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Tolle Familie, aber fehlende Ehe in der Familie

2. Juni 2014 um 23:37

Ich schreibe hier, in einem sicherlich mehr durch Frauen genutzten Forum, um eine Frauenmeinung zu hören.
Ich versuche mich kurz zu halten, was jedoch nicht einfach ist.

Ich bin 50 J., leite ein großes Team in einem Großunternehmen und verfüge daher über ein gesichertes Einkommen. Charakterlich schätze ich mich wie folgt ein. Ich bin eher der "Macher" als der "Mitläufer". Da ich meist an der richtige Stelle das Richtige sage, gern Verantwortung übernehmen und durch mein selbstsicheres Auftreten werden mir auch gern führende Aufgaben übertragen. So war ich z.B. in der Schule Klassensprecher, im Sportverein viele Jahre Mannschaftskapitän und heute Elternsprecher in der Schule. Ich habe mir immer realistische Ziele gestellt, die ich auch alle erreicht habe und worauf ich sehr stolz bin. Dennoch bin ich ein zurückhaltender, aber ein inzwischen grundsätzlich sehr selbstbewußter Mann, der irgend wie eine große Portion Sicherheit ausstrahlt. Ich mag auch eher Sicherheit um mich herum. Mit diesem Sicherheitsdenken bin ich aufgewachsen. Meine Eltern sind fast 60 J. und meine Schwester über 35 J. verheiratet. Meine persönliche Zufriedenheit schätze ich auf einer Skala von 0 - 10 heute bei 8-9 ein.

Nach einer handvoll "Knutschfreundinnen" im Teenageralter lernte ich meine 1. feste Freundin mit 16 J. kennen. Am Anfang zählten wir Wochen, dann Monate und später Jahre (insg. 6). Alle dachten wir würden heiraten und zusammen alt werden. Nach 5 J. zogen wir auch zusammen, jedoch entstanden Probleme, die wir nicht lösen konnten. Wir leisteten uns beide einen Seitensprung, was auf beiden Seiten zu einem Vertrauensverlust führte, so dass wir uns ca. 9 Monate nach dem Zusammenzug trennten. Ich war damals 22 J. alt.

Fast zeitgleich lernte ich meine 2. feste Partnerin kennen. Anfangs dachte ich, ich hätte meine Traumfrau kennen gelernt. Ich fiel jedoch sehr schnell aus meinem Traum. Kurz nach dem wir zusammen waren beichtete sie mir, dass sie parallel die Geliebte ihres Chefs sei. Sie trennte sich (angeblich) von ihrem Chef, der sie jedoch weiterhin ständig anbaggerte und sie mit Flugreisen, Theaterkarten etc. umgarnte. Sie versicherte mir, dass sie nichts mehr mit ihm hätte anderseits wusste ich jedoch, dass sie schnell nachgab und nicht treu sein konnte. Nach 8-monatiger Beziehung ging sie abermals fremd. Sie kam jedoch auch schnell wieder zurück. Ich benötigte einen Liebes- und Sicherheitsbeweis und nach einjähriger Beziehung zogen wir zusammen. Wir verlobten uns sogar. Immer wieder brach sie jedoch aus unserer Beziehung aus. Ich machte beruflich relativ schnell Karriere. Nach 4 Jahre bezogen wir ein Haus, dass wir gemeinsam gebaut haben. Kurz nach dem wir das Haus bezogen haben, ging sie jedoch immer mehr ihre eigenen Wege. Ich merkte wie unserer Beziehung immer mehr auseinander brach, fand kein Mittel sie wieder herzustellen und sie ging wieder fremd. In einer langen Besprechung musste ich dann einsehen, dass es keinen Sinn mehr macht und wir getrennte Wege gehen mussten. Trotz allem hatte ich diese Frau sehr geliebt und hatte umsonst so viel Kraft investiert. Ich stand mit einem Haus "am Bein" alleine dar. Ich weiß, ich war blöd, hatte viel zu viel zugelassen, aber wenn man jemanden liebt... Ich versuchte zwar nochmals sie zurückzugewinnen, aber vergeblich. Als Grund für alles gab sie an, dass sie mich nicht mehr lieben würde, vielleicht nie richtig geliebt hätte. Soweit ich es weiß, hatte sie jedoch auch in der Folgezeit immer wieder wechselnde Beziehungen und ist erst seit wenigen Jahren verheiratet. Unsere Trennung ist jetzt 23 Jahre her. Soweit meine Vorgeschichten.

