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Trotzdem - ich liebe ihn

26. Dezember 2009 um 18:05

Seit 28 Jahren sind wir nun verheiratet. Und ich war bis letztes Jahr total glücklich.
Ich habe immer davon geschwärmt, wie sehr wir uns heute noch lieben. , nachdem ich meine Arbeit aufgegeben hatte und mich selbstständig von zuhause aus gemacht habe, habe ich ihn abends, wenn er von der Arbeit nach Hause gekommen ist, bereits auf der Treppe erwartet. (Die Treppe befindet sich in unserem Haus und ich habe mich immer auf die erste Treppenstufe gestellt, damit er mich auf den Mund küssen kann und ich mich an ihn schmiegen kann. Denn er ist über 20 cm größer als ich.) Und er hat gesagt, wie sehr es das genießt, dass ich jetzt immer zuhause bin, wenn er kommt.

Dann kam dieser schlimme Tag im November letzten Jahres. Sonntag morgens. Ich möchte mich an ihn kuscheln und mit ihm schlafen. Er geht weg von mir, fasst mich an den Schultern und sagt: Ich muss dir was sagen. Ich liebe dich nicht mehr. Mit diesem Satz ist meine Welt zusammengebrochen.

Ich habe ihn zuerst aus dem Schlafzimmer geworfen und ihm sein Bett zeug unters Dach gebracht. Die erste Nacht musste er dort auf dem harten Fussboden schlafen. Dann habe ich ihm eine Matratze gekauft. Mittlerweile ist daraus ein richtiges gemütliches Bett geworden.

Im der darauf folgenden Zeit gab es auf und abs. Er sagt kurz später, dass er nie gesagt hat, dass er mich nicht mehr liebt. Seine Gefühle sind eben einfach anders geworden und er kann es sich auch nicht erklären.

Nach einem Streit ist er, nachdem ich nicht pünktlich zuhause war, zu Fuß in die Stadt gerannt und hat mich überall gesucht. Seine zahlreichen Anrufe auf mein Handy hab ich nicht mitbekommen.
Wenn wir mit Freunden zum Essen gehen, hält er auf dem Weg zum Lokal meine Hand.

Und er sagt mir immer wieder, dass er mich auf gar keinen Fall verletzen möchte.

Dann geht es ihm immer schlechter. Depressionen. Er rauf sich oft die Haare, weint, ist verzweifelt. Ich tröste ihn, nehm ihn in den Arm. Manchmal kann er sich total fallen lassen, dann wieder merke ich, dass er nicht getröstet werden möchte.

Ich kauf ihm Tabletten, die ihn etwas beruhigen sollen. Ich merke, dass er jetzt sogar an Selbstmord denkt. Ich habe Angst um ihn. Er wacht jede Nacht total durchgeschwitzt auf. Er muss sogar nachts das Kissen wechseln, weil es klitschnass ist. Jeden Morgen ist er wie durchs Wasser gezogen.

Dann kommt wieder ein November. Und es geht ihm sehr schlecht.
Er ist verzweifelt, weint. Rauft sich die Haare. Ich habe Angst, dass er durchdreht.
Ich versuche ihn zu beruhigen. Er sagt, er hat kein Recht, vor mir zu weinen. Sich von mir trösten zu lassen. Ich sage ihm, dass er Depressionen hat. Dass es eine Krankheit ist, für die er nichts kann.

-Weinen, Verzweiflung
Oder hast du mich betrogen? Schweigen.
Du kannst mir alles sagen
JA
Wie JA?
Ja, ich habe dich betrogen.

Schluck. Mir wird schwindelig. Nie im Leben hätte ich das für möglich gehalten.

Es stellt sich heraus, dass es eine Kollegin ist. Sie ist 20 Jahre jünger als ich *toll*. Und es ging 1 Jahre!!!!!!!!!!!!!
Und sie hat ihn nur benutzt. Es ging wohl um eine Wette, die sie abgeschlossen hatte.
Er ist Chef und sehr zurückhaltend. Sie wollte den Kollegen beweisen, dass sie ihn knacken kann.
Und nun fühlt er sich so gedemütigt. Sie tanzt ihm jetzt in der Firma auf der Nase rum. Macht was sie möchte. Und hat sich einen anderen rausgeguckt, mit dem sie jetzt was anfangen möchte.

Das alles wird ihm über eine andere Kollegin zugetragen.

Ich geh in mein Zimmer, betrinke mich bis nichts mehr reingeht.

