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Terrorangst

14. März 2004 um 21:35 Letzte Antwort: 15. März 2004 um 19:21

hallo!
ich hab so wahnsinnige angst vor anschlägen in deutschland das ich mich kaum noch traue aus dem haus zu gehen!ich meide so gut es geht öffentliche plätze!da ich aber in einer größeren stadt zur schule gehe muss ich auch immer weitere strecken mit bahn und bus zurücklegen was mir wirklich schwer fällt! ich bin allgemein ein sehr ängstlicher und sensibler mensch!diese angst geht sogar soweit das ich jede nacht sehr schlimme albträume habe! darin kommt meistens irgendein anschlag vor,hauptsächlich so wie der am 11.9.01!
das ganze nimmt mich wirklich sehr mit und ich weiss nicht was ich dagegen tun kann!einige werden diesen beitrag jetzt wahrscheinlich lächerlich finden,aber ich wollte es einfach mal loswerden und hoffe das mich vielleicht irgendeiner versteht und mir vielleicht auch tips geben kann was ich gegen diese angst tun kann!

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14. März 2004 um 22:15

Kann ich verstehen...
...ich mache mir auch so langsam sorgen,wie wohl die meisten von uns.aber deutschland gehört nicht zu den gefährdetsten ländern in europa.beim irak-krieg haben polen,spanien und großbritannien die usa unterstützt und somit ist zuerst mit einem anschlag in einem dieser länder zu rechnen...wie auch immer,es könnte theoretisch so viel passieren,man könnte auch in einen verkehrsunfall verwickelt werden oder was weiß ich,ich versuche über sowas nicht nachzudenken,weil es keinen sinn macht.was passieren soll passiert,man könnte es eh nicht ändern.

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15. März 2004 um 10:31

Geht
...mir ähnlich - aber man kann lernen, daß man "es" ein wenig wegschiebt......

gruß von nemesis/dunkle-mondin.de

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15. März 2004 um 10:56

Kontrollverlust
wenn man angst vor autounfällen hat, fährt man bahn, bei angst vor flugzeugunglücken steigt man eben nicht in diesen blöden vogel usw. das kann man alles kontrollieren; man kann sich impfen und nicht-rauchen und gemüse essen ...
und dann ist da ein bereich, wo man völlig ausgeliefert ist und kaum noch einfluss hat. ja, das kenne ich, wenn auch anders als in deinem fall.
was tun? keine ahnung.
ich glaube nicht, dass relativieren wirklich weiterhilft. ja, das gab es schon immer und anderen geht es richtig schlimm - das stimmt auf jeden fall. aber hilft es mir beim umgang mit meiner angst? oder vergrößert es nur das gefühl der hilflosigkeit?
manchmal möchte ich am liebsten einen nachrichtenfilter in radio und tv einbauen ...

ich überlege manchmal, ob es einen zusammenhang zwischen meiner *globalen* und meiner *persönlichen* angst gibt. je weniger ich mein eigenes leben kontrollieren kann (bzw. das subjektiv so empfinde), je mehr mir mein eigener einfluss aus den händen gleitet, desto erschrockener bin ich auch bei solchen anschlagsmeldungen.

vielleicht packt man die angst am ehesten an der wurzel, wenn man auf "persönlicher ebene" spüren kann, dass man was bewirken kann?
um dem unabänderlichen ins gesicht sehen zu können?

auch ein ansatz

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15. März 2004 um 11:00

Ich seh das so...
meine eltern sind weit über 60 und haben als kinder den 2. weltkrieg mit ach und krach grade so überlebt... trotz schlimmer armut, hunger, krankheiten und flucht... wieso sollte ich da in unseren sicheren zeiten angst haben... ?
angst ist doch das was terrorismus nährt... ich fütter ihn nicht.

lg sephrenia

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15. März 2004 um 11:36

Kann Dir nur zustimmen!
Die Wahrscheinlichkeit bei einem Autounfall ums Leben zu kommen ist wohl viel größer. Und das Leben hat auch schöne Seiten und die lasse ich mir durch solche Horrorgeschichten und die Angst davor nicht kaputt machen.
Außerdem, ist es nicht so, daß wir hier in Deutschland die Terroristen "beherbergen"? Die werden dann wohl kaum hier rumballern.

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15. März 2004 um 14:34

Solche Momente...
bergen manchmal insofern auch Gutes, weil man sich auf die Dinge zu besinnen beginnt, die für einen selbst wichtig sind.
Wie viele Dinge wollte man schon immer tun, schiebt sie aber ständig vor sich her, weil man ja noch soooo viel Zeit hat. Angefangen bei Kleinigkeiten. Meine Familie mal wieder zu besuchen, oder meiner besten Freundin zu sagen, wie wichtig sie für mich ist. Zu meinem (damals noch) Freund ziehen, weil die gemeinsame Zeit mir dann doch wertvoller war als meine "Freiheit".
Nach dem 11. September habe ich wochenlang geträumt, Menschen, die ich liebe, würden ums Leben kommen.
Weil wir in der Nähe eines großen Chemiegeländes wohnen, das viele als wahrscheinliches Ziel ausgelotet hatten ("Wenn ich ein Terrorist wäre..."), da der anzurichtende Schaden für die ganze Umgebung immens wäre, hätte ich in den Wochen danach am liebsten Umzugskartons gepackt und wäre auf eine einsame Insel/einen Berg ..... gezogen, mit allen, an denen mir etwas liegt.

