad durch Großstadt oder Prärie; allein unterwegs zu sein kann riesigen Spaß machen.
Ich brauche nicht immer zwingend viele Menschen um mich herum, um glücklich sein zu können. Alleine oder auch zu zweit unter vier Augen genieße ich gerne die größere Entscheidungsfreiheit und kann viel leichter abschalten.
Aus dieser Perspektive wird vielleicht auch deutlich, dass ich alternativ zu meinem Single-Leben dann in einer Partnerschaft einen sehr engen Verbund äußerst schätze, im Sinne von gerne öfters nur zu zweit allein (ohne dritte Personen) das Leben gestalten zu dürfen. Ich hoffe, ich konnte einigermaßen rüberbringen, was ich meine.

Aber das ist nur der Hintergrund, nicht mein eigentliches Thema. Auch bin ich mir gar nicht sicher, ob man zwischen diesem Hintergrund und meinen folgenden Zeilen überhaupt einen Zusammenhang herleiten kann. Aber wer weiß? Völlig ausschließen kann ich es nicht.

Nun zum Wesentlichen: Was mich in letzter Zeit ständig bewegt, ist folgende (mich belastende) Wahrnehmung, die ich bisher ganz alleine verarbeiten muss:
Seit ein paar Wochen bin ich irgendwie ziemlich durch den Wind, weil ich mich in den vergangenen heißen (im Sinne von Temperatur) Wochen zunehmend dabei ertappt habe, inzwischen beinahe weniger die Jungs, sondern mehr uns Mädels zu beachten.

Mittlerweile frage ich mich nun, ob ich ein wenig bi bin, denn ehrlich gesagt scheinen es neuerdings auch tatsächlich schlanke hübsche Frauenkörper zu sein, die auf mich anziehend wirken. Ob beim Duschen nach dem Sport, oder beim Baden am See. Im Bikini (oder auch mit noch weniger) kommt eine schöne Körperspannung oft deutlich zur Geltung. Auch manche sich zeigende Ästhetik macht mir zu schaffen, die insbesondere bei Körpern erkennbar wird, wenn sie nur wenig bekleidet sind, oder die nach dem Sport beim Duschen auch gar nicht bekleidet sind. Manche Frauenkörper davon, beeindrucken mich neuerdings manchmal so, dass sie meine Blicke fangen und mich Gefühle entwickeln lassen, die ich bislang nie kannte. Ich registriere plötzlich Dinge, für die ich früher nicht empfänglich war. Und diese Wahrnehmungen beeinflussen mich seltsam:

Hierbei kommen mir manchmal aufregende und angenehme Gedanken in den Kopf, die mich andererseits aber beunruhigen, weil ich immer dachte, ich stehe nur auf Jungs. Jetzt stehe ich vor der Frage, wie ich meine Gedanken einordnen soll:

Der Reiz von anmutigen Frauenkörpern scheint auf mich offenbar tatsächlich mindestens unterschwellig zu wirken, aber ich habe keine Erfahrung, wie ich damit nun am besten umgehen kann. Einerseits würde ich es (vielleicht auch aufgrund meiner latenten Schüchternheit und einer eher konservativen Erziehung) gerne verdrängen, andererseits habe ich den Eindruck, da gibt es eine weitere schöne Welt, mit für mich unbekannten Inhalten, die sich zu entdecken lohnt?

Nun bin ich an einem Punkt, an dem ich vor lauter offenen Fragen und Entscheidungen stehe. Welche Richtung soll ich verfolgen, wenn ich keinen Fehler begehen will? Es ist ja auch nicht so, dass mich Jungs GAR nicht mehr interessieren würden. Nach über einem Jahr Singledasein wäre es für mich natürlich schon schön, mich wieder einem Partner anvertrauen zu können. Und nun DAS!

