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Streit ist eskaliert... was soll ich tun?

21. Dezember 2019 um 10:34 Letzte Antwort: 23. Dezember 2019 um 16:48

Hallo zusammen,

erstmal vielen Dank fürs Lesen meines Problemes, ich hoffe wirklich, dass ihr mir helfen könnt.

Zu meinem Partner und mir: ich (27w) er (30m), ich bin knapp 1,70m groß, er ist 2,04m groß und doppelt so schwer wie ich. Er studiert Psychologie, hat sich aber laut eigenen Angaben aus der ganzen "Selbst-Therapie" im Studium raus gezogen und ist jetzt seit ein paar Wochen wegen absoluter Antriebslosigkeit und Verdacht auf Depression in Therapie.
Ich studiere noch Design, arbeite aber schon seit ca. einem halben Jahr Vollzeit.

Wir haben uns vor genau einem Jahr über eine Freundin kennen gelernt; haben dann 3 Monate miteinander intensiv telefoniert und geschrieben (er hat zu dem Zeitpunkt in Österreich studiert & gelebt), führten dann eine Fernbeziehung für ein paar Monate (in denen wir uns oft gesehen haben), bis er dann nach Hamburg gezogen ist (wo er ursprünglich herkommt und ich zZ arbeite), damit wir beisammen sein können und er seine Bachelorarbeit schreibt.

Wie in jeder Beziehung hatten wir auf und abs- auch wenn in Streitsituationen sehr oft die Emotionen übergekocht sind. Dazu muss ich sagen, dass ca. 95% der Streite von ihm kamen, weil er sich zu wenig beachtet gefühlt hat. Er ist seeehr anhänglich (aber auch liebevoll) und hatte immer den gleichen Anspruch an mich, dass ich alles stehen und liegen lasse, um bei ihm zu sein, weil das ja "die große Liebe" und "die Liebe des Lebens" ist.

Dazu kommt, dass er ein unfassbar fauler Mensch ist... Er geht nicht arbeiten, hat keine Hobbies, schreibt nicht an seinen Arbeiten, lebt bei seinen Eltern und wird von denen auch finanziert. Ich kann dieses Verhalten nicht verstehen, weil wir eigentlich für nächstes Jahr Reisepläne haben, bei denen er eigentlich dabei sein wollte, dafür aber nichts getan hat!
Dabei wirkte er, als ich ihn kennen gelernt habe, wie ein echt spannenden Mensch. Nette Freunde in Österreich, war auch schon gereist, hat in Japan gelebt und die Sprache ein wenig gelernt, interessiert sich für alternative Medizin und Bewegung und steht total auf Natürlichkeit. In vielerlei Hinsicht mein Traummann.

Auf der anderen Seite hat mich die Beziehung unfassbar glücklich gemacht (bisher die mit Abstand intensivste Beziehung meines Lebens), er feiert mich in so vielen Bereichen und schenkt mir wahnsinnig viel Liebe. Leider wird er pissig, wenn ich nicht genauso viel Liebe zurück gebe- was einfach nicht geht, weil ich eben Hobbies habe, Arbeiten gehe und auch noch andere Sozialkontakte pflege.

Letztes Freitag ist ein Streit heftigst eskaliert. Ich versuche mich kurz zu halten:
Wir haben uns beide unverstanden wegen Geschehnissen am vorigen Abend gefühlt, weswegen erst einmal eisige Stille herrschte. Als er das Gespäch aufnahm, erwartete er eine Entschuldigung von mir- ich konnte es echt nicht fassen. Dazu muss man sagen, dass meine Cousine und ihr Partner keine 6 Stunden später aus London gelandet sind. D.h. mein Freund hatte den Machthebel, dass er eine Entschuldigung von mir wollte, sonst "kann ich mich verpissen". Auch nachdem ich mich Zähneknirschend entschuldigt hatte, nahm er diese nicht an mit den Worten, ich solle mich doch "richtig" entschuldigen.

Das Schreien ging weiter, er kam auf mich zu (ist wie gesagt sehr groß und stark), brüllte rum, packte mich am Oberarm und wollte mich auf den Flur hinaus schieben.
In dem Moment habe ich mich sehr bedroht gefühlt und habe ihm eine Ohrfeige verpasst (Hintergrund: nach einigen Streiten davor, wo ab einem bestimmten Punkt bei ihm eine Sicherung durchbrannte, war er nicht mehr ansprechbar. Danach meinte er immer "wenn ich an diesen Punkt komme, dann hau mir einfach eine, vielleicht brauche ich das, um wieder klar zu kommen!"
Ich drehte mich sofort um (ihm den Rücken zu), um mich hinter den Tisch zu stellen. Er packte mich von hinten und hielt mir sehr feste die Arme zu. Ich wehrte mich und sagte ihm, er soll mich loslassen, was er nicht gemacht hat. Ich versuchte mit dem Ellbogen ihn im Bauch zu treffen; nach wenigen Momenten hob er mich mit einem Griff, den er aus dem Kampfsport kennt, am Hals hoch (mit verschräkten Armen), was mir den Hals zudrückte.
Nach ca. 3 Sekunden ließ er mich fallen (Beine waren in de Luft) mit den Worten "Oh mein Gott, was tue ich hier!".
Ich hab nach Luft geschnappt und bitterlich angefangen zu weinen und zu zittern. Jetzt hatte ich wirklich Angst vor ihm.
Ich verkroch mich hinter den Tisch, er kam auf mich zu, viel sofort zu Boden und entschuldigte sich. Ich hab ihn nur von mir gehalten und bin die Treppe rauf gegangen und habe angefangen zu packen (haben da noch zusammen im Haus seiner Eltern gewohnt, die gerade im Urlaub waren).
Ich weinte und packte, er kam rauf und fing an die Situation zu relativieren. Von wegen ich hab einen guten rechten Haken, sein Griff war ja gar nicht so schlimm; der wird nur zur Beruhigung eines Gegners angewandt; ich hätte angefangen und wäre aggressiv gewesen; ich sei die Liebe seines Lebens; er hatte die letzten Tage nachgedacht mir einen Antrag zu machen... alles sehr, sehr manipulativ.

Ich merkte, dass ich eine sehr seltsame und mir bis dahin unbekannte Zone gekommen bin. Ich wurde ganz ruhig und entschulidigte mich, weil ich "anscheinend das schlimmste aus den Menschen raushole". Ich entschuldigte mich für die Ohrfeige, hörte auf zu Packen und bittete ihn darum, das Wochenende wie geplant zu machen.

Meine Cousine und ihr Freund kamen an und wir hatten ein wunderschönes Wochenende.

Am Abend bevor sie flog, erzählte ich ihr kurz, was passiert war (sie ist Neuro-Psychologin) und sie sagte mir klar und deutlich: du warst keine Bedrohung für ihn. Er hätte das nicht tun sollen. Und sie empfahl mir das Buch "Wölfe im Schafspelz" (mit ihr hatte ich schon häufig über unsere Beziehungsprobleme geredet).

Dann war alles wie vor dem Vorfall. Wir kochten, kuschelten, schauten abends Filme... 
Dann sind wir abends in eine Therme gegangen und ein kleines Wort von mir machte ihn zum kalten Stein.
Danach gab es wieder eine Diskussion, die darin endete, dass wir am Tsich saßen und ich ihm sagte, dass ich am nächsten Morgen ausziehen werde.
Paradoxerweise kuschelten wir an dem Abend noch..

Gestern rief ich meinen Bruder an,  (der auch Therapeut ist) nachdem ich in meine neue WG gezogen war und erzählte ihm die ganze Geschichte.
Er sagte ganz klar, dass mein Freund ein Psychopath ist und ich mich 21 Tage von ihm Fernhalten muss, um aus dieser "Sucht" und ungesungen Beziehung rauszukommen. Da ist der Groschen bei mir gefallen, ich rief danach meinen Vater an und erzählte es ihm. Ich fahre morgen in die Heimat zu ihm und meinen Freunden.


Mein großen Dilemma ist gerade: ich habe ein so unfassbar schlechtes Gewissen!! Heute morgen und in der Nacht bin ich so bitterlich am weinen, weil ich das Gefühl habe, ihm Unrecht zu geben...
Er ist der erste Mann, neben dem ich in Ruhe einschlafen konnte (ich kann tatsächlich ohne ihn nicht gut einschlafen), den ich schön fand, dessen Geruch ich liebte, mit dem ich in die Zukunft träumen konnte.. und vielen mehr.

Die Beziehung war oft anstrengend (wegen seiner emotionalen Abhängigkeit mir gegenüber- was er auch offen sagt. Es stört ihn nicht, dass seine gesamte Welt um mich dreht. Er sagt, nach mir kommen erst mal 10 Stufen keine Leute; noch nicht mal seine Brüder), aber eben auch unfassbar schön, intensiv, liebevoll und heilsam (hab ein großes Problem mit meiner Körperlichkeit und er hat mich immer für meinen Körper gefeiert).

Momentan bin ich völlig fertig, meine Freunde und Familie sagen, ich soll ich auf gar keinen Fall weiter sehen, dass er keine Kontrolle über sich hat.
Aber trotzdem hab ich dieses abgefahrene Gefühl, mich bei der ganzen Welt und ihm entschuldigen zu wollen, weil ich unsere Liebe verraten habe, weil ich das alles erzählt habe. Und weil ich jetzt nicht mehr erhobenen Hauptes mit ihm zusammen sein könnte...

Das ist alles so krass. Ich weiß nicht, was ich mit diesen ganzen Emotionen machen soll. Und dieser Angst, nie wieder jemanden zu finden, der seine ganzen wunderbaren Seiten hat...

Vielen Dank für eure Meinungen und Anregungen im Vorfeld, und danke für's lesen von diesem langen Text 

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21. Dezember 2019 um 12:34
Beste Antwort

Es ist Typsache, aber ich könnte es nicht so aushalten, wenn meine Partnerin so auf mich fokussiert wäre. Dummerweise ist es ja nicht so, dass er auf Dich fokussiert ist und sich Dir unterordnet, sondern er beansprucht Dich und versucht Dich so zu formen wie er selbst ist.
Es liest sich nach emotionaler Abhängigkeit auch von der Deiner Seite. Dabei geht es nicht nur um Mitleid mit ihm sondern dass Du trotz der Aggression nicht zu Deinem Schutz handeln kannst. Du bist ja von Therapeuten direkt umzingelt. Du solltest dringend ergründen was da in Dir vorsichgeht, denn die Aussichten aus der jetzigen Situation sehe ich als sehr düster an wenn sich nicht wirklich etwas ändert

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21. Dezember 2019 um 14:32
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In Antwort auf hgt1196565

Hallo zusammen,

erstmal vielen Dank fürs Lesen meines Problemes, ich hoffe wirklich, dass ihr mir helfen könnt.

