Forum / Liebe & Beziehung

Trennung weil er respektlos ist?

24. November 2020 um 10:29 Letzte Antwort: 24. November 2020 um 23:28

Hallo liebes Forum, 

ich bin neu hier und schreibe, weil ich im Moment nicht weiß, ob meine Beziehung noch Sinn macht oder ich völlig überreagiere. Ich würde einfach auch gerne die Meinung von Außenstehenden dazu einholen. Kurz zu meiner Situation: Mein Partner und ich sind seit ca. 2,5 Jahren ein Paar, er ist 32 und ich bin 29.

Mein Partner ist jemand, der Sachen wahnsinnig schnell in den falschen Hals kriegt, extrem launisch und dementsprechend unberechenbar sein kann und auch nie gelernt hat, konstruktiv zu streiten. Er geht klassischerweise mit Konflikten so um, dass er entweder einen Streit anfängt und dann abhaut oder mich 1-2 Tage einfach ignoriert (manchmal weiß ich dann nichtmal, was eigentlich vorgefallen ist). Ich bin hingegen eine sehr harmoniebedürftige Person und versuche Dinge – wenn möglich – sachlich zu klären.

Dementsprechend hat sich zwischen uns eine Dynamik entwickelt, bei der ich häufig das Gefühl habe, auf Eierschalen laufen zu müssen, ja nichts "Falsches" zu sagen - es könnte ja wieder damit enden, dass ich ignoriert werde. Für mich gibt es eigentlich keine schlimmere Form der Bestrafung (und das ist es ehrlich gesagt für mich auch: Machtdemonstration und Strafe). Leider bin ich nicht der Typ Frau, der sich denkt: "Ach, lass den Trottel doch mal spinnen", sondern ich leide wahnsinnig unter den unaufgelösten Konflikten, kann dann nicht gut schlafen und mache mir viel zu viele Gedanken.
Meistens ist es so, dass mein Partner dann nach einiger Zeit wieder angekrochen kommt und so tut, als wäre nie etwas vorgefallen. 

Gestern hatten wir leider eine Situation, die komplett eskaliert ist. Wir waren dabei, einen Kleiderschrank für mich aufzubauen (leben nicht zusammen). Er hat von selber angeboten, mir zu helfen, war aber den ganzen Abend über schon angenervt. Ich merkte bereits, dass ich tierisch aufpassen musste, was ich sage. Um 10 hatten wir noch nicht mal die Hälfte geschafft und ich hab angeboten, am nächsten Tag weiterzumachen. Da wurde er dann bereits wütend und meinte, ich solle ihn in Ruhe lassen, er hätte es ja versprochen. Nach einer weiteren halben Stunde, wo er nur genervt geseufzt und kein Wort mehr gesprochen hat, meinte ich erneut: "Hey, es ist echt okay, wenn Du gehst und wir das morgen fortsetzen." Ich war ehrlich gesagt selbst auch schon ziemlich müde und hatte einfach keine Lust auf seine miese Laune. 

Daraufhin ist er komplett ausgeflippt. Hat angefangen, herumzuschreien, was ich eigentlich für ein Problem hätte, was mit mir nicht stimme, er würde jetzt tatsächlich fahren, ob er denn nichtmal mehr seufzen dürfe. Ich habe ihn gebeten, nicht mitten in der Nacht rumzubrüllen und ihm gesagt, dass er gerade komplett überreagiere. Er hat dann einfach seine Sachen gepackt und ist abgehauen. 

Seither: Funkstille, was sonst. 

Ehrlich gesagt ist bei mir nach dieser Situation ein Punkt erreicht, an dem ich nicht mehr weiß, ob ich die Beziehung so noch fortführen möchte. Es ist ja nicht das erste Mal, das so etwas vorkommt. Schreien geht für mich sowieso überhaupt nicht, das weiß er. Außerdem fühlt er sich bei solchen Dingen sowieso immer im Recht, auf eine Entschuldigung brauche ich also auch nicht zu hoffen.

Wie würdet ihr mit so etwas umgehen? 

Danke für eure Antworten!
 

