Forum / Liebe & Beziehung

Soll ich mich trennen?

Letzte Nachricht: 31. Juli um 21:52
28.07.21 um 16:15

Hallo zusammen,

ich bin neu im Forum und hätte gern euren Rat.

Ich wohne zusammen mit meinem Baby  (6 Monate) und seinem Vater.
Nach der Geburt bin ich zu ihm in eine neue Stadt gezogen.
Wir haben nicht viel Geld, zusammen zu wohnen ist auch deshalb einfacher.
Aber seit der Geburt hat er sich komplett zurück gezogen, ist nicht mehr zärtlich und redet nicht mehr mit mir. Wenn ich um seine Hilfe bitte, dann geht das, aber erst zu einem späteren Zeitpunkt, da er unter keinen Umständen nach meiner „Pfeife tanzen“ kann.
Ich denke, er leidet darunter, dass ich recht selbstbewusst und selbstständig bin. Er meinte, er hätte sich in meinem Charakter getäuscht, er dachte, ich sei schüchtern und hilfsbedürftig.
Ich denke, ich bin ihm zu stark. Ich lasse mich auch gern führen, aber nur, wenn der Mann Ahnung hat.
Ich halte ihn für extrem unreif und verbohrt. Er kommt mir eher wie ein 15-Jähriger vor.
Richtig wütend werde ich, wenn er das Baby in der Wippe nicht anschnallt, unbedingt bei Gewitter mit ihm über die Felder laufen muss, es zu sich unter die Decke nimmt, obwohl es Schlafanzug und Schlafsack anhat - zweimal war auch das Gesicht unter der Decke!
Ich habe einfach Angst, wenn er mit dem Baby unterwegs ist.
Hinzu kommt, dass er sich immer schlechter konzentrieren kann. Mehrmals die Woche steht die Wohnungstür weit offen, weil er beim Verlassen der Wohnung einfach vergisst, die Tür zu schließen. Dasselbe mit dem Kühlschrank.
Den Ofen hat er auch schon vergessen auszuschalten. Das Bad flutet er, hin und wieder pinkelt er NEBEN das Klo!! Er schmiert mir jedes Wochenende Schokolade auf die Couch und verschüttet Bier, ist aber nicht in der Lage, danach wieder sauber zu machen. Dinge, die er kaputt macht, ignoriert er, bis ich sie repariere. Meine Nerven liegen so langsam plank.
Bei allem muss ich ihn kontrollieren, wie ein zweites Kind! Leider wurde ich deshalb auch schon ausfallend und lauter.
Ich wäre schon längst ausgezogen - Beziehung findet zwischen uns nicht mehr statt.
Aber das Baby liebt seinen Vater und eigentlich soll es mit uns beiden aufwachsen.
Für mich wäre auch ein kumpelhaftes Zusammenleben denkbar.
Aber er ist natürlich wegen meines Verhaltens auch wütend auf mich, meist kann er nicht mal Hallo oder Tschüss sagen. Und diese Spannungen bekommt das Baby ja auch mit.
Bei einer Trennung käme ich auch nicht damit klar, das Baby über Nacht bei ihm zu lassen, so verpeilt wie er ist.
Ich weiß nicht, was ich machen soll.
Lieber wäre ich mit dem Baby allein, als mich auch noch um ihn kümmern zu müssen. Er ist weder ein Gesprächspartner für mich, noch unterstützt er mich bei irgendwas.
Da wir aber keine Verwandten in der Nähe haben, ist es für mich schon praktisch mit ihm zu wohnen, dann kann ich auch mal schnell ohne Baby einkaufen oder mal joggen gehen.
Für das Baby würde ich viel ertragen. Aber ich will keinen Fehler machen. Ich will, dass es dem Baby gut geht...
War jemand in einer ähnlichen Situation?
Was würdet ihr mir raten?
Der Kindsvater leidet eventuell unter ADS, er würde aber nie zum Arzt gehen, oder zu einer Beziehungsberatung...
LG

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28.07.21 um 18:57

Wie ist es denn gekommen, dass Du Dich mit ihm zusammengetan hast? Hast Du ihn jemals geliebt? Wieso hast Du Dich für ein Kind entschieden?

Ich würde lieber mit Dir in Deine Zukunft schauen, statt in der Vergangenheit zu wühlen. Jedoch Deine Vergangenheit sagt Dir wer Du bist. Weisst Du wer Du bist, dann orientiere Dich nur an Dir selbst und überlege Dir, wer Du werden willst.

Solltest Du Dich trennen, mit einem neuen Mann zusammentun und ein zweites Kind haben... Was würde dann anders sein? Wie und wann hast Du welche Möglichkeit, um besser zu entscheiden?