Zu meinem Partner und mir: ich (27w) er (30m), ich bin knapp 1,70m groß, er ist 2,04m groß und doppelt so schwer wie ich. Er studiert Psychologie, hat sich aber laut eigenen Angaben aus der ganzen "Selbst-Therapie" im Studium raus gezogen und ist jetzt seit ein paar Wochen wegen absoluter Antriebslosigkeit und Verdacht auf Depression in Therapie.
Ich studiere noch Design, arbeite aber schon seit ca. einem halben Jahr Vollzeit.

Wir haben uns vor genau einem Jahr über eine Freundin kennen gelernt; haben dann 3 Monate miteinander intensiv telefoniert und geschrieben (er hat zu dem Zeitpunkt in Österreich studiert & gelebt), führten dann eine Fernbeziehung für ein paar Monate (in denen wir uns oft gesehen haben), bis er dann nach Hamburg gezogen ist (wo er ursprünglich herkommt und ich zZ arbeite), damit wir beisammen sein können und er seine Bachelorarbeit schreibt.

Wie in jeder Beziehung hatten wir auf und abs- auch wenn in Streitsituationen sehr oft die Emotionen übergekocht sind. Dazu muss ich sagen, dass ca. 95% der Streite von ihm kamen, weil er sich zu wenig beachtet gefühlt hat. Er ist seeehr anhänglich (aber auch liebevoll) und hatte immer den gleichen Anspruch an mich, dass ich alles stehen und liegen lasse, um bei ihm zu sein, weil das ja "die große Liebe" und "die Liebe des Lebens" ist.

Dazu kommt, dass er ein unfassbar fauler Mensch ist... Er geht nicht arbeiten, hat keine Hobbies, schreibt nicht an seinen Arbeiten, lebt bei seinen Eltern und wird von denen auch finanziert. Ich kann dieses Verhalten nicht verstehen, weil wir eigentlich für nächstes Jahr Reisepläne haben, bei denen er eigentlich dabei sein wollte, dafür aber nichts getan hat!
Dabei wirkte er, als ich ihn kennen gelernt habe, wie ein echt spannenden Mensch. Nette Freunde in Österreich, war auch schon gereist, hat in Japan gelebt und die Sprache ein wenig gelernt, interessiert sich für alternative Medizin und Bewegung und steht total auf Natürlichkeit. In vielerlei Hinsicht mein Traummann.

Auf der anderen Seite hat mich die Beziehung unfassbar glücklich gemacht (bisher die mit Abstand intensivste Beziehung meines Lebens), er feiert mich in so vielen Bereichen und schenkt mir wahnsinnig viel Liebe. Leider wird er pissig, wenn ich nicht genauso viel Liebe zurück gebe- was einfach nicht geht, weil ich eben Hobbies habe, Arbeiten gehe und auch noch andere Sozialkontakte pflege.

Letztes Freitag ist ein Streit heftigst eskaliert. Ich versuche mich kurz zu halten:
Wir haben uns beide unverstanden wegen Geschehnissen am vorigen Abend gefühlt, weswegen erst einmal eisige Stille herrschte. Als er das Gespäch aufnahm, erwartete er eine Entschuldigung von mir- ich konnte es echt nicht fassen. Dazu muss man sagen, dass meine Cousine und ihr Partner keine 6 Stunden später aus London gelandet sind. D.h. mein Freund hatte den Machthebel, dass er eine Entschuldigung von mir wollte, sonst "kann ich mich verpissen". Auch nachdem ich mich Zähneknirschend entschuldigt hatte, nahm er diese nicht an mit den Worten, ich solle mich doch "richtig" entschuldigen.

Das Schreien ging weiter, er kam auf mich zu (ist wie gesagt sehr groß und stark), brüllte rum, packte mich am Oberarm und wollte mich auf den Flur hinaus schieben.
In dem Moment habe ich mich sehr bedroht gefühlt und habe ihm eine Ohrfeige verpasst (Hintergrund: nach einigen Streiten davor, wo ab einem bestimmten Punkt bei ihm eine Sicherung durchbrannte, war er nicht mehr ansprechbar. Danach meinte er immer "wenn ich an diesen Punkt komme, dann hau mir einfach eine, vielleicht brauche ich das, um wieder klar zu kommen!"
Ich drehte mich sofort um (ihm den Rücken zu), um mich hinter den Tisch zu stellen. Er packte mich von hinten und hielt mir sehr feste die Arme zu. Ich wehrte mich und sagte ihm, er soll mich loslassen, was er nicht gemacht hat. Ich versuchte mit dem Ellbogen ihn im Bauch zu treffen; nach wenigen Momenten hob er mich mit einem Griff, den er aus dem Kampfsport kennt, am Hals hoch (mit verschräkten Armen), was mir den Hals zudrückte.
Nach ca. 3 Sekunden ließ er mich fallen (Beine waren in de Luft) mit den Worten "Oh mein Gott, was tue ich hier!".
Ich hab nach Luft geschnappt und bitterlich angefangen zu weinen und zu zittern. Jetzt hatte ich wirklich Angst vor ihm.
Ich verkroch mich hinter den Tisch, er kam auf mich zu, viel sofort zu Boden und entschuldigte sich. Ich hab ihn nur von mir gehalten und bin die Treppe rauf gegangen und habe angefangen zu packen (haben da noch zusammen im Haus seiner Eltern gewohnt, die gerade im Urlaub waren).
Ich weinte und packte, er kam rauf und fing an die Situation zu relativieren. Von wegen ich hab einen guten rechten Haken, sein Griff war ja gar nicht so schlimm; der wird nur zur Beruhigung eines Gegners angewandt; ich hätte angefangen und wäre aggressiv gewesen; ich sei die Liebe seines Lebens; er hatte die letzten Tage nachgedacht mir einen Antrag zu machen... alles sehr, sehr manipulativ.

Ich merkte, dass ich eine sehr seltsame und mir bis dahin unbekannte Zone gekommen bin. Ich wurde ganz ruhig und entschulidigte mich, weil ich "anscheinend das schlimmste aus den Menschen raushole". Ich entschuldigte mich für die Ohrfeige, hörte auf zu Packen und bittete ihn darum, das Wochenende wie geplant zu machen.

Meine Cousine und ihr Freund kamen an und wir hatten ein wunderschönes Wochenende.

Am Abend bevor sie flog, erzählte ich ihr kurz, was passiert war (sie ist Neuro-Psychologin) und sie sagte mir klar und deutlich: du warst keine Bedrohung für ihn. Er hätte das nicht tun sollen. Und sie empfahl mir das Buch "Wölfe im Schafspelz" (mit ihr hatte ich schon häufig über unsere Beziehungsprobleme geredet).

Dann war alles wie vor dem Vorfall. Wir kochten, kuschelten, schauten abends Filme... 
Dann sind wir abends in eine Therme gegangen und ein kleines Wort von mir machte ihn zum kalten Stein.
Danach gab es wieder eine Diskussion, die darin endete, dass wir am Tsich saßen und ich ihm sagte, dass ich am nächsten Morgen ausziehen werde.
Paradoxerweise kuschelten wir an dem Abend noch..

Gestern rief ich meinen Bruder an,  (der auch Therapeut ist) nachdem ich in meine neue WG gezogen war und erzählte ihm die ganze Geschichte.
Er sagte ganz klar, dass mein Freund ein Psychopath ist und ich mich 21 Tage von ihm Fernhalten muss, um aus dieser "Sucht" und ungesungen Beziehung rauszukommen. Da ist der Groschen bei mir gefallen, ich rief danach meinen Vater an und erzählte es ihm. Ich fahre morgen in die Heimat zu ihm und meinen Freunden.


Mein großen Dilemma ist gerade: ich habe ein so unfassbar schlechtes Gewissen!! Heute morgen und in der Nacht bin ich so bitterlich am weinen, weil ich das Gefühl habe, ihm Unrecht zu geben...
Er ist der erste Mann, neben dem ich in Ruhe einschlafen konnte (ich kann tatsächlich ohne ihn nicht gut einschlafen), den ich schön fand, dessen Geruch ich liebte, mit dem ich in die Zukunft träumen konnte.. und vielen mehr.

Die Beziehung war oft anstrengend (wegen seiner emotionalen Abhängigkeit mir gegenüber- was er auch offen sagt. Es stört ihn nicht, dass seine gesamte Welt um mich dreht. Er sagt, nach mir kommen erst mal 10 Stufen keine Leute; noch nicht mal seine Brüder), aber eben auch unfassbar schön, intensiv, liebevoll und heilsam (hab ein großes Problem mit meiner Körperlichkeit und er hat mich immer für meinen Körper gefeiert).

Momentan bin ich völlig fertig, meine Freunde und Familie sagen, ich soll ich auf gar keinen Fall weiter sehen, dass er keine Kontrolle über sich hat.
Aber trotzdem hab ich dieses abgefahrene Gefühl, mich bei der ganzen Welt und ihm entschuldigen zu wollen, weil ich unsere Liebe verraten habe, weil ich das alles erzählt habe. Und weil ich jetzt nicht mehr erhobenen Hauptes mit ihm zusammen sein könnte...

Das ist alles so krass. Ich weiß nicht, was ich mit diesen ganzen Emotionen machen soll. Und dieser Angst, nie wieder jemanden zu finden, der seine ganzen wunderbaren Seiten hat...

Vielen Dank für eure Meinungen und Anregungen im Vorfeld, und danke für's lesen von diesem langen Text 

Deine Freunde und Familie haben recht! Weg da, Tür zu und Ende!
Alles andere wäre toxisch!!!

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21. Dezember 2019 um 16:15
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Hallo zusammen,

erstmal vielen Dank fürs Lesen meines Problemes, ich hoffe wirklich, dass ihr mir helfen könnt.

Zu meinem Partner und mir: ich (27w) er (30m), ich bin knapp 1,70m groß, er ist 2,04m groß und doppelt so schwer wie ich. Er studiert Psychologie, hat sich aber laut eigenen Angaben aus der ganzen "Selbst-Therapie" im Studium raus gezogen und ist jetzt seit ein paar Wochen wegen absoluter Antriebslosigkeit und Verdacht auf Depression in Therapie.
Ich studiere noch Design, arbeite aber schon seit ca. einem halben Jahr Vollzeit.

Wir haben uns vor genau einem Jahr über eine Freundin kennen gelernt; haben dann 3 Monate miteinander intensiv telefoniert und geschrieben (er hat zu dem Zeitpunkt in Österreich studiert & gelebt), führten dann eine Fernbeziehung für ein paar Monate (in denen wir uns oft gesehen haben), bis er dann nach Hamburg gezogen ist (wo er ursprünglich herkommt und ich zZ arbeite), damit wir beisammen sein können und er seine Bachelorarbeit schreibt.

