Forum / Liebe & Beziehung

*spiralen und entgegengesetzte pole*

Letzte Nachricht: 24. Januar 2004 um 15:23
23.01.04 um 13:30

hallo, ich brauche mal wieder ein paar kluge und weise gedanken
meine beziehung ist noch sehr frisch, 4 monate, viele höhen und (fast mehr) tiefen, wir sind dabei, uns kennen zu lernen. ich habe mich für ihn getrennt und war die erste zeit viel mit der aufarbeitung meiner alten beziehung beschäftigt. irgendwann kam ein punkt, an dem ich mit dem gröbsten abgeschlossen hatte und mich ganz auf ihn einlassen konnte. ich weiß, dass es bei ihm nicht so ist; er zweifelt immer mal wieder, ob wir überhaupt zusammen passen, weil wir so verschieden sind und einen ganz unterschiedlichen umgang mit vielen sachen haben. ich sehe diese differenzen auch, verzweifel auch ab und zu daran, aber unterm strich fühle ich mich davon angezogen. ich hab das gefühl, dass *seins* mir gar nicht so fremd ist wie ursprünglich angenommen. mich inspiriert das eher, ich lerne viel dazu, lerne neue sichtweisen kennen. bin auch sehr offen.

wir streiten uns sehr viel. ich leide auch darunter, sehe diese auseinandersetzungen aber auch als chance, mehr vom anderen zu erfahren, sich zusammen zu raufen. er weniger.
im moment hat es so arge ausmaße angenommen, dass wir von einem missgefühl ins nächste schlittern, von einem streit zum nächsten. so als steckten wir in einer streit-spirale.
bei ihm ist es so, dass er sich sehnlichst wünscht, einige tage streitfrei zu verbringen. ich natürlich auch, gehe da aber - mal wieder - ganz anders ran als er. für mich ist das miteinander-reden (sich austauschen und das gegenseitige verstehen im blick haben, nicht nur ankacken) essentiell. hab auch viele gute erfahrungen damit gemacht. ich kann mir gar nicht vorstellen, wie man miss-verständnisse ohne austausch beheben kann.

für ihn ist mein "reden wollen" fast zum roten tuch geworden. seine art ist es, sich durch gemeinsames erleben und erlebtes näher zu kommen (ich kann mir das übrigens auch vorstellen, muss es allerdings erst kennen lernen, vorgelebt kriegen, glaub ich).
ich muss ihm recht geben, wenn er sagt, dass unsere gespräche uns nicht weiter bringen und oft das schale gefühl noch verstärken. kann übrigens nicht begreifen, wieso, das war doch immer das "allheilmittel" bisher. das macht mich sehr ratlos. hilflos.

ich weiß mir nicht mehr zu helfen, hab keine idee mehr, wie wir aus diesem "der wurm ist drin-gefühl" wieder heil rauskommen.

ich versuche generell, mich auf seine art einzulassen, hab natürlich anlaufschwierigkeiten, weil es so neu für mich ist. versuche es sogar auch jetzt, in dieser krisensituation; will austesten, ob "nicht-thematisieren und was unternehmen" besser ist ... es ist sehr vertrackt, wir sind beide alles andere als stabil und sehr überempfindlich. da reicht die kleinste unsicherheit und es kommt wieder zum streit - der zu weiteren unsicherheiten und kränkungen führt und damit zu weiteren streits ... herrjeh. ich hab das gefühl, dass ich dadurch gar nicht "dazu komme" seine art auszuprobieren. was ihn wieder frustriert. spirale.

(ich steck da schon so tief drin, dass ich dies alles nicht mal mehr analysieren kann, um so an die ursache und auf eine eventuelle lösung zu kommen.)

alles wird verkompliziert durch seine zweifel an uns. er ist sich nicht sicher, ob er mich will. bei jedem aufeinander-prallen macht er einen weiteren strich auf seiner negativ-liste, was mich unter druck setzt und mir unter (vielen) anderem das gefühl gibt, ihm nicht zu reichen, nicht genug zu sein: nichts, was ich auf dauer ertragen kann (will). spirale.
ich weiß zwar um meinen wert, bin aber z.zt. durch unsere vielen streitereien angeknackst. breche gerade meine energiereserven an.

