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Spinne ich oder bin ich wirklich warmgehalten?

23. Oktober 2011 um 23:06

ich habe meine jetztige freundin vor fast einem jahr in einer community kennengelernt. wir haben uns viel hin und her geschrieben, sie bekundete interesse an mir und wollte immer mehr von mir erfahren. ich hatte mich natürlich wie aufgefordert sehr geöffnet, bekam jedoch zehn tage nach unserer erstkontaktaufnahme die nachricht sie müsse mir fairerweise erzählen, dass sich in ihrem leben soeben etwas verändert hat, sie sei nicht mehr so richtig single, es sei ein guter alter freund, es sei zudem nichts festes und diese geschichte wird kürzer dauern als es ihr lieb sei. natürlich habe ich die kombination dieser aussagen als unsicherheit ihrerseits gewertet und dachte sie braucht einfach etwas zeit.

heute sind wir zusammen, sie beteuert noch nie mit einem mann und überhaupüt in ihrem leben so glücklich gewesen zu sein, noch nie jemand so geliebt zu haben wie mich und auch entgegengesetzt noch nie so viel liebe empfangen zu haben. leider musste ich erfahren, dass die geschichte mit der anderen beziehung gar nicht erfunden war. obwohl sie scheinbar von anfang an ahnte, dass es für den typen nur eine affaire sein wird (er hatte mit seiner freundin angeblich eine kurze beziehungspause, wollte keine beziehung eingehen und plante zu seiner freundin zurück zu gehen), stürzte sie sich in diese rein sexuelle beziehung weil sie ihm seit drei jahre hinterher war. er hat ihr erwartungsgemäß nach einem monat laufpass gegeben, sie bekam schwere depressionen und tat sich dennoch weitere vier monate mit ihm treffen, um angeblich wenigstens die alte freundschaft herzustellen, da die hoffnung auf das bestehenbleiben oder wiederbelebung der beziehung bei ihr ohnehin immer weiter schwand. in diesen vier monaten in denen sie ihm nachgelaufen war hat sie mich weiterhin in regelmäßigen abständen schlicht warmgehalten. wir haben uns nämlich kurz nachdem sie die absage erhielt zum ersten mal getroffen, wobei sie mich aufgrund ihres zustands auf distanz gehalten hatte und mir dann irgendwann auch eine eine klare live-absage erteilte.

als es ihr bewusst war, dass es mit dem typen nichts wird, meldete sie sich nach sechs wochen bei mir. wir trafen uns und sie erteilte mir wieder eine absage. eine woche später meldete sie sich wieder und daraufhin sind wir in wenigen tagen ein paar geworden.

aus heutiger sicht muss ich mir selbst immer zugeben, dass ich es zugelassen habe mit mir so zu spielen nur weil ich dachte, dass sie schüchtern ist. seitdem mir aber kürzlich klar geworden ist, dass ich nur auf reserve gestellt wurde und meine "eroberungszüge" einer affaire zum opfer gefallen waren und insbesondere, dass auch nach dem wir ein paar wurden sie - zwar harmlos aber dennoch - weiterhin kontakt mit diesem menschen unterhalten hatte, fühle ich mich als total entwürdigte "nr. 2" und als jemand, den sie liebt nur weil es mit dem anderen typen nicht klappen wollte und weil ich dadurch überhaupt die chance bekommen habe ihr zu zeigen wer ich eigentlich bin.

einerseits kann ich ihr nichts vorwerfen, dass sie die andere beziehung korrekt "gemeldet" hatte in der zeit wo sie mich noch nicht persönlich kannte, anderseits quält mich der schicksaalsschlag, dass nach zweijähriger männerpause bei ihr und gerade zehn tage nach dem ich sie angeschrieben hatte sowas zustande kommen musste. dazu kommt es dass mein kopf gegen mich arbeitet - die ganzen vorstellungen und vergleiche zwischen mir und einem typen, der sie zumindest sexuell nachhaltig sehr glücklich gemacht haben soll, machen mich zu schaffen...

wenn ich das nicht schaffe lockerer zu sehen, werde ich wohl eine therapie nehmen müssen was denken frauen hier über mein problemchen?

liebe grüße,
k.

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23. Oktober 2011 um 23:36

Nicht geglaubt
ich hatte ihrer geschichte schlicht nicht geglaubt, da ich sie als schüchtern eingeschätzt hatte und die äußerung nicht mehr single zu sein (so plötzlich, 10 tage nach der kontaktaufname) als vorwand verstanden hatte mich nicht sofort kennenlernen zu wollen. die regelmäßige korrespondenz, die anschließend monatelang weitergelaufen war, verstärkte nur das gefühl, dass sie einfach zeit braucht. sie meinte kontakt nicht abbrechen zu wollen und ich war überzeugt, dass wenn es einen anderen gegeben hätte, sie sich schlicht nicht mehr bei mir melden würde.

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24. Oktober 2011 um 0:13

Weglaufen und abstand
ja, ein "normaler" mensch wäre in beiden fällen weggelaufen. ich hatte mir aber schon zu diesem zeitpunkt den weg zum weglaufen oder auf abstand zu gehen selbst verbarrikadiert. ich hatte ihr gleich in den ersten tagen - auf nette aufforderung mehr über mich zu erzählen - anonymisiert sachen über mich preisgegeben, mit dessen anhaltspunkten es scheinbar nicht schwer war im internet zu erfahren wer ich bin und um mehr über mich zu erfahren. da steckte ich plötzlich irgenwie drin . ich verstehe, dass nur ich alleine meinen heutigen down-zustand verschuldet habe, weil ich die realität verkannt und anders gehandelt habe als mich mein verstand eigentlich leiten wollte.

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