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Ungewohnte Gedanken Bin ich bi?

21. August 2006 um 10:23

Hallo Mädels,

ich weiß nicht, wo ich genau anfangen soll und ob ich mir richtig Sorgen machen muss. Vielleicht könnt ihr mir aber helfen, wieder etwas klarer zu sehen. Dieses sehr persönliche Thema wage ich gar nicht meinem engeren Bekanntenkreis anzuvertrauen und darüber zu sprechen, ich denke jedoch, jetzt ist dringend Feedback von neutraler Seite geboten. Es kostet mich zwar Überwindung, aber es ist vielleicht ganz gut, wenn ich mich heute endlich dazu aufraffe, mich an euch zu wenden.

Sicherheitshalber muss ich kurz ein wenig ausholen, bevor ich euch in den Kern der Sache einweihe. Vor über einem Jahr habe ich mich von meinem Freund getrennt und bin seitdem Single geblieben. Wahrscheinlich werde ich zukünftig darauf achten, nur solch einen Partner zu wählen, mit dem ich mich absolut blind verstehe. Meine Erfahrungen mit meinem ehemaligen Freund haben mich in dieser Richtung sehr kritisch gemacht.
Wobei ich hinzufügen sollte, dass ich in meinem Single-Leben auch keine Probleme habe, oft alleine meine Freizeit zu gestalten und alleine etwas zu unternehmen. Ob Outdoor in den Bergen, oder Skaten, oder ein paar Stunden mit dem Fahrrad durch Großstadt oder Prärie; allein unterwegs zu sein kann riesigen Spaß machen.
Ich brauche nicht immer zwingend viele Menschen um mich herum, um glücklich sein zu können. Alleine oder auch zu zweit unter vier Augen genieße ich gerne die größere Entscheidungsfreiheit und kann viel leichter abschalten.
Aus dieser Perspektive wird vielleicht auch deutlich, dass ich alternativ zu meinem Single-Leben dann in einer Partnerschaft einen sehr engen Verbund äußerst schätze, im Sinne von gerne öfters nur zu zweit allein (ohne dritte Personen) das Leben gestalten zu dürfen. Ich hoffe, ich konnte einigermaßen rüberbringen, was ich meine.

Aber das ist nur der Hintergrund, nicht mein eigentliches Thema. Auch bin ich mir gar nicht sicher, ob man zwischen diesem Hintergrund und meinen folgenden Zeilen überhaupt einen Zusammenhang herleiten kann. Aber wer weiß? Völlig ausschließen kann ich es nicht.

Nun zum Wesentlichen: Was mich in letzter Zeit ständig bewegt, ist folgende (mich belastende) Wahrnehmung, die ich bisher ganz alleine verarbeiten muss:
Seit ein paar Wochen bin ich irgendwie ziemlich durch den Wind, weil ich mich in den vergangenen heißen (im Sinne von Temperatur) Wochen zunehmend dabei ertappt habe, inzwischen beinahe weniger die Jungs, sondern mehr uns Mädels zu beachten.

Mittlerweile frage ich mich nun, ob ich ein wenig bi bin, denn ehrlich gesagt scheinen es neuerdings auch tatsächlich schlanke hübsche Frauenkörper zu sein, die auf mich anziehend wirken. Ob beim Duschen nach dem Sport, oder beim Baden am See. Im Bikini (oder auch mit noch weniger) kommt eine schöne Körperspannung oft deutlich zur Geltung. Auch manche sich zeigende Ästhetik macht mir zu schaffen, die insbesondere bei Körpern erkennbar wird, wenn sie nur wenig bekleidet sind, oder die nach dem Sport beim Duschen auch gar nicht bekleidet sind. Manche Frauenkörper davon, beeindrucken mich neuerdings manchmal so, dass sie meine Blicke fangen und mich Gefühle entwickeln lassen, die ich bislang nie kannte. Ich registriere plötzlich Dinge, für die ich früher nicht empfänglich war. Und diese Wahrnehmungen beeinflussen mich seltsam:

Hierbei kommen mir manchmal aufregende und angenehme Gedanken in den Kopf, die mich andererseits aber beunruhigen, weil ich immer dachte, ich stehe nur auf Jungs. Jetzt stehe ich vor der Frage, wie ich meine Gedanken einordnen soll:

Der Reiz von anmutigen Frauenkörpern scheint auf mich offenbar tatsächlich mindestens unterschwellig zu wirken, aber ich habe keine Erfahrung, wie ich damit nun am besten umgehen kann. Einerseits würde ich es (vielleicht auch aufgrund meiner latenten Schüchternheit und einer eher konservativen Erziehung) gerne verdrängen, andererseits habe ich den Eindruck, da gibt es eine weitere schöne Welt, mit für mich unbekannten Inhalten, die sich zu entdecken lohnt?

Nun bin ich an einem Punkt, an dem ich vor lauter offenen Fragen und Entscheidungen stehe. Welche Richtung soll ich verfolgen, wenn ich keinen Fehler begehen will? Es ist ja auch nicht so, dass mich Jungs GAR nicht mehr interessieren würden. Nach über einem Jahr Singledasein wäre es für mich natürlich schon schön, mich wieder einem Partner anvertrauen zu können. Und nun DAS!

Aber was soll ich überhaupt machen? Bislang gibt es ja auch keine konkrete (!) weibliche Person, auf die ich fixiert wäre, sondern es ist zunächst eher nur allgemein der schlanke anmutige Frauentypus, auf den ich jetzt auch noch irgendwie empfänglich reagiere. In Worten ist das nicht so leicht zu beschreiben und rüberzubringen. Ihr müsst euch das konkret in etwa so vorstellen: Es sind nicht bestimmte klar umrissene Attribute, sondern vor allem beeindrucken mich diejenigen Frauen/Mädels, deren Anblicke (oft auch intimer Natur) besonders viel Ästhetik verkörpern. Momentan versuche ich mich u. a. durch noch mehr Sport als sonst, davon abzulenken, aber die mich verfolgenden Gedanken gehen nicht dauerhaft weg und sind oft spätestens abends vor dem Einschlafen wieder da. Dann kreist in meinem Kopf die Phantasie. Aber ist das überhaupt noch Phantasie, oder etwa schon Realität?

Wie würdet ihr euch nun bitte an meiner Stelle verhalten und habt ihr vielleicht schon ähnliche gedankliche Erfahrungen gemacht? Was hat euch geholfen, diese Gedanken in den Griff zu bekommen und damit umzugehen?

