Forum / Liebe & Beziehung

Traurige, wahre Geschichte

Letzte Nachricht: 21. Mai 2003 um 15:20
A
akari_12527560
21.05.03 um 14:49

Ihr Lieben,

ich erzähle Euch mal eine wahre Geschichte, die einer guten Freundin von mir leider passiert ist. Ich nenne sie Tanja und ihn Ralf. Ich ändere einige Daten ab, aber die Quintessenz bleibt die gleiche. Warum ich diese Geschichte erzähle? Vielleicht kann man sich was rausziehen, etwas daraus lernen? Ich weiß nicht. Aber es könnte ja sein.

Also.

Tanja und Ralf lernten sich vor ca. sieben Jahren im Alter von 23 und 24 auf einem Grillfest kennen. Sie waren sich recht schnell sympathisch und unternahmen bald nach dem Fest etwas miteinander. Einige Wochen später waren sie ein Paar. Sie waren glücklich. Ralf beendete bald sein Studium und fing an, in einer Firma zu arbeiten. Tanja studierte noch und jobbte nebenbei in Ralfs Firma. Bald zogen sie zusammen in eine schöne Wohnung in München.

Ab und zu unternahmen sie etwas mit Freunden, allerdings immer zu zweit. Meistens waren es andere Pärchen, die zu Besuch kamen. Tanja hatte Freundinnen über das Studium kennen gelernt, da diese jedoch solo waren und sich bei den Pärchenabenden fehl am Platz fühlten, schlief der Kontak langsam ein. Tanja vermisste nichts, denn sie hatte ja Ralf, ihr ein und alles, die schöne Wohnung und Ralfs Freunde. Mit ihrer besten Freundin traf sich Tanja in den sieben Jahren nur zwei Mal alleine, als Ralf auf Geschäftsreise war und ihr die Decke auf den Kopf fiel. Aber es machte ihr nichts aus, denn ihre beste Freundin sah sie ja öfters mit deren Freund zusammen auf Feiern oder beim gemütlichen Videogucken.

Als sie ein paar Jahre zusammen waren, machte Tanja ein sechsmonatiges Praktikum in Stockholm. Für sie war diese Zeit schrecklich, weil sie Ralf so vermisste und dort auch kaum neue Leute kennen lernte. Sie zählte die Tage bis zu ihrer Rückkehr.

In dieser Zeit nahm ihre beste Freundin Ralf öfters zu Unternehmungen mit, mit völlig reinem Gewissen, denn sie hatte ja selbst einen Freund und würde nie im Leben auf die Idee kommen, den Freund ihrer besten Freundin anzubaggern.

Als Tanja wieder zurück war, stellte ihre beste Freundin fest, dass sie, Tanja, von keiner der Unternehmungen von ihr und Ralf etwas wusste. Sie stellte Ralf zur Rede und er meinte, er habe Tanja das lieber verschwiegen, sie sei so eifersüchtig und das hätte nur Stress gegeben...

Im Freundeskreis sprach allmählich keiner mehr von "Tanja" oder "Ralf", sondern immer nur noch von "Ralf und Tanja" oder "Tanja und Ralf". Selbst zum ausdrücklichen Mädelabend brachte Tanja als einzige ihren Freund mit. Wenn man die beiden zusammen sah (und man sah sie entweder gar nicht oder zusammen), turtelten sie wie frisch verliebt herum und hielten sich den ganzen Abend an den Händen. Tanja tat alles für ihren Ralf. Sie mied ehemalige Freunde, die mit ihm nicht so prima klar kamen. Sie ging nicht zu Veranstaltungen, wenn er keine Zeit hatte. Sie sagte Abende mit ihrer besten Freundin ab, weil sie ihre Zeit lieber mit Ralf verbrachte. Ihre Freundin akzeptierte das irgendwann.

Tanja wachte eifersüchtig über Ralfs Freizeit, wenn er geschäftlich unterwegs war, telefonierten sie alle zwei Stunden. Sie besprach den Anrufbeantworter mit "Hier ist der Anschluss von Tanja und Ralf" und gewöhnte sich an, nur noch in der Wir-Form zu sprechen.

