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Trennung trotz Kinder mit vielen Zweifeln

16. Dezember 2019 um 11:34 Letzte Antwort: 17. Dezember 2019 um 0:56

Hallo zusammen,

ich bin 37 Jahre alt und habe zwei Kinder (4 und 8), bin seit 14 Jahren mit dem Vater der Kinder zusammen und seit 9 Jahren verheiratet. Der Mann ist seit 4 Jahren wegen Depressionen zuhause, wurde jüngst deswegen auch in die Frührente geschickt. Seine melancholische Art hat mich damals angezogen, er war ein coller Underdog für mich, aber natürlich hat sich genau das mit der Zeit als immer schwieriger entwickelt. Er hat ein sehr eigenes Weltbild und unsere Beziehungsprobleme wurden mit den Kindern nicht weniger. Die Streitereien mehr und zuletzt eskalierte es vor rund 2 Wochen und er schlug mir bei einem Streit ins Gesicht. Und wisst ihr was, ein Mal hätte ich noch als Affekt verbuchen können, aber dan kam der zweite und dritte Schlag. Und ich rief die Polizei, um ihn für den Abend los zu werden. Die Kinder haben es mehr oder weniger mitbekommen. Und ich trennte mich. Und nun sind einige Tage vergangen, er hat sich entschuldigt und alles dümpelt irgendwie wie vorher vor sich hin. Ich gehe Vollzeit arbeiten und mache die Kinderbespaßung und Orga, er führt den Haushalt, geht einkaufen und kocht. Und es schnürt mir alles die Luft ab. Aber andererseits sind die Kinder noch recht klein und besonders mein großer Sohn himmelt ihn an. Ich habe mit meinem Mann zwar bereits besprechen können, dass wir uns trennen und er ausziehen soll, aber das werde ich alles organisieren müssen, denn er ist nicht in der Lage Entscheidungen zu treffen und Aktionen zu unternehmen. Und immer wieder holt mich der Gedanke ein, ob das alles so richtig ist. Mein Verstand sagt zwar einerseits ja, aber ich habe Schiss, besonders wie ich es sich auf die Kinder auswirkt. Er ist ein guter Vater. Finanziell sollte es auch alles gehen. Ich bin halt echt durcheinander, weil das Ganze zwar schon lange vor sich hingärt, aber die Entscheidung durch sein Verhalten dann doch recht atok forciert worden ist. Daher meine Verwirrung und mein Zweifel und ich bin zutiefst traurig, dass ich den Kids ihre Familie so nicht mehr bieten kann. Andererseits: Arschbacken zusammenkneifen?

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16. Dezember 2019 um 11:44

Dein Text wirft bei mir einige Fragen auf. 

Was würde sich ändern, wenn ihr euch trenntet? 
Bei wem würden die kinder sein oder würdet ihr euch 50% aufteilen?
Wie würde es finanziell aussehen? 
Was möchtest du mit der Trennung erreichen?
Was wäre, wenn ihr euch nicht trenntet - wie würde es weitergehen die nächsten zehn oder 15 Jahre, bis die Kinder aus dem Haus sind?

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16. Dezember 2019 um 11:50
In Antwort auf soyyo

Dein Text wirft bei mir einige Fragen auf. 

Was würde sich ändern, wenn ihr euch trenntet? 
Bei wem würden die kinder sein oder würdet ihr euch 50% aufteilen?
Wie würde es finanziell aussehen? 
Was möchtest du mit der Trennung erreichen?
Was wäre, wenn ihr euch nicht trenntet - wie würde es weitergehen die nächsten zehn oder 15 Jahre, bis die Kinder aus dem Haus sind?

Die Kinder würden bei mir bleiben und erkönnte sie besuchen/ zu sich nehmen wie die Kinder es es möchten. Aber ich habe so meine Zweifel, dass er den Alltag mit ihnen zu 50 % wuppen kann, denn er ist ziemlich mit sich selbst beschäftigt, ich muss ihm immer bitten, die Kinder mal zu bringen oder zu holen usw. Finanziell bin ich dank des Vollzeitjobs derzeit unabhängig und er bekommt eine anständige Pension. Das ist zum Glück kein Hinderniss. Mit der Trennung möchte ich vermutlich soetwas erreichen wie wieder meinen Frieden finden, entspannter sein, atmen können, mich von seiner dunklen Wolke befreien, und vielleicht mal irgendwann, wenn mir wieder danach ist, jemanden treffen, der mich wertschätzt. Wenn wir zusammen blieben, würde sich nichts ändern. Nebeneinander herleben, ständig streiten und Angst haben, dass ihm wieder eine Sicherung durchbrennt. Mein Frustpegel ist in den letzten Jahren sehr angestiegen und an wem habe ich das ausgelassen? An den Kindern. Seitdem wir die Trennung ausgesprochen haben und ich keine Erwartungshaltung mehr an ihn als Partner habe, bin ich schon um einiges enstpannter geworten (versus das unterschwellige Brodeln rund um die Angst, was nun alles auf mich zukommt). Danke für deine Fragen zur weiteren Selbstreflexion