ich reagiere oft "trotzig" (um mich zu schützen? na, bin über diese reaktion nicht sehr glücklich), wenn er bei jeder auseinandersetzung ausspricht "wir passen nicht zusammen". dieser satz ist gift, wirkt wie gift in mir. schafft distanz. es wirkt so ... unterschwellig, heimtückisch.
ich reagiere anders, ich sehe oft nur den einzelnen konflikt und stelle nicht das ganze in frage. oh wie sehr würde ich mir das von ihm auch wünschen ... ich weiß, das ist nichts, was man erzwingen kann.

ich bin sehr kompromissfähig, kann gut auf den anderen zugehen, mich einlassen. es macht mich krank, wenn er fühlt, dass ich seine bedürfnisse nur ignoriere. er sieht zwar, dass wir von entgegengesetzten polen kommen (und verbalisiert das oft), aber nicht den langen weg vom einen pol zum anderen und dass so eine reise dauert. eine böse stimme in mir sagt, dass es schneller gehen würde, wenn er sich ebenfalls auf den weg machen würde. oder den prozess, die bewegung sehen würde und nicht nur die distanz.
ohje bin ich mutlos.





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23.01.04 um 14:10

Liebe Peas!
Ich habe deine Geschichte ein bißchen mitverfolgt, habe aber bis jetzt nie etwas dazu geschrieben. Doch jetzt nachdem ich diesen Beitrag gelesen habe, muss ich mich doch zu Wort melden. Ich habe ehrlich gesagt, keine konkreten Vorschläge oder Ratschläge. Nur eins, wenn man deine BEiträge liest, muss ich ehrlich zugeben (vielleicht geht es nur mir so), dass es manchmal eine schwere Kost ist, sehr unkonkret, ohne Beispiele, die dein Empfinden vielleicht verdeutlichen könnten, es wirkt alles sehr schwer und läßt sehr stark vermuten, dass alles aber auch jedes kleine Details analysieren willst und es in so viele kleine Details zerhackst, dass man am Ende gar nicht weiß, worum es eigentlich im Konkreten ging. Und deswegen vermute ich, dass du, wenn du in einer Beziehung bist, auch jedes kleine Detail der Auseinandersetzungen zerhacken willst. Man kann auch vieles zerreden, was dann wie zu einem Kaugummi wird, man zieht und zieht dran und irgendwann reißt er. Nicht jeder kann mit dieser Art, Probleme zu lösen und Lösungswege zu finden, klarkommen. Ich kann deinen Freund ein bißchen verstehen, vielleicht fühlt er sich durch dein sehr ausgeprägtes Bedürfnis alles ausdiskutieren, jedes kleinste unbedeutende Detail zu analysieren, einfach manchmal überfordert. Da kommt man sich vielleicht manchmal wie in einer Therapie-Praxis vor. Ich möchte dir nicht zu nahe treten, aber ich persönlich habe oft das Gefühl, wenn ich deine Beiträge lese. Ich fühle mich da auch oft überfordert und kann sehr schwer folgen, oder daraus Schlüsse ziehen. Deswegen hat dein Freund irgendwann mal einfach das Bedürfniss die Diskussion abzuschließen, damit jeder für sich seine Schlüsse ziehen kann. Wenn ich mich absolut irre, sag mir bescheid. Vielleicht konnte ich dir damit jetzt nicht unbedingt helfen, aber vielleicht kannst du dich ein bißchen reinversetzen, und das aus einer anderen Sicht betrachten und letztlich vielleicht lockerer werden

lg
duschka

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23.01.04 um 14:41

Pedanterie?
Ich glaube, die meisten Männer wollen einfach nicht immer alles ausdiskutieren. Sie reflektieren im Allgemeinen weniger als Frauen und wollen, wie hier schon angesprochen schon gleich gar nicht jedes Detail besprechen. Kannst Du nicht über manches einfach hinwegsehen? Oder ist ER es, der die Streits provoziert? Falls Du das Gefühl hast, er fordert diese heraus, dazu ist er sich nicht sicher mit Dir - dann habe ich fast das Gefühl, als suche er einen triftigen Grund, das ganze wieder auslaufen zu lassen (so lange Mist-Beziehung leben, bis Du die Nase voll hast) - nur nicht selbst "Schluß" machen - wegen den Vorwürfen? Du sagst, Du kannst Dich gut anpassen - dann pass' Dich doch mal an sein Redebedürfnis an und bequatsche den ganzen Kleinkram mit einer Freundin. Da darf man dann spekulieren und denken und und und. Versuch' ihm mal grundsätzlich nur Gutes zu unterstellen - das wirkt auch manchmal Wunder (wenn man bei verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten von seinen Handlungen einfach mal immer die "nette" annimmt - das ist echt verrückt, das hilft wirklich weiter)