Egal ob Ratschläge oder bitte einfach auch Kommentare. Für jedes ernsthafte Feedback von euch bin ich dankbar, um meine Gedanken besser ordnen zu können.
Wäre ganz lieb von euch. - Danke! -

Liebe Grüße,
Daniela

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21. August 2006 um 11:09

Selbsterkenntnis finden
Danke für deinen Optimismus! Echt schön, wie locker du das sehen kannst. Mir fällt das nur ziemlich schwer. Und ob meine Gefühle ein echtes VERLIEBEN in eine Frau zulassen würden, das weiß ich ja noch gar nicht.

Alles auf sich zukommen zu lassen fördert außerdem leider nicht unbedingt meine Selbsterkenntniss. Ich fühle mich dann, als würde ich hilflos in der Luft hängen.


Liebe Grüße,
Daniela

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21. August 2006 um 11:22

Mir geht es seit Jahren so,
dass ich so fühle und empfinde, es aber nie wirklich zugelassen habe. Mein Mann war derjenige, der mir gesagt hat, dass es doch völlig ok ist und er auch nichts dagegen hätte, wenn ich Spaß mit einer Frau oder auch mit einer Trans-Frau hätte. Ja, klar, jetzt kommt wieder der Spruch: "Ist ja klar, dein Mann wollte nen Dreier mit zwei Frauen!" Nein, so war es. Er hat mir das Gefühl gegeben, dass es völlig ok ist. Für ihn war nichts außergewöhnliches dabei, dass mich Frauenkörper anziehen. Fühlt er doch genauso...
Ich wollte damit nur sagen, dass es dir wahrscheinlich besser gehen würde, wenn du jemanden an deiner seite hast, der es für völlig ok empfindet. Es würde dir Kraft geben,Mut geben, dich auch wirklich so auszuleben, wie du es gerne hättest. Lass es ganz locker auf dich zu kommen. Du wirst ja sehen, ob du irgendwann einmal auf eine Frau triffst, die dich so vom stuhl haut, dass du dir wirklich mehr vorstellen kannst. Bis auf Trans-Frauen hatte ich auch noch nichts mit Frauen, aber halt nur, weil die richtige noch nicht dabei war.

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21. August 2006 um 11:26

Gelassenheit bei mir?
Danke Birgit,
aber ich befürchte, mein Charakter lässt eine solch gelassene Haltung nicht zu. Es hält ja jetzt doch schon eine Weile an, und ich suche mehr Klarheit. Der Versuch von Gelassenheit bewirkt bei mir leider nicht viel. Vielleicht muss ich also noch länger so leben...

Liebe Grüße,
Daniela

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21. August 2006 um 11:34

Konservative Erziehung nicht überbewerten
Hallo Cefeu,

das mit der eher konservativen Erziehung darf man nicht unbedingt überbewerten. So schlimm war das bei mir nicht. Es ist ja nicht so, dass ich deshalb eine harte Linie verinnerlicht hätte. Nur irgendwie ist meine jetzige Situation so anders, als früher.

Liebe Grüße,
Daniela

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21. August 2006 um 11:43
In Antwort auf sophie15041

Mir geht es seit Jahren so,
dass ich so fühle und empfinde, es aber nie wirklich zugelassen habe. Mein Mann war derjenige, der mir gesagt hat, dass es doch völlig ok ist und er auch nichts dagegen hätte, wenn ich Spaß mit einer Frau oder auch mit einer Trans-Frau hätte. Ja, klar, jetzt kommt wieder der Spruch: "Ist ja klar, dein Mann wollte nen Dreier mit zwei Frauen!" Nein, so war es. Er hat mir das Gefühl gegeben, dass es völlig ok ist. Für ihn war nichts außergewöhnliches dabei, dass mich Frauenkörper anziehen. Fühlt er doch genauso...
Ich wollte damit nur sagen, dass es dir wahrscheinlich besser gehen würde, wenn du jemanden an deiner seite hast, der es für völlig ok empfindet. Es würde dir Kraft geben,Mut geben, dich auch wirklich so auszuleben, wie du es gerne hättest. Lass es ganz locker auf dich zu kommen. Du wirst ja sehen, ob du irgendwann einmal auf eine Frau triffst, die dich so vom stuhl haut, dass du dir wirklich mehr vorstellen kannst. Bis auf Trans-Frauen hatte ich auch noch nichts mit Frauen, aber halt nur, weil die richtige noch nicht dabei war.

Keine Eifersucht
Hallo Sophie!

Das mit deinem Mann glaube ich dir ohne jeden Zweifel. Männer sind auf weibliche Nebenpartner von Frauen meist weniger eifersüchtig.

Alles auf sich zukommen zu lassen, habe ich ja jetzt bereits einige Zeit gepflegt. Aber irgendwie frage ich mich nach der Sinnhaftigkeit dieser unklaren Situation.


Liebe Grüße,
Daniela

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21. August 2006 um 11:45

Du meinst, das Alter ist relevant?
Ich bin 24 Jahre alt. Du meinst, es wäre leichter für mich, wenn ich älter wäre?

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21. August 2006 um 11:51

Verstehe

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21. August 2006 um 13:00

Teufelskreis
Das mag schon in etwa so sein, aber ich denke Daniela hat u. a. genau das Problem, dass sie diese Gedanken einfach nicht los wird. Je mehr man etwas verdrängen möchte, umso mehr befasst man sich oft damit.

LG
Sanlina

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21. August 2006 um 13:06


Vielleicht solltest Du mal auf eine Veranstaltung oder in einem Cafe gehen, in dem sich die Frauen regelmässig treffen. Evtl. kannst du es so rausfinden, was Du wirklich möchtest.

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21. August 2006 um 13:06
In Antwort auf ysabel_12056370

Keine Eifersucht
Hallo Sophie!

Das mit deinem Mann glaube ich dir ohne jeden Zweifel. Männer sind auf weibliche Nebenpartner von Frauen meist weniger eifersüchtig.

Alles auf sich zukommen zu lassen, habe ich ja jetzt bereits einige Zeit gepflegt. Aber irgendwie frage ich mich nach der Sinnhaftigkeit dieser unklaren Situation.


Liebe Grüße,
Daniela


Mein Mann ist auf männliche, auf Trans-Frauen vor der Op, genauso wenig eifersüchtig.

