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"Tantraerleben" ohne feste Beziehung?

20. März 2005 um 22:59

Hallo,
ich habe seit langer Zeit den Traum, gemeinsam mit einer Frau Tantra zu erleben. Und das einfach als alleiniges Ziel. Keine partnerschaftliche Beziehung und keine sonstigen Verpflichtungen einfach nur gemeinsames intensives Erleben. Ich kann mir vorstellen, dass auch einige Frauen Lust am Erleben in dieser Form haben (sinnliches Erleben ohne Beziehungs-Hin-und-Her). Ich bin mir aber gar nicht sicher, ob dies nur meine Männerphantasie ist?
Hat von Euch jemand zu diesem Thema Erfahrungen gemacht? Ich würde mich sehr über Antworten freuen.
Joo

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21. März 2005 um 0:09

Andere Ansicht vom Leben ...
Liebe Ute,
vielen Dank für Deine Antwort. Für mich ist der tantrische Weg bisher ein wenig realisierter. Ich frage mich, wie sich eine andere Ansicht vom Leben in einer Kultur realisieren lässt, die auf anderen Werten aufgebaut ist? Wie klappt das? Sich anders zu denken ist das eine - aber anders zu sein? Ich merke schon, dass ich es gar nicht so einfach finde mich selber von alten Männerklischees zu lösen. Vielleicht habe ich auch wirklich noch nicht verstanden, was Tantra meint ... für mich ist dies in jedem Fall ein brennendes Thema!
Joo

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23. März 2005 um 0:48

Tief durchatmen ...
Hallo liebe Ute,
Du gehst ja ans eingemacht. Da muss ich erst einmal durchatmen.

Ich meinte mit Klischees einfach nur Muster, in denen ich mich handeln sehe und nicht mehr genau weiss, ob das Verhalten für mich einen Sinn macht. Ich spüre dabei schon die mich umgebende Kultur. Beispielweise als Mann mit einer Frau Sexualität zu leben einfach aus sich heraus begründet. Das sehe ich nicht in der europäischen Kultur verankert. Wenn ich mir dies als Mann erfüllend vorstelle, werde ich sicher als Lustmolch abgestempelt. Wenn ich diese Reaktion im Anderen schon erwarte, sehe ich mich dann nicht selber so? Ich denke da liegt die Basis! In der Veränderung der eigenen Innenwelt.
Der Weg im Tantra ist, wie Du ja schon sagtest, eine Lebenseinstellung. Und der Weg zielt aus einer Sicht genau darauf ab sich zu erkennen. Den inneren Spielraum kennenzulernen und auszuweiten. Das Hier-und -Jetzt leben zu können. Das im Zusammenspiel mit dem eigenen Gegensatz, der auch ein Teil von einem selber ist. Darüberhinaus einen bewussten und schuldfreien Zugang zu seiner größten inneren Energie zu bekommen und sie für sich positiv zu nutzen. Im Leben, nicht nur in einem Moment
Das ist für mich der tantrische Weg weniger Sex mehr Lebenshaltung.
Liebe Grüße
Joo


P.S. ach so: zum Thema Glücklichsein. Aus meiner Sicht kann sich Glück nur ergeben und lässt sich nicht erzeugen. Das ist sozusagen nur einen Nebeneffekt. Der Weg dahin ist einer, in dem es mehr darum geht einen Umgang mit dem zu finden was einen unglücklich macht. Sonst habe ich aus meiner Sicht nur hohles Glück, dass einen sehr unglücklich machen kann.

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23. März 2005 um 11:35

Ich verstehe Deine Antwort nicht ...
Hallo Martha,

entschuldige bitte, aber ich verstehe Deine Antwort gar nicht.

Warum sollte ich keine FRAU für tantrisches erleben suchen und wir leitest Du das denn aus meinen Bemerkungen ab? Was sind denn meine Klischees die Du an mir siehst? Und was hat Dich an meiner Anzeige (die keine Kontaktanzeige sein sollte) denn stutzig gemacht? Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen.

