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Sorgen um meinen 21jährigen Sohn

12. März um 19:49

Hallo, ich bin hier neu und hoffe von euch Hilfe bzw. Tipps zu bekommen ... ich mache mir Sorgen um meinen 21jährigen Sohn. Er hat zu 90% (noch nicht bestätigt) das Asperger Syndrom - d.h. er ist in vielen Dingen speziell, kann schwer Kontakte herstellen bzw. Leute kennenlernen und andere Mimiken bzw. Gesten und Gefühle etc. deuten ... natürlich ist er trotzdem ein toller, lieber Kerl ... aber halt nicht so einfach .. er ist ehrlich und hilfsbereit und sehr tierlieb ... nur hatte er bis dato noch keine Freundin ... das macht ihm schwer zu schaffen ... sein Selbstwertgefühl ist sehr in Mitleidenschaft gezogen ... er kommt sich minderwertig vor.
Ich habe ihm vorgeschlagen sich bei div. Datingseiten anzumelden - aber er meint, da lerne man sicher niemanden kennen.
Leider hat er in den letzten Monaten auch hie und da zu illegalen Stoffen gegriffen ... er fühle sich dadurch emphatischer und selbstbewusster ... er ist nicht süchtig, aber schon allein der Gedanke dass er so etwas braucht um sich den anderen anzupassen macht mir große Sorgen ..
Derzeit ist er bei einem Neurologen in Behandlung - dieser hat ihm Antidepressiva und Neuroleptika verschrieben, die ihm sehr zusetzen und er nicht verträgt - er setzt diese jetzt langsam wieder ab.
Wie kann er jemanden kennenlernen? Gibt es gute Datingseiten? Wir sind in der Nähe von Wien zu Hause .. bitte um Rat ... danke und lg Susanne

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Top 3 Antworten

13. März um 10:24

Ein Kumpel von mir hat auch Asperger, der hat seine erste Freundin damals in der Uni kennengelernt, als er mit vielen anderen etwas komischen Leuten aufeinander getroffen ist, die alle ähnliche Interessen hatten. Zugegeben, sie war nicht die Liebe fürs Leben, aber 1-2 Jahre waren die beiden bestimmt zusammen. Mein Kumpel ist eigentlich stark aufgetaut, als er in uns Freunde, eine Clique gefunden hat. Ja, er ist ziemlich speziell und hat seine Eigenarten, aber das hat uns nie abgeschreckt. Wenn man einmal weiß, wie er tickt, ist er ein echt netter Kerl.

Ich würde euch auch nicht zu Datingseiten raten. Dass du ihn da angemeldet hast klingt wie aus einer schlechten Sitcom. Auf Datingseiten haben die Frauen meist Auswahl und sortieren großzügig aus. Dass sich da ein liebes und süßes Mädchen genau dem Asperger-Autisten mit Drogenproblemen annimmt, halte ich ehrlich gesagt auch für unwahrscheinlich. Viel eher sollte er sich ein Hobby suchen und Freunde finden. Ein paar Leute, die vielleicht auch nicht so ganz normal sind, die ihn aber mal mit rausnehmen. Der Mitbewohner von meinem Kumpel hatte mir mal erzählt, dass seine Mutter bei einem Besuch vor Freude geweint hat, als er ihr erzählt hat, dass er am Abend noch mit uns in die Disco geht. Für ihn war das damals ein verdammt großer Schritt.

Freunde lernt man ungezwungen kennen. Da hat man nicht so den Druck, dass bei der nächsten Person immer die ganz großen Gefühle aufkommen müssen. Da muss er vielleicht einfach mal schauen, wo seine Interessen liegen und wofür er sich begeistern kann. Vielleicht bietet ja eine Uni oder Volkshochschule bei euch ja auch Chemie-Kurse an, die frei zugängig sind. In der Ecke kenne ich mich leider nicht aus. Ansonsten gibt es auch häufig schon mal öffentliche Spieleabende oder sowas, wo man auch einfach mal hin kann, ohne sich verbindlich irgendwo anmelden zu müssen. Ich weiß ja nicht, was er so gerne macht.

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13. März um 2:21

bloss wenn er niemanden sonst hat? deswegen nimmt er die Mutter doch nicht mit

ich denke auch nicht dass die Mutter fuer ihn die profile verfasst.

Eher dass sie ihm’die Infos weitergibt

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12. März um 21:37

Hallo Susanne, 
ja, es ist besser, wenn dein Sohn rechtzeitig  auf Mrs Right trifft. Mein Bruder  hat in meinen Augen  auch das Asperger Syndrom, er ist immer noch Solo.
Seine Suche nach Mrs Right ist in dem Alter sehr schwer,  da gewisse Angewohnheiten/ Ticks einfach ausgeprägter sind als in jungen  Jahren.  Aber auch seine Ansprüche stiegen im Laufe  der Zeit. 
Mein Bruder hat es zwar auch schon  mit Datingportalen versucht,  aber die ziehen denen nur das Geld aus  der  Tasche. Jemand  mit Asperger Syndrom ist zwar ein lieber und netter Mensch, der sich zudem  aber gerne ausnehmen lässt...

Die Idee meiner Vorrednerin,  es in einer Selbsthilfegruppe mit Gleichgesinnten  zu versuchen,  wäre ein Ansatz, ansonsten vllt selbst die Augen aufhalten und mal  was kuppeln...

Viel Glück. Liebe Grüße 
 

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12. März um 22:21

Dein Sohn sollte sich zu allererst einmal selbst akzeptieren, wie er ist. Er muss sich nicht zwanghaft irgendwo anpassen, er ist wie er ist, und das ist ok so. Auch dass er noch keine Freundin hatte, völlig in Ordnung. Vermittle ihm das bitte, dass es nicht sein muss, nur um zu sein wie alle anderen. Du solltest den Druck rausnehmen und Verständnis und Akzeptanz für ihn haben, er ist auch ohne Beziehung ein vollwertiger Mensch und muss sich nicht minderwertig vorkommen. Menschen sind verschieden, das ist etwas sehr schönes und bereicherndes und wenn es an der Zeit ist, wird sich sicher auch Beziehung ergeben. Es hört sich so auf Teufel komm raus an, was du schreibst, mit Datingportalen usw. Ich denke, das ist zu gezwungen. Das muss doch nicht sein.

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13. März um 2:18
In Antwort auf susacro

Hallo, ich bin hier neu und hoffe von euch Hilfe bzw. Tipps zu bekommen ... ich mache mir Sorgen um meinen 21jährigen Sohn. Er hat zu 90% (noch nicht bestätigt) das Asperger Syndrom - d.h. er ist in vielen Dingen speziell, kann schwer Kontakte herstellen bzw. Leute kennenlernen und andere Mimiken bzw. Gesten und Gefühle etc. deuten ... natürlich ist er trotzdem ein toller, lieber Kerl ... aber halt nicht so einfach .. er ist ehrlich und hilfsbereit und sehr tierlieb ... nur hatte er bis dato noch keine Freundin ... das macht ihm schwer zu schaffen ... sein Selbstwertgefühl ist sehr in Mitleidenschaft gezogen ... er kommt sich minderwertig vor.
Ich habe ihm vorgeschlagen sich bei div. Datingseiten anzumelden - aber er meint, da lerne man sicher niemanden kennen.
Leider hat er in den letzten Monaten auch hie und da zu illegalen Stoffen gegriffen ... er fühle sich dadurch emphatischer und selbstbewusster ... er ist nicht süchtig, aber schon allein der Gedanke dass er so etwas braucht um sich den anderen anzupassen macht mir große Sorgen ..
Derzeit ist er bei einem Neurologen in Behandlung - dieser hat ihm Antidepressiva und Neuroleptika verschrieben, die ihm sehr zusetzen und er nicht verträgt - er setzt diese jetzt langsam wieder ab.
Wie kann er jemanden kennenlernen? Gibt es gute Datingseiten? Wir sind in der Nähe von Wien zu Hause .. bitte um Rat ... danke und lg Susanne

drogen und psychiatrische Medikamente... keine gute Mischung

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13. März um 2:21

bloss wenn er niemanden sonst hat? deswegen nimmt er die Mutter doch nicht mit

ich denke auch nicht dass die Mutter fuer ihn die profile verfasst.

Eher dass sie ihm’die Infos weitergibt

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13. März um 6:55

Hallo ihr Lieben - vielen lieben Dank für die aufschlussreichen Antworten! Nein, ich mache ihm keinen Druck - eher im Gegenteil ... ich versuche überall den Druck rauszunehmen .. auch die Schule hat er jetzt ein Jahr vor der Matura verlassen, weil er es einfach nicht mehr schaffte ... nun geht er auf die VHS für die Berufsreifeprüfung ... da sind es nur 3 x 4 Stunden pro Woche Unterricht ... aber auch erst nach einem dreiviertel Jahr Pause .. und die brauchte er auch ... er hat ein Jahr Vorschule besucht und zweimal in der HTL eine Klasse wiederholt .. nur hat er uns nie gesagt, dass er nicht mehr kann ... und dann haben auch die Dr..gen dazu beigetragen, dass es iwie weiterging ... ich verstehe nur nicht, dass ich nichts gemerkt habe ... da mache ich mir große Vorwürfe. Er meint er hätte sie nur morgens vor der Schule genommen und wenn er dann zu Hause war war die Wirkung schon weg Ich glaube er müsste nur mal merken, dass es sehr wohl Mädls gibt, die mit ihm auskommen würden ... das würde sein Selbstwertgefühl enorm steigern ... er misst sich halt auch immer an seinen Geschwistern ... beide studieren etc.. beide haben Freundinnen ... hatten sie auch in seinem Alter schon 
Ich muss gestehen, ich habe für ihn ein Profil auf einer Datingseite angelegt - mit seiner Zustimmung - und er hatte einige Likes ... aber er meint, das wären alles Fakeprofile ... 
Zudem kommt, dass er mit 21 leider schon erblich bedingt eine Glatze hat Was natürlich auch nicht für sein Selbstbewusstsein förderlich ist Allerdings ist er da nicht der einzige in der Familie ... 
Er besucht eine Selbsthilfegruppe für Sozialphobie .. wo es ihm eig. auch gut gefällt. Und er geht freiwillig hin- das sagt eig. schon alles.
Auch in einer für Asperger Syndrom war er -  2 x dann meinte er, dort redet jeder nur über Politik oder irgendein Spezialgebiet und manche geben oft gar keine Antwort wenn man etwas fragt etc.. dabei hat er selbst sein Spezialgebiet - Chemie .. ich denke da ist er wirklich ein Genie ... er wusste in der Schule oft Antworten, wo die Professoren angestanden sind ..  puh ... das wars erstmal ... wünsche euch allen einen schönen Tag - und danke für eure Zeit! lg susanne

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13. März um 6:57
In Antwort auf apolline1.22211

drogen und psychiatrische Medikamente... keine gute Mischung

ja ich weiß, aber darüber weiß er wirklich sehr gut Bescheid ... er kennt alle Wechselwirkungen etc.. und hat da immer aufgepasst ... 