Wie in jeder Beziehung hatten wir auf und abs- auch wenn in Streitsituationen sehr oft die Emotionen übergekocht sind. Dazu muss ich sagen, dass ca. 95% der Streite von ihm kamen, weil er sich zu wenig beachtet gefühlt hat. Er ist seeehr anhänglich (aber auch liebevoll) und hatte immer den gleichen Anspruch an mich, dass ich alles stehen und liegen lasse, um bei ihm zu sein, weil das ja "die große Liebe" und "die Liebe des Lebens" ist.

Dazu kommt, dass er ein unfassbar fauler Mensch ist... Er geht nicht arbeiten, hat keine Hobbies, schreibt nicht an seinen Arbeiten, lebt bei seinen Eltern und wird von denen auch finanziert. Ich kann dieses Verhalten nicht verstehen, weil wir eigentlich für nächstes Jahr Reisepläne haben, bei denen er eigentlich dabei sein wollte, dafür aber nichts getan hat!
Dabei wirkte er, als ich ihn kennen gelernt habe, wie ein echt spannenden Mensch. Nette Freunde in Österreich, war auch schon gereist, hat in Japan gelebt und die Sprache ein wenig gelernt, interessiert sich für alternative Medizin und Bewegung und steht total auf Natürlichkeit. In vielerlei Hinsicht mein Traummann.

Auf der anderen Seite hat mich die Beziehung unfassbar glücklich gemacht (bisher die mit Abstand intensivste Beziehung meines Lebens), er feiert mich in so vielen Bereichen und schenkt mir wahnsinnig viel Liebe. Leider wird er pissig, wenn ich nicht genauso viel Liebe zurück gebe- was einfach nicht geht, weil ich eben Hobbies habe, Arbeiten gehe und auch noch andere Sozialkontakte pflege.

Letztes Freitag ist ein Streit heftigst eskaliert. Ich versuche mich kurz zu halten:
Wir haben uns beide unverstanden wegen Geschehnissen am vorigen Abend gefühlt, weswegen erst einmal eisige Stille herrschte. Als er das Gespäch aufnahm, erwartete er eine Entschuldigung von mir- ich konnte es echt nicht fassen. Dazu muss man sagen, dass meine Cousine und ihr Partner keine 6 Stunden später aus London gelandet sind. D.h. mein Freund hatte den Machthebel, dass er eine Entschuldigung von mir wollte, sonst "kann ich mich verpissen". Auch nachdem ich mich Zähneknirschend entschuldigt hatte, nahm er diese nicht an mit den Worten, ich solle mich doch "richtig" entschuldigen.

Das Schreien ging weiter, er kam auf mich zu (ist wie gesagt sehr groß und stark), brüllte rum, packte mich am Oberarm und wollte mich auf den Flur hinaus schieben.
In dem Moment habe ich mich sehr bedroht gefühlt und habe ihm eine Ohrfeige verpasst (Hintergrund: nach einigen Streiten davor, wo ab einem bestimmten Punkt bei ihm eine Sicherung durchbrannte, war er nicht mehr ansprechbar. Danach meinte er immer "wenn ich an diesen Punkt komme, dann hau mir einfach eine, vielleicht brauche ich das, um wieder klar zu kommen!"
Ich drehte mich sofort um (ihm den Rücken zu), um mich hinter den Tisch zu stellen. Er packte mich von hinten und hielt mir sehr feste die Arme zu. Ich wehrte mich und sagte ihm, er soll mich loslassen, was er nicht gemacht hat. Ich versuchte mit dem Ellbogen ihn im Bauch zu treffen; nach wenigen Momenten hob er mich mit einem Griff, den er aus dem Kampfsport kennt, am Hals hoch (mit verschräkten Armen), was mir den Hals zudrückte.
Nach ca. 3 Sekunden ließ er mich fallen (Beine waren in de Luft) mit den Worten "Oh mein Gott, was tue ich hier!".
Ich hab nach Luft geschnappt und bitterlich angefangen zu weinen und zu zittern. Jetzt hatte ich wirklich Angst vor ihm.
Ich verkroch mich hinter den Tisch, er kam auf mich zu, viel sofort zu Boden und entschuldigte sich. Ich hab ihn nur von mir gehalten und bin die Treppe rauf gegangen und habe angefangen zu packen (haben da noch zusammen im Haus seiner Eltern gewohnt, die gerade im Urlaub waren).
Ich weinte und packte, er kam rauf und fing an die Situation zu relativieren. Von wegen ich hab einen guten rechten Haken, sein Griff war ja gar nicht so schlimm; der wird nur zur Beruhigung eines Gegners angewandt; ich hätte angefangen und wäre aggressiv gewesen; ich sei die Liebe seines Lebens; er hatte die letzten Tage nachgedacht mir einen Antrag zu machen... alles sehr, sehr manipulativ.

Ich merkte, dass ich eine sehr seltsame und mir bis dahin unbekannte Zone gekommen bin. Ich wurde ganz ruhig und entschulidigte mich, weil ich "anscheinend das schlimmste aus den Menschen raushole". Ich entschuldigte mich für die Ohrfeige, hörte auf zu Packen und bittete ihn darum, das Wochenende wie geplant zu machen.

Meine Cousine und ihr Freund kamen an und wir hatten ein wunderschönes Wochenende.

Am Abend bevor sie flog, erzählte ich ihr kurz, was passiert war (sie ist Neuro-Psychologin) und sie sagte mir klar und deutlich: du warst keine Bedrohung für ihn. Er hätte das nicht tun sollen. Und sie empfahl mir das Buch "Wölfe im Schafspelz" (mit ihr hatte ich schon häufig über unsere Beziehungsprobleme geredet).

Dann war alles wie vor dem Vorfall. Wir kochten, kuschelten, schauten abends Filme... 
Dann sind wir abends in eine Therme gegangen und ein kleines Wort von mir machte ihn zum kalten Stein.
Danach gab es wieder eine Diskussion, die darin endete, dass wir am Tsich saßen und ich ihm sagte, dass ich am nächsten Morgen ausziehen werde.
Paradoxerweise kuschelten wir an dem Abend noch..

Gestern rief ich meinen Bruder an,  (der auch Therapeut ist) nachdem ich in meine neue WG gezogen war und erzählte ihm die ganze Geschichte.
Er sagte ganz klar, dass mein Freund ein Psychopath ist und ich mich 21 Tage von ihm Fernhalten muss, um aus dieser "Sucht" und ungesungen Beziehung rauszukommen. Da ist der Groschen bei mir gefallen, ich rief danach meinen Vater an und erzählte es ihm. Ich fahre morgen in die Heimat zu ihm und meinen Freunden.


Mein großen Dilemma ist gerade: ich habe ein so unfassbar schlechtes Gewissen!! Heute morgen und in der Nacht bin ich so bitterlich am weinen, weil ich das Gefühl habe, ihm Unrecht zu geben...
Er ist der erste Mann, neben dem ich in Ruhe einschlafen konnte (ich kann tatsächlich ohne ihn nicht gut einschlafen), den ich schön fand, dessen Geruch ich liebte, mit dem ich in die Zukunft träumen konnte.. und vielen mehr.

Die Beziehung war oft anstrengend (wegen seiner emotionalen Abhängigkeit mir gegenüber- was er auch offen sagt. Es stört ihn nicht, dass seine gesamte Welt um mich dreht. Er sagt, nach mir kommen erst mal 10 Stufen keine Leute; noch nicht mal seine Brüder), aber eben auch unfassbar schön, intensiv, liebevoll und heilsam (hab ein großes Problem mit meiner Körperlichkeit und er hat mich immer für meinen Körper gefeiert).

Momentan bin ich völlig fertig, meine Freunde und Familie sagen, ich soll ich auf gar keinen Fall weiter sehen, dass er keine Kontrolle über sich hat.
Aber trotzdem hab ich dieses abgefahrene Gefühl, mich bei der ganzen Welt und ihm entschuldigen zu wollen, weil ich unsere Liebe verraten habe, weil ich das alles erzählt habe. Und weil ich jetzt nicht mehr erhobenen Hauptes mit ihm zusammen sein könnte...

Das ist alles so krass. Ich weiß nicht, was ich mit diesen ganzen Emotionen machen soll. Und dieser Angst, nie wieder jemanden zu finden, der seine ganzen wunderbaren Seiten hat...

Vielen Dank für eure Meinungen und Anregungen im Vorfeld, und danke für's lesen von diesem langen Text 

und hatte immer den gleichen Anspruch an mich, dass ich alles stehen und liegen lasse, um bei ihm zu sein, weil das ja "die große Liebe" und "die Liebe des Lebens" ist.

Ach, weil du ihn liebst, musst du ihm das immer wieder beweisen und sofort zur Stelle sein, wenn er es möchte. Als wenn du kein eigenes Leben hättest. Das sieht von vornherein so aus, als wenn du sein Leben leben sollst. Wer das Herrchen sein will und wem die Funktion des Hündchens zugedacht ist, kannst du auch schon erraten.
Höre doch einfach weg, wenn Forderungen kommen. 

Dazu kommt, dass er ein unfassbar fauler Mensch ist... 

Das passt aber. 

Er geht nicht arbeiten, hat keine Hobbies, schreibt nicht an seinen Arbeiten, lebt bei seinen Eltern und wird von denen auch finanziert.

Na, lass ihn genau da, wo er ist. Bei Mama und Papa.  

In vielerlei Hinsicht mein Traummann.

Aber kein Partner für dich. Ein Kandidat für eine Partnerschaft ist zuerst an DEINEM Wohlergehen interessiert. 

Der Rest deines Textes ist schlimm, aber eben auch logisch unter diesen Umständen. Du möchtest viel mehr auf deine eigenen Wünsche achten, wenn dir ein Mann über den Weg läuft. Mit diesem wird es nichts mehr. Hoffnungslos. 

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21. Dezember 2019 um 16:20
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erstmal vielen Dank fürs Lesen meines Problemes, ich hoffe wirklich, dass ihr mir helfen könnt.

Zu meinem Partner und mir: ich (27w) er (30m), ich bin knapp 1,70m groß, er ist 2,04m groß und doppelt so schwer wie ich. Er studiert Psychologie, hat sich aber laut eigenen Angaben aus der ganzen "Selbst-Therapie" im Studium raus gezogen und ist jetzt seit ein paar Wochen wegen absoluter Antriebslosigkeit und Verdacht auf Depression in Therapie.
Ich studiere noch Design, arbeite aber schon seit ca. einem halben Jahr Vollzeit.

Wir haben uns vor genau einem Jahr über eine Freundin kennen gelernt; haben dann 3 Monate miteinander intensiv telefoniert und geschrieben (er hat zu dem Zeitpunkt in Österreich studiert & gelebt), führten dann eine Fernbeziehung für ein paar Monate (in denen wir uns oft gesehen haben), bis er dann nach Hamburg gezogen ist (wo er ursprünglich herkommt und ich zZ arbeite), damit wir beisammen sein können und er seine Bachelorarbeit schreibt.