Ca. 3 Monate nach der Trennung fuhr ich im Januar 1992 in den Skiurlaub und lernte meine heutige Frau kennen. Wir sind also seit nunmehr 22 1/2 Jahren ein Paar und wir sind fast 20 J. verheiratet. Unsere Kinder sind fast 16 J. (Junge) und fast 19 J. (Tochter). Unsere Beziehung war am Anfang auch nicht ganz einfach. Meine Frau trennte sich für mich nach 6 J. von ihrem damaligen Freund, der angeblich sehr unzuverlässig und immer wieder arbeitslos war. Ich sah es zunächst als netten Urlaubsflirt an. Wir trafen uns zunächst nur am Wochenende, da wir 200 km voneinander entfernt (sie im Ruhrgebiet, ich im Rhein/Main-Gebiet) wohnten, aber von Woche zu Woche mochte ich meine Frau immer mehr. Dennoch war ich anfangs nicht sicher, ob ich bereits wieder eine so feste Beziehung wollte. Ich war immer noch zu enttäuscht und hatte Angst wieder verletzt zu werden. Sie eroberte mit kleinen Gesten immer mein Herz. Sie gab mir Sicherheit und Vertrauen, was ich jahrelang vermisst habe. Ich stand umgekehrt für Zuverlässigkeit , Sicherheit (Haus) und festen Einkommen.
Wir waren erst ca. 4 Monate zusammmen als ich ein berufliches Angebot in Berlin bekam, das ich unbedingt annehmen wollte. Meine Frau, damalige Freundin, bat mich, sie mitzunehmen, was in mir wechselnde Gefühle auslöste. Letztlich wurde ich von allen überzeugt, sie mitzunehmen. Es war nicht einfach, ich verglich sie zu sehr mit meiner Ex, aber wir wuchsen zusammen, schätzten und liebten uns immer mehr und heiraten nach rd. 3 Jahren. Wir bauten in der Nähe von Berlin ein Haus und bekamen unsere Tochter. Ich hatte das Gefühl "angekommen" zu sein und war happy, endlich die langersehnte Familie zu haben.
Mit dem kleinen Kind ergaben sich jedoch erste größere Schwierigkeiten. Ich musste auch aufgrund der Schulden viel arbeiten, meine Frau konzentrierte sich zu sehr aufs Kind. Jeder fühlte sich auf seine Weise vernachlässigt. Dennoch bekamen wir 3 Jahre später unseren Sohn, die Probleme wurden nicht einfacher. Jeder funktionierte über Jahre auf seine Weise/in seinem Gebiet hervorragend. Meine Frau ist eine super liebenswerte Mutter, ich der zuverlässige Familienversorger. Was (leider) immer mehr den Bach herunter geht, ist unsere Ehe, Zweisamkeit, Nettigkeiten etc. Unsere Kinder machten uns zusätzlich Sorgen, da unsere Tochter über 3-4 Jahre an Magersucht litt und sogar im Krankenhaus lag, jedoch als geheilt gilt. Inzwischen sind die Kinder so groß, dass wir auch wieder mehr gemeinsam unternehmen könnten, aber es gelingt uns nicht. Es wird fast nur noch herum genörgelt und alles schlecht gemacht. Auch eine Paartherapie brachte uns nicht weiter. Eher verschlimmerte es alles, da wir uns mal alles von der Seele redeten. Ich versuche viele Wünsche meiner Frau aufzunehmen und zu verbessern (z.B. mehr zu Hause zu sein, ihr mehr im Haushalt zu helfen), jedoch ist der Zustand fast unerträglich. Meine Frau hat um sich herum eine Mauer gebaut, die ich nicht mehr zu durchdringen vermag. Liebe, Zärtlichkeiten, Sex = Fehlanzeige. Meine Frau gibt mir für alles die Schuld. Sie verweist auf meine bereits 2 gescheiterten Beziehungen (sie hatte jedoch vor mir jedoch auch 2 längere Beziehungen) und führt das als Beweis an, dass ich Schuld sei. Andererseits hätte ich sie zu viel alleine gelassen (was zum Teil sicherlich auch stimmt) etc., jedoch wollte sie die Annehmlichkeiten wie Haus, Autos, Urlaub genauso und das fällt halt nicht vom Himmel.