Joo

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23. März 2005 um 12:24

Jenseits von Moral
Liebe Martha,
Im Tantra ergänzen sich nach der hinduistischen Philosophie Shiva und Shakti, der Mann und die Frau und damit das Prinzip der Weiblichkeit und Männlichkeit. Sie ergänzen sich gegenseitig, jeder in seiner Einzigartigkeit. Jeder darf er selbst sein, und im Zusammensein werden beiden eins. Die Erfahrung des ganz Ich-Selber-Seins in Ergänzung mit dem Anderen ist sicher auch zwischen Männern möglich und auch mit sich alleine. Osho sagt sogar, dass das Erleben im Paar nur eine Zwischenstufe ist für die Erfahrung mit sich selber also die Form des gemeinsame Erlebens das gemeinsame Erleben überflüssig macht.

Dein Eindruck, dass ich am tantrischen Erleben mit einer Frau interessiert bin täuscht Dich nicht, nur Deine Ableitung. Nämlich, dass dies ein Beweis dafür wäre, dass ich nicht in erster Linie an meinem Erleben und Erfahrungen interessiert bin. Tantra ist doch gerade eine a-moralische Lehre. Also ist es, wie Du ja schon gesagt hast, egal, ob ich mit männlichen Partnern oder weiblichen auf die Suche gehe. Aber zu sagen, nur wer mit beiden Geschlechtern gleich gut kann stellt den Beweis für eine reine Absicht - ist naiv. Der Weg ist doch grade in sich herauszufinden was Man/Frau IST. mit allen Wünschen, Vorstellungen, Zielen, Sehnsüchten und das jenseits von Moral.

Ich habe mich wohl in meinem ersten Beitrag nicht klar ausgedrückt. Ich wollte sagen, dass ich eine Phantasie habe mir aber in der dessen Verwirklichung Schwierigkeiten vorstellen kann. Ich wollte mit meinem Beitrag keine Frau kennenlernen sondern einfach nach Erfahrungen fragen. Außerdem hat es mich etwas gewundert, dass hier im Forum dieses Thema so selten zur Sprache kommt.

Liebe Grüße
Joo

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23. März 2005 um 17:49

Erfahrung ...
Liebe Ute,
vielen dank für Deine lange Antwort. Ich habe javaocument.quest.submit();
javaocument.quest.submit();meine ursprüngliche Frage schon locker gemeint und mit ein paar SPRÜCHEN gerechnet. Nun ist doch eine kleine Diskussion daraus geworden, was mir gefällt. Ich bin nur erstaunt gewesen, einfach so diagnostische Urteile über mich in Bezug auf meine paar Textzeilen zu lese.

Ich bin mir bewußt, dass vor dem sich füreinander Öffnen, das Öffnen für sich selber steht. Wobei ich auch weiß, dass genau dabei die Hilfe des Partners sehr wichtig sein kann. Ich habe an mir schon häufig gemerkt, dass ich mir etwas verboten habe in der Annahme ich könnte jemanden verletzten. Und das nicht nur als Projektion! Ich habe schon Menschen verletzt, weil ich mir etwas nicht verboten habe (ich meine nicht körperlich sondern seelisch!!!). Ich finde es wesentlich zu lernen MEINS und DEINS auseinanderzuhalten.
Für mich ist das ein lohnender und auch schwieriger Weg, meine Dinge dich mit mir klären kann auch zu klären. Aber ich spüre, er lohnt sich.

Ich verstehe nicht, warum das gemeinsame Erleben nicht vieles ändern kann und das ohne einen Partner zu einem Veränderungszulieferungsobjekt zu machen. Neue Erfahrungen verändern und Erfahrungen in einer hohen Qualität verändern stärker. Nur ist die Veränderung aus meiner Sicht eine Sachen von jedem - warum in der Begegnung nicht gleichzeitig die Veränderung erproben? Ich sehe das nicht getrennt getrennt voneinander. Wenn beide nicht wissen was sie wollen, dann werden sie sich durch diese Erfahrung des nichtwissens auch verändern. Und wenn kein Vertrauensraum entstehen kann zwischen einem Paar oder mit sich selber, dann ist mit der Scham und Hemmung sowieso Begleiter - oder?

