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Tochter meines Freundes ist eingezogen

2. Februar 2015 um 10:36

Hallo zusammen,

ich schildere mal meine Umstände und die Vorgeschichte, die alles etwas verständlichen machen ... Sorry vorab für soviel Text.

Mein Freund (44) und ich (30) waren sieben Jahre ein Paar. Er ist bzw. war verheiratet und hat mit seiner Exfrau zwei Kinder, Mädchen (12) und Junge (8). Als wir zusammen waren, hatte er regelmäßigen Kontakt zu seinen Kindern (per Telefon, nach der Arbeit ein paar Stunden verbracht), die Besuchszeiten bei uns zuhause waren jedoch sehr unregelmäßig, eher selten. Die Exfrau und mein Freund tun sich sehr schwer in der Kommunikation. Sie macht ihm Vorwürfe, wo sie nur kann, ich bin und war ein absolut rotes Tuch für sie. Dazu muss ich sagen, als mein Partner und ich uns kennen gelernt haben, hat er zunächst seine Ehe und seine Kinder verschwiegen. Als ich dann so verliebt in ihr war, "beichtete" er es mir und mit meinen naiven 22 Lenzen nahm ich es so hin, da er meine erste große Liebe ist. Wir sind sofort zusammen gezogen, waren und sind ein Paar, die alles zusammen machen.

Im Januar 2014 hat er sich von mir getrennt (Krise in der Beziehung). Binnen zwei Wochen hatte er eine neue Partnerin, die bereits ein Kind (w,7) hat. Mein Freund fühlte sich wohl bei ihr irgendwie erziehungstechnisch sehr gut aufgehoben und bindete fortan seine Kinder sehr stark in seine neue Beziehung ein, die von Beginn an als Patchworkfamilie zusammen lebte. Der Kontakt zwischen meinem Freund und mir ist in dieser Zeit nie abgebrochen, im Gegenteil, wir schrieben uns täglich, er ging seiner neuen Freundin regelmäßig fremd. Aus der gemeinsamen Wohnung bin ich ausgezogen, jedoch in unmittelbarer Nachbarschaft. Da ich extrem unter der Trennung gelitten habe, habe ich dieses Dreiecks-Ding mitgemacht. Nach 11 Monaten zerbrach die Beziehung, wohl auch an den unterschiedlichen Erziehungsauffassungen der beiden, weil er ihre Tochter nicht leiden konnte und weil sie wiederum eifersüchtig auf seine Tochter war. Dazu muss ich sagen, dass mein Freund seine Tochter über sehr liebt, die Bindung zu ihr war schon damals bis zur Trennung von der Exfrau eng ... eben ein Papakind

Nun kam es so, dass sich seine Tochter mit der Mutter verkracht hat, nachdem sie beim Kiffen erwischt wurde, daraufhin ordnete die Mutter an, dass sie zu ihrem Vater ziehen solle, was auch geschah. Seit November 2014 wohnt sie bei ihm und hat auch ihr eigenes Zimmer.

Seit Dezember sind wir wieder ein Paar und unser Zusammenleben als solches findet natürlich nur bei ihm in der Wohnung statt, da er seine Tochter nicht alleine lassen will. Grundsätzlich verstehe ich mich mit ihr gut, dennoch gibt es ein paar Dinge, die mir Sorgen machen bzw. mich traurig machen. Zum einen ist es so, dass sie ein sehr "präsentes" Kind ist, d. h. sie hat zwar ihr eigenes Zimmer, nutzt dieses aber nicht. Kurzum ist sie täglich bis zirka 23 Uhr/23:30 Uhr, wenn sie dann ins Bett geht, bei uns im Wohnzimmer und schaut mit uns gemeinsam Tv. Mein Freund und ich kuscheln dann schon zusammen, aber es ist eben doch nicht die Zweisamkeit, die ich mir wünschen würde. Wenn ich nicht bei ihm schlafe, also in meiner Wohnung, schläft seine Tochter immer bei ihm im Bett. Das stört mich auch ein bisschen, da unser Bett eigentlich unsere Privatsphäre ist. Wahrscheinlich fehlt mir diese bedingslose Mutterliebe es entspannt zu sehen, dass die Teenie-Tochter regelmäßig in meiner Betthälfte schläft, ich weiß es nicht?! Durch diesen Umstand dürfen wir jeden Abend die Frage von ihr beantworten, ob ich denn heute hier schlafen würde oder nicht. Da sie am liebsten immer bei Papa schlafen will, ist die Frage nachvollziehbar. Für mich ist dieser gesamte Umstand schon komisch, da die Wohnung früher unsere gemeinsame Wohnung war, unser zuhause und nun werde ich regelmäßig gefragt, ob ich dort schlafe oder nicht. Meinen Freund stört es nicht, dass sie immer bei ihm schlafen will, er sagt aber auch, dass er in einem "Interessenkonflikt" steht, da er auch möchte, dass ich bei ihm bin. Jedes zweite Wochenende haben wir für uns alleine, da ist die Tochter bei der Mutter, an den anderen Wochenenden haben wir beide Kinder.