Inzwischen bin ich genauso ratlos wie vor 23 Jahren und habe meiner Frau auch eine friedliche Trennung vorgeschlagen. Diese will sie jedoch nicht, wobei sie mir jedoch nicht sagen kann, ob sie mehr Angst hat mich zu verlieren oder ihr Ansehen und heile Welt nach außen. "Ich könnte sie doch nicht mit allem alleine lassen". Alles was ich mache ist scheinbar falsch. Ich bin so verzweifelt, dass ich manchmal das Gefühl bekomme, mich vor einen Zug zu werfen. Dann denke ich jedoch wieder an die Kinder, die sicherlich nicht ohne Papa durchs Leben gehen wollen und dass ich außer mit meiner Ehe, mit vielem in meinem Leben zufrieden bin.
Meine Frau hat mich jedoch mit ihrer Aussage, dass ich beziehungsunfähig sein soll total verunsichert. Ich versuche ein guter Familienvater zu sein und bekomme ständig von ihr in die Fresse. Sie weiß aber auch, dass ich sehr an den Kindern hänge, an allem, was wir uns aufgebaut haben, und nicht so einfach gehen werde.

Ich danke fürs lesen und hoffentlich kritische, jedoch sachliche Tipps.

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3. Juni 2014 um 9:29

Viel Hoffnung
sehe ich für euch nicht, wenn deine Frau nicht einsehen möchte, dass zum Gelingen einer Ehe, zwei Leute gehören, nicht nur einer. Will sagen, sie muss begreifen, dass du nicht allein daran Schuld bist, dass ihr in einer Sackgasse angekommen seid. Sie muss ihren Anteil daran begreifen. Sie muss sich ein Stück weit öffnen, dir gegenüber.
Ich würde dir raten, dass noch mal mit deiner Frau klipp und klar zu besprechen. Sie muss einfach mal ihre Rolle in der ganzen Sachen objektiv betrachten.
Wenn das nicht funktionieren sollte, dann würde ich an deiner Stelle eine Beziehungspause in Betracht ziehen. Eine Trennung auf Zeit hilft auf jeden Fall dabei, die Gefühle die man für den Anderen empfindet, zu ordnen und zu überlegen, wie es weiter gehen kann.
Eure Kinder sind im übrigen alt genug um mit sowas klar zu kommen. Im Falle einer Trennung wird es nicht leicht für sie, das gebe ich zu, aber es ist besser, wenn die Eltern freundschaftlich auseinander gehen und es ihnen dann gut geht, als wenn sie zusammenbleiben und es irgendwann nur noch Konflikte zwischen ihnen gibt. Das kann ich dir aus eigener Erfahrung versichern.
Ich wünsch dir viel Kraft für die kommende Zeit und hoffe für dich, dass deine Frau ein Einsehen haben wird!

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3. Juni 2014 um 12:12

Tolle Familie, aber fehlende Liebe in der Ehe
Danke für Eure Antworten.

@Mathilda789: Ich bin arbeiten und kann nicht ständig hier lesen und schreiben.

@Violetluna1: Meine Eltern sind nicht 60, sonderm 60 Jahre verheiratet, habe ich auch geschrieben.


@all
Ja, ja, da ist viel Wahres, was ihr schreibt, jedoch welche Ehe/Beziehung, die über 20 Jahre dauert hat keine Höhen und Tiefen? Unsere Probleme sind auch massiv der Tatsache geschuldet, dass wir keinerlei Unterstützung durch Eltern haben, da die weit weg wohnen und wir unsere eine große Schuldenlast zugefügt haben.

Ja, es ist richtig, dass ich anfangs in meine Frau zu wenig verliebt war und nur "gemocht" habe. Ich war noch zu verletzt und noch nicht offen für eine neue Beziehung. Ich habe ihr das offen gesagt, aber sie hat fast darum gebettelt, dass wir es zusammen probieren und da wir uns lediglich am WE sahen, war das richtige "Pensum", was ich zulassen konnte. Ich spürte -nach der 5-jährigen Enttäuschung zuvor-, dass sie immer treu an meiner Seite bleibt und ich gab ihr das Gefühl (nach dem ihr 1. Freund sie körperlich attackiert hat und der 2. ihr wenig bieten konnte und wollte), sie gut durchs Leben zu führen. Aus meiner Sicht war mein Frau ganz froh darum, einen Mann zu haben, der sehr zielstrebig ist und an dessen Seite sie durchs Leben laufen kann, wobei ich nicht dominant und auch gern auf Wünsche von ihr eingegangen bin. Insofern war unsere Beziehung zunächst eine Art Zweckgemeinschaft in der wir zusammen gewachsen sind und aus der mit der Zeit Liebe wurde. Als wir heiraten, hatte ich das Gefühl, dass ich es doch richtig gemacht habe. Ich schätze meine Frau sehr. Sie ist ein ganz tolle liebevolle Mutter und ein charakterlich einwandfreier Mensch und grundsätzlich will ich sie auch nicht missen und das habe ich ihr bereits oft gesagt.

