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Soll ich doch kämpfen?

6. September 2017 um 19:00

Meine (Ex-)Freundin hat vor 10 Tagen mit mir Schluss gemacht. Wir waren 15 Monate zusammen. Das Schlussmachen kam unerwartet, jedoch auch nicht ganz: Forderungen und Wünsche, die sie immer wieder während der Beziehung geäußert hatte, wurden im Endeffekt nicht von mir erfüllt. Also manchmal schon, aber zu selten. Nach jedem Streit hab ich versucht, mich zu bessern, aber manchmal auch nur einen Tag lang. Unverbesserlich und dickköpfig wie ich bin. Es ging um Dinge wie Zuneigung, Sensibilität, sich genügend Zeit nehmen für die Beziehung, die Beziehung nicht immer hinten anstellen...also im Großen und Ganzen ganz normale Anforderungen an eine Beziehung und nichts Übertriebenes.
Aber irgendwie konnte ich das immer wieder nicht einhalten. Deshalb ist jetzt Schluss. Kann ich verstehen.

Ich war am Anfang geschockt, aber die Tage drauf ging es mir eigentlich recht gut. Ich musste niemandes Erwartungen erfüllen, konnte machen, was ich will; auch mal mein Handy ausschalten, hatte viel mehr Zeit meine Freunde zu sehen etc. Vermisst hab ich sie schon, aber es hielt sich in Grenzen. Was aber wohl auch daran lag, dass wir ein wenig Kontakt noch hatten. Haben uns einmal getroffen, um uns unsere Sachen zu geben und sie hatte mir auch einmal geschrieben, dass es für sie jetzt auch nicht leicht ist und sie mich natürlich vermisst. Ich hatte daraufhin nicht viel geschrieben und hielt ihre Nachricht für einen Test. Also, dass sie mich testen will, ob ich voll darauf eingehe und auch meine Gefühle mitteile. Ich dachte mir, dass nach einer Trennung so etwas Schwachsinn ist und man eigentlich keinen Kontakt mehr miteinander haben sollte.

Gestern haben wir nochmal "förmlich" abgemacht, dass wir uns nicht mehr schreiben. Und zack, heute Morgen wach ich super demotiviert und traurig auf, zerr mich zur Arbeit und denke an sie. Frag mich, ob ich mich melden soll (nach einem Tag Kontaktsperre :bete, ob ich sie noch mal nach den Trennungsgründen fragen soll, um ganz sicher zu gehen, dass es wirklich keinen Sinn mehr mit uns macht. Denn ich bin mir nicht sicher, ob sie mich vielleicht immer noch testet und guckt, ob ich um sie kämpf. Sie meinte halt auch gestern am Telefon: "Du kannst dich, wenn du nicht klarkommst, bei mir melden. In 2 Wochen, oder in 2 Jahren. Ich werde mich aber nicht mehr bei dir melden." Wartet sie darauf, dass ich mich doch melde? Soll ich ertsmal ein bisschen abwarten, und mich dann melden? Soll ich mich überhaupt melden?

Ich hab halt das Gefühl, dass ich ein großes Glück einfach so wegschmeiße, weil ich mir zu schade dafür bin, mich zu ändern. Wenn sie so oder so keine Beziehung mehr möchte, dann müsste ich mir darüber nicht den Kopf zerbrechen. Denn dann könnte ich eh nichts mehr machen. Aber jetzt bin ich mir nicht sicher, ob ich doch etwas machen sollte, bevor sie mich vergessen hat. Andererseits kann ich mir vorstellen, dass dann die ersten Tage wieder super sind, und dann die alten Beziehungsmuster sich wiederholen.

Ihr könnt mir nicht wirklich helfen, aber ich wollte das mal loswerden. Vielleicht steckte eine oder einer von euch ja mal in einer ähnlichen Lage und kann mir erzählen, wie es verlief.

Danke!

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6. September 2017 um 19:04
In Antwort auf lonelymonely

Meine (Ex-)Freundin hat vor 10 Tagen mit mir Schluss gemacht. Wir waren 15 Monate zusammen. Das Schlussmachen kam unerwartet, jedoch auch nicht ganz: Forderungen und Wünsche, die sie immer wieder während der Beziehung geäußert hatte, wurden im Endeffekt nicht von mir erfüllt. Also manchmal schon, aber zu selten. Nach jedem Streit hab ich versucht, mich zu bessern, aber manchmal auch nur einen Tag lang. Unverbesserlich und dickköpfig wie ich bin. Es ging um Dinge wie Zuneigung, Sensibilität, sich genügend Zeit nehmen für die Beziehung, die Beziehung nicht immer hinten anstellen...also im Großen und Ganzen ganz normale Anforderungen an eine Beziehung und nichts Übertriebenes.
Aber irgendwie konnte ich das immer wieder nicht einhalten. Deshalb ist jetzt Schluss. Kann ich verstehen.

