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Über Geliebte und Betrogene

24. August 2005 um 21:55

Ich war beides. Und beides war elend. Ja, natürlich redet man als Verliebte über Expartner. Dumm ist nur, wenn man in eine bereits vorhandene Beziehung platzt, die ja laut dem neuen Übermann "schon längst nicht mehr funktionniert". Sie wäre auch beendet worden, wenn man (in diesem Falle ich) niemals existiert hätte. Dann wäre es eine Andere gewesen, die dem ganzen "einfach nur schneller" ein Ende bereitet hätte. Nur zu dämlich, dass man zu diesem Zeitpunkt ja schon bereits mit dem verfluchten "Oh Gott, ja ohne DEN kann ich definitiv nicht mehr leben"-Virus infiziert wurde. Natürlich ist er dann erst mal der Supermann und man versteht ja gar nicht, dass diese schlechte Ex IHN so behandeln konnte. Man(n) zeigt ja auch erst mal nur die Sonnenseite. Eines Tages wacht man auf und schwups-man wohnt zusammen, bügelt seine Wäsche und kocht sein Essen. Selbstverständlich besser als die EX, klar. Es gibt Probleme,man diskutiert, man streitet. Man(n) führt wieder eine Beziehung...und fällt aus allen Wolken, wenn plötzlich eine Andere in diese platzt. Selbstverständlich kann sie nichts dafür. Sie ist ja nur in eine Beziehung geplatzt, die "sowieso schon längst nicht mehr funktionniert". Übrig bleibe ich, die von einem Psychotherapeut seit Stunden gesagt bekommt, dies liege in den Genen der Männer. Sie jagen und vermehren sich und wir Frauen suchen eine dauerhafte Beziehung. Ich habe oft wachgelegen und darüber nachgedacht, die "schlechte Ex" anzurufen und ihr zu sagen, wie gut ich nun all ihre Kontrollanrufe verstehe. Aber auch, wie sehr ich sie dafür hasse, dass sie ihn immer noch liebt...genau wie ich.

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24. August 2005 um 23:07

Liebe Blossem,
danke für Deinen Beitrag.

Du hast nun leider diese Erfahrungen gemacht, die sehr schmerzhaft und ernüchernd sind.

Ich bin verheiratet, getrennt lebend und mein Mann pflegt seine neue Beziehung.
Wie mir seine Freundin bestätigt hat, ist unsere Ehe auch "schon lange gescheitert".
Ich gehöre also nach ihrer Beschreibung auch zu den unerträglichen Hausdrachen, mit denen man es nicht mehr aushält.

Nun führen die beiden eine Fernbeziehung, planen die ungewisse gemeinsame Zukunft und wollen dann auf den Trümmmern unserer Ehe eventuell ein behagliches Nest bauen, zusammenziehen, etc.
(Ich möchte nur am Rande erwähnen, dass mein Mann -genau wie ich -im Falle der Scheidung ggf. in die private Insolvenz schliddert..., also liegen beste Rahmenbedingungen für Zukunftspläne zugrunde).

Ich habe mich schon so oft gefragt, wie dies funktionieren soll, wenn der Alltag eintritt, den er mit ihr bislang nicht lebt.

So, wie Du es beschreibst, führte ja auch nach Ansicht Deines Partners der Alltag bzw. die Normalität einer Beziehung zur Funktionsuntüchtigkeit...

Diese Prognose würde ich auch für die Beziehung meines Mannes wagen. Nur leider würde ich dann davon nichts mehr erfahren, weil ich dann wahrscheinlich keinen Kontakt mehr zu ihm hätte, es sei denn, er würde die Scheidung nicht einreichen.

Ich habe mir schon so oft den Kopf darüber zerbrochen, was mein Mann alles macht, erzählt, verspricht, um die andere warmzuhalten.
Manches Mal frage ich mich auch, ob sie ihm alles glaubt oder wenigstens ab und zu mal skeptisch wird, da ich mal mit ihr über meine Sicht des Scheiterns unserer Ehe gesprochen habe.
Ein schlechtes Gewissen schien sie aber auch danach nicht gehabt zu haben.

Glaub mir, es wäre mir eine Genugtuung, wenn sie irgendwann mal merkt, dass er sie(auch) belügt und sich weiterhin nicht entscheiden kann. D.h., wenn die gemeinsamen Pläne keine Gestalt annehmen oder der Traummann dann andere Seiten zeigt oder sich nicht scheiden lässt...

Aber um auf Deine Überlegungen einzugehen: Die Ex würde vielleicht auch Genugtuung verspüren, aber glaube mir, ruf sie lieber nicht an.
Sie wird vermutlich lange gebraucht haben (kenn die Vorgeschichte nicht)um darüber hinweg zu kommen. Reiss lieber keine alten Wunden auf.

Die Freundin meines Mannes hat zu mir gesagt: "Am besten lassen wir ihn beide fallen"...
Und was ist Fakt? Sie ist mit ihm weiterhin zusammen.

Vielleicht sind wir beide eines Tages die Verlassenen, wer weiss...

Der tatsächlich Handelnde war und ist in Deinem und meinem Fall der Mann!!!

Deine Erfahrungen musst Du nun leider verarbeiten.
Versuch Dir etwas Gutes zu tun, sag Dir immer wieder, dass Du ein wertvoller Mensch bist und lass auch den Schmerz zu. Das gehört zum Heilungsprozess dazu.
Alles Liebe
Feldi

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25. August 2005 um 20:05
In Antwort auf rhona_12128945

Liebe Blossem,
danke für Deinen Beitrag.