Wie in jeder Beziehung hatten wir auf und abs- auch wenn in Streitsituationen sehr oft die Emotionen übergekocht sind. Dazu muss ich sagen, dass ca. 95% der Streite von ihm kamen, weil er sich zu wenig beachtet gefühlt hat. Er ist seeehr anhänglich (aber auch liebevoll) und hatte immer den gleichen Anspruch an mich, dass ich alles stehen und liegen lasse, um bei ihm zu sein, weil das ja "die große Liebe" und "die Liebe des Lebens" ist.

Dazu kommt, dass er ein unfassbar fauler Mensch ist... Er geht nicht arbeiten, hat keine Hobbies, schreibt nicht an seinen Arbeiten, lebt bei seinen Eltern und wird von denen auch finanziert. Ich kann dieses Verhalten nicht verstehen, weil wir eigentlich für nächstes Jahr Reisepläne haben, bei denen er eigentlich dabei sein wollte, dafür aber nichts getan hat!
Dabei wirkte er, als ich ihn kennen gelernt habe, wie ein echt spannenden Mensch. Nette Freunde in Österreich, war auch schon gereist, hat in Japan gelebt und die Sprache ein wenig gelernt, interessiert sich für alternative Medizin und Bewegung und steht total auf Natürlichkeit. In vielerlei Hinsicht mein Traummann.

Auf der anderen Seite hat mich die Beziehung unfassbar glücklich gemacht (bisher die mit Abstand intensivste Beziehung meines Lebens), er feiert mich in so vielen Bereichen und schenkt mir wahnsinnig viel Liebe. Leider wird er pissig, wenn ich nicht genauso viel Liebe zurück gebe- was einfach nicht geht, weil ich eben Hobbies habe, Arbeiten gehe und auch noch andere Sozialkontakte pflege.

Letztes Freitag ist ein Streit heftigst eskaliert. Ich versuche mich kurz zu halten:
Wir haben uns beide unverstanden wegen Geschehnissen am vorigen Abend gefühlt, weswegen erst einmal eisige Stille herrschte. Als er das Gespäch aufnahm, erwartete er eine Entschuldigung von mir- ich konnte es echt nicht fassen. Dazu muss man sagen, dass meine Cousine und ihr Partner keine 6 Stunden später aus London gelandet sind. D.h. mein Freund hatte den Machthebel, dass er eine Entschuldigung von mir wollte, sonst "kann ich mich verpissen". Auch nachdem ich mich Zähneknirschend entschuldigt hatte, nahm er diese nicht an mit den Worten, ich solle mich doch "richtig" entschuldigen.

Das Schreien ging weiter, er kam auf mich zu (ist wie gesagt sehr groß und stark), brüllte rum, packte mich am Oberarm und wollte mich auf den Flur hinaus schieben.
In dem Moment habe ich mich sehr bedroht gefühlt und habe ihm eine Ohrfeige verpasst (Hintergrund: nach einigen Streiten davor, wo ab einem bestimmten Punkt bei ihm eine Sicherung durchbrannte, war er nicht mehr ansprechbar. Danach meinte er immer "wenn ich an diesen Punkt komme, dann hau mir einfach eine, vielleicht brauche ich das, um wieder klar zu kommen!"
Ich drehte mich sofort um (ihm den Rücken zu), um mich hinter den Tisch zu stellen. Er packte mich von hinten und hielt mir sehr feste die Arme zu. Ich wehrte mich und sagte ihm, er soll mich loslassen, was er nicht gemacht hat. Ich versuchte mit dem Ellbogen ihn im Bauch zu treffen; nach wenigen Momenten hob er mich mit einem Griff, den er aus dem Kampfsport kennt, am Hals hoch (mit verschräkten Armen), was mir den Hals zudrückte.
Nach ca. 3 Sekunden ließ er mich fallen (Beine waren in de Luft) mit den Worten "Oh mein Gott, was tue ich hier!".
Ich hab nach Luft geschnappt und bitterlich angefangen zu weinen und zu zittern. Jetzt hatte ich wirklich Angst vor ihm.
Ich verkroch mich hinter den Tisch, er kam auf mich zu, viel sofort zu Boden und entschuldigte sich. Ich hab ihn nur von mir gehalten und bin die Treppe rauf gegangen und habe angefangen zu packen (haben da noch zusammen im Haus seiner Eltern gewohnt, die gerade im Urlaub waren).
Ich weinte und packte, er kam rauf und fing an die Situation zu relativieren. Von wegen ich hab einen guten rechten Haken, sein Griff war ja gar nicht so schlimm; der wird nur zur Beruhigung eines Gegners angewandt; ich hätte angefangen und wäre aggressiv gewesen; ich sei die Liebe seines Lebens; er hatte die letzten Tage nachgedacht mir einen Antrag zu machen... alles sehr, sehr manipulativ.

Ich merkte, dass ich eine sehr seltsame und mir bis dahin unbekannte Zone gekommen bin. Ich wurde ganz ruhig und entschulidigte mich, weil ich "anscheinend das schlimmste aus den Menschen raushole". Ich entschuldigte mich für die Ohrfeige, hörte auf zu Packen und bittete ihn darum, das Wochenende wie geplant zu machen.

Meine Cousine und ihr Freund kamen an und wir hatten ein wunderschönes Wochenende.

Am Abend bevor sie flog, erzählte ich ihr kurz, was passiert war (sie ist Neuro-Psychologin) und sie sagte mir klar und deutlich: du warst keine Bedrohung für ihn. Er hätte das nicht tun sollen. Und sie empfahl mir das Buch "Wölfe im Schafspelz" (mit ihr hatte ich schon häufig über unsere Beziehungsprobleme geredet).

Dann war alles wie vor dem Vorfall. Wir kochten, kuschelten, schauten abends Filme... 
Dann sind wir abends in eine Therme gegangen und ein kleines Wort von mir machte ihn zum kalten Stein.
Danach gab es wieder eine Diskussion, die darin endete, dass wir am Tsich saßen und ich ihm sagte, dass ich am nächsten Morgen ausziehen werde.
Paradoxerweise kuschelten wir an dem Abend noch..

Gestern rief ich meinen Bruder an,  (der auch Therapeut ist) nachdem ich in meine neue WG gezogen war und erzählte ihm die ganze Geschichte.
Er sagte ganz klar, dass mein Freund ein Psychopath ist und ich mich 21 Tage von ihm Fernhalten muss, um aus dieser "Sucht" und ungesungen Beziehung rauszukommen. Da ist der Groschen bei mir gefallen, ich rief danach meinen Vater an und erzählte es ihm. Ich fahre morgen in die Heimat zu ihm und meinen Freunden.


Mein großen Dilemma ist gerade: ich habe ein so unfassbar schlechtes Gewissen!! Heute morgen und in der Nacht bin ich so bitterlich am weinen, weil ich das Gefühl habe, ihm Unrecht zu geben...
Er ist der erste Mann, neben dem ich in Ruhe einschlafen konnte (ich kann tatsächlich ohne ihn nicht gut einschlafen), den ich schön fand, dessen Geruch ich liebte, mit dem ich in die Zukunft träumen konnte.. und vielen mehr.

Die Beziehung war oft anstrengend (wegen seiner emotionalen Abhängigkeit mir gegenüber- was er auch offen sagt. Es stört ihn nicht, dass seine gesamte Welt um mich dreht. Er sagt, nach mir kommen erst mal 10 Stufen keine Leute; noch nicht mal seine Brüder), aber eben auch unfassbar schön, intensiv, liebevoll und heilsam (hab ein großes Problem mit meiner Körperlichkeit und er hat mich immer für meinen Körper gefeiert).

Momentan bin ich völlig fertig, meine Freunde und Familie sagen, ich soll ich auf gar keinen Fall weiter sehen, dass er keine Kontrolle über sich hat.
Aber trotzdem hab ich dieses abgefahrene Gefühl, mich bei der ganzen Welt und ihm entschuldigen zu wollen, weil ich unsere Liebe verraten habe, weil ich das alles erzählt habe. Und weil ich jetzt nicht mehr erhobenen Hauptes mit ihm zusammen sein könnte...

Das ist alles so krass. Ich weiß nicht, was ich mit diesen ganzen Emotionen machen soll. Und dieser Angst, nie wieder jemanden zu finden, der seine ganzen wunderbaren Seiten hat...

Vielen Dank für eure Meinungen und Anregungen im Vorfeld, und danke für's lesen von diesem langen Text 

Was für ein Traummann, da verzehrt man sich ja danach.

Dein Umfeld hat völlig recht, dasist vollkommen toxisch und zerstörerisch. lass dir von denen da raushelfen. 

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21. Dezember 2019 um 16:31
In Antwort auf hgt1196565

Hallo zusammen,

erstmal vielen Dank fürs Lesen meines Problemes, ich hoffe wirklich, dass ihr mir helfen könnt.

Zu meinem Partner und mir: ich (27w) er (30m), ich bin knapp 1,70m groß, er ist 2,04m groß und doppelt so schwer wie ich. Er studiert Psychologie, hat sich aber laut eigenen Angaben aus der ganzen "Selbst-Therapie" im Studium raus gezogen und ist jetzt seit ein paar Wochen wegen absoluter Antriebslosigkeit und Verdacht auf Depression in Therapie.
Ich studiere noch Design, arbeite aber schon seit ca. einem halben Jahr Vollzeit.

Wir haben uns vor genau einem Jahr über eine Freundin kennen gelernt; haben dann 3 Monate miteinander intensiv telefoniert und geschrieben (er hat zu dem Zeitpunkt in Österreich studiert & gelebt), führten dann eine Fernbeziehung für ein paar Monate (in denen wir uns oft gesehen haben), bis er dann nach Hamburg gezogen ist (wo er ursprünglich herkommt und ich zZ arbeite), damit wir beisammen sein können und er seine Bachelorarbeit schreibt.

Wie in jeder Beziehung hatten wir auf und abs- auch wenn in Streitsituationen sehr oft die Emotionen übergekocht sind. Dazu muss ich sagen, dass ca. 95% der Streite von ihm kamen, weil er sich zu wenig beachtet gefühlt hat. Er ist seeehr anhänglich (aber auch liebevoll) und hatte immer den gleichen Anspruch an mich, dass ich alles stehen und liegen lasse, um bei ihm zu sein, weil das ja "die große Liebe" und "die Liebe des Lebens" ist.

