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Stecke ich in einer ungesunden Beziehung?

6. Januar um 10:29 Letzte Antwort: 6. Januar um 13:55

Hallo ihr Lieben, seit 3 Monaten führe ich wieder eine Beziehung. Mein Freund ist 35 und ich in 30 Jahre alt. Kinder hat bisher keiner von uns. Wir wohnen ca. 100 km voneinander entfernt. Die Beziehung hat sehr rasant begonnen, wir hatten beide sehr schnell ein sehr gutes und vertrautes Gefühl und haben auch sehr schnell über Dinge wie eine gemeinsame Wohnung gesprochen. Es schien alles endlich zu passen. Von der Lebenseinstellung bis zum sehr ähnlichen Geschmack bei so vielen Dingen. Große und kleine Dinge... irgendwie passte einfach alles. Wir haben dann nach 1,5 Monaten angefangen uns Wohnungen anzuschauen und haben nun auch bereits einen Mietvertrag unterzeichnet. In die Wohnung (Neubau) können wir zum 01.04. einziehen. Auch bei der Wohnung war es so, dass es einfach perfekt passte und so dachten wir, es ergibt sich jetzt einfach alles und kommt wie es kommen soll. In den letzten Tagen bzw. 1-2 Wochen hat sich bei mir allerdings ein schlechtes Bauchgefühl entwickelt. Wir geraten immer wieder wegen absoluten Nichtigkeiten aneinander und ich habe das Gefühl, dass mein Partner sehr viel von mir erwartet. Ich soll seinen Erwartungen gerecht werden, soll ihm meine ganze Aufmerksamkeit schenken und darf auf keinen Fall schlechte Laune haben, das wird mir dann extrem vorgeworfen... sogar mehrere Tage. Das größte Problem kam jetzt ans Tageslicht. Ich habe ein sehr gutes und enges Verhältnis zu meiner Familie. Wir sind immer füreinander da und unterstützen uns gegenseitig. Bei meinen bisherigen Partnern war das immer gern gesehen und irgendwie ein weiterer "Pluspunkt" für mich als Person. Bei den Trennungen fiel es meinen Partnern immer schwer, auch die Familie zu verlieren. Dazu muss man sagen, dass meine Familie sehr locker und umgänglich ist. Niemand der sich irgendwo einmischt oder aufdringlich ist. Mein neuer Freund sagt nun, dass er das enge Verhältnis zu viel findet und sich zB nicht vorstellen kann, unseren Hund oder unser Kind (alles nur Zukunftsmusik) zur Betreuung beispielsweise zu meinen Eltern zu geben, obwohl diese natürlich gerne immer unterstützen würden, was ich wiederum sehr schätze und gerne auch in der Zukunft nutzen würde. Für mich ist ein starker Zusammenhalt in der Familie etwas positives und etwas wertvolles, was ich nicht missen möchte. Er allerdings möchte um jeden Preis unabhängig und autark sein und möchte nicht, dass sich der Alltag mit "anderen Menschen" wie meinen Eltern oder meinem Bruder vermischt. Auch hat er kein großes Interesse daran, meine Familie überhaupt mal richtig kennenzulernen. Er verhält sich in meinen Augen so komisch. Will er mich vielleicht von meiner Familie lösen? Mich sogar isolieren? Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll und wäre für eure Einschätzung und euren Rat sehr dankbar. Liebe Grüße, Sarah

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6. Januar um 10:37

Sei froh, dass die Hinweise so früh und so eindeutig sind. 

Trenn dich. Ich hoffe, du erkennst es selbst. 

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6. Januar um 10:49

Danke!!

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6. Januar um 11:19

Auch aus Männersicht ein klares »Trenn dich!«.

Der haarsträubendste Fehler wurde aber meiner Meinung schon von euch beiden begangen: Nach 3 Monaten des »Kennenlernens« zusammenziehen wollen. Schon beim Lesen stellten sich mir die Nackenhaare senkrecht.

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6. Januar um 11:24

Ok, danke Wunderknabe. Es ist so, dass wir jeden Tag zusammenverbracht haben und da mein Freund derzeit nur zur Zwischenmiete wohnt und sowieso bis zum Sommer etwas anderes sucht, hat es sich für uns richtig angefühlt in dem Moment. Man kann es auch so sehen, dass man sagt, was haben wir zu verlieren? Wenn es jetzt nicht klappt, klappt es auch in einem Jahr nicht. Aber klar, jetzt sieht es natürlich so aus, als sei das eine absolute Fehlentscheidung gewesen. Im Prinzip kann man ja jeden Vertrag auch wieder kündigen und keiner zwingt mich dort einzuziehen... im zweifel müssten wir eben für 3 Monate die Kosten tragen.