Du hast nun leider diese Erfahrungen gemacht, die sehr schmerzhaft und ernüchernd sind.

Ich bin verheiratet, getrennt lebend und mein Mann pflegt seine neue Beziehung.
Wie mir seine Freundin bestätigt hat, ist unsere Ehe auch "schon lange gescheitert".
Ich gehöre also nach ihrer Beschreibung auch zu den unerträglichen Hausdrachen, mit denen man es nicht mehr aushält.

Nun führen die beiden eine Fernbeziehung, planen die ungewisse gemeinsame Zukunft und wollen dann auf den Trümmmern unserer Ehe eventuell ein behagliches Nest bauen, zusammenziehen, etc.
(Ich möchte nur am Rande erwähnen, dass mein Mann -genau wie ich -im Falle der Scheidung ggf. in die private Insolvenz schliddert..., also liegen beste Rahmenbedingungen für Zukunftspläne zugrunde).

Ich habe mich schon so oft gefragt, wie dies funktionieren soll, wenn der Alltag eintritt, den er mit ihr bislang nicht lebt.

So, wie Du es beschreibst, führte ja auch nach Ansicht Deines Partners der Alltag bzw. die Normalität einer Beziehung zur Funktionsuntüchtigkeit...

Diese Prognose würde ich auch für die Beziehung meines Mannes wagen. Nur leider würde ich dann davon nichts mehr erfahren, weil ich dann wahrscheinlich keinen Kontakt mehr zu ihm hätte, es sei denn, er würde die Scheidung nicht einreichen.

Ich habe mir schon so oft den Kopf darüber zerbrochen, was mein Mann alles macht, erzählt, verspricht, um die andere warmzuhalten.
Manches Mal frage ich mich auch, ob sie ihm alles glaubt oder wenigstens ab und zu mal skeptisch wird, da ich mal mit ihr über meine Sicht des Scheiterns unserer Ehe gesprochen habe.
Ein schlechtes Gewissen schien sie aber auch danach nicht gehabt zu haben.

Glaub mir, es wäre mir eine Genugtuung, wenn sie irgendwann mal merkt, dass er sie(auch) belügt und sich weiterhin nicht entscheiden kann. D.h., wenn die gemeinsamen Pläne keine Gestalt annehmen oder der Traummann dann andere Seiten zeigt oder sich nicht scheiden lässt...

Aber um auf Deine Überlegungen einzugehen: Die Ex würde vielleicht auch Genugtuung verspüren, aber glaube mir, ruf sie lieber nicht an.
Sie wird vermutlich lange gebraucht haben (kenn die Vorgeschichte nicht)um darüber hinweg zu kommen. Reiss lieber keine alten Wunden auf.

Die Freundin meines Mannes hat zu mir gesagt: "Am besten lassen wir ihn beide fallen"...
Und was ist Fakt? Sie ist mit ihm weiterhin zusammen.

Vielleicht sind wir beide eines Tages die Verlassenen, wer weiss...

Der tatsächlich Handelnde war und ist in Deinem und meinem Fall der Mann!!!

Deine Erfahrungen musst Du nun leider verarbeiten.
Versuch Dir etwas Gutes zu tun, sag Dir immer wieder, dass Du ein wertvoller Mensch bist und lass auch den Schmerz zu. Das gehört zum Heilungsprozess dazu.
Alles Liebe
Feldi

Danke Feldi,
Ich muss gestehen, dass ich nicht mal mit einer Antwort gerechnet hätte. Ich habe mir diesen Beitrag nur von der Seele geredet, fand die Beiträge der Geliebten in diesem Forum einfach nur oberflächlich. Ich finde es bezeichnend, dass du ansprichst, dass ich wertvoll bin. Daran merke ich, dass es wohl normal zu sein scheint, wenn man sich völlig wertlos, hintergangen und verletzt fühlt. Ich bin dummer weise ein sehr gutgläubiger Mensch. Das GAnze liegt schon eineinhalb Jahre zurück. Ich habe wie eine Irre daran geglaubt, dass es nur ein einzellfall war, ein "Ausrutscher". Um so mehr ich meine Augen aufmache, umso weniger funktionniert meine Rosarote Brille, umso mehr erkenne ich, in welcher Abhängigkeitsfalle ich mich begeben habe. Ich kann nicht mehr vertrauen, egal wie sehr er es zu beweisen versucht. Hinter allem sehe ich was und kontrolliere, wie eine Verrückte. Ich werde auch langsam wirklich verrückt, glaube mir. Dumm ist nur, dass ich bei meiner Kontrolle immer etwas finde-man(n) redet sich raus, klar, auch immer durchaus plausibel. Ich liebe und ich hasse ihn. Ich hasse ihn wirklich aber verflucht, verlassen kann ich ihn bis jetzt noch nicht. Die Zeit kommt, ich weiß, nur bis dahin fließen so viele Tränen und ich bin doch so ein positiver Mensch. Ich will dieses Gefühl nicht mehr haben, diesen Kloss in mir. Abend für Abend (ich habe einen kleinen Sohn) dazu sitzen und zu warten, wann er kommt. Ich fühle mich wertlos und hasse mich selbst, weil ich so inkonsequent bin. Ich dachte, diesmal wäre alles anders. Jetzt kappierst du wahrscheinlich gar nichts mehr, aber ich danke dir, dass du einfach da warst und mich gesehen hast. Alles Liebe.

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