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Trennung nach extremer Bindungsangst - wie kann ich ihm helfen?

14. November 2014 um 23:28

Hallo!

Ich hoffe, dass ich hier Hilfe finden werde.
Vor einigen Tagen hat mein Freund nach 3 Jahren Beziehung Schluss gemacht. Ich konnte und kann das wahrscheinlich noch nicht alles fassen, allerdings akzeptiere ich seine Entscheidung langsam aber sicher.

Ich habe mir in den letzten Tagen sehr, sehr viele Gedanken um ihn gemacht, weil ich ohnehin nicht imstande war, mich abzulenken.

Seit seiner frühestens Kindheit fehlte ihm Liebe. Seine Mutter war immer nur auf die Arbeit fixiert, war nie für ihn da, auch sein Vater fehlte oft. Als Ersatz gab's eine Tagesmutter, und wenn seine Mama abends endlich nach Hause kam, schlief mein Freund wohl schon meistens, anstatt einer liebevollen Begrüßung oder einem einfachen "Gute Nacht" gabs mitunter spät abends noch richtig Ärger, weil er die Vokabeln nicht gut gelernt hatte oder in der Schule eine seiner Mutter nicht ausreichende Leistung erbracht hat.
Nie hat er einfach mal "ich hab dich lieb" oder sogar "ich liebe dich" von seiner Mutter hören dürfen, wirklich nie....

Das hat er mir erst sehr sehr spät erzählt, und er ist auch niemals wieder darauf eingegangen, denke dieser Schmerz sitzt (vielleicht auch unbewusst) sehr tief, auch wenn er heute tut als wäre ihm das egal.

Auch in seiner Jugend hatte er nie einen besten Freund oder eine beste Freundin, später schaffte er dann ein Schuljahr nicht und kam in einen Jahrgang, wo er erst Recht kaum Anschluss fand.

Und dasselbe dann auch, als er aus seinem Elternhaus endlich rauskam. In seiner Unistadt hat er - wie es auch vorher war - zwar viele Freunde gefunden, aber mit allen war er so ein bisschen befreundet, zu niemandem hat er eine wirklich tiefe Beziehung führen können. Dazu kam immer noch der Druck seitens der Eltern, und auch irgendwann der Druck den er sich selbst gemacht hat, Leistung zu bringen. An diesem Druck ist er mehr als einmal fast zerbrochen.

Vor mir hatte er auch 2 Freundinnen, nach seiner Aussage jedoch war das was anderes als mit mir.

Ich habe immer um ihn gekämpft, immer alles gegeben, ihn glücklich zu machen. Auch mir konnte er sich nie richtig öffnen. Ich hab das akzeptiert und ihm alle Liebe gegeben, die ich ihm nur geben konnte. Wenn ich irgendwas wirklich sicher sagen kann, dann das. Ich habe ihn immer von meinem ganzen Herzen geliebt, und das tue ich immer noch. Er wird auch immer einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen haben. Auch wenn ich ihn leider nicht glücklich genug machen konnte, dass er seine schlimmen Erlebnisse vergessen konnte.

Es tut so weh, ich habe immer alles gegeben. Das heißt auf keinen Fall dass ich immer alles richtig gemacht habe!!!

Im Moment besteht kein Kontakt mehr, auf seinen Wunsch. Ich akzeptiere das, mittlerweile habe ich ja verstanden dass er WIRKLICH Abstand braucht.

Leider habe ich offensichtlich viel viel zu spät verstanden, dass er wirklich Bindungsangst hat. Ich mache mir schwerste Vorwürfe, dass ich gerade nachdem er mir das mit seiner Mama mal erzählt hat, nicht begriffen habe, was mit ihm los ist.

Jeder sagt mir, dass ich ihm da nicht raushelfen kann, und dass er das selber begreifen muss und Initiative ergreifen muss.
Aber gibt es wirklich gar keinen Weg, ihm da zu helfen? Er ist so ein wunderbarer Mensch, und trotz seiner "Aussetzer" ist er immer der tollste Freund gewesen, den ich mir nur wünschen konnte.
Ich würde ihm so gerne was von seinem Schmerz abnehmen, ihn da rausholen, aber ich weiß nicht wie...

Die Trennung macht es jetzt natürlich schwerer, als es ohnehin schon ist, aber icxh verzichte drauf, dass er sich mir vor mir quasi rechtfertigt, warum er sich getrennt hat. Er versteht es doch selbst nicht.

Kann ich ihm irgendwie da raushelfen? Bitte...ich würde alles für ihn tun, auch jetzt wo er nicht mehr mein Freund ist, und es offensichtlich keinen Weg zurück gibt. Aber ich will für ihn, dass er endlich glücklich werden kann.

Hilft es was, wenn ich mich vielleicht irgendwann mit ihm treffe, wenn die Trennung eine Weile her ist? Und ihm sowas sage, wie ich hier geschrieben habe? Oder hat er dann so viel Abstand von mir genommen, dass ihm das quasi egal ist?

Ich will ihm helfen, egal wie...Bitte helft mir da...

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15. November 2014 um 1:10

Du kannst nichts machen.
Man kann niemanden helfen der sich nicht helfen lassen will, das ist einfach unmöglich.

Der erste schritt muss also immer sein das die Person selber einsieht ich habe ein Problem, ich brauche Hilfe.

Du kannst da also nichts machen, egal wie sehr du das möchtest.

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