An dem Tag, als Tanjas beste Freundin und ihr Freund beschlossen, zu heiraten, machte Ralf aus heiterem Himmel Schluss mit Tanja. Er sagte, er bekomme keine Luft mehr, er ersticke in dieser Beziehung, er fühle sich wie halb tot und sehe keine gemeinsame Zukunft mehr. Tanja fiel aus allen Wolken. Sie hatte nichts davon geahnt.

Tanja musste sich eine neue Wohnung suchen. Als sie ihre neue Telefonnummer ihren Freunden bekannt geben wollte, stellte sie fest, dass ihr Verteiler, der früher gut und gerne eine dreistellige Personenzahl umfasst hatte, nur noch eine Handvoll Leute betrug. Alle anderen, die ihr einfielen, waren Freunde von Ralf.

Tanja fühlt sich sehr unglücklich und alleine. Sie hatte ihr ganzes Leben auf eine Zukunft mit Ralf ausgerichtet. Und er ist jetzt weg. Als sie sich mit ihrer besten Freundin über ihr Unglück unterhalten wollte, merkte Tanja, wie weit sich die beiden im Laufe der Jahre voneinander entfernt hatten. Ihre Freundin wollte ihr natürlich helfen, aber sie waren sich fremd geworden. Tanja stellte fest, dass sie fast nichts mehr von der damals so vertrauten Person weiß. Und so geht es ihr mit den meisten Freunden von früher.

Das war die Geschichte, in etwa. Es soll auf keinen Fall hämisch klingen, mir tut meine Freundin echt von Herzen leid. Aber ich habe das Ganze schon länger besorgt beobachtet. Leider hörte sie nie auf meine subtil angebrachten Bedenken. Vielleicht war ich zu subtil.

Liebe und nachdenkliche Grüße

NM

Mehr lesen

I
isidor
21.05.03 um 15:01

Hallo NM!
Schön mal wieder was von Dir zu lesen, wenn auch der Anlass kein guter ist.

Ich bin auch in einer langjährigen Beziehung, aber wir haben jeder auch unseren eigenen Freundeskreis und auch eigene Hobbies, die wir ohne den anderen ausüben.
Ich wäre nie im Leben bereit, meine Persönlichkeit in so einem Maße aufzugeben, wie das Deine Freundin getan hat. Aber ich bin auch eher ein etwas nüchterner Typ (also um sich der Wahrheit anzunähern - ich bin ein typischer Zwilling - andere würden sagen, ich sei oberflächlich und zu keiner tiefen Bindung fähig ), aber wenn das wirklich so ist, kann ich mir ja nur gratulieren.
Ich werde immer ich bleiben, auch wenn die Liebe noch so groß ist. Ich würde ersticken, wenn ich nur mit meinem Partner aufeinanderhocken würde. Ich brauche sehr viel Freiraum und auch Zeit, die ich alleine verbringen kann. Mein Partner akzeptiert das zum Glück.

Den (Ex)Freund Deiner Freundin kann ich somit gut verstehen und was Dich betrifft; Du hättest sie wohl kaum ändern können, auch wenn Du deutlichere Bemerkungen gemacht hättest.

Vielleicht kannst Du ja jetzt besonders für sie dasein und ihr so klarmachen, dass eine Beziehung oder Ehe nicht Ende Gelände ist, sondern dass es im Leben noch mehr wichtige Verknüpfungen geben muss.

So long
die Isidor

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A
akari_12527560
21.05.03 um 15:10
In Antwort auf isidor

Hallo NM!
Schön mal wieder was von Dir zu lesen, wenn auch der Anlass kein guter ist.

Ich bin auch in einer langjährigen Beziehung, aber wir haben jeder auch unseren eigenen Freundeskreis und auch eigene Hobbies, die wir ohne den anderen ausüben.
Ich wäre nie im Leben bereit, meine Persönlichkeit in so einem Maße aufzugeben, wie das Deine Freundin getan hat. Aber ich bin auch eher ein etwas nüchterner Typ (also um sich der Wahrheit anzunähern - ich bin ein typischer Zwilling - andere würden sagen, ich sei oberflächlich und zu keiner tiefen Bindung fähig ), aber wenn das wirklich so ist, kann ich mir ja nur gratulieren.
Ich werde immer ich bleiben, auch wenn die Liebe noch so groß ist. Ich würde ersticken, wenn ich nur mit meinem Partner aufeinanderhocken würde. Ich brauche sehr viel Freiraum und auch Zeit, die ich alleine verbringen kann. Mein Partner akzeptiert das zum Glück.