Hoffe, das war jetzt nicht zu hart.

LG,
Juhudith

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23.01.04 um 15:32
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Liebe Peas!
Ich habe deine Geschichte ein bißchen mitverfolgt, habe aber bis jetzt nie etwas dazu geschrieben. Doch jetzt nachdem ich diesen Beitrag gelesen habe, muss ich mich doch zu Wort melden. Ich habe ehrlich gesagt, keine konkreten Vorschläge oder Ratschläge. Nur eins, wenn man deine BEiträge liest, muss ich ehrlich zugeben (vielleicht geht es nur mir so), dass es manchmal eine schwere Kost ist, sehr unkonkret, ohne Beispiele, die dein Empfinden vielleicht verdeutlichen könnten, es wirkt alles sehr schwer und läßt sehr stark vermuten, dass alles aber auch jedes kleine Details analysieren willst und es in so viele kleine Details zerhackst, dass man am Ende gar nicht weiß, worum es eigentlich im Konkreten ging. Und deswegen vermute ich, dass du, wenn du in einer Beziehung bist, auch jedes kleine Detail der Auseinandersetzungen zerhacken willst. Man kann auch vieles zerreden, was dann wie zu einem Kaugummi wird, man zieht und zieht dran und irgendwann reißt er. Nicht jeder kann mit dieser Art, Probleme zu lösen und Lösungswege zu finden, klarkommen. Ich kann deinen Freund ein bißchen verstehen, vielleicht fühlt er sich durch dein sehr ausgeprägtes Bedürfnis alles ausdiskutieren, jedes kleinste unbedeutende Detail zu analysieren, einfach manchmal überfordert. Da kommt man sich vielleicht manchmal wie in einer Therapie-Praxis vor. Ich möchte dir nicht zu nahe treten, aber ich persönlich habe oft das Gefühl, wenn ich deine Beiträge lese. Ich fühle mich da auch oft überfordert und kann sehr schwer folgen, oder daraus Schlüsse ziehen. Deswegen hat dein Freund irgendwann mal einfach das Bedürfniss die Diskussion abzuschließen, damit jeder für sich seine Schlüsse ziehen kann. Wenn ich mich absolut irre, sag mir bescheid. Vielleicht konnte ich dir damit jetzt nicht unbedingt helfen, aber vielleicht kannst du dich ein bißchen reinversetzen, und das aus einer anderen Sicht betrachten und letztlich vielleicht lockerer werden

lg
duschka

Volle Zustimmung!
Deine frische beziehung klingt so nach Arbeit, nach einem wichtigen projekt, daß bitte perfekt laufen sollte...selbst das Aneinandergewöhnen klingt nicht unbeschwert...sorry...
Ich bin auch gerade in einer 4 monatigen beziehung nach einer 7jährigen beziehung...es ist richtig, daß man erst abschließen muß, wenn der Abstand zwischen Aus- und Einstieg so kurz ist...da braucht jeder sicherlich Geduld und Toleranz, wenn er den anderen wirklich "haben " will...
aber irgendwann muß man doch mal anfangen sich einzulassen, Du kannst das, sagst Du, glaube ich auch...aber er scheint das nicht so zu sehen, denn es ist sicherlich nicht schön, wenn er denkt, Ihr paßt nicht zusammen, das hört man nicht gerne...definitv mistige Antwort, muß ich dir zustimmen.
Ich kann auch keinen Eindruck von eurem Alltag bekommen, worüber Ihr euch so oft streitet, das klingt ja böse...dabei sollte es doch gerade jetzt eine angenehme zeit sein, sicherlich viel Schmetterlinge, auch wenn man sich aneinander gewöhnen muß...
Seid Ihr denn echt sooo verschieden?
Ich kann mir nicht vorstellen, worüber man nach 4 Monaten schon zoffen kann...sorry, aber überelgt doch mal, an was es liegt, jeder für sich...
Bist Du zu analytisch und er zu locker?
Genießt die zeit zusammen....lasst mal 5 gerade sein...alles kann sich finden...wenn Ihr beide wirklich wollt...