Aber was soll ich überhaupt machen? Bislang gibt es ja auch keine konkrete (!) weibliche Person, auf die ich fixiert wäre, sondern es ist zunächst eher nur allgemein der schlanke anmutige Frauentypus, auf den ich jetzt auch noch irgendwie empfänglich reagiere. In Worten ist das nicht so leicht zu beschreiben und rüberzubringen. Ihr müsst euch das konkret in etwa so vorstellen: Es sind nicht bestimmte klar umrissene Attribute, sondern vor allem beeindrucken mich diejenigen Frauen/Mädels, deren Anblicke (oft auch intimer Natur) besonders viel Ästhetik verkörpern. Momentan versuche ich mich u. a. durch noch mehr Sport als sonst, davon abzulenken, aber die mich verfolgenden Gedanken gehen nicht dauerhaft weg und sind oft spätestens abends vor dem Einschlafen wieder da. Dann kreist in meinem Kopf die Phantasie. Aber ist das überhaupt noch Phantasie, oder etwa schon Realität?

Wie würdet ihr euch nun bitte an meiner Stelle verhalten und habt ihr vielleicht schon ähnliche gedankliche Erfahrungen gemacht? Was hat euch geholfen, diese Gedanken in den Griff zu bekommen und damit umzugehen?

Egal ob Ratschläge oder bitte einfach auch Kommentare. Für jedes ernsthafte Feedback von euch bin ich dankbar, um meine Gedanken besser ordnen zu können.
Wäre ganz lieb von euch. - Danke! -

Liebe Grüße,
Daniela

Mehr lesen

21. August 2006 um 11:09

Selbsterkenntnis finden
Danke für deinen Optimismus! Echt schön, wie locker du das sehen kannst. Mir fällt das nur ziemlich schwer. Und ob meine Gefühle ein echtes VERLIEBEN in eine Frau zulassen würden, das weiß ich ja noch gar nicht.

Alles auf sich zukommen zu lassen fördert außerdem leider nicht unbedingt meine Selbsterkenntniss. Ich fühle mich dann, als würde ich hilflos in der Luft hängen.


Liebe Grüße,
Daniela

Gefällt mir

21. August 2006 um 11:22

Mir geht es seit Jahren so,
dass ich so fühle und empfinde, es aber nie wirklich zugelassen habe. Mein Mann war derjenige, der mir gesagt hat, dass es doch völlig ok ist und er auch nichts dagegen hätte, wenn ich Spaß mit einer Frau oder auch mit einer Trans-Frau hätte. Ja, klar, jetzt kommt wieder der Spruch: "Ist ja klar, dein Mann wollte nen Dreier mit zwei Frauen!" Nein, so war es. Er hat mir das Gefühl gegeben, dass es völlig ok ist. Für ihn war nichts außergewöhnliches dabei, dass mich Frauenkörper anziehen. Fühlt er doch genauso...
Ich wollte damit nur sagen, dass es dir wahrscheinlich besser gehen würde, wenn du jemanden an deiner seite hast, der es für völlig ok empfindet. Es würde dir Kraft geben,Mut geben, dich auch wirklich so auszuleben, wie du es gerne hättest. Lass es ganz locker auf dich zu kommen. Du wirst ja sehen, ob du irgendwann einmal auf eine Frau triffst, die dich so vom stuhl haut, dass du dir wirklich mehr vorstellen kannst. Bis auf Trans-Frauen hatte ich auch noch nichts mit Frauen, aber halt nur, weil die richtige noch nicht dabei war.

Gefällt mir

21. August 2006 um 11:26

Gelassenheit bei mir?
Danke Birgit,
aber ich befürchte, mein Charakter lässt eine solch gelassene Haltung nicht zu. Es hält ja jetzt doch schon eine Weile an, und ich suche mehr Klarheit. Der Versuch von Gelassenheit bewirkt bei mir leider nicht viel. Vielleicht muss ich also noch länger so leben...

