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Stille im Freundeskreis.

23. November 2017 um 9:15

Ich bin gerade diejenige, die sich allen gegenüber abwendet und zwar von Freundinnen, die ich bereits seit Jahrzehnten habe, hatte. 

Ich schildere mal kurz: 
Eigentlich war ich bei denen immer nur Opfer. 
Keine Antwort gekriegt auf was wirklich wichtiges. Da kam schon meine selbstgestrickte Erklärung: Beschäftigt, überfordert, keine Zeit. 

Es gab in diesem Jahr wirklich prägnante Erlebnisse, wo ich das einfach auch mal getestest habe. Eine ewig lange Nachricht im Bezug auf etwas wirklich wichtiges: Bis heute keine Antwort. 

Hilfe eingefordert bei wesentlichen Geschehnissen: Die Hilfe kam lieblos, zögernd, ich musste auffordern. Ich hingegegen war immer die Gebende, die helfende... 

Diese Einsicht kam mir erst vor einiger Zeit und dann ist mir schlagartig bewusst geworden, dass immer ich diejenige bin, die alles in diesen Freundschaften vorangetrieben hat. Das hat mich viel Energie, Zeit, Nerven gekostet. Mit dieser Einsicht habe ich nun jegliche Kontaktaufnahme meinerseits eingestellt. Und was kommt? Seit gut einem halben Jahr? NIX. Rein gar nichts. 

Wer war, bin ich für diese Menschen? Klar, sie sind gepampert, sind es gewohnt, dass ich alles vorantreibe. Aber ich könnte auch tot sein. Von denen meldet sich keiner mehr. Was für Hülsen. Menschen um die sich aber Jahrzehnte mein Dreh und Angelpunkt richtete. 

Jetzt habe ich eine andere Gewissheit in mir: 

Die Gegenseitigkeit in Freundschaften. Langsam, sehr langsam tut sich Neues auf. Ein völlig anderes Beziehungsmuster mit neuen Menschen, die sich wirklich herzlich und regelmäßig um Kontakt bemühen. Es ist einfach gegenseitig. Aber es sind noch zarte Pflanzen. 

Trotzdem bin ich in einem Loch. Die anderen, alten. Irgendwie hänge ich da immer noch emotional bei denen und frage mich was das für Freundschaften waren. 

Es ist einfach alles manchmal so einsam, so leer. Aber ich will nicht weiter Mülltonne für emotionalen Ballast sein. Die ganze Basis waren Leid, Kummerkasten, und alles ging auch noch immer von mir aus. 

Wie kann ich diese alten Leute noch besser loslassen? 

Ich bin so erschreckt, wie still es manchmal ist und wie so gar nix mehr von den Leuten kommt. 

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23. November 2017 um 10:07

Damit bin ich mehr als durch. Viele Jahre, viele Therapeuten. Auch echt gute! 
Auch medies. Alle durch. Hilft mir keins. 

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23. November 2017 um 10:08

Aber wieso beziehst du dich auf alte Geschichten? Ich finde meine Entwicklung positiv, denn ich habe mich immer mit Leuten über ihr Leid verbunden und darüber, dass ich verantwortlich für die Bindungen war. Ich will das nicht mehr und ich erlebe nun positive neue Bindungen, die gegenseitiger sind. 
 

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23. November 2017 um 10:29
In Antwort auf puravida007

Aber wieso beziehst du dich auf alte Geschichten? Ich finde meine Entwicklung positiv, denn ich habe mich immer mit Leuten über ihr Leid verbunden und darüber, dass ich verantwortlich für die Bindungen war. Ich will das nicht mehr und ich erlebe nun positive neue Bindungen, die gegenseitiger sind. 
 

genau das wird der grund sein, die alten freunde kennen dich wahrscheinlich als zu schwierig und zeitintensiv. jetzt bist du anders und hast neue leute kennengelernt.
manchmal gabelt sich halt der lebensweg und dann sollte man auch abschliessen
können.
geniess deine fortschritte und das leben.

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23. November 2017 um 10:48
In Antwort auf puravida007

Ich bin gerade diejenige, die sich allen gegenüber abwendet und zwar von Freundinnen, die ich bereits seit Jahrzehnten habe, hatte. 

Ich schildere mal kurz: 
Eigentlich war ich bei denen immer nur Opfer. 
Keine Antwort gekriegt auf was wirklich wichtiges. Da kam schon meine selbstgestrickte Erklärung: Beschäftigt, überfordert, keine Zeit. 