Du zerbrichst dir den Kopf über Dinge, die doch eigentlich im Moment gar nicht so wichtig sind. Nimm es doch einfach so hin, vergess es einfach mal für ne Zeit. Es scheint mir, dass es für dich im Moment nur dieses eine Thema gibt. Aber warum? Ist es wirklich so schlimm, wenn man weibliche Körper anziehend findet?

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21. August 2006 um 14:36

Ursache?
Hallo Jaja,

das ist echt nett von dir gesagt, nur selbst wenn es keine reale Gefahr darstellt, bin ich dennoch weiterhin wie durch den Wind. Mit den Ursachen ist das irgendwie nicht so einfach.

Liebe Grüße,
Daniela

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21. August 2006 um 14:38
In Antwort auf sophie15041


Mein Mann ist auf männliche, auf Trans-Frauen vor der Op, genauso wenig eifersüchtig.

Du zerbrichst dir den Kopf über Dinge, die doch eigentlich im Moment gar nicht so wichtig sind. Nimm es doch einfach so hin, vergess es einfach mal für ne Zeit. Es scheint mir, dass es für dich im Moment nur dieses eine Thema gibt. Aber warum? Ist es wirklich so schlimm, wenn man weibliche Körper anziehend findet?

Berechtigte Frage
Dieses WARUM ist eine berechtigte Frage, auf die ich selbst die Antwort suche.

LG
Daniness

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21. August 2006 um 14:45

Die Definition ist mir weniger wichtig
Mit "bi" meine ich auch weniger die Definition der Begrifflichkeit, als vielmehr das Gefühl, von bisherigen Empfindungen abgekommen zu sein.

Ausprobieren? Leichter gesagt als getan. Für mich ist das nicht so einfach.

LG
Daniness

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21. August 2006 um 14:56

Sich daran gewöhnen?
Normalerweise gewöhne ich mich immer sehr schnell an neue Umstände, aber so wie sich diesmal die Situation darstellt, scheint es mit der Gewöhnung nichts zu werden. Es dauert mir jetzt doch schon zu lange an, ohne dass sich meine Gedanken angepasst hätten.

LG
Daniela

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21. August 2006 um 15:20

Mir fehlt selbst die Antwort auf die Frage
Ich wäre froh, wenn ich das selbst konkretisieren könnte...

LG
Daniness

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21. August 2006 um 15:23

Eines trifft zu
Sehr konsequent, ja das bin ich oft, sehr tot zum Glück noch nicht!


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21. August 2006 um 15:53

Könnte man vielleicht so formulieren
Ja, ich denke, so in etwa geht es bei mir in diese Richtung.

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21. August 2006 um 17:58

Grenzen zwischen Phantasie und Realität?
Hallo Daniela,

meinst du nicht, dass deine Phantasie evtl. reale Wünsche widerspiegelt?

Liebe Grüße,
Sanlina

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21. August 2006 um 18:03
In Antwort auf sian_12743023

Grenzen zwischen Phantasie und Realität?
Hallo Daniela,

meinst du nicht, dass deine Phantasie evtl. reale Wünsche widerspiegelt?

Liebe Grüße,
Sanlina

Ja, das ist eine große Unbekannte
Hallo Sanlina,

an genau dieser Stelle verwischt bei mir die Grenze zu einer absoluten Unschärfe. Ich frage mich, wo ich hier trennen muss, aber irgendwie kann ich keine exakte Trennlinie mehr erkennen. So eine Erfahrung habe ich noch nie gemacht. Genau deshalb suche ich nach Antworten und Erfahrungen anderer. Ich allein komme einfach nicht richtig weiter.


Liebe Grüße,
Daniela

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24. August 2006 um 10:19

Ich drehe mich weiter im Kreis Habt ihr weitere Ideen?
Hallo Mädels,

echt nett, wie ihr euch um mein Anliegen bemüht. Vielen Dank! Nur irgendwie gelingt es mir bisher dennoch nicht, so richtig vom Fleck zu kommen.

Ich weiß auch nicht so genau weshalb, aber leider schaffe ich es einfach nicht, meine Gedanken in dieser Hinsicht so schön zu steuern. Mein Kopf scheint da ziemlich hartnäckig zu sein.

Deshalb wäre ich weiterhin froh wenn ihr mir bitte Tipps geben könnt, falls ihr irgendwelche weiteren Ideen habt, die mir eventuell helfen können.


Ganz liebe Grüße,
Daniela

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24. August 2006 um 11:47
In Antwort auf ysabel_12056370

Ich drehe mich weiter im Kreis Habt ihr weitere Ideen?
Hallo Mädels,

echt nett, wie ihr euch um mein Anliegen bemüht. Vielen Dank! Nur irgendwie gelingt es mir bisher dennoch nicht, so richtig vom Fleck zu kommen.

Ich weiß auch nicht so genau weshalb, aber leider schaffe ich es einfach nicht, meine Gedanken in dieser Hinsicht so schön zu steuern. Mein Kopf scheint da ziemlich hartnäckig zu sein.

Deshalb wäre ich weiterhin froh wenn ihr mir bitte Tipps geben könnt, falls ihr irgendwelche weiteren Ideen habt, die mir eventuell helfen können.


Ganz liebe Grüße,
Daniela

Dir fehlen unterschiedliche Erfahrungen anderer
Hallo Daniela,

es sieht so aus, als hätte man dir den festen Boden unter den Füßen weggezogen. Manchmal gibt es in der Tat Fälle, in denen ansonsten wirksame Maßnahmen bzw. Tipps keine Angriffsfläche finden und dadurch nicht greifen können. Eigentlich schade, dass sich hier noch keine gemeldet hat, die ganz ähnliche Erfahrungen hinter sich hat. Eigene Erfahrungsberichte sind immer am hilfreichsten und deine Sorgen haben ja an sich keinen Seltenheitscharakter.

Gab es denn bei dir irgendeinen bestimmten Auslöser, der deine Gedanken damals eingeleitet hat?


Liebe Grüße,
Sanlina

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24. August 2006 um 12:34

Kein anderes Problem dahinter
Hallo Birgit,

etwas tatsächlich anderes, was mich plagen könnte, gibt es bei mir eigentlich wirklich nicht. Deine Annahme ist völlig legitim, allerdings gibt es beim besten Willen nichts, was bei mir hintenrum ursächlich sein könnte.