Falls Dein heutiger Mann untersucht würde, bestünde keine Chance auf eine Rente? In dieser spezifischen Frage kenne ich mich nicht aus. Vielleicht kann das jemand anders beantworten?

Kann Dein Mann arbeiten und dabei Geld verdienen? Wenn ja, tut er das?

Ich hoffe diese Gedanken vermögen Dir etwas Orientierung zu geben. Entscheiden bezüglich einer Trennung musst Du selbst.

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31.07.21 um 8:03

Liebe morwen,

ich würde dir dazu raten, alleine eine Beratungsstelle aufzusuchen, z.B. von ProFamilia. Dort gibt es Psychotherapeuten, die dich kostenlos beraten.

Wenn der Kimdsvater wirklich so sorglos sein sollte, macht es Sinn, dass du dir eine Tagespflege suchst, die dich entlastet und auf das Kind ein paar Stunden am Tag aufpassen kann. 

Solltest du dich trennen wollen, ist es wichtig, dass du Kontakt zu einer Familienberatung vom Jugendamt vorab gesucht hast und diese um die Sorglosigkeit deines Mannes wissen. Ansonsten bekommt er unter Umständen das Umgangsrecht für bis zu 50% und du siehst dein Baby nur noch an 3-4 Tagen die Woche. Ich persönlich würde eine Trennung daher ein paar Monate aufschieben bis das Baby etwas selbstständiger ist.

Du hast in deinem Beitrag erwähnt, dass dein Partner Bier trinkt? Glaubst du, sein verantwortungsloses Verhalten könnte auch mit Alkoholkonsum zusammenhängen?

Zu allerletzt möchte ich sagen, dass es vielen neuen Müttern so geht wie dir: Wenn das Baby da ist mutieren sie zu "Mama-Bär" und ihr Beschützerinstinkt richtet sich auf einmal gegen den Partner. Selbst kleinere Vergehen werden dann auf einmal als kritisches Sicherheitsrisiko bewertet. Könnte es vielleicht sein, dass du an der einen oder anderen Stelle etwas sehr stark reagierst und deinem Partner mehr Freiraum im Umgang mit dem Baby zustehen müsstest (auch, wenn du davor Angst hast)? Das wär vielleicht ein Thema, über das du mit einer Familienberatung sprechen könntest.

Dein Partner ist bestimmt mit deinen sehr emotionalen Reaktionen überfordert und im Umgang mit dem Kind dadurch verunsichert. Dann zieht er sich zurück, um nichts "falsch" zu machen. Ihr müsst dringend eine Lösung für dieses Thema finden.

Dein Weg sollte zu einer Familienberatung führen! Alles Gute!

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31.07.21 um 10:55

Uff.. erstmal Glückwünsche zum Nachwuchs!! 🙂
Gerade in dieser Zeit mit vielen neuen Umständen, ist es umso wichtiger zusammen die Sache anzugehen- gerade wenn man auf die finanziellen Mittel zusammen angewiesen ist.

Leider hatte ich sowas ähnliches bei Freunden erlebt, da ging die Beziehung fast zu bruch, als das Kind etwas älter wurde (ca 9~10 Monate) hat sich das zum Glück eingependelt..

Aber zu euch...

Er sagte ja dass du dich verändert hast. Das ist von keinem hier beurteilen zu können. 
Es ist evt möglich dass das stimmt, gerade durch den ganzen Stress der zurzeit durch das Kind entsteht ALLERDINGS sollte er gerade in dieser Situation glücklich sein, dass Du so erwachsen bist, deine beiden Augen auf das Baby hast und die ganze Sachs lenkst.

Dauerhaft 'unterwürfig und gehorsam' zu sein bringt da leider gar nichts und hat weis auch gar nicht, wie er sich das vorstellt.

Er kann ja gerne das Zepter in die Hand nehmen, aber er muss die Situation ernst nehmen. Er hat nun Verpflichtungen.
Ohne die genauen Umstände zu kennen hilft da nur gemeinsames Reden und Akzeptanz ... 

Eine Trennung sollte immer die letzte Lösung sein aber wenn er Dir und dem Kind mit seinem Verhalten schadet ist es manchmal unausweichlich .. dennoch hoffe und wünsche Dir das sich das bald dennoch zum Guten wendet

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31.07.21 um 10:58

(leider ist ein Teil meiner Antwort abhanden gekommen 🙈)

* alles in allem hört sich sein Verhalten jedoch sehr unreif an.
Falls einne professionelle Paarberatung nicht in Frage kommt, könnte man evt versuchen seine Kumpels mal darauf aufmerksam zu machen und Ihm ins Gewissen zu reden..