Dazu kommt, dass er ein unfassbar fauler Mensch ist... Er geht nicht arbeiten, hat keine Hobbies, schreibt nicht an seinen Arbeiten, lebt bei seinen Eltern und wird von denen auch finanziert. Ich kann dieses Verhalten nicht verstehen, weil wir eigentlich für nächstes Jahr Reisepläne haben, bei denen er eigentlich dabei sein wollte, dafür aber nichts getan hat!
Dabei wirkte er, als ich ihn kennen gelernt habe, wie ein echt spannenden Mensch. Nette Freunde in Österreich, war auch schon gereist, hat in Japan gelebt und die Sprache ein wenig gelernt, interessiert sich für alternative Medizin und Bewegung und steht total auf Natürlichkeit. In vielerlei Hinsicht mein Traummann.

Auf der anderen Seite hat mich die Beziehung unfassbar glücklich gemacht (bisher die mit Abstand intensivste Beziehung meines Lebens), er feiert mich in so vielen Bereichen und schenkt mir wahnsinnig viel Liebe. Leider wird er pissig, wenn ich nicht genauso viel Liebe zurück gebe- was einfach nicht geht, weil ich eben Hobbies habe, Arbeiten gehe und auch noch andere Sozialkontakte pflege.

Letztes Freitag ist ein Streit heftigst eskaliert. Ich versuche mich kurz zu halten:
Wir haben uns beide unverstanden wegen Geschehnissen am vorigen Abend gefühlt, weswegen erst einmal eisige Stille herrschte. Als er das Gespäch aufnahm, erwartete er eine Entschuldigung von mir- ich konnte es echt nicht fassen. Dazu muss man sagen, dass meine Cousine und ihr Partner keine 6 Stunden später aus London gelandet sind. D.h. mein Freund hatte den Machthebel, dass er eine Entschuldigung von mir wollte, sonst "kann ich mich verpissen". Auch nachdem ich mich Zähneknirschend entschuldigt hatte, nahm er diese nicht an mit den Worten, ich solle mich doch "richtig" entschuldigen.

Das Schreien ging weiter, er kam auf mich zu (ist wie gesagt sehr groß und stark), brüllte rum, packte mich am Oberarm und wollte mich auf den Flur hinaus schieben.
In dem Moment habe ich mich sehr bedroht gefühlt und habe ihm eine Ohrfeige verpasst (Hintergrund: nach einigen Streiten davor, wo ab einem bestimmten Punkt bei ihm eine Sicherung durchbrannte, war er nicht mehr ansprechbar. Danach meinte er immer "wenn ich an diesen Punkt komme, dann hau mir einfach eine, vielleicht brauche ich das, um wieder klar zu kommen!"
Ich drehte mich sofort um (ihm den Rücken zu), um mich hinter den Tisch zu stellen. Er packte mich von hinten und hielt mir sehr feste die Arme zu. Ich wehrte mich und sagte ihm, er soll mich loslassen, was er nicht gemacht hat. Ich versuchte mit dem Ellbogen ihn im Bauch zu treffen; nach wenigen Momenten hob er mich mit einem Griff, den er aus dem Kampfsport kennt, am Hals hoch (mit verschräkten Armen), was mir den Hals zudrückte.
Nach ca. 3 Sekunden ließ er mich fallen (Beine waren in de Luft) mit den Worten "Oh mein Gott, was tue ich hier!".
Ich hab nach Luft geschnappt und bitterlich angefangen zu weinen und zu zittern. Jetzt hatte ich wirklich Angst vor ihm.
Ich verkroch mich hinter den Tisch, er kam auf mich zu, viel sofort zu Boden und entschuldigte sich. Ich hab ihn nur von mir gehalten und bin die Treppe rauf gegangen und habe angefangen zu packen (haben da noch zusammen im Haus seiner Eltern gewohnt, die gerade im Urlaub waren).
Ich weinte und packte, er kam rauf und fing an die Situation zu relativieren. Von wegen ich hab einen guten rechten Haken, sein Griff war ja gar nicht so schlimm; der wird nur zur Beruhigung eines Gegners angewandt; ich hätte angefangen und wäre aggressiv gewesen; ich sei die Liebe seines Lebens; er hatte die letzten Tage nachgedacht mir einen Antrag zu machen... alles sehr, sehr manipulativ.

Ich merkte, dass ich eine sehr seltsame und mir bis dahin unbekannte Zone gekommen bin. Ich wurde ganz ruhig und entschulidigte mich, weil ich "anscheinend das schlimmste aus den Menschen raushole". Ich entschuldigte mich für die Ohrfeige, hörte auf zu Packen und bittete ihn darum, das Wochenende wie geplant zu machen.

Meine Cousine und ihr Freund kamen an und wir hatten ein wunderschönes Wochenende.

Am Abend bevor sie flog, erzählte ich ihr kurz, was passiert war (sie ist Neuro-Psychologin) und sie sagte mir klar und deutlich: du warst keine Bedrohung für ihn. Er hätte das nicht tun sollen. Und sie empfahl mir das Buch "Wölfe im Schafspelz" (mit ihr hatte ich schon häufig über unsere Beziehungsprobleme geredet).

Dann war alles wie vor dem Vorfall. Wir kochten, kuschelten, schauten abends Filme... 
Dann sind wir abends in eine Therme gegangen und ein kleines Wort von mir machte ihn zum kalten Stein.
Danach gab es wieder eine Diskussion, die darin endete, dass wir am Tsich saßen und ich ihm sagte, dass ich am nächsten Morgen ausziehen werde.
Paradoxerweise kuschelten wir an dem Abend noch..

Gestern rief ich meinen Bruder an,  (der auch Therapeut ist) nachdem ich in meine neue WG gezogen war und erzählte ihm die ganze Geschichte.
Er sagte ganz klar, dass mein Freund ein Psychopath ist und ich mich 21 Tage von ihm Fernhalten muss, um aus dieser "Sucht" und ungesungen Beziehung rauszukommen. Da ist der Groschen bei mir gefallen, ich rief danach meinen Vater an und erzählte es ihm. Ich fahre morgen in die Heimat zu ihm und meinen Freunden.


Mein großen Dilemma ist gerade: ich habe ein so unfassbar schlechtes Gewissen!! Heute morgen und in der Nacht bin ich so bitterlich am weinen, weil ich das Gefühl habe, ihm Unrecht zu geben...
Er ist der erste Mann, neben dem ich in Ruhe einschlafen konnte (ich kann tatsächlich ohne ihn nicht gut einschlafen), den ich schön fand, dessen Geruch ich liebte, mit dem ich in die Zukunft träumen konnte.. und vielen mehr.

Die Beziehung war oft anstrengend (wegen seiner emotionalen Abhängigkeit mir gegenüber- was er auch offen sagt. Es stört ihn nicht, dass seine gesamte Welt um mich dreht. Er sagt, nach mir kommen erst mal 10 Stufen keine Leute; noch nicht mal seine Brüder), aber eben auch unfassbar schön, intensiv, liebevoll und heilsam (hab ein großes Problem mit meiner Körperlichkeit und er hat mich immer für meinen Körper gefeiert).

Momentan bin ich völlig fertig, meine Freunde und Familie sagen, ich soll ich auf gar keinen Fall weiter sehen, dass er keine Kontrolle über sich hat.
Aber trotzdem hab ich dieses abgefahrene Gefühl, mich bei der ganzen Welt und ihm entschuldigen zu wollen, weil ich unsere Liebe verraten habe, weil ich das alles erzählt habe. Und weil ich jetzt nicht mehr erhobenen Hauptes mit ihm zusammen sein könnte...

Das ist alles so krass. Ich weiß nicht, was ich mit diesen ganzen Emotionen machen soll. Und dieser Angst, nie wieder jemanden zu finden, der seine ganzen wunderbaren Seiten hat...

Vielen Dank für eure Meinungen und Anregungen im Vorfeld, und danke für's lesen von diesem langen Text 

du solltest dich "feiern" wenn du diesen typen hinter dir lässt. du hast einen derart schlechten blick uf dich selbst, dass du sogar dankbar für die schläge bist, diese verachtung. du solltest dich mal therapieren lassen. ihr tut euch beide nicht gut.

zieh sofort aus und sieh nie wieder zurück. vorbei. für immer!

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22. Dezember 2019 um 9:35
In Antwort auf hgt1196565

Hallo zusammen,

erstmal vielen Dank fürs Lesen meines Problemes, ich hoffe wirklich, dass ihr mir helfen könnt.

Zu meinem Partner und mir: ich (27w) er (30m), ich bin knapp 1,70m groß, er ist 2,04m groß und doppelt so schwer wie ich. Er studiert Psychologie, hat sich aber laut eigenen Angaben aus der ganzen "Selbst-Therapie" im Studium raus gezogen und ist jetzt seit ein paar Wochen wegen absoluter Antriebslosigkeit und Verdacht auf Depression in Therapie.
Ich studiere noch Design, arbeite aber schon seit ca. einem halben Jahr Vollzeit.

Wir haben uns vor genau einem Jahr über eine Freundin kennen gelernt; haben dann 3 Monate miteinander intensiv telefoniert und geschrieben (er hat zu dem Zeitpunkt in Österreich studiert & gelebt), führten dann eine Fernbeziehung für ein paar Monate (in denen wir uns oft gesehen haben), bis er dann nach Hamburg gezogen ist (wo er ursprünglich herkommt und ich zZ arbeite), damit wir beisammen sein können und er seine Bachelorarbeit schreibt.

Wie in jeder Beziehung hatten wir auf und abs- auch wenn in Streitsituationen sehr oft die Emotionen übergekocht sind. Dazu muss ich sagen, dass ca. 95% der Streite von ihm kamen, weil er sich zu wenig beachtet gefühlt hat. Er ist seeehr anhänglich (aber auch liebevoll) und hatte immer den gleichen Anspruch an mich, dass ich alles stehen und liegen lasse, um bei ihm zu sein, weil das ja "die große Liebe" und "die Liebe des Lebens" ist.

Dazu kommt, dass er ein unfassbar fauler Mensch ist... Er geht nicht arbeiten, hat keine Hobbies, schreibt nicht an seinen Arbeiten, lebt bei seinen Eltern und wird von denen auch finanziert. Ich kann dieses Verhalten nicht verstehen, weil wir eigentlich für nächstes Jahr Reisepläne haben, bei denen er eigentlich dabei sein wollte, dafür aber nichts getan hat!
Dabei wirkte er, als ich ihn kennen gelernt habe, wie ein echt spannenden Mensch. Nette Freunde in Österreich, war auch schon gereist, hat in Japan gelebt und die Sprache ein wenig gelernt, interessiert sich für alternative Medizin und Bewegung und steht total auf Natürlichkeit. In vielerlei Hinsicht mein Traummann.

Auf der anderen Seite hat mich die Beziehung unfassbar glücklich gemacht (bisher die mit Abstand intensivste Beziehung meines Lebens), er feiert mich in so vielen Bereichen und schenkt mir wahnsinnig viel Liebe. Leider wird er pissig, wenn ich nicht genauso viel Liebe zurück gebe- was einfach nicht geht, weil ich eben Hobbies habe, Arbeiten gehe und auch noch andere Sozialkontakte pflege.

