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Trennung oder nicht nach 29 Jahren- ich brauche Euren Rat!

20. Februar um 9:41

Hallo zusammen,

ich habe mich eben hier registriert, weil ich die Meinungen hier sehr hilfreich finde, nur meine Gründe, die mich zur Trennung bewegen, noch nicht gefunden habe und von Euch die Meinung benötige.

Ich fange mal ganz vorne an:

Ich habe mit 23 Jahren meinen Mann geheiratet.
Wir haben 3 wunderbare, kerngesunde Kinder (2 erwachsen, die Jüngste 15 Jahre alt)
Mein Mann ist ein eher konservativer um nicht zu sagen spießiger Zeitgenosse, ich das glatte Gegenteil. Diese Eigenschaften haben mich immer schon ein wenig gestört, aber wenn man verliebt ist, kann man über vieles hinwegsehen.
Mann Mann ist ein verlässlicher Mensch, der immer zu mir steht und gestanden hat, sich immer meiner Sorgen annimmt und mich mich seiner ruhigen Art immer wieder auf den richtigen Weg führt.
Nach der Geburt meines zweites Kindes im Jahre 2000 erkrankte ich an einer schweren Hüftdysplasie beidseitig, die sich im Laufe der Jahre schwer auf unser Sexualleben auswirkte.
Die folgenden Jahre wurden für mich sehr schwerer, da ich selbständig bin und in meinem Job immer viel Laufen und Treppensteigen musste. Die Schmerzen wurden schlimmer, an Sex war nicht zu denken. Mein Mann hatte immer Verständnis, mehr oder weniger, und hat mich bis auf den heutigen Tag nicht einmal betrogen.
Leider wurde das Verständis auf meine Lustlosigkeit aber auch weniger. Im Jahre 2008 merkte ich zum 1. Mal, dass die ständigen Streiteren und Vorhaltungen, es nicht mal zu probieren, doch ziemlich an mir nagten. Hinzu kam der normale Wahnsinn im Alltag mit 3 heranwachsenden Kindern und anderen Problemen.
Mein Vater erkrankte schwer mit Todesfolge im Jahr 2011, das warf mich komplett aus der Bahn, aber auch hier war mein Mann da und zeigte Verständnis.
Damals versprach ich meinem Mann, nach meinen beiden Op´s im Jahre 2012 und 2013 unser Sexleben wieder aufleben zu lassen. Das war der größte Fehler, weil ich es einfach nicht mehr schaffte. Obwohl, mittlerweile komplett schmerzfrei, hatten die ständigen Streiteren, der gezwungene leidenschaftslose Sex mit oft bösem Streit und tagelanger, mieser Stimmung, seine Spuren hinterlassen. Der Sex, bzw. nur der Gedanke an den Abend und wieder zu versagen, wurde für mich immer schlimmer, eine Horrorvorstellung, die nichts mehr mit normalem Liebesleben zu tun hatte. Es war nur noch Zwang. Das hat sich bitte hete nie mehr gelegt.
Bitte nicht falsch verstehen: unsere Ehe war nicht nur auf Sex reduziert. Wir waren zwischenmenschlich ein super Team, haben auch heute noch viele Gesprächsthemen, aber diese Situation hat viel kaputt gemacht.
So ging Jahr für Jahr ins Land, es wurde immer schlimmer. Hinzu kommt die Nähe, mein arbeitet viel von Zuhause aus und ich habe meine Büro ebenfalls im Haus.
2015 verlangte ich zum ersten Mal eine Trennung auf Zeit von ihm und bat ihn ausziehen. Das kam für ihn nicht infrage. Er ist ein Mensch, der sein Gewohntes braucht, Veränderungen? ein No go! Deshalb erklärte er mir immer, dass eine Ehe nur mit Nähe innerhalb der Beziehung mit Gemeinsamkeiten zu kitten ist.
Gemeinsamkeiten? der nächste Punkt: wir gingen gern ezusammen essen, wir hatten und haben immer Gesprächsstoff, ich liebe Fahrrad fahren, er hasst es, ich liebe das Meer, er liebt die Berge, ich habe einen lockeren Erziehungsstil mit Regeln, er ist streng.... und, und , und. Natürlich hat man sich immer, bzw. meistens geeignet, hauptsächlich nach seinem Kopf.
Lange Rede, kurzer Sinn: Mittlerweile, nach weiteren 4 Jahren Streit, Beleidigungen, Vorwürfen, aber auch schönen Momenten, stehe ich kurz vorm Auszug mit meinen 2 Töchtern, die das Ganze befürworten, mein Sohn übrigens auch, und bin trotz allem am Überlegen ob ich diesen letzten Schritt wagen soll.
Im Moment verstehen mein Mann und ich uns gerade so gut, weil er weiß, dass das Ende bevor steht, weshalb ich eigentlich nicht mal mehr weiß, warum ich mich trennen will. Ich neige gerne dazu, alles Schlechte zu verdrängen, aus Angst vor dem Neuen. Meine Töchter raten mir dringend auszuziehen, da sie besser wissen als ich, dass es gerade so weiter geht, wie die letzten Jahre , wenn ich bleibe. Meine Töchter benötigen auch dringend Abstand.
Soll ich den Mann, der jahrelang zu mir gestanden hat, eigentlich immer nur das Beste für mich wollte, mir mit Rat und Tat zur Seit gestanden hat, jetzt einfach so verlassen, weil ich alleine leben möchte? Ich das gerecht?
Ich bin so am Ende, weil ich innerlich so sehr zerissen bin. Vielleicht liebe ich ihn auch noch, vielleicht ist es aber auch nur die Gewohnheit und die Bequemlichkeit, die mich abhält. ich bin jetzt 52, ich hab nicht mehr soviel Zeit.
Mein Mann möchte (noch) mehr Zeit mit mir verbringen, der Gedanke lässt mich erschaudern, ich will einfach nur für mich sein und tuen und lassen können was ich will.
Keine Kompromisse mehr, niemand nach dem ich mich richten muss - aber dafür 29 gemeinsame Jahre hin schmeißen??
Freue mich auf Eure Sicht der Dinge.

