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Trennung ja oder nein

1. August 2008 um 20:34

Hallo,
mein Leben schwebt momentan im völligen Chaos. Ich war in meinem Leben noch nie so planlos. Ich will euch kurz ein paar Details erzählen. Mein Mann und ich sind nun seit 18 Jahren ein Paar und davon 15 Jahre verheiratet, ich bin 37 und habe aus dieser Ehe 2 Kinder (10 und 12). Vor 5 Jahren hatten wir schon einmal eine sehr große Krise und haben uns getrennt. 9 Monate waren wir auseinander, doch ich hatte gedacht, eine 2 Chance gibt es immer und wir hatten auch viele Gespräche geführt. Nun kam alles anders und ich weis nicht was schief lief. Ich verstehe mich ansich sehr gut mit meinem Mann, so auf rein menschlicher Basis. Es funktionierte auch sonst zunächst alles wieder. Dann, vor ca. 1 1/2 Jahren fingen unsere finanziellen Probleme an immer größer zu werden, ich hatte aus der Trennung noch ein eigenes Konto so wie er auch, doch mit der Zeit des wieder zusammenlebens vermischte sich alles wieder. Irgendwann fiel mir auf, dass mein Konto völlig überzogen war und seins auch wie er sagte, es war so heftig, dass wir tagelang am Monatsende nur Griesbrei aßen weil es das einzigste war was wir noch im Haus hatten. Er versuchte einen Kredit zu bekommen, was aber nicht klappte. Dann rief ein Schuldenberater an, der über die Kreditanfrage im Internet auf uns aufmerksam wurde. Da unsere Situation aussichtslos mir erschien lud ich diesen ein. Dann kam das Grauen, sämtliche Ersparnisse waren aufgebraucht (selbst Verträge die auf meinen Namen mit liefen), es lief auf seinen Namen ein weiterer Kredit, von dem ich nix wusste und wir hatten Schulden in Höhe von 20000 Euro. Klasse! Aber ok, in einer Ehe passiert so manches, gemeinsam finden wir schon eine Lösung. Dachte ich! Wir machten einen Entschuldungsplan. Ich legte mir ein neues Konto an, das andere lief in die Entschuldung. Dies sollte er auch tun, tat es aber nicht. Sein Lohn lief dann zunächst mit auf mein Konto. Dann verschwanden Gelder, bzw. wurden abgehoben. Auf Ansprache waren das Gelder an Freunde die er vorher beliehen hatte, seinen Eltern musste er Geld leihen und wir waren pleite. Scheiße! Ende dieser Geschichte ist, es hat sich herausgestellt, dass mein Mann Spielsüchtig ist und das Geld in die Spielhallen getragen hatte oder beim Zocken im Fußballverein verloren hat. Toll. Ich hatte dann alles schützen müssen, da er sich auch an dem Taschengeld der Kinder verging. Ich habe ihn dazu gezwungen sein eigenes Konto zu eröffnen und mir Unterhalt zu zahlen. Ich habe sämtliche Zugänge gesperrt, geändert, Pin usw. Hab mit der Bank gesprochen, war bei der Beratungsstelle für Suchtprobleme usw. Also ich habe viel durch. Wir hatten auch Gespräche in dieser Problematik und er sah seine Sucht nicht ein bis heut eigentlich nicht. Ich weiss nicht ob er noch spielt Unterhalt zahlt er ja. So, nun gab es bei mir einen Zwischenfall, ein Arbeitskollege hat ziemlich heftig mir Avancen? gemacht. Wir haben per SMS sehr viel kommuniziert, mehr war da aber nicht. Mein Mann hat das mitbekommen und versucht jetzt den Schuldspies rumzudrehen. Es ist zuhause momentan so, das ich Dr. Jäckel & Mr. Hyde zuhause habe. Mal ist alles ertragbar, dann wieder bombadiert er mich mit Vorwürfen, ignoriert mich. Fakt ist, da ist kein Familienleben mehr, um die Kinder kümmert er sich kaum, arbeitet viel (war schon immer so). Ich habe ihm auch schon gesagt das ich ihn nicht mehr Liebe nur noch Freundschaft für ihn empfinde. Wenn ich in mein Herz höre, schreit das nach Trennung aber ich schaff es nicht es ihm zu sagen das er gehen soll. Ich kann nicht mehr, ich drehe durch. Ich fühle mich so kraftlos, so planlos...Freunde sagen zu mir schmeiß ihn raus aber warum schaff ich es nicht? Es ging doch vor 5 Jahren auch.