Liebe Grüße,
Daniela

Gefällt mir

21. August 2006 um 11:34

Konservative Erziehung nicht überbewerten
Hallo Cefeu,

das mit der eher konservativen Erziehung darf man nicht unbedingt überbewerten. So schlimm war das bei mir nicht. Es ist ja nicht so, dass ich deshalb eine harte Linie verinnerlicht hätte. Nur irgendwie ist meine jetzige Situation so anders, als früher.

Liebe Grüße,
Daniela

Gefällt mir

21. August 2006 um 11:43
In Antwort auf sophie15041

Mir geht es seit Jahren so,
dass ich so fühle und empfinde, es aber nie wirklich zugelassen habe. Mein Mann war derjenige, der mir gesagt hat, dass es doch völlig ok ist und er auch nichts dagegen hätte, wenn ich Spaß mit einer Frau oder auch mit einer Trans-Frau hätte. Ja, klar, jetzt kommt wieder der Spruch: "Ist ja klar, dein Mann wollte nen Dreier mit zwei Frauen!" Nein, so war es. Er hat mir das Gefühl gegeben, dass es völlig ok ist. Für ihn war nichts außergewöhnliches dabei, dass mich Frauenkörper anziehen. Fühlt er doch genauso...
Ich wollte damit nur sagen, dass es dir wahrscheinlich besser gehen würde, wenn du jemanden an deiner seite hast, der es für völlig ok empfindet. Es würde dir Kraft geben,Mut geben, dich auch wirklich so auszuleben, wie du es gerne hättest. Lass es ganz locker auf dich zu kommen. Du wirst ja sehen, ob du irgendwann einmal auf eine Frau triffst, die dich so vom stuhl haut, dass du dir wirklich mehr vorstellen kannst. Bis auf Trans-Frauen hatte ich auch noch nichts mit Frauen, aber halt nur, weil die richtige noch nicht dabei war.

Keine Eifersucht
Hallo Sophie!

Das mit deinem Mann glaube ich dir ohne jeden Zweifel. Männer sind auf weibliche Nebenpartner von Frauen meist weniger eifersüchtig.

Alles auf sich zukommen zu lassen, habe ich ja jetzt bereits einige Zeit gepflegt. Aber irgendwie frage ich mich nach der Sinnhaftigkeit dieser unklaren Situation.


Liebe Grüße,
Daniela

Gefällt mir

21. August 2006 um 11:45

Du meinst, das Alter ist relevant?
Ich bin 24 Jahre alt. Du meinst, es wäre leichter für mich, wenn ich älter wäre?

Gefällt mir

21. August 2006 um 11:51

Verstehe

Gefällt mir

21. August 2006 um 13:00

Teufelskreis
Das mag schon in etwa so sein, aber ich denke Daniela hat u. a. genau das Problem, dass sie diese Gedanken einfach nicht los wird. Je mehr man etwas verdrängen möchte, umso mehr befasst man sich oft damit.

LG
Sanlina

Gefällt mir

21. August 2006 um 13:06


Vielleicht solltest Du mal auf eine Veranstaltung oder in einem Cafe gehen, in dem sich die Frauen regelmässig treffen. Evtl. kannst du es so rausfinden, was Du wirklich möchtest.

Gefällt mir

21. August 2006 um 13:06
In Antwort auf daniness

Keine Eifersucht
Hallo Sophie!

Das mit deinem Mann glaube ich dir ohne jeden Zweifel. Männer sind auf weibliche Nebenpartner von Frauen meist weniger eifersüchtig.

Alles auf sich zukommen zu lassen, habe ich ja jetzt bereits einige Zeit gepflegt. Aber irgendwie frage ich mich nach der Sinnhaftigkeit dieser unklaren Situation.


Liebe Grüße,
Daniela


Mein Mann ist auf männliche, auf Trans-Frauen vor der Op, genauso wenig eifersüchtig.

