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Teufel Alkohol

30. August 2005 um 23:53

Hallo,

ich habe keine Frage an Euch.
Ich möchte nur mal meine Gedanken und Gefühle aufschreiben.
Vielleicht kann sie dann besser verstehen und einordnen.

Seit fast 25 Jahren kenne ich nun meinen Freund.
Wir wußten sofort, daß wir zusammen gehören.
Ich hatte mich zu erst in seine neugierigen, strahlenden Augen, sein unwiederstehliches Lächeln und in seine offene Art verliebt.
Genau so hatte ich mir als Teeny meinen Traummann vorgestellt.
Er war meine erste große Liebe und ich seine.

Was ist von dieser Liebe übriggeblieben?

Ich hatte eine besonders dicke, rosarote Brille auf, denn mir viel nicht auf, wie viel mein Freund trank.

Dann wurde es immer mehr.

Er ist aggressiv, ungerecht und vorallem verletzend.
Manchmal denke ich, daß es ihm gut geht, wenn es mir schlecht geht.

Wie oft er schon eine Entgiftung oder einen Entzug gemacht hat, kann ich nicht mehr zählen.
Bei der letzten war er sogar über ein Jahr trocken!
Und obwohl ich ganz tief im inneren schon einige Zweifel hatte, war ich doch so stolz auf ihn!

Wir hatten in dieser Zeit einige schwere Kämpfe und Gespräche. Jeder mußte lernen mit dieser Situation umzugehen.
Und trotz aller Schwierigkeiten waren wir auf einem guten Weg.
Wir lernten nicht nur wieder miteinander zu reden, sondern auch wieder miteinander zu lachen.
Es ging ihm selber auch wieder gut.

Und dann fing irgendwann und irgendwie wieder alles von vorne an.

Trotzdem weiß ich, daß ich ihn noch immer Liebe und weiterhin zu ihm halte.

Ich weiß, das er sich selbst auch nicht so mag und er sich in einem Teufelskreis befindet, der eine Krankheit ist.

Und vielleicht packt er es ja doch noch einmal.
Ohne einen Rückfall.

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31. August 2005 um 0:04

Teufel Alkohol...
ist der richtige Ausdruck, weil man beim Teufel ebenfalls GLAUBT, daß man ihn austreiben kann...

Ich hab dieses Jahr eine Frau kennengelernt, die mir Sachen aus ihrer Ehe erzählt hat, die ich eigentlich nich fassen konnte (und kann). Da läßt sich eine Frau jahrelang von ihrem alkoholsüchtigen Ehemann schlagen & glaubt erst dann daran, daß sie sich von ihm trennen muß, wenn Nachbarn die Polizei rufen, weil er sie so würgt & schlägt (gottseidank konnte sie noch um Hilfe schreien), daß sie um ihr Leben Angst hat...
Du kannst solche Menschen nicht ändern, trenn Dich von ihm, bevor es eskaliert oder in jahrelanges Martyrium ausartet.

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31. August 2005 um 1:15

Es gibt viele leute...
...die es schaffen... vielleicht auch er. aber nur, wenn er es wirklich will... einer meiner onkels ist auch alkoholiker, ist aber schon seit ca. 35 jahren trocken... ich wünsch euch auf jeden fall noch viel glück... wenn er es wirklich will und daran glaubt, dass er es schafft, dann schafft er es auch...

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31. August 2005 um 7:50

Das kenn ich
Alkoholkrank ist ne furchtbare Sache.
Vorallem, jelänger jemand trinkt, desto schwerer wird ein Entzug.

Ich war auch mit jemandem zusammen, der alkohlabhängig war. Das war mir am Anfang gar nicht aufgefallen. Sondern erst, als ich mit der Person zusammenlebte.

Da waren wir dann aber schon eine Familie. Und dann fängt man natürlich an zu kämpfen.

Mein damaliger Partner wurde im Wesen auch ganz anders, laut beleidigend, unzuverlässig, wütend.

Und als ich merkte, daß nur ich versuchte zu kämfen, da bin ich dann gegangen.

Zu ihm gibt es keinen Kontakt mehr. Ich weiß nicht, ob er vom alkohol losgekommen ist. Jedenfalls hatten damals Entziehungskuren nicht gebracht!

