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Forum / Liebe & Beziehung

Trennung? Gerne.....aaaber...

Letzte Nachricht: 2. September 2008 um 15:37
K
katie_11987178
01.09.08 um 20:12

Seit kurzem lese ich mich ganz gerne quer durch dieses Forum, weil ich selber betroffen war. Ich hatte ein Verhältnis mit einem verheirateten Mann. Ich habe einige Trennungsversuche gebraucht, bis ich mich endlich vollständig von ihm lösen konnte. Das war eine furchtbar anstrengende Zeit, aber mich hat auch immer die Frage beschäftigt: warum fällt mir dei Trennung so schwer?
Beim Durchlesen der Beiträge fällt mir auf, dass das ein gemeinsames Riesenproblem unter den Geliebten ist: wieso schaffe ich es nicht, mich von dem Mann zu trennen, der mich letztendlich unglücklich macht, weil er nicht zu mir steht und, wie so oft versprochen und angekündigt, seine Frau verlässt, obwohl er doch angeblich mich liebt und sie nicht.
Wieso fällt es uns so schwer, uns aus einer unerfüllenden frustrierenden kräftezehrenden Pseudobeziehung zu lösen?
Wir wissen alle sehr genau, dass sie uns schadet, dass wir mehr und besseres verdienen. Wir ahnen schon früh, dass sich nichts ändern wird und dennoch hoffen wir darauf. In unserer Pseudobeziehung entwickelt sich nichts so, wie in einer normalen Beziehung. Es kehrt kein Alltag ein, man gewöhnt sich nicht aneinander, wird nicht mit den kleinen Alltagsmacken des Partners vertraut, d.h. er relativiert sich nicht, wird nicht zum Durchschnittsmenschen, zum Lebenspartner. Er nervt nie und er macht uns nie vollkommen glücklich. Er bleibt immer ein unerfüllter Wunsch. Die wenige gemeinsame Zeit muss immer was besonderes sein, darf nie verplempert werden. Er sieht uns nie das Klo putzen oder mit fettigen Haaren und wir sehen ihn nie vor der Sportschau abhängen oder mal wieder den Müll vergessen zu haben. Verabredungen werden in letzter Minute abgesagt und wir stehen wieder auf Abruf bereit, denn morgen könnte es ja klappen. Wir teilen nichts, außer unserer beschränkten Zweisamkeit und selbst die ist oft nicht echt, denn nur zu oft ist seine Frau bei uns. In unserem Kopf. Wenn er krank ist, ist er bei seiner Frau. Sind wir krank, sind wir allein. Über unsere Ängst und Sorgen dürfen wir nicht reden, denn wir wollen es ihm schön machen, damit er endlich seine Frau verlässt. Es gibt keine gemeinsamen Freunde, keine Urlaube, kein gemeinsames Weihnachten, keine Verwandtenbesuche, wenig Zeit ganz allgemein. Es gibt nur die Hoffnung darauf und die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Wir werden hingehalten, der Mann spielt auf Zeit und wir hoffen: eines Tages wird es sein, wie es sein sollte.
Die ganze Zeit bleibt ein chronischer Mangel bestehen und das schafft eine Abhängigkeit die wir mit Liebe verwechseln.
Wir denken, aber er kann uns doch geben, was wir wirklich brauchen, denn es fehlt uns nur ein kleines bißchen und es wäre so, wie wir es uns wünschen. Wir denken, so wie wir uns nach dem fehlenden Rest sehnen, sehnt er sich doch auch danach uns diesen Rest zu gewähren. Denn er liebt uns doch, sagt er, und da muss er doch wollen, dass es uns gutgeht. Denken wir. Und wenn wir nur alles richtig machen, keinen Druck ausüben, immer Verständnis haben, unbeschwert und begehrenswerte Partnerinnen sind, dann wird sich unser Wunsch erfüllen, denn mehr kann er doch nicht wollen.
Ein bißchen sind wir wie der Esel, dem das Grasbüschel grad so vor die Nase gehalten wird, dass er knapp nicht drankommt, damit er ja nur fleißig trabt.
Und wir traben und hungrig bleiben wir auch.
Man nennt das auch: am langen Arm verhungern lassen.
Es gibt sogar einen psychologischen Fachausdruck: löschungsresistente intermittierende Verstärkung.
Googelt das mal.

chrishoch4

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E
eartha_832527
01.09.08 um 20:31

Und wie hast Du es letztendlich geschafft.....
von ihm loszukommen?

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K
katie_11987178
01.09.08 um 21:00
In Antwort auf eartha_832527

Und wie hast Du es letztendlich geschafft.....
von ihm loszukommen?

Ich habe es geschafft...
...weil mir meine Gesundheit und meine Lebensfreude letztendlich wichtiger waren als er. Ich hatte die ganzen Lügen längst durchschaut und wollte für seine Bequemlichkeit nicht mehr zur Verfügung stehen.
Ich war mir einfach wichtiger.

