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Trennung aus heiterem Himmel

18. März 2015 um 17:58

Hallo liebe Community,
ich bin eigentlich absolut nicht der Typ, der in solchen Angelegenheiten Rat im Internet suchen würde, aber ich suche wirklich dringend Ratschläge bzw. die Sicht eines Außenstehenden in dieser Angelegenheit.
Ich entschuldige mich schon mal vorab für den langen Text.

Mein Freund (24) hat sich letzte Woche ganz plötzlich aus heiterem Himmel von mir (23) getrennt, wir wären diesen Monat 15 Monate zusammen gewesen und ich verstehe einfach die Welt nicht mehr im Moment.
Ich habe ihn Ende 2013 kennengelernt und war zu der Zeit schon 3 Jahre single, genau wie er. Er ist ein sehr beständiger Mensch, der weiß was er will und keine Spielchen treibt, es gab in all der Zeit nicht eine Situation oder einen Streit in dem er den Rückzug angetreten hätte. Er ist ein sehr liebevoller Mensch, der mich immer zwischendurch mit Dingen überrascht hat und immer für mich da war. Am Anfang der Beziehung gab es in den ersten Monaten oft einige heftige Streitereien, da ich Probleme hatte ihm zu vertrauen obwohl er mir dafür nie einen einzigen Grund gegeben hat, aber auch diese Zeiten waren überstanden und er hat mir immer wieder gesagt und bewiesen, dass ich ihm vertrauen kann. Dann nach ca. 5 Monaten Beziehung hat er mit mir eine schwere Zeit durchstanden, als eine gute Freundin von mir nach einem geplatzten Aneurysma ca. 6 Wochen im Koma lag und letztendlich gestorben ist. Er hat sich damals etwas schwer getan wie er mir am besten beistehen könnte und da gab es eine Situation, in der ich ihm mitgeteilt habe, dass ich nicht mit jemandem zusammen sein kann, der mit dieser Situation nicht umgehen kann. Er war damals sehr enttäuscht und sagte er bräuchte auch einen Tag Zeit, aber wir waren uns beide mehr als einig, dass wir die Beziehung noch weiterhin möchten. Danach lief alles wirklich gut, in der Beziehung kehrte langsam der Alltag ein und er hat sich mit dieser Geborgenheit und Vertrautheit immer sehr wohl gefühlt. Wir haben immer jede Menge unternommen und er hat mich von sich aus in seine Familie und Verwandtschaft integriert und sich sehr darüber gefreut, dass wir uns so gut verstanden haben.
In den letzten 4 Wochen gab es von meiner Seite aus einige Unzufriedenheiten und wir haben oft darüber geredet, aber es waren keine wirklichen Streitereien, es ging eher um Kleinigkeiten und wir waren beide dabei diese Dinge zu ändern. Aufgrund der Arbeit haben wir uns dazu noch seltener gesehen, aber wir hatten noch wirklich eine schöne Zeit miteinander, er hat mich noch zu Dingen eingeladen und mir ein Geschenk gemacht als Überraschung als ich krank war. In den "Diskussionen" zwischendurch sagte er zwar, dass er das Gefühl hat, dass ich das gleiche Gespräch mit ihm immer wieder besprechen will und dass er das Gefühl hat, dass ich ihn momentan kaum noch wertschätze und viel meckern würde, aber wie gesagt es war noch alles beim Alten. Er hatte also keine Probleme damit mir offen mitzuteilen, was er momentan vermisst und was ihn stört. Ich war in dieser Zeit zugegebenermaßen etwas mehr auf mich fixiert aufgrund verschiedener Dinge, aber habe immernoch viel in die Beziehung investiert, war immer kompromissbereit und einsichtig und habe ihm meine Liebe gezeigt.
Letzten Montag sagte er mir aus heiterem Himmel, als ich wieder über eine Kleinigkeit gemeckert habe, dass er keine Kraft mehr habe um Vorwürfe zu bekommen und Vorwürfe zu machen und dass er Bedenkzeit wollte für einen Tag, da ihm bewusst geworden ist, dass in den letzten Wochen ein großer Druck auf ihm gelastet habe. Ich habe ihn angerufen und geweint, ich habe ihn nicht wiedererkannt, es gab von seiner Seite aus nie eine Situation, in der er sich trennen wollte, nicht mal annährend. Tags darauf haben wir abends geschrieben und er fragte mich ob wir am nächsten Tag in die Stadt gehen wollen und dass er sich freuen würde und er nannte mich noch Schatz und wirkte wie immer. Das Treffen war genau wie immer, er machte noch Zukunftsaussagen und nahm meine Hand und als sich schließlich die Gelegenheit zum Reden ergab sagte er plötzlich er wüsste immernoch nicht ob er die Beziehung noch möchte, wir haben daraufhin lange geredet und er drückte sich sehr vage aus, er sagte, dass es auf keinen Fall eine andere Frau gäbe und dass es auch nicht so wäre, dass er momentan in seinem Leben keinen Platz mehr für