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Trennung (unverhofft und) scheinbar unerklärlich

1. Dezember 2012 um 22:36 Letzte Antwort: 2. Dezember 2012 um 22:27

Hallo liebe Community,

ich habe über das Problem, das ich hier schildern möchte und welches im Moment einen Großteil meines Lebens ausmacht, bereits mit einigen wenigen weiblichen Personen aus meinem Freundeskreis geredet, aber die Reaktionen waren immer die gleichen - schier Unfassbarkeit.

Zum Problem:
Meine Frau und ich haben uns bereits früh kennengelernt und zwar mit 15 bzw. 16 Jahren - unsere Erfahrungen hatten wir da schon gemacht. Seither haben wir unsere Lebenswege, so krass wie es sich anhören mag, wirklich sehr nah zusammen bestritten. Wir haben uns immer mehr zu "dem Paar" in unserem Umfeld entwickelt. Das war gar nicht gezwungen geschweige denn gespielt, denn wir wussten beide, was der andere sich jeweils wünscht und konnten "Kompromisse" - wenn sie überhaupt notwendig waren - völlig selbstlos eingehen. Ich muss wirklich sagen, dass ich mich bzw. meine Bedürfnisse auch sehr oft selbst zurückgestellt habe, denn ich wusste ja, wofür ich es mache - für meine große Liebe. (Ja, ich bin kein Macho, aber auch kein Weichspüler). Für uns war nach ca. 12 Jahren der Entschluss als einzig möglicher klar: Wir wollten heiraten - das war für uns beide das einzig Einleuchtende. Zudem haben wir parallel zu unserer Hochzeit mit dem Hausbau angefangen und haben bereits ein schönes Häuschen für uns geschaffen. Wir haben beide ziemlich viel Energie darin investiert - neben unseren Jobs. Ohne mich selbst nun loben zu wollen muss ich jedoch anmerken, dass ich besonders viel am Haus gearbeitet habe. Über mehrere Wochen hinweg gab es sogar keine Wochenenden zum Ausruhen, denn es wurde in der freien Zeit am Haus gearbeitet. Arbeiten, die extrem körperlich anstrengend waren, habe ich meiner Frau nie zumuten wollen.
So kam es aber auch vor, dass man nach einer stressigen Arbeitswoche, in der man auch noch Arbeit mit nach Hause nahm, den Samstag mit zehn Stunden harter Arbeit am Haus zubrachte. Kam ich dann abends zur Tür hinein, war ich schon einmal etwas gereizt. Sie war in der Zeit aber auch gereizt, ohne schwer gearbeitet zu haben. Irgendwann knisterte es sehr stark in der Luft und es kam zu einem Streit. Streitsituationen kommen ja in jeder Beziehung vor und wir haben auch alle Situationen immer gut bewältigt und uns danach wieder super verstanden.
Der letzte Streit - nun ca. 5 Monate her - hat aber dann etwas in ihr bewirkt. Sie äußerte das erste Mal den Trennungswunsch, der mich hart traf. Ich war baff und die Situation hat sich in meinen Kopf gebrannt. "Ich tue dir nicht mehr gut und du mir nicht mehr." Sie meinte nach einiger Zeit, dass sie bereits seit mehreren Wochen über die Äußerung dieses Wunsches nachgedacht hatte, obwohl wir noch in den letzten Wochen (vor der Äußerung des Trennungswunschs) noch über Kinder gesprochen hatten.
Seitdem sieht es so aus (um es kurz zu halten in Stichworten):
- obwohl wir uns gut verstehen (jedoch keine Intimitäten) und ich dieses Faktum immer wieder angesprochen hatte, hält sie an ihrem Entschluss fest
- das Haus hatten wir deshalb zum Verkauf ins Netz gestellt, aber kurz darauf nahm sie die Annonce wieder aus dem Netz (vor der letzten Besichtigung fragte sie mich, ob wir das Richtige tun würden...
- seither steht das Haus offiziell immer noch nicht zum Verkauf
- den Termin beim Scheidungsanwalt hat sie immer noch nicht gemacht (immer wieder als Vorhaben verschoben, erst für Anfang Herbst, dann für Anfang Dezember, jetzt für nächstes Jahr - ich will den Schritt nicht gehen, denn ich möchte nicht derjenige sein, der alles beendet, denn es entspricht auch nicht meinem Wunsch - dazu drängen werde ich sie aber jetzt definitiv im nächsten Jahr, denn ich kann mein Leben nicht so bis zum Ende leben)
- wenn ich mit ihr nichts unternehmen möchte, weil ich auf ihre Worte verweise, wir wären kein Paar mehr, so reagiert sie sehr traurig und zum Teil mit Tränen darauf
- sie meint oft, dass alles zu schnell ging (also Heirat und Hausbau - aber beides ist primär ihr Wunsch gewesen, den ich aber sofort unterstützt habe, weil diese Wünsche auch in meinen Augen die richtigen waren)
- zu meinem Geburtstag habe ich sie ausdrücklich darum gebeten, mir nichts zu schenken - sie tat es dennoch