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16. Dezember 2019 um 12:03
In Antwort auf bettyboo

Die Kinder würden bei mir bleiben und erkönnte sie besuchen/ zu sich nehmen wie die Kinder es es möchten. Aber ich habe so meine Zweifel, dass er den Alltag mit ihnen zu 50 % wuppen kann, denn er ist ziemlich mit sich selbst beschäftigt, ich muss ihm immer bitten, die Kinder mal zu bringen oder zu holen usw. Finanziell bin ich dank des Vollzeitjobs derzeit unabhängig und er bekommt eine anständige Pension. Das ist zum Glück kein Hinderniss. Mit der Trennung möchte ich vermutlich soetwas erreichen wie wieder meinen Frieden finden, entspannter sein, atmen können, mich von seiner dunklen Wolke befreien, und vielleicht mal irgendwann, wenn mir wieder danach ist, jemanden treffen, der mich wertschätzt. Wenn wir zusammen blieben, würde sich nichts ändern. Nebeneinander herleben, ständig streiten und Angst haben, dass ihm wieder eine Sicherung durchbrennt. Mein Frustpegel ist in den letzten Jahren sehr angestiegen und an wem habe ich das ausgelassen? An den Kindern. Seitdem wir die Trennung ausgesprochen haben und ich keine Erwartungshaltung mehr an ihn als Partner habe, bin ich schon um einiges enstpannter geworten (versus das unterschwellige Brodeln rund um die Angst, was nun alles auf mich zukommt). Danke für deine Fragen zur weiteren Selbstreflexion

Die Zeit bis zur Trennung ist meist die schwierigste. Du wirst dir, euren Kindern und ihm viel mehr damit helfen, wenn du ihn sich selbst überlässt. Wichtig ist bloß, dass ihr einen langen, bitteren und unfairen Trennungskampf vermeidet. Für euch und vor allem für die Kinder. Ansonsten wirst du, er und die Kinder euch bald nach der Trennung viel besser fühlen.

Ich drücke dir die Daumen, sei stark. Du schaffst das, ohne deinen Mann wird vieles leichter werden.Auch für ihn wird es mit der Zeit besser werden, da er "Schuld", die er innerhalb der Beziehung eventuell auf dich projeziert auf sich nehmen muss und sich damit selbst auseinander setzen muss....

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16. Dezember 2019 um 12:08
In Antwort auf bettyboo

Die Kinder würden bei mir bleiben und erkönnte sie besuchen/ zu sich nehmen wie die Kinder es es möchten. Aber ich habe so meine Zweifel, dass er den Alltag mit ihnen zu 50 % wuppen kann, denn er ist ziemlich mit sich selbst beschäftigt, ich muss ihm immer bitten, die Kinder mal zu bringen oder zu holen usw. Finanziell bin ich dank des Vollzeitjobs derzeit unabhängig und er bekommt eine anständige Pension. Das ist zum Glück kein Hinderniss. Mit der Trennung möchte ich vermutlich soetwas erreichen wie wieder meinen Frieden finden, entspannter sein, atmen können, mich von seiner dunklen Wolke befreien, und vielleicht mal irgendwann, wenn mir wieder danach ist, jemanden treffen, der mich wertschätzt. Wenn wir zusammen blieben, würde sich nichts ändern. Nebeneinander herleben, ständig streiten und Angst haben, dass ihm wieder eine Sicherung durchbrennt. Mein Frustpegel ist in den letzten Jahren sehr angestiegen und an wem habe ich das ausgelassen? An den Kindern. Seitdem wir die Trennung ausgesprochen haben und ich keine Erwartungshaltung mehr an ihn als Partner habe, bin ich schon um einiges enstpannter geworten (versus das unterschwellige Brodeln rund um die Angst, was nun alles auf mich zukommt). Danke für deine Fragen zur weiteren Selbstreflexion

na, dann ist doch alles wirklich klar bei dir. wenn das mit der Kinderaufteilung auch so läuft, dann ist es doch quasi schon jetzt gewuppt. 

wünsche dir alles Gute - und ja, man muss in sich hineinhören, damit man weiss, was gut ist und was nicht. 

...und noch mein kleiner Kommentar zum Abschluss - lieber eine gute Trennung den Kindern zumuten und sich als getrennte Eltern ein gutes Team sein (das ist ein MUSS), als den Kindern ein toxisches Zuhause bieten. Kinder kriegen alles mit, alles Unterschwellige und alles was zwischen den Zeilen steht. Anlügen kann man sie nicht. Und genau dieses toxische kann ihr Leben negativ bestimmen. Gut getrennte Eltern könne ihre Kinder genau davor bewahren. Arschbacken zusammen kneifen, wie du Eingangs meintest, ist demnach wirklich keine gute Stragie, um die Kinder behütet und glücklich aufwachsen zu lassen. 