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13. März um 6:58

Klar .. ich verstehe deinen Standpunkt ... ich mache auch nichts ohne seine Zustimmung... Hobbies hat er keine - außer seine Chemie ... wenn es da eine Chemiefreak Gruppe gäbe wäre cool

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13. März um 9:58

Könntest du dir vorstellen, selbst eine Therapie/Selbsthilfegruppe für Angehörige zu besuchen? Ich denke, dass es hilfreich wäre, dich begleiten zu lassen, damit du merkst, wo du deinem Sohn helfen kannst und wo nicht, das würde ihm vlt. auch mehr Selbstvertrauen geben.

Er geht in eine Selbsthilfegruppe und er kennt sein Spezialgebiet, er hat die Krankheit ohne euer Wissen bereits gemeistert (was mir nicht klar ist, wie er Medikamente ohne euer Wissen bekam, oder hab ich das falsch verstanden?)... ich denke, das ist ja alles schon einmal ein Anfang.

Eine außerfamiliäre Bezugsgruppe wäre sicher am hilfreichsten, aber dazu wäre es auch wichtig, dass du los lässt, dass er sein Ding schon macht, wenn auch mit anderen Schwierigkeiten als vermeintlich normale, aber doch.

Am wichtigsten wäre es wohl, dass du für dich akzeptierst, dass es ist wie es ist und dich nicht über ihn stellst, in dem du ihn auf Dating-Seiten oder sonstigem anmeldest. Das ist sicherlich nicht förderlich für sein Selbstvertrauen, da würde ich noch eher im Hintergrund die Geschwister animieren, ihn zu unterstützen, das wäre dann auf einer Augenhöhe.


 

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13. März um 10:24

Ein Kumpel von mir hat auch Asperger, der hat seine erste Freundin damals in der Uni kennengelernt, als er mit vielen anderen etwas komischen Leuten aufeinander getroffen ist, die alle ähnliche Interessen hatten. Zugegeben, sie war nicht die Liebe fürs Leben, aber 1-2 Jahre waren die beiden bestimmt zusammen. Mein Kumpel ist eigentlich stark aufgetaut, als er in uns Freunde, eine Clique gefunden hat. Ja, er ist ziemlich speziell und hat seine Eigenarten, aber das hat uns nie abgeschreckt. Wenn man einmal weiß, wie er tickt, ist er ein echt netter Kerl.

Ich würde euch auch nicht zu Datingseiten raten. Dass du ihn da angemeldet hast klingt wie aus einer schlechten Sitcom. Auf Datingseiten haben die Frauen meist Auswahl und sortieren großzügig aus. Dass sich da ein liebes und süßes Mädchen genau dem Asperger-Autisten mit Drogenproblemen annimmt, halte ich ehrlich gesagt auch für unwahrscheinlich. Viel eher sollte er sich ein Hobby suchen und Freunde finden. Ein paar Leute, die vielleicht auch nicht so ganz normal sind, die ihn aber mal mit rausnehmen. Der Mitbewohner von meinem Kumpel hatte mir mal erzählt, dass seine Mutter bei einem Besuch vor Freude geweint hat, als er ihr erzählt hat, dass er am Abend noch mit uns in die Disco geht. Für ihn war das damals ein verdammt großer Schritt.

Freunde lernt man ungezwungen kennen. Da hat man nicht so den Druck, dass bei der nächsten Person immer die ganz großen Gefühle aufkommen müssen. Da muss er vielleicht einfach mal schauen, wo seine Interessen liegen und wofür er sich begeistern kann. Vielleicht bietet ja eine Uni oder Volkshochschule bei euch ja auch Chemie-Kurse an, die frei zugängig sind. In der Ecke kenne ich mich leider nicht aus. Ansonsten gibt es auch häufig schon mal öffentliche Spieleabende oder sowas, wo man auch einfach mal hin kann, ohne sich verbindlich irgendwo anmelden zu müssen. Ich weiß ja nicht, was er so gerne macht.

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13. März um 12:36
In Antwort auf corrisande

Ein Kumpel von mir hat auch Asperger, der hat seine erste Freundin damals in der Uni kennengelernt, als er mit vielen anderen etwas komischen Leuten aufeinander getroffen ist, die alle ähnliche Interessen hatten. Zugegeben, sie war nicht die Liebe fürs Leben, aber 1-2 Jahre waren die beiden bestimmt zusammen. Mein Kumpel ist eigentlich stark aufgetaut, als er in uns Freunde, eine Clique gefunden hat. Ja, er ist ziemlich speziell und hat seine Eigenarten, aber das hat uns nie abgeschreckt. Wenn man einmal weiß, wie er tickt, ist er ein echt netter Kerl.

Ich würde euch auch nicht zu Datingseiten raten. Dass du ihn da angemeldet hast klingt wie aus einer schlechten Sitcom. Auf Datingseiten haben die Frauen meist Auswahl und sortieren großzügig aus. Dass sich da ein liebes und süßes Mädchen genau dem Asperger-Autisten mit Drogenproblemen annimmt, halte ich ehrlich gesagt auch für unwahrscheinlich. Viel eher sollte er sich ein Hobby suchen und Freunde finden. Ein paar Leute, die vielleicht auch nicht so ganz normal sind, die ihn aber mal mit rausnehmen. Der Mitbewohner von meinem Kumpel hatte mir mal erzählt, dass seine Mutter bei einem Besuch vor Freude geweint hat, als er ihr erzählt hat, dass er am Abend noch mit uns in die Disco geht. Für ihn war das damals ein verdammt großer Schritt.

Freunde lernt man ungezwungen kennen. Da hat man nicht so den Druck, dass bei der nächsten Person immer die ganz großen Gefühle aufkommen müssen. Da muss er vielleicht einfach mal schauen, wo seine Interessen liegen und wofür er sich begeistern kann. Vielleicht bietet ja eine Uni oder Volkshochschule bei euch ja auch Chemie-Kurse an, die frei zugängig sind. In der Ecke kenne ich mich leider nicht aus. Ansonsten gibt es auch häufig schon mal öffentliche Spieleabende oder sowas, wo man auch einfach mal hin kann, ohne sich verbindlich irgendwo anmelden zu müssen. Ich weiß ja nicht, was er so gerne macht.

Danke, das ist eine tolle Antwort ... ich lasse mir jetzt alles nochmal durch den Kopf gehen ....

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13. März um 18:37

Das ist mir klar .. aber nur weil jemande hie und da mal was raucht ist er doch noch nicht drogensüchtig ... 

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14. März um 16:42
In Antwort auf susacro

Hallo, ich bin hier neu und hoffe von euch Hilfe bzw. Tipps zu bekommen ... ich mache mir Sorgen um meinen 21jährigen Sohn. Er hat zu 90% (noch nicht bestätigt) das Asperger Syndrom - d.h. er ist in vielen Dingen speziell, kann schwer Kontakte herstellen bzw. Leute kennenlernen und andere Mimiken bzw. Gesten und Gefühle etc. deuten ... natürlich ist er trotzdem ein toller, lieber Kerl ... aber halt nicht so einfach .. er ist ehrlich und hilfsbereit und sehr tierlieb ... nur hatte er bis dato noch keine Freundin ... das macht ihm schwer zu schaffen ... sein Selbstwertgefühl ist sehr in Mitleidenschaft gezogen ... er kommt sich minderwertig vor.
Ich habe ihm vorgeschlagen sich bei div. Datingseiten anzumelden - aber er meint, da lerne man sicher niemanden kennen.
Leider hat er in den letzten Monaten auch hie und da zu illegalen Stoffen gegriffen ... er fühle sich dadurch emphatischer und selbstbewusster ... er ist nicht süchtig, aber schon allein der Gedanke dass er so etwas braucht um sich den anderen anzupassen macht mir große Sorgen ..
Derzeit ist er bei einem Neurologen in Behandlung - dieser hat ihm Antidepressiva und Neuroleptika verschrieben, die ihm sehr zusetzen und er nicht verträgt - er setzt diese jetzt langsam wieder ab.
Wie kann er jemanden kennenlernen? Gibt es gute Datingseiten? Wir sind in der Nähe von Wien zu Hause .. bitte um Rat ... danke und lg Susanne

Hallo Susanne, 
 mein Sohn ist Asperger-Autist. Was ich Dir aus Erfahrung sagen kann, Asperger ist nie gleich Asperger. 
Grundsätzlich würde ich von Datingseiten absehen, im Fall meines Sohnes würde es ihm ein falsches Bild von Beziehungen (und Gefühlen)geben. Zu 95% (würde ich behaupten) sind da nur Trolle unterwegs und das Selbstwertgefühl Deines Sohnes könnte noch mehr Schaden nehmen.
Asperger nehmen sich selbst nur „selten“ als anders war. Sie lernen durch die Reaktionen der Gesellschaft daß sie „anders“ sind. 
Ich finde persönlicher Kontakt ist hier enorm wichtig. 
Dies haben meine Vorschreiber ja auch schon vorgeschlagen.

Unverantwortlich ist der Neurologe in meinen Augen. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

habt ihr schonmal daran gedacht eine Autismus Diagnostik zu machen?

LG Susanne

 

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14. März um 17:55

Find ich absolut auch gut. 
Meiner braucht für sowas immer wahnsinnig Überwindung und gut zu reden, aber wenn er dann dabei ist findet er es klasse.
Sohnemann ist 14, und mit den Mädels noch nicht soweit aber einfach Erfahrungen in Gruppen und Gemeinschaft tuen ihm total gut.

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15. März um 21:58
In Antwort auf lusan

Hallo Susanne, 
 mein Sohn ist Asperger-Autist. Was ich Dir aus Erfahrung sagen kann, Asperger ist nie gleich Asperger. 
Grundsätzlich würde ich von Datingseiten absehen, im Fall meines Sohnes würde es ihm ein falsches Bild von Beziehungen (und Gefühlen)geben. Zu 95% (würde ich behaupten) sind da nur Trolle unterwegs und das Selbstwertgefühl Deines Sohnes könnte noch mehr Schaden nehmen.
Asperger nehmen sich selbst nur „selten“ als anders war. Sie lernen durch die Reaktionen der Gesellschaft daß sie „anders“ sind. 
Ich finde persönlicher Kontakt ist hier enorm wichtig. 
Dies haben meine Vorschreiber ja auch schon vorgeschlagen.

Unverantwortlich ist der Neurologe in meinen Augen. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

habt ihr schonmal daran gedacht eine Autismus Diagnostik zu machen?

LG Susanne

 

Liebe Susanne, danke für deine informative und hilfreiche Antwort! Wir sind seit Mitte Mai 2018 für eine Diagnose angemeldet .. es kann sich nur mehr um Tage handeln ... grrrr ... bei autistenhilfe.at .. was hältst du von der seite "handicaplove"? Ich meine, es ist ja ein Handicap ... Er geht einmal in der Woche zu einem Treffen für Sozialphobie ... das macht er freiwillig und das heißt schon was  

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15. März um 22:00
In Antwort auf lusan

Find ich absolut auch gut. 
Meiner braucht für sowas immer wahnsinnig Überwindung und gut zu reden, aber wenn er dann dabei ist findet er es klasse.
Sohnemann ist 14, und mit den Mädels noch nicht soweit aber einfach Erfahrungen in Gruppen und Gemeinschaft tuen ihm total gut.

