Home / Forum / Liebe & Beziehung / Therapeutin: Selbstmitleid?

Therapeutin: Selbstmitleid?

30. Januar 2007 um 18:22


Hallo,

wegen einiger schief gegangener Beziehungen und auch anderen unerledigten Themen bin ich seit 1 Jahr in einer Gestalt-Therapie. Dort habe ich viel kennen gelernt, was meine eigenen Anteile gewesen sind und ich bin seit ein paar Wochen dabei, richtig zu spüren, was früher so an einer vergleichsweise Eiswand abgeprallt wäre.

So ein paar Schutzschichten sind einfach weg.

Ich bin einfach sehr nah am Wasser zur Zeit und habe in jeder Stunde nur noch geheult.



Nun zu meiner Frage: in der letzten Stunde hat die Therapeutin mich selbstmitleidig genannt und ob das ein übernommenes Verhaltensmuster meiner Mutter wäre.

Seitdem habe ich die Therapie gekündigt, ich war total empört über diese Einschätzung. Da komme ich vertrauensvoll mit meinen Nöten und Tränen zu jemand, der das als Selbstmitleid analysiert...???

Inzwischen bin ich aber unsicher. Kann das denn stimmen? Zu der Frau kann ich nicht mehr, ich habe den Kontakt spontan gekappt.
Was meint ihr? Oder ist das wirklich so, wenn man wochenlang heult?

Mehr lesen

30. Januar 2007 um 18:26

Keine Ahnung
ich habe noch nie ne Therapie gemacht.Bin aber auch sehr dicht am Wasser gebaut.Habe die Trennung von meinem Ex nach 8 Monaten immer noch nicht ganz verarbeitet.Das mit dem Selbstmitleid und mit dem Heulen kenne ich nur zu gut!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

30. Januar 2007 um 18:29

Ich befürchte,
du warst aus deiner empörung heraus zu schnell.wenn dich dieses wort "selbstmitleid" so kränkt und verletzt, heisst das doch, dass die therapeutin einen ganz wunden punkt getroffen hat. vielleicht ist an ihrer vermutung etwas dran und dieses thema ist im moment einfach noch zu schwierig für dich.
ruf sie an! sie ist therapeutin und kennt überstürzte verhaltensweisen. ich würde weitermachen mit der therapie, so schmerzlich das auch ist.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

30. Januar 2007 um 19:46

Ich würde die Therapie auch weiter machen
Ich glaube sie wollte Dir nur helfen aus dieser Trauer herauszukommen und neue Kraft zu schöpfen. Vielleicht hat sie sich etwas unglücklich ausgedrückt, aber sie wollte damit erreichen, dass Du einmal darüber nachdenkst, warum Du Dich immerwieder so traurig fühlst.

Vielleicht neigst Du ja wirklich ein bißchen dazu Dein Schicksal schlecht zu deuten und Deine Situation ein bißchen schlechter einzuschätzen als sie ist.

Weil ich dich nicht kenne, kann ich das nicht beurteilen, aber ich würde Deiner Therapeutin einfach sagen, dass es Dich sehr verletzt hat, was sie gesagt hat und das mit den Schutzschichten, die du abgebaut hast. Genau das was Du hier geschrieben hast.

Sie wird das verstehen! Mach lieber weiter, später wirst Du froh darüber sein. Und es muss Dir kein Stück unangenehm sein, dass du das ganze erst abgebrochen hast, solche Reaktionen gehören vielleicht sogar zum Prozess der Heilung dazu.

Viel Glück, Silvie

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

30. Januar 2007 um 19:51

Tja...
ich denke alleine deine Reaktion über diese Vermutung lässt darauf schließen, dass sie ins Schwarze getroffen hat.
Statt einach in ruhe über das nachzudenken, was sie sagt und für dich herauszufinden ob es stimmt hast du kindisch reagiert und die Therapie gekündigt...
Sorry, aber nach einer so langen Zeit solltest du dieser Frau, die dein Leben positiv beeinflußen will und dich auf deine Fehler hinweisen will und die helfen will, das Recht einräumen auch mal unangenehme Dinge zu sagen. Dazu ist eine Therapie doch da! Und klare Worte sollten da auch nicht fehlen, denn nur so kann man arbeiten. Wenn du weißt wie du bist kannst du Gegenmaßnahmen ergreifen. Wenn du es blockierst- du wie du es getan hast- hast du keine Chance auf Besserung. Sich selbst kann keiner therapieren.

