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Und wie geht es jetzt weiter???

13. Dezember 2016 um 19:09

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

aus Schaden wird man klug. So könnte man es in vielen Fällen behaupten, und doch will man es manchmal nicht wahrhaben. Ich (39) bin vor mehr als 10 Jahren zu meiner großen Liebe in eine andere Stadt oder sagen wir mal Kurstadt gezogen. Die nächstgelegene größere Stadt war mit Öffentlichen Verkehrsmitteln in einer guten Stunde erreichbar. Ich war nun rund zweihundert Kilometer von meiner Heimat weg. Es war für mich egal, ob ich in meiner Heimat oder woanders arbeitslos bin. Mittlerweile habe ich bei einer Stadtverwaltung einen unbefristeten Job, der mehr als nur ausfüllt. Mal läuft es gut, mal auch wieder nicht. Aber das ist wohl in jedem Job so. Es gibt schöne, als auch schlechte Zeiten. Aber das tut auch jetzt hier erstmal nichts zur Sache. Mein Freund und ich haben nach anderthalb Jahren Beziehung (und 1 Jahr zusammenwohnen) geheiratet. Wir haben ein Haus zusammen gebaut. Wir haben mehrere Katzen gehabt ... nacheinander ... weil zwei verunglückt sind. Die letzten beiden Katzen blieben dann. Und dann kam der Alltag und mit ihm eine Krise nach der anderen, und schließlich habe ich mich nach 10 Jahren Ehe von ihm getrennt. Und das war schwer. Natürlich hatten wir auch schöne Zeiten zusammen. Das hatten wir auf jeden Fall. Es passte irgendwann aber einfach nicht mehr. Ich habe mich weiterentwickelt. Bin beruflich vorwärts gekommen und er blieb irgendwo stehen. Und es ist auch nicht so, dass ich es nicht versucht hätte. Ich habe versucht mit ihm zu reden. Er ist ein introvertierter Typ, ich bin eher extrovertiert. Ich habe unsere Freunde um Rat gefragt. Ich habe versucht mehr auf ihn einzugehen. Wir haben eine Paartherapie gemacht, die er nur ins Lächerliche gezogen hat. ... Irgendwann war die Luft raus und es war halt einfach Schluss. Wir haben uns getrennt. Das ganze Scheidungsprogramm voll durchgezogen. Er hat das Haus gekriegt. Ich das Geld. Und nun hat jeder von uns eine neue Beziehung. Ich wohne mittlerweile mitten in der City. Und ich bin hier mit allem drum und dran relativ glücklich, denn ich hab hier fast alles, was ich brauche: Eine kleine, muckelige Fußgängerzone mit Lebensmittelgeschäften, Bäckereien, Klamottengeschäften uvm. zum Bummeln, einen Stadtpark zum Spazierengehen im Grünen, ein Fitness-Studio um die Ecke, einen Weg zur Arbeit von 10 Minuten. Ich hab auch wieder eine Katze. Gut, eigentlich zwei. Aber mein Kater Schröder musste zu meinem Freund ziehen, da er meine neue kleine Katze Micki mehrfach verprügelt hat. Dort hat Schröder nun Freigang unbegrenzt und fühlt sich wohl, wenn er Mäuse fangen kann. Das kann er hier in der City nicht. Und meine kleine Katze Micki scheint als Wohnungskatze zunächst auch erstmal glücklich zu sein. Und jetzt kommt das große AAAber: Mein neuer Freund wohnt in meiner Heimatstadt (ja, 200 km weit weg). Und genau hier beginnt das Problem. Als wir noch am Beginn unserer Beziehung waren, haben wir mal gesagt, dass wenn wir zusammenziehen, wir nur in seine Wohnung (ETW) Richtung Kassel ziehen. Damals hab ich auch immer erstmal nur JA gesagt. Dachte, das regelt sich vielleicht schon irgendwie. Doch mehr und mehr zweifle ich an dem, was ich da tue. Ich bewerbe mich in Kassel und Umgebung, freue mich wenn ich zu Vorstellungsgesprächen eingeladen werde und bin enttäuscht aber zugleich auch erleichtert, wenn ich eine Absage bekomme. Denn dann muss ich den großen Schritt vor dem ich noch unsicher bin, nicht gehen. Wenn ich meinem Freund von meinen Bedenken erzähle, zeigt er Verständnis dafür, sagt aber auch dass ich das letztlich entscheiden müsste. Wir sind jetzt über zwei Jahre zusammen und kennen uns aus meiner Kindheit. Und immer wenn ich bei ihm war, tat es mir Leid, wieder gehen zu müssen und ich war aber auch glücklich, wenn ich meine kleine Wohnung in Hannover zurückkam. Und so drehen sich meine Gedanken und Gefühle ständig wieder im Kreis. Wir haben ursprünglich mal gesagt, dass ich nur nach Kassel gehe, wenn ich einen unbefristeten Job dort finde. Trotzdem gibt es da noch die Probezeit, die es zu schaffen gilt. Und unbefristete Jobs gibt es nicht mehr soviele und wenn dann sind sich auch Glückssache. Mein Freund sagt immer, dass ich nur das arbeiten sollte, was mir Spaß macht. Aber das weiß man ja vorher auch nicht, wenn man sich auf eine Stelle bewirbt. Das bringt ja dann auch immer erst die Zeit im neuen Job mit sich. Mittlerweile sagt er sogar, dass ich mich auf befristete Jobs bewerben sollte. Wenn ich erstmal drin bin, bin ich drin, so seine Worte. Und irgendwas findet sich immer, meint er als Beamter. Ich hab auch schon darüber nachgedacht zu pendeln. Dann würde ich mit meiner Katze zu meinem Freund mit seinen 3 Katzen ziehen. Wir wären sowas wie eine "Familie". Aber, da er ja nicht direkt neben dem Bahnhof wohnt, würde ich morgens rund 2 Stunden Fahrtzeit (Bus, Bahn, ICE) von Kassel nach Hannover brauchen und nachmittags dasselbe zurück. Bei einer 4-Tage-Woche stelle ich mir das anstrengend, zeit- und kostenintensiv vor. Also fällt das weg. Oder !? Und außerdem gibt es ja generell noch die große Frage: "Was, wenn es mit der Beziehung schief geht??" Dann sitze ich wieder in Kassel, hab zwar meine Familie (Eltern, Geschwister,...) um mich, aber ob ich damit dann glücklicher bin?? Oder aber ich bleibe in Hannover, dann aber ohne meinen Freund, ohne unsere Katzen, und ohne die Erfüllung unseres gemeinsamen Traums, nur weil ich Angst hab. Es klappt bei uns eigentlich immer super, wenn wir längere Zeit zusammen sind. Wenn wir getrennt wohnen, gibt es oftmals Missverständnisse. Und pendeln wollen wir beide auf die Entfernung nicht ewig. Und er kommt nicht nach Hannover, weil er zuvor von einer anderen Großstadt wegen seiner Eltern wieder zurück nach Kassel gezogen ist. Er will sich hier im Alter um sie kümmern. Aber welche Lösungen gibt es für unseren Lebensplan??

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13. Dezember 2016 um 20:10

Kurze Anmerkung vielleicht noch: Mit seinen Eltern und seinen Freunden verstehe ich mich auch sehr gut. Fühle mich also auch in dieser Hinsicht sehr wohl da. In Hannover hab ich nur  eine Freundin und sehr viele Bekannte, wie man so schön sagt. 

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