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Trennung, Chaos, Kind, Ersetzt?

9. März 2014 um 7:38

Hallo,

ich befinde mich gerade in Trennung mit meiner Freundin. Wir waren jetzt etwas über drei Jahre zusammenund haben einen gemeinsamen Sohn (15 Monate alt).
Ich muss ehrlich sein, ich habe mich in diese Beziehung geflüchtet, da ich sehr einsam war und die Zuneigung die eine Beziehung bietet vermisst habe. Ich habe sie an meiner Arbeit kennengelernt und ich war für ca. 1 Jahr ihr Vorgesetzter. Dies hat im Grund ganz gut funktioniert, dann wurde sie schwanger.
Ich hatte leider von Beginn an Zweifel ob ich diese Beziehung zu ihr wirklich ernst gemeint habe und war ein paar mal auch schon kurz davor es zu beenden, habe aber zum einen nicht den Mut gehabt es zu tun, zum anderen war es wohl die Bequemlichket. Sie hat mich von Anfang an auf Händen getragen und war sehr verliebt.
Als dann das Kind kam habe ich mich wirklich von ganzem Herzen gefreut und wir haben die Schwangerschaft zu zweit gemeistert. Ich habe sie wo es nur ging unterstützt und war auch bei der Geburt dabei. Wohl wirklich das Beste was mir im Leben je passiert ist. Leider habe ich, wie bereits erwähnt, zu diesem Zeitpunkt schon festgestellt, das die Beziehung nicht auf ausgewogener Gegenseitigkeit beruht. Ich konnte sie schon sehr früh nicht riechen. Das meine ich so wie ich es schreibe. Meine Freundin ist übergewichtig und das war sie auch von Anfang an. Aber nicht so sehr, das es mich sehr störte. Ich mag es, wenn an einer Frau etwas dran ist. Es gibt sowohl nach unten, als auch nach oben Grenzen.
Nach der Schwangerschaft sah sie für ca. 4 Monate wirklich gut aus und unsere Beziehung funktionierte prima. Dann fing es langsam und schleichend an. Sie ließ sich gehen, kümmerte sich nicht mehr um sich und es war ihr auch egal, das ich sie als Partnerin irgendwie vermisste. Weniger Sex, weniger Zweisamkeit. Darunter habe ich sehr gelitten.
Ich muss noch erwähnen, das meine Freundin nicht die intelligenteste ist, was mir aber bisher auch nie so wirklich wichtig war. Das Problem war nur, das ich gerne gute Gespräche führe, vor allem mit meiner Partnerin. Dies gab es bei uns so gut wie nie.
Irgendwann begann ich sie nur noch zu kritisieren. Das sie ein Hobby brauche, das sie Sport machen und weniger essen solle. Vor allem, das sie sich doch bitte richtig pflegen solle, sodass ich auch wieder Lust auf sie bekomme. Ich bin ehrlich und direkt. Sie ist was sich selbst betrifft eher verschlossen und frisst Dinge in sich hinein, bis sie irgendwann raus platzen. Dies passierte dann auch immer häufiger und nun sind wir sozusagen am Ende angekommen. Ich habe ihr mehrfach gedroht mich von ihr zu trennen und sie war immer in Tränen aufgelöst, das sie es nicht wolle. Auf der anderen Seite machte sie aber auch keine Anstalten irgendetwas zu ändern.
Nach einem wirklich unschönen Jahr in dem sie Elternzeit genommen hatte und ich arbeiten ging hat sie nun vor kurzem eine Umschulung angefangen und dort auch viele neue Freundinnen kennengelernt. Erst durch diesen Umstand tut sich plötzlich etwas bei ihr und sie fing an abzunehmen, mehr im Haushalt zu tun und einfach mehr Selbstbewusstsein auszustrahlen. Nach einem Streit haben wir uns dann getrennt, sie sagte, das sie es nicht mehr kann und will und das eine Trennung wohl besser sei. Gerade für unser Kind.