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E
eartha_832527
01.09.08 um 21:03
In Antwort auf katie_11987178

Ich habe es geschafft...
...weil mir meine Gesundheit und meine Lebensfreude letztendlich wichtiger waren als er. Ich hatte die ganzen Lügen längst durchschaut und wollte für seine Bequemlichkeit nicht mehr zur Verfügung stehen.
Ich war mir einfach wichtiger.

Und bist Du nachdem allem....
mit einem anderen Mann glücklich geworden?

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katie_11987178
01.09.08 um 21:10
In Antwort auf eartha_832527

Und bist Du nachdem allem....
mit einem anderen Mann glücklich geworden?

Noch...
...nicht, nein
Ein anderer Mann war nicht der Auslöser für meine Entscheidung. Das hat es sicher auch schwerer gemacht.
Ein Mann ist für mich auch nicht Voraussetzung dafür, glücklich zu sein. Schön wenn es klappt, aber nicht zwingend.

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eartha_832527
01.09.08 um 21:20
In Antwort auf katie_11987178

Noch...
...nicht, nein
Ein anderer Mann war nicht der Auslöser für meine Entscheidung. Das hat es sicher auch schwerer gemacht.
Ein Mann ist für mich auch nicht Voraussetzung dafür, glücklich zu sein. Schön wenn es klappt, aber nicht zwingend.

Glaubst Du diese "Affäre" ....
hat Deine Möglichkeit auf eine künftige Beziehung negativ beinflusst?

Und nein ich denke auch nicht, das ein Mann die Voraussetzung dafür ist glücklich zu sein. Aber wollen wir nicht alle geliebt werden und uns geborgen fühlen und nicht alleine sein??? Ist es dann nicht doch Voraussetzung einen Mann zu haben? Natürlich nicht irgendeinen, nur weil man sich gerade allein fühlt!

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katie_11987178
01.09.08 um 21:25
In Antwort auf eartha_832527

Glaubst Du diese "Affäre" ....
hat Deine Möglichkeit auf eine künftige Beziehung negativ beinflusst?

Und nein ich denke auch nicht, das ein Mann die Voraussetzung dafür ist glücklich zu sein. Aber wollen wir nicht alle geliebt werden und uns geborgen fühlen und nicht alleine sein??? Ist es dann nicht doch Voraussetzung einen Mann zu haben? Natürlich nicht irgendeinen, nur weil man sich gerade allein fühlt!

Ich glaube...
...ich habe durch meine Erfahrung wieder etwas gelernt, was ich noch lernen musste und davon kann eine zukünftige Beziehung ja nur profitieren.
Jeder Mensch wünscht sich einen liebevollen Partner an die Seite, das tue ich auch, aber faule Kompromisse gehe ich dafür nicht mehr ein.
Jemand dem an mir liegt, wird das auch nicht erwarten.

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an0N_1267603899z
01.09.08 um 21:31
In Antwort auf katie_11987178

Ich glaube...
...ich habe durch meine Erfahrung wieder etwas gelernt, was ich noch lernen musste und davon kann eine zukünftige Beziehung ja nur profitieren.
Jeder Mensch wünscht sich einen liebevollen Partner an die Seite, das tue ich auch, aber faule Kompromisse gehe ich dafür nicht mehr ein.
Jemand dem an mir liegt, wird das auch nicht erwarten.

Eine Aussage einer Frau
die sich selbst liebt. Super, mach so weiter.

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K
katie_11987178
01.09.08 um 21:36
In Antwort auf an0N_1267603899z

Eine Aussage einer Frau
die sich selbst liebt. Super, mach so weiter.

Ich danke Dir...
...für dieses liebe Kompliment und hoffe, Du schaffst, was Du Dir vorgenommen hast.

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an0N_1267603899z
01.09.08 um 21:50
In Antwort auf katie_11987178

Ich danke Dir...
...für dieses liebe Kompliment und hoffe, Du schaffst, was Du Dir vorgenommen hast.

Hallo Chrishoch
weißt Du, ich als betroge Frau habe heute nach 15 Monaten wieder boden unter den Füssen und das ist gut so.
Der lange Weg hat mich stark gemacht und ich weiß, ich schaffe mein Leben auch alleine.
Die Zeit der Trauer und der Verzweiflung ist vorbei.
Die Welt steht mir offen und meine Erfolge im Beruf sind unglaublich gestiegen. Das ist für mich was zählt.
Niemal mehr würde ich soviel Leid an mich heranlassen.
Ein Mann und auch mein Mann sind nette Begleiterscheiungen auf meinem Weg, aber nicht mehr das ein und alles und das ist gut so.

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K
katie_11987178
01.09.08 um 21:56
In Antwort auf an0N_1267603899z

Hallo Chrishoch
weißt Du, ich als betroge Frau habe heute nach 15 Monaten wieder boden unter den Füssen und das ist gut so.
Der lange Weg hat mich stark gemacht und ich weiß, ich schaffe mein Leben auch alleine.
Die Zeit der Trauer und der Verzweiflung ist vorbei.
Die Welt steht mir offen und meine Erfolge im Beruf sind unglaublich gestiegen. Das ist für mich was zählt.
Niemal mehr würde ich soviel Leid an mich heranlassen.
Ein Mann und auch mein Mann sind nette Begleiterscheiungen auf meinem Weg, aber nicht mehr das ein und alles und das ist gut so.