Außer diesen Gedanken ist sonst alles im Lot und normalerweise bin ich auch vollkommen in der Lage, so ziemlich jedes Problem alleine anzugehen. Nur diesmal komme ich trotz der bisherigen netten Tipps einfach nicht voran.

Ich habe schon vorher vermutet, dass es auch hier im Forum nicht so leicht sein wird, aber so schnell gebe ich meine Hoffnungen nicht auf.

LG
Daniela

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24. August 2006 um 12:47
In Antwort auf sian_12743023

Dir fehlen unterschiedliche Erfahrungen anderer
Hallo Daniela,

es sieht so aus, als hätte man dir den festen Boden unter den Füßen weggezogen. Manchmal gibt es in der Tat Fälle, in denen ansonsten wirksame Maßnahmen bzw. Tipps keine Angriffsfläche finden und dadurch nicht greifen können. Eigentlich schade, dass sich hier noch keine gemeldet hat, die ganz ähnliche Erfahrungen hinter sich hat. Eigene Erfahrungsberichte sind immer am hilfreichsten und deine Sorgen haben ja an sich keinen Seltenheitscharakter.

Gab es denn bei dir irgendeinen bestimmten Auslöser, der deine Gedanken damals eingeleitet hat?


Liebe Grüße,
Sanlina

Kein echter Auslöser vorhanden
Hallo Sanlina,

einen bestimmten Auslöser gab es bei mir nicht, falls du damit irgendein sehr initiatives Anfangserlebnis meinst.

Aber eines stimmt: Ich wäre froh, wenn ich bei mir konkrete mögliche Angriffspunkte finden könnte. Erfahrungswerte anderer könnten vielleicht Hinweise darauf geben. Es ist mir ja auch fast schon peinlich, wenn nette gutgemeinte und fürsorgliche Tipps bei mir nicht greifen.

Liebe Grüße,
Daniness

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24. August 2006 um 14:21
In Antwort auf ysabel_12056370

Kein echter Auslöser vorhanden
Hallo Sanlina,

einen bestimmten Auslöser gab es bei mir nicht, falls du damit irgendein sehr initiatives Anfangserlebnis meinst.

Aber eines stimmt: Ich wäre froh, wenn ich bei mir konkrete mögliche Angriffspunkte finden könnte. Erfahrungswerte anderer könnten vielleicht Hinweise darauf geben. Es ist mir ja auch fast schon peinlich, wenn nette gutgemeinte und fürsorgliche Tipps bei mir nicht greifen.

Liebe Grüße,
Daniness

Es würde reichen, wenn ein einziger Lösungsweg greifen würde
Es braucht dich nicht zu beunruhigen, wenn selbst gutgemeinte Tipps nicht immer greifen. Das besagt noch gar nichts. Oft muss man einige Vorschläge durchprobieren, bis man weiterkommt. Ein wenig Geduld ist nie verkehrt.

Hier bei GoFem wäre noch ein Indikatorfeld nützlich, um kennzeichnen zu können, ob die Thread-Eröffnerin weiteres Feedback braucht, so wie es bei dir der Fall ist.

Liebe Grüße,
Sanlina

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24. August 2006 um 17:16

Wie würde sich im Normalfall so eine Wandlung vollziehen?
Inzwischen frage ich mich, wie sich wohl im Normalfall so eine Wandlung Richtung bi abspielt. Gibt es eine bestimmte Abfolge konkreter Phasen oder Gedankenspiele? Vielleicht könnte ich dann meine Gedanken besser in ein Gesamtgerüst einordnen können.

Liebe Grüße,
Daniela

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24. August 2006 um 17:18
In Antwort auf sian_12743023

Es würde reichen, wenn ein einziger Lösungsweg greifen würde
Es braucht dich nicht zu beunruhigen, wenn selbst gutgemeinte Tipps nicht immer greifen. Das besagt noch gar nichts. Oft muss man einige Vorschläge durchprobieren, bis man weiterkommt. Ein wenig Geduld ist nie verkehrt.

Hier bei GoFem wäre noch ein Indikatorfeld nützlich, um kennzeichnen zu können, ob die Thread-Eröffnerin weiteres Feedback braucht, so wie es bei dir der Fall ist.

Liebe Grüße,
Sanlina

Ja
Ja, EIN einziger Lösungsweg, der bei mir funktioniert würde bereits reichen. Ob das allein mit Geduld erreicht werden kann?

LG
Daniness

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24. August 2006 um 17:32
In Antwort auf sian_12743023

Dir fehlen unterschiedliche Erfahrungen anderer
Hallo Daniela,

es sieht so aus, als hätte man dir den festen Boden unter den Füßen weggezogen. Manchmal gibt es in der Tat Fälle, in denen ansonsten wirksame Maßnahmen bzw. Tipps keine Angriffsfläche finden und dadurch nicht greifen können. Eigentlich schade, dass sich hier noch keine gemeldet hat, die ganz ähnliche Erfahrungen hinter sich hat. Eigene Erfahrungsberichte sind immer am hilfreichsten und deine Sorgen haben ja an sich keinen Seltenheitscharakter.

Gab es denn bei dir irgendeinen bestimmten Auslöser, der deine Gedanken damals eingeleitet hat?


Liebe Grüße,
Sanlina

Also dann beginne ich mal...
...mit einem Erfahrungsbericht.

Ich liebe Frauen. Schon immer. Frauen sind die anmutigsten Geschöpfe unter dem Himmel und meines Erachtens von Natur aus attraktiver, reifer, vollständiger, kurz: wertvoller als Männer...ich bin Chauvinist *hehe*.

Was andere an den unreifen Jungs fanden, die in meinen Augen alle unattraktiv, unvollkommen und dümmlich waren, konnte ich als Teenager nie verstehen. Ich verehrte Frauen. Mit 14 hatte ich die erste homoerotische Beziehung, mit 16/17 die nächste, und meinetwegen hätte es ewig so weitergehen können, denn ich empfand die schönen Körper meiner Freundinnen hinreissend und die Erotik völlig natürlich.

Dann jedoch wurde ich im Alter von 18, 19 von mehreren Seiten derart massiv bedrängt, dass ich glaubte, Heterobeziehungen ausprobieren zu müssen. Da ich in männlichen Augen recht attraktiv wirke, war es auch mangels Kenntnis der gemischten Szene und trotz anderer Polung kein so grosses Problem, ein geeignetes Übungsobjekt zu finden.