Den (Ex)Freund Deiner Freundin kann ich somit gut verstehen und was Dich betrifft; Du hättest sie wohl kaum ändern können, auch wenn Du deutlichere Bemerkungen gemacht hättest.

Vielleicht kannst Du ja jetzt besonders für sie dasein und ihr so klarmachen, dass eine Beziehung oder Ehe nicht Ende Gelände ist, sondern dass es im Leben noch mehr wichtige Verknüpfungen geben muss.

So long
die Isidor

Hallo Isidor!
Stimmt ja, Du bist die mit der "ewig langen" Beziehung, nicht? War das nicht was mit 16 Jahren oder so? Respekt.

Ich hab so lang nichts von mir hören lassen, weil ich kürzlich den Meinen geheiratet habe *freu*, und das war dann doch ein wenig Aufwand und Stress... Positiv, natürlich.

Ja, ich finde, Du kannst Dir gratulieren und das Ergebnis gibt Dir recht, oder?

Alles Liebe Euch beiden und Dir und ihm!

NM

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A
akari_12527560
21.05.03 um 15:13

Hallo Traumfee!
Auch einen lieben Gruß in Deine Richtung! Hmmm, grübel, war das so in nordöstliche Richtung, von Muc aus gesehen?

NM

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I
isidor
21.05.03 um 15:13
In Antwort auf akari_12527560

Hallo Isidor!
Stimmt ja, Du bist die mit der "ewig langen" Beziehung, nicht? War das nicht was mit 16 Jahren oder so? Respekt.

Ich hab so lang nichts von mir hören lassen, weil ich kürzlich den Meinen geheiratet habe *freu*, und das war dann doch ein wenig Aufwand und Stress... Positiv, natürlich.

Ja, ich finde, Du kannst Dir gratulieren und das Ergebnis gibt Dir recht, oder?

Alles Liebe Euch beiden und Dir und ihm!

NM

Na sowas!
Herzlichen Glückwunsch zu Eurer Hochzeit!

Ja, ich bin die mit den 16 Jahren
Ich musste gleich grinsen, als ich das gelesen hab!

Isidor



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an0N_1250211099z
21.05.03 um 15:14
In Antwort auf isidor

Hallo NM!
Schön mal wieder was von Dir zu lesen, wenn auch der Anlass kein guter ist.

Ich bin auch in einer langjährigen Beziehung, aber wir haben jeder auch unseren eigenen Freundeskreis und auch eigene Hobbies, die wir ohne den anderen ausüben.
Ich wäre nie im Leben bereit, meine Persönlichkeit in so einem Maße aufzugeben, wie das Deine Freundin getan hat. Aber ich bin auch eher ein etwas nüchterner Typ (also um sich der Wahrheit anzunähern - ich bin ein typischer Zwilling - andere würden sagen, ich sei oberflächlich und zu keiner tiefen Bindung fähig ), aber wenn das wirklich so ist, kann ich mir ja nur gratulieren.
Ich werde immer ich bleiben, auch wenn die Liebe noch so groß ist. Ich würde ersticken, wenn ich nur mit meinem Partner aufeinanderhocken würde. Ich brauche sehr viel Freiraum und auch Zeit, die ich alleine verbringen kann. Mein Partner akzeptiert das zum Glück.

Den (Ex)Freund Deiner Freundin kann ich somit gut verstehen und was Dich betrifft; Du hättest sie wohl kaum ändern können, auch wenn Du deutlichere Bemerkungen gemacht hättest.

Vielleicht kannst Du ja jetzt besonders für sie dasein und ihr so klarmachen, dass eine Beziehung oder Ehe nicht Ende Gelände ist, sondern dass es im Leben noch mehr wichtige Verknüpfungen geben muss.

