Forum / Liebe & Beziehung

Trennung, Trauer und Corona

Letzte Nachricht: 11. April um 22:25
11.04.21 um 16:53

Ich musste heute einfach kurz etwas schreiben...sonst platz ich
Ich habe mich Im Sommer nach zehn Jahren Beziehung von meinem Freund getrennt. Wir hatten immer eine stürmische und leider auch streit-reiche Beziehung. Nach 6,5 Jahren war ich soweit dass ich sagte - entweder es klappt jetzt in der neuen Bude (wir standen kurz vor einem Umzug), oder wir gehen wirklich auseinander. Wir waren nur noch am streiten und uns anmeckern. Und wie immer haben wir es auf Umstände und Wohnungssituatin/Job/Wetter geschoben Und dann - wurde ich um dem Umzug herum ungeplant schwanger (bevor jetzt der Hate losgeht - ja das geht, nein ich habs nicht darauf angelegt, nein eigentlich sind wir nicht zu doof zum Verhüten). Nach ein paar Wochen in denen ich unsicher war, und er so happy wie noch nie, habe ich mich mit ihm zusammen entschlossen unseren Kleinen zu bekommen.
Beste Entscheidung aller Zeiten. Das Kind ist der Wahnsinn und wir waren eine Familie. Nur leider - waren wir das dann doch nicht, gefühlt. Er ist ein toller Vater, aber ein nicht ganz sooo toller Partner. Und die Streits wurden ca. ein halbes Jahr nach der Geburt vom Kleinen wieder mehr und heftiger. Kommunikation war bei uns irgendwann nur noch taktieren und angreifen, bevor der andere meckert. Die Entscheidung zur Trennung ging dann von mir aus - im Sommer 2020 habe ich die Beziehung beendet. Nach einigen Tagen hat er nur gesagt - du hast Recht, wir sind schon lange kein Paar mehr.
Aufgrund Corona und der Wohnungsmarktsituation hier in der Stadt haben wir erst jetzt die Möglichkeit uns auch räumlich zu trennen. Sprich ich ziehe in 2 Monaten aus. Mein Problem? JETZT fange ich an die Trennung zu überdenken. Weder hat er in den letzten 8 Monaten (die wir als Eltern ud WG-Partner ja zusammen gelebt haben) versucht die Trennung zu verhindern, noch haben wir irgendwann einmal gesagt - komm wir probieren es nochmal.
Aber kaum steht der Umzug vor der Tür werde ich höchst emotional! DAs soll nicht heißen dass ich nicht vorher um die Beziehung getrauert habe - das habe ich schon! Auch für unseren Sohn tut es mir unendlich leid, dass wir es nicht geschafft haben uns als Paar zu erhalten. Aber wir waren ein schreckliches Beziehungsvorbild - so will man einfach nicht, dass sein Kind mal liebt!
Langfristig sehe ich uns durchaus als Eltern, die sich freundschaftlich begegnen - bisher hat das trotz "unter einem Dach" gut geklappt und nach einer Weile Abstand wird es wahrscheinlich noch besser.
Und ich weiß dass ich mit jemand anderem besser zusammenpasse, und er auch. Und ich WEISS dass wir es verdient haben glücklich zu sein - und dass wir uns gegenseitig nicht mehr glücklich machen. Und das seit JAhren.
Warum also fällt mir ausgerechnet jetzt die Trennung so unendlich schwer?
Hab ich mir was vorgemacht und insgeheim hoffte ich noch auf Versöhnung? Oder ist es weil ich jetzige (gemeinsame) Wohnung halt meine TRaumbude war, in der auch noch mein Sohn auf die Welt kam?
Oder hab ich einfach was am Hirn und müsste mal zum Doc?
Hat jmd hier eine ähnliche Erfahrung gemacht? Wird diese anfallartige Trauer mal wieder aufhören?
Um das ganze in den Gesamtkontext zu setzen:
meine beiden Eltern hatten 2020 Krebs, wir hatten in beiden Familien Todesfälle und er ist beruflich sehr eingespannt. Dazu kam noch diese weltweite Pandemie
 

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11.04.21 um 17:33

Keine Ahnung was die Pandemie jetzt damit zu tun hat... du kriegst einfach Panik vor dem Ungewissen. Du hast einen großen Teil deines Lebens in dieser Beziehung verbracht und da geht eine Ära zuende. Vielleicht wohnst du ja sogar zum ersten Mal allein. Das ist völlig normal und das würde ich nicht überbewerten.

Ehrlich, ihr eiert seit dreieinhalb Jahren rum und kriegt die längst fällige Trennung nicht über die Bühne. Jetzt einen Rückzieher zu machen ist mE falsch. Ich würde sagen, hör unbedingt auf deinen Verstand und bring's hinter dich. Aller Voraussicht nach wird die Erleichterung die Panik ablösen.

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11.04.21 um 18:47

Glaube das ist einfach Torschlusspanik und eine Art Angst vor dem, was kommt... Aber ihr habt solange gekämpft, es hat nicht funktioniert, ihr funktioniert als Paar nicht und das muss man auch einfach irgendwann einfach hinnehmen. Je länger ihr rumeiert, umso schwieriger wird es mit euch als Eltern. Das musste ich mit dem Vater meiner Tochter auch irgendwann einsehen... Also reißt euch zusammen und zieht die Trennung durch, für euer Kind.

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11.04.21 um 22:25

Du schreibst:

"Langfristig sehe ich uns durchaus als Eltern, die sich freundschaftlich begegnen - bisher hat das trotz "unter einem Dach" gut geklappt und nach einer Weile Abstand wird es wahrscheinlich noch besser."

Dann hast du ja bereits ein Ziel und kannst anfangen loszulassen, was sowieso nicht zu retten ist:

"Warum also fällt mir ausgerechnet jetzt die Trennung so unendlich schwer?Hab ich mir was vorgemacht und insgeheim hoffte ich noch auf Versöhnung?"

Ja, das kann schon sein. Versuche nach vorn zu schauen, auch mit vielen Schicksalsschlägen und einer extrem nervigen Pandemie kann man an jedem Tag neu anfangen.

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