Er war bei einer Gruppe von Aspergern .... aber das hat ihm absolut nicht gefallen ... die sind so anders als er meint er und er kam absolt nicht zurecht mit ihnen ... 

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15. März um 22:43
In Antwort auf susacro

Hallo, ich bin hier neu und hoffe von euch Hilfe bzw. Tipps zu bekommen ... ich mache mir Sorgen um meinen 21jährigen Sohn. Er hat zu 90% (noch nicht bestätigt) das Asperger Syndrom - d.h. er ist in vielen Dingen speziell, kann schwer Kontakte herstellen bzw. Leute kennenlernen und andere Mimiken bzw. Gesten und Gefühle etc. deuten ... natürlich ist er trotzdem ein toller, lieber Kerl ... aber halt nicht so einfach .. er ist ehrlich und hilfsbereit und sehr tierlieb ... nur hatte er bis dato noch keine Freundin ... das macht ihm schwer zu schaffen ... sein Selbstwertgefühl ist sehr in Mitleidenschaft gezogen ... er kommt sich minderwertig vor.
Ich habe ihm vorgeschlagen sich bei div. Datingseiten anzumelden - aber er meint, da lerne man sicher niemanden kennen.
Leider hat er in den letzten Monaten auch hie und da zu illegalen Stoffen gegriffen ... er fühle sich dadurch emphatischer und selbstbewusster ... er ist nicht süchtig, aber schon allein der Gedanke dass er so etwas braucht um sich den anderen anzupassen macht mir große Sorgen ..
Derzeit ist er bei einem Neurologen in Behandlung - dieser hat ihm Antidepressiva und Neuroleptika verschrieben, die ihm sehr zusetzen und er nicht verträgt - er setzt diese jetzt langsam wieder ab.
Wie kann er jemanden kennenlernen? Gibt es gute Datingseiten? Wir sind in der Nähe von Wien zu Hause .. bitte um Rat ... danke und lg Susanne

Hallo Susanne, ja das ist als Mama sicher nicht einfach. Und für deinen Sohn sicherlich auch nicht. Oft haben es Menschen mit Ass schwer, eine passende Partnerin zu finden. Sicherlich hat dein Sohn gewisse Vorstellungen bezüglich seiner Partnerin. Dass diese jedoch manchmal utopisch sind, ist für Menschen mit Ass nicht immer leicht zu verstehen und zu akzeptieren. Auch muss ja dann eine Partnerin gefunden werden, die mit ihm Umgehen kann. Auch das ist nicht immer leicht, da Menschen mit Autismus ja auch eine ganz eigene Art in ihrer Sozialkompetenz mitbringen. Ich glaube Datingseiten für Handicaps bezieht sich oft auf Menschen mit "schwreren" Behinderungen. So ist jedenfalls meine Erfahrung bisher. Ich denke wichtig für ihn wäre, dass er erst mal eine Anlaufstelle findet, wo er Gleichgesinnte trifft. Manche Aspergergruppen sind auch oft nicht die richtigen.. Erkundige dich doch mal über Therapien für Menschen mit Ass. Hier gibt es viele verschiedene Konstellationen. Vielleicht findet sich ja auch was gutes für ihn. Die Praxis wo ihr zur Diagnose gemeldet seid, hat da sicher auch gute Tipps. Bedenklicher finde ich, dass der Neurologe ihn gleich mit Antidepressiva vollpumpt. Dies kann auf Menschen mit Ass auch total kontraproduktiv wirken. Bei uns in der Region gibt es Autismusbeauftragte, die für den Landkreis arbeiten. Sie beraten und leisten Hilfestellung. Vielleicht gibt es sowas ja auch bei euch. Auch bezüglich Schule ist es wichtig, dass ihr euch um einen Nachteilsausgleich kümmert. Gerade wenn es auf Prüfungen zugehen soll.. Am Besten sehr frühzeitig, sobald die Diagnose da ist. Denn Autisten, die eine Regelschule besuchen und dort normal beschult werden, benötigen oft Hilfestellung. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Der Nachteilsausgleich kann dabei helfen, dass er für Prüfungen bei bestimmten Dingen berücksichtigt wird bzw. andere Hilfestellungen bekommt wie seine Mitschüler. Ich wünsche euch alles Gute. Viele Grüße

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16. März um 6:55
In Antwort auf side55

Hallo Susanne, ja das ist als Mama sicher nicht einfach. Und für deinen Sohn sicherlich auch nicht. Oft haben es Menschen mit Ass schwer, eine passende Partnerin zu finden. Sicherlich hat dein Sohn gewisse Vorstellungen bezüglich seiner Partnerin. Dass diese jedoch manchmal utopisch sind, ist für Menschen mit Ass nicht immer leicht zu verstehen und zu akzeptieren. Auch muss ja dann eine Partnerin gefunden werden, die mit ihm Umgehen kann. Auch das ist nicht immer leicht, da Menschen mit Autismus ja auch eine ganz eigene Art in ihrer Sozialkompetenz mitbringen. Ich glaube Datingseiten für Handicaps bezieht sich oft auf Menschen mit "schwreren" Behinderungen. So ist jedenfalls meine Erfahrung bisher. Ich denke wichtig für ihn wäre, dass er erst mal eine Anlaufstelle findet, wo er Gleichgesinnte trifft. Manche Aspergergruppen sind auch oft nicht die richtigen.. Erkundige dich doch mal über Therapien für Menschen mit Ass. Hier gibt es viele verschiedene Konstellationen. Vielleicht findet sich ja auch was gutes für ihn. Die Praxis wo ihr zur Diagnose gemeldet seid, hat da sicher auch gute Tipps. Bedenklicher finde ich, dass der Neurologe ihn gleich mit Antidepressiva vollpumpt. Dies kann auf Menschen mit Ass auch total kontraproduktiv wirken. Bei uns in der Region gibt es Autismusbeauftragte, die für den Landkreis arbeiten. Sie beraten und leisten Hilfestellung. Vielleicht gibt es sowas ja auch bei euch. Auch bezüglich Schule ist es wichtig, dass ihr euch um einen Nachteilsausgleich kümmert. Gerade wenn es auf Prüfungen zugehen soll.. Am Besten sehr frühzeitig, sobald die Diagnose da ist. Denn Autisten, die eine Regelschule besuchen und dort normal beschult werden, benötigen oft Hilfestellung. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Der Nachteilsausgleich kann dabei helfen, dass er für Prüfungen bei bestimmten Dingen berücksichtigt wird bzw. andere Hilfestellungen bekommt wie seine Mitschüler. Ich wünsche euch alles Gute. Viele Grüße

Danke für deine tolle Antwort!
Ich denke, wir warten jetzt auf die Austestung bez. Diagnose und dann kann man alles weitere in die Wege leiten ... muss mal schauen, aber falls er studieren will, gibt es bei Autismusdiagnose auch Hilfestellung auf der Uni. Ja das mit den Antidepressiva und Neuroleptika, welches normal bei Schizophrenie angewandt wird fand ich auch total überzogen ... er hat es von allein wieder langsam ausgeschlichen weil es ihm damit nicht gut ging ... er war nur mehr müde .... tagelang ..und hatte schlimme Alpträume.  Wir haben für ihn auch schon GEsprächstherapie angefangen, aber da meinte er, was soll er dort erzählen außer immer wieder dasselbe .. dass er mehr raus muss unter Leute und ev. HObbies finden sollte weiß er selbst ... Er meint, es ist rausgeschmissenes Geld .. Heute hat er seine erste Anfrage betr. Chemienachhilfe bekommen - das baut ihn auf - darüber könnte er tagelang sprechen ... Chemie ist sein Leben und da weiß er extrem viel ... daher denke ich dass auch ein Beruf in die Richtung das Richtige wäre? lg susanne

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16. März um 14:46
In Antwort auf susacro

Hallo, ich bin hier neu und hoffe von euch Hilfe bzw. Tipps zu bekommen ... ich mache mir Sorgen um meinen 21jährigen Sohn. Er hat zu 90% (noch nicht bestätigt) das Asperger Syndrom - d.h. er ist in vielen Dingen speziell, kann schwer Kontakte herstellen bzw. Leute kennenlernen und andere Mimiken bzw. Gesten und Gefühle etc. deuten ... natürlich ist er trotzdem ein toller, lieber Kerl ... aber halt nicht so einfach .. er ist ehrlich und hilfsbereit und sehr tierlieb ... nur hatte er bis dato noch keine Freundin ... das macht ihm schwer zu schaffen ... sein Selbstwertgefühl ist sehr in Mitleidenschaft gezogen ... er kommt sich minderwertig vor.
Ich habe ihm vorgeschlagen sich bei div. Datingseiten anzumelden - aber er meint, da lerne man sicher niemanden kennen.
Leider hat er in den letzten Monaten auch hie und da zu illegalen Stoffen gegriffen ... er fühle sich dadurch emphatischer und selbstbewusster ... er ist nicht süchtig, aber schon allein der Gedanke dass er so etwas braucht um sich den anderen anzupassen macht mir große Sorgen ..
Derzeit ist er bei einem Neurologen in Behandlung - dieser hat ihm Antidepressiva und Neuroleptika verschrieben, die ihm sehr zusetzen und er nicht verträgt - er setzt diese jetzt langsam wieder ab.
Wie kann er jemanden kennenlernen? Gibt es gute Datingseiten? Wir sind in der Nähe von Wien zu Hause .. bitte um Rat ... danke und lg Susanne

Liebe Susanne,


Vermutlich hast du außer hier im Forum schon mit anderen Müttern Kontakt aufgenommen. Bist du in einer Angehörigen-Selbsthilfegruppe aktiv? Falls nicht, ziehe es in Erwägung.
Der Austausch mit Angehörigen kann dir helfen, damit zurechtzukommen, du wirst im Gegensatz zu den meisten Eltern mit „normalen“ Kindern genau verstanden und erhältst viele hilfreiche Tipps von Menschen, die dasselbe mit ihren Kindern erleben und Erfahrungen haben.

Ich bin selbst von Asperger betroffen und schreibe dir mal (gaaaanz viel, irgendwie kann ich mich nur sehr kurz oder sehr lang fassen, ein Mittelding gelingt mir selten) aus der Perspektive meiner eigenen Erfahrungen viele Tipps auf, die mir selbst stark geholfen haben.
Wenn dir der Riesentext zu lang ist, kann ich auch nochmal eine Zusammenfassung in Stichpunkten notieren, bzw. eine Liste gesammelter Tipps, die du auch ausdrucken und im Alltag verwenden kannst.