Ich war am Anfang geschockt, aber die Tage drauf ging es mir eigentlich recht gut. Ich musste niemandes Erwartungen erfüllen, konnte machen, was ich will; auch mal mein Handy ausschalten, hatte viel mehr Zeit meine Freunde zu sehen etc. Vermisst hab ich sie schon, aber es hielt sich in Grenzen. Was aber wohl auch daran lag, dass wir ein wenig Kontakt noch hatten. Haben uns einmal getroffen, um uns unsere Sachen zu geben und sie hatte mir auch einmal geschrieben, dass es für sie jetzt auch nicht leicht ist und sie mich natürlich vermisst. Ich hatte daraufhin nicht viel geschrieben und hielt ihre Nachricht für einen Test. Also, dass sie mich testen will, ob ich voll darauf eingehe und auch meine Gefühle mitteile. Ich dachte mir, dass nach einer Trennung so etwas Schwachsinn ist und man eigentlich keinen Kontakt mehr miteinander haben sollte.

Gestern haben wir nochmal "förmlich" abgemacht, dass wir uns nicht mehr schreiben. Und zack, heute Morgen wach ich super demotiviert und traurig auf, zerr mich zur Arbeit und denke an sie. Frag mich, ob ich mich melden soll (nach einem Tag Kontaktsperre :bete, ob ich sie noch mal nach den Trennungsgründen fragen soll, um ganz sicher zu gehen, dass es wirklich keinen Sinn mehr mit uns macht. Denn ich bin mir nicht sicher, ob sie mich vielleicht immer noch testet und guckt, ob ich um sie kämpf. Sie meinte halt auch gestern am Telefon: "Du kannst dich, wenn du nicht klarkommst, bei mir melden. In 2 Wochen, oder in 2 Jahren. Ich werde mich aber nicht mehr bei dir melden." Wartet sie darauf, dass ich mich doch melde? Soll ich ertsmal ein bisschen abwarten, und mich dann melden? Soll ich mich überhaupt melden? 

Ich hab halt das Gefühl, dass ich ein großes Glück einfach so wegschmeiße, weil ich mir zu schade dafür bin, mich zu ändern. Wenn sie so oder so keine Beziehung mehr möchte, dann müsste ich mir darüber nicht den Kopf zerbrechen. Denn dann könnte ich eh nichts mehr machen. Aber jetzt bin ich mir nicht sicher, ob ich doch etwas machen sollte, bevor sie mich vergessen hat. Andererseits kann ich mir vorstellen, dass dann die ersten Tage wieder super sind, und dann die alten Beziehungsmuster sich wiederholen.

Ihr könnt mir nicht wirklich helfen, aber ich wollte das mal loswerden. Vielleicht steckte eine oder einer von euch ja mal in einer ähnlichen Lage und kann mir erzählen, wie es verlief.

Danke!

Vielleicht noch als Ergänzung: Ich 23, sie 24.

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6. September 2017 um 19:40

Also würdest du die Beziehung jetzt doch wieder wollen? Wärst du dann auch bereit, mehr Zeit und Gefühle (Sensibilität, Aufmerksamkeit) zu investieren?

Ich habe den Eindruck, dass du jetzt nur so denkst, weil sie dir nicht mehr nachläuft. Im Sinne von "Die Jagd ist das Tolle". Kann mich aber auch täuschen (?).

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6. September 2017 um 19:49
In Antwort auf evalina93

Also würdest du die Beziehung jetzt doch wieder wollen? Wärst du dann auch bereit, mehr Zeit und Gefühle (Sensibilität, Aufmerksamkeit) zu investieren?

Ich habe den Eindruck, dass du jetzt nur so denkst, weil sie dir nicht mehr nachläuft. Im Sinne von "Die Jagd ist das Tolle". Kann mich aber auch täuschen (?).

Jetzt gerade denke ich schon, ja, ich würde mehr Zeit investieren. Denn ich will ja auch nicht immer passiv neben ihr sein, sondern gemeinsame Unternehmungen machen. Eigentlich. Im Alltag weicht dieser Wunsch aber schnell Routinen. Deswegen weiß ich nicht, ob ich kämpfen soll. Denn wenn ich verspreche, mich zu ändern, muss ich das auch einhalten. Und irgendwie kann ich das nicht versprechen, weil die Beziehung gezeigt hat, dass es immer wieder aufs Gleiche hinausläuft. Vielleicht muss ich mich noch entwickeln. Aber dann ist sie weg.
Gleichzeitig weiß ich, dass sie wirklich super ist und ich eine tolle Beziehung wegschmeiße. Ich könnte mir dafür selbst Ohrfeigen geben.