Das Problem begann erst etwas später beim Beginn der sexuellen "Umpolung". Ich ekelte mich vor diesem Mann, seiner Grobheit, seinen Haaren, seinem Geruch. Gut, er war nicht besonders attraktiv - da ich die Männer monolithisch als uninteressante Gruppe einschätzte, hatte ich noch überhaupt keine Vorstellung davon, welcher Grad körperlicher Unattraktivität mir mehr zuwider wäre als ein anderer. Sex mit ihm war geradezu traumatisch eklig, wenngleich er von objektiver Seite sicher beides nicht gewesen wäre.

Ich kam mir vor wie eine japanische Prinzessin, die es gewohnt ist, mit feinen Stäbchen zu dinieren, und der man plötzlich gewaltsam grobe Zinken und Messer in die Hand drückt und sie zwingt, damit zu essen.

Disgusting.

Danach hatte ich Beziehungen zu Frauen und Männern.

Inzwischen habe ich gelernt, auch in Beziehungen mit Männern zu leben. Es ist sehr schwierig für mich, aus mehreren Gründen (auch aus solchen, die gar nichts mit der sexuellen Orientierung zu tun haben), aber ich habe mit der Zeit die Entscheidung getroffen, dass es besser ist, mit einem Mann zusammenzusein. Das Zusammenleben mit einer Frau kann ungeheuer belastet und belastend sein, lesbische Beziehungen sind vielen Zerreisproben ausgesetzt, die man als Aussenstehender oft gar nicht so mitbekommt resp. als Novize unterschätzt. Aber das ändert nichts daran, dass ich nur von einer Frau und ihrer SChönheit schwärmen kann - die meisten Männer sind so hässlich, dass ich sie nicht zweimal ansehe.

Probleme mit dem Coming-out haben viele. Vielleicht informierst Du Dich auch beim DLSV (richtig? Deutscher Lesben und Schwulen Verein.

Keine Angst, was Du erlebst, ist völlig nachvollziehbar. Jeder Ästhet bevorzugt Frauen. Ich habe mich ohnehin schon oft gefragt, ob Heteras ein chronisches Augenproblem haben.

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24. August 2006 um 18:13
In Antwort auf catze76

Also dann beginne ich mal...
...mit einem Erfahrungsbericht.

Ich liebe Frauen. Schon immer. Frauen sind die anmutigsten Geschöpfe unter dem Himmel und meines Erachtens von Natur aus attraktiver, reifer, vollständiger, kurz: wertvoller als Männer...ich bin Chauvinist *hehe*.

Was andere an den unreifen Jungs fanden, die in meinen Augen alle unattraktiv, unvollkommen und dümmlich waren, konnte ich als Teenager nie verstehen. Ich verehrte Frauen. Mit 14 hatte ich die erste homoerotische Beziehung, mit 16/17 die nächste, und meinetwegen hätte es ewig so weitergehen können, denn ich empfand die schönen Körper meiner Freundinnen hinreissend und die Erotik völlig natürlich.

Dann jedoch wurde ich im Alter von 18, 19 von mehreren Seiten derart massiv bedrängt, dass ich glaubte, Heterobeziehungen ausprobieren zu müssen. Da ich in männlichen Augen recht attraktiv wirke, war es auch mangels Kenntnis der gemischten Szene und trotz anderer Polung kein so grosses Problem, ein geeignetes Übungsobjekt zu finden.

Das Problem begann erst etwas später beim Beginn der sexuellen "Umpolung". Ich ekelte mich vor diesem Mann, seiner Grobheit, seinen Haaren, seinem Geruch. Gut, er war nicht besonders attraktiv - da ich die Männer monolithisch als uninteressante Gruppe einschätzte, hatte ich noch überhaupt keine Vorstellung davon, welcher Grad körperlicher Unattraktivität mir mehr zuwider wäre als ein anderer. Sex mit ihm war geradezu traumatisch eklig, wenngleich er von objektiver Seite sicher beides nicht gewesen wäre.

Ich kam mir vor wie eine japanische Prinzessin, die es gewohnt ist, mit feinen Stäbchen zu dinieren, und der man plötzlich gewaltsam grobe Zinken und Messer in die Hand drückt und sie zwingt, damit zu essen.

Disgusting.

Danach hatte ich Beziehungen zu Frauen und Männern.

Inzwischen habe ich gelernt, auch in Beziehungen mit Männern zu leben. Es ist sehr schwierig für mich, aus mehreren Gründen (auch aus solchen, die gar nichts mit der sexuellen Orientierung zu tun haben), aber ich habe mit der Zeit die Entscheidung getroffen, dass es besser ist, mit einem Mann zusammenzusein. Das Zusammenleben mit einer Frau kann ungeheuer belastet und belastend sein, lesbische Beziehungen sind vielen Zerreisproben ausgesetzt, die man als Aussenstehender oft gar nicht so mitbekommt resp. als Novize unterschätzt. Aber das ändert nichts daran, dass ich nur von einer Frau und ihrer SChönheit schwärmen kann - die meisten Männer sind so hässlich, dass ich sie nicht zweimal ansehe.

Probleme mit dem Coming-out haben viele. Vielleicht informierst Du Dich auch beim DLSV (richtig? Deutscher Lesben und Schwulen Verein.

Keine Angst, was Du erlebst, ist völlig nachvollziehbar. Jeder Ästhet bevorzugt Frauen. Ich habe mich ohnehin schon oft gefragt, ob Heteras ein chronisches Augenproblem haben.

Wow, so viele Aspekte!
Puh, das ist ja echt eine umfassende und interessante Schilderung von dir, Catze. Vielen Dank!

Jetzt muss ich mir erst Gedanken machen, WAS ich davon WIE auf meine Situation übertragen kann. Bei mir scheint ja die Umpolung - oder auch nur Erweiterungspolung (?) - in die andere Richtung zu gehen. Von maskulin nun - auch(?) - zu feminin. Mit dem Unterschied, dass ich nicht bedrängt werde, sondern dass sich das Ganze irgendwie eher aus meinem Inneren entwickelt!?

Andererseits gibt es aber durchaus bereits Parallelen in unseren Empfindungen. Mir drängt sich aus deinen facettenreichen Erläuterungen weiter der Verdacht auf, es ist sehr schwierig, beide Richtungen gleichzeitig in der eigenen Person unterzubringen. Ich glaube, das wird heute wieder eine sehr nachdenkliche Nacht bei mir. So viele Aspekte...