Sie sagte mir, das es in ihrer Klasse eine Freundin gibt die bi ist und auf sie steht. Sie geniest das Gefühl gemocht zu werden und das gibt ihr zusätzlich die Kraft sich von mir zu trennen. Ich glaubte schon vor langer Zeit, das eine Trennung unausweichlich ist und besser für alle. Nun ist es soweit, aber ich komme mit der Situation nicht zurecht. Noch leben wir zusammen, schlafen in einem Bet, schauen abends fern und kümmern uns nach wie vor um alle alltäglichen Dinge. So wie bisher auch. Ich werde in ca. einem Monat ausziehen und freue mich auch schon irgendwie auf die Zeit. Auch wenn es mit meiner Schichtarbeit nicht einfach wird viel Zeit mit meinem Sohn zu verbringen, den ich einfach über alles liebe.
Wir haben vor ein paar Tagen über alles gesprochen. Gütertrennung, Unterhalt, Kinderbetreuung und sind auch in allen Punkten auf einen Konsens gekommen. Soweit so gut.
Mein Problem: Obwohl es das beste für alle ist, das wir uns trennen, fühle ich mich ersetzt. Ich weiß nicht was da mit der Freundin so alles geht. Sie sehen sich jeden Tag, schreiben sich viele Nachrichten mit Küssen und haben sich gestern abend mit zwei anderen Freundinnen zu einem Mädelsabend getroffen. Sie kam erst sehr sehr spät nach Hause, was untypisch ist. Ich weiß, das das alles eigentlich keine Rolle mehr spielen sollte, aber dennoch fühlt es sich für mich falsch an. Sie sagt, das sie so schnell keine Beziehung zu einem Mann mehr will und das ich auch immer den kleinen in unseren noch gemeinsamen Wohnung holen kann. Sie spielt so gut es geht mit offenen Karten und es besteht eine große Wahrscheinlichkeit, das ich mir zu viele unnötige Gedanken mache. Dennoch kommen sie immer wieder in meinen Kopf und es geht mir nicht aus dem Kopf, das sie die Zuneigung der Freundin erwidert. Das sie womöglich auch schon miteinander geschlafen haben.
Ich habe versucht mit ihr darüber zu sprechen, aber sie sagt, das da von ihrer Seite aus nicht so viel ist wie von der anderen Seite kommt. Sie kann sich es nicht vorstellen mit einer Frau, findet es aber schön, das sie von ihr gemocht wird. Wenn ich gerade eine gute Phase habe, freue ich mich für sie. Wenn ich eine schlechte habe, fühle ich mich hintergangen. Das ist wirklich seltsam und ich will das eigentlich gar nicht, aber es ist einfach da.
Sie redete in unserer Beziehung so gut wie nie über ihre Probleme, war oft nicht ehrlich, wenn ich sie fragte ob es ihr gut gehe, oder was mit ihr ist. Ich bin nicht sicher in welcher Phase der Trennung ich mich gerade befinde, aber es ist wie Achterbahn fahren und ich muss dies einfach mitteilen und niederschreiben.
Über konstruktive, helfende, oder auch kritisierende Antworten würde ich mich sehr freuen. Ich habe zwar keine Frage ausformuliert und bestimmt auch die ein oder andere Information vergessen, dennoch ist es gerade einfach sehr schwer für mich und ich weiß einfach nicht so recht, was ich gegen das Chaos in meinem Kopf tun soll und wie ich mich verhalten soll.
Danke fürs lesen.