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31. August 2005 um 7:59

Solange du für ihn da bist
wird sich nichts ändern. Wir haben dasselbe in unserem Freundeskreis. Wobei der Mann noch nicht mal soweit ist, eine Entziehung zu machen. Du kannst einen Menschen nicht ändern und schon gar nicht zu etwas zwingen. Er muß alleine drauf kommen, daß er sein Problem angehen muß. So weh das tut, aber du mußt ihn fallenlassen, damit er zur Besinnung kommt. Vielleicht habt ihr dann auch noch mal ne Chance, aber wenn du weiter zu ihm hältst, wirst du nichts erreichen, außer das du selber vor die Hunde gehst. Klingt zwar doof ist aber so.

Ich bewundere echt, wie hoch die Schmerzgrenze mancher Frauen zu sein scheint. Selbstaufgabe hat mit Liebe nichts zu tun. Und ja, Alkoholismus ist eine Krankheit, aber eine selbst verursachte und daher kann ich auch kein Mitleid mit solchen Menschen empfinden. Sie haben sich in den Schlamassel reingesoffen, nun müssen sie auch alleine wieder raus.

Ich fürchte, anders gehts nicht.

Liebe Grüße
pk

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31. August 2005 um 8:07

Stell ihm ein ultimatum!
entweder du oder der alkohol, meine mutter hat das bei meinem vater auch gemacht und er hat dann von einem tag auf den anderen aufgehört mit trinken, ich glaube nur so schafft man es, nicht langsam entziehen, sondern gleich auf einmal aufhören.

ich würde aber trotzdem, bis er sich entschieden hat, auf abstand gehen.

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31. August 2005 um 8:32

......

das größte Problem ich meistens das, das Frauen die in einer Beziehung mit einem Alkoholiker stecken alles was es macht entschuldigen und ihn in den Schutz nehmen. Allein schon meistens aus dem Grund weil, sie es meistens nicht so ganz wahr haben wollen.

Wie glaubst Du das das weiter gehen soll?
Glaubst Du das er wenn er unterstützt wird von selbst etwas ändert? Willst Du mit der Situation so gemeinsam mit ihm alt werden?

Meine Fragen daher, ich kenne die Situation sehr gut - mein Großvater ist sein Leben lang Alkoholiker und meine Oma hat immer alles was er getan hat gedeckt und zu ihm gestanden. Jetzt sind beide über 70 er säuft weiter hat inzwischen Demenz (verursacht ua. durch den Alkohol) und ist extrem brutal und erniedrigt sie ärgstens und es kann Ihr keiner helfen außer sie sich selbst.

Überlege Dir ob Du möchtest das es so weiter geht oder ob Du mal ein Ultimatum setzt und versuchst etwas zu ändern? Von selber wird sich nie etwas ändern und Du gehst wahrscheinlich mal zu Grunde!!!

Wenn Du es alleine nicht schaffst dann laß Dir von einem Psychologen helfen - das ist die beste Möglichkeit gestärkt nach vorn zu sehen und was zu tun!


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31. August 2005 um 10:01

Selbsthilfegruppe oder so weil
Du genauso abhängig bist - Co Abhängig.

Sicher findest Du dazu auch was im Internet.

Du unterstützt ihn unbewußt - solange jemand zu ihm hält hat er ja jemanden - warum also aufhören........


Viel Kraft sonne

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31. August 2005 um 23:02
In Antwort auf lally_11969332

Solange du für ihn da bist
wird sich nichts ändern. Wir haben dasselbe in unserem Freundeskreis. Wobei der Mann noch nicht mal soweit ist, eine Entziehung zu machen. Du kannst einen Menschen nicht ändern und schon gar nicht zu etwas zwingen. Er muß alleine drauf kommen, daß er sein Problem angehen muß. So weh das tut, aber du mußt ihn fallenlassen, damit er zur Besinnung kommt. Vielleicht habt ihr dann auch noch mal ne Chance, aber wenn du weiter zu ihm hältst, wirst du nichts erreichen, außer das du selber vor die Hunde gehst. Klingt zwar doof ist aber so.

Ich bewundere echt, wie hoch die Schmerzgrenze mancher Frauen zu sein scheint. Selbstaufgabe hat mit Liebe nichts zu tun. Und ja, Alkoholismus ist eine Krankheit, aber eine selbst verursachte und daher kann ich auch kein Mitleid mit solchen Menschen empfinden. Sie haben sich in den Schlamassel reingesoffen, nun müssen sie auch alleine wieder raus.