Mach diese Therapie weiter und versuch mit deiner Therapeutin die Dinge zu klären.

Viel Erfolg!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

31. Januar 2007 um 10:25

Hallo Gerda,
ich habe selbst noch keine Therapie gemacht, aber viel meiner Freunde und Bekannten und auch meine beste Freundin. Von daher weiß ich, dass es normal ist, dass es auch mal zu Konflikten und Abbruch der Therapie kommen kann. Das ist normal und nicht nur dir passiert. Ich möchte dir jedoch dringend raten weiterzumachen. Die Tatsache, dass schon ein paar Schutzschichten einfach weg sind und dass du viel weinst, sollte dir zeigen, dass die Therapie wirkt. So eine Therapie ist ein hartes Stück Arbeit. Sei weiter so mutig und tapfer und stelle dich dem. Du kannst daraus nur gewinnen. Und wenn du jetzt für immer abbrichst, hätte deine Therapeutin wirklich recht. Sie hat dir eine für dich negative und verletzende Eigenschaft/Neigung gesagt und du machst dicht und bemitleidest dich, weil sie so gemein zu dir war. Zeig ihr und vorallem dir, dass du nicht selbstmitleidig bist, indem du stark und tapfer bist und wieder hingehst. Wenn du absolut nicht mehr zu ihr kannst, dann suche dir wenigsten eine andere Therapeutin und mache bei ihr weiter. Du hast doch schon so viel geschafft (1 Jahr). Willst du jetzt wirklich aufgeben, mitten auf dem Weg?! Mach es nicht und du wirst irgenwann sehr sehr stolz auf dich sein!

Viel Kraft und alles Gute!!!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

31. Januar 2007 um 12:59

Mich auch,
zum lachen gebracht!! Werde einen Abzug daraus weiterleiten an Bekannte.
Liebe Grüße
walden6

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

31. Januar 2007 um 13:07
In Antwort auf prue_12762071

Tja...
ich denke alleine deine Reaktion über diese Vermutung lässt darauf schließen, dass sie ins Schwarze getroffen hat.
Statt einach in ruhe über das nachzudenken, was sie sagt und für dich herauszufinden ob es stimmt hast du kindisch reagiert und die Therapie gekündigt...
Sorry, aber nach einer so langen Zeit solltest du dieser Frau, die dein Leben positiv beeinflußen will und dich auf deine Fehler hinweisen will und die helfen will, das Recht einräumen auch mal unangenehme Dinge zu sagen. Dazu ist eine Therapie doch da! Und klare Worte sollten da auch nicht fehlen, denn nur so kann man arbeiten. Wenn du weißt wie du bist kannst du Gegenmaßnahmen ergreifen. Wenn du es blockierst- du wie du es getan hast- hast du keine Chance auf Besserung. Sich selbst kann keiner therapieren.

Mach diese Therapie weiter und versuch mit deiner Therapeutin die Dinge zu klären.

Viel Erfolg!

Finde ich nicht,
auf die Art etwas zu sagen kommt es an und ein Therapeut sollte so gut sein, dass er merkt das Tränen echt sind. Wir sind schließlich fast alle von kleinauf mehr oder minder stark verletzt worden und da hätte die Therapeutin mal die Luft anhalten und die viel beschworenen Gefühle eines anderen Menschen einfach mal ertragen können. Ein Therapeut soll mit nicht unangenehme Dinge sagen, sondern mir den Raum geben meine Knotenpunkte selbst zu erkennen. Dazu gehört selbstverständlich das von ihm oder ihr gesprochene Wort. Ich finde nicht, dass eine Therapie dazu da ist "mir auch mal unangenehme Worte" zu sagen. Ich bin dran und es ist meine Entscheidung wie ich reagiere. Den Eingriff der Therapeutin empfinde ich als unangemessen. Außerdem, was heißt hier "Selbstmitleid", darf ich für alle Mitgefühl + Tränen haben, nur für mich nicht?
Liebe Grüße
walden6

