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Überzeugtes Mutter-Dasein?

12. Juni 2003 um 9:36

Hallo ihr,

ich brauche eure Beratung und Tipps. Ich bin jetzt 26 Jahre und mein Freund 32 Jahre und er wünscht sich (mittelfristig) unbedingt Kinder. Und neben der Frage, ob ich überhaupt welche will, macht mir die Frage zu schaffen, unter welchen Umständen ich Kinder möchte. Ich bin - fürchte ich - der Typ, der als Vollzeithausfrau die Decke auf den Kopf fällt, auch wenn die Arbeit einen 25 Stunden Tag füllt. Schlimmer noch, ich bekomme wahrscheinlich Depressionen.

Meine Freundin sagt, dass es für die ganz einfach ist: wenn sie ein Kind bekommt, dann testet sie erstmal das Hausfrauen-Dasein und falls es ihr zu langweilig wird, sucht sie sich einen Job (auch außerhalb ihres Berufes) oder etwas ehrenamtliches bzw. karikatives.
Ich finde es gut, wie sie ihr Leben genießen kann und alles auf sich zukommen läßt, aber ich kann das nicht. Denn wenn ich erstmal in einer Depression gefangen bin, komme ich nicht wieder raus oder habe keine Kraft mehr, mir etwas Neues zu überlegen (kennt ihr das auch?).

Deshalb brauche ich einen Notfall-Plan, den ich dann einfach verfolge, das würde ich mir noch zutrauen. Aber wie kann dieser Plan aussehen? Ich bin leider kein "katholischer Land-Frauentyp" oder "Suppenküchenhelferin". Eine Arbeit zu finden ist allerdings für mich auch nicht so einfach (bis unmöglich). Als Mathematikerin gibt es nur sehr wenige Jobs (gibt ja auch wenige Mathematiker) und die auch nur in Großstädten. Mein Freund gibt allerdings unseren Wohnort beruflich bedingt schon vor. Und selbst wenn es in diesem Ort einen Job gibt, wer stellt einen Akademiker ohne Berufserfahrung mit Kleinkind und ohne Großelternbetreuung am besten noch halbtags ein? Das ist nicht unmöglich, ich weiß, aber man muss doch realistisch bleiben ...

Einmal in der Woche Krabbelgruppe oder Kino mit Freundinnen reicht nun mal nicht. Und ständig joggen kann ich ja wohl auch nicht. Aber ich muss doch unter Menschen!

Alle anderen klingen immer so voll überzeugt von Mutter-sein oder von ihren Kinderplänen. Gibt es auch Leute, die unsicher sind? Bin ich zu egoistisch? Das heißt doch nicht, dass ich meine Kinder nicht lieben würde, aber das nützt ihnen auch nichts, wenn ich den ganzen Tag depressiv herumhänge.

Ich mache mir im Moment ziemlich viele Gedanken darüber und bin verzweifelt, weil ich keine Lösung finde. Zum Gedanken machen habe ich auch genügend Zeit, weil wir im Moment 300 km auseinander wohnen und uns zweimal im Monat bei seinen Eltern treffen und einmal im Monat woanders. Soll ich darauf hoffen, dass meine Biologie irgendwann zuschlägt und ich alles für Kinder tun würde? Aber bis dahin sitzt ich hier herum und weiß nicht mehr weiter und frage mich, ob das überhaupt noch Sinn macht.

Keine Ahnung, ob es eine Lösung dafür gibt, aber es würde schon helfen zu wissen, dass es anderen ähnlich geht.

Danke und viele Grüße
von 1Stern1


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12. Juni 2003 um 10:00

Mutter Dasein

Liebe 1Stern1,

ich kann Dich hoffentlich etwas beruhigen, da ich in Sachen Kinderwunsch auch unsicher war.

Eigentlich wollte ich nie Kinder, jetzt bin ich verheiratet (was ich vorher auch nie wollte), mein Mann kommt aus einer Großfamilie, d.h. Kinder sind sein Wunsch.

Da ich meinen Mann sehr liebe und ich mir denke, dass Kinder unsere Zukunft sind und es außerdem ein wunderbares Erlebnis sein muss, wenn man sieht wie ein Kind aufwächst, die ersten Fortschritte macht etc....
möchte ich auch ein Kind, sogar von ganzem Herzen.

