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Trennung - Kopf wo bist du?

14. September um 10:54

Hallo ihr alle miteinander,

ich bin neu hier und habe gerade einfach das Gefühl, dass ich mal einen Rat von jemanden brauche, der mich nicht kennt, da ich befürchte, dass meine Familie und Freunde zu parteiisch sind.

Achtung, es folgt doch recht viel Text.

Ich (29J.) war 6,5 Jahre lang in einer Beziehung mit meinem, jetzt, Ex-Freund, den ich schon seit der 7. Klasse kenne.

Wir sind damals in der Schule schon ein Paar gewesen aber wie es mit Schullieben manchmal so ist, halten sie auch nicht lange.
Er hat sich wieder von mir getrennt, ich hatte meinen ersten Liebeskummer und das wars. Nach Schulabschluss hatten wir über die ersten Jahre hinweg immer mal wieder lose Kontakt miteinander und immer wieder mal die Überlegung ob wir es doch mal miteinander versuchen sollten.
Irgendwann ist der Kontakt dann aber auch abgebrochen. In der Zeit hatte er eine Beziehung die nach 6 Jahren on-off gescheitert ist und ich hatte eine kurze Fernbeziehung die auch gescheitert ist.
Irgendwie hat er mich damals (2012) über Facebook gefunden, wir haben miteinander geschrieben und kurze Zeit später sind wir zusammen gekommen.
Im gleichen Jahr sind wir dann auch noch zusammen in unsere erste gemeinsame Wohnung gezogen.

Was soll ich sagen....Probleme gab es eigentlich von Anfang an. Gegenseitiger Vertrauensbruch bei dem er mit seiner Ex, die ihn zurückhaben wollte, geschrieben hat, wie sehr er sie vermisst und auch die Intimitäten mit ihr...was ich nur erfahren habe, weil ich so ein komisches Gefühl hatte und in seinen Nachrichten geschnüffelt hab (absolut nicht die feine Art, ich weiß....)
Dann gab es von seiner Seite her immer sehr viele unschöne Geschichten mit Alkohol, woran ich immer sehr zu knabbern hatte, da es in unserer Familie schon Probleme mit Alkoholabhängigkeit gab und und und.
Irgendwie haben wir uns aber immer zusammengerauft, auch wenn ich schon zwei mal davor stand die Beziehung zu beenden.
Wenn ich Probleme angesprochen habe, dann wurde meistens zwei Wochen dran gearbeitet, aber viel zu schnell ist man dann wieder in alte Muster verfallen.

Auch wenn das jetzt alles sehr negativ klingt, wir hatten auch sehr viele schöne Zeiten und Momente, in denen wir viel gemeinsam unternommen haben und zusammen gelacht haben, dennoch war da gefühlt immer ein 'aber' dabei.

In der letzten Zeit (für mich war es das letzte Jahr) ist es mir immer schwerer gefallen mich Körperlich auf ihn einzulassen.
Ich hatte absolut keine Lust mehr auf Sex, wobei ich dazu sagen muss, dass ich noch nie sonderlich sexuell aktiv war und sich mir meistens der Sinn von diesem albernen rumgehoppel nicht erschlossen hat.
Am Anfang ging es noch recht gut aber irgendwann, hatte ich einfach kein Interesse mehr daran und hab meistens nach großen Druck mich dann doch dazu hergegeben und notgedrungen 'die Beine breit gemacht', da ich ja gemerkt habe, dass er darunter leidet.
Es war wie eine Teufelsspirale....ich hatte keine Lust auf Sex, von ihm kamen keine liebevollen Dinge mehr wie 'Guten Morgen, Schatz', 'Wie war dein Tag?', 'Schlaf gut'....es war ja noch nicht einmal mehr möglich gewesen mal einen unverfänglichen Kuss zu bekommen, ohne dass es gleich Richtung Sex geschoben wurde, mit überall anfassen zu jeglicher Tages- und Nachtzeit.
Das hat bei mir irgendwie weiter dazu geführt, dass ich komplett gegen Sex geblockt habe. Wieso sollte ich auch mit jemanden Intim werden, der den ganzen Tag kein liebes Wort für mich übrig hat, dann aber jeden Abend im Bett erwartet, dass ich mich freudig auf Sex einlasse.
Und so ging es immer weiter.

Lange Rede kurzer Sinn, nach zwei, drei Gesprächen zwischen uns haben wir uns beide dazu entschlossen, dass es so nicht weitergeht.
Er brauch/ will mehr Sex, was ich ihm nicht geben kann/ will.
Er will Kinder, besser jetzt auf gleich, ich überhaupt nicht.
Dazu kam bei mir noch der Druck von innen heraus, dass ich irgendetwas anderes will.
Nocheinmal komplett wo anders hinziehen, in einer Stadt wohnen (habe mein ganzes Leben bis jetzt nur auf dem Dorf verbracht), noch einmal in einem anderen Unternehmen anfangen....einfach irgendetwas anderes. Fernweh irgendwie. Mit dem 'Problem', dass es für ihn nie in Frage käme in die Stadt zu ziehen oder sich eine andere Arbeit zu suchen.

Letztes Wochenende haben wir uns dann getrennt - im Guten- und ich bin dabei aus unserer gemeinsamen Wohnung auszuziehen.
Leider komm ich damit nicht so schnell voran wie ich gern wöllte, da mir unter der Woche einfach die Transportmittel fehlen,...
Ich bin wieder zu meinen Eltern in eine eigene Etage gezogen, was für mich definitiv keine Dauerlösung ist aber irgendwie ist bei mir gerade die Luft raus.