Doch erstmal zu deinem letzten Absatz:
Wofür kriegt dein Sohn denn Antidepressiva oder gar Neuroleptika?!? Letzteres sind Medikamente gegen Psychosen wie Schizophrenie - und ausgesprochen schädlich!
Die lassen buchstäblich das Gehirn schrumpfen, um bis zu 10% bei langfristiger Einnahme! Sowas sollte wenn überhaupt nur in Fällen angewendet werden, wo andere Abhilfe nicht möglich ist (d.h. bei schwerstpsychotischen Patienten - und davon lese ich hier nix) und dann auch nur so kurz und so niedrig dosiert wie möglich. Aber Psychiater machen regelhaft genau das Gegenteil.

Gut, dass er den Dreck abdosiert. Ich bin echt fassungslos, sowas macht mich richtig sauer!
Was ist denn das bitte wieder für ein inkompetenter Idiot?! Asperger ist medikamentös sowieso kaum sinnvoll zu behandeln, bestenfalls einige Nebenerscheinungen.

Was dein Sohn braucht, ist idealerweise Kontakt zu seinesgleichen. Und nichtautistischen Menschen, die offen und wertschätzend mit ihm umgehen.

Er könnte z.B. Vereinen oder Clubs beitreten, die seinen speziellen Interessen entsprechen, oder im Internet Leute kennenlernen, die sie teilen. Auch Frauen.
Geht er denn öfter raus oder ist er eher ein Stubenhocker? Und fühlt er sich selber wohl damit?

Wichtig ist es, als Mutter das, was man selber für das richtige und gesunde Maß an sozialen Umgang hält, nicht mit dem zu verwechseln, was der Sohn tatsächlich will oder braucht und ihm einen höheren Bedarf einzureden, wo keiner ist (oder jedenfalls nicht so stark) und ihm dabei jedesmal das flaue Gefühl zu vermitteln, das mit ihm was nicht stimmt.

Er ist eben einfach nur anders, nicht krank. Das musst du akzeptieren - und er selbst auch.

Mir wurde immer eingeredet, ich müsse mehr ausgehen, mehr unter Leuten sein, mehr Freunde haben bla bla bla 

Ständig lag meine Familie, besonders meine Mutter, mir damit in den Ohren. Ich habe es gehasst und mich extrem unwohl bei diesen Predigten gefühlt. 
Vor allem hat es rein gar nichts bewirkt und mir im Gegensatz zu geringen sozialen Aktivitäten tatsächlich seelisch geschadet.

So hatte ich immer das Gefühl, dass mit mir etwas grundverkehrt ist. Mein ganzes Leben lang wurde mir das eingeimpft.
Das führt nur dazu, dass man sich noch mehr verkrampft und noch schwieriger mit anderen Menschen in Kontakt kommt. Man steht unter Druck, fängt an, ständig darüber nachzudenken, ob man als anders oder seltsam wahrgenommen wird.

Es ist schwierig und anstrengend genug für deinen Sohn, also mach das bitte, bitte nicht, auch wenn du dir Sorgen machst.

Für andere ist es oft schwer nachvollziehbar, aber Autisten sind gern ein Gutteil ihrer Zeit allein und ungestört und gehen ihren bevorzugten Aktivitäten, Interessen und Routinen nach. Für Autisten ist das völlig normal.
Wenn sie gerade Umgang mit anderen wollen, suchen sie ihn genau wie alle anderen auch. Dafür benötigen sie freilich Menschen, die sie in ihrer Andersartigkeit akzeptieren und nicht unter ihre Vorstellungen verbiegen wollen. 
Es lohnt sich, geduldig nach solchen Menschen zu suchen, weil es für das seelische Wohlbefinden der Betroffenen einfach entschieden besser ist.

Es hat lange gedauert, bis ich begriffen habe, dass ich nunmal nicht wie alle anderen bin und der Umgang mit Leuten, die damit nicht zurechtkommen, einfach zu anstrengend, nervig und langweilig ist, als dass sich die Mühe lohnen würde.
Dass ich zumeist gar kein intensives Kontaktbedürnis habe und mich die meiste Zeit auch allein sehr wohl fühle.
Dass ich nicht mehr Umgang mit anderen Menschen pflegen muss, als ich selber möchte.

Doch wenn man ihn pflegen will oder muss, was dann?
Soziale Fertigkeiten lassen sich trainieren. Asperger-Autisten sind in aller Regel gute Beobachter.
Sie können nicht intuitiv bestimmte Dinge tun, die für die meisten Menschen selbstverständlich sind (Mimik & Gestik entschlüsseln, Ironie verstehen, Redewendungen und rhetorische Fragen nicht wörtlich nehmen, Blickkontakt halten etc.) aber sie können es üben und einen intellektuellen, systematischen Zugang dazu erlangen, indem sie sich soziale Verhaltensregeln einprägen.

Ich konnte als Kind meist keinen Blickkontakt halten, weil ich mich sehr unbehaglich dabei fühlte. Wenn man mich ständig dazu ermahnte und „Schau mir gefälligst in die Augen, wenn du mit mir redest!“ entgegenblaffte, wurde es nur schlimmer. Aber ich habe es gelernt und kann heute sicher vor Leuten reden.

Mimik und Gestik stellten für mich früher ein Buch mit sieben Siegeln dar. Ich verstand regelmäßig nicht, was Leute von mir wollten oder warum sie wütend auf mich waren. Gelegentlich kommt das noch vor, aber es ist sehr selten geworden. Teilweise wundere ich mich, wie andere gewisse Dinge nicht erkennen, die für mich so offenkundig sind. Ich hatte ein solches Verlangen, dieses quälende Defizit auszugleichen, dass ich viele „Gesunde“ darin überflügelt habe.
Mein künstlerisches Talent hat mir einen Zugang dazu eröffnet. Um es weiterzuentwickeln, musste ich geduldig beobachten und Ausdrücke studieren.
Dazu muss man kein begabter Zeichner oder Maler sein. Es geht um die Wirkung, und die hilft auch, wenn man nur so zum Spaß zeichnet und über keine nennenswerte Begabung dazu verfügt.
Heute sind Portraits meine besondere Stärke. Portraits müssen bekanntlich das lebendige, intellektuell nicht erfassbare Wesen eines Menschen einfangen, wenn sie gut sein sollen. Und ich bin ziemlich gut. Es gibt viel talentiertere Künstler als mich, aber ich treffe Menschen gut.

Häufig erzählte ich weitschweifig irgendetwas - gut, die Neigung habe ich noch heute, wie du siehst, das liegt bei uns wohl auch in der Familie - und merkte nicht, wenn das Interesse meines Gegenübers nachließ, er meinen Gedankensprüngen nicht folgen konnte oder ich ihn überforderte. 
Man kann Anzeichen von Langeweile und Desinteresse lernen und merken, lernen, strukturierter zu reden und den geistigen Horizont anderer abschätzen lernen, sowie sich eine schlichtere Ausdrucksweise aneignen - falls dein Sohn auch hochintelligent ist und Schwierigkeiten damit hat, sich allgemeinverständlich auszudrücken. Auch etwas, das für mich in der Kindheit ein Ding der Unmöglichkeit schien. Erwachsene konnten mir regelmäßig nicht folgen, geschweige denn andere Kinder.
Heute kann ich mich mit Menschen aller sozialen Schichten und Verstandeskräfte auf Augenhöhe verständigen.

Die Beschäftigung mit hoher Literatur und Theater kann helfen, Emotionen und Motive von Menschen zu verstehen, desgleichen Bücher, die sie genau erklären und entschlüsseln.
Da fällt mir etwas ein: er sollte den Roman „Der geniale Mr Fletcher“ (im Original „The Contotionist‘s Handbook&ldquo von Craig Clevenger lesen. Für Autisten ist es eine Offenbarung, finde ich.
Und Erich Fromm! Vor allem „Die Kunst des Liebens“ und „Anatomie der menschlichen Destruktivität“ - brillante Werke.
Alfred Adlers „Menschenkenntnis“ ist auch hilfreich.

Viel wichtiger ist natürlich die aktive Einübung im Umgang mit anderen, aber zunächst einmal muss man sich überhaupt das notwendige Rüstzeug aneignen, was einem Autisten nunmal nicht in die Wiege gelegt ist.
Wir benötigen einen anderen Zugang zu diesen Dingen.
Der ist auch für jeden Autisten anders, so wie jeder Autist ein einzigartiger Mensch ist. Abhängig von Interessen, Defiziten und persönlichen Wünschen.

Schauspielunterricht kann generell sehr hilfreich sein, auch um die Eigenwahrnehmung zu schulen und die motorische Kontrolle und Geschicklichkeit zu verbessern.

Das absolut Wichtigste ist aber aus meiner Sicht als Betroffene: ein wertschätzender, akzeptierender, lösungsorientierter Umgang, sowie die Einsicht, dass ein Autist nicht sein Autismus ist, kein Bündel von Problemen und Defiziten, sondern ein Mensch mit individuellen Stärken, Interessen, Wünschen, Zielen und Hoffnungen. Genau wie alle anderen, nur eben ein bisschen wunderlich.
Aber ich sehe nichts Schlimmes daran. Meine Kindheit war grauenvoll - aber das lag vor allem daran, wie andere mit mir umgesprungen sind - doch jetzt als Erwachsene würde ich nicht anders sein wollen, auch nicht „normal“ - was auch immer das sein soll.

Ich bin gerne so wie ich bin.

Ich könnte noch viel mehr Ratschläge aufschreiben. Dafür wären detailliertere Infos über die individuellen Probleme deines Sohnes hilfreich.

Außerdem, nimm es mir nicht übel, aber hier lese ich nur deine Sichtweise.
Wie steht denn dein Sohn selbst dazu? Das wäre für mich die wesentliche Frage.

Hast du mit ihm darüber geredet, was er sich wünscht, wovor er sich fürchtet, was er selbst erreichen will, in welchen Situationen er sich wohl bzw. unwohl fühlt und welche Lösungen er für seine Probleme sieht?

Leider konnte ich nie offen mit meiner Mutter über all diese Dinge reden, weil sie immer versucht hat, mich in eine Richtung zu schieben und meine eigene Sicht nicht zählte, außer sie passte zu ihrer.

Wie offen redet er mit dir? Sei ehrlich, hast du ihm die erwähnten Einlassungen „aus der Nase ziehen müssen“ oder gar vor lauter Sorge bei ihm „herumgeschnüffelt“ oder hat er es dir aus freien Stücken alles erzählt?

Sogar wenn er scheinbar frei mit dir redet, bedeutet das keineswegs, du wüsstest über alles Bescheid.
Zum einen tragen die meisten Autisten ihr Herz nicht gerade auf der Zunge (außer bei unpassenden, andere in Verlegenheit bringenden Bemerkungen natürlich :razz.