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24. November 2020 um 11:06

Ich kenne das aus meiner Ex-Beziehung. Mein Ex war wie dein Freund und ich war wie du.

Leider hat sich nach 2,5 Jahren eine Dynamik eingeschlichen, die es schwer zu durchbrechen macht Du hättest leider von vornherein etwas dagegen unternehmen müssen.
So hat er gelernt, er kann ausflippen, zwei Tage schmollen und anschließend ankommen. Eine Entschuldigung braucht es nicht, du verzeihst ihm ja sowieso.

Nun gilt es esrst Mal zu überlegen, ob du überhaupt an der Beziehung festhalten möchtest.

Falls ja, musst du dringend das Gespräch mit ihm suchen.
In einem ruhigen Moment, nicht, wenn ihr streitet.
Sag ihm dass du nachgedacht hast und es sich etwas grundlegend ändern muss.
Trete dabei ruhig konsequent und selbstbewusst auf.
Du wirst dieses Verhalten nicht mehr tolerieren und hinnehmen.
Vor allem nicht ohne Entschuldigung.

Dieses Spirale könnt ihr aber nur gemeinsam durchberechen, er muss erkennen, dass er sich falsch verhält und ebenfalls etwas ändern wollen. Nur so könntet ihr das schaffen mMn.
 

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24. November 2020 um 12:13
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Hallo liebes Forum, 

ich bin neu hier und schreibe, weil ich im Moment nicht weiß, ob meine Beziehung noch Sinn macht oder ich völlig überreagiere. Ich würde einfach auch gerne die Meinung von Außenstehenden dazu einholen. Kurz zu meiner Situation: Mein Partner und ich sind seit ca. 2,5 Jahren ein Paar, er ist 32 und ich bin 29.

Mein Partner ist jemand, der Sachen wahnsinnig schnell in den falschen Hals kriegt, extrem launisch und dementsprechend unberechenbar sein kann und auch nie gelernt hat, konstruktiv zu streiten. Er geht klassischerweise mit Konflikten so um, dass er entweder einen Streit anfängt und dann abhaut oder mich 1-2 Tage einfach ignoriert (manchmal weiß ich dann nichtmal, was eigentlich vorgefallen ist). Ich bin hingegen eine sehr harmoniebedürftige Person und versuche Dinge – wenn möglich – sachlich zu klären.

Dementsprechend hat sich zwischen uns eine Dynamik entwickelt, bei der ich häufig das Gefühl habe, auf Eierschalen laufen zu müssen, ja nichts "Falsches" zu sagen - es könnte ja wieder damit enden, dass ich ignoriert werde. Für mich gibt es eigentlich keine schlimmere Form der Bestrafung (und das ist es ehrlich gesagt für mich auch: Machtdemonstration und Strafe). Leider bin ich nicht der Typ Frau, der sich denkt: "Ach, lass den Trottel doch mal spinnen", sondern ich leide wahnsinnig unter den unaufgelösten Konflikten, kann dann nicht gut schlafen und mache mir viel zu viele Gedanken.
Meistens ist es so, dass mein Partner dann nach einiger Zeit wieder angekrochen kommt und so tut, als wäre nie etwas vorgefallen. 

Gestern hatten wir leider eine Situation, die komplett eskaliert ist. Wir waren dabei, einen Kleiderschrank für mich aufzubauen (leben nicht zusammen). Er hat von selber angeboten, mir zu helfen, war aber den ganzen Abend über schon angenervt. Ich merkte bereits, dass ich tierisch aufpassen musste, was ich sage. Um 10 hatten wir noch nicht mal die Hälfte geschafft und ich hab angeboten, am nächsten Tag weiterzumachen. Da wurde er dann bereits wütend und meinte, ich solle ihn in Ruhe lassen, er hätte es ja versprochen. Nach einer weiteren halben Stunde, wo er nur genervt geseufzt und kein Wort mehr gesprochen hat, meinte ich erneut: "Hey, es ist echt okay, wenn Du gehst und wir das morgen fortsetzen." Ich war ehrlich gesagt selbst auch schon ziemlich müde und hatte einfach keine Lust auf seine miese Laune. 