Hab ich erst noch den Drang verspürt 'Ich muss hier raus, ich muss hier weg, ich ziehe am besten dahin und dorthin', weiß ich gerade gar nicht wo mir der Kopf steht, wo ich anfangen soll, oder wohin ich überhaupt will.

Ich vermisse ihn auch als Menschen. Seine Art wie er mich zum Lachen gebracht hat, wie er mich in den letzten Tagen unserer Beziehung in den Arm genommen hat...aber ich denke nicht als Partner. Denn diese krampfhaften Versuche ein Sexleben aufrecht zu erhalten vermisse ich absolut nicht.
Aber ich vermisse ihn irgendwie. Oder ist es nur die Gewohnheit die ich vermisse? Ich weiß es nicht. Ich weiß, dass er mir viel bedeutet, aber wohl eher als Freund/ Kumpel/ Mensch mit dem ich die letzten Jahre verbracht habe.
In einem Moment hab ich innerlich das Gefühl 'Yay ich bin frei, auf ins Abenteuer, mir geht es gut' und im nächsten Moment ist da einfach nur Leere und Verwirrtheit.

Ich bin mir sehr sicher, dass es der richtige, vernünftige, Schritt war, die Beziehung nun endlich zu beenden und dass es für mich kein zurück mehr in diese Partnerschaft gibt und nun gibt es auch hier ein 'aber', ohne, dass ich weiß, wie der Satz danach weitergeht.

Kennt jemand das Gefühl oder so eine Situation?
Wie seid ihr damit umgegangen?

Liebe Grüße
Feyre


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14. September um 11:16

Ich würd sagen, das Gefühl ist völlig normal nach so einer langen und belasteten / belastenden Beziehung. Auch wenn du dir die Beziehung nicht zurückwünschst, bist du trotzdem noch mitten im Verarbeitungsprozess. (Wenn du mich fragst, ist der sogar schon recht weit fortgeschritten für die kurze Zeit, weil du dir jetzt schon klar bist, dass du ihn nicht als Partner zurück willst.)
Wär eher komisch, wenn du jetzt nur fröhlich an die Zukunft denken würdest - dann würde ich sagen, du verdrängst grade, und die Trauer wird dir in ein paar Wochen noch mit Schmackes auf die Füße fallen, wahrscheinlich sobald du ne neue Beziehung anfängst.

Außerdem: Schon rein zeitlich gesehen ist dir erst vor ein paar Tagen ein größerer Teil deines Lebensinhalts weggebrochen. Wenn du zusammenrechnest, wieviel Zeit du pro Tag in den letzten Monaten damit verbracht hast, deine Beziehung zurechtzumanagen, dir über eure Probleme den Kopf zu zerbrechen, dich mit ihm zu streiten und zu versöhnen und es immer wieder zu versuchen ... in dieser ganzen Zeit hast du jetzt halt gedanklichen Leerlauf. Und wenn du nicht grade nen extrem gesuchten Job hast und in ne Stadt ohne Wohnungsnot ziehen willst (gibt es die?), ist das Basteln an ner Zukunftsperspektive ja auch nicht ganz angstfrei. Und dann noch ohne den gewohnten sozialen Rückhalt. Also, auch aus dieser Sicht ist es völlig normal, dass du dich zeitweise verwirrt und innerlich leer fühlst. Solange das nicht in ne mehrwöchige totale Depri-Phase umschlägt, in der du an gar nix Freude empfinden kannst, wird das mit der Zeit schon von selber wieder besser. Am besten ist natürlich, wenn du tatsächlich nen tragfähigen Zukunftsplan zu fassen kriegst und den weiter verfolgst.

lg
cefeu

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14. September um 14:09

Liebe Feyre,
dieses Gefühl, dass du nach deiner Trennung beschreibst, ist vollkommen normal.
Ihr seid einen Lebensabschnitt zusammengegangen und habt Höhen und Tiefen durchstanden.
Auch am Ende einer Beziehung und im Speziellen nach einer Trennung sind Gewohnheiten nicht so schnell abzustellen. Klar vermisst du deinen Exfreund! Auch wenn du ganz bewusst die Entscheidung getroffen hast dich aus einer gescheiterten Beziehung zu befreien.
Du hattest mit ihm ja auch gute Zeiten und hast dich irgendwann einmal für ihn entschieden.
Nimm dir die Zeit zum Trauern die du brauchst. Das Ende einer Beziehung benötigt sehr oft eine Trauerphase.
Wenn du dir Zeit gibst und dich auch zusätzlich etwas ablenkst (Freunde treffen, Sport oder ganz neue Aktivitäten betreibst, neue berufliche Chancen wahrnimmst) wirst du dich bald etwas besser fühlen.
Hab etwas Geduld für dich und deine Situation!
Du scheinst eine reflektierte und sehr offene Person zu sein. Du findest bestimmt eine Möglichkeit dich neu zu entdecken und dich auch weiterzuentwickeln.
Jede Entscheidung und Veränderung im Leben führt oftmals zu neuen Ufern.
Aus meiner Erfahrung bergen gerade die größeren Umbrüche im Leben neue Chancen für dich und dein Umfeld.
Sei mutig! Kopf hoch – alles wird gut!
 

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