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Tod des Vaters meines Freundes

20. September 2005 um 10:28

Hallo Ihr Lieben,

ich weiß eigentlich gar nicht richtig, was ich schreiben soll. Aber ich muss einfach mit jemandem "reden"
Heute morgen halb 8 rief mein Freund an. Da hatte er gerade erfahren, dass sein Vater um 7 gestorben ist Wir waren sicher alle schon in solchen Situationen und ich bräucht einfach mal Euren Rat. Ich weiß nicht so richtig, wie verhalt ich mich denn jetzt "richtig" - lass ich ihm erstmal bisschen Ruhe (er muss sich auch noch um seine Mutter und Schwester kümmern) oder nicht? Ich kann ihm ja aber auch nicht ständig sagen, mir tut es leid und wenn was ist, sag Bescheid... Wo ist der Mittelweg? Ich will mich ihm ja weder aufdrängen noch so tun als ginge mich das nichts an. (Muss dazu sagen, ich hab den Vater nur ungefähr ein halbes Jahr gekannt, allerdings nicht allzu oft gesehen, weil mein Freund und ich erst ein Jahr zusammen sind und von Anfang an in einer Fernbeziehung leben.)
Ich hab ihm angeboten, dass ich den Rest der Woche frei mache und zu ihm komme. Das hat er erst angenommen, hat sich sehr gefreut, dass ich so reagiere. Dann meinte er allerdings, ich solle nur Freitag frei machen, er will sich wie gesagt um die anderen beiden kümmern und auch versuchen wieder arbeiten zu gehen.
Ach Leute, ich bin irgendwie ziemlich durcheinander, ich kann eh mit dem Thema Tod eher schlecht umgehen. Na gut, wer kann das aber eigentlich nicht, oder?

Wetterfee80

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20. September 2005 um 11:33

Mein Beileid
Liebe Wetterfee,

vor 2,5 WOchen ist nach langer Krankheit der Vater einer ganz ganz engen Freundin gestorben. Ich habe sie während der Krankheit ihres Dads begleitet. Auch ich wusste in der Zeit nicht immer was ich sagen soll oder wie ich reagieren sollte, was war richtig?. Aber ich habe gelernt, dass man nicht das richtige sagen kann, man kann nur das richtige tun. Sagen, dass alles wieder gut wird ist doof... wird alles gut? Wieder alles wieder? Nee, das ganze Leben wird sich für die Hinterbliebenen ändern. Der Verstorbene wird an allen Ecken und Enden fehlen.
Deine "Aufgabe" ist es, diesen Schmerz mit ihm zu teilen. Sei da, wenn er Dich braucht. Höre zu, wenn er reden möchte, auch dann wenn Du nicht weißt was Du sagen kannst. Einfach nur da sein und ihm, seine Mutter und seine Schwester wissen lassen, dass Du ihm ein Stütze bist.....
Ich weiß, da ist am Anfang eine Hemmschwelle, weil man die direkten Angehörigen nicht stören möchte. Man wartet auf Zeichen... So habe ich mich bei meiner Freundin auch anfangs verhalten bis ich gemerkt habe, dass sie das nicht will, dass man sie wie ein rohes Ei behandelt... Sie wollte einfach, dass wir da sind... Und dann habe ich es auch so gemacht.
Einige haben mich nach dem Tod gefragt wie es ihr geht, wollte nicht direkt sie fragen... wollten sich später bei ihr melden, ihr erst Ruhe lassen. Aber das ist falsch. Damit bestraft man den Hinterbliebenen noch mehr, wenn man sich auch Angst sich falsch zu verhalten distanziert. Das brauchen sie nicht, sie brauchen Nähe... Sei da, einfach nur da.


LG Pluster


PS. an dem Spruch "Geteiltes Leid, ist halbes LEid. Geteilte Freude ist doppelte Freude" ist was wahres dran....

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21. September 2005 um 7:20
In Antwort auf alanis_12681975