Zum anderen wird er womöglich vieles nicht ansprechen, etwa
- weil er keine Ahnung hat, wie er es ausdrücken soll,
- weil ihm der tiefere Zugang zu eigenen Gefühlen und die Fähigkeit, sie zu benennen und zu entschlüsseln vielleicht fehlt (hier hat mir kreatives Schreiben IMMENS geholfen, früher konnte ich mir über eigene Gefühle überhaupt erst klarwerden, indem ich sie über meine Figuren ausdrückte)
- weil er deine Reaktionen schlecht einschätzen kann und die Tragweite derartiger Offenbarungen nicht überblicken kann, sich aber an negative Folgen in vergleichbaren Situationen erinnert,
- weil er denkt, du hättest lieber einen normalen Sohn (wenn du die Wahl hättest, ist es ja auch so, oder?)
- weil er nicht noch mehr Medikamente will (wie gesagt, die gegenwärtige  Medikation ist totaler Müll, verständlich dass er sich damit sehr unwohl fühlt);
- und natürlich nicht zuletzt, weil er nicht will, dass du dir noch mehr Sorgen machst.
Keine erschöpfende Aufzählung und es muss natürlich nicht alles auch auf deinen Sohn zutreffen.

Es ist vital notwendig, ihm das Gefühl zu vermitteln, dass, wenn schon nicht andere, dann zumindest du ihn vorbehaltlos als den Menschen annimmst, der er nunmal ist und er mit dir immer über alles reden kann.
Ihn von der Sichtweise abzubringen, er sei eine Ansammlung von Defiziten.
Seine Stärken betonen und ihn ermutigen, davon Gebrauch zu machen.
Autisten können ihre „special interests“ mit immenser Energie verfolgen und herausragende Fähigkeiten auf diesem Gebiet entwickeln.
Hat er schon ein besonderes Talent an sich entdeckt? Oder mehrere? Interessiert er sich für irgendetwas spezielles, das auch praktisch und beruflich nutzbar ist?
Welche Pläne hat er auf dem Gebiet?

Im IT-Bereich (ein Klischee, das natürlich bei weitem nicht auf jeden Autisten zutrifft) gibt es z.B. die Firma Auticon, die ausschließlich Autisten einstellt, günstige Arbeitsbedingungen für sie schafft und Coaching bietet.

Nun endlich zum Thema Dates:
Ist mangelnde romantische und sexuelle Erfahrung für ihn selbst ein vordringliches Problem oder machst du dir vor allem Sorgen, weil er noch keine Freundin hatte und sagst ihm, dass er jemanden kennenlernen sollte?

Er muss ja nicht gleich eine Frau für eine feste Beziehung suchen. Davon rate ich für den Anfang sogar ab, weil es zu viele Fettnäpfchen gibt, in die er treten kann und wenn er an eine Blöde gerät, die völlig falsch reagiert, kann das für lange Zeit Narben bei ihm hinterlassen.
Besser er sammelt erstmal etwas Erfahrung mit Mädels, an denen er nicht emotional hängt.

Er könnte also erstmal mit einem Mädchen schlafen, das einfach nur zum Vergnügen mit ihm zusammen ist bzw. ebenfalls Erfahrungen sammeln möchte.
Hier gibt es im wesentlichen zwei Herangehensweisen, die in Betracht kommen, die von seinen sozialen Fertigkeiten und auch etwas vom Glück abhängen.
(Es mag Nichtautisten befremdlich erscheinen, so „taktisch“ an die Sache heranzugehen, aber ihm bietet eine durchdachte, geplante Vorgehensweise wahrscheinlich ein gewisses Maß an Sicherheit.)

Der eine Weg wäre:
Wenn die Erste selber noch unerfahren ist (aber am besten auch keine Jungfrau mehr), dann muss er keine solchen Komplexe haben, weil er noch Jungfrau ist und noch nicht viel kann.
Dabei lernt er andererseits natürlich nicht viel, aber es geht ja für den Anfang auch nur um die Überwindung von Angst und Minderwertigkeitsgefühlen; also sollte er später noch weitere, etwas erfahrenere Mädchen treffen, um selbst erfahrener zu werden.

Der zweite Weg:
Ideal wäre natürlich gleich beim ersten Mal ein erfahrenes Mädel, das darauf steht, sich solch schüchterner Typen anzunehmen und sie ein bisschen zu „trainieren“, vorausgesetzt, er hat das Glück, so eine zu finden.
Es gibt aber gar nicht so wenige, die das zumindest manchmal machen, weil sie so einen linkischen, schüchternen Burschen süß finden.
Ich selbst habe auch ein paar solcher Jungs „zu Männern gemacht“. Nachdem sie ein paar mal mit mir im Bett waren und ich sie aufgebaut hatte, fühlten sie sich gestärkt und selbstsicher und lernten später Frauen kennen, mit denen sie gute, stabile Beziehungen eingingen.
Das funktioniert perfekt, wenn die Frau lieb und einfühlsam ist und versteht, was sie tut. 

(Hierzu könnte er auch, obwohl du vermutlich nicht gerade das im Sinn hattest, Casual Dating Seiten nutzen, wo er auch gezielt nach einer solchen Frau suchen könnte.
Geradeso, wie es Typen gibt, die auf Jungfrauen abfahren, gibt es auch Frauen, die es mögen, unerfahrenen jungen Männern zu zeigen, „wo es längs geht“.)

Außerdem hat er dann später seiner ersten richtigen Freundin im Bett auch was zu bieten. Gerade für junge Männer ist die Vorstellung sehr, sehr schlimm, sich mit der ersten Frau, in die man verliebt ist, beim Sex wie ein kompletter Volltrottel anzustellen. Das gilt generell für alle Jungens und mehr noch für Spätzünder, aber für ihn als Autisten mit seinen sozialen Schwierigkeiten multipliziert sich diese Angst noch.
Sobald er diese Hürde überwunden und die ersten Male erlebt hat, wird es schon leichter für ihn.

Versuch ihm das klarzumachen und erkläre es ihm notfalls ruhig alles so detailliert, viele Autisten brauchen das, weil sie solche Dinge nicht von allein erkennen.
Je nachdem halt, wie gut er Andeutungen versteht (damit haben Autisten oft so ihre Schwierigkeiten), wie leicht er verlegen wird und wie offen ihr über Sex reden könnt oder eben nicht.
Du kennst deinen Sohn schließlich am besten. Und er ist ja ein erwachsener Mann, also ist nichts dabei.

Falls es dir selber peinlich ist, denk daran, es geht darum, deinem Sohn zu helfen und das ist schließlich die natürlichste Sache der Welt.

Womöglich erscheint es dir auch abstoßend, als würde er die Frau  benutzen. Natürlich soll er gerade nicht diese Haltung annehmen. Er ist ja kein Vergewaltiger, und ganz gewiss auch keiner dieser widerlichen Aufreißertypen, die hinter Frauen wie hinter Trophäen her sind.

Dabei geht es vielmehr darum, gemeinsam sexuelle Erfahrungen zu machen, was in beiderseitigem Interesse und Vergnügen liegt.
Wie „benutzen“ erscheint es nur, wenn man das Recht, erstmal einfach nur Erfahrungen zu sammeln und Spaß zu haben, nur Männern zuspricht. Auch Frauen möchten das und immer mehr werden sich darüber klar - zum Glück! 

Und er wird so Sicherheit gewinnen, um später eine Frau kennenzulernen, in die er sich verliebt, ohne die ständige Angst im Hinterkopf, sich vor ihr als unwissende Jungfrau zu blamieren oder mangels Erfahrungen abgewiesen zu werden (eine, die das tut, ist eh nicht die Richtige). 

Ich hoffe nur, in seinem Kopf geistert nicht die auch bei Männern verbreitete Vorstellung herum, das erste Mal sei etwas total besonderes.
Keine Ahnung, warum so viele Leute das so beharrlich glauben und so einen Wind drum machen. Es ist doch nur ein Mal, auf das viele, viele andere Male folgen werden und kein 8. Weltwunder. Tatsächlich stellen sich so gut wie alle Menschen beim ersten Mal wie ungeschickte Tölpel an und es ist kaum einmal für jemanden sonderlich berauschend, das sollte ihm klar sein.

Und mach ihm bewusst, dass er keineswegs allein mit seinen Problemen ist: alle stehen am Anfang dieselben Ängste aus, egal ob Autisten oder „Normalos“. Bei den Letzteren passiert es nur meist früher - aber das ist doch kein Wettrennen! Wann man das Ziel erreicht, spielt gar keine Rolle, wichtig ist nur, dass man es erreicht - jetzt meine ich eine bedeutsame, glückliche Beziehung - und vor allem mit wem.

Besser natürlich, er kriegt diese Dinge von Freunden und Mädels indirekt vermittelt, aber das ist bei ihm ja etwas schwierig.

Wichtig wäre auch zu klären, ob es vor allem der Mangel an sexueller Erfahrung ist, der ihn quält, wie es i.d.R. bei jungen Männern (autistisch oder nicht) in seiner Lage ist, oder ob er sich eher nach Romantik sehnt. Dann ist er mit C-Date und Konsorten natürlich nicht so gut beraten. Höchstens zeitweise als Ersatz.
Männer sind nach meiner Erfahrung insgeheim oft die viel größeren Romantiker.

Mein Freund ist auch Autist, aber er will vor allem schmusen und hat ein starkes Bedürfnis nach Nähe, Intimität und Zärtlichkeit, während ich beim Kuscheln mit ihm eher schnell Lust auf Sex kriege. Ihm ist Sex gar nicht soo wichtig (obwohl er es sehr gerne tut, sobald ich ihn dazu animiert habe und immer öfter auch von sich aus anfängt - so viel zu den Klischees.)
Vor mir war er mit 5-6 Frauen ein paar mal im Bett gewesen, aber ich bin die Erste, in die er sich richtig verliebt hat.
Sehr geschickt war er anfangs noch nicht, daher (u.a.) glaube ich auch, dass seine Prioritäten anderswo liegen.

Doch auch wenn dein Sohn meinem Freund in der Hinsicht ähnelt, wird es ihm helfen - und deutlich einfacher für ihn sein - erstmal zwanglose sexuelle Kontakte einzugehen (mit allen gebotenen Vorsichtsmaßnahmen, versteht sich), bevor er sich an eine echte Beziehung heranwagt.
Mein Freund hätte es ganz am Anfang, vor seinen Begegnungen mit anderen Frauen, hätten wir uns damals schon kennengelernt, noch nicht gewagt, sich mir zu nähern.
So, wie ein Mann das normalerweise tut, hat er es auch nicht angefangen, sondern mich wie ein Bub geneckt und mit mir herumgealbert. Trotzdem hat seine schalkhafte, naiv-unkomplizierte Art mich bezaubert. Jetzt sind wir seit anderthalb Jahren glücklich zusammen.

Auch dein Sohn muss also nicht wie alle anderen Männer sein, um die Frau, die er liebt, für sich zu gewinnen. Wenn sie ihn auch liebt und wirklich zu ihm passt, wird sie ihn gern haben, wie er ist.