So long
die Isidor

Hi
Ich erkenne mich in einigen Dingen wieder, leider..
Wir sind seit 7 jahren ein Paar, haben auch eine gemeinsame Wohnung, (auch auf unserem ABsind unsere beiden namen, was ich jetzt abe rnicht so schlim finde) und unsere freizeit verbingen wir immer gemeinsam, unter der Woche und auch am WE. Niemals gehen wir uns auf den Wecker.
Am Anfang waren wir auch mal getrennt weg, einmal in der Woche oder so, aber nach ca. 3 Jahren hörte das auf. Unser Freundeskreis ist unser gemeinsamer, den haben wir gemeinsam aufgebaut und haben auch Kontakt, es sind alles Paare darunter.
Ich sehe schon zu, daß ich schon ab und zu mal was alleine unternehme, aber sehr selten, mein Freund dagegen ist nur noch zuhause, keine Unternehmungen mehr mit seinem Kumpel, weil beide einfach viel arbeiten und froh sind,wenn sie zuhause sind.

Ich denke auch, wir müssen mal wieder anfangen, mehr eigenständige Dinge zu machen und habe daher gleich mal meine beiden freundinnen angerufen, die ich nun morgen abend treffe,...alleine...wenn mein Freund das Bedürnfis nun mal nicht hat, kann ich ja nix zu...

Aber telefonieren tun wir nie über den Tag, sehen uns ja eh abends...und mißtrauisch bin ich auch nicht.

Auch wenn mein Partner und ich uns super verstehen und gut miteinander auskommen, ist es sicher nur gut, mal alleine was zu machen...ging ja früher auch!

Tschüüssss

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akari_12527560
21.05.03 um 15:15
In Antwort auf isidor

Na sowas!
Herzlichen Glückwunsch zu Eurer Hochzeit!

Ja, ich bin die mit den 16 Jahren
Ich musste gleich grinsen, als ich das gelesen hab!

Isidor



Danke
LG NM

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A
akari_12527560
21.05.03 um 15:20
In Antwort auf an0N_1250211099z

Hi
Ich erkenne mich in einigen Dingen wieder, leider..
Wir sind seit 7 jahren ein Paar, haben auch eine gemeinsame Wohnung, (auch auf unserem ABsind unsere beiden namen, was ich jetzt abe rnicht so schlim finde) und unsere freizeit verbingen wir immer gemeinsam, unter der Woche und auch am WE. Niemals gehen wir uns auf den Wecker.
Am Anfang waren wir auch mal getrennt weg, einmal in der Woche oder so, aber nach ca. 3 Jahren hörte das auf. Unser Freundeskreis ist unser gemeinsamer, den haben wir gemeinsam aufgebaut und haben auch Kontakt, es sind alles Paare darunter.
Ich sehe schon zu, daß ich schon ab und zu mal was alleine unternehme, aber sehr selten, mein Freund dagegen ist nur noch zuhause, keine Unternehmungen mehr mit seinem Kumpel, weil beide einfach viel arbeiten und froh sind,wenn sie zuhause sind.

Ich denke auch, wir müssen mal wieder anfangen, mehr eigenständige Dinge zu machen und habe daher gleich mal meine beiden freundinnen angerufen, die ich nun morgen abend treffe,...alleine...wenn mein Freund das Bedürnfis nun mal nicht hat, kann ich ja nix zu...

Aber telefonieren tun wir nie über den Tag, sehen uns ja eh abends...und mißtrauisch bin ich auch nicht.

Auch wenn mein Partner und ich uns super verstehen und gut miteinander auskommen, ist es sicher nur gut, mal alleine was zu machen...ging ja früher auch!

Tschüüssss

Huch
Ich wollte Dich nicht erschrecken.

Es kann natürlich auch gut gehen. Würde mir nie anmaßen, das als allgemeingültig hinzustellen. Das muss jeder selbst wissen. Und bei Euch scheint es ja zu klappen!

Das mit dem AB war nur ein Beispiel. Mein Mann und ich haben z.B. sogar zwei eigene Telefonnummern. Aber das hat natürlich nichts mit dem Gelingen oder Scheitern einer Beziehung zu tun!

Trotzdem finde ich es gut, wenn Du auch mal wieder was alleine machen willst. Schaden kann es ja nichts, oder?

Ich denk' mir halt auch immer - falls doch irgendwann mal Schluss sein sollte - Garantie gibt es keine - dann will ich nicht ohne Freunde dastehen. Das heißt nicht, dass ich "für den Fall" vorbaue, denn ich hoffe und glaube ja, dass er nicht eintritt. Aber es ist einfach ein besseres Gefühl, auch freundesmäßig "auf eigenen Beinen zu stehen", genau so, wie ich gerne mein eigenes Geld verdiene...

Alles Liebe, NM

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