Letztes Freitag ist ein Streit heftigst eskaliert. Ich versuche mich kurz zu halten:
Wir haben uns beide unverstanden wegen Geschehnissen am vorigen Abend gefühlt, weswegen erst einmal eisige Stille herrschte. Als er das Gespäch aufnahm, erwartete er eine Entschuldigung von mir- ich konnte es echt nicht fassen. Dazu muss man sagen, dass meine Cousine und ihr Partner keine 6 Stunden später aus London gelandet sind. D.h. mein Freund hatte den Machthebel, dass er eine Entschuldigung von mir wollte, sonst "kann ich mich verpissen". Auch nachdem ich mich Zähneknirschend entschuldigt hatte, nahm er diese nicht an mit den Worten, ich solle mich doch "richtig" entschuldigen.

Das Schreien ging weiter, er kam auf mich zu (ist wie gesagt sehr groß und stark), brüllte rum, packte mich am Oberarm und wollte mich auf den Flur hinaus schieben.
In dem Moment habe ich mich sehr bedroht gefühlt und habe ihm eine Ohrfeige verpasst (Hintergrund: nach einigen Streiten davor, wo ab einem bestimmten Punkt bei ihm eine Sicherung durchbrannte, war er nicht mehr ansprechbar. Danach meinte er immer "wenn ich an diesen Punkt komme, dann hau mir einfach eine, vielleicht brauche ich das, um wieder klar zu kommen!"
Ich drehte mich sofort um (ihm den Rücken zu), um mich hinter den Tisch zu stellen. Er packte mich von hinten und hielt mir sehr feste die Arme zu. Ich wehrte mich und sagte ihm, er soll mich loslassen, was er nicht gemacht hat. Ich versuchte mit dem Ellbogen ihn im Bauch zu treffen; nach wenigen Momenten hob er mich mit einem Griff, den er aus dem Kampfsport kennt, am Hals hoch (mit verschräkten Armen), was mir den Hals zudrückte.
Nach ca. 3 Sekunden ließ er mich fallen (Beine waren in de Luft) mit den Worten "Oh mein Gott, was tue ich hier!".
Ich hab nach Luft geschnappt und bitterlich angefangen zu weinen und zu zittern. Jetzt hatte ich wirklich Angst vor ihm.
Ich verkroch mich hinter den Tisch, er kam auf mich zu, viel sofort zu Boden und entschuldigte sich. Ich hab ihn nur von mir gehalten und bin die Treppe rauf gegangen und habe angefangen zu packen (haben da noch zusammen im Haus seiner Eltern gewohnt, die gerade im Urlaub waren).
Ich weinte und packte, er kam rauf und fing an die Situation zu relativieren. Von wegen ich hab einen guten rechten Haken, sein Griff war ja gar nicht so schlimm; der wird nur zur Beruhigung eines Gegners angewandt; ich hätte angefangen und wäre aggressiv gewesen; ich sei die Liebe seines Lebens; er hatte die letzten Tage nachgedacht mir einen Antrag zu machen... alles sehr, sehr manipulativ.

Ich merkte, dass ich eine sehr seltsame und mir bis dahin unbekannte Zone gekommen bin. Ich wurde ganz ruhig und entschulidigte mich, weil ich "anscheinend das schlimmste aus den Menschen raushole". Ich entschuldigte mich für die Ohrfeige, hörte auf zu Packen und bittete ihn darum, das Wochenende wie geplant zu machen.

Meine Cousine und ihr Freund kamen an und wir hatten ein wunderschönes Wochenende.

Am Abend bevor sie flog, erzählte ich ihr kurz, was passiert war (sie ist Neuro-Psychologin) und sie sagte mir klar und deutlich: du warst keine Bedrohung für ihn. Er hätte das nicht tun sollen. Und sie empfahl mir das Buch "Wölfe im Schafspelz" (mit ihr hatte ich schon häufig über unsere Beziehungsprobleme geredet).

Dann war alles wie vor dem Vorfall. Wir kochten, kuschelten, schauten abends Filme... 
Dann sind wir abends in eine Therme gegangen und ein kleines Wort von mir machte ihn zum kalten Stein.
Danach gab es wieder eine Diskussion, die darin endete, dass wir am Tsich saßen und ich ihm sagte, dass ich am nächsten Morgen ausziehen werde.
Paradoxerweise kuschelten wir an dem Abend noch..

Gestern rief ich meinen Bruder an,  (der auch Therapeut ist) nachdem ich in meine neue WG gezogen war und erzählte ihm die ganze Geschichte.
Er sagte ganz klar, dass mein Freund ein Psychopath ist und ich mich 21 Tage von ihm Fernhalten muss, um aus dieser "Sucht" und ungesungen Beziehung rauszukommen. Da ist der Groschen bei mir gefallen, ich rief danach meinen Vater an und erzählte es ihm. Ich fahre morgen in die Heimat zu ihm und meinen Freunden.


Mein großen Dilemma ist gerade: ich habe ein so unfassbar schlechtes Gewissen!! Heute morgen und in der Nacht bin ich so bitterlich am weinen, weil ich das Gefühl habe, ihm Unrecht zu geben...
Er ist der erste Mann, neben dem ich in Ruhe einschlafen konnte (ich kann tatsächlich ohne ihn nicht gut einschlafen), den ich schön fand, dessen Geruch ich liebte, mit dem ich in die Zukunft träumen konnte.. und vielen mehr.

Die Beziehung war oft anstrengend (wegen seiner emotionalen Abhängigkeit mir gegenüber- was er auch offen sagt. Es stört ihn nicht, dass seine gesamte Welt um mich dreht. Er sagt, nach mir kommen erst mal 10 Stufen keine Leute; noch nicht mal seine Brüder), aber eben auch unfassbar schön, intensiv, liebevoll und heilsam (hab ein großes Problem mit meiner Körperlichkeit und er hat mich immer für meinen Körper gefeiert).

Momentan bin ich völlig fertig, meine Freunde und Familie sagen, ich soll ich auf gar keinen Fall weiter sehen, dass er keine Kontrolle über sich hat.
Aber trotzdem hab ich dieses abgefahrene Gefühl, mich bei der ganzen Welt und ihm entschuldigen zu wollen, weil ich unsere Liebe verraten habe, weil ich das alles erzählt habe. Und weil ich jetzt nicht mehr erhobenen Hauptes mit ihm zusammen sein könnte...

Das ist alles so krass. Ich weiß nicht, was ich mit diesen ganzen Emotionen machen soll. Und dieser Angst, nie wieder jemanden zu finden, der seine ganzen wunderbaren Seiten hat...

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Es ist absolut nicht okay was er gemacht hat!!!! aber mal ehrlich... du hättest ihn auch nicht schlagen dürfen... und hasst ihn somit schon sehr provoziert

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22. Dezember 2019 um 10:56
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In Antwort auf hgt1196565

Hallo zusammen,

erstmal vielen Dank fürs Lesen meines Problemes, ich hoffe wirklich, dass ihr mir helfen könnt.

Zu meinem Partner und mir: ich (27w) er (30m), ich bin knapp 1,70m groß, er ist 2,04m groß und doppelt so schwer wie ich. Er studiert Psychologie, hat sich aber laut eigenen Angaben aus der ganzen "Selbst-Therapie" im Studium raus gezogen und ist jetzt seit ein paar Wochen wegen absoluter Antriebslosigkeit und Verdacht auf Depression in Therapie.
Ich studiere noch Design, arbeite aber schon seit ca. einem halben Jahr Vollzeit.

Wir haben uns vor genau einem Jahr über eine Freundin kennen gelernt; haben dann 3 Monate miteinander intensiv telefoniert und geschrieben (er hat zu dem Zeitpunkt in Österreich studiert & gelebt), führten dann eine Fernbeziehung für ein paar Monate (in denen wir uns oft gesehen haben), bis er dann nach Hamburg gezogen ist (wo er ursprünglich herkommt und ich zZ arbeite), damit wir beisammen sein können und er seine Bachelorarbeit schreibt.

Wie in jeder Beziehung hatten wir auf und abs- auch wenn in Streitsituationen sehr oft die Emotionen übergekocht sind. Dazu muss ich sagen, dass ca. 95% der Streite von ihm kamen, weil er sich zu wenig beachtet gefühlt hat. Er ist seeehr anhänglich (aber auch liebevoll) und hatte immer den gleichen Anspruch an mich, dass ich alles stehen und liegen lasse, um bei ihm zu sein, weil das ja "die große Liebe" und "die Liebe des Lebens" ist.

Dazu kommt, dass er ein unfassbar fauler Mensch ist... Er geht nicht arbeiten, hat keine Hobbies, schreibt nicht an seinen Arbeiten, lebt bei seinen Eltern und wird von denen auch finanziert. Ich kann dieses Verhalten nicht verstehen, weil wir eigentlich für nächstes Jahr Reisepläne haben, bei denen er eigentlich dabei sein wollte, dafür aber nichts getan hat!
Dabei wirkte er, als ich ihn kennen gelernt habe, wie ein echt spannenden Mensch. Nette Freunde in Österreich, war auch schon gereist, hat in Japan gelebt und die Sprache ein wenig gelernt, interessiert sich für alternative Medizin und Bewegung und steht total auf Natürlichkeit. In vielerlei Hinsicht mein Traummann.

Auf der anderen Seite hat mich die Beziehung unfassbar glücklich gemacht (bisher die mit Abstand intensivste Beziehung meines Lebens), er feiert mich in so vielen Bereichen und schenkt mir wahnsinnig viel Liebe. Leider wird er pissig, wenn ich nicht genauso viel Liebe zurück gebe- was einfach nicht geht, weil ich eben Hobbies habe, Arbeiten gehe und auch noch andere Sozialkontakte pflege.

Letztes Freitag ist ein Streit heftigst eskaliert. Ich versuche mich kurz zu halten:
Wir haben uns beide unverstanden wegen Geschehnissen am vorigen Abend gefühlt, weswegen erst einmal eisige Stille herrschte. Als er das Gespäch aufnahm, erwartete er eine Entschuldigung von mir- ich konnte es echt nicht fassen. Dazu muss man sagen, dass meine Cousine und ihr Partner keine 6 Stunden später aus London gelandet sind. D.h. mein Freund hatte den Machthebel, dass er eine Entschuldigung von mir wollte, sonst "kann ich mich verpissen". Auch nachdem ich mich Zähneknirschend entschuldigt hatte, nahm er diese nicht an mit den Worten, ich solle mich doch "richtig" entschuldigen.