Ich fürchte, anders gehts nicht.

Liebe Grüße
pk

Sind wir nicht immer selber schuld???
...an allen dingen die wir tun usw.?du hast vollkommen recht mit der selstaufgabe usw. sie ist eine frau die zu sehr liebt. aber meißtens erkennen sie das nicht von alleine.
aber was du sagst, von wegen, er ist doch selber schuld, nun muss er sehen wie er klarkommt. ich finde es einfach als ein "dummes denken".na klar ist er selber schuld. aber schau doch mal dahinter was ihn soweit gebracht hat. wenn wir alle so denken würden wie du, gebe es bald kein verständnis mehr für die "die wir schlechter als uns selber halten".aber genau das ist der punkt. jeder hat es verdient, ernst genommen zu werden. und jedem sind doch schon mehr als genug fehler verziehen wurden. stell dir mal vor, wo du jetzt wärst, wenn nicht andere für dich verständnis gehabt hätten.

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31. August 2005 um 23:16

Der Teufel und die Liebe
hi,

am liebsten würde ich dich in den Arm nehmen, ganz ruhig und schweigend.
Ich bin überzeugt, dass du nach kurzer Zeit anfangen würdest fürchterlich zu heulen.
Das wäre dann der Moment, wo du ein klein wenig bei dir angekommen wärst.
Wo ist die Liebe zu dir?
Denke dran, wenn dich alle verlassen haben bleibt dir nur noch eine - du.
nimm dir mal ein Blatt Papier und schreibe auf was dir an eurer Beziehung gefällt, ich meine das, wovon du so richtig zehren kannst.
Und schreib das auf, was dir nicht gefällt, dich blockiert, demütigt, schlicht hindert.
Nimm dir für beides 1 Minute Zeit, nicht mehr.
Dann fang an an dich zu denken.

Tus jetzt!

Viel Kraft

manndel

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1. September 2005 um 8:45
In Antwort auf cassie_12373910

Sind wir nicht immer selber schuld???
...an allen dingen die wir tun usw.?du hast vollkommen recht mit der selstaufgabe usw. sie ist eine frau die zu sehr liebt. aber meißtens erkennen sie das nicht von alleine.
aber was du sagst, von wegen, er ist doch selber schuld, nun muss er sehen wie er klarkommt. ich finde es einfach als ein "dummes denken".na klar ist er selber schuld. aber schau doch mal dahinter was ihn soweit gebracht hat. wenn wir alle so denken würden wie du, gebe es bald kein verständnis mehr für die "die wir schlechter als uns selber halten".aber genau das ist der punkt. jeder hat es verdient, ernst genommen zu werden. und jedem sind doch schon mehr als genug fehler verziehen wurden. stell dir mal vor, wo du jetzt wärst, wenn nicht andere für dich verständnis gehabt hätten.

Es ehrt dich
dass du so viel Verständnis für alle hast. Jedem seine Meinung. Dummes denken? Find ich nicht. Es ist doch klar, dass jeder in erster Linie für sich selber verantwortlich ist. Klar waren in schlimmen Stunden auch Freunde für mich da und ich bin dafür sehr dankbar und würde dasselbe für sie tun. Aber das Alkoholismus immer noch so hingestellt wird, als wären diese Leute Opfer, die armen und alle müssen Verständnis haben...das geht zu weit. Die anderen sind es die leiden, Partner, Familie, Freunde. Leute, die sich von Dingen wie Drogen, Alkohol etc. abhängig machen, haben keine Selbstdisziplin. Und die wenigsten kommen da auch wieder raus.

Auch wenn du jetzt wieder auf mir rumhacken wirst, aber das ist nun mal meine Meinung.

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1. September 2005 um 21:45
In Antwort auf na'im_12954821

Teufel Alkohol...
ist der richtige Ausdruck, weil man beim Teufel ebenfalls GLAUBT, daß man ihn austreiben kann...