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6. Januar um 11:32

Liebe Sarah,

in deinem Eingangspost hast du dich ja schon sehr schön selbst charakterisiert. Du bist ein Mensch, dem scheinbar ein empathisches Miteinander (gelebt z.B. in eurem engen Familienzusammenhalt) sehr wichtig ist. So gut kannst du meiner Meinung nach keinen Menschen in wenigen Monaten kennenlernen und vertrauen lernen, um davon auszugehen, dass da eine ähnliche Grundhaltung vorliegt. Und nur dann würde es ja sinnhaft sein, über eine gemeinsame Zukunft im selben Gemäuer nachzudenken.
Manchmal bin ich schon wirklich überrascht, wie waghalsig sich Leute entweder in eine Beziehung mit gegenseitigen Abhängigkeiten (gemeinsame Wohnung) stürzen, oder das andere Extrem leben, zum Beispiel größtmögliche Distanz wahren. Ich zähle mich zur (hoffentlich) gesunden Mitte. Hat auch was mit Lebenserfahrung zu tun, dass dies der eher richtige Weg ist!

Herzlichst, Tom

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6. Januar um 13:32
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Hallo ihr Lieben, seit 3 Monaten führe ich wieder eine Beziehung. Mein Freund ist 35 und ich in 30 Jahre alt. Kinder hat bisher keiner von uns. Wir wohnen ca. 100 km voneinander entfernt. Die Beziehung hat sehr rasant begonnen, wir hatten beide sehr schnell ein sehr gutes und vertrautes Gefühl und haben auch sehr schnell über Dinge wie eine gemeinsame Wohnung gesprochen. Es schien alles endlich zu passen. Von der Lebenseinstellung bis zum sehr ähnlichen Geschmack bei so vielen Dingen. Große und kleine Dinge... irgendwie passte einfach alles. Wir haben dann nach 1,5 Monaten angefangen uns Wohnungen anzuschauen und haben nun auch bereits einen Mietvertrag unterzeichnet. In die Wohnung (Neubau) können wir zum 01.04. einziehen. Auch bei der Wohnung war es so, dass es einfach perfekt passte und so dachten wir, es ergibt sich jetzt einfach alles und kommt wie es kommen soll. In den letzten Tagen bzw. 1-2 Wochen hat sich bei mir allerdings ein schlechtes Bauchgefühl entwickelt. Wir geraten immer wieder wegen absoluten Nichtigkeiten aneinander und ich habe das Gefühl, dass mein Partner sehr viel von mir erwartet. Ich soll seinen Erwartungen gerecht werden, soll ihm meine ganze Aufmerksamkeit schenken und darf auf keinen Fall schlechte Laune haben, das wird mir dann extrem vorgeworfen... sogar mehrere Tage. Das größte Problem kam jetzt ans Tageslicht. Ich habe ein sehr gutes und enges Verhältnis zu meiner Familie. Wir sind immer füreinander da und unterstützen uns gegenseitig. Bei meinen bisherigen Partnern war das immer gern gesehen und irgendwie ein weiterer "Pluspunkt" für mich als Person. Bei den Trennungen fiel es meinen Partnern immer schwer, auch die Familie zu verlieren. Dazu muss man sagen, dass meine Familie sehr locker und umgänglich ist. Niemand der sich irgendwo einmischt oder aufdringlich ist. Mein neuer Freund sagt nun, dass er das enge Verhältnis zu viel findet und sich zB nicht vorstellen kann, unseren Hund oder unser Kind (alles nur Zukunftsmusik) zur Betreuung beispielsweise zu meinen Eltern zu geben, obwohl diese natürlich gerne immer unterstützen würden, was ich wiederum sehr schätze und gerne auch in der Zukunft nutzen würde. Für mich ist ein starker Zusammenhalt in der Familie etwas positives und etwas wertvolles, was ich nicht missen möchte. Er allerdings möchte um jeden Preis unabhängig und autark sein und möchte nicht, dass sich der Alltag mit "anderen Menschen" wie meinen Eltern oder meinem Bruder vermischt. Auch hat er kein großes Interesse daran, meine Familie überhaupt mal richtig kennenzulernen. Er verhält sich in meinen Augen so komisch. Will er mich vielleicht von meiner Familie lösen? Mich sogar isolieren? Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll und wäre für eure Einschätzung und euren Rat sehr dankbar. Liebe Grüße, Sarah

Hey Sarah, 

Zunächst sei gesagt, dass ich mich in deiner Beschreibung deines Partners sehr widerspiegeln kann. 
Ich empfinde Familie oft als extreme Last und eine Verpflichtung, die ich gern auf ein minimum reduziere (alles dennoch im anständigen Rahmen). 
Dennoch war es mir sehr wichtig die Familie meiner Partnerin kennenzulernen. 

Ich versuche sehr, dass Verhalten deines Partners zu analysieren und ich muss sagen, die "Trenn dich" Aufrufe hier empfinde ich als befremdlich, da du dies ja wahrscheinlich eben nicht möchtest und daher diesen Thread veröffentlicht hast. 