Fakt ist: Sie will die Scheidung, aber mich nicht als "Freund" verlieren (allen Anschein nach) - sie liebt mich halt nicht mehr

Eigentlich müsste ich noch viel mehr Details lieferen, aber heute habe ich wieder einen emotionalen Hänger deswegen. Vielleicht reicht es mir schon, hier einige Worte zu verlieren... Darüber mit Bekannten gesprochen habe ich schon etliche Stunden - und trotzdem wir es nicht besser, denn ich bin immer noch der Meinung, dass wir zusammengehören... In meinem Leben gibt es seither immer wieder Phasen, die emotional völlig "albtraumhaft" sind.

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2. Dezember 2012 um 11:05

Tja,
was soll man da raten. Einerseits will sie anscheinend frei sein, verständlich nach so einer langen Beziehung die schon im Jugendalter begann. Andererseits macht ihr genau das auch grade Angst. Sie weiß ja überhaupt nicht, was sie dann erwartet und wie sie mit dieser Freiheit umgehen soll. Für die einen ist Freiheit ja auch gleichbedeutend mit Einsamkeit. Normalerweise halte ich von "Auszeit nehmen" ja überhaupt nichts, aber in Euerm speziellen Fall wäre es vielleicht ganz gut. Sie will sich mal als eigenständiger Mensch sehen und nicht immer als Paar. So meine Vermutung. Dass Du ihr nichts mehr bedeutest, glaube ich nicht. Sonst würde sie Dir wohl kaum Geschenke machen und den Termin beim Anwalt hätte sie schon hinter sich gebracht.