Mein Beileid
Liebe Wetterfee,

vor 2,5 WOchen ist nach langer Krankheit der Vater einer ganz ganz engen Freundin gestorben. Ich habe sie während der Krankheit ihres Dads begleitet. Auch ich wusste in der Zeit nicht immer was ich sagen soll oder wie ich reagieren sollte, was war richtig?. Aber ich habe gelernt, dass man nicht das richtige sagen kann, man kann nur das richtige tun. Sagen, dass alles wieder gut wird ist doof... wird alles gut? Wieder alles wieder? Nee, das ganze Leben wird sich für die Hinterbliebenen ändern. Der Verstorbene wird an allen Ecken und Enden fehlen.
Deine "Aufgabe" ist es, diesen Schmerz mit ihm zu teilen. Sei da, wenn er Dich braucht. Höre zu, wenn er reden möchte, auch dann wenn Du nicht weißt was Du sagen kannst. Einfach nur da sein und ihm, seine Mutter und seine Schwester wissen lassen, dass Du ihm ein Stütze bist.....
Ich weiß, da ist am Anfang eine Hemmschwelle, weil man die direkten Angehörigen nicht stören möchte. Man wartet auf Zeichen... So habe ich mich bei meiner Freundin auch anfangs verhalten bis ich gemerkt habe, dass sie das nicht will, dass man sie wie ein rohes Ei behandelt... Sie wollte einfach, dass wir da sind... Und dann habe ich es auch so gemacht.
Einige haben mich nach dem Tod gefragt wie es ihr geht, wollte nicht direkt sie fragen... wollten sich später bei ihr melden, ihr erst Ruhe lassen. Aber das ist falsch. Damit bestraft man den Hinterbliebenen noch mehr, wenn man sich auch Angst sich falsch zu verhalten distanziert. Das brauchen sie nicht, sie brauchen Nähe... Sei da, einfach nur da.


LG Pluster


PS. an dem Spruch "Geteiltes Leid, ist halbes LEid. Geteilte Freude ist doppelte Freude" ist was wahres dran....

So
und als obs nicht schon schwer genug wäre, kann ich jetzt noch nicht mal mit zur Beerdigung gehen. Hab gestern Abend von meinem Freund erfahren, dass die Beerdigung am nächsten Freitag statt findet. Da kommen meine Eltern (endlich) mal wieder zu mir, wir haben Karten für ne Veranstaltung, Hotel is gebucht und meine Eltern machen im Anschluss daran noch eine Woche Urlaub ungefähr 2 Stunden von mir entfernt. Ganz toll Jetzt hab ich gestern Abend schon überlegt, wie ich das machen könnte, dass ich trotzdem hoch fahre, Samstag aber vielleicht mit meinen Eltern gleich wieder runter oder keine Ahnung. Mein Freund meinte allerdings, er will nicht, dass ich dieses und nächstes Wochenende auf der Autobahn bin, dann passiert vielleicht noch was und das könnte er sich nie verzeihen. Sein Vater hat nie gewollt, dass seinetwegen Umstände gemacht werden und es wär okay, wenn ich dieses Wochenende hoch käme und nächstes Wochenende dann mit meinen Eltern verbringe. Was mir gestern Abend gar nicht gleich eingefallen ist: Ich könnte nächsten Freitag noch nicht mal frei machen! Weil meine Kollegin da schon Donnerstag+Freitag frei hat...
Auch wenn mein Freund sagt, das ist schon okay, fühl ich mich irgendwie gar nicht wohl. Für mich war klar, dass ich mit zur Beerdigung gehe. Er war zwar gestern schon bisschen erstaunt bzw. für ihn war das wohl nicht ganz so klar, aber gut. Mir gefällt das alles gar nicht. Und ich will vor allem nicht, dass es dann heißt ja und wo ist sie jetzt? Hats nicht mal nötig zu erscheinen oder so. Mein Freund hat mich zwar beruhigt und gesagt, wenn er sagt, es ist okay, dann ist es okay, aber wie gesagt, ich find das gar nicht so okay

LG Wetterfee

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21. September 2005 um 8:00
In Antwort auf davida_12546473

So
und als obs nicht schon schwer genug wäre, kann ich jetzt noch nicht mal mit zur Beerdigung gehen. Hab gestern Abend von meinem Freund erfahren, dass die Beerdigung am nächsten Freitag statt findet. Da kommen meine Eltern (endlich) mal wieder zu mir, wir haben Karten für ne Veranstaltung, Hotel is gebucht und meine Eltern machen im Anschluss daran noch eine Woche Urlaub ungefähr 2 Stunden von mir entfernt. Ganz toll Jetzt hab ich gestern Abend schon überlegt, wie ich das machen könnte, dass ich trotzdem hoch fahre, Samstag aber vielleicht mit meinen Eltern gleich wieder runter oder keine Ahnung. Mein Freund meinte allerdings, er will nicht, dass ich dieses und nächstes Wochenende auf der Autobahn bin, dann passiert vielleicht noch was und das könnte er sich nie verzeihen. Sein Vater hat nie gewollt, dass seinetwegen Umstände gemacht werden und es wär okay, wenn ich dieses Wochenende hoch käme und nächstes Wochenende dann mit meinen Eltern verbringe. Was mir gestern Abend gar nicht gleich eingefallen ist: Ich könnte nächsten Freitag noch nicht mal frei machen! Weil meine Kollegin da schon Donnerstag+Freitag frei hat...
Auch wenn mein Freund sagt, das ist schon okay, fühl ich mich irgendwie gar nicht wohl. Für mich war klar, dass ich mit zur Beerdigung gehe. Er war zwar gestern schon bisschen erstaunt bzw. für ihn war das wohl nicht ganz so klar, aber gut. Mir gefällt das alles gar nicht. Und ich will vor allem nicht, dass es dann heißt ja und wo ist sie jetzt? Hats nicht mal nötig zu erscheinen oder so. Mein Freund hat mich zwar beruhigt und gesagt, wenn er sagt, es ist okay, dann ist es okay, aber wie gesagt, ich find das gar nicht so okay