Der Zeitpunkt für uns ist noch etwas ungewiss, aber wenn es kommt freue ich mich riesig darauf.

Unsere Planung:

Wir planen das ganze so, dass ich weiterhin arbeiten gehe und mein Mann bleibt zu Hause und erzieht die Kinder und schmeist den Haushalt. Ich kann mir auch nicht vorstellen, den ganzen Tag zuhause zu sein, ich brauche Menschen um mich rum, meine Arbeit und meine Herausforderung.

Da mein Mann ein sehr häuslicher Typ ist, denke ich, dass dies für uns eine sehr gute Lösung ist. Er freut sich schon darauf, immerhin ist es heute ja nicht mehr ungewöhnlich, wenn die Männer diesen part übernehmen.

Wie sieht es mit Deinem Freund aus? Würde er zuhause bleiben und das Familienmanagement übernehmen????? Habt ihr schon mal über diese Möglichkeit nachgedacht?

Ich weiß nicht wie es ist Kinder zu haben, ich weiß nur, dass ich nie welche wollte und jetzt wo ich weiß, dass mein Mann das ganze regelt, bin ich glücklich über diese Lösung. Wie es dann in der Praxis aussieht ist wieder eine andere Sache, aber das kommt dann später mal, wenn es soweit ist.

Hoffe, dass ich Dir einen Denkanstoss geben konnte

Alles Liebe

Strawberry

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12. Juni 2003 um 11:24

Willkommen im Club!
Hey Stern,

Du sprichst mir fast aus der Seele. Also ich bin auch 26 Jahre alt und kann mir im Moment diese Situation ganz und gar net vorstellen. Außerdem heiraten wir in 2 Monaten und Gott und die Welt verbindet das mit einem ganz dringenden Kinderwunsch, der keineswegs da ist

Ich meine, ich seh das heute anders als vor paar Jahren - guck mir die Kleinen von anderen stolzen Eltern gerne an und find das auch alles wahnsinnig süß und so - aber ich ein Kind???? Ich Mutti??? Kann mich absolut nicht wirklich damit identifizieren. Dabei bin ich noch gar net mal so weit in meinen Gedankengängen, dass ich an mögliche unausgefüllte Momente im Erziehungsjahr denke... aber welch Schreck - das könnte mir auch passieren

Also ich höre bei Dir eigentlich heraus, dass du im Moment einfach noch nicht den Wunsch nach einem Kind verspürst.. vielleicht solltest Du das respektieren und Deinen Freund bitten, noch eine Weile damit zu warten - schließlich tickt Deine (meine hoffentlich auch) biologische Uhr noch nicht wirklich laut oder???? Ich denke, wenn der Wunsch wirklich da ist, dann freut man sich einfach nur noch und will nix anderes als jede Minute mit dem Wurm verbringen... und man hat ja wirklich auch die Möglichkeit, dass der Mann das Erziehungsjahr nimmt. Obwohl meiner nicht der Typ Mann dazu ist! Naja, ich will auf jeden Fall im Erziehungsjahr irgendeine Beschäftigung haben... entweder ich arbeite halbwegs von zu Hause aus weiter... so per Internet müßte das doch auch funktionieren?! Oder ich such mir eine andere Beschäftigung, z. B. einen Sprachkurs - vielleicht spanisch? Darauf hätte ich sowieso mal Lust... aber so ganz ohne Inhalt neben Windeln und Babypuder kann ich mir auch net vorstellen!