Daraufhin ist er komplett ausgeflippt. Hat angefangen, herumzuschreien, was ich eigentlich für ein Problem hätte, was mit mir nicht stimme, er würde jetzt tatsächlich fahren, ob er denn nichtmal mehr seufzen dürfe. Ich habe ihn gebeten, nicht mitten in der Nacht rumzubrüllen und ihm gesagt, dass er gerade komplett überreagiere. Er hat dann einfach seine Sachen gepackt und ist abgehauen. 

Seither: Funkstille, was sonst. 

Ehrlich gesagt ist bei mir nach dieser Situation ein Punkt erreicht, an dem ich nicht mehr weiß, ob ich die Beziehung so noch fortführen möchte. Es ist ja nicht das erste Mal, das so etwas vorkommt. Schreien geht für mich sowieso überhaupt nicht, das weiß er. Außerdem fühlt er sich bei solchen Dingen sowieso immer im Recht, auf eine Entschuldigung brauche ich also auch nicht zu hoffen.

Wie würdet ihr mit so etwas umgehen? 

Danke für eure Antworten!
 

Das führt zu nichts. Du gehst kaputt. Du weißt auch, dass du mit so einer Person nicht zusammen sein kannst. Gift. Pures Gift. 

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24. November 2020 um 13:37
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Hallo liebes Forum, 

ich bin neu hier und schreibe, weil ich im Moment nicht weiß, ob meine Beziehung noch Sinn macht oder ich völlig überreagiere. Ich würde einfach auch gerne die Meinung von Außenstehenden dazu einholen. Kurz zu meiner Situation: Mein Partner und ich sind seit ca. 2,5 Jahren ein Paar, er ist 32 und ich bin 29.

Mein Partner ist jemand, der Sachen wahnsinnig schnell in den falschen Hals kriegt, extrem launisch und dementsprechend unberechenbar sein kann und auch nie gelernt hat, konstruktiv zu streiten. Er geht klassischerweise mit Konflikten so um, dass er entweder einen Streit anfängt und dann abhaut oder mich 1-2 Tage einfach ignoriert (manchmal weiß ich dann nichtmal, was eigentlich vorgefallen ist). Ich bin hingegen eine sehr harmoniebedürftige Person und versuche Dinge – wenn möglich – sachlich zu klären.

Dementsprechend hat sich zwischen uns eine Dynamik entwickelt, bei der ich häufig das Gefühl habe, auf Eierschalen laufen zu müssen, ja nichts "Falsches" zu sagen - es könnte ja wieder damit enden, dass ich ignoriert werde. Für mich gibt es eigentlich keine schlimmere Form der Bestrafung (und das ist es ehrlich gesagt für mich auch: Machtdemonstration und Strafe). Leider bin ich nicht der Typ Frau, der sich denkt: "Ach, lass den Trottel doch mal spinnen", sondern ich leide wahnsinnig unter den unaufgelösten Konflikten, kann dann nicht gut schlafen und mache mir viel zu viele Gedanken.
Meistens ist es so, dass mein Partner dann nach einiger Zeit wieder angekrochen kommt und so tut, als wäre nie etwas vorgefallen. 

Gestern hatten wir leider eine Situation, die komplett eskaliert ist. Wir waren dabei, einen Kleiderschrank für mich aufzubauen (leben nicht zusammen). Er hat von selber angeboten, mir zu helfen, war aber den ganzen Abend über schon angenervt. Ich merkte bereits, dass ich tierisch aufpassen musste, was ich sage. Um 10 hatten wir noch nicht mal die Hälfte geschafft und ich hab angeboten, am nächsten Tag weiterzumachen. Da wurde er dann bereits wütend und meinte, ich solle ihn in Ruhe lassen, er hätte es ja versprochen. Nach einer weiteren halben Stunde, wo er nur genervt geseufzt und kein Wort mehr gesprochen hat, meinte ich erneut: "Hey, es ist echt okay, wenn Du gehst und wir das morgen fortsetzen." Ich war ehrlich gesagt selbst auch schon ziemlich müde und hatte einfach keine Lust auf seine miese Laune. 

