Forum / Liebe & Beziehung

Trennung wegen fehlendem Sex

Letzte Nachricht: 10. März um 17:00
10.03.21 um 16:25

Ich bin seit mehreren Jahren mit meinem Freund zusammen. Wir sind Mitte/Ende 20. Seit über zwei Jahren haben wir quasi keinen Sex mehr - die Male, die wir im Jahr Sex haben, kann man an einer Hand abzählen. Begonnen hat es damit, dass er Schmerzen hatte und sich herausstellte, dass er eine Peniserkrankung hat. Die Schmerzen sind mittlerweile weg, er kann aber nicht akzeptieren, dass sein bestes Stück nicht mehr so aussieht, wie es vorher der Fall war. Deswegen ist der Aspekt "Sex" komplett aus unserer Beziehung verschwunden, die sehr körperlich begann. Mir geht es damit sehr, sehr schlecht und ich habe mit ihm schon unzählige Gespräche geführt, ihn dazu ermutigt, eine Therapie zu machen, da er selbst auch darunter leidet. Ich hege seit einigen Monaten Trennungsgedanken und habe das ihm gegenüber vor einigen Monaten auch angesprochen. Er wollte dann unbedingt daran arbeiten, aber seit über einem halben Jahr hat sich nichts getan. Ich merke, dass ich mittlerweile selbst keinen Sex mehr mit ihm möchte und mich emotional distanziere. Ich liebe ihn sehr, fühle mich bei ihm auch geborgen. Ich merke aber auch, dass wir auch so nicht wirklich gut zusammen passen. Der fehlende Sex belastet die Beziehung aber einfach extrem stark. Er persönlich hat bis heute nichts verändert. Ich "warte" die ganze Zeit, dass es sich wieder ändert, aber tief in mir drin weiß ich, dass ich kein sexloses Leben führen möchte, zumal ich dadurch eine intensive Bindung zu meinem Partner spüren möchte. Mir tut die Situation extrem leid, weil ich weiß, dass er nichts dafür kann, aber ich ja ebenso wenig. Ich habe ihn jahrelang unterstützt, war geduldig, bin zu ihm gestanden. Aber mit Ende 20 merke ich, dass das nicht das Leben ist, das ich mir vorgestellt habe. Ich tue mich aber auch schwer damit, zu akzeptieren, dass das Problem nicht lösbar ist. Aber von seiner Seite kommt dahingehend immer erst etwas (Andeutungen im Sinne von: "Ich kümmere mich bald um eine Therapie" etc.), wenn er merkt, dass meine Zweifel immer größer werden. Sobald es wieder besser läuft, scheint er darüber keinen Gedanken mehr zu verlieren.

Ich überlege aktuell sehr akut, mich von ihm zu trennen, habe aber große Angst davor, ihn alleine zu lassen. Ich fühle mich verantwortlich, da er erst seit unserer Beziehung diese sexuellen Probleme hat und ich ihn durch meine Trennung nicht für sein Leben zeichnen möchte. Was würdet ihr an meiner Stelle tun?

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10.03.21 um 16:47

Wurde er beschnitten? Eine Therapie weil er keine Vorhaut mehr hat?

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10.03.21 um 16:51
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Wurde er beschnitten? Eine Therapie weil er keine Vorhaut mehr hat?

Nein, er hat eine leichte Penisverkrümmung, eine sog. IPP. Rein technisch würde Sex auf jeden Fall gehen, es ist eher der psychische Aspekt, der seit Jahren den Sex "verhindert".

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10.03.21 um 17:00
In Antwort auf

Ich bin seit mehreren Jahren mit meinem Freund zusammen. Wir sind Mitte/Ende 20. Seit über zwei Jahren haben wir quasi keinen Sex mehr - die Male, die wir im Jahr Sex haben, kann man an einer Hand abzählen. Begonnen hat es damit, dass er Schmerzen hatte und sich herausstellte, dass er eine Peniserkrankung hat. Die Schmerzen sind mittlerweile weg, er kann aber nicht akzeptieren, dass sein bestes Stück nicht mehr so aussieht, wie es vorher der Fall war. Deswegen ist der Aspekt "Sex" komplett aus unserer Beziehung verschwunden, die sehr körperlich begann. Mir geht es damit sehr, sehr schlecht und ich habe mit ihm schon unzählige Gespräche geführt, ihn dazu ermutigt, eine Therapie zu machen, da er selbst auch darunter leidet. Ich hege seit einigen Monaten Trennungsgedanken und habe das ihm gegenüber vor einigen Monaten auch angesprochen. Er wollte dann unbedingt daran arbeiten, aber seit über einem halben Jahr hat sich nichts getan. Ich merke, dass ich mittlerweile selbst keinen Sex mehr mit ihm möchte und mich emotional distanziere. Ich liebe ihn sehr, fühle mich bei ihm auch geborgen. Ich merke aber auch, dass wir auch so nicht wirklich gut zusammen passen. Der fehlende Sex belastet die Beziehung aber einfach extrem stark. Er persönlich hat bis heute nichts verändert. Ich "warte" die ganze Zeit, dass es sich wieder ändert, aber tief in mir drin weiß ich, dass ich kein sexloses Leben führen möchte, zumal ich dadurch eine intensive Bindung zu meinem Partner spüren möchte. Mir tut die Situation extrem leid, weil ich weiß, dass er nichts dafür kann, aber ich ja ebenso wenig. Ich habe ihn jahrelang unterstützt, war geduldig, bin zu ihm gestanden. Aber mit Ende 20 merke ich, dass das nicht das Leben ist, das ich mir vorgestellt habe. Ich tue mich aber auch schwer damit, zu akzeptieren, dass das Problem nicht lösbar ist. Aber von seiner Seite kommt dahingehend immer erst etwas (Andeutungen im Sinne von: "Ich kümmere mich bald um eine Therapie" etc.), wenn er merkt, dass meine Zweifel immer größer werden. Sobald es wieder besser läuft, scheint er darüber keinen Gedanken mehr zu verlieren.

Ich überlege aktuell sehr akut, mich von ihm zu trennen, habe aber große Angst davor, ihn alleine zu lassen. Ich fühle mich verantwortlich, da er erst seit unserer Beziehung diese sexuellen Probleme hat und ich ihn durch meine Trennung nicht für sein Leben zeichnen möchte. Was würdet ihr an meiner Stelle tun?

Sexuelle Probleme sind oft ein heikles Thema. Sie werden oft nicht sofort angesprochen. Man kann sie auch nicht so leicht thematisieren wie etwa andere Verfehlungen wie die berühmte offene Zahnpastatube.

Wie in allen anderen Belangen soll man auch wegen sexueller Probleme eine Beziehung nicht sofort und leichtfertig hinwerfen, aber wenn man alles versucht hat, Hilfe nicht angenommen wird, Gespräche nicht fruchten, dann "darf" man meiner Ansicht nach schon gehen und ist nicht etwa aus Loyalität zu lebenslangem Leiden verurteilt. Denn es ist leider nicht zu leugnen, dass Sex genauso wichtig ist wie gute Gespräche und alle anderen Faktoren, die es braucht, um eine funktionierende Beziehung zu führen. 

Aus gesundheitlichen Gründen und altersbedingt kann sich das Sexualleben natürlich verändern oder irgendwann ganz zum Erliegen kommen, aber dafür bist du noch etwas zu jung. 

 

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