Alles Gute

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23.01.04 um 19:23

Oft...
...wirbeln wir durch negative Gedanken eine Menge Staub auf und sehen deshalb so wenig.

Du willst, dass in deiner Beziehung alles perfekt ist. Dass ihr über alles reden könnte, der eine den Anderen versteht und jeder bereit ist einen Schritt in die Richtung des Partners zu machen. Jeder Schritt auf anderem Boden stellt für dich eine Bereicherung dar. Du findest es anziehend, dass er so anders ist als du und möchtest seine Sichtweise verstehen und auch, dass er dich versteht.
Aber irgendwie läuft es nicht so wie geplant und ihr habt euch plötzlich in einem Teufelskreis verstrickt. Er macht dir Druck und Stress, indem er sagt, er weiß nicht, ob es das ist mit euch. Das macht dir Angst und du willst das ausdisskutieren, es macht dich auch ein bisschen traurig und wütend. Das stachelt ihn wieder an usw. weiter munter durch die Spirale. Ich glaube ihr seht vor lauter Bäumen keinen Wald mehr und seid so gereizt, dass euch Sachen ärgern und auf die Goldwaage gelegt werden, die euch unter anderen Umständen vielleicht nicht einmal aufgefallen wären. Gönnt euch eine Auszeit. Macht mal Pause vom Anderen. Es wird entspannend sein sich nicht ständig erklären zu müssen, oder sich permanent Gedank zu machen, warum der Andere gerade das jetzt gesagt habt. Auf diese Weise kann sich jeder überlegen, was ihm am Anderen wirklich liegt. Ihr müsst euren alten Weg verlassen, wenn ihr nicht immer nur im Kreis laufen wollt.
Viel Glück!

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24.01.04 um 12:59
In Antwort auf

Oft...
...wirbeln wir durch negative Gedanken eine Menge Staub auf und sehen deshalb so wenig.

Du willst, dass in deiner Beziehung alles perfekt ist. Dass ihr über alles reden könnte, der eine den Anderen versteht und jeder bereit ist einen Schritt in die Richtung des Partners zu machen. Jeder Schritt auf anderem Boden stellt für dich eine Bereicherung dar. Du findest es anziehend, dass er so anders ist als du und möchtest seine Sichtweise verstehen und auch, dass er dich versteht.
Aber irgendwie läuft es nicht so wie geplant und ihr habt euch plötzlich in einem Teufelskreis verstrickt. Er macht dir Druck und Stress, indem er sagt, er weiß nicht, ob es das ist mit euch. Das macht dir Angst und du willst das ausdisskutieren, es macht dich auch ein bisschen traurig und wütend. Das stachelt ihn wieder an usw. weiter munter durch die Spirale. Ich glaube ihr seht vor lauter Bäumen keinen Wald mehr und seid so gereizt, dass euch Sachen ärgern und auf die Goldwaage gelegt werden, die euch unter anderen Umständen vielleicht nicht einmal aufgefallen wären. Gönnt euch eine Auszeit. Macht mal Pause vom Anderen. Es wird entspannend sein sich nicht ständig erklären zu müssen, oder sich permanent Gedank zu machen, warum der Andere gerade das jetzt gesagt habt. Auf diese Weise kann sich jeder überlegen, was ihm am Anderen wirklich liegt. Ihr müsst euren alten Weg verlassen, wenn ihr nicht immer nur im Kreis laufen wollt.
Viel Glück!