In diesem Sinne wünsche ich Dir einen schönen Abend
Joo

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23. März 2005 um 18:17
In Antwort auf joo211

Erfahrung ...
Liebe Ute,
vielen dank für Deine lange Antwort. Ich habe javaocument.quest.submit();
javaocument.quest.submit();meine ursprüngliche Frage schon locker gemeint und mit ein paar SPRÜCHEN gerechnet. Nun ist doch eine kleine Diskussion daraus geworden, was mir gefällt. Ich bin nur erstaunt gewesen, einfach so diagnostische Urteile über mich in Bezug auf meine paar Textzeilen zu lese.

Ich bin mir bewußt, dass vor dem sich füreinander Öffnen, das Öffnen für sich selber steht. Wobei ich auch weiß, dass genau dabei die Hilfe des Partners sehr wichtig sein kann. Ich habe an mir schon häufig gemerkt, dass ich mir etwas verboten habe in der Annahme ich könnte jemanden verletzten. Und das nicht nur als Projektion! Ich habe schon Menschen verletzt, weil ich mir etwas nicht verboten habe (ich meine nicht körperlich sondern seelisch!!!). Ich finde es wesentlich zu lernen MEINS und DEINS auseinanderzuhalten.
Für mich ist das ein lohnender und auch schwieriger Weg, meine Dinge dich mit mir klären kann auch zu klären. Aber ich spüre, er lohnt sich.

Ich verstehe nicht, warum das gemeinsame Erleben nicht vieles ändern kann und das ohne einen Partner zu einem Veränderungszulieferungsobjekt zu machen. Neue Erfahrungen verändern und Erfahrungen in einer hohen Qualität verändern stärker. Nur ist die Veränderung aus meiner Sicht eine Sachen von jedem - warum in der Begegnung nicht gleichzeitig die Veränderung erproben? Ich sehe das nicht getrennt getrennt voneinander. Wenn beide nicht wissen was sie wollen, dann werden sie sich durch diese Erfahrung des nichtwissens auch verändern. Und wenn kein Vertrauensraum entstehen kann zwischen einem Paar oder mit sich selber, dann ist mit der Scham und Hemmung sowieso Begleiter - oder?

In diesem Sinne wünsche ich Dir einen schönen Abend
Joo

Sorry für die Fehler im text
sorry für die Fehler im text .... ich weiß auch nicht, wie die da hineingekommen sind.
Joo

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25. März 2005 um 12:23

Habe kürzlich mit einem Freund...
über Tantra geredet. Leider bieten viele Uneingeweihte Tantrakurse an, die eigentlich nicht mehr als ein esoterisches Swingerclub sind. Dass also noch viele meinen, es ginge da um hochgeistigen und daher erlaubten (auch wenn man in einer festen Beziehung ist) Sex. Es ist nicht klar, ob dies das die Fantasie ist oder wirklich der Wunsch, mit einer Partnerin diesen (langen) Weg zu gehen. Und seriös geht das nicht mit einem Mensch, den man so einfach nimmt, so ohne Beziehung etc. Im übrigen ist die höchste Stufe des Tantra der Kopfsex mit sich selber. Dass man, einfach ausgedrückt, diese Lebensenergie ohne irgendwelche Techniken aus sich herausholen kann.

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25. März 2005 um 12:33

Mal ne blöde Frage
kann mir denn jemand mal in einem Satz erklären was "Tantra" genau ist?
Kenne das eigentlich auch nur vom Hörensagen in Bezug auf stundenlangen Sex. Und was ist das besondere daran?
neugierige Grüße...

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25. März 2005 um 13:54

Aha
ja das war verständlich. Traurig, dass mancher sich "vornehmen" muß, die Welt so wahrzunehmen. Ich für meinen Teil praktiziere demnach Tantra schon seit Jahren

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25. März 2005 um 14:44
In Antwort auf henda_12684219

Aha
ja das war verständlich. Traurig, dass mancher sich "vornehmen" muß, die Welt so wahrzunehmen. Ich für meinen Teil praktiziere demnach Tantra schon seit Jahren

Tantra ist kein Schalter!
Liebe Koellegoerl,
Tantra ist kein Schalter, der sich irgendwann umlegt und dann ist das falsche plötzlich richtig. Tantra ist ein Weg --- ein persönlicher.