Es gab in diesem Jahr wirklich prägnante Erlebnisse, wo ich das einfach auch mal getestest habe. Eine ewig lange Nachricht im Bezug auf etwas wirklich wichtiges: Bis heute keine Antwort. 

Hilfe eingefordert bei wesentlichen Geschehnissen: Die Hilfe kam lieblos, zögernd, ich musste auffordern. Ich hingegegen war immer die Gebende, die helfende... 

Diese Einsicht kam mir erst vor einiger Zeit und dann ist mir schlagartig bewusst geworden, dass immer ich diejenige bin, die alles in diesen Freundschaften vorangetrieben hat. Das hat mich viel Energie, Zeit, Nerven gekostet. Mit dieser Einsicht habe ich nun jegliche Kontaktaufnahme meinerseits eingestellt. Und was kommt? Seit gut einem halben Jahr? NIX. Rein gar nichts. 

Wer war, bin ich für diese Menschen? Klar, sie sind gepampert, sind es gewohnt, dass ich alles vorantreibe. Aber ich könnte auch tot sein. Von denen meldet sich keiner mehr. Was für Hülsen. Menschen um die sich aber Jahrzehnte mein Dreh und Angelpunkt richtete. 

Jetzt habe ich eine andere Gewissheit in mir: 

Die Gegenseitigkeit in Freundschaften. Langsam, sehr langsam tut sich Neues auf. Ein völlig anderes Beziehungsmuster mit neuen Menschen, die sich wirklich herzlich und regelmäßig um Kontakt bemühen. Es ist einfach gegenseitig. Aber es sind noch zarte Pflanzen. 

Trotzdem bin ich in einem Loch. Die anderen, alten. Irgendwie hänge ich da immer noch emotional bei denen und frage mich was das für Freundschaften waren. 

Es ist einfach alles manchmal so einsam, so leer. Aber ich will nicht weiter Mülltonne für emotionalen Ballast sein. Die ganze Basis waren Leid, Kummerkasten, und alles ging auch noch immer von mir aus. 

Wie kann ich diese alten Leute noch besser loslassen? 

Ich bin so erschreckt, wie still es manchmal ist und wie so gar nix mehr von den Leuten kommt. 

Irgendwie hänge ich da immer noch emotional bei denen und frage mich was das für Freundschaften waren. 

Freundschaften zu Menschen, die nie zu Dir gepasst haben, ohne dass Du das anerkannt hättest. - Loslassen kannst Du meiner Meinung nach am besten, indem Du schlicht akzeptierst, dass nicht alle Menschen miteinander kompatibel sind.

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23. November 2017 um 10:51

Hallo Cefeu! 

Da meldet sich aber nur ein kleiner Teil von dem was du beschreibst. Denn nun bin ich ja in der Lage ganz entspannt solche Freundschaften zu führen, auch wenn sie sich erst zart entwickeln. 
Da liegst du fehl. Ich habe es nie so empfunden, dass ich durch Taten, Gut Mensch sein... eine Freundschaft stabilisiere. Ich war einfach so. Einfach so gestrickt. Hab ich gar nicht gerafft. Für mich war das Normalität. Erst vor einiger Zeit durfte durch einige Geschehnisse habe ich bemerkt, dass das nur leider gar nicht auf Gegenseitigkeit beruht. 

Ich kann auch von Leuten nehmen. Immer besser. Ohne dass ich meine dafür was tun zu müssen. Dieses gegeneinander aufwiegen mag ich eh nicht. Nur verhielt es sich mit diesen besagten Freundschaften so, dass das alles in einer totalen Schieflage war und ich weiß, dass ich das natürlich auch so mitgemacht habe. Aber unbewusst. Bei mir sind halt unbewusst immer alle Opfer und alles was sie tun, auch Schlechtes, entschuldigte ich. Habe dabei meine Grenzen nicht gewahrt. Und klar gehören da immer zwei dazu. Und dass die Freundschaften nun, da ich meine Grenzen wahre und auch nix mehr aktiv einbringe den Bach runter gehen ist ja irgendwie klar. Denn die besagten Leute kennen es ja nicht anders nur zu nehmen. Darauf zu warten, dass ich mal wieder was vorschlage, Verabredungen in den Weg leite. 
Aber ich hänge halt sehr an Menschen, mit denen ich lange einen Weg gegangen bin und ich denke, dass es vielleicht auch nochmal eine Basis geben wird, indem ich mal ganz offen darüber rede. Im Moment möchte ich aber den Kontakt nicht. Ich will einfach warten was sich von deren Seite tut. Ob sich da noch was tut. 
 

