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Trennung und Selbstvorwürfe

29. Oktober 2014 um 8:56 Letzte Antwort: 29. Oktober 2014 um 9:08

Hallo Forumsmitglieder,

ich bin neu hier und habe ein Problem, welches mich sehr beschäftigt.
Vor etwas mehr als einer Woche habe ich mich von meiner Liebe getrennt. Zwar geschah die Trennung aus dem Affekt, schlimm genug, aber ich wir hatten in den letzten Wochen recht häufig gestritten und zwei "Krisengespräche". In diesen wurde zwar eine Trennung angesprochen, aber keiner wollte sich trennen - die Gefühle waren stark genug. Und, von meiner Seite sind sie das immer noch. Getrennt habe ich mich schließlich, weil die Kommunikation zwischen uns nicht mehr funktioniert hat. Ein Problem, welches bei meiner vorherigen Ex-Freundin auch schon auftrat und ich mir ernsthaft Gedanken mache, welchen Anteil ich dazu beigetragen habe. Und ich mache mir unglaublich viele Vorwürfe.
Kurz zum Hintergrund:
Das Kennenlernen verlief wunderbar, waren spazieren und sie hat mir viel erzählt, besonders von ihrem Studium hat sie geschwärmt. Beim zweiten Date haben wir uns geküsst und ich blieb über Nacht. In der nachfolgenden Zeit entwickelte sich die Beziehung richtig gut, wir haben uns häufiger gesehen - ich bekam immer mehr das Gefühl meine Traumfrau gefunden zu haben (nicht nur dass sie wunderbar aussieht, sondern auch charakterlich schienen wir uns sehr ähnlich zu sein). Das gefiel mir und wir gaben uns einander ein sehr gutes Gefühl. Recht gestanden wir uns dass wir uns lieben. Der erste Knacks trat jedoch auf, als sie mich von der Arbeit abholte und mir von ihrer Vergangenheit erzählt hat (davon jedoch nur per PN). Das hat mich extrem verstört und irritiert. Ich war so geschockt, dass ich an diesem Abend nicht mehr weiterfragen konnte und mir, trotz dass ich wegen ihr aufgehört habe, mir Zigaretten gekauft habe. Das musste ich erstmal verdauen. Und mein Vertrauen bekam den ersten Knacks. Ich dachte mir, ich komme damit klar - aber das war falsch. Gut, ich liebte sie so sehr, dass ich das erst Mal ausgeblendet habe. Ich weiss ihre Ehrlichkeit jedoch auch zu schätzen, weil es nicht leicht war mir das zu erzählen - ich sei, so ihre Worte - der Erste überhaupt, dem sie das erzählt.
Der zweite Knacks trat auf, als sie in die Heimat fuhr um für eine Zeit zu Arbeiten. Sie ist ausgebildete OP-Schwester und arbeitet dort während den Semesterferien in einem Krankenhaus. Ich sagte ihr, dass ich mich um meine Arbeit, den Sport und meine Bewerbungen kümmere und damit schon klar komme. Jedoch war das nicht so. Ich bin jemand, der besonders am Anfang viel Kontakt zur Liebsten braucht. Außerdem habe ich mit solchen Trennungen auf Zeit schlechte Erfahrungen gemacht und hatte einfach Angst. Trotz allem sagte ich ihr, dass ich sehr stolz auf sie bin wie sie das alles meistert und sie bei allem unterstütze. Dass ich nichts über meine Angst über diese Trennung auf Zeit gesagt habe war für mich selbstverständlich, da ich ihr nicht im Wege stehen wolltee. Diese Angst rührt jedoch aus dem, was sie mir über ihre Vergangenheit erzählt hat. Das war jedoch der Anfang vom Ende. Die Kommunikation verlief per SMS und auch immer schlechter. Klar, wir haben uns geschrieben wie es geht, was wir machen und auch sehr liebevolle SMS. Was letztendlich zu der schlechten und nicht mehr kittbaren Stimmung zwischen uns führte kann ich nicht mehr sagen. Ich müsste die ganzen SMS durchgehen was noch zu sehr weh tut. Jedenfalls wurde die Kommunikation immer rüder, ich bekam auf liebe Nachfragen immer frechere Antworten und war total vor den Kopf gestoßen. Auch ich war nicht immer der Netteste. Ich wusste nicht, wie ich noch mit ihr reden soll: Wenn ich mich nicht melde, wird sie patzig und unterstellt mir was. Wenn ich mich melde, das gleiche. Klar, mir passten solche Antworten nicht, aber ich hab da vieles einfach runtergeschluckt, die Beziehung war mir zu wichtig.
Trennung: Es war nur eine Kleinigkeit, die das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Ich wünschte ihr eine gute Nacht und einen angenehmen Start in ihren Tag mit einer angenehmen Schicht. Ihre Antwort war lediglich dass ich entweder die Autokorrektur ausschalten sollte oder meine Nachrichten nochmal lesen soll. Oder beides. Das ist schon recht krass. Im Affekt habe ich Schluss gemacht. Ich bereue dies so sehr, dass ich damit gerade nicht klarkomme. Ich mache mir, unter anderem auch deswegen unglaublich viele Vorwürfe. Die Gefühl sind noch da und recht stark.

