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Umgang mit Gewalt - Bitte um Hilfe!!!

16. Mai 2011 um 11:29 Letzte Antwort: 18. Juni 2011 um 20:02

Hallo ihr Lieben!

Ich weiß nicht ganz wie ich das ganze anfangen soll, weil ich mir selbst erst über alles ganz bewusst werden muss...

...am besten mal zur Vorgeschichte.

Ich habe mit 19 Jahren geheiratet, Aus Überzeugung und aus Liebe. Leider hat sich mein hoffentlich bald "Ex-Mann" kaum war die Hochzeit vorbei um 180 gedreht. Er hat immer mehr und mehr getrunken und wurde mir gegenüber immer gewaltvoller.
Ich wusste von Anfang an, dass er ein sehr hohes Aggressionspotentzial hat, aber ich glaubte, dass er es für mich in den Griff bekommen hätte. Außerdem musste er auch eine Anti-Aggressions-Therapie machen, zu der er vom Gericht verurteilt wurde.

Nun hat sich nach unserer Hochzeit seine Gewaltbereitschaft aber immer und immer mehr gezeigt. Am Anfang dadurch, dass er mich, wenn ich im Streit mal aus dem Zimmer gehen wollte, oder Ähnliches einfach zurückgerissen hat. (Zur besseren Vorstellung: Er wiegt ca. 120 kg und ich 60kg).
Dann ging es so weiter, dass er mich im Streit oft eingesperrt hat, damit ich nicht "davon laufen" kann. Und ich hab panische Angst davon, in Räumen eingesperrt zu sein. Dann war es so, dass er mir im Streit mal ins Gesicht geschlagen hat und ein ander mal wollte er mich im Rausch im Streit wieder einsperren und hat dabei meine Finger so stark in die Türe eingezwickt, dass der Bruch bis heute noch nicht verheilt ist.
Ich hab meine Verletzungen aber natürlich immer auf andere Dinge geschoben, weil ich das Ganze wohl selbst nicht wahrhaben wollte.
Den Schlusspunkt hat für mich eine Aktion gesetzt, bei der er mich im Rausch nicht nur wieder einsperrte, sondern mir auch Schlüssel und Handy wegnahm, damit ich ja keine Hilfe holen könne. Des Weiteren hat er mich so stark an den Handgelenken gehalten, dass diese nicht nur einige Tage geschwollen waren sondern ich auch BLutergüsse davon hatte.
Danach hab ich, mit Hilfe meiner Mutter, endlich eine Trennung geschafft.

Von den vielen Malen, wo er mich einfach gegen Kästen, Türen, etc. gedrückt bzw, geschmissen hat, möchte ich gar nicht anfangen. Oder von den Aussagen, dass ich durch meien Art eh verdient hätte geschlagen zu werden. Und ich hab ihm das geglaubt!!

ES tut echt mal gut, nur darüber schreiben zu können....

Der Grund das ich das jetzt schreibe ist eigentlich, dass ich am WE einen kompletten Zusammenbruch hatte. So dumm wie es klingen mag, aber ich hab eine TV Serie gesehen, wo es um Gewalt in der Ehe ging und am Ende hat der Ex-Mann seine Frau getötet. Und in dem Moment konnte ich nur noch weinen, weil ich das Gefühl hatte, als wäre ich in diesem Film gestorben.

Ich weiß einfach nicht weiter. Ich habe die ganze Zeit das Gefühl ich übertreibe und so.

Vielleicht könnt ihr mir ja helfen, bzw. vielleicht weiß ja jemand von euch, an wen ich mich im Raum St. Pölten mit so einem Probelm wenden kann. Vielleicht irgendwelche Therapeuten oder so, die mir helfen das zu verarbeiten.

Danke!! Wirklich, alleine das Niederschreiben hat mir schon irgendwie geholfen!

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17. Mai 2011 um 12:33

Wende dich dringend
an eine Stelle die dir helfen kann. Du wirst ansonsten zugrunde gehen und du mußt dir im folgenden ganz dringend darüber klar werden, daß:

- du diese Behandlung, die Erniedrigung und die Schläge nicht verdienst! Niemand tut das
- du dir das nicht zu bieten lassen brauchst
- du etwas besseres verdient hast
- Schläge niemals mit Liebe zu verwechseln sind

So wie ich es lese, hast du dich von ihm getrennt. Das ist richtig. Suche aber dringend Rat von Leuten, die ähnliches erlebt haben, also Selbsthilfegruppen o.ä. oder - das wäre vielleicht besser - psychologische Hilfe um diese horrenden Erlebnisse verarbeiten zu können. Das wird dir helfen und dich auch wieder aufbauen.