Jetzt geht es ihm besser. Der Nachtschweiß ist zumindest weg. Wir reden. Er sagt mir, dass sie nicht mein Niveau hat (*toll*). Er sagt mir, dass ich ihm sehr, sehr wichtig bin. Das Gefühl ist eben einfach nur anders.
Mir geht es auch besser. Weil es ihm besser geht.

Eine Freundin sagt: Scheißkerl. Schmeiß ihn raus. Er soll richtig leiden.
Aber ich will nicht, dass er leidet. Egal was er getan hat, ich möchte nicht, dass ihm irgendjemand weh tut. Für mich ist es das Schlimmste, wenn ich ihn leiden sehe.

Heute dann bin ich zusammen gebrochen. Ich musste einfach so weinen und weinen.
Und er war dann total verzweifelt. Er macht sich solche Vorwürfe, dass es mir wegen ihm schlecht geht. Er sagt, für ihn ist das Wichtigste, dass es mir gut geht.
Und blöder Weise ist es für mich das Wichtigste, dass es ihm gut geht!!!

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26. Dezember 2009 um 20:08

Du
tu mir einen gefallen, geh und suche dir hilfe bei einem profi vielleicht bei einem eheberater oder so ähnlich.
selbst beim eheberater muß er nicht mitkommen.
wichtig ist gerade das du dir wichtig bist.
er hat mist gebaut, hut ab er hat es dir gesagt, sie ist eine schlampe ohne weiteres.
sein weg sollte sein sie zu kündigen, meine meinung.
aber wie gesagt du mußt dir hilfe suchen damit du weist wie dein weg sein wird, nur dann kannst du stark genug sein um evtl. um seine liebe zu kämpfen.

ganz liebe grüße stimmeinmir

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26. Dezember 2009 um 21:29
In Antwort auf iona_12084485

Du
tu mir einen gefallen, geh und suche dir hilfe bei einem profi vielleicht bei einem eheberater oder so ähnlich.
selbst beim eheberater muß er nicht mitkommen.
wichtig ist gerade das du dir wichtig bist.
er hat mist gebaut, hut ab er hat es dir gesagt, sie ist eine schlampe ohne weiteres.
sein weg sollte sein sie zu kündigen, meine meinung.
aber wie gesagt du mußt dir hilfe suchen damit du weist wie dein weg sein wird, nur dann kannst du stark genug sein um evtl. um seine liebe zu kämpfen.

ganz liebe grüße stimmeinmir

Danke
für deine Antwort, Stimmeinmir.
Das mit dem neuen Arbeitgeber war auch schon meine Idee. Aber er sagt, da würde er sich dann die nächste Baustelle bauen. Er ist jetzt dort seit über 20 Jahren - beamtet.
Und wenn er jetzt hinschmeisst, wird es nicht einfacher.
Außerdem sagt er, hätte sie dann wohl ihr Ziel erreicht.

Ich habe bereits jetzt viele nette Leute, die mir zuhören.
Einer meiner besten Freunde ist Arzt. Er beschäftigt sich mit Co-Existenz in der Partnerschaft - kennt sich also aus.
Das ist nicht das Problem.

Das Problem ist mein Mann. Er muss einfach lernen, sich selbst mehr zu mögen. Er ist so sehr enttäuscht von sich selbst und versteht aber auch nicht, wie sie so "schlecht" sein konnte.

Wenn es ihm wieder besser gehen würde, hätten wir vielleicht eine Chance

Liebe Grüße
marie

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27. Dezember 2009 um 20:00
In Antwort auf jancis_12877392

Danke
für deine Antwort, Stimmeinmir.
Das mit dem neuen Arbeitgeber war auch schon meine Idee. Aber er sagt, da würde er sich dann die nächste Baustelle bauen. Er ist jetzt dort seit über 20 Jahren - beamtet.
Und wenn er jetzt hinschmeisst, wird es nicht einfacher.
Außerdem sagt er, hätte sie dann wohl ihr Ziel erreicht.

Ich habe bereits jetzt viele nette Leute, die mir zuhören.
Einer meiner besten Freunde ist Arzt. Er beschäftigt sich mit Co-Existenz in der Partnerschaft - kennt sich also aus.
Das ist nicht das Problem.

Das Problem ist mein Mann. Er muss einfach lernen, sich selbst mehr zu mögen. Er ist so sehr enttäuscht von sich selbst und versteht aber auch nicht, wie sie so "schlecht" sein konnte.

