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Trennung vor drei Jahren und immer noch Hoffnung

12. Oktober 2015 um 13:24

Hallo,
bis jetzt habe ich schon ganz oft im stillen Beiträge mitverfolgt, selbst aber noch nie einen Verfasst. Meine persönliche Situation ist mittlerweile aber so verkorkst, dass ich gerne den Rat von Außenstehenden hätte.
Angefangen hat es vor fast sechs Jahren, als ich meinen Partner kennengelernt habe. Wir waren ca. 9 Monate zusammen, dann wurde ich schwanger. Unser Kind habe ich nur wenige Tage nach meinen Abiturprüfungen bekommen. Vier Monate später fing ich an zu studieren. Bis zum ersten Geburtstag habe ich noch zu Hause bei meine Eltern gewohnt. Sie haben es mir so angeboten und ich habe dieses Angebot dankend angenommen, da ein Kind und der Einstieg in das Studium eine sehr große Veränderung waren.

Nach diesem ersten Jahr sind wir mit dem Papa zusammengezogen. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits im sechsten Monat, mit unserem zweiten Kind, schwanger. Insgesamt haben wir sechs Monate zusammen gewohnt. Diese Zeit habe ich (kurz zusammengefasst) als fürchterlich in Erinnerung. Mein Wohn- und Studienort liegen ca. 30km auseinander. Der Papa meiner Kinder hatte seinen Arbeitsplatz, innerhalb seines Familienbetriebs, im gleichen Ort in dem wir gewohnt haben. Er hatte einen Firmenwagen mit dem er den Weg zur Arbeit jeden Tag (ca. 7km) zurückgelegt hat. Er war nicht dazu bereit, trotz des Autos das er zur Verfügung hatte, in die Stadt in der ich studiere zu ziehen. Dem zur Folge musste ich mit beiden Kindern mit dem Zug, im Wintersemester, pendeln. Zu Hause war ich ausnahmslos für Alles zuständig. Er hat die Wohnung letztlich nur benutzt um dort zu schlafen.

Unser zweites Kind wurde im September geboren, Semesteranfang war im Oktober. Ich bin gleich wieder voll in das Studium eingestiegen. Im Oktober verstarb auch meine Oma. Das war das erste Mal, dass ich jemanden beerdigen musste. Im November fand die Beerdigung statt. Am Abend der Beerdigung habe ich über einen Zufall eine Nachricht auf dem Tablet-PC, vom Papa meiner Kinder, gesehen. Diese Nachricht stammt von seiner besten Freundin. Zu dieser besten Freundin muss ich sagen, dass ich bis jetzt persönlich nie ein Wort mit ihr gewechselt habe. Ich wusste von Anfang an von ihr, auch dass da vor uns wohl mal was lief(nur küssen). Habe mir aber weiter dabei nichts gedacht.

Während meiner ersten Schwangerschaft war ich die meiste Zeit alleine. Mein Freund war kaum bis gar nicht da. Über meine Freundin habe ich erfahren, dass er sich in der Zeit hauptsächlich mit seiner besten Freundin getroffen hat. Gesagt hat er mir davon nichts. Zitat Ich lüg dich doch nicht an, ich sag dir nur nicht dass ich bei ihr bin. Da bin ich dann erstmal hinten runtergefallen. Ich habe dann von ihm gefordert, den Kontakt einzustellen. Das hat er auch getan, zumindest hat er das gesagt.
An dem Abend als ich die Nachricht gesehen habe war klar, dass er mich das ganze letzte Jahr belogen hat. Sie hatten weiterhin Kontakt, getroffen habe sie sich angeblich schon lange nicht mehr. Eine Woche nach diesem Vorfall und dem darauffolgenden Streit, kam es dann richtig schlimm. Als ich unser jüngeres Kind abends ins Bett bringen wollte, habe ich immer wieder sein Handy klingeln hören. Er war schon im Bett. Das Telefon habe ich mir genommen um es auf lautlos zu stellen. Dabei habe ich gesehen, dass er irgendwelche Nachrichten auf Facebook schreibt. Gelesen habe ich sie nicht, dafür die ganze Nacht mit mir gekämpft ob ich in sein Handy schauen soll. Mein Vertrauen war schon mehr als nur angeknackst. Am nächsten Morgen habe ich dann doch nachgeschaut.
Gefunden habe ich haufenweise Nachrichten von seiner besten Freundin, alle unter einem falschen Namen damit ich davon nichts mitbekomme. Es waren sogar welche aus dem Kreisssaal dabei, als unser zweites Kind geboren wurde. An dem Tag hat es bei uns richtig gekracht. Abends wäre, auf seiner Seite der Familie, eine Familienfeier angesetzt gewesen. Ich war so sauer, dass ich nicht mitgefahren bin. Wir hatten aber trotzdem über sms Kontakt. So kam dann raus, dass die nicht nur kontaktet haben, sie haben sich auch getroffen und er ist auch mit ihr fremdgegangen.