In erster Instanz solltest du deine Sorgen ihm gegenüber äußern. 
Er muss sich reflektieren und kann dich dann evtl besser verstehen. 
Achte nur darauf, dass er deine Argumente nicht einfach umdreht ala "Ich möchte auch Zeit mit meiner Familie verbringen und dich gern dabei haben" zu " du verplanst meine Freizeit und solltest selbstständiger werden", kommt es so, geht es um Macht und wer dich lediglich "besitzen" möchte, wird dich spätestens dann sitzen lassen, wenn du genau das bist, was er möchte. 

Gib dich nicht auf um seiner Vorstellung zu entsprechen und stelle ihm gegenüber klar, was er geben muss damit du glücklich bist. 
Kann er dies nicht aber du sollst dich komplett anpassen, dann wirst du in 5 Jahren mit 35 zurück blicken und dich über die verschwendete Zeit ärgern. 

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6. Januar um 13:55
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Hallo ihr Lieben, seit 3 Monaten führe ich wieder eine Beziehung. Mein Freund ist 35 und ich in 30 Jahre alt. Kinder hat bisher keiner von uns. Wir wohnen ca. 100 km voneinander entfernt. Die Beziehung hat sehr rasant begonnen, wir hatten beide sehr schnell ein sehr gutes und vertrautes Gefühl und haben auch sehr schnell über Dinge wie eine gemeinsame Wohnung gesprochen. Es schien alles endlich zu passen. Von der Lebenseinstellung bis zum sehr ähnlichen Geschmack bei so vielen Dingen. Große und kleine Dinge... irgendwie passte einfach alles. Wir haben dann nach 1,5 Monaten angefangen uns Wohnungen anzuschauen und haben nun auch bereits einen Mietvertrag unterzeichnet. In die Wohnung (Neubau) können wir zum 01.04. einziehen. Auch bei der Wohnung war es so, dass es einfach perfekt passte und so dachten wir, es ergibt sich jetzt einfach alles und kommt wie es kommen soll. In den letzten Tagen bzw. 1-2 Wochen hat sich bei mir allerdings ein schlechtes Bauchgefühl entwickelt. Wir geraten immer wieder wegen absoluten Nichtigkeiten aneinander und ich habe das Gefühl, dass mein Partner sehr viel von mir erwartet. Ich soll seinen Erwartungen gerecht werden, soll ihm meine ganze Aufmerksamkeit schenken und darf auf keinen Fall schlechte Laune haben, das wird mir dann extrem vorgeworfen... sogar mehrere Tage. Das größte Problem kam jetzt ans Tageslicht. Ich habe ein sehr gutes und enges Verhältnis zu meiner Familie. Wir sind immer füreinander da und unterstützen uns gegenseitig. Bei meinen bisherigen Partnern war das immer gern gesehen und irgendwie ein weiterer "Pluspunkt" für mich als Person. Bei den Trennungen fiel es meinen Partnern immer schwer, auch die Familie zu verlieren. Dazu muss man sagen, dass meine Familie sehr locker und umgänglich ist. Niemand der sich irgendwo einmischt oder aufdringlich ist. Mein neuer Freund sagt nun, dass er das enge Verhältnis zu viel findet und sich zB nicht vorstellen kann, unseren Hund oder unser Kind (alles nur Zukunftsmusik) zur Betreuung beispielsweise zu meinen Eltern zu geben, obwohl diese natürlich gerne immer unterstützen würden, was ich wiederum sehr schätze und gerne auch in der Zukunft nutzen würde. Für mich ist ein starker Zusammenhalt in der Familie etwas positives und etwas wertvolles, was ich nicht missen möchte. Er allerdings möchte um jeden Preis unabhängig und autark sein und möchte nicht, dass sich der Alltag mit "anderen Menschen" wie meinen Eltern oder meinem Bruder vermischt. Auch hat er kein großes Interesse daran, meine Familie überhaupt mal richtig kennenzulernen. Er verhält sich in meinen Augen so komisch. Will er mich vielleicht von meiner Familie lösen? Mich sogar isolieren? Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll und wäre für eure Einschätzung und euren Rat sehr dankbar. Liebe Grüße, Sarah

Hi Sarah,

ich würde an deiner Stelle auch ein ungutes Gefühl dabei bekommen. Zwar sieht bei jedem irgendwie die Familiensituation und die Stärke der Bindung anders aus, aber ich finde man sollte sich niemals durch einen Partner von der Familie bewusst distanzieren, um ihm dann zu gefallen. 
Eure Beziehung ist ja  noch recht frisch, daher frage ich mich, ob du mit ihm auch schon über seine Familie gesprochen hast? Möglicherweise drückt da der Schuh und er kennt so ein vertrautes Verhältnis zu der eigenen Familie gar nicht. 
Um dir sicherzugehen, woran du bist, würde ich das Gespräch mit ihm suchen, da deine Familie für dich ja auch ein wichtiger Pfeiler ist! Wie gesagt, ich kann mir gut vorstellen, dass er da einfach andere Erfahrungen mit gemacht hat und dementsprechend gepolt ist..

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