Wenn es ihm wieder besser gehen würde, hätten wir vielleicht eine Chance

Liebe Grüße
marie

Das kannst du nicht
du bist aber nicht dafür verantwortlich das es ihm besser geht und du kannst da auch nichts für ihn tun nur er selbst.
daher mache ich mir eben auch die sorgen um dich.
du musst unbedingt versuchen einen gewissen abstand zu gewinnen, zieh zu einer freundin aber triff dich etwas mit deinem mann.
zeig ihm das du ihn liebst aber auch ohne ihn kannst.

du weißt ja noch nicht einmal ob er dich noch liebt, lasß es ihn durch abstand heraus finden.

bitte sorge dich um dich nicht um ihn du gehst sonst kaputt.

liebe grüße stimmeinmir

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28. Dezember 2009 um 15:35

Ich verstehe dich
Hallo,

ich verstehe dich so gut. Mein Mann und ich sind seit mittlerweile 18 Jahren verheiratet. Wir waren eine Einheit und ich fühlte mich ihm immer so nah und ich denke es war umgekehrt genauso. Sexuell lief es leider schlecht, was eindeutig meine Schuld war. Ich wollte sehr selten mit ihm schlafen.

Dann vor 4 Jahren habe ich abends durch Zufall ein Telefonat mitbekommen, das er von seinem Büro aus mit ihr führte. Ich spürte sofort, das er eine Geliebte hat. Eine Welt brach zusammen und seither ist nichts mehr wie es war.

In diesen 4 Jahren habe ich soviel versucht, Verständnis, mehr Aufmerksamkeit, mehr auf mein Äußeres geachtet (was ich sonst auch immer tat) gemeinsame Ehetherapie und vieles mehr. Doch ich habe immer wieder erleben müssen, das er noch mit ihr Kontakt hat.

Als ich vor 4 Jahren rausbekommen habe, das mein Mann mich betrügt, merkte ich wie weit er sich schon entfernt hatte.
Die Affäre lief damals bereits 1,5 Jahre. Er ist sogar mit ihr zusammen verreist, angeblich war er mit Kollegen verreist.

Sexuell läuft angeblich nichts mehr, sie ebenfalls verheiratet und 6 Jahre älter als mein Mann, hat sich denke ich anderweitig orientiert. Mein Mann wollte sich damals nicht von mir oder vielmehr von unseren Kindern trennen.

Ich habe mir schon so vieles angehört, er liebt sie, der Sex mit ihr im Hotel war toll, sie ist eine liebevolle Frau usw.
Er hat es nie geschafft sich von ihr zu lösen, sondern schickt ihr haufenweise SMS und telefoniert mit ihr. Der Höhepunkt war das ich ihn an Heiligabend nach dem gemeinsamen Essen im Keller, mit einem neuen Handy erwischte, weil er auf eine Rückantwort seiner SMS wartete.

Total abhängig und krank. Seit vielen Jahren das gleiche Spiel. Er ist dann total traurig, weint und ist depressiv.
Ich erkenne eine klare Abhängigkeit von seiner EX?-Geliebten.
Für sie ist es mittlerweile ein Spiel, von einem jüngeres Mann haufenweise SMS zu bekommen, wo immer was Liebes drinsteht. Das alles macht mich und auch unsere Kinder total krank.

Ich möchte auch nicht das er leidet, das wir alle leiden. Ich möchte eigentlich wieder den Ehemann der alles für uns getan hat und wir für ihn. Ein Menschen voller Lebenslust und Energie. Ich merke wie diese Affäre uns alle verändert hat und wie wir total erstarren.

Hoffentlich finde ich einen Weg daraus.

viele Grüße und viel Glück

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28. Dezember 2009 um 18:16
In Antwort auf iona_12084485

Das kannst du nicht
du bist aber nicht dafür verantwortlich das es ihm besser geht und du kannst da auch nichts für ihn tun nur er selbst.
daher mache ich mir eben auch die sorgen um dich.
du musst unbedingt versuchen einen gewissen abstand zu gewinnen, zieh zu einer freundin aber triff dich etwas mit deinem mann.
zeig ihm das du ihn liebst aber auch ohne ihn kannst.

du weißt ja noch nicht einmal ob er dich noch liebt, lasß es ihn durch abstand heraus finden.

bitte sorge dich um dich nicht um ihn du gehst sonst kaputt.

liebe grüße stimmeinmir

Nochmal danke
liebes Stimmlein
Aber ich kann eben hier nicht weg, da ich jede Menge Tiere (insgesamt 6 Stück) zu versorgen habe. Und die kann ich nicht mitnehmen.

Heute war er wieder das erste Mal im Geschäft.
Jetzt sitzen beide in einem Großraumbüro und würdigen sich keines Blickes. Stell ich mir auch nicht wirklich lustig vor.
Aber da muss er jetzt wohl durch.

LG
marie

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