 

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31.07.21 um 11:17
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Hallo zusammen,

ich bin neu im Forum und hätte gern euren Rat.

Ich wohne zusammen mit meinem Baby  (6 Monate) und seinem Vater.
Nach der Geburt bin ich zu ihm in eine neue Stadt gezogen.
Wir haben nicht viel Geld, zusammen zu wohnen ist auch deshalb einfacher.
Aber seit der Geburt hat er sich komplett zurück gezogen, ist nicht mehr zärtlich und redet nicht mehr mit mir. Wenn ich um seine Hilfe bitte, dann geht das, aber erst zu einem späteren Zeitpunkt, da er unter keinen Umständen nach meiner „Pfeife tanzen“ kann.
Ich denke, er leidet darunter, dass ich recht selbstbewusst und selbstständig bin. Er meinte, er hätte sich in meinem Charakter getäuscht, er dachte, ich sei schüchtern und hilfsbedürftig.
Ich denke, ich bin ihm zu stark. Ich lasse mich auch gern führen, aber nur, wenn der Mann Ahnung hat.
Ich halte ihn für extrem unreif und verbohrt. Er kommt mir eher wie ein 15-Jähriger vor.
Richtig wütend werde ich, wenn er das Baby in der Wippe nicht anschnallt, unbedingt bei Gewitter mit ihm über die Felder laufen muss, es zu sich unter die Decke nimmt, obwohl es Schlafanzug und Schlafsack anhat - zweimal war auch das Gesicht unter der Decke!
Ich habe einfach Angst, wenn er mit dem Baby unterwegs ist.
Hinzu kommt, dass er sich immer schlechter konzentrieren kann. Mehrmals die Woche steht die Wohnungstür weit offen, weil er beim Verlassen der Wohnung einfach vergisst, die Tür zu schließen. Dasselbe mit dem Kühlschrank.
Den Ofen hat er auch schon vergessen auszuschalten. Das Bad flutet er, hin und wieder pinkelt er NEBEN das Klo!! Er schmiert mir jedes Wochenende Schokolade auf die Couch und verschüttet Bier, ist aber nicht in der Lage, danach wieder sauber zu machen. Dinge, die er kaputt macht, ignoriert er, bis ich sie repariere. Meine Nerven liegen so langsam plank.
Bei allem muss ich ihn kontrollieren, wie ein zweites Kind! Leider wurde ich deshalb auch schon ausfallend und lauter.
Ich wäre schon längst ausgezogen - Beziehung findet zwischen uns nicht mehr statt.
Aber das Baby liebt seinen Vater und eigentlich soll es mit uns beiden aufwachsen.
Für mich wäre auch ein kumpelhaftes Zusammenleben denkbar.
Aber er ist natürlich wegen meines Verhaltens auch wütend auf mich, meist kann er nicht mal Hallo oder Tschüss sagen. Und diese Spannungen bekommt das Baby ja auch mit.
Bei einer Trennung käme ich auch nicht damit klar, das Baby über Nacht bei ihm zu lassen, so verpeilt wie er ist.
Ich weiß nicht, was ich machen soll.
Lieber wäre ich mit dem Baby allein, als mich auch noch um ihn kümmern zu müssen. Er ist weder ein Gesprächspartner für mich, noch unterstützt er mich bei irgendwas.
Da wir aber keine Verwandten in der Nähe haben, ist es für mich schon praktisch mit ihm zu wohnen, dann kann ich auch mal schnell ohne Baby einkaufen oder mal joggen gehen.
Für das Baby würde ich viel ertragen. Aber ich will keinen Fehler machen. Ich will, dass es dem Baby gut geht...
War jemand in einer ähnlichen Situation?
Was würdet ihr mir raten?
Der Kindsvater leidet eventuell unter ADS, er würde aber nie zum Arzt gehen, oder zu einer Beziehungsberatung...
LG

Wenn Du Dein Kind liebst, dann sieh zu, dass Du mit Deinem Kind eine eigene Unterkunft bekommst, trenn Dich von dem Vater des Kindes und hole Dir Hilfe vom Jugendamt!

Es ist unverantwortlich, Dein Kind auch nur ein paar Minuten mit dem Vater alleine zu lassen.

Wenn Du willst, dass es Deinem Kind und Dir gut geht, dann trenn Dich!

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31.07.21 um 13:54

Hallo zusammen,
vielen Dank für eure hilfreichen Nachrichten.