Was nun die Drogen angeht, kann ich deinen Sohn gut verstehen. Ich hatte auch eine Phase, wo ich einiges ausprobiert habe.
Ich verstehe natürlich deine Sorge als Mutter, wenn du davon hörst und finde es sehr, sehr gut, dass du nicht panisch oder gar hysterisch reagierst, sondern versuchst, zu verstehen, warum er das tut und wozu.
Manche Drogen helfen tatsächlich, allerdings ist es wichtig, genau zu wissen, was man tut, vorsichtig und verantwortungsvoll damit umzugehen und die Risiken zu kennen.
Außerdem sollte er immer im Hinterkopf behalten, dass der Effekt nur temporär ist und - vielleicht das Wichtigste - wissen, dass die Drogen nichts erschaffen, was nicht ohnehin schon in ihm vorhanden ist. Aber sie können ihm helfen, sich dessen besser bewusst zu werden - vorausgesetzt er übertreibt es nicht.
Was nimmt er denn eigentlich?

Und wenn er Drogen nimmt, geht er dann auch auf Parties oder in Clubs?
Hat er schonmal probiert, dort ein Mädchen anzusprechen? Vielleicht fällt es ihm in berauschtem Zustand ja leichter.
Doch Vorsicht: bei sexuellen Handlungen sollte er in der Situation sehr genau aufpassen, besonders wenn die Frau ebenfalls high bzw. betrunken ist.
Da er Schwierigkeiten hat, kommunikative Signale zu deuten und generell unerfahren ist, könnte er ungewollt im strafrechtlich relevanten Bereich landen.
Nicht alle Frauen sagen klar und deutlich „nein“, einige erstarren vor Angst bei unerwünschten Annäherungsversuchen, besonders oft solche, die sexuelle Gewalt erlebt haben - und unter Frauen, die Drogen nehmen, kommen die aus naheliegenden Gründen gehäuft vor.
Zudem können Menschen unter Drogeneinfluss sich seltsam verhalten und ihn damit verwirren, zumal wenn er selber drauf ist.
Oder die ist auf ihrem Trip ganz woanders, merkt kaum, was gerade passiert und ist eigentlich von ihrem Zustand her nicht mehr wirklich einwilligungsfähig. 
Das muss nicht das Crosby-Szenario mit einer fast besinnungslosen Frau sein - ich gehe mal davon aus, dass du deinen Sohn anständig erzogen hast und er Gewissen und Verstand genug besitzt, so etwas niemals auszunutzen - sondern sie ist vielleicht total verstrahlt, aber wach und redet. Dann missdeutet er eventuell die Situation.

Womöglich hemmt ihn ja auch Angst, unversehens in genau so eine Lage zu geraten.
Im Zweifelsfall muss er eben direkt fragen, ob seine Annäherung willkommen ist. Irgendwie ist das ja auch niedlich. Auch wenn er riskiert, sich damit zum Deppen zu machen (warum eigentlich? keine Frau will schließlich ungebeten begrapscht werden!) ist es besser, als „Depp“ dazustehen, denn als unfreiwilliger Sexualstraftäter. 

Um sich nicht Mut anturnen zu müssen, generell bei allen sozialen Interaktionen, nicht nur mit Frauen, an denen er interessiert ist, kann dein Sohn vor dem Spiegel das Reden und soziale Situationen einüben. 
So sieht er sich auch, wie andere ihn wahrnehmen. Mir hat das sehr geholfen und ich nutze diesen Trick auch weiterhin.

Aktiv kannst du ihm helfen, soziale Situationen zu bewältigen, indem du mit ihm Rollenspiele durchführst (Leute kennenlernen, Freunde finden, Frauen ansprechen, Hemmungen und Ängste in Situationen abzubauen, in denen er sich besonders unwohl fühlt...)
Anschließend könnt Ihr Eindrücke austauschen und die Interaktion gemeinsam analysieren.

Schließlich und endlich kann für ihn auch eine Gesprächs- oder Verhaltenstherapie hilfreich sein.
Ihn mit schwersten Medikamenten vollzupumpen kann jedenfalls nicht die Lösung sein. Wie begründet dieser Kurpfuscher von einem Psychiater überhaupt diese unsinnige und unnötige Medikation? Ich vermute mal, er hat ihm das wegen Ängsten und als Depressionen diagnostizierten Minderwertigkeitsgefühlen verschrieben? Hat er es überhaupt begründet? 
Auf jeden Fall sollte dein Sohn sich nicht verpflichtet fühlen, Medikamente zu schlucken, mit denen er sich dermaßen unwohl fühlt, wie du sagst (verständlich!)

Denn wie ich ausführlich beschrieben habe, gibt es zahlreichere praktischere und mildere Lösungen, die ihm nicht über Nacht, aber ganz sicher mit der Zeit ein Gefühl von Stärke und Sicherheit geben werden. Und am allerwichtigsten: den mit nichts zu vergleichenden Triumph, diese Erfolge gänzlich aus eigener Kraft errungen zu haben!

Bin gespannt, mehr über deinen Sohn zu erfahren und wünsche euch auf eurem weiteren Weg alles Gute!


Lg, Arisu

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18. März um 10:24

Danke, hast du schon mal geschrieben - habe es verstanden ...bin nicht blöd
 

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18. März um 10:25
In Antwort auf arisu

Liebe Susanne,


Vermutlich hast du außer hier im Forum schon mit anderen Müttern Kontakt aufgenommen. Bist du in einer Angehörigen-Selbsthilfegruppe aktiv? Falls nicht, ziehe es in Erwägung.
Der Austausch mit Angehörigen kann dir helfen, damit zurechtzukommen, du wirst im Gegensatz zu den meisten Eltern mit „normalen“ Kindern genau verstanden und erhältst viele hilfreiche Tipps von Menschen, die dasselbe mit ihren Kindern erleben und Erfahrungen haben.

Ich bin selbst von Asperger betroffen und schreibe dir mal (gaaaanz viel, irgendwie kann ich mich nur sehr kurz oder sehr lang fassen, ein Mittelding gelingt mir selten) aus der Perspektive meiner eigenen Erfahrungen viele Tipps auf, die mir selbst stark geholfen haben.
Wenn dir der Riesentext zu lang ist, kann ich auch nochmal eine Zusammenfassung in Stichpunkten notieren, bzw. eine Liste gesammelter Tipps, die du auch ausdrucken und im Alltag verwenden kannst.

Doch erstmal zu deinem letzten Absatz:
Wofür kriegt dein Sohn denn Antidepressiva oder gar Neuroleptika?!? Letzteres sind Medikamente gegen Psychosen wie Schizophrenie - und ausgesprochen schädlich!
Die lassen buchstäblich das Gehirn schrumpfen, um bis zu 10% bei langfristiger Einnahme! Sowas sollte wenn überhaupt nur in Fällen angewendet werden, wo andere Abhilfe nicht möglich ist (d.h. bei schwerstpsychotischen Patienten - und davon lese ich hier nix) und dann auch nur so kurz und so niedrig dosiert wie möglich. Aber Psychiater machen regelhaft genau das Gegenteil.

Gut, dass er den Dreck abdosiert. Ich bin echt fassungslos, sowas macht mich richtig sauer!
Was ist denn das bitte wieder für ein inkompetenter Idiot?! Asperger ist medikamentös sowieso kaum sinnvoll zu behandeln, bestenfalls einige Nebenerscheinungen.

Was dein Sohn braucht, ist idealerweise Kontakt zu seinesgleichen. Und nichtautistischen Menschen, die offen und wertschätzend mit ihm umgehen.

Er könnte z.B. Vereinen oder Clubs beitreten, die seinen speziellen Interessen entsprechen, oder im Internet Leute kennenlernen, die sie teilen. Auch Frauen.
Geht er denn öfter raus oder ist er eher ein Stubenhocker? Und fühlt er sich selber wohl damit?

Wichtig ist es, als Mutter das, was man selber für das richtige und gesunde Maß an sozialen Umgang hält, nicht mit dem zu verwechseln, was der Sohn tatsächlich will oder braucht und ihm einen höheren Bedarf einzureden, wo keiner ist (oder jedenfalls nicht so stark) und ihm dabei jedesmal das flaue Gefühl zu vermitteln, das mit ihm was nicht stimmt.

Er ist eben einfach nur anders, nicht krank. Das musst du akzeptieren - und er selbst auch.

Mir wurde immer eingeredet, ich müsse mehr ausgehen, mehr unter Leuten sein, mehr Freunde haben bla bla bla 

Ständig lag meine Familie, besonders meine Mutter, mir damit in den Ohren. Ich habe es gehasst und mich extrem unwohl bei diesen Predigten gefühlt. 
Vor allem hat es rein gar nichts bewirkt und mir im Gegensatz zu geringen sozialen Aktivitäten tatsächlich seelisch geschadet.

So hatte ich immer das Gefühl, dass mit mir etwas grundverkehrt ist. Mein ganzes Leben lang wurde mir das eingeimpft.
Das führt nur dazu, dass man sich noch mehr verkrampft und noch schwieriger mit anderen Menschen in Kontakt kommt. Man steht unter Druck, fängt an, ständig darüber nachzudenken, ob man als anders oder seltsam wahrgenommen wird.

Es ist schwierig und anstrengend genug für deinen Sohn, also mach das bitte, bitte nicht, auch wenn du dir Sorgen machst.

Für andere ist es oft schwer nachvollziehbar, aber Autisten sind gern ein Gutteil ihrer Zeit allein und ungestört und gehen ihren bevorzugten Aktivitäten, Interessen und Routinen nach. Für Autisten ist das völlig normal.
Wenn sie gerade Umgang mit anderen wollen, suchen sie ihn genau wie alle anderen auch. Dafür benötigen sie freilich Menschen, die sie in ihrer Andersartigkeit akzeptieren und nicht unter ihre Vorstellungen verbiegen wollen. 
Es lohnt sich, geduldig nach solchen Menschen zu suchen, weil es für das seelische Wohlbefinden der Betroffenen einfach entschieden besser ist.

Es hat lange gedauert, bis ich begriffen habe, dass ich nunmal nicht wie alle anderen bin und der Umgang mit Leuten, die damit nicht zurechtkommen, einfach zu anstrengend, nervig und langweilig ist, als dass sich die Mühe lohnen würde.
Dass ich zumeist gar kein intensives Kontaktbedürnis habe und mich die meiste Zeit auch allein sehr wohl fühle.
Dass ich nicht mehr Umgang mit anderen Menschen pflegen muss, als ich selber möchte.

Doch wenn man ihn pflegen will oder muss, was dann?
Soziale Fertigkeiten lassen sich trainieren. Asperger-Autisten sind in aller Regel gute Beobachter.
Sie können nicht intuitiv bestimmte Dinge tun, die für die meisten Menschen selbstverständlich sind (Mimik & Gestik entschlüsseln, Ironie verstehen, Redewendungen und rhetorische Fragen nicht wörtlich nehmen, Blickkontakt halten etc.) aber sie können es üben und einen intellektuellen, systematischen Zugang dazu erlangen, indem sie sich soziale Verhaltensregeln einprägen.

Ich konnte als Kind meist keinen Blickkontakt halten, weil ich mich sehr unbehaglich dabei fühlte. Wenn man mich ständig dazu ermahnte und „Schau mir gefälligst in die Augen, wenn du mit mir redest!“ entgegenblaffte, wurde es nur schlimmer. Aber ich habe es gelernt und kann heute sicher vor Leuten reden.