Ich habe mich 2001 ab dem Zeitpunkt besser gefühlt, als ich den Menschen, die für mich wichtig sind, das auch mal wieder gesagt bzw. gezeigt hatte.
Das hat mir geholfen, mein eigenes Leben wieder wertvoll und positiv zu finden. Es gibt viele böse Menschen auf der Welt, aber zum Glück sind die Guten nach wie vor in der Überzahl.
Vielleicht verändert das nicht gleich die Welt, aber anderen Menschen wieder mit Liebe und Vertrauen statt mit Angst zu begegnen, ändert auf jeden Fall das eigene Leben zum Positiven.

Wenn ich die Bilder aus Madrid sehe, oder eine Reportage über den 11. September, könnte ich heulen. Zum Glück bin ich von Menschen umgeben, denen es genauso geht und die mich verstehen. Und die mich daran erinnern, wie wunderbar und schön mein Leben ist, kleinere Problemchen hin oder her. Oft verdrängt man, dass man nicht ewig lebt. Aber genau das macht es doch auch so wertvoll.
Und wie wir sogar in der Werbung hören:
Du musst entscheiden, was Du mit der Zeit anfangen willst, die Dir gegeben ist!

Liebe Grüße
Rynia

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15. März 2004 um 16:20

Waaaahnsinn

Also ich finde wirklich, dass das ein ernstzunehmendes thema ist, das du da ansprichst ! Aber so kann das doch wirklich nicht weitergehen mit deiner angst. Ich kenne das von meiner freundin, sie träumt immer davon durch einen bombenangriff ums leben zu kommen. Sie hat auch wahnsinnige angst vor anschlägen durch terroristen. Ich sage zu ihr, sie sollte dringendst mal einen psychologen aufsuchen. Und das rate ich dir jetzt auch. Es ist keines falls böse gemeint,es ist auch okay, wenn man angst hat. Schließlich ist diese fast berechtigt. Aber wenn es soweit geht, dass diese angst dein leben so dermaßen beeinflusst, kann das nicht gesund sein ! Du verschwendest dein leben und deine zeit, wenn du dich zu hause verschanzt ! Sterben müssen wir so, oder so. Die frage ist nur, was wir aus unserem leben machen, und wie wir es nutzen, bis es soweit ist. Ich rate dir wirklich mal einen therapeuten aufzusuchen, das ist doch heutzutage kein thema mehr. Und sollte niemandem peinlich sein. Vielleicht bekommst du eine tür gezeigt, durch die du gehen kannst um wieder klarzukommen.

LG pm

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15. März 2004 um 17:56

... wie wertvoll das Leben ist...
Das lässt einen erst wieder erkennen, wie wertvoll das Leben ist. Man nimmt alles zu wichtig, kleinste Details, und im Grunde haben viele Dinge, über die wir uns den Kopf zerbrechen, gar keine Wichtigkeit.

Mein Chef sass in einem Zug, der in La Atocha, Madrids Hauptbahnhof, ankommen sollte. Er hatte das Mobil aus, und wir wussten nicht, ob er dabei war oder nicht. Es war ziemlich schlimm. Seine Frau konnte ihn auch nicht erreichen, und wir hatten schon Panik. Glücklicherweise hatte er im Zug gesessen, der zur Explosion in Córdoba ankam. Dort hielt man die Züge an und schickte alle nach Hause - "wegen technischer Mängel". Allerdings hatten in der Zwischenzeit einige Wind bekommen, und die Nachricht ging herum wie ein Lauffeuer. Endlich rief der Chef durch, und wir wussten, dass er o.k. war.

Grausam.

Diese armen Menschen.

Chata, aus Málaga.

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15. März 2004 um 19:21

Danke...
für eure antworten!jetzt weiss ich wenigstens schon mal,dass es noch menschen hier gibt denen es genauso geht!weil von allen,mit denen ich bisher darüber gesprochen hab,konnte mich irgendwie keiner verstehen!die meisten meinen,ich soll mich da nicht so verrückt machen,leichter gesagt als getan!die angst ist einfach da,ob man will oder nicht,man kann sie nicht einfach so abstellen,schön wärs!ich hatte mir auch schon überlegt zu nem psychologen zu gehen,aber ob der mir da wirklich weiter helfen kann,ich weiss nicht...

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