Liebe Grüße und nochmals herzlichen Dank für deine Offenheit,
Daniela

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24. August 2006 um 21:07
In Antwort auf ysabel_12056370

Wow, so viele Aspekte!
Puh, das ist ja echt eine umfassende und interessante Schilderung von dir, Catze. Vielen Dank!

Jetzt muss ich mir erst Gedanken machen, WAS ich davon WIE auf meine Situation übertragen kann. Bei mir scheint ja die Umpolung - oder auch nur Erweiterungspolung (?) - in die andere Richtung zu gehen. Von maskulin nun - auch(?) - zu feminin. Mit dem Unterschied, dass ich nicht bedrängt werde, sondern dass sich das Ganze irgendwie eher aus meinem Inneren entwickelt!?

Andererseits gibt es aber durchaus bereits Parallelen in unseren Empfindungen. Mir drängt sich aus deinen facettenreichen Erläuterungen weiter der Verdacht auf, es ist sehr schwierig, beide Richtungen gleichzeitig in der eigenen Person unterzubringen. Ich glaube, das wird heute wieder eine sehr nachdenkliche Nacht bei mir. So viele Aspekte...


Liebe Grüße und nochmals herzlichen Dank für deine Offenheit,
Daniela

Die Liebe
ist stets im Liebenden, nicht im Geliebten.

Wenn wir jung sind, sind wir berauscht von unserer eigenen Liebe, die in uns ist, wie von Wein. Viele folgen einfach dem Beispiel der Mehrheit und verschenken ihre Liebe an das andere Geschlecht. Das ist oftmals keine sexuelle Orientierung, sondern eine Art Hingabe an die Welt (oder Rettung vor der inneren Einsamkeit, die gerade in der JUgend grausam sein kann) verkörpert in einer Person, die wir zu lieben glauben.

Später öffnen sich unsere Augen, weil wir stärker zwischen innerer und äusserer Welt unterscheiden lernen. Wir verstehen langsam, dass unsere Liebe ein SElbstprodukt ist - deshalb nicht minder grandios - und wir suchen anders nach Menschen, die sie verdienen.

Viele erleben ihr coming out deshalb spät..."Sandkastenlesben" sind eher selten.

ES ist schwierig, beide Tendenzen in sich zu fühlen. Es ist wie synchrones Sprechen in der Muttersprache und einer Fremdsprache. Aber es funktioniert.

Keine Sorge.

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31. August 2006 um 16:16

ES HÖRT NICHT AUF
Liebe Mädels,

mittlerweile habe ich mir viele Gedanken über das nette Feedback gemacht. Einerseits ist es für mich ein Schritt voran, nachdem meine Erlebnisse für andere nachvollziehbar sind, und zusätzlich eröffnen sich indes anhand von Erfahrungsberichten neue Fragestellungen.

Meine Veranlagung/Disposition, von Anmut beeindruckt zu sein, finde ich in einigen Aspekten bestätigt.

Besonders interessant fand ich bei Catze die in der Abfolge im Vergleich zu mir umgekehrte Reihenfolge der Orientierung. Allerdings steckt bei mir keine Einflussnahme von außen dahinter, sondern meine Gefühlsveränderungen keimen in mir selbst auf.

Der Vergleich mit der japanischen Prinzessin gefällt mir. Die Analogie beschreibt meine Appetenz, ähnlich fein zu dinieren, recht eindrucksvoll.

Etwas unentschlossen bin ich, wie sich in meiner Situation ihre geschilderten unterschiedlichen Problematiken bei Beziehungen zu männlichen und weiblichen Partnern/-innen berücksichtigen lassen. Bedeutet das für mich, dass eine nicht-eindeutige Orientierung generell mit vielen Belastungen verbunden sein muss? Oder muss man das für sich individuell austesten?

Welche Schlüsse kann ich daraus für mich ziehen? Würdet ihr mir empfehlen, mich einfach auf so ein Erlebnis einzulassen, was ich noch nie erleben durfte? Macht das in meiner Situation Sinn?

Aber falls ja, mit wem überhaupt? Eine geeignete Partnerin hätte ich ohnehin nicht. Irgendwie ist es auch nicht unbedingt meine Art, direkt auf Suche zu gehen. Auch Kontaktanzeigen wären nicht mein Ding. Ich sträube mich etwas, weil man absehen kann, darauf würde sich nur die falsche Klientel melden; zumindest wenn ich richtig vermute, WER sich solche Anzeigen/Anfragen wohl meist ansieht. Täusche ich mich, oder melden sich dabei nicht eher nur Hardline-Verfechter? Wenn, dann wäre mir eine Partnerin angenehm, die in etwa ähnlich zurückhaltend wie ich fühlt, weil ich mich an diese neuen Empfindungen wohl nur langsam heranzutasten vermöge. Beinahe frage ich mich: Wie finde ich dann interessierte Meinesgleiche, nämlich die in dieser Hinsicht Zaghaften, die mir aber vielleicht schon einen entscheidenden Schritt voraus sind?

Aber soll ich das überhaupt wagen? Ich habe fast Angst vor der eigenen Courage und auch vor der Ungewissheit, was danach kommen könnte. Kennt jemand das Gefühl und wie ging es dann weiter?

Vielleicht hat ja auch jemand bitte konkrete Handlungsempfehlungen für mich?

So viele Fragen in meinen Gedanken; aber selbst wenn nicht alles aufklärbar ist, auch Teilantworten von euch helfen mir bestimmt weiter.
Für jeden auch kleinen Hinweis bin ich euch dankbar!

Ganz liebe Grüße,
Daniela

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31. August 2006 um 18:37
In Antwort auf ysabel_12056370

Wie würde sich im Normalfall so eine Wandlung vollziehen?
Inzwischen frage ich mich, wie sich wohl im Normalfall so eine Wandlung Richtung bi abspielt. Gibt es eine bestimmte Abfolge konkreter Phasen oder Gedankenspiele? Vielleicht könnte ich dann meine Gedanken besser in ein Gesamtgerüst einordnen können.

Liebe Grüße,
Daniela

Nicht unbedingt eine Abfolge vorbestimmter Phasen
Hallo Daniela,

eine standardisierte Abfolge von Phasen wird es auch bei solchen Prozessen nicht geben. Wie auch sonst im Leben kann es sein, dass man bestimmte Phasen überspringt, oder auch einige typische Entwicklungen sehr langsam durchläuft.