Mimik und Gestik stellten für mich früher ein Buch mit sieben Siegeln dar. Ich verstand regelmäßig nicht, was Leute von mir wollten oder warum sie wütend auf mich waren. Gelegentlich kommt das noch vor, aber es ist sehr selten geworden. Teilweise wundere ich mich, wie andere gewisse Dinge nicht erkennen, die für mich so offenkundig sind. Ich hatte ein solches Verlangen, dieses quälende Defizit auszugleichen, dass ich viele „Gesunde“ darin überflügelt habe.
Mein künstlerisches Talent hat mir einen Zugang dazu eröffnet. Um es weiterzuentwickeln, musste ich geduldig beobachten und Ausdrücke studieren.
Dazu muss man kein begabter Zeichner oder Maler sein. Es geht um die Wirkung, und die hilft auch, wenn man nur so zum Spaß zeichnet und über keine nennenswerte Begabung dazu verfügt.
Heute sind Portraits meine besondere Stärke. Portraits müssen bekanntlich das lebendige, intellektuell nicht erfassbare Wesen eines Menschen einfangen, wenn sie gut sein sollen. Und ich bin ziemlich gut. Es gibt viel talentiertere Künstler als mich, aber ich treffe Menschen gut.

Häufig erzählte ich weitschweifig irgendetwas - gut, die Neigung habe ich noch heute, wie du siehst, das liegt bei uns wohl auch in der Familie - und merkte nicht, wenn das Interesse meines Gegenübers nachließ, er meinen Gedankensprüngen nicht folgen konnte oder ich ihn überforderte. 
Man kann Anzeichen von Langeweile und Desinteresse lernen und merken, lernen, strukturierter zu reden und den geistigen Horizont anderer abschätzen lernen, sowie sich eine schlichtere Ausdrucksweise aneignen - falls dein Sohn auch hochintelligent ist und Schwierigkeiten damit hat, sich allgemeinverständlich auszudrücken. Auch etwas, das für mich in der Kindheit ein Ding der Unmöglichkeit schien. Erwachsene konnten mir regelmäßig nicht folgen, geschweige denn andere Kinder.
Heute kann ich mich mit Menschen aller sozialen Schichten und Verstandeskräfte auf Augenhöhe verständigen.

Die Beschäftigung mit hoher Literatur und Theater kann helfen, Emotionen und Motive von Menschen zu verstehen, desgleichen Bücher, die sie genau erklären und entschlüsseln.
Da fällt mir etwas ein: er sollte den Roman „Der geniale Mr Fletcher“ (im Original „The Contotionist‘s Handbook&ldquo von Craig Clevenger lesen. Für Autisten ist es eine Offenbarung, finde ich.
Und Erich Fromm! Vor allem „Die Kunst des Liebens“ und „Anatomie der menschlichen Destruktivität“ - brillante Werke.
Alfred Adlers „Menschenkenntnis“ ist auch hilfreich.

Viel wichtiger ist natürlich die aktive Einübung im Umgang mit anderen, aber zunächst einmal muss man sich überhaupt das notwendige Rüstzeug aneignen, was einem Autisten nunmal nicht in die Wiege gelegt ist.
Wir benötigen einen anderen Zugang zu diesen Dingen.
Der ist auch für jeden Autisten anders, so wie jeder Autist ein einzigartiger Mensch ist. Abhängig von Interessen, Defiziten und persönlichen Wünschen.

Schauspielunterricht kann generell sehr hilfreich sein, auch um die Eigenwahrnehmung zu schulen und die motorische Kontrolle und Geschicklichkeit zu verbessern.

Das absolut Wichtigste ist aber aus meiner Sicht als Betroffene: ein wertschätzender, akzeptierender, lösungsorientierter Umgang, sowie die Einsicht, dass ein Autist nicht sein Autismus ist, kein Bündel von Problemen und Defiziten, sondern ein Mensch mit individuellen Stärken, Interessen, Wünschen, Zielen und Hoffnungen. Genau wie alle anderen, nur eben ein bisschen wunderlich.
Aber ich sehe nichts Schlimmes daran. Meine Kindheit war grauenvoll - aber das lag vor allem daran, wie andere mit mir umgesprungen sind - doch jetzt als Erwachsene würde ich nicht anders sein wollen, auch nicht „normal“ - was auch immer das sein soll.

Ich bin gerne so wie ich bin.

Ich könnte noch viel mehr Ratschläge aufschreiben. Dafür wären detailliertere Infos über die individuellen Probleme deines Sohnes hilfreich.

Außerdem, nimm es mir nicht übel, aber hier lese ich nur deine Sichtweise.
Wie steht denn dein Sohn selbst dazu? Das wäre für mich die wesentliche Frage.

Hast du mit ihm darüber geredet, was er sich wünscht, wovor er sich fürchtet, was er selbst erreichen will, in welchen Situationen er sich wohl bzw. unwohl fühlt und welche Lösungen er für seine Probleme sieht?

Leider konnte ich nie offen mit meiner Mutter über all diese Dinge reden, weil sie immer versucht hat, mich in eine Richtung zu schieben und meine eigene Sicht nicht zählte, außer sie passte zu ihrer.

Wie offen redet er mit dir? Sei ehrlich, hast du ihm die erwähnten Einlassungen „aus der Nase ziehen müssen“ oder gar vor lauter Sorge bei ihm „herumgeschnüffelt“ oder hat er es dir aus freien Stücken alles erzählt?

Sogar wenn er scheinbar frei mit dir redet, bedeutet das keineswegs, du wüsstest über alles Bescheid.
Zum einen tragen die meisten Autisten ihr Herz nicht gerade auf der Zunge (außer bei unpassenden, andere in Verlegenheit bringenden Bemerkungen natürlich :razz.

Zum anderen wird er womöglich vieles nicht ansprechen, etwa
- weil er keine Ahnung hat, wie er es ausdrücken soll,
- weil ihm der tiefere Zugang zu eigenen Gefühlen und die Fähigkeit, sie zu benennen und zu entschlüsseln vielleicht fehlt (hier hat mir kreatives Schreiben IMMENS geholfen, früher konnte ich mir über eigene Gefühle überhaupt erst klarwerden, indem ich sie über meine Figuren ausdrückte)
- weil er deine Reaktionen schlecht einschätzen kann und die Tragweite derartiger Offenbarungen nicht überblicken kann, sich aber an negative Folgen in vergleichbaren Situationen erinnert,
- weil er denkt, du hättest lieber einen normalen Sohn (wenn du die Wahl hättest, ist es ja auch so, oder?)
- weil er nicht noch mehr Medikamente will (wie gesagt, die gegenwärtige  Medikation ist totaler Müll, verständlich dass er sich damit sehr unwohl fühlt);
- und natürlich nicht zuletzt, weil er nicht will, dass du dir noch mehr Sorgen machst.
Keine erschöpfende Aufzählung und es muss natürlich nicht alles auch auf deinen Sohn zutreffen.

Es ist vital notwendig, ihm das Gefühl zu vermitteln, dass, wenn schon nicht andere, dann zumindest du ihn vorbehaltlos als den Menschen annimmst, der er nunmal ist und er mit dir immer über alles reden kann.
Ihn von der Sichtweise abzubringen, er sei eine Ansammlung von Defiziten.
Seine Stärken betonen und ihn ermutigen, davon Gebrauch zu machen.
Autisten können ihre „special interests“ mit immenser Energie verfolgen und herausragende Fähigkeiten auf diesem Gebiet entwickeln.
Hat er schon ein besonderes Talent an sich entdeckt? Oder mehrere? Interessiert er sich für irgendetwas spezielles, das auch praktisch und beruflich nutzbar ist?
Welche Pläne hat er auf dem Gebiet?

Im IT-Bereich (ein Klischee, das natürlich bei weitem nicht auf jeden Autisten zutrifft) gibt es z.B. die Firma Auticon, die ausschließlich Autisten einstellt, günstige Arbeitsbedingungen für sie schafft und Coaching bietet.

Nun endlich zum Thema Dates:
Ist mangelnde romantische und sexuelle Erfahrung für ihn selbst ein vordringliches Problem oder machst du dir vor allem Sorgen, weil er noch keine Freundin hatte und sagst ihm, dass er jemanden kennenlernen sollte?

Er muss ja nicht gleich eine Frau für eine feste Beziehung suchen. Davon rate ich für den Anfang sogar ab, weil es zu viele Fettnäpfchen gibt, in die er treten kann und wenn er an eine Blöde gerät, die völlig falsch reagiert, kann das für lange Zeit Narben bei ihm hinterlassen.
Besser er sammelt erstmal etwas Erfahrung mit Mädels, an denen er nicht emotional hängt.

Er könnte also erstmal mit einem Mädchen schlafen, das einfach nur zum Vergnügen mit ihm zusammen ist bzw. ebenfalls Erfahrungen sammeln möchte.
Hier gibt es im wesentlichen zwei Herangehensweisen, die in Betracht kommen, die von seinen sozialen Fertigkeiten und auch etwas vom Glück abhängen.
(Es mag Nichtautisten befremdlich erscheinen, so „taktisch“ an die Sache heranzugehen, aber ihm bietet eine durchdachte, geplante Vorgehensweise wahrscheinlich ein gewisses Maß an Sicherheit.)

Der eine Weg wäre:
Wenn die Erste selber noch unerfahren ist (aber am besten auch keine Jungfrau mehr), dann muss er keine solchen Komplexe haben, weil er noch Jungfrau ist und noch nicht viel kann.
Dabei lernt er andererseits natürlich nicht viel, aber es geht ja für den Anfang auch nur um die Überwindung von Angst und Minderwertigkeitsgefühlen; also sollte er später noch weitere, etwas erfahrenere Mädchen treffen, um selbst erfahrener zu werden.

Der zweite Weg:
Ideal wäre natürlich gleich beim ersten Mal ein erfahrenes Mädel, das darauf steht, sich solch schüchterner Typen anzunehmen und sie ein bisschen zu „trainieren“, vorausgesetzt, er hat das Glück, so eine zu finden.
Es gibt aber gar nicht so wenige, die das zumindest manchmal machen, weil sie so einen linkischen, schüchternen Burschen süß finden.
Ich selbst habe auch ein paar solcher Jungs „zu Männern gemacht“. Nachdem sie ein paar mal mit mir im Bett waren und ich sie aufgebaut hatte, fühlten sie sich gestärkt und selbstsicher und lernten später Frauen kennen, mit denen sie gute, stabile Beziehungen eingingen.
Das funktioniert perfekt, wenn die Frau lieb und einfühlsam ist und versteht, was sie tut. 

(Hierzu könnte er auch, obwohl du vermutlich nicht gerade das im Sinn hattest, Casual Dating Seiten nutzen, wo er auch gezielt nach einer solchen Frau suchen könnte.
Geradeso, wie es Typen gibt, die auf Jungfrauen abfahren, gibt es auch Frauen, die es mögen, unerfahrenen jungen Männern zu zeigen, „wo es längs geht“.)