Daraufhin ist er komplett ausgeflippt. Hat angefangen, herumzuschreien, was ich eigentlich für ein Problem hätte, was mit mir nicht stimme, er würde jetzt tatsächlich fahren, ob er denn nichtmal mehr seufzen dürfe. Ich habe ihn gebeten, nicht mitten in der Nacht rumzubrüllen und ihm gesagt, dass er gerade komplett überreagiere. Er hat dann einfach seine Sachen gepackt und ist abgehauen. 

Seither: Funkstille, was sonst. 

Ehrlich gesagt ist bei mir nach dieser Situation ein Punkt erreicht, an dem ich nicht mehr weiß, ob ich die Beziehung so noch fortführen möchte. Es ist ja nicht das erste Mal, das so etwas vorkommt. Schreien geht für mich sowieso überhaupt nicht, das weiß er. Außerdem fühlt er sich bei solchen Dingen sowieso immer im Recht, auf eine Entschuldigung brauche ich also auch nicht zu hoffen.

Wie würdet ihr mit so etwas umgehen? 

Danke für eure Antworten!
 

Dein Partner passt nicht zu dir. Es gibt vielleicht irgendwo Frauen, denen so ein Benehmen nichts ausmacht. Du leidest völlig grundlos und er nutzt es aus. Ich hatte auch mal so einen Partner, leider 8 Jahre lang, im Nachhinein wünsche ich mir, ich hätte mich früher getrennt. Bei uns war es auch so, dass er dieses Verhalten ausgedehnt hat und er langsam immer unerträglicher wurde. 
Ich finde diese ständige Unsicherheit ist Psychoterror und muss man sich einfach nicht bieten lassen. Das braucht kein Mensch. Ich wünsche dir alles Gute!

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24. November 2020 um 18:17

Beim Lesen dachte ich, du schreibst über meine Beziehung, bei mir ist es allerdings noch schlimmer. Ich mache es jetzt seit 12 Jahren mit, ich mach alles falsch, ich sage alles falsch und eigentlich bin ich überflüssig, ja genau überflüssig so fühle ich mich mittlerweile auch. Reden ist ein Tanz auf Eiern, nur vorsichtig sein was man sagt, Demütigungen vor Freunden, ignoriert mich mehr als 14 Tage, ich wurde von ihm ausgeladen, weil er einen Brass auf mich hatte, mit scheiß Weib wurde ich betitel, Halts Maul, geh Holz hacken........ Dein Selbstwert wird irgendwann ganz schnell verschwunden sein, du entwickelst Ängste, du vertraust dein eigenes Denkvermögen nicht mehr, du kannst nachher nicht mehr unterscheiden was richtig und falsch ist .......und nachher bist du emotional so abhängig, dass du dich schlecht trennen kannst.

Seit doch mal ehrlich, keine normale Frau mit Stolz lässt sich so etwas gefallen, kein Wunder das er sein ganzes leben Junggeselle war und bei Mutti lebte aber er war mein Traum Prinz, ich weiß bescheuert.
Und auch ich bin, ein Harmonie und Familien Mensch.
Viel Glück Dir<3

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24. November 2020 um 19:28

Vielen Dank für eure Antworten!

So extrem wie im letzten Beitrag ist es zwischen uns Gott sei Dank nicht. Da wäre ich wohl schon längst auf und davon (ich hatte im übrigen in der Vergangenheit auch so eine Beziehung. Dem Mann wurden später Depression und eine narzisstische Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Aus sowas kommt man von alleine auch nicht mehr raus, da braucht man Unterstützung von Freunden/Familie und vor allem eine Therapie). Auch wenn meine jetzige Beziehung eine abgeschwächte Form davon ist, sehe ich leider ein ungesundes Muster, das sich zu wiederholen scheint. 

Ich habe schon mehrmals mit meinem Freund über sein Verhalten gesprochen – wie vorgeschlagen in einem ruhigen Moment, wo wir keinen Streit hatten – da zeigte er sich sehr wohl einsichtig. Er war schon seit seiner Kindheit oft jähzornig, allerdings nur bei Menschen, die im nahe stehen. 