Ja, es ist auch richtig, dass meine Frau sehr großen Belastungen ausgesetzt ist/war. Ich war jahrelang ein Arbeitstier, der daneben auch gern das eine oder andere Hobby gepflegt hat, insbesondere Sport in unserer betriebsinternen Sportgemeinschaft, um Kontakte zu pflegen. Ich hatte riesige Existenz- und Verlustängste. Ich war jahrelang Alleinverdiener mit einem Berg von Schulden im Rücken. Meine Frau war umgekehrt jahrelang auf sich alleine gestellt, da wir keine familiäre Unterstützung in der Nähe haben und ich viel unterwegs war. Meine Frau hat sich gewünscht, dass ich sie mehr zu Hause mit Haushalt und Kinder unterstütze und ich mir, dass sie auch einen finanziellen Beitrag leistet, unsere Schulden abzutragen. Jeder hat sicherlich seine Aufgabe toll bewältigt, aber die gegenseitige Anerkennung dafür fehlte und fehlt bis heute noch.

Ja, ich räume ein, ich hätte (früher) das Eine oder Andere besser machen können. Aus meiner damaligen Sicht war es jedoch ausreichend, wenn ich das Geld nach Hause bringe, morgens die Kinder zum Kindergarten bzw. Schule brachte und am WE ab und zu koche und die Kinder ins Bett bringe. Große Beschwerden gab es auch fast nie. Meine Frau konzentrierte sich auf Haushalt und Kinder, "sonnte" sich in ihrem Wohlstand und schien mit ihrer Rolle nicht unzufrieden. Sie hat jedoch keinerlei Hobbies und kaum Kontakte gepflegt. Umgekehrt wünschte ich mir, dass mir auch mal eine Babysitter engagieren und mal was alleine unternehmen, aber einen Babysitter hat meine Frau bis auf 2-3 x stets abgelehnt. Unsere Zweisamkeit ist auf der Strecke geblieben und daran sind beide "Schuld".

In den letzten Jahren, auch durch die Erkrankung unserer Tochter, habe ich mein Arbeits- und Hobbypensum arg gedrosselt und aus meiner Sicht auch einige Wünsche und Bitten meiner Frau umgesetzt. Ich bin mehr zu Hause und versuche zu helfen, was ich sehe. Gestern abend zum Beispiel kam ich nach Hause und sah, dass die Spülmaschine ausgeräumt werden muss. Nichts weltbewegendes, aber ich habe es gesehen und ausgeräumt. Früher wäre mir das nicht aufgefallen. Heute morgen hat mich meine Frau gebeten, die Wäsche im Garten abzuhängen, da es drohte zu rgenen. Sie (inzwischen Halbtags-Job) musste zur Arbeit und ich erst später. Ich habe es getan. Ich wette, heute abend gibt es kein "Danke" dafür, sondern wahrscheinlich wieder der Vorwurf, dass ich irgend ein Kleidungsstück nach dem Abhängen nicht richtig zusammen gelegt habe.

Was mir meine Frau vorwirft? Antwort: Dass ich an ihrer Unzufriedenheit Schuld bin, da ich früher zu wenig zu Hause war, sie dadurch zu erschöpft ist. Dadurch sich eingegraben hat, eine Mauer um sich herum gebaut hat und keine Nähe mehr zulassen und sich nicht mehr fallen lassen kann. Schuld ist immer der Andere, nie sie selbst.

Ich bringe immer mal Blumen mit, schreibe ihr mal etwas Liebes. Vor Weihnachten habe ich uns ein gemeinsames WE in Hamburg mit Musical - und Weihnachtsmarktbesuchen (beides mag sie sehr) "geschenkt". Sie hat nach zähem Ringen mal ihre "kleinen" Kinder (18 bzw. 15 J.!!!) alleine zu Hause lassen können. Das WE war aus meiner Sicht wirklich schön. Einige Tage später nörgelte sie auch an diesem herum...