Das mit dem Jugendamt werde ich dann machen, gute Idee.
Mein Partner trinkt jedes Wochenende 6-10 Bier. Man merkt ihm nichts an. Sein Verhalten liegt nicht daran - auch wenn ich strikt der Meinung bin, dass das zu viel Alkohol ist.​

Sicher reagiere ich auch manchmal über.
Aber sein Verhalten schmälert mein Restvertrauen zu ihm auch von Tag zu Tag. Hintergrund: meine Mutter ist gestorben als ich acht Jahre alt war und vor der Geburt unseres Babys hatte ich drei Fehlgeburten (zweimal waren es Zwillinge).
Das entschuldigt zwar nicht meine Reaktionen, aber erklärt sie hoffentlich.
Und mMn gibt es keine Entschuldigung dafür ein Baby unangeschnallt in der Wippenschale auf die Kante des Treppenabsatzes zu stellen. So als Beispiel.
Dennoch sind die beiden heute allein unterwegs, auch wenn mir etwas bang ist. Sonnenhut kann er deshalb nicht mitnehmen, weil ich ihn darum gebeten hatte...
Also ich versuche schon loszulassen und der Vater bekommt immer auch Zeit allein mit seinem Kind.
Im Falle einer Trennung hätte ich nur Angst das Kind zu ihm zu geben, z. B. im Urlaub oder am WE, weil ich dann nicht mehr dabei bin um das Schlimmste zu verhindern.

Bei einer Beratung war ich allein schon mal, er will das aber nicht.
Dort wurde mir geraten, mich zu trennen, falls das WG-Modell nicht funktioniert. Naja, was sollen die auch sagen. Jeder hat eine etwas andere Sichtweise zu unserem Thema, das zeigen ja auch die Antworten hier.
Beziehung ist wohl abgehakt. Ich sehe das auch so, dass man eine Beziehung nicht gleich beenden sollte, wenn Kinder im Spiel sind, aber er hat mir vor einer Woche klar gesagt, dass er das nicht will. Zumal er nicht einmal Hallo oder Tschüss sagen kann.
Vorhin wäre er glatt mit dem Baby gegangen ohne Bescheid zu sagen - ohne dass es nochmal gestillt worden wäre oder Brei bekommen hätte... das ist sooo anstrengend...
Ich hoffe, ich habe nichts vergessen zu schreiben...
Vielen Dank

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31.07.21 um 21:52
In Antwort auf

Hallo zusammen,
vielen Dank für eure hilfreichen Nachrichten.

Das mit dem Jugendamt werde ich dann machen, gute Idee.
Mein Partner trinkt jedes Wochenende 6-10 Bier. Man merkt ihm nichts an. Sein Verhalten liegt nicht daran - auch wenn ich strikt der Meinung bin, dass das zu viel Alkohol ist.​

Sicher reagiere ich auch manchmal über.
Aber sein Verhalten schmälert mein Restvertrauen zu ihm auch von Tag zu Tag. Hintergrund: meine Mutter ist gestorben als ich acht Jahre alt war und vor der Geburt unseres Babys hatte ich drei Fehlgeburten (zweimal waren es Zwillinge).
Das entschuldigt zwar nicht meine Reaktionen, aber erklärt sie hoffentlich.
Und mMn gibt es keine Entschuldigung dafür ein Baby unangeschnallt in der Wippenschale auf die Kante des Treppenabsatzes zu stellen. So als Beispiel.
Dennoch sind die beiden heute allein unterwegs, auch wenn mir etwas bang ist. Sonnenhut kann er deshalb nicht mitnehmen, weil ich ihn darum gebeten hatte...
Also ich versuche schon loszulassen und der Vater bekommt immer auch Zeit allein mit seinem Kind.
Im Falle einer Trennung hätte ich nur Angst das Kind zu ihm zu geben, z. B. im Urlaub oder am WE, weil ich dann nicht mehr dabei bin um das Schlimmste zu verhindern.

Bei einer Beratung war ich allein schon mal, er will das aber nicht.
Dort wurde mir geraten, mich zu trennen, falls das WG-Modell nicht funktioniert. Naja, was sollen die auch sagen. Jeder hat eine etwas andere Sichtweise zu unserem Thema, das zeigen ja auch die Antworten hier.
Beziehung ist wohl abgehakt. Ich sehe das auch so, dass man eine Beziehung nicht gleich beenden sollte, wenn Kinder im Spiel sind, aber er hat mir vor einer Woche klar gesagt, dass er das nicht will. Zumal er nicht einmal Hallo oder Tschüss sagen kann.
Vorhin wäre er glatt mit dem Baby gegangen ohne Bescheid zu sagen - ohne dass es nochmal gestillt worden wäre oder Brei bekommen hätte... das ist sooo anstrengend...
Ich hoffe, ich habe nichts vergessen zu schreiben...
Vielen Dank

Ich finde nicht, dass du übertreibst. Jemand, der so fahrlässig und sorglos mit einm Säugling umgeht, sollte keine Verantwortung übernehmen. 

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