Seine Tochter ist in der Pubertät angekommen, WhatsApp das allerwichtigste. Sie hat vornehmlich Jungs als "Freunde" mit denen sie flirtet und Herzchen schickt, was meinem Freund Sorgen bereitet, verständlich, in der Schule entstand schon das Gerücht, sie sei schwanger, nun weiß die ganze Schule aber von ihr, dass sie "stolze" Jungfrau ist. "Echte" Freunde hat sie kaum, mit denen sie sich im realen Leben trifft, kommt zumindest sehr selten vor, hauptsächlich oberflächliches WhatsApp-Geschreibe mit irgendwelchen Typen, die Namen können wir uns kaum noch merken, wer gerade aktuell ist. Wenn sie sich doch mal treffen will, ist mein Freund eher dagegen, da er nicht will, dass sie sich mit irgendwelchen 16jährigen Typen trifft. Zudem ist sie in der Schule mehrfach auffällig geworden durch rauchen, kiffen und Schlägereien mit anderen Mädchen. Von ihren Schlägereien erzählt sie dann zuhause stolz, wo sich mir die Zehnägel hochbiegen, mein Freund versucht sich in Erziehung, scheitert aber m. E. Laut seiner Aussage hat er sich als Kind auch oft geprügelt und wenn es einen Grund dafür gibt, dann soll sich auch wehren können. Zu allem Überfluss hat sich seiner Tochter zu Weihnachten eine Playstation gewünscht inkl. dem Spiel "Call of Duty" (Gewaltsspiel, FSK18), mein Freund hat es natürlich gekauft und nun spielen beide mit großer Begeisterung regelmäßig dieses BallaBalla-Spiel und ich sitze nur *kopfschüttelnd* daneben. Grundsätzlich mische ich mich nicht in seine Erziehung ein, es sei denn, er bittet mich um seine Meinung, aber im Großen und Ganzen kann ich sagen, dass wir oft nicht konform wären.

Und da seine Tochter sehr selbstbewusst ist (lässt sich auch ungern was von Papa sagen, diskutiert gerne, um Recht zu bekommen, hält sich öfters nicht an Absprachen und weiß Papa dennoch immer wieder um den Finger zu wickeln), würde ich den Kürzeren ziehen und für viel Unmut in unserer "Dreier-Beziehung" sorgen, wenn ich ihr mal meine Meinung schildern würde, also lasse ich es bleiben und grummel innerlich mal mehr, mal weniger vor mich hin, aber perspektivisch mache ich mir schon Sorgen, wie das alles werden wird und ob ich mir mit dieser Beziehung einen Gefallen tue?! Einzig die Liebe zu meinem Freund und unsere lange gemeinsame Vergangenheit hält mich so sehr fest

Ich weiß, mir kann niemand eine Entscheidung abnehmen, da es mein Leben ist, dennoch hoffe ich auf objektive Meinungen, Ratschläge, Erfahrungen von kinderlosen Frauen, die mit einem "Second-Hand"-Mann zusammen sind.

Danke an alle, die sich die Zeit genommen haben, meinen Text zu lesen!

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5. Februar 2015 um 7:34

Moin!
Objektiv würde ich sagen das Dein Freund ein echtes Problem mit der Erziehung seiner Tochter hat. Eine 12-Jährige die bis 23.30 Uhr vor der Glotze sitzt? No way!

Mein ältester Sohn ist 13 Jahre alt und ist spätestens um 20.30 Uhr im Bett.

Am WE kommen die Kinder schon mal zum kuscheln in das Elternschlafzimmer, aber sie haben nie, auch nicht als Säuglinge, die Nacht im Elternschlafzimmer verbracht (außer bei Krankheit).

Sie bekommen auch keine Filme bzw. Spiele in die Hand welche für ihr Alter nicht geeignet sind.

Klar, WhatsApp ist natürlich gerade "in", das geht ja auch in Ordnung. Und das die Kids heutzutage ihre Freunde und Bekannten eher im Netz treffen als real ist auch nichts wirklich Neues mehr.

Aber Rauchen, Kiffen oder Schlägern geht gar nicht.

Deinen Ausführungen zufolge scheint Dein Freund aber auch kein wirklich verlässlicher Partner zu sein und sorry, ich denke das Du Deine Naivität auch noch nicht verloren hast. Wenn der Typ seine Ehefrau mit Dir betrügt und auch bei seinen weiter Beziehungen weiterhin mit Dir ins Bett geht - was macht Dich so sicher das Du jetzt die Einzige in seinem Leben ist?

An Deiner Stelle würde ich die Reißleine ziehen und mich vom Acker machen.

Gruß F.

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