Das Schreien ging weiter, er kam auf mich zu (ist wie gesagt sehr groß und stark), brüllte rum, packte mich am Oberarm und wollte mich auf den Flur hinaus schieben.
In dem Moment habe ich mich sehr bedroht gefühlt und habe ihm eine Ohrfeige verpasst (Hintergrund: nach einigen Streiten davor, wo ab einem bestimmten Punkt bei ihm eine Sicherung durchbrannte, war er nicht mehr ansprechbar. Danach meinte er immer "wenn ich an diesen Punkt komme, dann hau mir einfach eine, vielleicht brauche ich das, um wieder klar zu kommen!"
Ich drehte mich sofort um (ihm den Rücken zu), um mich hinter den Tisch zu stellen. Er packte mich von hinten und hielt mir sehr feste die Arme zu. Ich wehrte mich und sagte ihm, er soll mich loslassen, was er nicht gemacht hat. Ich versuchte mit dem Ellbogen ihn im Bauch zu treffen; nach wenigen Momenten hob er mich mit einem Griff, den er aus dem Kampfsport kennt, am Hals hoch (mit verschräkten Armen), was mir den Hals zudrückte.
Nach ca. 3 Sekunden ließ er mich fallen (Beine waren in de Luft) mit den Worten "Oh mein Gott, was tue ich hier!".
Ich hab nach Luft geschnappt und bitterlich angefangen zu weinen und zu zittern. Jetzt hatte ich wirklich Angst vor ihm.
Ich verkroch mich hinter den Tisch, er kam auf mich zu, viel sofort zu Boden und entschuldigte sich. Ich hab ihn nur von mir gehalten und bin die Treppe rauf gegangen und habe angefangen zu packen (haben da noch zusammen im Haus seiner Eltern gewohnt, die gerade im Urlaub waren).
Ich weinte und packte, er kam rauf und fing an die Situation zu relativieren. Von wegen ich hab einen guten rechten Haken, sein Griff war ja gar nicht so schlimm; der wird nur zur Beruhigung eines Gegners angewandt; ich hätte angefangen und wäre aggressiv gewesen; ich sei die Liebe seines Lebens; er hatte die letzten Tage nachgedacht mir einen Antrag zu machen... alles sehr, sehr manipulativ.

Ich merkte, dass ich eine sehr seltsame und mir bis dahin unbekannte Zone gekommen bin. Ich wurde ganz ruhig und entschulidigte mich, weil ich "anscheinend das schlimmste aus den Menschen raushole". Ich entschuldigte mich für die Ohrfeige, hörte auf zu Packen und bittete ihn darum, das Wochenende wie geplant zu machen.

Meine Cousine und ihr Freund kamen an und wir hatten ein wunderschönes Wochenende.

Am Abend bevor sie flog, erzählte ich ihr kurz, was passiert war (sie ist Neuro-Psychologin) und sie sagte mir klar und deutlich: du warst keine Bedrohung für ihn. Er hätte das nicht tun sollen. Und sie empfahl mir das Buch "Wölfe im Schafspelz" (mit ihr hatte ich schon häufig über unsere Beziehungsprobleme geredet).

Dann war alles wie vor dem Vorfall. Wir kochten, kuschelten, schauten abends Filme... 
Dann sind wir abends in eine Therme gegangen und ein kleines Wort von mir machte ihn zum kalten Stein.
Danach gab es wieder eine Diskussion, die darin endete, dass wir am Tsich saßen und ich ihm sagte, dass ich am nächsten Morgen ausziehen werde.
Paradoxerweise kuschelten wir an dem Abend noch..

Gestern rief ich meinen Bruder an,  (der auch Therapeut ist) nachdem ich in meine neue WG gezogen war und erzählte ihm die ganze Geschichte.
Er sagte ganz klar, dass mein Freund ein Psychopath ist und ich mich 21 Tage von ihm Fernhalten muss, um aus dieser "Sucht" und ungesungen Beziehung rauszukommen. Da ist der Groschen bei mir gefallen, ich rief danach meinen Vater an und erzählte es ihm. Ich fahre morgen in die Heimat zu ihm und meinen Freunden.


Mein großen Dilemma ist gerade: ich habe ein so unfassbar schlechtes Gewissen!! Heute morgen und in der Nacht bin ich so bitterlich am weinen, weil ich das Gefühl habe, ihm Unrecht zu geben...
Er ist der erste Mann, neben dem ich in Ruhe einschlafen konnte (ich kann tatsächlich ohne ihn nicht gut einschlafen), den ich schön fand, dessen Geruch ich liebte, mit dem ich in die Zukunft träumen konnte.. und vielen mehr.

Die Beziehung war oft anstrengend (wegen seiner emotionalen Abhängigkeit mir gegenüber- was er auch offen sagt. Es stört ihn nicht, dass seine gesamte Welt um mich dreht. Er sagt, nach mir kommen erst mal 10 Stufen keine Leute; noch nicht mal seine Brüder), aber eben auch unfassbar schön, intensiv, liebevoll und heilsam (hab ein großes Problem mit meiner Körperlichkeit und er hat mich immer für meinen Körper gefeiert).

Momentan bin ich völlig fertig, meine Freunde und Familie sagen, ich soll ich auf gar keinen Fall weiter sehen, dass er keine Kontrolle über sich hat.
Aber trotzdem hab ich dieses abgefahrene Gefühl, mich bei der ganzen Welt und ihm entschuldigen zu wollen, weil ich unsere Liebe verraten habe, weil ich das alles erzählt habe. Und weil ich jetzt nicht mehr erhobenen Hauptes mit ihm zusammen sein könnte...

Das ist alles so krass. Ich weiß nicht, was ich mit diesen ganzen Emotionen machen soll. Und dieser Angst, nie wieder jemanden zu finden, der seine ganzen wunderbaren Seiten hat...

Vielen Dank für eure Meinungen und Anregungen im Vorfeld, und danke für's lesen von diesem langen Text 

Gewalt geht gar nicht!

Sei froh, dass du jetzt noch easy aus der Sache rauskommst (ohne gemeinsames Haus, gemeinsame Kinder etc.).

Du bist jetzt weg und es ist vorbei.

Dass die Trennung wehtut, weil es natürlich auch schöne Seiten gab, ist total natürlich.
Geh durch den Schmerz durch, erlebe alle Gefühle, die hochkommen und da sind, lass dich von Freunden und Familie stützen, mach am besten eine Psychotherapie, um das zu verarbeiten und um dein Selbstwertgefühl für die Zukunft zu stärken.

Was die Zukunft auch bringt, wichtig ist, dass du für dich sorgst und sie nicht von Gewalt beherrscht wird.

Alles Gute!

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22. Dezember 2019 um 12:01
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erstmal vielen Dank fürs Lesen meines Problemes, ich hoffe wirklich, dass ihr mir helfen könnt.

Zu meinem Partner und mir: ich (27w) er (30m), ich bin knapp 1,70m groß, er ist 2,04m groß und doppelt so schwer wie ich. Er studiert Psychologie, hat sich aber laut eigenen Angaben aus der ganzen "Selbst-Therapie" im Studium raus gezogen und ist jetzt seit ein paar Wochen wegen absoluter Antriebslosigkeit und Verdacht auf Depression in Therapie.
Ich studiere noch Design, arbeite aber schon seit ca. einem halben Jahr Vollzeit.

Wir haben uns vor genau einem Jahr über eine Freundin kennen gelernt; haben dann 3 Monate miteinander intensiv telefoniert und geschrieben (er hat zu dem Zeitpunkt in Österreich studiert & gelebt), führten dann eine Fernbeziehung für ein paar Monate (in denen wir uns oft gesehen haben), bis er dann nach Hamburg gezogen ist (wo er ursprünglich herkommt und ich zZ arbeite), damit wir beisammen sein können und er seine Bachelorarbeit schreibt.

Wie in jeder Beziehung hatten wir auf und abs- auch wenn in Streitsituationen sehr oft die Emotionen übergekocht sind. Dazu muss ich sagen, dass ca. 95% der Streite von ihm kamen, weil er sich zu wenig beachtet gefühlt hat. Er ist seeehr anhänglich (aber auch liebevoll) und hatte immer den gleichen Anspruch an mich, dass ich alles stehen und liegen lasse, um bei ihm zu sein, weil das ja "die große Liebe" und "die Liebe des Lebens" ist.

Dazu kommt, dass er ein unfassbar fauler Mensch ist... Er geht nicht arbeiten, hat keine Hobbies, schreibt nicht an seinen Arbeiten, lebt bei seinen Eltern und wird von denen auch finanziert. Ich kann dieses Verhalten nicht verstehen, weil wir eigentlich für nächstes Jahr Reisepläne haben, bei denen er eigentlich dabei sein wollte, dafür aber nichts getan hat!
Dabei wirkte er, als ich ihn kennen gelernt habe, wie ein echt spannenden Mensch. Nette Freunde in Österreich, war auch schon gereist, hat in Japan gelebt und die Sprache ein wenig gelernt, interessiert sich für alternative Medizin und Bewegung und steht total auf Natürlichkeit. In vielerlei Hinsicht mein Traummann.

Auf der anderen Seite hat mich die Beziehung unfassbar glücklich gemacht (bisher die mit Abstand intensivste Beziehung meines Lebens), er feiert mich in so vielen Bereichen und schenkt mir wahnsinnig viel Liebe. Leider wird er pissig, wenn ich nicht genauso viel Liebe zurück gebe- was einfach nicht geht, weil ich eben Hobbies habe, Arbeiten gehe und auch noch andere Sozialkontakte pflege.

Letztes Freitag ist ein Streit heftigst eskaliert. Ich versuche mich kurz zu halten:
Wir haben uns beide unverstanden wegen Geschehnissen am vorigen Abend gefühlt, weswegen erst einmal eisige Stille herrschte. Als er das Gespäch aufnahm, erwartete er eine Entschuldigung von mir- ich konnte es echt nicht fassen. Dazu muss man sagen, dass meine Cousine und ihr Partner keine 6 Stunden später aus London gelandet sind. D.h. mein Freund hatte den Machthebel, dass er eine Entschuldigung von mir wollte, sonst "kann ich mich verpissen". Auch nachdem ich mich Zähneknirschend entschuldigt hatte, nahm er diese nicht an mit den Worten, ich solle mich doch "richtig" entschuldigen.