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16. Dezember 2019 um 12:19
In Antwort auf bettyboo

Hallo zusammen,

ich bin 37 Jahre alt und habe zwei Kinder (4 und 8), bin seit 14 Jahren mit dem Vater der Kinder zusammen und seit 9 Jahren verheiratet. Der Mann ist seit 4 Jahren wegen Depressionen zuhause, wurde jüngst deswegen auch in die Frührente geschickt. Seine melancholische Art hat mich damals angezogen, er war ein coller Underdog für mich, aber natürlich hat sich genau das mit der Zeit als immer schwieriger entwickelt. Er hat ein sehr eigenes Weltbild und unsere Beziehungsprobleme wurden mit den Kindern nicht weniger. Die Streitereien mehr und zuletzt eskalierte es vor rund 2 Wochen und er schlug mir bei einem Streit ins Gesicht. Und wisst ihr was, ein Mal hätte ich noch als Affekt verbuchen können, aber dan kam der zweite und dritte Schlag. Und ich rief die Polizei, um ihn für den Abend los zu werden. Die Kinder haben es mehr oder weniger mitbekommen. Und ich trennte mich. Und nun sind einige Tage vergangen, er hat sich entschuldigt und alles dümpelt irgendwie wie vorher vor sich hin. Ich gehe Vollzeit arbeiten und mache die Kinderbespaßung und Orga, er führt den Haushalt, geht einkaufen und kocht. Und es schnürt mir alles die Luft ab. Aber andererseits sind die Kinder noch recht klein und besonders mein großer Sohn himmelt ihn an. Ich habe mit meinem Mann zwar bereits besprechen können, dass wir uns trennen und er ausziehen soll, aber das werde ich alles organisieren müssen, denn er ist nicht in der Lage Entscheidungen zu treffen und Aktionen zu unternehmen. Und immer wieder holt mich der Gedanke ein, ob das alles so richtig ist. Mein Verstand sagt zwar einerseits ja, aber ich habe Schiss, besonders wie ich es sich auf die Kinder auswirkt. Er ist ein guter Vater. Finanziell sollte es auch alles gehen. Ich bin halt echt durcheinander, weil das Ganze zwar schon lange vor sich hingärt, aber die Entscheidung durch sein Verhalten dann doch recht atok forciert worden ist. Daher meine Verwirrung und mein Zweifel und ich bin zutiefst traurig, dass ich den Kids ihre Familie so nicht mehr bieten kann. Andererseits: Arschbacken zusammenkneifen?

Ich habe mich vom Vater meiner Kinder nach 10 Jahren getrennt. Obwohl es mir wirklich sehr schwer fiel udn ich ihn bis zum Schluss geliebt habe, war es die beste Entscheidung, die ich - auch im Sinne meiner Kinder - treffen konnte. Mein Ex ist seitdem ein viel besserer Vater für die Kinder und ich eine viel bessere Mutter, weil eine ganz große Belastung weggefallen ist. Die Kinder sind gelöster und haben dennoch eine tolle Familie, die sich um sie kümmern. Nur eben nicht klassisch. Ich glaube nicht, dass es ihnen so gut gehen würde, wenn wir einfach so weitergemacht hätten.

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16. Dezember 2019 um 12:28
In Antwort auf javon_18791411

Ich habe mich vom Vater meiner Kinder nach 10 Jahren getrennt. Obwohl es mir wirklich sehr schwer fiel udn ich ihn bis zum Schluss geliebt habe, war es die beste Entscheidung, die ich - auch im Sinne meiner Kinder - treffen konnte. Mein Ex ist seitdem ein viel besserer Vater für die Kinder und ich eine viel bessere Mutter, weil eine ganz große Belastung weggefallen ist. Die Kinder sind gelöster und haben dennoch eine tolle Familie, die sich um sie kümmern. Nur eben nicht klassisch. Ich glaube nicht, dass es ihnen so gut gehen würde, wenn wir einfach so weitergemacht hätten.

"Mein Ex ist seitdem ein viel besserer Vater für die Kinder und ich eine viel bessere Mutter, weil eine ganz große Belastung weggefallen ist."

So würde ich das bei uns auch beschreiben. 

Wenn man das vorher ahnen/wissen würde, dass eine Trennung viel Positives bewirken kann, würde man sich und vor allem den Kindern viel Streß ersparen.

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17. Dezember 2019 um 0:56

du weißt dass du gehen solltest. allein schon wegen der Kinder

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