Ich habe zum gleichen Thema in ein paar anderen Foren nachgelesen, wo den Frauen meistens empfohlen wurde, den Mann einfach "schmollen zu lassen", er "käme ohnehin von selbst wieder", "Männer seien halt so" und "jeder ginge eben anders mit Konflikten um". Ich glaube, dass ich auch deswegen sehr verunsichert war. 

Ich habe seit gestern Abend nichts mehr von ihm gehört und beschlossen, auch nicht zu reagieren, wenn er sich wieder meldet. Ich bin sehr verletzt und brauche einfach eine Auszeit, auch wenn ich noch nicht weiß, was das genau bedeutet. 



 

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24. November 2020 um 19:52

Die Auszeit braucht man um sich die Dinge von außen betrachten zu können.
Ich bin jetzt das erstemal auf Distanz gegangen und es ist gut so.

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24. November 2020 um 20:12
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Hallo liebes Forum, 

ich bin neu hier und schreibe, weil ich im Moment nicht weiß, ob meine Beziehung noch Sinn macht oder ich völlig überreagiere. Ich würde einfach auch gerne die Meinung von Außenstehenden dazu einholen. Kurz zu meiner Situation: Mein Partner und ich sind seit ca. 2,5 Jahren ein Paar, er ist 32 und ich bin 29.

Mein Partner ist jemand, der Sachen wahnsinnig schnell in den falschen Hals kriegt, extrem launisch und dementsprechend unberechenbar sein kann und auch nie gelernt hat, konstruktiv zu streiten. Er geht klassischerweise mit Konflikten so um, dass er entweder einen Streit anfängt und dann abhaut oder mich 1-2 Tage einfach ignoriert (manchmal weiß ich dann nichtmal, was eigentlich vorgefallen ist). Ich bin hingegen eine sehr harmoniebedürftige Person und versuche Dinge – wenn möglich – sachlich zu klären.

Dementsprechend hat sich zwischen uns eine Dynamik entwickelt, bei der ich häufig das Gefühl habe, auf Eierschalen laufen zu müssen, ja nichts "Falsches" zu sagen - es könnte ja wieder damit enden, dass ich ignoriert werde. Für mich gibt es eigentlich keine schlimmere Form der Bestrafung (und das ist es ehrlich gesagt für mich auch: Machtdemonstration und Strafe). Leider bin ich nicht der Typ Frau, der sich denkt: "Ach, lass den Trottel doch mal spinnen", sondern ich leide wahnsinnig unter den unaufgelösten Konflikten, kann dann nicht gut schlafen und mache mir viel zu viele Gedanken.
Meistens ist es so, dass mein Partner dann nach einiger Zeit wieder angekrochen kommt und so tut, als wäre nie etwas vorgefallen. 

Gestern hatten wir leider eine Situation, die komplett eskaliert ist. Wir waren dabei, einen Kleiderschrank für mich aufzubauen (leben nicht zusammen). Er hat von selber angeboten, mir zu helfen, war aber den ganzen Abend über schon angenervt. Ich merkte bereits, dass ich tierisch aufpassen musste, was ich sage. Um 10 hatten wir noch nicht mal die Hälfte geschafft und ich hab angeboten, am nächsten Tag weiterzumachen. Da wurde er dann bereits wütend und meinte, ich solle ihn in Ruhe lassen, er hätte es ja versprochen. Nach einer weiteren halben Stunde, wo er nur genervt geseufzt und kein Wort mehr gesprochen hat, meinte ich erneut: "Hey, es ist echt okay, wenn Du gehst und wir das morgen fortsetzen." Ich war ehrlich gesagt selbst auch schon ziemlich müde und hatte einfach keine Lust auf seine miese Laune. 

Daraufhin ist er komplett ausgeflippt. Hat angefangen, herumzuschreien, was ich eigentlich für ein Problem hätte, was mit mir nicht stimme, er würde jetzt tatsächlich fahren, ob er denn nichtmal mehr seufzen dürfe. Ich habe ihn gebeten, nicht mitten in der Nacht rumzubrüllen und ihm gesagt, dass er gerade komplett überreagiere. Er hat dann einfach seine Sachen gepackt und ist abgehauen. 