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9. März 2014 um 9:29

Hm...
Danke erst ein mal für deine offenen Worte. Deine Antwort ist ... tatsächlich ermutigend. Und ich stimme dir wohl in allen Punkten zu. Dies von, ich vermute mal, EINER Fremden zu lesen hilft. Das hatte ich mir erhofft.
Es wurde von beiden Seiten Fehler gemacht und ich denke, der Knackpunkt liegt wohl einfach in der Tatsache, das sie es in der schwierigen Situation jetz etwas einfacher hat durch die Bestätigung, die sie von ihrer Freundin erhält. Das ist wohl zum Teil auch einfach ein wenig Neid, da mir ehrlich gesagt eine Person in meinem Umfeld fehlt, der ich dies so anvertrauen kann bzw. dessen Antworten auf meine Fragen mir wirklich weiterhelfen.
Wie dem auch sei, ja, im Grunde ist jetzt alles so, wie es sein soll, dennoch fühlt es sich seltsam an, wenn ich daran denke, das sie vielleicht so schnell nach der Trennung wieder intim wird mit einer Anderen. Wie gesagt, es ist nicht gesagt, das es so ist, aber die Vermutung bleibt und diese tut, warum auch immer, sehr weh.
Das die Schwangerschaft für eine Frau keine einfache Zeit ist, kann ich absolut verstehen. Ich habe mit ihr gelitten und was eine Frau bei der Geburt durchmacht würde niemals ein Mann verkraften. Dessen bin ich überzeugt. Auf der anderen Seite hat sie sich in der Zeit nach der Geburt recht schnell "erholt" und sie hatte definitiv die Möglichkeit an unserer Beziehung zu arbeiten. Es gab eine Zeit in der ich gewollt habe, das diese Beziehung funktioniert, auch wenn sie mich nie richtig erfüllt hat und weiterhin erfüllt hätte. Der Kinder wegen.
Und hier ist auch der Knackpunkt. Ich bereue es in keinster Form mit ihr einen Sohn zu haben.Und wir sind ihm schuldig, das wir uns nun trennen, denn ein Kind merkt, wenn es in der Beziehung der Eltern Spannungen gibt. Bin selbst ein Scheidungs-Kind.
Dennoch kommt immer wieder die Ohmacht durch nicht alles versucht zu haben.

Nunja, ich bin einer der Männer der seine Gefühle ausdrückt und nach aussen zeigt. Ich bin keineswegs schwach oder ein Sensibelchen, eher selbstbewusst und geerdet. Doch da ich bereits früher betrogen wurde und in Bezug auf Liebesentzug viele schlimme Erfahrungen gemacht habe, trifft es mich nun auch wieder da wo es am meisten weh tut. Ich habe ständig das Bedürfniss dies mitteilen zu müssen, es rauszulassen um nicht zu tief zu fallen. Ich weiß nicht ob dies nun verständlich geschrieben ist, aber ich schreibe es einfach.

Ich weiß auch, das es einfacher wird, wenn ich in einer neuen Wohnung bin und ich werde auch wieder meinen Weg gehen und meine Erfahrungen daraus ziehen. Aber jetzt, genau jetzt, macht mir alles einfach so sehr zu schaffen. Ich wünsche mir von ihr einfach mehr Offenheit, Ehrlichkeit um besser durchzukommen. Andererseits kann ich das wohl nicht erwarten.

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9. März 2014 um 9:59

Fehler
Ich habe gerade mit ihr gesprochen. Sie war sehr verkatert. Ich fragte sie wie der Abend war und sie sagte mir welche Filme sie geschaut haben und was sie so gemacht haben. Ich merke, das sie es nur tut, weil sie weiß, das ich mich unwohl dabei gefühlt habe, das sie eine Nacht mit ihrer Freundin zusammen ist. Zwar auch mit zwei anderen Freundinnen, aber nunja. Selbst das kann nur ein Vorwand gewesen sein. Ja ich weiß, ist im Grunde uninteressant, aber dennoch will es nicht aus meinem Kopf.

Sie ist mir keine Erklärung schuldig, ich ärgere mich, das ich überhaupt danach gefragt habe.
Ich wünschte ich könnte schon morgen raus, aber das geht nicht. Und wir werden noch ein paar Wochen so tun müssen, als wäre nichts. Auch am Geburtstag ihrer Tochter aus einer früheren Beziehung nächste Woche.

Ich will um jeden Preis vermeiden, das ich ihr das Gefühl gebe, das sie mich verletzt, und dabei mache ich aber genau dies. Ich zeige Schwäche, stelle Fragen, die mich nichts mehr angehen, und sie antworten darauf um mir nicht weh zu tun.

Ich hoffe wir beide halten das lange genug durch.

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9. März 2014 um 11:10

Ja
Es gibt einfach zu viele Gründe warum ich mir eine Beziehung mit ihr nicht mehr vorstellen kann. Ich nenne einfach mal die grundlegensten.

Sie ist in sich veschlossen. Das war sie von Anfang an und ich war grundsätzlich derjenige, der die Initiative ergreifen musste, wenn es Konflikte gab.

Ich muss mir ganz klar vorwerfen, das ich eigentlich schon früh in unserer Bezeihung erkennen hätte müssen, das mit ihr für mich interessante Gespräche nicht möglich gewesen wären. Das nicht ausreichend Gemeinsamkeiten da sind und das sie Dinge mag, die ich nicht ausstehen kann.