So, ich hoffe, ich habe noch einige Dinge verdeutlichen können. Ich bin einfach ratlos, weil ich schon so viel geändert habe und auch auf ihre Wünsche eingegangen bin, aber sie kann sich nicht mehr öffnen. Ich wünsche mir so sehr, dass sie mich mal wieder in den Arm nimmt, mal was Liebes sagt.

Vielleicht kann der Eine oder Andere nachvollziehen, dass ich am liebsten meine Sachen packen würde. Aber wenn ich gehe, bin natürlich ich der Schuldige... Wie fast immer, am Ende sind die "bösen" Männer die Dummen.




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3. Juni 2014 um 12:20

Schmetterlinge
So ist das zu 100 % richtig. Ich habe mein Leben immer auf 3 Säulen aufgebaut. Arbeit, Familie/Kinder, Hobbies. Meine Frau hatte 1 1/2 Säulen. Familie/K i n d e r, 1/2tags-Job. Und jetzt bricht ihr Lebensinhalt (Kinder) langsam weg. Wo finde ich den Funken????

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3. Juni 2014 um 17:38

Tolle Familie, aber fehlende Liebe in der Ehe
Ja, ihr habt mit Euren Kommentaren viel Wahres geschrieben.

Ja, ich mache mir auch den leichten Vorwurf, bei allen Frauen in meinem Leben etwas falsch gemacht zu haben. Bei der 1. Beziehung war ich zu ungeduldig, bei der 2. habe ich zu viel verziehen und hätte sie gleich wieder beenden müssen, spätestens nach 8 Monaten als mich meiner Ex mich zum 2. Mal betrog. Heute weiß ich, dass ich mit meinem "Verzeihen" ihr quasi einen Freibrief gab, immer wieder auszubrechen. Und meine Frau und ich haben zu wenig darauf geachtet, ob wir tatsächlich gut zusammen passten, sondern die gegenseitige Sicherheit die wir uns gaben, war und ist unser Bindemittel.

So hat unser Leben/Ehe ein gewisses Eigenleben entwickelt. Ich der relativ erfolgreich Manager, der auch noch zahlreiche sportliche Erfolge vorweisen kann und stolz darauf ist, sie die halbtags arbeitende Mutter, die die Kinder groß gezogen hat und mir für meine Erfolge den Rücken frei hielt und außer die Kinder groß ziehen, wenig bis keine eigenen Ziele hat und keine eigenen Hobbies/Leidenschaft und wenig Selbstbewußtsein hat. Jetzt sind die Kinder fast groß und sie hat kein neues Ziel.

Exkurs: Aufgrund der Magersucht unserer Tochter stehen wir auch mit einer Therapeutin in Kontakt, die uns im April zu 2 Familiengesprächen eingeladen hat. Unsere Tochter hat wohl bei ihr fallen gelassen, dass sich ihre Eltern nicht mehr gut verstehen. Die Therapeutin hat uns direkt darauf angesprochen und den Finger in die Wunde gelegt und meiner Frau deutlich ins Gewissen geredet, dass sie sich hinter den Kindern versteckt, nichts für sich tut etc. und jetzt in ein Loch gefallen ist.

Es hört sich jetzt so an, dass ich nur mit dem Finger auf meine Frau zeige. Ich habe aber für die Situation auch viel beigetragen, das ist mir bewußt.



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4. Juni 2014 um 14:04

Hallo!
Mathilda hat das meiner Meinung nach schon sehr gut ausgeführt. Dennoch möchte ich auch noch etwas dazu sagen.

Was Du beschreibst, ist wahrscheinlich ein weit verbreitetes Problem Deiner Generation. Frau zuhause, Mann arbeitet und während ihre Aufgaben klar sind, liegt es an seinem Einkommen, wie sich das Leben weiterhin materiell gestaltet. Das baut natürlich einen gewissen Druck auf. Auf beide wohgemerkt, denn auch Kindererziehung und Haushalt kann gut gelingen oder nachlässig gestaltet werden. Jeder versucht das beste für alle dabei zu geben und voller Konzentration auf die eigentliche Aufgabe verliert man andere Dinge aus den Augen. Nicht selten den Partner! Beschwert sich irgendwann einer, fragt sich der andere, woher denn die Unzufriedenheit komme, schließlich hätte man immer nur sein Bestes gegeben.
Oft ist es auch so, dass das beide Partner das genau so wollten - damals!
(Ich kenne übrigens Paare, die das heute noch so handhaben und das auch genau so wollen, wie sie sagen.)
Erst viel später begreift man vielleicht, welche Opfer man dafür gebracht hat und man die Zeit nicht mehr zurückdrehen kann.