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1. August 2008 um 20:45

Dein Mann ist suchtkrank und du Co-Abhängig,
hol du dir dringend Hilfe. Das ist ein Fass ohne Boden. Solange er keine Einsicht hat und nicht in Therapie geht, KEINE CHANCE !!!!!!! Wer soll denn was ändern wenn du es nicht tust. Lies mal das Buch "Verspieltes Glück".
Gruß Melike

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1. August 2008 um 20:51
In Antwort auf melike13

Dein Mann ist suchtkrank und du Co-Abhängig,
hol du dir dringend Hilfe. Das ist ein Fass ohne Boden. Solange er keine Einsicht hat und nicht in Therapie geht, KEINE CHANCE !!!!!!! Wer soll denn was ändern wenn du es nicht tust. Lies mal das Buch "Verspieltes Glück".
Gruß Melike

Co-Abhängig
Ja, genau das haben die Psychologen mir in der Kur im März diesen Jahres auch erzählt. Es kommt ja auch aus meiner Kindheit, meine Mutter war Alkoholikerin. Die Caritas bietet nur Gesprächsrunden an, aber mehr für die Suchtkranken, da will er ja nicht hin, weil er ja alles im Griff hat, er hat ja angeblich nur 10 Monate gespielt. Aber woher kann ich die Kraft bekommen etwas zu ändern? Klingt blöde ich weiss! Ich werde mir das Buch besorgen. Danke für Deine schnelle Antwort.

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3. August 2008 um 20:36
In Antwort auf dororoeschen

Co-Abhängig
Ja, genau das haben die Psychologen mir in der Kur im März diesen Jahres auch erzählt. Es kommt ja auch aus meiner Kindheit, meine Mutter war Alkoholikerin. Die Caritas bietet nur Gesprächsrunden an, aber mehr für die Suchtkranken, da will er ja nicht hin, weil er ja alles im Griff hat, er hat ja angeblich nur 10 Monate gespielt. Aber woher kann ich die Kraft bekommen etwas zu ändern? Klingt blöde ich weiss! Ich werde mir das Buch besorgen. Danke für Deine schnelle Antwort.

Nochmal,zum besseren Verständnis,
es geht um dich!!!!!!!Du brauchst eine Angehörigengruppe, die es auch in deiner Nähe geben sollte, erkundige dich bei Caritas, Diakonie oder sonstigen Suchtberatungsstellen. Frag einfach mal bei Caritas nach. ES GEHT UM HILFE FÜR DICH, dass dein Mann das nicht braucht, dass wissen wir ja. Aber das kannst du
nicht ändern. Du kannst dir nur mehr Wissen ver-
schaffen und dich und deine Einstellung ändern und damit verändert sich alles. Glaub es mir.
Lieben Gruß

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4. August 2008 um 11:57

Es ist doch immer das Gleiche
Er hat ein Problem, zieht dich mit rein, schiebt dir dann die Schuld zu und du bist am Ende völlig fertig.

Suche dir entweder gute psychologische Beratung, gehe zu einer Beratungsstelle einem Verein oder zu einer guten Freundin. Du brauchst jetzt selbst Halt und Unterstützung.

Trenne dich von ihm - egal, wer auszieht - und reduziere den Kontakt auf ein Minimum.

Und dann beschäftige dich mit dir und deiner Co-Abhängigkeit, mit deinen Kindern und suche dir einen richtigen Mann, nicht einen, der dich schon seit Jahren mit seiner Sucht "betrügt".

Wenn du so weiter machst, gehst nicht nur du vor die Hunde, sondern deine Kinder auch (da war doch auch was mit deiner Mutter). Hoffe nicht auf seine Heilung. Selbst wenn er die Sucht aufgeben sollte, wird das Zusammenleben mit ihm nicht besser. Er wird immer zwischen Dr. Jäckel und Mr. Hyde pendeln.

Ach ja, ich habe mich auch nach langem Zögern von einem (suchtmittelfreien) Süchtigen getrennt. Hatte ihn ebenfalls schon mal vor die Tür gesetzt. Das ist jetzt 8 Jahre her. Damals wurde er trocken. Wir kamen zwar wieder zusammen. Aber das Zusammenleben wurde nicht besser.
Jetzt bin ich seit einem Jahr mal mehr mal weniger Single, aber das ist tausendmal besser als die für mich und die Kinder unbefriedigende Beziehung vorher.

Du hast jetzt vielleicht das Gefühl, alles zu verlieren, aber es tun sich danach neue Türen auf, von denen du vorher keine Ahnung hattest.

Alles Gute,

MP

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