Vergiß nicht:

Du bist es wert, geliebt zu werden.
Du wirst wieder von einem anderen geliebt werden.
Du bist nicht alleine.

Selbst ein Gespräch mit einer Person, die du nicht kennst kann dir helfen, nur wichtig ist, darüber zu reden und das Erlebte zu verarbeiten.

Ich drücke dir ganz fest die Daumen und wünsche dir alles Liebe.

Männer, die ihre Frauen schlagen, sind das Allerletzte!

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18. Mai 2011 um 18:06

Verarbeiten
es schein, dass du gerade mitten in der Verarbeitung bist. Da kommt vieles hoch und manchmal passiert es eben so, wie in dem von Dir geschilderten Fall - ein Film war der Ausloeser.

Zu Dir - was Du schreibst hoert sich gut an. Du erkennst,w as gelaufen ist, Du weisst, warum Du in diese Beziehung geraten bist und Du hast Dich getrennt.

Es scheint alles erst vor kurzem geschehen zu sein, darum habe Geduld mit Dir. Generell ist eine Scheidung ein schmerzhafter Prozess und bei einer normalen Trennung (Auseinander gelebt oder in jemand anderes verliebt oder so) ist es schon traumatisch genug, sich scheiden zu lassen. Bei Dir haengt da noch die ganze Beziehungsgeschichte mit drin.

Denk daran, kleine Schritte zu machen und verlange nicht zuviel von Dir auf einmal. Erst hast Du Dich getrennt, jetzt laeuft die Scheidung - wir wissen nicht, wie er sich in dieser Zeit Dir gegenueber verhaelt, doch ich kann es mir vorstellen.

Was Dir vielleicht helfen koennte, waeren Gespraeche mit Frauen, die aehnliches erlebt haben oder eine Therapie. Das hilft bei der Verarbeitung.

Und sei geduldig mit Dir - was Dir in so jungen Jahren geschehen ist, ist nicht so einfach von heute auf morgen vergessen. Manchmal kommen noch Jahre spaeter Erinnerungen hoch und dann wirst Du vielleicht wieder ganz ploetzlich weinen muessen oder so.

Viel Glueck!

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19. Mai 2011 um 14:17

Wir sollten uns gegenseitig Mut machen und unser Schweigen brechen!
Es ist furchtbar, dass Dir solche Dinge passiert sind und noch schlimmer scheint es, dass Frauen häufig für lange Jahre in solchen Beziehungen verharren und glauben, sie seien schuld - auch an der Gewalt.

Ich habe meine persönliche Geschichte in einem Buch verarbeitet, um sie besser verstehen zu können. Am gleichen Tag, als ich mich dafür entschied, kam ich von einer Frauenberatungsstelle wieder nach Hause. Im Gespräch dort mit einer sehr netten Dame realisierte ich plötzlich wie alltäglich meine Situation war. Ich teilte sie mit unglaublich vielen Frauen. Wieso weiß man das nicht? Weil wir schweigen. Warum? Aus Scham, wie ich meine. Das wollte ich ändern. Ich möchte so gerne Mut machen, sich aus solchen Situationen zu befreien, an sich zu glauben und das Schweigen zu brechen. Nur zu gut habe ich erfahren, dass das eigene Umfeld unverständig, sogar teils spöttisch reagierte.

Um zu verstehen, wie mir "das" passieren konnte, musste ich mir erst meine Lebensgeschichte vor Augen halten. Das tat richtig weh. Ich ging durch viele Erlebnisse meiner Kindheit erneut hindurch und verstand immer mehr, warum mir das hat passieren können.

Auch ich wählte den Weg über das Gericht. Das war 2009. 2010 kam es zur Anklage. Jetzt - 2011 versucht mein Ex-Freund mich erneut vor Gericht zu ziehen. Ich hoffe sehr, der Albtraum endet bald und ich wünsche Dir viel Kraft. Kürzlich las ich, wenn nur ein Mensch in einer solchen Zeit an Dich glaubt und für Dich da ist, kommt die Kraft zurück. Sie kommt zurück! Vielleicht hilft es Dir ebenfalls zu schreiben?! Mein Buch habe ich unter einem Pseudonym veröffentlicht. Vielleicht magst Du es lesen? Schein & Widerstand - Maria del Alliñahui.