Seither: Funkstille, was sonst. 

Ehrlich gesagt ist bei mir nach dieser Situation ein Punkt erreicht, an dem ich nicht mehr weiß, ob ich die Beziehung so noch fortführen möchte. Es ist ja nicht das erste Mal, das so etwas vorkommt. Schreien geht für mich sowieso überhaupt nicht, das weiß er. Außerdem fühlt er sich bei solchen Dingen sowieso immer im Recht, auf eine Entschuldigung brauche ich also auch nicht zu hoffen.

Wie würdet ihr mit so etwas umgehen? 

Danke für eure Antworten!
 

Ich kann nicht beurteilen, ob dein Freund gestört ist oder sich "nur" so verhält. Tatsache aber ist, dass es bei dir bereits zu Verhaltensänderungen führt, die nicht normal sind in einer Beziehung (wie auf Eierschalen gehen). 

Wenn ein Partner Gewalt anwendet, sei es physisch oder psychisch, dann ist es höchste Zeit zu gehen. Anschreien, Schweigebehandlungen und co. sind Gewalt. Ich rate dir dringend, dich zu trennen.

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24. November 2020 um 20:13
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Vielen Dank für eure Antworten!

So extrem wie im letzten Beitrag ist es zwischen uns Gott sei Dank nicht. Da wäre ich wohl schon längst auf und davon (ich hatte im übrigen in der Vergangenheit auch so eine Beziehung. Dem Mann wurden später Depression und eine narzisstische Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Aus sowas kommt man von alleine auch nicht mehr raus, da braucht man Unterstützung von Freunden/Familie und vor allem eine Therapie). Auch wenn meine jetzige Beziehung eine abgeschwächte Form davon ist, sehe ich leider ein ungesundes Muster, das sich zu wiederholen scheint. 

Ich habe schon mehrmals mit meinem Freund über sein Verhalten gesprochen – wie vorgeschlagen in einem ruhigen Moment, wo wir keinen Streit hatten – da zeigte er sich sehr wohl einsichtig. Er war schon seit seiner Kindheit oft jähzornig, allerdings nur bei Menschen, die im nahe stehen. 

Ich habe zum gleichen Thema in ein paar anderen Foren nachgelesen, wo den Frauen meistens empfohlen wurde, den Mann einfach "schmollen zu lassen", er "käme ohnehin von selbst wieder", "Männer seien halt so" und "jeder ginge eben anders mit Konflikten um". Ich glaube, dass ich auch deswegen sehr verunsichert war. 

Ich habe seit gestern Abend nichts mehr von ihm gehört und beschlossen, auch nicht zu reagieren, wenn er sich wieder meldet. Ich bin sehr verletzt und brauche einfach eine Auszeit, auch wenn ich noch nicht weiß, was das genau bedeutet. 



 

Ja natürlich nur bei Menschen die ihm nahe stehen. Alle anderen würden sich sowas auch niemals bieten lassen. 

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24. November 2020 um 20:14
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Beim Lesen dachte ich, du schreibst über meine Beziehung, bei mir ist es allerdings noch schlimmer. Ich mache es jetzt seit 12 Jahren mit, ich mach alles falsch, ich sage alles falsch und eigentlich bin ich überflüssig, ja genau überflüssig so fühle ich mich mittlerweile auch. Reden ist ein Tanz auf Eiern, nur vorsichtig sein was man sagt, Demütigungen vor Freunden, ignoriert mich mehr als 14 Tage, ich wurde von ihm ausgeladen, weil er einen Brass auf mich hatte, mit scheiß Weib wurde ich betitel, Halts Maul, geh Holz hacken........ Dein Selbstwert wird irgendwann ganz schnell verschwunden sein, du entwickelst Ängste, du vertraust dein eigenes Denkvermögen nicht mehr, du kannst nachher nicht mehr unterscheiden was richtig und falsch ist .......und nachher bist du emotional so abhängig, dass du dich schlecht trennen kannst.

