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Streitkultur verbessern. Erfahrungen? Tipps!

21. März 2014 um 13:48 Letzte Antwort: 22. März 2014 um 12:36

Hat sich das Schreihalssyndrom erstmal eingeschlichen, ist es wohl nicht mehr so leicht einen Konflikt auf ruhiger Basis zu vollziehen.
Wie verlaufen Streitgespräche bei euch?
Ist es möglich eine andere Streitkultur zu entwickeln, wenn man einmal in der hysterischen "Schreimühle" steckt?

Ich habe gestern einen Film gesehen, in der einige Konflikte vorbildlich und souverän gelöst wurden.

Innerhalb einer Situation wiederum wurde vor kleinen Kindern ein erbitterndes, von keifenden, schreienden Stimmen begleitetes Streitgespräch geführt. Diesen Umgang habe ich als höchst unangenehm für alle Beteiligten, sowohl die Erwachsenen und natürlich insbesondere die Kinder empfunden.

Welche Möglichkeiten gibt es ein wieder gesünderes Streitklima zu entwickeln?

Ich habe mal an einen Kummerkasten, der aufgehängt wird gedacht und man z.B. einmal die Woche über die dort angesammelten Beschwerden, Sorgen in schriftlicher Form sammelt, sich dann gemeinsam hinsetzt und wirklich höchst ernst nimmt, was dort vorgetragen wird. Damit sich erst gar nicht soviel ansammelt. Dabei dann wirklich dem Anderen zuhören und eine gewisse Kompromissbereitschaft zeigen.

Gegen das Schreien soll ja ein kurzfristiges Verlassen des "Tatorts" und Sport helfen.

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21. März 2014 um 16:02


"man wird wohl in der lage sein in einer beziehung sachlich diskutieren zu können
wenn nicht ist sowieso hopfen und malz verloren"

Das ist quatsch. Es gibt Menschen die können nicht sachlich diskutieren, die haben das nie gelernt, warum auch immer. Die fühlen sich grundsätzlich durch jedes negative Wort angegriffen und gehen sofort in "Angriffsmodus".
Wie man damit umgehen soll, ist eine gute Frage...

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21. März 2014 um 17:55

Das ist eine gute Frage!
Darüber mache ich mir auch Gedanken gerade.
Das ist sehr schwer! Jeder verbindet mit Streit etwas anderes ... für mich gehört es dazu als klärendes Gewitter. Aber für andere ist es ein Zeichen für Unverständnis, Inkompatibilität, die sehen nicht so wie ich eine Trennung zwischen meinem momentanen Zorn und meinen generellen Gefühlen (die eben nur verdeckt werden durch die Gewitterwolke).

Das mit dem Kummerkasten ist zwar eine Idee, aber wie schon geschrieben wurde, wenn ich als eeeeeeeeeeher streitsüchtige mal in den Startlöchern steh, setz ich mich nicht hin und schreibe das auf, zumal das viel zu lang würde ... Habe auch schon andere "Kanäle" versucht, bestimmte Lieder, was anderes machen, Luft woanders rauslassen ... bis jetzt kam trotzdem alles dann doch da raus, wo ich es eben nicht wollte, nur eben etwas zeitversetzt.
Reden ist wichtig. Vorher. Sich der Streitkultur des anderen bewusst sein v.a., dann kann man auch eher versuchen so zu reagieren, dass man quasi nicht genau das Gegenteil hervorruft (unbewusst natürlich). Fordert aber seeeehr viel Bewusstsein, über sich selbst und den anderen. Ich muss mir seeehr viel klar machen, was ich zu verlieren habe. Und mich daran erinnern, dass es mir das wert ist, gerade nicht dem Impuls/Bedürfnis nachzugehen, zu kritisieren etc.

Und bei Zeit wollte ich mir auch wenns doof klingt, mal so Psychologie-Ratgeber durchgucken, vllt. findet sich da was Brauchbares...

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22. März 2014 um 12:36

Versucht ...
... das mit dem Kummerkasten doch mal. Wenn das für euch funktioniert, ist es eine super Sache!

Wichtig ist es generell einen Rahmen zu haben in dem man Dinge äußern kann die einen stören ebenso wie Wünsche die man hat.

Wenn es bei euch z.B. wirklich schon so festgefahren und schwierig ist, könntet ihr euch im Vorfeld darauf einigen dass jegliches Schreien beim Auswerten eures Kastens verboten ist. Sobald jemand die Regel bricht, ist das "Gespräch" sofort beendet und der andere Partner muss sich entschuldigen wenn er wieder bei klarem Verstand ist (das kann nach 5 Minuten, nach 3 Stunden oder auch erst nach 2 Tagen sein) - dann und nicht vorher wird das Gespräch genau an der Stelle wieder fortgesetzt.

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