Leid...
...kann man als Chance betrachten, daran zu wachsen.
Wenn es gelingt, umso besser!
Ich wünsche Dir viel Glück!

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an0N_1267603899z
01.09.08 um 22:06
In Antwort auf katie_11987178

Leid...
...kann man als Chance betrachten, daran zu wachsen.
Wenn es gelingt, umso besser!
Ich wünsche Dir viel Glück!

Ja Chrishoch
ich denke, es war mir bestimmt. Ich sollte diese schwere Zeit gehen um evtl. zu mir zu finden.
Es hat funktioniert. Ich dachte, ich zerbreche daran. Nein, ich bin daran gewachsen.
Ich mußte eine Erfahrung machen, um erst mal zu erkennen, wer ich eigentlich bin.
Ich mußte vor allem lernen, dass wir alle eigene Persönlichkeiten sind ob verheiratet oder nicht, die ganz alleine ihr Leben bewältigen müssen.
Heute sehe ich viele Dinge eben ganz anders und das ist gut so.
Eine Partnerschaft ist kein Hafen, eine Partnerschaft ist für mich heute ganz etwas anderes.
Ich weiß, dass leben ist voller Überraschungen. Man muß sich nicht sicher fühlen und ausruhen, nein, man muß sich selbst lieben und darf nie aufhören an sich zu glauben.
Dir auch viel Glück.

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K
keely_12715588
02.09.08 um 9:34

Sehr gut geschrieben
Hallo,

ich wollte Dir sagen, dass ich Deinen Text sehr gut finde.
Er ist ehrlich und auch selbstkritisch.
Das vermisse ich hier im Forum bei vielen Erfahrungen der Geliebten.
Denn genau das Bild was Du beschreibst, spiegelt es wieder.
Als Geliebte investiert man unheimlich viel, hofft, glaubt, kämpft.
ABER:
Es ist ein Leben oder eine Beziehung in einer unrealistischen Form.
Man hat kein Alltag, keine langweiligen Phasen.
Man zeigt sich dem Partner immer von seiner besten Seite.
Man macht es dem Mann schön, vermeidet Probleme, nimmt sich selber extrem zurück.

Ich weiß von meinem Mann, dass er in seiner Affäre genau das gesehen hat.
Sie war wie eine Tankstelle für ihn. Frei von Problemen, Kritik, Sorgen, Problemen.
Sie hat ihn nie unter Druck in irgendeiner Form gesetzt. Hat nichts verlangt, nichts eingefordert.
Sie war einfach nur bereit für ihn ( nicht nur sexuell, auch verbal ).
Sie haben kaum über SIE gesprochen.
Er kennt sie nicht ( eigene Aussage ).
Er kennt nicht ihren Alltag, ihre Sorgen und Probleme.
Und es hat ihn auch nicht interessiert.
Er hat sie benutzt um auftanken zu können. Um sich wieder als etwas besonders, nicht alltägliches sehen zu können.

Deshalb, ich habe keine Wut auf die Geliebte meines Mannes.
Sie tut mir ehr Leid.
Sie tut mir aber auch Leid, dass SIE so schwach ist und es nicht vorher erkannt hat.

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an0N_1209509999z
02.09.08 um 13:04

Super!
Genau so ist es wie Du geschrieben hast!

Aber, um die Sachen so zu betrachten, wie Du oder auch ich, ist es einer langer, schmerzvoller Weg.

Ich muss zugeben dass mir Die Drama gut getan hat, manchmal. Er stand stundenlang vor meiner Tür, weinend...und ich war in der Wohnung, total fertig. Irgendwann dann habe ich die Tür aufgemacht und...WOW, Leidenschaft, Liebe, Schmerz...Du kennst es bestimmt auch, oder?

Und die Sehnsucht, oh, Gott, die Sehnsucht...

Jetzt weiss ich aber dass es sehr viel mit Abhängigkeit zu tun hatte, für beide. Wir haben 100 Mal miteinander Schluss gemacht und jedes Mal hat es vielleicht eine Stunde gedauert bis wir wieder zusammen waren. Ich habe gesehen wie er leidet, er hat gesehen wie ich leide und trotzdem haben wir immer wieder weitergemacht. Und das ist gewiss keine Liebe.

Schön dass Du es geschafft hast...

LG,
Elena

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an0N_1250980499z
02.09.08 um 15:37

Endlich
mal ein Beitrag, der etwas hilft. Gerade wenn man selbst tief im Studel steckt und keinen Ausweg findet hat man keinen Blick für's Wesentliche.

Schmerzhaft ist es dennoch, aber es hilft, zu verstehen, was da mit uns (Geliebten) passiert, welcher "Mechanismus" da einsetzt.

Auch von mir: Danke Chrishoch4!

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