Viele liebe Grüße
Esperanza1283

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19. Mai 2011 um 17:25
In Antwort auf april_11901305

Wir sollten uns gegenseitig Mut machen und unser Schweigen brechen!
Es ist furchtbar, dass Dir solche Dinge passiert sind und noch schlimmer scheint es, dass Frauen häufig für lange Jahre in solchen Beziehungen verharren und glauben, sie seien schuld - auch an der Gewalt.

Ich habe meine persönliche Geschichte in einem Buch verarbeitet, um sie besser verstehen zu können. Am gleichen Tag, als ich mich dafür entschied, kam ich von einer Frauenberatungsstelle wieder nach Hause. Im Gespräch dort mit einer sehr netten Dame realisierte ich plötzlich wie alltäglich meine Situation war. Ich teilte sie mit unglaublich vielen Frauen. Wieso weiß man das nicht? Weil wir schweigen. Warum? Aus Scham, wie ich meine. Das wollte ich ändern. Ich möchte so gerne Mut machen, sich aus solchen Situationen zu befreien, an sich zu glauben und das Schweigen zu brechen. Nur zu gut habe ich erfahren, dass das eigene Umfeld unverständig, sogar teils spöttisch reagierte.

Um zu verstehen, wie mir "das" passieren konnte, musste ich mir erst meine Lebensgeschichte vor Augen halten. Das tat richtig weh. Ich ging durch viele Erlebnisse meiner Kindheit erneut hindurch und verstand immer mehr, warum mir das hat passieren können.

Auch ich wählte den Weg über das Gericht. Das war 2009. 2010 kam es zur Anklage. Jetzt - 2011 versucht mein Ex-Freund mich erneut vor Gericht zu ziehen. Ich hoffe sehr, der Albtraum endet bald und ich wünsche Dir viel Kraft. Kürzlich las ich, wenn nur ein Mensch in einer solchen Zeit an Dich glaubt und für Dich da ist, kommt die Kraft zurück. Sie kommt zurück! Vielleicht hilft es Dir ebenfalls zu schreiben?! Mein Buch habe ich unter einem Pseudonym veröffentlicht. Vielleicht magst Du es lesen? Schein & Widerstand - Maria del Alliñahui.

Viele liebe Grüße
Esperanza1283

Hat die die Anzeige und der Weg ueber das Gericht geholfen?
Meinst Du, es hat sich gelohnt, anzuzeigen und vor Gericht zu gehen?

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20. Mai 2011 um 12:31
In Antwort auf an0N_1291714099z

Hat die die Anzeige und der Weg ueber das Gericht geholfen?
Meinst Du, es hat sich gelohnt, anzuzeigen und vor Gericht zu gehen?

Oje, das ist eine schwierige Frage...
Ganz ehrlich? Bei mir wohl nicht. Oder doch? Ich weiß es nicht so recht. Mein Ex-Freund hat alle meine Lebenslügen aus der Kindheit ausgepackt und jetzt komme ich, so wie es aussieht, vor Gericht und er sitzt auf der anderen Seite - als Zeuge. Mich zermürbt das sehr und schränkt mein Leben unglaublich ein. Jedoch hat er nun (also nach dem Termin, sollte es dazu kommen) nichts mehr, womit er mir schaden kann. Das war damals eine klare Entscheidung, aber was da auf einen zukommt ist furchtbar.