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

31. Januar 2007 um 13:12
In Antwort auf kalani_12728999

Ich befürchte,
du warst aus deiner empörung heraus zu schnell.wenn dich dieses wort "selbstmitleid" so kränkt und verletzt, heisst das doch, dass die therapeutin einen ganz wunden punkt getroffen hat. vielleicht ist an ihrer vermutung etwas dran und dieses thema ist im moment einfach noch zu schwierig für dich.
ruf sie an! sie ist therapeutin und kennt überstürzte verhaltensweisen. ich würde weitermachen mit der therapie, so schmerzlich das auch ist.

Ich nicht,
denn ein Therapeutin sollte wenn sie einen Wund trifft, in der Lage sein die Situation dahin zu führen, dass die Klientin begreift was gerade in ihr geschieht + womit es zusammenhängt. Viel Schmerz (hier von außen kommend) bedeutet nicht gleich viel Heilung.
Liebe Grüße
walden6

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

31. Januar 2007 um 13:29

Nachdem ich
hier schon anderen etwas zu ihren Beiträgen sandte, komme ich zurück zu dir. Die Jungfrau von Orleans oder auch Johanna von Orleans, soll nach Zeitzeugen ihres Lebens die Hälfte der Zeit geweint haben. Und die ist belegtermaßen als Tapfer, Mutig und ihre Autorität durchsetzend bekannt. Ich selbst kan nur sagen, einfach weinen wenn die Tränen kommen ist erleichternd, wenn auch manchmal sehr aufrüttelnd. Ich finde auch, dass das Wort "Selbstmitleid" ogt diffamiert wird. Mit allem und jeden sollen wir Mitleid haben, doch mit uns selbst nicht oder wie ist das zu verstehen? Wenn du dir über die Arbeit mit ihr, und schließlich hast du den Hauptteil dieser Arbeit zu erledigen, unglücklich bist, würde ich, aber nur wenn ich das für mich ok finde, noch mal mit ihr reden. Kann sein, dein Eindruck relativiert sich dann und sie hat dir mit diesem Wort geholfen etwas zu erkennen (wenn es auch nicht unbedingt Selbstmitleid sein muss).Kann aber auch sein, dein Eindruck dort nicht wirklich verstanden worden zu sein und so genommen werden wie du eben gerade bist stimmt. Dann würde ich mir einen/ eine anderen Therapeutin suchen. Die Therapie überhaupt abzubrechen halte ich für unangebracht, doch liegt es in deiner Hand wie du das machst.Doch irgendwie hört es sich so wie du es beschreibst so an, als hätte es bei ihr was ausgelöst. Macht sie denn Supervision? Ein Therapeut wird ja mit vielen Dingen konfrontiert die auch sein / ihr Innenleben berühren.
Ich wünsche dir Menschen die dich unterstützen auf deinem mutigen Weg zu einem lebenswerteren Leben.
Liebe Grüße
walden6

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

31. Januar 2007 um 21:55

Hammer...
jetzt hab ich beinah ein paar Traenchen gelacht.

danke
lg jule

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

31. Januar 2007 um 23:38

Ja,
das denke ich auch. Weinen ist wichtig und befreit die Seele. Wochenlangen heulen jedoch, ist krankhaft und hat tiefe Gründe. Und überall steht und ließt man ja auch,laß deine Tränen fließen und das ist auch gut. Aber nicht zu lange. Irgendwann ist auch gut mit dem Selbstmitleid, Trauer, Selbstfindung (wie immer man es nennen mag), weil dann muß man sich einfach mal wieder rausreißen. Und statt dem durchweinten Tag hat man sich dann ins Fitnessstudio, Spaziergang, Freundetreff gebracht und wer dazu dann nicht die Kraft hat, hat ein Problem.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Du willst nichts mehr verpassen?
facebook