Ich war so wütend und verletzt, dass ich noch an dem Abend mit den Kindern gegangen bin. Er ist auf Knien vor mir gerutscht damit ich bei ihm bleibe. Das stand für mich nicht zur Option. Eigentlich war es unserer Wohnung, das Mehrfamilienhaus in dem sie sich befindet gehört allerdings dem Opa des Vaters meiner Kinder. Wir wohnen in einer sehr teuren Stadt. Da sich der Papa von meinen Kids geweigert hat unsere gemeinsame Wohnung zu verlassen, mussten wir ausziehen. Er ist alleine in der fast 100qm großen Wohnung geblieben. Als Studentin und alleinerziehende war es extrem schwer überhaupt etwas zu finden. Gelandet sind wir dann in einer winzigen zwei Zimmerwohnung, die wir uns auch nur mit der Unterstützung von meinen Eltern und meinem Opa leisten konnten.

Das Verhältnis zwischen mir und dem Kindsvater ist mit der Zeit immer schlechter geworden. Äußerungen wie halt dein Maul waren dann noch das harmloseste. Den (bis dahin) Tiefpunkt hatten wir erreicht als er mich, in Beisein unseres älteren Kindes, am Hals gepackt und so auf die Couch gedrückt hat. In Folge dessen, habe ich versucht den Kontakt zu ihm erstmal einzustellen. Daraufhin ist er immer wieder um das Haus geschlichen (wir haben im EG gewohnt) und hat an die Fenster geklopft bis ich ihn reinlassen musste. Oder er hat Klingelterror betrieben.
Nach ca. anderthalb Jahren bekam ich vom Papa meiner Kinder das Angebot, in seine große Wohnung zu ziehen. Er wollte in eine andere Stadt ziehen um sich dort beruflich weiterzubilden. Das Angebot habe ich angenommen. Die Kinder hat er nur am Wochenende gesehen. Die Situation zwischen uns hat sich weiter zugespitzt (zugeschlagen hat er nie, er hat sich immer doch noch ausbremsen können).

Nach einem halben Jahr, stand er dann wieder bei mir vor der Tür, nach einem Streit mit seinem eigenen Vater hatte er seine Weiterbildung abgebrochen. Der Spaß hat ihn mal eben 12.000 gekostet. Ohne jede Vorwarnung ist er dann bei mir eigezogen, weile es aus seiner Sicht nach wie vor seine Wohnung war. Ich hab die Kinder also ein zweites Mal eingepackt und bin gegangen.

Mittlerweile wohne ich mit den Kindern wieder in einer eigenen Wohnung.
Ich darf mir Sachen anhören wie was willst du denn eigentlich, du leistest doch gar nichts. Du bringst die Kinder in den Kindergarten und dann fährst du in die Uni und entspannst dich. Es passt nur jedes zweite Wochenende auf die Kinder auf und dann auch immer nur auf eines. Mit Beiden gleichzeitig ist er überfordert. Wirklich interessiert ist er an den Kindern nicht. Wenn sie bei ihm waren und ich dann frage was sie beim Papa gemacht haben, höre ich eigentlich nur was sie alles im Fernseher anschauen durften und wo der Papa sie abgegeben hat (z.B. bei den Urgroßeltern).

Zwischenzeitlich habe ich den Studiengang, kurz vor dem Abschluss, gewechselt. Das Gehalt das ich zu erwarten gehabt hätte, nach Abschluss meines Ursprünglichen Studiums, hätte nicht gereicht um mich und meine Kinder zu finanzieren. Vor dem Wechsel habe ich das Gespräch mit dem Papa meiner Kinder zu gesucht. Ich wollte wissen wie seine Zukunftsplanung aussieht, da ich mir das Studium nur finanzieren kann wenn ich mich darauf verlasse kann, dass ich regelmäßig Unterhalt für die Kinder bekomme. Er hatte die Gelegenheit zur Weiterbildung und sogar dann muss ich mir sagen lassen, dass das total egoistisch von mir ist und ich über Haupt gar nicht an ihn denke.

Trotz Allem komm ich von ihm einfach nicht los. Insgeheim will ich ihn einfach nur zurück, der Glaube dass er sich doch ändert schwingt irgendwo doch noch mit. Obwohl ich weiß, dass das nicht passieren wird. Ich weiß einfach nicht mehr was ich machen soll.

Beste Grüße
Noe

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12. Oktober 2015 um 14:52

Falscher Ansatz!
Das will ich gar nicht. Eigentlich will ich einfach nur zur Ruhe kommen. Ich erachte es auch für wenig sinnvoll in dieser unbeständigen Situation etwas neues anzufangen. Das kann nur schiefgehen.

Ein Problem in der Hinsicht ist mit Sicherheit auch meine "Bilderbuch Familie". Bei uns gibt es keine Scheidungsfälle. Meine Eltern sind seit 30 Jahren verheiratet und deren Geschwister auch seit 30 +/- fünf Jahren. Es gibt also niemanden an dem ich mich orientieren könnte. Außerdem fällte es mir extrem schwer zu akzeptieren, dass ich von diesem "Idealbild" abgewichen bin.

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