Bei euch ist es nun so, dass Du schon verstanden hast, dass Du Fehler gemacht hast (wie alle Menschen übrigens auch - das wurde auch schon mehrmals gesagt). Deine Frau allerdings dümpelt weiter so vor sich hin und ihre Hauptaufgabe, die Kinder, brauchen immer weniger ihrer Zeit.
In der neu gewonnen Zeit spürt sie immer wieder ihre Unzufriedenheit und projeziert sie auf Dich. Nichts ungewöhnliches, denn meistens bekommen die engsten Vertrauten die Launen des jeweiligen ab. Solange das nur Launen sind, die ab und zu auftauchen, ok. Bleibt diese Grundstimmung dauerhaft, schlecht.

Ich glaube schon, dass ihr dieses Problem lösen könnt. Allerdings muss Deine Frau zuerst einsehen, dass Du nicht allein an der ganzen Misere schuld bist, sondern jeder für sich seinen Teil dazu beigetragen hat. Dass sie sich dann eine Tätigkeit suchen muss, bei der sie Anerkennung erfährt, weißt Du und alle anderen hier auch. Das ist genau das, was ihr fehlt. Sie muss das alles aber auch wirklich begreifen. Und leider begreifen das manche nie.

Voraussetzung dafür ist, dass ihr beide wirklich zusammen bleiben wollt um eurer selbst Willen, nicht weil es der sicherste und bequemste Weg ist. Ob ihr euch je richtig geliebt habt oder jeder nur die Vorzüge des anderen,...wer weiß das schon. Es ist lange her, Verliebtheit vergeht, Alltag kehrt ein, erst recht oder schneller mit Kindern.
Nach 22 1/2 Jahren die Fehler in der Vergangenheit suchen, finde ich übertrieben. Manch anderen Paare liebten sich überwältigend und stundenlang , haben vorher noch viel mehr wegstecken müssen und schaffen es nicht mal halb so lang oder erst recht noch länger! Es ist jetzt unsinnig geworden darüber nachzudenken, finde ich. Das eine hat mit dem anderen nix mehr zu tun.

Ich wünsche euch alles Gute! Auch für Deine Tochter!


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4. Juni 2014 um 16:33

Dysfunktioniert
Was nun, was tun? Wer weiß Rat? Wenn ER nicht mehr funktioniert? Sie braucht ihre Orgasmen, traut sich aber nicht! Obwohl er ihr schon zahlreiche Avancen gemacht hat
Dabei wäre ich mit einem Freund für sie einverstanden. XYZ

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5. Juni 2014 um 0:09

Tolle Famile, aber fehlende Liebe in der Ehe
Ich danke für Eure Antworten. Das Thema beschäftigt mich sehr, daher noch ein Kommentar. Auch wenn ich mit dem Finger auf meine Frau zeige, dass sie viel zu unserem Dilemma in den letzten Jahren beitrug, ist mir bewußt, dass ich einen großen Fehler zu Beginn unserer Ehe gemacht habe.
Nach der Trennung von meiner Ex war ich so demoralisiert, dass ich erst mal eine viel längere Beziehungspause einlegen müssen, da ich noch viel Frust in die neue Beziehung mitgebracht habe. Insofern hat meine Frau auch viel aushalten müssen.
Ich will jetzt auch gar nicht alles schlecht machen, Höhen und Tiefen gehören sicherlich zu einer Beziehung.
Mir fällt jedoch in den letzten Jahren immer mehr auf, dass mit etwas Wichtiges fehlt. Liebe, Zuneigung, Sex.
Ursache dafür sind sicherlich, dass ich zu viel gearbeitet habe, aber auch meine Frau zu wenig für sich getan hat, sich selbst nicht mehr mag etc.
Es ist schwer, da ein Weg heraus zu finden. Ich gebe sicherlich nicht schnell auf, jedoch verliert man allmählich die Geduld und Hoffnung, dass sich die Dinge, nach denen man sich sehnt, sich wieder einstellen.
Ich merke, dass ich immer mehr fremdgucke und wenn ich manche sich liebende Pärchen sehe denke, ach wäre das schön...

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