Ja,
du hast es ganz gut auf den punkt gebracht, glaube ich. wo war gleich noch der wald?
wir tun uns beide gerade nichts gutes an, wenn wir so weiter machen.
hm, will ich, dass alles perfekt ist? als ich gestern (auf der arbeit - da kann ich mich nicht einloggen) deinen und die anderen beiträge gelesen habe, hat es mich in den fingern gejuckt und ich wollte sofort widersprechen. "ich und perfektionistisch, wohl kaum" ... jetzt weiß ich schon ein bißchen mehr, was du meinst.
mehr sehen, was ist und weniger, was sein könnte. gar nicht so leicht.
danke und einen lieben gruß von peas

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24.01.04 um 13:40
In Antwort auf

Pedanterie?
Ich glaube, die meisten Männer wollen einfach nicht immer alles ausdiskutieren. Sie reflektieren im Allgemeinen weniger als Frauen und wollen, wie hier schon angesprochen schon gleich gar nicht jedes Detail besprechen. Kannst Du nicht über manches einfach hinwegsehen? Oder ist ER es, der die Streits provoziert? Falls Du das Gefühl hast, er fordert diese heraus, dazu ist er sich nicht sicher mit Dir - dann habe ich fast das Gefühl, als suche er einen triftigen Grund, das ganze wieder auslaufen zu lassen (so lange Mist-Beziehung leben, bis Du die Nase voll hast) - nur nicht selbst "Schluß" machen - wegen den Vorwürfen? Du sagst, Du kannst Dich gut anpassen - dann pass' Dich doch mal an sein Redebedürfnis an und bequatsche den ganzen Kleinkram mit einer Freundin. Da darf man dann spekulieren und denken und und und. Versuch' ihm mal grundsätzlich nur Gutes zu unterstellen - das wirkt auch manchmal Wunder (wenn man bei verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten von seinen Handlungen einfach mal immer die "nette" annimmt - das ist echt verrückt, das hilft wirklich weiter)

Hoffe, das war jetzt nicht zu hart.

LG,
Juhudith

Hallo juhudith,
danke für deine aufrichtigen worte.
ich versuche mir deinen rat, ihm nur gutes zu unterstellen, zu herzen zu nehmen. ich bin mir ganz sicher, dass unsere bereitschaft, dem anderen was ganz schnell übel zu nehmen, viel mit solchem negativen kopfkino zu tun hat.
es gibt momente, da fällt in mir ein vorhang und ich sehe nur noch schwarz. vielleicht helfen dann ein paar quietschgelbe post-its an den wänden ... *g*

will ich jedes detail besprechen, alles ausdiskutieren? hm. ich weiß, was du meinst, ich kenne dieses verhalten von anderen und bin nicht selten genervt davon ... daher fällt es mir jetzt ein bißchen schwer, mich da einzureihen. werde mal darauf achten.

in meiner alten beziehung habe ich manchmal den fehler gemacht, einiges herunter zu schlucken, um meinen partner nicht zu verletzen. bei ihm hab ich das gefühl gar nicht, ich genieße es, auch sehr heikle sachen thematisieren zu können, "dürfen". kann gut sein, dass ich gerade von einem extrem ins andere falle. darin bin ich nämlich sehr gut.

weiter denke ich, dass es zu beginn einer beziehung (ganz egal, ob freundschaft oder liebe) wichtig ist, sich etwas umfassender auszutauschen. damit man "damit durch" ist und weiß, wie der andere tickt, was er meint, wenn er was sagt usw. wieso hab ich mal wieder kein beispiel zur hand?? sich kennen *lernen*, zusammen raufen meine ich damit. damit nicht jedes mal eine grundsatzdiskussion ansteht.
ich nehme jetzt mal als ganz blödes beispiel weihnachten. tauscht man sich vorher aus, was der einzelne erwartet, ob trubel oder ruhe, ob kirche oder kneipe, ob alleine oder gesellschaft usw., wissen beide, was möglich ist. lieber ein umfassenderes gespräch als tausend kleine diskussiönchen.

naja, vielleicht gehts eben nur mir so.
über ein statement würde ich mich aber sehr freuen.

hm, zum thema "mit freundinnen spekulieren" - mag ja ab und zu spaß machen, manchmal liebe ich das auch. aber lieber frag ich doch den, der mir die spekulationen abnehmen kann, oder?