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2. Dezember 2012 um 20:13

Re...
Erst einmal vielen Dank für eure Reaktionen. Nach nochmaliger Betrachtung meines Anfangsposts habe ich mich sogar gefragt, ob ein paar themenbezogene Beiträge kommen werden, die mir weiterhelfen könnten, denn mein erster Beitrag wirkt sehr sachlich, unemotional - zumindes empfinde ich es so.
Die Begründung dafür, warum es so ist, ist die Tatsache, dass ich tagein und tagaus nur noch grübeln kann und diese Sache mich so weit beschäftigt, dass ich bereits dazu im Stande bin, etwas distanziertert darüber zu schreiben. Doch im nächsten Moment ergreift mich dieses Thema wieder und ich fühle mich nur noch schlecht.
Ich weiß einfach, dass eine Trennung nicht das Richtige ist. Klar hatten wir uns wegen der letzten stressigen Zeit etwas voneinander "distanziert", aber das wird sich doch alles wieder gerade biegen lassen. Jeder macht einmal eine schlimme Zeit durch, aber das hat uns ja ausgezeichnet, dass wir alles wieder hinbekommen können. Wir haben es eigentlich immer geschafft wir zu sein und ich zu bleiben. Sie hat sich zwar in letzter Zeit stark verändert und meint auch, dass ich mich stark verändert habe (was sich anscheinend nicht vereinbaren lässt, wenn man sich ihre Entscheidung in den Kopf ruft), doch wer tut das nicht? Wir sind uns aber nicht fremd.
Wir beide sind berufstätig und haben auch vor dies zu bleiben auch im Falle, dass wir ein Kind bekommen hätten, wäre sie nach einem Jahr wieder in den Job eingestiegen. Nur um etwas zur Stellung meiner Frau zu sagen Ich glaube in dem Falle wäre eine Bevorteilung ihrer Seite nicht gegeben, aber so weit kommen lassen möchte ich es natürlich nicht. Der einzige Grund froh sein zu können besteht darin, dass wir in der Situation keine Kinder haben.
So, jetzt kommt wieder ein emotionales Tief und ich muss irgendwie Abstand zu dieser Sache gewinnen. Ich wünsch euch allen noch einen schönen Abend und danke im Voraus für weitere Reaktionen. Jegliche Reaktion versuche ich für mich persönlich zu verarbeiten.

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2. Dezember 2012 um 20:13
In Antwort auf gisela_12669376

Tja,
was soll man da raten. Einerseits will sie anscheinend frei sein, verständlich nach so einer langen Beziehung die schon im Jugendalter begann. Andererseits macht ihr genau das auch grade Angst. Sie weiß ja überhaupt nicht, was sie dann erwartet und wie sie mit dieser Freiheit umgehen soll. Für die einen ist Freiheit ja auch gleichbedeutend mit Einsamkeit. Normalerweise halte ich von "Auszeit nehmen" ja überhaupt nichts, aber in Euerm speziellen Fall wäre es vielleicht ganz gut. Sie will sich mal als eigenständiger Mensch sehen und nicht immer als Paar. So meine Vermutung. Dass Du ihr nichts mehr bedeutest, glaube ich nicht. Sonst würde sie Dir wohl kaum Geschenke machen und den Termin beim Anwalt hätte sie schon hinter sich gebracht.

Siehe Beitrag...
... weiter oben.

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2. Dezember 2012 um 22:27

Ich denke nicht....
dass bei ihr schon vollständig klar ist, dass sie dich verlässt. Heimlich räumt sie dir Chancen ein, ihr Herz zu erobern, weil sie weiß, dass sie sich schon mal in dich verlieben konnte.
Die Frage ist, ob es realistisch ist zu glauben, dass du ihr Herz noch einmal gewinnen kannst. Vermutlich nicht. Die Gewohnheit bindet euch aneinander, aber ihr könntet genauso gut unabhängig voneinander leben.

Die Freunde-bleiben Geschichte läuft ja ebenso auf die Gewohnheit zurück. Darauf solltest du dich nicht einlassen.

Wenn ihr seit Jugendtagen zusammen seid, wisst ihr vielleicht einfach nicht, wie man eine langjährige Beziehung beendet. Dazu braucht man einen radikalen Bruch, da sich sonst alles in die Länge zieht.

Also setz dich mit ihr zusammen und frag, warum sie dir Chancen einräumt (siehe Hausverkauf aufschieben, Geburtstagsgeschenk etc.). Stellt ihr fest, dass euch die Gewohnheit aneinander kettet, dann beendet alles sehr zügig - werft euch dabei nicht gegenseitig die Aufopferungen (Hausbau) vor, dann wird es eine Schlammschlacht.
Stellt ihr fest, dass ihr zusammen bleiben wollt und du dir vorstellen kannst, ihren Wünschen entsprechend für sie zu kämpfen, dann kämpfe. Kann aber sein, dass die Trennungsgedanken in ein paar Monaten wieder aufkommen - weil ihr eben nur aus Gewohnheit zusammen bleibt. Spätestens solltet ihr euch dann wirklich trennen.

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