Du zerbrichst dir den Kopf über Dinge, die doch eigentlich im Moment gar nicht so wichtig sind. Nimm es doch einfach so hin, vergess es einfach mal für ne Zeit. Es scheint mir, dass es für dich im Moment nur dieses eine Thema gibt. Aber warum? Ist es wirklich so schlimm, wenn man weibliche Körper anziehend findet?

Gefällt mir

21. August 2006 um 14:36

Ursache?
Hallo Jaja,

das ist echt nett von dir gesagt, nur selbst wenn es keine reale Gefahr darstellt, bin ich dennoch weiterhin wie durch den Wind. Mit den Ursachen ist das irgendwie nicht so einfach.

Liebe Grüße,
Daniela

Gefällt mir

21. August 2006 um 14:38
In Antwort auf sophie15041


Mein Mann ist auf männliche, auf Trans-Frauen vor der Op, genauso wenig eifersüchtig.

Du zerbrichst dir den Kopf über Dinge, die doch eigentlich im Moment gar nicht so wichtig sind. Nimm es doch einfach so hin, vergess es einfach mal für ne Zeit. Es scheint mir, dass es für dich im Moment nur dieses eine Thema gibt. Aber warum? Ist es wirklich so schlimm, wenn man weibliche Körper anziehend findet?

Berechtigte Frage
Dieses WARUM ist eine berechtigte Frage, auf die ich selbst die Antwort suche.

LG
Daniness

Gefällt mir

21. August 2006 um 14:45

Die Definition ist mir weniger wichtig
Mit "bi" meine ich auch weniger die Definition der Begrifflichkeit, als vielmehr das Gefühl, von bisherigen Empfindungen abgekommen zu sein.

Ausprobieren? Leichter gesagt als getan. Für mich ist das nicht so einfach.

LG
Daniness

Gefällt mir

21. August 2006 um 14:56

Sich daran gewöhnen?
Normalerweise gewöhne ich mich immer sehr schnell an neue Umstände, aber so wie sich diesmal die Situation darstellt, scheint es mit der Gewöhnung nichts zu werden. Es dauert mir jetzt doch schon zu lange an, ohne dass sich meine Gedanken angepasst hätten.

LG
Daniela

Gefällt mir

21. August 2006 um 15:20

Mir fehlt selbst die Antwort auf die Frage
Ich wäre froh, wenn ich das selbst konkretisieren könnte...

LG
Daniness

Gefällt mir

21. August 2006 um 15:23

Eines trifft zu
Sehr konsequent, ja das bin ich oft, sehr tot zum Glück noch nicht!


Gefällt mir

21. August 2006 um 15:53

Könnte man vielleicht so formulieren
Ja, ich denke, so in etwa geht es bei mir in diese Richtung.

Gefällt mir

21. August 2006 um 17:58

Grenzen zwischen Phantasie und Realität?
Hallo Daniela,

meinst du nicht, dass deine Phantasie evtl. reale Wünsche widerspiegelt?

Liebe Grüße,
Sanlina

Gefällt mir

21. August 2006 um 18:03
In Antwort auf sanlina

Grenzen zwischen Phantasie und Realität?
Hallo Daniela,

meinst du nicht, dass deine Phantasie evtl. reale Wünsche widerspiegelt?

Liebe Grüße,
Sanlina

Ja, das ist eine große Unbekannte
Hallo Sanlina,

an genau dieser Stelle verwischt bei mir die Grenze zu einer absoluten Unschärfe. Ich frage mich, wo ich hier trennen muss, aber irgendwie kann ich keine exakte Trennlinie mehr erkennen. So eine Erfahrung habe ich noch nie gemacht. Genau deshalb suche ich nach Antworten und Erfahrungen anderer. Ich allein komme einfach nicht richtig weiter.


Liebe Grüße,
Daniela

Gefällt mir

Frühere Diskussionen

Beliebte Diskussionen

Lust auf mehr Farbe in deinem Leben?
wallpaper

Long4Lashes

Teilen

Das könnte dir auch gefallen