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20. Februar um 10:04

Also willst du eure Ehe nur unter Bedingung mit ihm keinen Sex haben zu müssen, fortführen? Dein Mann möchte hingegen Sex mit dir? So wie das aussieht habt ihr euch die Blockade selbst aufgebaut, Kommunikationsblockade...

Mal zwei-drei Wochen raus aus dem Alltag und gemeinsam einen Urlaub ohne Kinder ( ihr habt große Kinder, die auch mit Freunden und deren Familie mitreisen wollen, habe ich selbst auch so gemacht...)erleben, das euch näher zueinander bringt- was hältst du davon als ersten und nächsten Schritt? 
 

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20. Februar um 10:44

Also ich denke auch, dass du besser ausziehen solltest. Ich verstehe, dass das schwierig ist - insbesondere weil er in der Vergangenheit so sehr zu dir gehalten habt aber dennoch bist du nicht glücklich in der Beziehung. Vermutlich gilt dasselbe auch für ihn - gerade wenn er ein Gewohnheitstier ist, fällt ihm eine so große Veränderung bestimmt nicht leicht.

Letztlich gibst du euch beiden aber mit einem Schlussstrich auch die Chance auf einen Neuanfang.

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21. Februar um 5:54

Hallo Michaela233,

lieben Dank für Deine ehrliche Meinung.
Du schreibst das, was ich eigentlich denke, aber nicht wahrhaben möchte.
Er möchte die Distanz genau aus dem von Dir genannten Grund nicht, wenn es ums Ausziehen geht, wird er ganz zahm. Ich wollte eigentlich schon vor 4 Jahren eine Eheberatung zu Hilfe nehmen, die wurde damals aber abgelehtnt mit den Woretn:" Wir schaffen das auch alleine.", Jetzt, wo er merkt, dass wir es doch  nicht alleine schaffen, ist er auf einmal bereit, ich, für meinen Teil habe aber jetzt das Gefühl, dass es zu spät ist. Ich muss demnächst einen Cut haben, sonst dreht sich die Spirale immer weiter.
Ausserdem gibt es auch keine Garnatie, dass eine Therapie hilft. Es gibt ja genügend negativ Beispiele.
In einem muss ich meiner älteren Tochter recht geben: Sie sagt immer, wer weiß wie ich mich noch entfalte, wenn ich meine Entscheidungen erstmal für mich alleine treffen kann. Damit hat sie Recht. Mein Mann ist ein sehr dominater Mensch, ein Alpha Tier und wahrscheinlich, ohne es zu wollen, hält er mich klein. Das streitet er natürlich ab, aber wenn er nicht in meiner Nähe ist und ich Gespräche führe , fühle ich mich besser als in seinem Beisein, befreiter.

 

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21. Februar um 10:12

Hallo Theola,

aus dem Verantwortungsgefühl heraus, oder wegen dem Pflichtbewußtsein?
Oder weil ich mir nach der Trennung nicht vorwerfen möchte, nicht alles versucht zu haben?
Ich wünsche mir, ich könnte leichter mit der Problematik umgehen.
 

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21. Februar um 12:45



ich gebe dir auch keine Empfhelung sondern nur Gedanken.
So lange kein Sex ist nichts für Männer und ich denke, dass die anderen Probleme genau aus dem Grund entstanden sind. Du schreibst hier, dass du seit 10 Jahren kein Sex mehr hast bzw. später nur auf Druck. Sorry, aber dein Mann tut mir leid so eine Frau zu haben.
Die Hüfterkrankung ist auch meiner Meinung nach keine Ausrede. Es gibt. z.B.: auch Oralsex.
Vielleichst solltest du deinem Mann die Freundschaft anbieten und die Möglichkeit eröffnen, dass er sich den Sex woanders besorgt.
Die Kinder in solche Entscheidungen einzubeziehen bzw. sie als Ratgeber zu missbrauchen kann ich nur verrachten.

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