Außerdem hat er dann später seiner ersten richtigen Freundin im Bett auch was zu bieten. Gerade für junge Männer ist die Vorstellung sehr, sehr schlimm, sich mit der ersten Frau, in die man verliebt ist, beim Sex wie ein kompletter Volltrottel anzustellen. Das gilt generell für alle Jungens und mehr noch für Spätzünder, aber für ihn als Autisten mit seinen sozialen Schwierigkeiten multipliziert sich diese Angst noch.
Sobald er diese Hürde überwunden und die ersten Male erlebt hat, wird es schon leichter für ihn.

Versuch ihm das klarzumachen und erkläre es ihm notfalls ruhig alles so detailliert, viele Autisten brauchen das, weil sie solche Dinge nicht von allein erkennen.
Je nachdem halt, wie gut er Andeutungen versteht (damit haben Autisten oft so ihre Schwierigkeiten), wie leicht er verlegen wird und wie offen ihr über Sex reden könnt oder eben nicht.
Du kennst deinen Sohn schließlich am besten. Und er ist ja ein erwachsener Mann, also ist nichts dabei.

Falls es dir selber peinlich ist, denk daran, es geht darum, deinem Sohn zu helfen und das ist schließlich die natürlichste Sache der Welt.

Womöglich erscheint es dir auch abstoßend, als würde er die Frau  benutzen. Natürlich soll er gerade nicht diese Haltung annehmen. Er ist ja kein Vergewaltiger, und ganz gewiss auch keiner dieser widerlichen Aufreißertypen, die hinter Frauen wie hinter Trophäen her sind.

Dabei geht es vielmehr darum, gemeinsam sexuelle Erfahrungen zu machen, was in beiderseitigem Interesse und Vergnügen liegt.
Wie „benutzen“ erscheint es nur, wenn man das Recht, erstmal einfach nur Erfahrungen zu sammeln und Spaß zu haben, nur Männern zuspricht. Auch Frauen möchten das und immer mehr werden sich darüber klar - zum Glück! 

Und er wird so Sicherheit gewinnen, um später eine Frau kennenzulernen, in die er sich verliebt, ohne die ständige Angst im Hinterkopf, sich vor ihr als unwissende Jungfrau zu blamieren oder mangels Erfahrungen abgewiesen zu werden (eine, die das tut, ist eh nicht die Richtige). 

Ich hoffe nur, in seinem Kopf geistert nicht die auch bei Männern verbreitete Vorstellung herum, das erste Mal sei etwas total besonderes.
Keine Ahnung, warum so viele Leute das so beharrlich glauben und so einen Wind drum machen. Es ist doch nur ein Mal, auf das viele, viele andere Male folgen werden und kein 8. Weltwunder. Tatsächlich stellen sich so gut wie alle Menschen beim ersten Mal wie ungeschickte Tölpel an und es ist kaum einmal für jemanden sonderlich berauschend, das sollte ihm klar sein.

Und mach ihm bewusst, dass er keineswegs allein mit seinen Problemen ist: alle stehen am Anfang dieselben Ängste aus, egal ob Autisten oder „Normalos“. Bei den Letzteren passiert es nur meist früher - aber das ist doch kein Wettrennen! Wann man das Ziel erreicht, spielt gar keine Rolle, wichtig ist nur, dass man es erreicht - jetzt meine ich eine bedeutsame, glückliche Beziehung - und vor allem mit wem.

Besser natürlich, er kriegt diese Dinge von Freunden und Mädels indirekt vermittelt, aber das ist bei ihm ja etwas schwierig.

Wichtig wäre auch zu klären, ob es vor allem der Mangel an sexueller Erfahrung ist, der ihn quält, wie es i.d.R. bei jungen Männern (autistisch oder nicht) in seiner Lage ist, oder ob er sich eher nach Romantik sehnt. Dann ist er mit C-Date und Konsorten natürlich nicht so gut beraten. Höchstens zeitweise als Ersatz.
Männer sind nach meiner Erfahrung insgeheim oft die viel größeren Romantiker.

Mein Freund ist auch Autist, aber er will vor allem schmusen und hat ein starkes Bedürfnis nach Nähe, Intimität und Zärtlichkeit, während ich beim Kuscheln mit ihm eher schnell Lust auf Sex kriege. Ihm ist Sex gar nicht soo wichtig (obwohl er es sehr gerne tut, sobald ich ihn dazu animiert habe und immer öfter auch von sich aus anfängt - so viel zu den Klischees.)
Vor mir war er mit 5-6 Frauen ein paar mal im Bett gewesen, aber ich bin die Erste, in die er sich richtig verliebt hat.
Sehr geschickt war er anfangs noch nicht, daher (u.a.) glaube ich auch, dass seine Prioritäten anderswo liegen.

Doch auch wenn dein Sohn meinem Freund in der Hinsicht ähnelt, wird es ihm helfen - und deutlich einfacher für ihn sein - erstmal zwanglose sexuelle Kontakte einzugehen (mit allen gebotenen Vorsichtsmaßnahmen, versteht sich), bevor er sich an eine echte Beziehung heranwagt.
Mein Freund hätte es ganz am Anfang, vor seinen Begegnungen mit anderen Frauen, hätten wir uns damals schon kennengelernt, noch nicht gewagt, sich mir zu nähern.
So, wie ein Mann das normalerweise tut, hat er es auch nicht angefangen, sondern mich wie ein Bub geneckt und mit mir herumgealbert. Trotzdem hat seine schalkhafte, naiv-unkomplizierte Art mich bezaubert. Jetzt sind wir seit anderthalb Jahren glücklich zusammen.

Auch dein Sohn muss also nicht wie alle anderen Männer sein, um die Frau, die er liebt, für sich zu gewinnen. Wenn sie ihn auch liebt und wirklich zu ihm passt, wird sie ihn gern haben, wie er ist.

Was nun die Drogen angeht, kann ich deinen Sohn gut verstehen. Ich hatte auch eine Phase, wo ich einiges ausprobiert habe.
Ich verstehe natürlich deine Sorge als Mutter, wenn du davon hörst und finde es sehr, sehr gut, dass du nicht panisch oder gar hysterisch reagierst, sondern versuchst, zu verstehen, warum er das tut und wozu.
Manche Drogen helfen tatsächlich, allerdings ist es wichtig, genau zu wissen, was man tut, vorsichtig und verantwortungsvoll damit umzugehen und die Risiken zu kennen.
Außerdem sollte er immer im Hinterkopf behalten, dass der Effekt nur temporär ist und - vielleicht das Wichtigste - wissen, dass die Drogen nichts erschaffen, was nicht ohnehin schon in ihm vorhanden ist. Aber sie können ihm helfen, sich dessen besser bewusst zu werden - vorausgesetzt er übertreibt es nicht.
Was nimmt er denn eigentlich?

Und wenn er Drogen nimmt, geht er dann auch auf Parties oder in Clubs?
Hat er schonmal probiert, dort ein Mädchen anzusprechen? Vielleicht fällt es ihm in berauschtem Zustand ja leichter.
Doch Vorsicht: bei sexuellen Handlungen sollte er in der Situation sehr genau aufpassen, besonders wenn die Frau ebenfalls high bzw. betrunken ist.
Da er Schwierigkeiten hat, kommunikative Signale zu deuten und generell unerfahren ist, könnte er ungewollt im strafrechtlich relevanten Bereich landen.
Nicht alle Frauen sagen klar und deutlich „nein“, einige erstarren vor Angst bei unerwünschten Annäherungsversuchen, besonders oft solche, die sexuelle Gewalt erlebt haben - und unter Frauen, die Drogen nehmen, kommen die aus naheliegenden Gründen gehäuft vor.
Zudem können Menschen unter Drogeneinfluss sich seltsam verhalten und ihn damit verwirren, zumal wenn er selber drauf ist.
Oder die ist auf ihrem Trip ganz woanders, merkt kaum, was gerade passiert und ist eigentlich von ihrem Zustand her nicht mehr wirklich einwilligungsfähig. 
Das muss nicht das Crosby-Szenario mit einer fast besinnungslosen Frau sein - ich gehe mal davon aus, dass du deinen Sohn anständig erzogen hast und er Gewissen und Verstand genug besitzt, so etwas niemals auszunutzen - sondern sie ist vielleicht total verstrahlt, aber wach und redet. Dann missdeutet er eventuell die Situation.

Womöglich hemmt ihn ja auch Angst, unversehens in genau so eine Lage zu geraten.
Im Zweifelsfall muss er eben direkt fragen, ob seine Annäherung willkommen ist. Irgendwie ist das ja auch niedlich. Auch wenn er riskiert, sich damit zum Deppen zu machen (warum eigentlich? keine Frau will schließlich ungebeten begrapscht werden!) ist es besser, als „Depp“ dazustehen, denn als unfreiwilliger Sexualstraftäter. 

Um sich nicht Mut anturnen zu müssen, generell bei allen sozialen Interaktionen, nicht nur mit Frauen, an denen er interessiert ist, kann dein Sohn vor dem Spiegel das Reden und soziale Situationen einüben. 
So sieht er sich auch, wie andere ihn wahrnehmen. Mir hat das sehr geholfen und ich nutze diesen Trick auch weiterhin.

Aktiv kannst du ihm helfen, soziale Situationen zu bewältigen, indem du mit ihm Rollenspiele durchführst (Leute kennenlernen, Freunde finden, Frauen ansprechen, Hemmungen und Ängste in Situationen abzubauen, in denen er sich besonders unwohl fühlt...)
Anschließend könnt Ihr Eindrücke austauschen und die Interaktion gemeinsam analysieren.

Schließlich und endlich kann für ihn auch eine Gesprächs- oder Verhaltenstherapie hilfreich sein.
Ihn mit schwersten Medikamenten vollzupumpen kann jedenfalls nicht die Lösung sein. Wie begründet dieser Kurpfuscher von einem Psychiater überhaupt diese unsinnige und unnötige Medikation? Ich vermute mal, er hat ihm das wegen Ängsten und als Depressionen diagnostizierten Minderwertigkeitsgefühlen verschrieben? Hat er es überhaupt begründet? 
Auf jeden Fall sollte dein Sohn sich nicht verpflichtet fühlen, Medikamente zu schlucken, mit denen er sich dermaßen unwohl fühlt, wie du sagst (verständlich!)

Denn wie ich ausführlich beschrieben habe, gibt es zahlreichere praktischere und mildere Lösungen, die ihm nicht über Nacht, aber ganz sicher mit der Zeit ein Gefühl von Stärke und Sicherheit geben werden. Und am allerwichtigsten: den mit nichts zu vergleichenden Triumph, diese Erfolge gänzlich aus eigener Kraft errungen zu haben!

Bin gespannt, mehr über deinen Sohn zu erfahren und wünsche euch auf eurem weiteren Weg alles Gute!


Lg, Arisu

LIebe Arisu, wow, wow danke für die Antwort, die muss ich mir in Ruhe durchlesen .. bin grad leider im Stress, wir bekommen neue Küche .... werde es abends lesen - vielen lieben Dank!!!

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