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Trennung wegen Kinderlosigkeit

16. Juli 2015 um 14:48 Letzte Antwort: 16. Juli 2015 um 20:09

Hallo,

ich habe noch nie so einen Beitrag geschrieben, aber ich würde gern wissen, ob es Leute in ähnlichen Situationen gibt, die das auch durchmachen mussten..

Ich habe mit 21 geheiratet und war jetzt insgesamt 6 Jahre verheiratet.. Es war ehrlich gesagt eine wunderschöne Ehe, obwohl wir sehr unterschiedlich sind. Das lag vor allem an ihm: er ist unglaublich verantwortungsbewusst, zärtlich, liebevoll, hilfbereit, und wir haben uns sehr sehr sehr geliebt und mussten viel gemeinsam durchmachen und durchstehen, aber es hat uns alles mehr zusammengeschweißt, bis auf eine Sache, die uns das Genick gebrochen hat...

Im Studium habe ich von einer genetischen Krankheit gehört, deren Symptome absolut auf meinen Mann gepasst haben, das Syndrom hat keine lebensbedrohlichen Wirkungen, aber es führt zu Sterilität. Mich hat das ziemlich erschreckt, aber ich habe gehofft, dass es nicht stimmt und hatte auch Angst mit ihm darüber zu sprechen, weil ich wusste, dass deine Welt zusammenbrechen würde. Ich habe es also lange für mich behalten. Als er dann ein Jahr später an etwas anderem erkrankte, habe ich mit den Ärzten darüber gesprochen, ob es mit diesem Sydnrom zusammenhängen könnte, und die Untersuchungen ergaben, dass er es wirklich hat...
Wir haben und dann in die Behandlung von Kinderwunschärzten begeben, die uns erstmal noch Hoffnung auf künstliche Befruchtung machten. Aber nach einem weiteren Jahr und OPs hat sich herausgestellt, dass keine Spermien vorhanden sind, mit denen man "arbeiten" kann..
Es hat uns beide ziemlich umgehauen, weil für uns beide klar war, dass wir Kinder wollen und uns eine Zukunft ohne Kinder absolut unmöglich vorkam. Wir haben auch über Adoption nachgedacht, aber wir erfüllen die Kriterien nicht, können uns das nicht leisten und er ist auch zu alt um für eine Adoption in Frage zu kommen.
Das ist jetzt etwa 3 Jahre her.. wir haben versucht damit umzugehen, er hat sehr viel gearbeitet und kaum Zeit gehabt sich Gedanken zu machen, und ich war viel zu Hause allein, da ich eigentlich meine Abschlussarbeit schreiben wollte.. Ich habe mich dazu absolut nicht in der Lage gefühlt. Irgendwann war ich sogar zu schwach abzuspühlen, oder das Essen warm zu machen, ich habe nurnoch Serien geguckt und habe mich krank gefühlt.
Dass das psychisch sein kann, habe ich nicht direkt vermutet. Mein Mann hat sich große Sorgen gemacht, hat sich echt um mich bemüht, hat mir Massagen bestellt, für mich eingekauft und kam immer direkt nach Hause, damit ich nicht alleine bin. Es wurde trotzdem immer schlimmer, und ich merkte, dass es damit zusammenhängt, dass ich keine Zukunft für mich selbst und so auch für uns sehe. Eigene Kinder waren so das einzige in meinem Leben, was für mich feststand, und dass diese Perspektive weg war, hat mich total aus der Bahn geworfen. Dazu kam noch die Trauer um die verlorenen Kinder.. in unseren Herzen haben sie ja schon existiert..
Bei einem Streit ist dann alles hochgekommen und ich brauchte ne Pause. Bin dann zu meiner Familie gegangen, um den Kopf frei zu bekommen und mir ging es auf einmal besser. Er wollte dann eine Entscheidung von mir, weil ich ihn ziemlich hab hängen lassen.. Ich wollte mich nicht entscheiden und habe um mehr Zeit gebeten. Das hat sich so gezogen. Ich wollte immer dass ich die Kraft finde zurückzugehen, aber jedes Mal hat mich das Zurückgehen gelämt. Irgendwann war klar, dass es nicht mehr geht und wir haben uns endgültig getrennt.
Das ist jetzt auch ein halbes Jahr her und es hat sich in mir einiges getan. Ich fühle mich besser und habe angefangen meine Abschlussarbeit zu schreiben, aber die Traurigkeit ihn verloren zu haben geht einfach nicht weg. Ich habe sogar das Gefühl dass es immer schlimmer wird, weil ich es jetzt erst realisiere, dass er wirklich weg ist.
Für ihn war das alles der absolute Horror, aber ich habe in der Zeit der Trennung eher Erleichterung empfunden von unseren Sorgen, und habe die Trennung an sich kaum realisiert.
Jetzt ist er natürlich weiter als ich und blockt mich absolut ab, während ich jetzt erste merke, was da eigentlich passiert ist, und dass ich wenn ich wieder stark genug bin gerne einen Neustart mit ihm hätte, wo wir auch versuchen könnten den anstrengenden Weg der Auslandsadoption zu gehen, für den ich vorher nicht die Kraft hatte. Aber ich denke er wird mich nie wieder an sich ranlassen.. Das macht mich absolut fertig. Ich bin im Moment unglaublich traurig, ich weiß nicht, wie es weitergehen soll...

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16. Juli 2015 um 20:09

Hmmm
warum habt ihr denn keine (anonyme ?) Samenspende gemacht....
vor allen Dingen DU bist jetzt/noch im besten Alter....ist besser und günstiger als eine Auslandsadoption...

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