LG Wetterfee

Wenn es für Dich nicht ok ist, ....
.... dann spreche mit Deinen Eltern, spreche mit Deinem Chef. Eine Beerdigung ist immer ein Argument und da wird jeder für Verständnis haben!


LG Pluster

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21. September 2005 um 9:20
In Antwort auf alanis_12681975

Wenn es für Dich nicht ok ist, ....
.... dann spreche mit Deinen Eltern, spreche mit Deinem Chef. Eine Beerdigung ist immer ein Argument und da wird jeder für Verständnis haben!


LG Pluster

Danke Pluster
erstmal für Deine Antworten. Tut gut, mit jemandem zu "reden"...

Inzwischen ist alles schon wieder bisschen anders Ich hatte nämlich die Idee, doch nächsten Freitag hoch zu fahren. Aber nicht selbst, sondern über die Mitfahrzentrale. Und siehe da, da würden doch tatsächlich 4 Leute genau zur passenden Zeit fahren *freu* Dann könnte ich Freitag mit zur Beerdigung gehen, die nämlich schon um 10 Uhr ist. Und meine Eltern fahren dann eben nicht am Vormittag, sondern erst Mittag los. Und können mich so wieder mit zurück nehmen. Das wär glaub ne Lösung, mit der alle gut leben können. Und mir wär wirklich auch wohler. Und das mit dem Tag Urlaub bekomm ich schon hin, weil gegen eine Beerdigung kann ja wirklich keiner was sagen.

Ja so mach ich das. Bin irgendwie erleichtert

LG Wetterfee80

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21. September 2005 um 9:23
In Antwort auf davida_12546473

Danke Pluster
erstmal für Deine Antworten. Tut gut, mit jemandem zu "reden"...

Inzwischen ist alles schon wieder bisschen anders Ich hatte nämlich die Idee, doch nächsten Freitag hoch zu fahren. Aber nicht selbst, sondern über die Mitfahrzentrale. Und siehe da, da würden doch tatsächlich 4 Leute genau zur passenden Zeit fahren *freu* Dann könnte ich Freitag mit zur Beerdigung gehen, die nämlich schon um 10 Uhr ist. Und meine Eltern fahren dann eben nicht am Vormittag, sondern erst Mittag los. Und können mich so wieder mit zurück nehmen. Das wär glaub ne Lösung, mit der alle gut leben können. Und mir wär wirklich auch wohler. Und das mit dem Tag Urlaub bekomm ich schon hin, weil gegen eine Beerdigung kann ja wirklich keiner was sagen.

Ja so mach ich das. Bin irgendwie erleichtert

LG Wetterfee80

Ja kuck....
... Problem gelöst... Jedenfalls Deins.

Drücke Dir die Daumen und die nötige Kraft für Freitag.


LG
Pluster

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21. September 2005 um 10:10
In Antwort auf alanis_12681975

Ja kuck....
... Problem gelöst... Jedenfalls Deins.

Drücke Dir die Daumen und die nötige Kraft für Freitag.


LG
Pluster

*räusper*

du kennst deinen freund natürlich am besten und weisst am ehesten was er braucht ABER wenn ich an deiner stelle gewesen wäre, wäre ich auf der stelle zu ihm gefahren! um ihm beiszustehen und ggf. bei organisatorischen sachen zu helfen. wenn mein chef für eine soche ausnahmesitutaion kein verständniss hätte wär mir das egal gewesen.

was die beerdigung angeht.
hör mal- der VATER deines partners ist GESTORBEN und du überlegst wie du das regelst dass du mit deinen eltern eine veranstaltung besuchen kannst das ist doch jetzt total UNWICHTIG! deine eltern können ihren besuch verschieben, aber dein freund brauch jemanden der ihm gerade nach der beerdigung beisteht!

ich finde pluster hat das sehr schön gesagt: man kann nicht das richtige sagen, aber man kann das richtige TUN!


sparkling

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