Das Schreien ging weiter, er kam auf mich zu (ist wie gesagt sehr groß und stark), brüllte rum, packte mich am Oberarm und wollte mich auf den Flur hinaus schieben.
In dem Moment habe ich mich sehr bedroht gefühlt und habe ihm eine Ohrfeige verpasst (Hintergrund: nach einigen Streiten davor, wo ab einem bestimmten Punkt bei ihm eine Sicherung durchbrannte, war er nicht mehr ansprechbar. Danach meinte er immer "wenn ich an diesen Punkt komme, dann hau mir einfach eine, vielleicht brauche ich das, um wieder klar zu kommen!"
Ich drehte mich sofort um (ihm den Rücken zu), um mich hinter den Tisch zu stellen. Er packte mich von hinten und hielt mir sehr feste die Arme zu. Ich wehrte mich und sagte ihm, er soll mich loslassen, was er nicht gemacht hat. Ich versuchte mit dem Ellbogen ihn im Bauch zu treffen; nach wenigen Momenten hob er mich mit einem Griff, den er aus dem Kampfsport kennt, am Hals hoch (mit verschräkten Armen), was mir den Hals zudrückte.
Nach ca. 3 Sekunden ließ er mich fallen (Beine waren in de Luft) mit den Worten "Oh mein Gott, was tue ich hier!".
Ich hab nach Luft geschnappt und bitterlich angefangen zu weinen und zu zittern. Jetzt hatte ich wirklich Angst vor ihm.
Ich verkroch mich hinter den Tisch, er kam auf mich zu, viel sofort zu Boden und entschuldigte sich. Ich hab ihn nur von mir gehalten und bin die Treppe rauf gegangen und habe angefangen zu packen (haben da noch zusammen im Haus seiner Eltern gewohnt, die gerade im Urlaub waren).
Ich weinte und packte, er kam rauf und fing an die Situation zu relativieren. Von wegen ich hab einen guten rechten Haken, sein Griff war ja gar nicht so schlimm; der wird nur zur Beruhigung eines Gegners angewandt; ich hätte angefangen und wäre aggressiv gewesen; ich sei die Liebe seines Lebens; er hatte die letzten Tage nachgedacht mir einen Antrag zu machen... alles sehr, sehr manipulativ.

Ich merkte, dass ich eine sehr seltsame und mir bis dahin unbekannte Zone gekommen bin. Ich wurde ganz ruhig und entschulidigte mich, weil ich "anscheinend das schlimmste aus den Menschen raushole". Ich entschuldigte mich für die Ohrfeige, hörte auf zu Packen und bittete ihn darum, das Wochenende wie geplant zu machen.

Meine Cousine und ihr Freund kamen an und wir hatten ein wunderschönes Wochenende.

Am Abend bevor sie flog, erzählte ich ihr kurz, was passiert war (sie ist Neuro-Psychologin) und sie sagte mir klar und deutlich: du warst keine Bedrohung für ihn. Er hätte das nicht tun sollen. Und sie empfahl mir das Buch "Wölfe im Schafspelz" (mit ihr hatte ich schon häufig über unsere Beziehungsprobleme geredet).

Dann war alles wie vor dem Vorfall. Wir kochten, kuschelten, schauten abends Filme... 
Dann sind wir abends in eine Therme gegangen und ein kleines Wort von mir machte ihn zum kalten Stein.
Danach gab es wieder eine Diskussion, die darin endete, dass wir am Tsich saßen und ich ihm sagte, dass ich am nächsten Morgen ausziehen werde.
Paradoxerweise kuschelten wir an dem Abend noch..

Gestern rief ich meinen Bruder an,  (der auch Therapeut ist) nachdem ich in meine neue WG gezogen war und erzählte ihm die ganze Geschichte.
Er sagte ganz klar, dass mein Freund ein Psychopath ist und ich mich 21 Tage von ihm Fernhalten muss, um aus dieser "Sucht" und ungesungen Beziehung rauszukommen. Da ist der Groschen bei mir gefallen, ich rief danach meinen Vater an und erzählte es ihm. Ich fahre morgen in die Heimat zu ihm und meinen Freunden.


Mein großen Dilemma ist gerade: ich habe ein so unfassbar schlechtes Gewissen!! Heute morgen und in der Nacht bin ich so bitterlich am weinen, weil ich das Gefühl habe, ihm Unrecht zu geben...
Er ist der erste Mann, neben dem ich in Ruhe einschlafen konnte (ich kann tatsächlich ohne ihn nicht gut einschlafen), den ich schön fand, dessen Geruch ich liebte, mit dem ich in die Zukunft träumen konnte.. und vielen mehr.

Die Beziehung war oft anstrengend (wegen seiner emotionalen Abhängigkeit mir gegenüber- was er auch offen sagt. Es stört ihn nicht, dass seine gesamte Welt um mich dreht. Er sagt, nach mir kommen erst mal 10 Stufen keine Leute; noch nicht mal seine Brüder), aber eben auch unfassbar schön, intensiv, liebevoll und heilsam (hab ein großes Problem mit meiner Körperlichkeit und er hat mich immer für meinen Körper gefeiert).

Momentan bin ich völlig fertig, meine Freunde und Familie sagen, ich soll ich auf gar keinen Fall weiter sehen, dass er keine Kontrolle über sich hat.
Aber trotzdem hab ich dieses abgefahrene Gefühl, mich bei der ganzen Welt und ihm entschuldigen zu wollen, weil ich unsere Liebe verraten habe, weil ich das alles erzählt habe. Und weil ich jetzt nicht mehr erhobenen Hauptes mit ihm zusammen sein könnte...

Das ist alles so krass. Ich weiß nicht, was ich mit diesen ganzen Emotionen machen soll. Und dieser Angst, nie wieder jemanden zu finden, der seine ganzen wunderbaren Seiten hat...

Vielen Dank für eure Meinungen und Anregungen im Vorfeld, und danke für's lesen von diesem langen Text 

guten morgen

tja, du hast bereits alle fragen (an dich) und antworten (für dich) in deinem text gestellt / beantwortet... !
jegliche auseinandersetzung, die über verbales hinausgeht ist ein no-go. punkt.
recht oder unrecht (haben) sind m. e. hier gar nicht die frage.

mit 30 noch bei den eltern wohnen, keiner arbeit, ausbildung nachgehen? kann man(n) machen, das solltest du dir aber nicht antun.

bevor du in diese "beziehung" investierst, warum nicht in dich selber investieren? ego-building, dein studium, deine arbeit, last, but not least... friends and family. ein stablies, gefestigtes selbst-bild ist die beste basis für eine gesunde beziehung.

eins ist sicher... du wirst jemanden finden, der wunderbare seiten hat. überwiegend. geh´ offen durch die welt, sag, was du tust und tu´, was du sagst. relativ simpel. sender-empfänger-prinzip. wenn´s ehrlich und authentisch ist, muss das gut und am ende auch erfolgreich sein.

merry christmas.

liebe grüsse
k


 

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22. Dezember 2019 um 15:52
In Antwort auf smini

Gewalt geht gar nicht!

Sei froh, dass du jetzt noch easy aus der Sache rauskommst (ohne gemeinsames Haus, gemeinsame Kinder etc.).

Du bist jetzt weg und es ist vorbei.

Dass die Trennung wehtut, weil es natürlich auch schöne Seiten gab, ist total natürlich.
Geh durch den Schmerz durch, erlebe alle Gefühle, die hochkommen und da sind, lass dich von Freunden und Familie stützen, mach am besten eine Psychotherapie, um das zu verarbeiten und um dein Selbstwertgefühl für die Zukunft zu stärken.

Was die Zukunft auch bringt, wichtig ist, dass du für dich sorgst und sie nicht von Gewalt beherrscht wird.

Alles Gute!

dann soll sie aber auch keine Gewalt ausüben

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23. Dezember 2019 um 13:18
In Antwort auf anne234

und hatte immer den gleichen Anspruch an mich, dass ich alles stehen und liegen lasse, um bei ihm zu sein, weil das ja "die große Liebe" und "die Liebe des Lebens" ist.

Ach, weil du ihn liebst, musst du ihm das immer wieder beweisen und sofort zur Stelle sein, wenn er es möchte. Als wenn du kein eigenes Leben hättest. Das sieht von vornherein so aus, als wenn du sein Leben leben sollst. Wer das Herrchen sein will und wem die Funktion des Hündchens zugedacht ist, kannst du auch schon erraten.
Höre doch einfach weg, wenn Forderungen kommen. 

Dazu kommt, dass er ein unfassbar fauler Mensch ist... 

Das passt aber. 

Er geht nicht arbeiten, hat keine Hobbies, schreibt nicht an seinen Arbeiten, lebt bei seinen Eltern und wird von denen auch finanziert.

Na, lass ihn genau da, wo er ist. Bei Mama und Papa.  

In vielerlei Hinsicht mein Traummann.

Aber kein Partner für dich. Ein Kandidat für eine Partnerschaft ist zuerst an DEINEM Wohlergehen interessiert. 

Der Rest deines Textes ist schlimm, aber eben auch logisch unter diesen Umständen. Du möchtest viel mehr auf deine eigenen Wünsche achten, wenn dir ein Mann über den Weg läuft. Mit diesem wird es nichts mehr. Hoffnungslos. 

Vielen Dank für deine differenzierten Worte
Es hilft gerade sehr, um aus diesem seltsamen "head-space" raus zu kommen.

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23. Dezember 2019 um 13:20
In Antwort auf smini

Gewalt geht gar nicht!

Sei froh, dass du jetzt noch easy aus der Sache rauskommst (ohne gemeinsames Haus, gemeinsame Kinder etc.).

Du bist jetzt weg und es ist vorbei.

Dass die Trennung wehtut, weil es natürlich auch schöne Seiten gab, ist total natürlich.
Geh durch den Schmerz durch, erlebe alle Gefühle, die hochkommen und da sind, lass dich von Freunden und Familie stützen, mach am besten eine Psychotherapie, um das zu verarbeiten und um dein Selbstwertgefühl für die Zukunft zu stärken.

Was die Zukunft auch bringt, wichtig ist, dass du für dich sorgst und sie nicht von Gewalt beherrscht wird.

Alles Gute!

Vielen Dank für deine lieben Worte

Ja, 2020 steht unter dem Vorsatz "Heilung", mithilfe meiner Familie mache ich bald eine Therapie, um aus diesen ungesunden Mustern raus zu kommen.

Vielen Dank noch mal

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23. Dezember 2019 um 13:22
In Antwort auf carina2019

dann soll sie aber auch keine Gewalt ausüben

Das stimmt,
und ich hätte das auch NIE getan, wenn ich nicht durch vorherige Streits seine Erlaubnis dafür bekommen hätte.. Aber dann ist er komplett eskaliert.

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23. Dezember 2019 um 16:05
In Antwort auf hgt1196565

Das stimmt,
und ich hätte das auch NIE getan, wenn ich nicht durch vorherige Streits seine Erlaubnis dafür bekommen hätte.. Aber dann ist er komplett eskaliert.

Erlaubnis ihn zu schlagen??  seltsame Beziehung

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23. Dezember 2019 um 16:48
Beste Antwort

Lies ein paar mehr Bücher oder Websites über Narzissten und Psychopathen. Da wird Dir dann klar, dass Du noch gut von der Schippe gesprungen bist - und es lenkt ab von jeglichen Gedanken, dass er Dir leidtun könnte...

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