Also hoffe, ich konnte Dich etwas beruhigen und Dir zeigen, dass es auch anderen so geht

Liebe Grüße Gute Laune

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12. Juni 2003 um 11:45

Ich will auch in den club,
denn bei mir ist es das gleiche. mein freund will schon irgendwann kinder und nicht nur eins. und ich? allein bei dem gedanken nur hausfrau und mutter zu sein laufen mir kalte schauer den rücken runter.

eine sehr gute freundin von mir hat vor acht wochen erst entbunden und ich habe die gesamte schwangerschaft von ihr miterlebt. und langsam fängt es an zu nerven! sorry, aber so ist es.

es geht nur noch um kinder und eididei. ich kann da nicht mitreden und ihr auch nicht weiterhelfen. ist im moment alles sehr einseitig und ich freue mich gar nicht mehr drauf sie zu sehen, da es halt nur ein thema gibt! ich hoffe das sich das irgendwann mal ändert.

zum beginn ihrer schwangerschaft hatte ich vermutet das ein paar neidgefühle und der wunsch auch schwanger zu sein bei mir geweckt wird, aber nix ist passiert. meine antihaltung ist eher noch größer geworden.

im moment sehe ich nur das negative an kindern und ich kann mir überhaupt nicht vorstellen selber welche zu bekommen. und ich stelle mir das leben ohne kinder viel besser vor als mit!

ich muß nur noch meinen freund davon überzeugen oder wir bekommen irgendwann probleme!

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12. Juni 2003 um 15:27
In Antwort auf dianna_12345294

Ich will auch in den club,
denn bei mir ist es das gleiche. mein freund will schon irgendwann kinder und nicht nur eins. und ich? allein bei dem gedanken nur hausfrau und mutter zu sein laufen mir kalte schauer den rücken runter.

eine sehr gute freundin von mir hat vor acht wochen erst entbunden und ich habe die gesamte schwangerschaft von ihr miterlebt. und langsam fängt es an zu nerven! sorry, aber so ist es.

es geht nur noch um kinder und eididei. ich kann da nicht mitreden und ihr auch nicht weiterhelfen. ist im moment alles sehr einseitig und ich freue mich gar nicht mehr drauf sie zu sehen, da es halt nur ein thema gibt! ich hoffe das sich das irgendwann mal ändert.

zum beginn ihrer schwangerschaft hatte ich vermutet das ein paar neidgefühle und der wunsch auch schwanger zu sein bei mir geweckt wird, aber nix ist passiert. meine antihaltung ist eher noch größer geworden.

im moment sehe ich nur das negative an kindern und ich kann mir überhaupt nicht vorstellen selber welche zu bekommen. und ich stelle mir das leben ohne kinder viel besser vor als mit!

ich muß nur noch meinen freund davon überzeugen oder wir bekommen irgendwann probleme!

Hey Zinni
Also erstmal - Du bist aufgenommen.

Willst Du hundert pro keine Kinder? Bist Du Dir echt sooo sicher? Ich würde gern mal eins auf Probe nehmen und wenn ich keinen Bock mehr habe, geb ich es zurück. Leider funktioniert das net so. Also ich find die Vorstellung daran jetzt nicht sooooo abschreckend, aber halt abschreckend genug, dass ich meine Pille im Moment noch sehr liebe.

Wie alt bist Du denn und wie alt ist Dein Freund?

Manchmal denk ich echt, ich komm von einem anderen Stern, wenn ich manche LEute so reden höre... ich finds einfach saugut, zu reisen (ohne die ganze Babyausrüstung dabei zu haben), Spaß zu haben, bis mittags im Bett zu bleiben und und und. Weiß nicht, ob ich schon so eine Verantwortung übernehmen will - jedenfalls nicht rund um die Uhr.

Aber ich finds beruhigend, dass es anderen auch so geht
Gute Laune

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12. Juni 2003 um 17:24

*schmunzeln muß auch*
Hi Temptress,

das mit dem Teilen des Erziehungsurlaubs klingt für mich ganz gut, allerdings hält mein Freund davon eher wenig. Nicht weil es ihm etwas ausmachen würde, Kinder-Popos abzuwischen, aber er liebt seinen Job. Ich im Gegensatz will nur irgendeinen Job, der mir Spaß macht, keinen bestimmten.
Zumindest hat er gesagt, er würde sich Vollzeit um die Kinder kümmern, wenn ich wirklich Depressionen zu Hause bekäme. Aber vorher nicht!
Ich werde sicher versuchen, das Thema mit ihm nochmal anzuschneiden, aber im Moment ist das aussichtslos, weil ich immer gleich wie eine hysterische Ziege in Tränen ausbreche und kein Wort mehr rausbringe. Später überlege ich mir dann, was ich ihm hätte alles erzählen wollen, aber beim nächsten Versuch passiert genau dasselbe.

