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Tip: Ausland-Fake enttarnen

5. August 2012 um 19:51

Hallo,
man liest ja haarsträubende Dinge hier, dabei ist es gar nicht schwer, einen Fake - insbesondere einen aus dem Ausland zu enttarnen.
1. Profil
Anhand des Profils ist es nicht so einfach.
Auf jeden Fall sollte er ein Bild im Profil haben, das macht einen ersten Check einfach. Ihr solltet das Profilbild auf eurem Rechner abspeichern (übrigens auch sofort das Profil als PDF auf dem Rechner speichern). Das gespeicherte Bild jagt ihr dann durch die Google-Bildersuche ... eine tolle Erfindung! Einfach google.de aufrufen, Bilder anklicken, in einem kleineren Fenster den Ordner mit dem Foto von IHM öffnen, anklicken und mit der Maus in das Suchfeld ziehen. Google sucht dann nach ähnlichen Bildern.
Ist ER ein Fake, hat er das Bild aus irgendeinem sozialen Netzwerk gemopst und es wird in der Regel über google gefunden.
Er hat kein Bild eingestellt, weil er es sich nicht leisten kann, dass Kunden oder wer auch sonst ihn auf einer Datingplattform erkennt? Hier sollten schon mal die roten Lampen angehen. Lasst euch ein Bild per eMail zuschicken. Gebt nie eure echte Mailadresse weiter, sondern legt euch eine Mailadresse z.B. mit eurem Nick zu. Am besten nutzt man dafür eine .com-Adresse, also z.B. @live.com, @yahoo.com, @hotmail.com oder so. Warum? Diese Mailadressen lassen sich nicht zurückverfolgen ... selbst unsere Polizei kommt an die Daten nicht heran. Deshalb nutzen Fakes gerne eine .com-Mailadresse.
Also lasst euch die Bilder schicken und jagt sie durch die Google-Bildersuche.
2. EXIF-Daten von Bildern
Bilder enthalten sog. Exif-Daten. da steht drin, wann das Bild aufgenommen wurde, mit welcher Kamera, welche Belichtungszeit, Blende etc. Fehlen diese Exif-Daten spricht das schon mal dafür, dass das Bild von irgendwem aus einem sozialen Netzwerk missbraucht wurde. Die Exif-Daten könnt ihr sehen, wenn ihr das Bild mit einem Bildbearbeitungsprogramm öffnet
3. IP der eMail
Firefox bietet z.B. im Header (Kopf der eMail) die sog. X-Originating-IP. Darüber findet man nicht den Wohnort des Absenders, aber den Einwahlknoten/Standort des Servers, von dem die Mail verschickt wurde. Diese IP-Adresse kann man googeln. Es gibt viele Seiten im Netz, die einem dann den Standort verraten. Dabei sollte man sich nicht auf einen Anbieter verlasen, sondern das bei mehreren gegenchecken (ist kostenlos!). Es wird teilweise auch angezeigt, ob sich jemand über W-Lan eingeloggt hat, um die Mail zu verschicken. Es gibt noch mehr IP-Adressen im eMail-Header, die zeigen aber nur die Standorte der Server an, über die die Mail gelaufen ist. Wird also eine .com-Mailadresse benutzt, ist auch mindestens ein amerikanischer Server dabei. Das bringt euch nicht weiter. Ihr braucht die X-Originating-IP.
Die IP-Adresse wechselt bei jedem Login ins Internet. Eine fixe IP-Adresse haben nur große Firmen. Ist die X-Originating IP immer gleich, schickt er also die eMails aus der Firma bzw. hat einen Heimarbeitsplatz von dem aus er sich in der Firma einloggen kann und so die Server benutzt.
4. Die Story
Egal was ER will ... Sex, Geld ... er wird immer eine zu Tränen rührende Geschichte parat haben. Frauen haben ein "Ich-kümmere-mich"-Gen, das die Natur zwar ganz pfiffig angelegt hat, von solchen Typen aber gerne missbraucht wird. Möglicherweise erzählt er, er sei Witwer, geschieden und alleinerziehender Vater, getrennt lebend oder was auch immer. Seine Frau war drogenabhängig, krebskrank mit langem Leiden oder etwas in der Art.Irgenwas fällt ihm ein, was den Mutterinstinkt weckt.
5. Telefon
Legt euch ein Kartenhandy für solche Zwecke zu und gebt nicht eure Privatnummer oder eure Handynummer vom Handy raus, dass ihr ständig benutzt. Oft gibt er euch bereitwillig seine Telefonnummer, aber das wird eine Handynummer sein. Mit einem Handy aus England kann man z.B. auch in Deutschland telefonieren und es wird die englische Handynummer inkl. englischer Vorwahl angezeigt. Ob es eine Handynummer ist, verrät auch wieder google oder sogar Wikipedia. +44777 ist z.B. eine englische Handynummer. Er wird euch auch keine Festnetznummer geben, braucht ihr also gar nicht nach zu fragen.
6. Der Dr.-Titel
Auch gerne genommen ... ER hat promoviert oder gar habilitiert (Dr. oder Prof., abhängig von seinem Beuteschema). Alle Doktorarbeiten, die in Deutschland geschrieben wurden, müssen bei der Deutschen Nationalbibliothek eingereicht werden. Auf der Seite der Deutschen Nationalbibliothek gibt es eine Datenbank. Mit der dortigen Namenssuche kann man herausfinden, ob jemand tatsächlich seine Doktorarbeit in Deutschland geschrieben hat. In anderen Staaten, wie z.B. England, muss kein Exemplar bei der Nationalbibliothek abgeliefert werden. Wenn er pfiffig ist, hat er also nicht in Deutschland promoviert.
Außerdem schreibt jeder Wissenschaftler (z.B. Biochemiker) sog. Papers (Veröffentlichungen). Er muss also im Netz zu finden sein, falls er im Forschungsbereich tätig ist. Im Übrigen haben diese Leute häufig auch Patente ... also durchaus mal kostenlos die Datenbank beim Deutschen oder Europäischen Patentamt befragen nach dem Namen.
7. Mr. Google
Einfach mal den Namen und auch das Pseudonym bei Google eingeben und schauen welche Treffer kommen.
8. Das Treffen
Sollte ER wirklich interessiert sein, kommt er nach Deutschland. Für die ersten (ja Mehrzahl!) Treffen immer einen öffentlichen Ort wählen, z.B. ein Café, ein Restaurant o.ä. Immer alle bekannten Daten bei einer Freundin hinterlegen und diese auch mal zwischendurch anrufen oder simsen lassen. Gebt ihr ein ok zurück, wenn alles in Ordnung ist.
Wichtig ist, dass ihr als Frau auf bekanntem Terrain unterwegs seit, also in einer Stadt die ihr kennt. Man trifft sich mal eben auf der Mitte ist ja nett gemeint, aber ihr seid dann auf unbekanntem Terrain unterwegs und das macht möglicherweise unsicher.
Lasst ihn nicht in eure Wohnung. Klärt vorher mit ihm, wo er zu übernachten gedenkt. Sollte er vergessen haben ein Hotel zu reservieren oder er hat kein Geld dafür ... Finger weg!
9. Unstimmigkeiten entdeckt?
Bloß keine Fragen stellen ... z.B. wieso wird mir die IP-Adresse aus Marburg angezeigt, wenn du doch in Spanien bist oder ähnliches. Er wird das nicht erklären können und beleidigt sein, dass man ihm nicht vertraut. Er nutzt ein iPhone oder SmartPhone und weiß auch nicht wie das kommt oder irgendwie so etwas versucht er zu erzählen. Er wird vor allem tief verletzt sein denn er weiß, dass wir IHN lieben und nicht verletzen wollen. Fragen bringt also nichts außer der nächsten Lüge. Beißt euch auf die Zunge bzw. die Finger und wartet ab, wie viele Fettnäpfchen er noch mit nimmt.
10. Zuviele Unstimmigkeiten?
Finger weg ... das kann nur schief gehen!
11. Nie Geld überweisen oder geben!
Ein Mann der es ernst meint, kommt nicht mit seinen finanziellen Problemen um die Ecke. Schließlich sind Männer stolze Wesen, die jedes Problem alleine lösen können. Ein Mann wird gerade am Anfang einer Beziehung nicht seine finanziellen Probleme vor euch ausbreiten.
12. Romantik
ER ist ein unglaublicher Romantiker, schreibt Gedichte oder hat immer die passenden Songs parat, die er euch bittet zu hören. Auch das sollte hellhörig machen ... solche seltenen Exemplare laufen nicht im Netz frei rum ... auch wenn wir das gerne hätten.