Ich hatte nicht den Mut und war nicht ehrlich genug zu mir selbst. Ich habe gesehen, das sie eine tolle Mutter ist und das ich auch einen Kinderwunsch habe und das mir Zuneigung und Liebe zu lange gefehlt haben.

Wenn man es genau nimmt bin ich der Böse in der Geschichte. Vielleicht habe ich es nicht anders verdient wie es jetzt ist. Aber Schmerz ist Schmerz.

Auf den Punkt: Nein ich will sie nicht zurück, ihret und meinetwillen. Es ist besser so, gerade auch für unseren kleinen Sohn. Ich hoffe, das ich, wenn alles durch ist, zumndest eine Freundschaft mit ihr pflegen kann und unser Sohn mit Vater und Mutter aufwachsen kann.

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9. März 2014 um 11:21

Das ist leider...
nicht so einfach. Ich arbeite ihn Schichten und um ehrlich zu sein, möchte ich damit niemanden belasten. Egal an wen ich denke, ich würde mich nicht wohl dabei fühlen.

Es gibt 1-2 Personen die es mir angeboten haben, aber ich möchte einfach niemandem zur Last fallen.

Irgendwie muss ich da jetzt durch. Worum es mir geht ist, dieses verdammte unsinnige Kopfkino auszuknipsen. Ich bin kein verkopfter Mensch, ich entscheide eher aus dem Bauch heraus, aber ich denke sehr viel. In alle möglichen Richtungen und zur Zeit hal zu oft in die Falschen.

Man sagt immer, lenk dich ab, geh raus, treff dich mit Freunden. All das muss ich nun tun, aber auch all das fühlt sich einfach nicht befriedigend an.

Nunja, diese Phase, die ich schon oft erlebt habe, kann man wohl einfach nicht überspringen.

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9. März 2014 um 11:42
In Antwort auf franci_12653461

Das ist leider...
nicht so einfach. Ich arbeite ihn Schichten und um ehrlich zu sein, möchte ich damit niemanden belasten. Egal an wen ich denke, ich würde mich nicht wohl dabei fühlen.

Es gibt 1-2 Personen die es mir angeboten haben, aber ich möchte einfach niemandem zur Last fallen.

Irgendwie muss ich da jetzt durch. Worum es mir geht ist, dieses verdammte unsinnige Kopfkino auszuknipsen. Ich bin kein verkopfter Mensch, ich entscheide eher aus dem Bauch heraus, aber ich denke sehr viel. In alle möglichen Richtungen und zur Zeit hal zu oft in die Falschen.

Man sagt immer, lenk dich ab, geh raus, treff dich mit Freunden. All das muss ich nun tun, aber auch all das fühlt sich einfach nicht befriedigend an.

Nunja, diese Phase, die ich schon oft erlebt habe, kann man wohl einfach nicht überspringen.

Ach...
es hat gut getan es niederzuschreiben. Ich könnte noch einen ganzen Roman loswerden, aber das bringt mich auch nicht weiter. Selbstreflexion ist meine Stärke, gemachte Erfahrungen in Taten umzusetzen scheint eine Sache zu sein, in der ich noch Nachholbedarf habe.

Danke an alle für die Antworten und Vorschläge. Ich freue mich weiterhin wenn der ein oder andere noch Hilfestellungen hat bezüglich des Gedankenchaos. Obwohl ich diese Sachen nicht zum ersten Mal durchmache, habe ich einfach noch kein Mittel gefunden, das ganze erträglicher zu machen.

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9. März 2014 um 14:32

Ja genau...
und wenn ich diese Hoffnung habe bzw. sogar diese Gewissheit geht es zwischen all den anderen Dingen.

Ich weiß auch, das es mir in der Vergangenheit schlagartig besser ging, als ich wusste das was anderes läuft. Das Schlimme ist, das ich bei ihr nicht erwarte das sie es mir sagt. Denn mit Ehrlichkeit und Offenheit hat sie es nicht so wie gesagt.

Ich muss raus. Und ich muss mich zurückziehen. Und sie nicht mehr auf meine kruden Gedanken ansprechen. Ivh weiß, das sie nichts sagen könnte was ich ihr glaube und es einfacher macht, ausser, das sie die Gefühle ihrer Freundin erwiedert.

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