ein lieber gruß von peas




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24.01.04 um 15:05
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Liebe Peas!
Ich habe deine Geschichte ein bißchen mitverfolgt, habe aber bis jetzt nie etwas dazu geschrieben. Doch jetzt nachdem ich diesen Beitrag gelesen habe, muss ich mich doch zu Wort melden. Ich habe ehrlich gesagt, keine konkreten Vorschläge oder Ratschläge. Nur eins, wenn man deine BEiträge liest, muss ich ehrlich zugeben (vielleicht geht es nur mir so), dass es manchmal eine schwere Kost ist, sehr unkonkret, ohne Beispiele, die dein Empfinden vielleicht verdeutlichen könnten, es wirkt alles sehr schwer und läßt sehr stark vermuten, dass alles aber auch jedes kleine Details analysieren willst und es in so viele kleine Details zerhackst, dass man am Ende gar nicht weiß, worum es eigentlich im Konkreten ging. Und deswegen vermute ich, dass du, wenn du in einer Beziehung bist, auch jedes kleine Detail der Auseinandersetzungen zerhacken willst. Man kann auch vieles zerreden, was dann wie zu einem Kaugummi wird, man zieht und zieht dran und irgendwann reißt er. Nicht jeder kann mit dieser Art, Probleme zu lösen und Lösungswege zu finden, klarkommen. Ich kann deinen Freund ein bißchen verstehen, vielleicht fühlt er sich durch dein sehr ausgeprägtes Bedürfnis alles ausdiskutieren, jedes kleinste unbedeutende Detail zu analysieren, einfach manchmal überfordert. Da kommt man sich vielleicht manchmal wie in einer Therapie-Praxis vor. Ich möchte dir nicht zu nahe treten, aber ich persönlich habe oft das Gefühl, wenn ich deine Beiträge lese. Ich fühle mich da auch oft überfordert und kann sehr schwer folgen, oder daraus Schlüsse ziehen. Deswegen hat dein Freund irgendwann mal einfach das Bedürfniss die Diskussion abzuschließen, damit jeder für sich seine Schlüsse ziehen kann. Wenn ich mich absolut irre, sag mir bescheid. Vielleicht konnte ich dir damit jetzt nicht unbedingt helfen, aber vielleicht kannst du dich ein bißchen reinversetzen, und das aus einer anderen Sicht betrachten und letztlich vielleicht lockerer werden

lg
duschka

Hallo duschka,
soso, therapie-praxis. schwere kost. kaugummi. *g* ... ja. ich kann mir ein bißchen vorstellen, was du meinst.

für mich: was ist für dich so schwer nachvollziehbar und unverständlich; meinst du den inhalt, oder die art, wie ich schreibe, also die richtung meta-ebene, dieses unkonkrete, abstrakte?
ich möchte ja verstanden werden

ja, ich analysiere viel. manchmal auch das allerkleinste detail - wenn ich mir selbst unverständlich bin. ich glaube ich hab mir das als hilsmittel gewählt, weil ich oft den direkten kontakt zu meinen gefühlen verliere, oft nicht ans wesentliche rankomme. dann brauch ich diesen "umweg".

ein kleines beispiel: neulich gab es eine situation, in der ich sehr unsicher war. ich hatte angst, abgelehnt zu werden. war mir dessen aber nicht bewusst und hab mir das nicht eingestanden. anstatt mein bedürfnis (angenommen zu werden) zu zeigen, hab ich mich gegensätzlich verhalten (desinteresse gespielt) - und mich hinterher halb tot geärgert.

manche sachen sind komplexer, naja, für mich zumindest. die will ich trotzdem (oder gerade) verstehen und ... ja, vielleicht sind das die momente, wo das kaugummi ins spiel kommt. vielleicht kann man das nicht so gut nachvollziehen, wenn man stets bei sich ist?

das blöde ist: mir geht es ja nicht um das "reden um des reden willens". meine motivation ist, zu kapieren "ach so, so wars" oder "jetzt versteh ich dich".
meinst du das damit? und - dein vorschlag ist, dass es besser wäre, wenn *jeder für sich* seine schlüsse daraus zieht?

wie machen denn andere das?