Das Wahrnehmen der Welt basiert immer auf den eigenen Vorstrukturen. Der Weg ist nicht nur das Praktizieren sondern auch die Entwicklung. Einen Blick auf das eigene innere Dahinterliegende zu bekommen und einen Weg für sich zu finden!
Keinen Weg für sich mehr zu sehen könnte auch bedeutet eine Entwicklung beendet zu haben. Das ist auch das Ende der Lebendigkeit.
Und ein Wort zum Sex. Tantra ist amoralisch. Sex ist ebensowenig verwerflich wie kein Sex. Es geht hier um die Art und Weise also WIE und in welcher HALTUNG ich mit Sexualität umgehe. Es geht um die Veränderung der Einstellung. Da die sexuelle Energie die größte Energie darstellt, fängt Tantra als Prozess auch genau da an. "Sex ist der erste Schritt, nicht der letzte" (Osho). Letztendlich geht es um meditativ spritiuelle Erfahrungen mit dem Ziel der Erkenntis mit sich selber.

Liebe Grüße
Joo

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25. März 2005 um 15:15

Ja,
hat sexualmagie was mit sex zu tun? die alten indischen meister sagen hierzu: 2x im winter und 1x im sommer - mehr nicht.

naja, für manche ist aber irgendwie alles wie eine cola - automat: man wirft eine münze rein und raus kommt eine colaflasche.
oft ist es aber so, was manche nicht wissen, dass ein cola-automat zunächst fragen stellt: wieso-weshalb-warum-fragen. die zu beantworten gilt es und zwar richtig zu beantworten, bevor man eine flasche cola bekommt.
und das muss auch so sein. -
im kulanarva tantra steht der satz: man gelangt in den himmel durch eben genau die dinge, die auch in die hölle führen können.
und es gibt meiner persönlichen meinung nach eine hölle übelster sorte - sehr dunkel, schwarzes tantra, vama marg.

erkenne dich selbst stand in delphi auf dem tempel des apollo. damit sollte man beginnen, bevor man sich auf sowas stürzt.

menschen, die an *sowas* glauben gehen davon aus, dass energien und zwar konkret bewußtsein übertragen werden kann. und das *IST* magie. zudem können energien harmoniert, gebündelt und auch potenziert werden. durch gewissen techniken und praktiken - beispielweise meditation, kann man von einer verstandfixierten haltung wegkommen und mehr intuition, hingabe und loslassen erlernen, was einfach notwendig ist. denn - wie wir ja wissen - nicht denken, ist der grösste gedanke, den man haben kann. und man erreicht diesen zustand nur, wenn man aufhört, ihn mit dem verstand erreichen zu wollen.

das zölibat und askese ist ja eigentlich gar nichts anderes.. oder doch?

tantra ist eine hochdiffizile philosophie und hat mit vögeln nichts zu tun.

war das jetzt wirr? zölibat, askese, orakel von delphi, tantra, vama marg?

nuja, ich mags eben chaosmagisch.

liebe, chaosmagische grüsse
cosmic.

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27. März 2005 um 0:06
In Antwort auf peace_11858606

Habe kürzlich mit einem Freund...
über Tantra geredet. Leider bieten viele Uneingeweihte Tantrakurse an, die eigentlich nicht mehr als ein esoterisches Swingerclub sind. Dass also noch viele meinen, es ginge da um hochgeistigen und daher erlaubten (auch wenn man in einer festen Beziehung ist) Sex. Es ist nicht klar, ob dies das die Fantasie ist oder wirklich der Wunsch, mit einer Partnerin diesen (langen) Weg zu gehen. Und seriös geht das nicht mit einem Mensch, den man so einfach nimmt, so ohne Beziehung etc. Im übrigen ist die höchste Stufe des Tantra der Kopfsex mit sich selber. Dass man, einfach ausgedrückt, diese Lebensenergie ohne irgendwelche Techniken aus sich herausholen kann.

Es gibt doch immer mehr Singles?
Es gibt doch immer mehr Singles. Und ja auch viele, die einfach keine Beziehung wollen. Dann ist doch das zwanglose Zusammenkommen zwischen Mann und Frau in einem abgesteckten Rahmen für beide Seiten sinnvoll?

Obs nun Tantra ist oder einfach Sex oder Kuscheln oder was auch immer ....

Schöne Ostern
Clientt

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