Normalerweise gibt es auch immer MEHRERE Wege mit Stationen/Phasen, die zu einem ZIEL führen, wobei ich mir in deinem Fall nicht so sicher bin, ob man direkt von einem ZIEL sprechen kann. Ein ZIEL strebt man an. In deinem Fall muss man vielleicht eher von einem ORT sprechen, auf den du zutreibst?

Nun stellt sich die Frage, ob du dich dagegen wehren sollst/möchtest.


Liebe Grüße,
Sanlina

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3. September 2006 um 6:38

Liebe cefeu,
"belastend" ist eine Beziehung doch immer dann, wenn man eine Diskrepanz zwischen seinem Freiheitsbedürfnis und den Rahmenbedingungen der Beziehung empfindet. Dies kann sowohl mit einem männlichen, als auch mit einem weiblichen Partner der Fall sein, und es ist immer auch zusätzlich eine Frage der Harmonie der individuellen Charaktere.

Es ist mir nur möglich, aus meiner eigenen Erfahrung zu sprechen, ich kann nicht für andere mitreden. Meiner Erfahrung nach also ist es schwierig, als "out" lebende Bisexuelle eine Beziehung mit einer Frau zu führen, mit der man auch zusammenlebt, und vergleichsweise wesentlich schwieriger als mit einem Mann. Dabei geht es überhaupt nicht um "Rollenvorbilder", auch nicht um Toleranzgrenzen in Stadt und Land und was dergleichen eher soziologische Aspekte wären.

Der Punkt ist: die Verbindung Frau/Frau ist die machtloseste Dyade in unserer Gesellschaft. Ihr könnt beide arbeitslos werden. Ihr könnt beide gemobbt werden (und ich verspreche euch: ihr werdet gemobbt). Ihr seid immer die anderen. Ihr seid selten mitgemeint. Ihr steht unter Rechtfertigungsdruck, oder, in "supertoleranten" Umfeldern, geniesst ihr Exotenrechte, die menschlich demütigend sind. Ihr werdet bei Beförderungen übergangen, weil ihr den heterosexuellen Unterwerfungskodex nicht verinnerlicht habt, nicht devot den Chef anflirtet. Ihr habt Millionen Feinde: alle dummen Männer, aber auch alle selbstunsicheren Frauen, die sich an die dummen Männer klammern, um mit ihnen Front zu machen gegen ihre Geschlechtsgenossinnen. Ihr leidet manchmal Unrecht. Ihr habt kaum Chancen, euch rechtlich abzusichern.

All das zermürbt den Beziehungsalltag.

Dazu kommt, dass viele erwachsene Frauen in gleichgeschlechtlichen Beziehungen eine gewisse Hetero-Vergangenheit haben, viele haben Kinder. Möchte man das? Eine machtlose Dyade mit Verantwortung, doch reduzierten Rechten und wenig sozialer "Sichtbarkeit"? Das sollte man gut überlegen.

Oscar Wilde war verheiratet. Viele erfahrene bisexuelle Menschen sind es - und bleiben es. Nur wer sein Coming out noch vor sich hat, bricht manchmal aus. Ansonsten gilt oft: No need to break free. Weil man in einer formellen Heterobeziehung im Zweifelsfall mehr persönliche Freiheit hat als im engen Umkreis der og. Umstände.

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3. September 2006 um 6:44
In Antwort auf ysabel_12056370

ES HÖRT NICHT AUF
Liebe Mädels,

mittlerweile habe ich mir viele Gedanken über das nette Feedback gemacht. Einerseits ist es für mich ein Schritt voran, nachdem meine Erlebnisse für andere nachvollziehbar sind, und zusätzlich eröffnen sich indes anhand von Erfahrungsberichten neue Fragestellungen.

Meine Veranlagung/Disposition, von Anmut beeindruckt zu sein, finde ich in einigen Aspekten bestätigt.

Besonders interessant fand ich bei Catze die in der Abfolge im Vergleich zu mir umgekehrte Reihenfolge der Orientierung. Allerdings steckt bei mir keine Einflussnahme von außen dahinter, sondern meine Gefühlsveränderungen keimen in mir selbst auf.

Der Vergleich mit der japanischen Prinzessin gefällt mir. Die Analogie beschreibt meine Appetenz, ähnlich fein zu dinieren, recht eindrucksvoll.

Etwas unentschlossen bin ich, wie sich in meiner Situation ihre geschilderten unterschiedlichen Problematiken bei Beziehungen zu männlichen und weiblichen Partnern/-innen berücksichtigen lassen. Bedeutet das für mich, dass eine nicht-eindeutige Orientierung generell mit vielen Belastungen verbunden sein muss? Oder muss man das für sich individuell austesten?

Welche Schlüsse kann ich daraus für mich ziehen? Würdet ihr mir empfehlen, mich einfach auf so ein Erlebnis einzulassen, was ich noch nie erleben durfte? Macht das in meiner Situation Sinn?

Aber falls ja, mit wem überhaupt? Eine geeignete Partnerin hätte ich ohnehin nicht. Irgendwie ist es auch nicht unbedingt meine Art, direkt auf Suche zu gehen. Auch Kontaktanzeigen wären nicht mein Ding. Ich sträube mich etwas, weil man absehen kann, darauf würde sich nur die falsche Klientel melden; zumindest wenn ich richtig vermute, WER sich solche Anzeigen/Anfragen wohl meist ansieht. Täusche ich mich, oder melden sich dabei nicht eher nur Hardline-Verfechter? Wenn, dann wäre mir eine Partnerin angenehm, die in etwa ähnlich zurückhaltend wie ich fühlt, weil ich mich an diese neuen Empfindungen wohl nur langsam heranzutasten vermöge. Beinahe frage ich mich: Wie finde ich dann interessierte Meinesgleiche, nämlich die in dieser Hinsicht Zaghaften, die mir aber vielleicht schon einen entscheidenden Schritt voraus sind?

Aber soll ich das überhaupt wagen? Ich habe fast Angst vor der eigenen Courage und auch vor der Ungewissheit, was danach kommen könnte. Kennt jemand das Gefühl und wie ging es dann weiter?

Vielleicht hat ja auch jemand bitte konkrete Handlungsempfehlungen für mich?

So viele Fragen in meinen Gedanken; aber selbst wenn nicht alles aufklärbar ist, auch Teilantworten von euch helfen mir bestimmt weiter.
Für jeden auch kleinen Hinweis bin ich euch dankbar!