Seit doch mal ehrlich, keine normale Frau mit Stolz lässt sich so etwas gefallen, kein Wunder das er sein ganzes leben Junggeselle war und bei Mutti lebte aber er war mein Traum Prinz, ich weiß bescheuert.
Und auch ich bin, ein Harmonie und Familien Mensch.
Viel Glück Dir<3

Klingt für michnach einem Narzissten. (Siehe toxischer Kreislauf/ Manipulationsstrategien etc.). Hoffe dass du nach so langer Zeit irgendwann doch rauskommst aus dieser schlimmen Sache. Viel Glück.

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24. November 2020 um 21:36

Warum ist man eigentlich mit so einem Menschen zusammen? Klar kommt sowas schleichend. Aber wenn der Partner sich nicht ändert oder es einsieht, dann muss man halt Schluß machen. 

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24. November 2020 um 22:30

Ich vertrete ganz allgemein die Sicht, daß man in einer Beziehung so viel als möglich mit gutem Reden, guter Diskussion abhandeln und regeln können sollte/muß.

Allerdings fehlt hier oft die "klare Kante". Dem Partner muß klar werden, daß die nächsten Aktionen auch Folgen haben werden. Dies zu bewerkstelligen in der Praxis sehr, sehr schwer. Zumeist macht der Partner nach einer Atempause 1:1 weiter, da die Worte keine Folgen haben. Warum sollte man da etwas ändern?

Wenn man selbst noch ein Licht am Horizont sieht und auf Verbesserung hofft, bleibt einem nur eine "Salamitaktik", den Worten auch Taten folgen zu lassen. Beim ersten Rückfall z.B. seine Wäsche nicht mehr waschen, wie angekündigt. Beim nächsten nicht mehr für ihn kochen. Ab dem nächsten Fall gibt's keine Blowjobs mehr. Usw. (Ich bin kein Hellseher, leider, so kann ich auch nicht wissen, wie deine persönliche Salami aussieht, von der du scheibchenweise abschneiden kannst.  )

Wichtig ist nur,  daß deine Worte Folgen haben. Wenn die Salami zu Ende ist,  ist auch die Beziehung zu Ende.

So klug es auch wäre, würde er einen Leidensdruck durch seine Aktionen einsehen, daß er sich in Therapie begibt, so wenig glaube ich, daß es in seinem Fall zustande käme.

Mit vielen guten Wünschen,

Pi


 

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24. November 2020 um 23:28
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Ich vertrete ganz allgemein die Sicht, daß man in einer Beziehung so viel als möglich mit gutem Reden, guter Diskussion abhandeln und regeln können sollte/muß.

Allerdings fehlt hier oft die "klare Kante". Dem Partner muß klar werden, daß die nächsten Aktionen auch Folgen haben werden. Dies zu bewerkstelligen in der Praxis sehr, sehr schwer. Zumeist macht der Partner nach einer Atempause 1:1 weiter, da die Worte keine Folgen haben. Warum sollte man da etwas ändern?

Wenn man selbst noch ein Licht am Horizont sieht und auf Verbesserung hofft, bleibt einem nur eine "Salamitaktik", den Worten auch Taten folgen zu lassen. Beim ersten Rückfall z.B. seine Wäsche nicht mehr waschen, wie angekündigt. Beim nächsten nicht mehr für ihn kochen. Ab dem nächsten Fall gibt's keine Blowjobs mehr. Usw. (Ich bin kein Hellseher, leider, so kann ich auch nicht wissen, wie deine persönliche Salami aussieht, von der du scheibchenweise abschneiden kannst.  )

Wichtig ist nur,  daß deine Worte Folgen haben. Wenn die Salami zu Ende ist,  ist auch die Beziehung zu Ende.

So klug es auch wäre, würde er einen Leidensdruck durch seine Aktionen einsehen, daß er sich in Therapie begibt, so wenig glaube ich, daß es in seinem Fall zustande käme.

Mit vielen guten Wünschen,

Pi


 

Hm. Reden und Diskutieren in Ehren. Aber solche "Strategien" wären mir zu anstrengend und kompliziert.

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