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23. November 2017 um 10:57

Total falsch interpretiert. Denn ich bin sehr offen und willig und positiv da hin zu den Terapeuten und habe da auch viel mitgenommen, gelernt, viele Dinge bearbeiten können. Hatte alles sein Gutes. 
Habe die Luxusform unter den Therapien erhalten. Ich habe immer Schubweise Depressionen. Aber ganz ehrlich. Das wollte ich gar nicht thematisieren. Über medies musst du mir auch nichts erzählen. Denn ich hab die ALLE durch. Mit ALLEN erdenklichen Hilfsmitteln an mentalen Trainings, Gedanken.... mich hätten sie fast das Leben gekostet. Nicht witzig. Die Dinger helfen nicht allen Menschen und das hat rein gar nichts damit zu tun, dass das an meiner Einstellung liegt. Denn ich hab die Dinger vor Jahren voller Optimismus und Hoffnung.. genommen. 
Ich kriege meine schlechten Phasen mit Lichtlampen, Sport ganz gut in den Griff und wollte das hier gar nicht thematisieren. Ich steh beruflich im Leben ohne Krankmeldungen wegen der Depries und muss jetzt nicht jedes meiner Probleme daruauf beziehen. 

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23. November 2017 um 11:05

Huhu
Würde gerne mal zwei Sachen ansprechen, da ich sie kenne. 
zum einen das mit den Freunden: kenne ich und es ist echt verdammt enttäuschend. Den Kontakt von der eigenen Seite abzubrechen ist ganz richtig, meiner Meinung nach, gewesen. Das öffnet Wege für neue Freundschaften. Ich muss heute auch noch ab und zu daran denken. Ich denke es ist einfach nur das Unverständnis, wieso man so lange an diese Leuten hing und wie wenig man ihnen doch bedeutet hat. Aber du hast sicher andere Sachen in deinem Leben, welche relevanter sind und das sind unter anderem sicher die neuen Freundschaften. 
zu der Therapie:
Ich hatte 4 Jahre eine Therapie und bin jetzt seit n paar Jahren fertig. Erst nach dem ersten halben Jahr der Therapie habe ich gemerkt, dass sich etwas ändert und erst nach einem ganzen Jahr konnte ich diese Änderungen zuordnen. Nach vier Jahren fühle ich mich da, wo ich hinwollte. Sowas dauert. Es hilft auch nicht, ständig die Therapeuten zu wechseln. Des weiteren sollte man hingehen, weil man an sich arbeiten will. Der Therapeut hilft nur etwas, aber sowas muss man selber vorantreiben. 


Liebe Grüße

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23. November 2017 um 11:41

Danke! 
Ja, also ich brauche wirklich rein gar keine Empfehlungen im Hinblick auf Therapien. Denn ich habe da bereits ein tolles Luxuspaket mitgenommen. 
Ja, du triffst den Kern schon gut! 

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23. November 2017 um 13:14

das ist hart ausgedrückt, aber es trifft auf die meisten zu.
was sicherlich auch daran liegt, dass jeder sein päckchen zu tragen hat.
natürlich ist man für seine freunde auch in der not da, aber wenn es sich über jahre zieht, wirds schwierig.

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23. November 2017 um 15:23

Merkwürdige Antworten und Vorstellung von Freunden hier. Ich denke da hab ich doch schon die ein oder andere engere Bindung als die meisten, die hier geantwortet haben gehabt. Traurige Zeit. 

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23. November 2017 um 15:30
In Antwort auf himbeerblatt2

Merkwürdige Antworten und Vorstellung von Freunden hier. Ich denke da hab ich doch schon die ein oder andere engere Bindung als die meisten, die hier geantwortet haben gehabt. Traurige Zeit. 

dann schätze dich glücklich.
mit der traurigen zeit gebe ich dir recht.

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23. November 2017 um 15:49
In Antwort auf himbeerblatt2

Merkwürdige Antworten und Vorstellung von Freunden hier. Ich denke da hab ich doch schon die ein oder andere engere Bindung als die meisten, die hier geantwortet haben gehabt. Traurige Zeit. 

warum, weil nicht alle "hilfsbereite" Menschen mögen (wollen)?
Das hat nichts mit engen Bindungen zu tun.

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