Außerdem habe ich mal geschaut, ob es zur Zeit Job-Angebote für mich in seinem jetzigen Wohnort gibt. (Auch wenn ich nicht wirklich weiß, ob ich eine Stelle, die ich erst ein halbes Jahr habe, wechseln will.) Aber es ist aussichtslos. Nicht ein Angebot in meine Richtung. Wenn wir es nicht mal schaffen zusammenzuziehen... Ich kann mich ja wohl schlecht schwängern lassen und dann zu ihm ziehen. Oder ich ziehe ohne Job zu ihm und hoffe, dass er mich bald schwängert. Nee, das mit dem Zusammenleben will ich vorher mal getestet haben. Und ich wollte doch wenigstens vor Heirat, Familie, Kinder in meinem studierten Beruf arbeiten ...
Mein Traum wäre es, wenn beide Teilzeit arbeiten. Hm, dazu brauche ich einen Job ... Inzwischen bin ich zum Ergebnis gekommen, dass wohl nicht die Kinder das Problem sind (oder der Wunsch danach) sondern der Job. Naja, damit hat sich doch schon fast ein Problem in Wohlgefallen aufgelöst.

1Stern1

Danke nochmal für deinen Beitrag. Der Schuß Revoluzzerpulver im Kaffee war genau das richtige um mich aufzumuntern.

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12. Juni 2003 um 17:35

Ein bißchen beruhigt
Danke für die Antwort Werdandi,

ein bißchen beruhigt hat mich das schon. Ich weiß, das es noch zu früh für mich ist, Kinder zu bekommen, aber mal schauen.
Ich denke ich könnte mich auch mit Nähen (mache ich auch gern, im Moment komme ich nur nicht dazu) und Sprachkursen oder so über Wasser halten, tja und dann schraube ich eben die Berufswünsche zurück. (Hab nur Angst die würden mich als überqualifiziert abschreiben.)

Ich tippe auch, dass der Kinderwunsch automatisch kommt, wenn man zusammenlebt und sich im Berufsleben ein Trott eingestellt hat. Und ich muss halt meine Job-Ansprüche herunterschrauben. Ich habe ja auch nicht studiert, um in diesem Beruf zu Arbeiten, sondern weil ich es interessant und spannend fand. (Damals noch mit der Aussicht, das auch weiter zu machen, ohne diesen Ziel steht man das nicht durch.)

Aber dahin muss man erstmal kommen.
Wie ich auch schon Temptress geantwortet habe, ist es mit dem Zusammenziehen schwierig, da ich einfach keinen Job finde. Bevor ich Kinder habe, wäre es mir schon wichtig, wenigstens etwas in meinem studierten Beruf zu arbeiten (bis jetzt erst ein halbes Jahr und selbst das gilt nur halb als Berufserfahrung, weil ich an der Uni arbeite). Ich werde zumindest regelmäßig schauen, ob es auf dem dortigen Arbeitesmarkt etwas neues gibt, auch wenn es mir ziemlich schwerfallen würde meinen derzeitigen Job aufzugeben.) Und als Krönung meiner Berufsplanung zieht mein Freund in ca. 4 Jahren wieder um (beruflich nötig). Bis dahin habe ich dann ein Kind oder ich suche mir dann nochmal einen neuen Job in einer neuen Stadt?

Zumindest aber werde ich ihm seinen Traum zunichte machen, aufs Land zu ziehen. Mein Freund wird wegen der Arbeit sowieso in einer mittleren bis größeren Stadt arbeiten, hatte sich aber vorgestellt, auf dem Land zu wohnen. Damit würde der "Landfreak" den ganzen Tag in der Stadt zum Arbeiten sein und der "Stadtfreak" den ganzen Tag auf dem Land mit den Kindern. Nee, so viel Kompromissbereitschaft muss er schon zeigen. (Falls er doch Hausmann spielt, mache ich Zugeständnisse.)

Naja, mir ist zumindest schonmal klarer, was ich will und was nicht ...

1Stern1

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