Aber ich finde, Deine Frage muss jeder für sich beantworten. Ich kann wirklich nur für mich antworten. In meinem frisch veröffentlichten Buch schildere ich mein ganzes Leben, um mich zu "retten". Das ist jetzt in der Öffentlichkeit. Mit dem zweiten enthülle ich bald diese kleinen Geheimnisse und erkannte durch das Schreiben: ich hatte Ängste, die so gar nicht berechtigt waren. Auch weiß ich, dass ich in Zukunft meine berufliche Orientierung so ausrichte, dass ich Frauen und Kinder in einer solchen Zeit beistehen will. Weil, ich denke, ich weiß, wie es sich anfühlt. Glaube an Dich aber informiere Dich auch an unterschiedlichen Stellen. Leider ist es selten zu erwarten, dass Dir viel Verständnis nahegebracht wird. Denke daran, dass Du damit nicht allein bist, sondern diese Erlebnisse mit vielen Frauen auf der Welt teilst. Es gibt in jeder größeren Stadt Frauenberatungsstellen oder Täter-Opfer-Ausgleich Institutionen. Auf der Seite www.frauen-gegen-gewalt.de kannst Du Dich vielleicht auch einmal informieren. Da gibt es eine Menge. Trau Dich, andere anzusprechen. Mir half das sehr. Ganz liebe Grüße

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23. Mai 2011 um 16:11
In Antwort auf april_11901305

Oje, das ist eine schwierige Frage...
Ganz ehrlich? Bei mir wohl nicht. Oder doch? Ich weiß es nicht so recht. Mein Ex-Freund hat alle meine Lebenslügen aus der Kindheit ausgepackt und jetzt komme ich, so wie es aussieht, vor Gericht und er sitzt auf der anderen Seite - als Zeuge. Mich zermürbt das sehr und schränkt mein Leben unglaublich ein. Jedoch hat er nun (also nach dem Termin, sollte es dazu kommen) nichts mehr, womit er mir schaden kann. Das war damals eine klare Entscheidung, aber was da auf einen zukommt ist furchtbar.

Aber ich finde, Deine Frage muss jeder für sich beantworten. Ich kann wirklich nur für mich antworten. In meinem frisch veröffentlichten Buch schildere ich mein ganzes Leben, um mich zu "retten". Das ist jetzt in der Öffentlichkeit. Mit dem zweiten enthülle ich bald diese kleinen Geheimnisse und erkannte durch das Schreiben: ich hatte Ängste, die so gar nicht berechtigt waren. Auch weiß ich, dass ich in Zukunft meine berufliche Orientierung so ausrichte, dass ich Frauen und Kinder in einer solchen Zeit beistehen will. Weil, ich denke, ich weiß, wie es sich anfühlt. Glaube an Dich aber informiere Dich auch an unterschiedlichen Stellen. Leider ist es selten zu erwarten, dass Dir viel Verständnis nahegebracht wird. Denke daran, dass Du damit nicht allein bist, sondern diese Erlebnisse mit vielen Frauen auf der Welt teilst. Es gibt in jeder größeren Stadt Frauenberatungsstellen oder Täter-Opfer-Ausgleich Institutionen. Auf der Seite www.frauen-gegen-gewalt.de kannst Du Dich vielleicht auch einmal informieren. Da gibt es eine Menge. Trau Dich, andere anzusprechen. Mir half das sehr. Ganz liebe Grüße

Anzeige
was hat er denn bloss fuer Fakten gegen Dich, die Dich vor Gericht zerren lassen? Du hattest Ihn doch, wenn ich es recht verstehe, angezeigt, weil er Dich physisch und psychisch mishandelt hat. Und jetzt ne Weile spaete hat er gegen Dich etwas in der Hand???



Ich in meinem Fall war schon bei einer Anwaeltin, will aber nur einen bestimmten Fakt vor Gericht bringen - wiederholte Drohungen, mir meinen Beruf unmoeglich zu machen. Dass Beschimpfen, Luegen etc. bringe ich nicht vor Gericht, es dient nur der Untermauerung, dass der Mensch, gegen den ich Anzeige erhebe, zu allem faehig ist. Leider raten mir alle ab, eine Anzeige zu machen, doch ich merke, dass ich finde, dass ich gute Beweise habe und er eben gar nichts schaedliches gegen mich in der Hand hat. Die Anwaeltin meint das uebrigens auch und ich denke mal nicht, dass sie das sagt, um Geld zu verdienen ... die hat eh genug zu tun, da denke ich schon, dass mein Fall so ein Minifall ist, der sie nicht sonderlich reich werden laesst.

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18. Juni 2011 um 20:02

...
in St. Pölten gibt es eine Beratungsstelle für Männer

http://www.plattformgegendiegewalt.at /02_de/institution_details.asp?id=31&menuid=1253&menurt=1098

die wissen dann sicher auch wo es eine für frauen gibt !!

alles gute

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