Ich brauche Hilfe und Input, damit ich mit der Trennung klarkomme und verarbeiten kann.

1. Besonders in den ersten Tagen ging es mir sehr schlecht, war unruhig und wie getrieben. Ich wollte raus, mich ablenken, bin spazieren gegangen, stundenlang. Habe versucht zu verstehen und sowohl meine als auch ihre Fehler versucht zu finden. Verstehen hilft mir dabei sehr. Dabei geriet das Nachdenken vor allem zum Nachdenken über mich und meine Eigenschaften und Fehler. Auch hatte ich dabei Fantasien, dass sie sich bereits mit einem/mehreren Anderen ablenkt. Eine irrationale Fantasie, ich weiss (kennt man jedoch die Vergangenheit wirkt sie gar nicht mehr so irrational). Gott sei Dank lässt das nach und wird immer diffuser. Aber sie ist noch da.
Wie überwinde ich diese Fantasien - einfach abwarten oder in ein Abenteuer stürzen? Wie sehen Frauen das? Habt ihr Tips für mich? Ich weiß, dass diese Gedanken bald wieder nachlassen, aber ich fühle mich unreif und schuldig für diese Gedanken, dass ich mich fast schon schäme. Wie überwinde ich die?

2. Auch hab ich über diese Trennung auf Zeit nachgedacht. Ich scheine da wie ein egoistisches kleines Kind zu sein, dass, auch wenn für eine bestimmte überschaubare Zeit, von seiner Liebsten getrennt wird. In meiner Vergangenheit habe ich sowas einmal mitgemacht und war sehr, sehr traumatisch für mich. Deswegen bin ich wohl wie ein Kind, dass seine Liebste nun nicht mehr um sich hat und damit nicht klar kommt. Das finde ich bedenklich, das kann mir sicher auch die nächste Beziehung kosten. Ich versuche zu rationalisieren und das als das zu sehen was es ist: Eine Trennung auf Zeit aus bestimmten Gründen. Das übersteht man. Eben aber mit guter Kommunikation. Trotzdem meldet sich das Kind in mir, das verletzt ist weil die Liebste freiwillig weg ist - wie kann sie mich da lieben? Wie kindisch... Ich werfe mir dies selbst vor, wie ein Kind und eben nicht wie ein Erwachsener verhalten zu haben. Wie komme ich mit solch einer Situation in Zukunft klar? Könnt ihr mir sagen, wie ich dieses Kind in mir überwinde und mich wie ein Erwachsener verhalte?

3. Die Beziehung dauerte nicht lange, aber sie war sehr, sehr intensiv: Sie gab mir ein besonderes Gefühl, ich gab ihr ein besonderes Gefühl (z.B. wurde ich ihren Kommilitonen als "Das ist meins!" vorgestellt. Klingt komisch, aber ich fand das gar nicht so übel). Andere würden sagen: "So eine kurze Beziehung und du machst solch ein Drama draus?" Sie haben recht. Aber wir haben beide extrem viel emotional investiert.
Wie seht ihr das, dramatisiere ich das zu sehr? Wie kann ich das ent-dramatisieren? Es als das sehen was es ist: Eine schöne, kurze Beziehung die eben nicht funktioniert hat. Das beschäftigt mich sehr und ich hoffe, ihr könnt mir dabei helfen. Ich fühle mich nicht als Mann, sondern als Kind. Das macht mich fertig.

Ich danke Euch schon einmal, dass ihr das lange Posting durchgelesen habt, mir geht sehr viel durch den Kopf. Vieles ist wirr. Ich würde mich freuen, wenn ich das alles so langsam ordnen könnte und meine Selbstvorwürfe überwinden kann. Diese nagen sehr an mir und kosten mich sehr viel Energie.

sportyguy

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29. Oktober 2014 um 9:08

Additum
Eines habe ich noch vergessen: Ich mache mir nicht nur um meinen Standpunkt Gedanken, sondern versuche sie zu verstehen, es aus ihrer Sicht zu sehen. Vielleicht könnt ihr, besonders die weiblichen Mitglieder, zu mehr Verständnis beitragen. Das ist mir wichtig, da ich kein Egoist oder selbstverliebter Typ bin. Wohl eher einer, der gerade sehr mit sich beschäftigt ist, weil eine Trennung verarbeitet werden muss.

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