Falls auf euren Traummann die vorstehenden Punkte nicht zutreffen heißt das nicht, dass es ihn tatsächlich gibt. Entweder hat er diesen Beitrag schon gelesen oder er ist ziemlich clever ... es ist also immer Vorsicht geboten und gesundes Misstrauen hat noch nie geschadet!
Mit den richtigen Vorsichtsmaßnahmen ausgestattet wünsche ich allen weiterhin viel Spaß beim Chatten, Flirten, Daten ... es gibt nicht nur negative Erfahrungen, auch wenn sich das jetzt so anhört ... man muss eben nur vorsichtig sein.
Liebe Grüße
Eure Simone

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6. August 2012 um 18:25

Danke ...
Hallo Albert,
Danke für deinen Tipp ... hätte ich auch selbst drauf kommen können, denn WikiCommons nutzt Tineye.com
Ich habe gerade den Gegenversuch gemacht und muss dir leider sagen ... 0 Treffer. Dabei habe ich beide Möglichkeiten zur Bildersuche verwendet (URL angeben und Bild hochladen). Keine Ahnung welche Kriterien Tineye.com nutzt, aber bei der Google-Bildersuche hatte ich entsprechende Treffer aus den sozialen Netzwerken myspace.com und Facebook.com. Aber nach dem Motto "sicher ist sicher" sollte man wohl beide Bildersuchen verwenden. Daher finde ich deinen Tipp klasse.

Mein Exemplar hat angerufen, aber trotzdem war ich misstrauisch seit der 2. Mail, weil es immer dieselbe IP war und ich scheine Recht zu haben. Den Knaben haben mehrere dumme Zufälle erwischt, z.B. hat er den gleichen Beruf angegeben (Krebs-Forscher), den auch mein Bruder hat ... und er hatte doppeltes Pech, weil ich beruflich Leute im Internet aufspüre und viele Tricks und Möglichkeiten daher kenne. Ist eben dumm gelaufen für ihn.
Aber wichtig ist mir, dass mehr Frauen (und auch Männer, aber die sind wohl seltener betroffen) diese doch relativ einfachen Möglichkeiten kennenlernen.
LG
Simone

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