eine Beziehung sieht und dass er weiterhin mit mir Kontakt haben möchte und er mich Samstag nochmal treffen wollen würde. Er schrieb mir am nächsten Tag mehrmals von sich aus und sagte er würde viel an mich denken und ich würde ihm fehlen, als ich ihn jedoch fragte weshalb er soviel Kontakt zu mir sucht sagte er es wäre weil ich ihm fehle, aber irgendwo auch gemischt mit Mitleid. Samstag sagte er mir dann, dass er gemerkt habe, dass er nur noch Freundschaft für mich empfinden würde, dass er nicht weiß ob sich das schon über einen längeren Zeitraum angebahnt haben würde, dass er jedoch die letzten 4 Wochen rückblickend als sehr kräftezehrend empfunden habe und ich ihn gekränkt hätte, da ich vermehrt über mich gesprochen habe und er das Gefühl hatte, ich hätte nicht mehr soviel Interesse an ihm. Er hat dann auch geweint und sagte, er würde sich fühlen als ob er in den letzten Wochen die Beziehung für uns Zwei geführt habe. Ich war am Boden zerstört, er wollte unserer Beziehung keine Chance mehr geben, er hat diese Entscheidung über 6 Tage im Prinzip allein getroffen ohne mich mit einzubeziehen, was überhaupt nicht seine Art ist. Er sagte, dass für die "kurze" Beziehungsdauer wohl schon zuviel vorgefallen wäre und wir uns damals als meine Freundin verstorben ist vielleicht schon hätten trennen sollen, er kramte längst vergangene Streits heraus und meinte all diese Dinge hätten bei ihm Narben hinterlassen. Er sagte mir am Abend dann, dass es für ihn auch komisch wäre, dass ich nicht bei ihm bin und als ich ihn Montag gefragt habe ob wir kurz telefonieren können, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe, sagte er sofort er ruft mich an. Er sagte er würde auch viel an mich denken und dass er einfach total durcheinander wäre, er war alleine spazieren und hat seitdem nichts mit Freunden unternommen. Er hat kein Wort über die angeblich freundschaftlichen Gefühle verloren. Man muss dazu sagen, dass er nicht viele Freunde hat und die meisten aufgrund des Studiums weiter weg wohnen, er war immer schon jemand, der auch viel allein zuhause war. Als ich ihm sagte, dass ich die letzten Wochen noch sehr schön empfunden habe mit einigen kleineren Streitereien sagte er, dass er es eher im Gegenteil sieht und das Negative für ihn überwogen habe. Er meinte auch er hätte ebenfalls überlegt sich bei mir zu melden. Gegen Ende des Telefonats sagte er wir würden wieder die gleichen Dinge wie am Samstag besprechen und dass er auflegen möchte und ich habe das akzeptiert. Er sagte er will mich als Mensch nicht verlieren, dass ich allerdings wissen müsste ob Kontakt zu ihm für mich in Ordnung ist.
Jetzt haben wir seit Montag keinen Kontakt mehr gehabt und morgen ist mein Geburtstag, ich verstehe nicht wie er die Beziehung einfach so wegwirft ohne uns nochmal eine Chance zu geben obwohl das überhaupt nicht seine Art ist? Ich hoffe, dass er irgendwie noch sieht was er für einen Fehler gemacht hat, man wirft eine liebevolle, intensive und partnerschaftliche Beziehung doch nicht einfach von einem Tag auf den anderen Weg? Er hat mir nie gesagt wie sehr ihn die Kleinigkeiten der letzten Wochen tatsächlich belastet haben und er sagt auch, dass er sich dessen garnicht so bewusst war. Wir waren ein eingespieltes Team, man dachte man würde den anderen in- und auswendig kennen, er war schon sehr zukunftsorientiert, wie kann so etwas sein? Ich liebe ihn wirklich sehr und verstehe nicht, wieso diese Kleinigkeiten plötzlich alles kaputt gemacht haben sollen, er sagte mir auch, dass er mir definitiv zustimmt, dass es schon wesentlich schlechtere Zeiten bei uns gab.
Wie würdet ihr dieses Verhalten einschätzen?

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19. März 2015 um 13:32

Unterschiedliche Sicht
Du empfandest, dass ihr eine liebevolle, intensive und partnerschaftliche Beziehung hattet...
Er dagegen hat unter "den Kleinigkeiten, der letzten Wochen" gelitten. Kann es sein, dass du die Probleme als "Kleinigkeiten" siehst, diese für ihn aber deutlich schwerer wiegen, als für dich?
Für manche Menschen geht die Welt unter, wenn sie sich mit dem Partner streiten und keine Harmonie da ist. Andere "brauchen" (kleine) Streitereien, wie das Salz in der Suppe.
Du willst alles (endlos) ausdiskutieren.... und er sieht nur, dass es zwischen euch keine Harmonie gibt.
Wenn ihr da nicht zusammenpasst, hat das Ganze keinen Sinn.

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