Ganz liebe Grüße,
Daniela

Früher erkannte man sich per intuitivem "Radar" für Gleichgesinnte...
...heute gibt es Internet. Unter dem stichwort "Homosexualität" oder besser "Lesbianismus" findest Du nicht nur viele Kontaktadressen von Verbänden, sondern auch private Homepages, auf denen lesbische oder bisexuelle Frauen ihr Coming out schildern. Vielleicht helfen Dir diese Berichte, Dich besser einzuschätzen und eine gewisse Schwellen- oder Initialangst abzubauen.

Zu Deinem guten Geschmack beglückwünsche ich Dich übrigens. Ich bin der Meinung, dass die Entdeckung der Frau durch die Frau, wenn sie grössere Ausmasse annehmen würde, unsere Gesellschaft auf eine unvorstellbare Weise revolutioniert.

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3. September 2006 um 6:49
In Antwort auf ysabel_12056370

Wie würde sich im Normalfall so eine Wandlung vollziehen?
Inzwischen frage ich mich, wie sich wohl im Normalfall so eine Wandlung Richtung bi abspielt. Gibt es eine bestimmte Abfolge konkreter Phasen oder Gedankenspiele? Vielleicht könnte ich dann meine Gedanken besser in ein Gesamtgerüst einordnen können.

Liebe Grüße,
Daniela

Wahrnehmungsselektion
Du wirst eine FRau kennenlernen, die Dir den Kopf verdreht. Und Du wirst ganz automatisch mit ihr flirten. Ihre reaktion wird Dir zeigen, ob sie sich mit dem Gedanken, Dich zu lieben, anfreunden kann oder nicht. Und mit der Zeit - wobei sicherlich Fehleinschätzungen vorkommen werden - wirst Du immer sicherer darin werden, die potentielle Bereitschaft einer Dir fremden Person für gleichgeschlechtliche Liebe zu antizipieren. Du erkennst die typische Hete am Blick, an den Gesten, an der Körperhaltung - und gehst eben vorbei, auf SIE zu. Dann hast Du Deinen "Homosexuellenradar" entwickelt und kannst mit geradezu schlafwandlerischer Sicherheit auf Deinesgleichen zugehen.

"Je vois ma dame entre cent demoiselles".

Exactement.

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8. September 2006 um 18:06
In Antwort auf catze76

Liebe cefeu,
"belastend" ist eine Beziehung doch immer dann, wenn man eine Diskrepanz zwischen seinem Freiheitsbedürfnis und den Rahmenbedingungen der Beziehung empfindet. Dies kann sowohl mit einem männlichen, als auch mit einem weiblichen Partner der Fall sein, und es ist immer auch zusätzlich eine Frage der Harmonie der individuellen Charaktere.

Es ist mir nur möglich, aus meiner eigenen Erfahrung zu sprechen, ich kann nicht für andere mitreden. Meiner Erfahrung nach also ist es schwierig, als "out" lebende Bisexuelle eine Beziehung mit einer Frau zu führen, mit der man auch zusammenlebt, und vergleichsweise wesentlich schwieriger als mit einem Mann. Dabei geht es überhaupt nicht um "Rollenvorbilder", auch nicht um Toleranzgrenzen in Stadt und Land und was dergleichen eher soziologische Aspekte wären.

Der Punkt ist: die Verbindung Frau/Frau ist die machtloseste Dyade in unserer Gesellschaft. Ihr könnt beide arbeitslos werden. Ihr könnt beide gemobbt werden (und ich verspreche euch: ihr werdet gemobbt). Ihr seid immer die anderen. Ihr seid selten mitgemeint. Ihr steht unter Rechtfertigungsdruck, oder, in "supertoleranten" Umfeldern, geniesst ihr Exotenrechte, die menschlich demütigend sind. Ihr werdet bei Beförderungen übergangen, weil ihr den heterosexuellen Unterwerfungskodex nicht verinnerlicht habt, nicht devot den Chef anflirtet. Ihr habt Millionen Feinde: alle dummen Männer, aber auch alle selbstunsicheren Frauen, die sich an die dummen Männer klammern, um mit ihnen Front zu machen gegen ihre Geschlechtsgenossinnen. Ihr leidet manchmal Unrecht. Ihr habt kaum Chancen, euch rechtlich abzusichern.

All das zermürbt den Beziehungsalltag.

Dazu kommt, dass viele erwachsene Frauen in gleichgeschlechtlichen Beziehungen eine gewisse Hetero-Vergangenheit haben, viele haben Kinder. Möchte man das? Eine machtlose Dyade mit Verantwortung, doch reduzierten Rechten und wenig sozialer "Sichtbarkeit"? Das sollte man gut überlegen.

Oscar Wilde war verheiratet. Viele erfahrene bisexuelle Menschen sind es - und bleiben es. Nur wer sein Coming out noch vor sich hat, bricht manchmal aus. Ansonsten gilt oft: No need to break free. Weil man in einer formellen Heterobeziehung im Zweifelsfall mehr persönliche Freiheit hat als im engen Umkreis der og. Umstände.

Nachdenklich
Das macht mich ziemlich nachdenklich. Bei Berücksichtigung langfristiger Aspekte scheint eine andere Lösung als optimal zu gelten, als bei einer eher kurz-/mittelfristigen Betrachtung. Das kennt man zwar von vielen Entscheidungen im Leben, aber diese interessante Erkenntnis macht die Sache aktuell nicht unbedingt einfacher...

LG
Daniness

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8. September 2006 um 18:09

Probiere es aus!!
Probiere es aus...ich hatte auch solche gedanken...ich habs probiert und ich fand es geil... ganz ehrlich. es ist nichts was ich jeden tag haben muss aber so ab und an (vorallem auch jetzt) würde ich es tun. so bin ich dann zum entschluss gekommen ich nicht lesbisch oder bi bin sondern nur neugirieg!!!!

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8. September 2006 um 18:26
In Antwort auf eleni_12689343

Probiere es aus!!
Probiere es aus...ich hatte auch solche gedanken...ich habs probiert und ich fand es geil... ganz ehrlich. es ist nichts was ich jeden tag haben muss aber so ab und an (vorallem auch jetzt) würde ich es tun. so bin ich dann zum entschluss gekommen ich nicht lesbisch oder bi bin sondern nur neugirieg!!!!

Weitere Facette
Eine neue Facette, wenn man damit so unbekümmert umgehen kann. Darüber werde ich nachdenken.
Danke!

Liebe Grüße,
Daniness

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