wir haben ein händchen für missverständnisse. wenn ich a sage versteht er b. ein konkretes beispiel:

wir wachen sonntags gegen mittag auf und plaudern über den weiteren tag. er fragt mich, was ich noch vorhabe. ich denke laut nach und erzähle ihm, dass ich ursprünglich in die kunsthalle gehen wollte (als ich noch nicht wusste, dass wir uns sehen werden) und was ich stattdessen mache, z.b. mich zum ausquatschen mit einem freund treffen, der nur diesen tag in der stadt ist, irgendwann im laufe des tages.
ich war für abends zum essen mit meiner mitbewohnerin und anderen verabredet, wir wollten mal wieder kochen, und hab ihn gefragt, ob er lust habe, gegen halb 8 (habe extra eine genaue zeitangabe gemacht, um missverständnissen vorzubeugen *g*) dazuzustoßen, was er bejahte.
nun ja - als ich nach dem treffen mit dem freund nach hause kam, hatte er schon mehrfach auf den ab gesprochen. kurz gesagt hatte er gedacht, dass wir beide in die kunsthalle gehen und zusammen zeit verbringen und dann zum essen auftauchen und wieder verschwinden. er dachte, ich treffe mich nur eine stunde mit dem freund, und halb acht war nur der termin, wann wir wieder bei uns sein müssen. dann hat er mir noch vorgeworfen, dass ich hätte wissen müssen, dass er sich mit meiner mitbewohnerin nicht so gut versteht und fand es unsensibel, dass ich ihn überhaupt gefragt habe, ob er mitessen will.

da ist a doch wirklich nicht b ... ich weiß mir da nicht anders zu helfen, als nachzuforschen, wie so was passieren kann. damit es nicht wieder passiert.

vielleicht schreibst du ja nochmal. liebe grüße von peas

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24.01.04 um 15:23
In Antwort auf

Volle Zustimmung!
Deine frische beziehung klingt so nach Arbeit, nach einem wichtigen projekt, daß bitte perfekt laufen sollte...selbst das Aneinandergewöhnen klingt nicht unbeschwert...sorry...
Ich bin auch gerade in einer 4 monatigen beziehung nach einer 7jährigen beziehung...es ist richtig, daß man erst abschließen muß, wenn der Abstand zwischen Aus- und Einstieg so kurz ist...da braucht jeder sicherlich Geduld und Toleranz, wenn er den anderen wirklich "haben " will...
aber irgendwann muß man doch mal anfangen sich einzulassen, Du kannst das, sagst Du, glaube ich auch...aber er scheint das nicht so zu sehen, denn es ist sicherlich nicht schön, wenn er denkt, Ihr paßt nicht zusammen, das hört man nicht gerne...definitv mistige Antwort, muß ich dir zustimmen.
Ich kann auch keinen Eindruck von eurem Alltag bekommen, worüber Ihr euch so oft streitet, das klingt ja böse...dabei sollte es doch gerade jetzt eine angenehme zeit sein, sicherlich viel Schmetterlinge, auch wenn man sich aneinander gewöhnen muß...
Seid Ihr denn echt sooo verschieden?
Ich kann mir nicht vorstellen, worüber man nach 4 Monaten schon zoffen kann...sorry, aber überelgt doch mal, an was es liegt, jeder für sich...
Bist Du zu analytisch und er zu locker?
Genießt die zeit zusammen....lasst mal 5 gerade sein...alles kann sich finden...wenn Ihr beide wirklich wollt...

Alles Gute

Hallo natasha,
klingt das wirklich so? nach arbeit, nach einem projekt, das perfekt laufen soll ... muss vielmehr??

mir würde es sehr helfen, wenn du das noch ein wenig mehr erklären könntest. vielleicht fahre ich da ja wirklich einen seltsamen film.

ich habe "oben", beim ersten posting, angefangen zu antworten, vielleicht magst du ja auch noch mal meine anderen antworten lesen.

war es bei dir ähnlich, dass kaum zeit zwischen den beziehungen lag? geduld und toleranz ... ja wo hab ich die eigentlich gerade vergraben?? oh ich würde mich zu gerne mal auf video aufnehmen, wenn wir uns in die wolle kommen, bestimmt würde ich mich nicht wieder erkennen.

ich hab das gefühl, mich mit herz und seele auf ihn einzulassen.
wer hinterher hängt, ist mein kopf, der will sich vorschnell und vorlaut einmischen und merkt gar nicht, wie langsam er in wirklichkeit ist *g*

ein lieber gruß!

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