Ich hab dieses Jahr eine Frau kennengelernt, die mir Sachen aus ihrer Ehe erzählt hat, die ich eigentlich nich fassen konnte (und kann). Da läßt sich eine Frau jahrelang von ihrem alkoholsüchtigen Ehemann schlagen & glaubt erst dann daran, daß sie sich von ihm trennen muß, wenn Nachbarn die Polizei rufen, weil er sie so würgt & schlägt (gottseidank konnte sie noch um Hilfe schreien), daß sie um ihr Leben Angst hat...
Du kannst solche Menschen nicht ändern, trenn Dich von ihm, bevor es eskaliert oder in jahrelanges Martyrium ausartet.

Danke
Ich möchte mich noch einmal melden, weil ich mich freue, daß mir so viele von Euch geantwortet haben.

Aus jedem Beitrag werde ich daß, was ich für mich umsetzen kann, zu Herzen nehmen.

Die ganze Sache ist für mich nicht ganz so einfach, da wir uns immerhin schon 24 lange Jahre kennen und bestimmt auch noch lieben.

Trotz dem Alkohol, den ich bestimmt nicht verherrliche, weil es ja mein Traummann ist, hat er noch immer eine ungeheure liebe, offene und charmante Art an sich.
Niemals würde er die Hand gegen mich erheben!

Außerdem kümmert er sich ganz liebevoll um meine Eltern, die inzwischen auch schon 80 Jahre alt sind und ihn aufgenommen haben, wie einen Sohn, sowie um meinen körperbehinderten Bruder oft mit einer Geduld und Hingabe, die ich manchesmal nur schwer aufbringe.
Und auch dafür liebe ich ihn, denn daß würde nicht jeder machen (weiß ich aus Erfahrung).

Kindheit hat er keine gehabt. Eltern Alkoholiker, viel Schläge, Heimaufenthalt u.s.w.

Ich könnte noch mehr aufzählen, aber das wäre jetzt zu viel und würde den Rahmen sprengen.

Eigentlich wollte ich nur sagen, daß es eben auch jemand, der mit sich selbst nicht klar kommt und Probleme hat, auch verdient, geliebt zu werden.

Aber eines ist mir bewußt geworden: ich versuche ihn nicht mehr zu unterstützen und werde ihm ein Ultimatum stellen.
Wie es dann mit uns weitergeht, ist allein seine Entscheidung.

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1. September 2005 um 23:15
In Antwort auf cassie_12373910

Sind wir nicht immer selber schuld???
...an allen dingen die wir tun usw.?du hast vollkommen recht mit der selstaufgabe usw. sie ist eine frau die zu sehr liebt. aber meißtens erkennen sie das nicht von alleine.
aber was du sagst, von wegen, er ist doch selber schuld, nun muss er sehen wie er klarkommt. ich finde es einfach als ein "dummes denken".na klar ist er selber schuld. aber schau doch mal dahinter was ihn soweit gebracht hat. wenn wir alle so denken würden wie du, gebe es bald kein verständnis mehr für die "die wir schlechter als uns selber halten".aber genau das ist der punkt. jeder hat es verdient, ernst genommen zu werden. und jedem sind doch schon mehr als genug fehler verziehen wurden. stell dir mal vor, wo du jetzt wärst, wenn nicht andere für dich verständnis gehabt hätten.

Was hat ihn soweit gebracht?
die frage, was einen menschen soweit gebracht hat,dass er zum alkoholiker geworden ist, ist nicht zielführend.
tatsache ist, dass es menschen gibt, die sich durch negative ereignisse in ihrem leben erst herausgefordert fühlen, andere versaufen darin sprichwörtlich.
die frage ist ist daher was ist es, was menschen dazu befähigt niederschläge als herausforderung anzusehen und was fehlt unserem kandidaten dass er darin ersäuft.
das allerdings ist erst der zweite schritt, der notwendig wird um nach erfolgreicher entziehung einen rückfall zu verhindern.
der fragestellerin nützen solch theoretische erkenntnisse aber garnichts. sie liebt einen kranken mann der nicht wahrhaben will dass er krank ist.
mancher merkts erst wenn der partner endlich geht, mancher auch erst wenn sich körperliche schäden häufen, manche nie.
in fast allen fällen bleibt der mensch nach einer entziehungskur ein kranker mensch.

viel kraft und meine anerkennung allen die einen alkoholiker(in) auf diesem weg begleiten können ohne selbst schaden zu nehmen.

manndel

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