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6. September 2017 um 19:59
In Antwort auf lonelymonely

Jetzt gerade denke ich schon, ja, ich würde mehr Zeit investieren. Denn ich will ja auch nicht immer passiv neben ihr sein, sondern gemeinsame Unternehmungen machen. Eigentlich. Im Alltag weicht dieser Wunsch aber schnell Routinen. Deswegen weiß ich nicht, ob ich kämpfen soll. Denn wenn ich verspreche, mich zu ändern, muss ich das auch einhalten. Und irgendwie kann ich das nicht versprechen, weil die Beziehung gezeigt hat, dass es immer wieder aufs Gleiche hinausläuft. Vielleicht muss ich mich noch entwickeln. Aber dann ist sie weg.
Gleichzeitig weiß ich, dass sie wirklich super ist und ich eine tolle Beziehung wegschmeiße. Ich könnte mir dafür selbst Ohrfeigen geben.

Schwierig. Ich bin generell der Meinung, dass man sich nie für einen anderen Menschen ändern/verbiegen sollte (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Ich war mal in der Rolle deiner Freundin. Mein Ex hat auch immer versprochen, dass er sich ändern wird etc. - passiert ist nichts. Nach 2 Jahren habe ich es beendet und danach ist er auch wieder angekommen und wollte mit Versprechungen wieder alles von vorne beginnen. Ich bin nicht mehr zurück gegangen und das war eine meiner besten Entscheidungen. 

Fakt ist, dass wir einfach nicht zusammengepasst haben. Entweder, man macht diese Dinge für einen Partner gerne, oder nicht. Macht man sie gerne, dann macht man sie auch praktisch von alleine. Ich denke, unter "Zwang" wird hier auf Dauer keiner von euch beiden glücklich.

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6. September 2017 um 20:11
In Antwort auf evalina93

Schwierig. Ich bin generell der Meinung, dass man sich nie für einen anderen Menschen ändern/verbiegen sollte (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Ich war mal in der Rolle deiner Freundin. Mein Ex hat auch immer versprochen, dass er sich ändern wird etc. - passiert ist nichts. Nach 2 Jahren habe ich es beendet und danach ist er auch wieder angekommen und wollte mit Versprechungen wieder alles von vorne beginnen. Ich bin nicht mehr zurück gegangen und das war eine meiner besten Entscheidungen. 

Fakt ist, dass wir einfach nicht zusammengepasst haben. Entweder, man macht diese Dinge für einen Partner gerne, oder nicht. Macht man sie gerne, dann macht man sie auch praktisch von alleine. Ich denke, unter "Zwang" wird hier auf Dauer keiner von euch beiden glücklich.

Ich muss, um ein "guter Freund" zu sein, mich zwar nicht dazu zwingen, aber zumindest in einem Bewusstseinszustand sein, in dem ich allem gewahr bin. Also Achtsamkeit. Dann fällt mir auch vieles mehr auf und ich bin sensibler.
Aber die meiste Zeit leb ich halt "reflexartig", mache, was mir in den Sinn kommt. Und das ist nicht immer die Beziehung.
Von ihrer Seite kam da auf jeden Fall mehr Einsatz und Aufopferung. Aber ehrlich gesagt war mir das auch manchmal zu viel des Guten. Beispielsweise, wie oft man sich sieht oder wie oft am Tag man sich schreibt. Ich wollte da immer weniger als sie und musste mich quasi "anpassen". Zum Beispiel ihr morgens zu schreiben um ihr einen schönen Morgen zu wünschen. Gar kein Problem und so. Aber trotzdem hab ich das meistens mit der Intention gemacht: "Wenn ich ihr jetzt nicht schreibe, ist sie beleidigt. Also schreib ich ihr lieber mal schnell." Bei ihr ging sowas viel automatischer.

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6. September 2017 um 20:20
In Antwort auf lonelymonely

Ich muss, um ein "guter Freund" zu sein, mich zwar nicht dazu zwingen, aber zumindest in einem Bewusstseinszustand sein, in dem ich allem gewahr bin. Also Achtsamkeit. Dann fällt mir auch vieles mehr auf und ich bin sensibler.
Aber die meiste Zeit leb ich halt "reflexartig", mache, was mir in den Sinn kommt. Und das ist nicht immer die Beziehung.
Von ihrer Seite kam da auf jeden Fall mehr Einsatz und Aufopferung. Aber ehrlich gesagt war mir das auch manchmal zu viel des Guten. Beispielsweise, wie oft man sich sieht oder wie oft am Tag man sich schreibt. Ich wollte da immer weniger als sie und musste mich quasi "anpassen". Zum Beispiel ihr morgens zu schreiben um ihr einen schönen Morgen zu wünschen. Gar kein Problem und so. Aber trotzdem hab ich das meistens mit der Intention gemacht: "Wenn ich ihr jetzt nicht schreibe, ist sie beleidigt. Also schreib ich ihr lieber mal schnell." Bei ihr ging sowas viel automatischer.

Aber trotzdem hab ich das meistens mit der Intention gemacht: "Wenn ich ihr jetzt nicht schreibe, ist sie beleidigt. Also schreib ich ihr lieber mal schnell." Bei ihr ging sowas viel automatischer.

Ja, für sie ist das auch wichtig, für dich eher nicht so. Da müsste man sich dann auch in der Mitte treffen, aber dass du dann jedesmal schreiben musst, damit sie eben nicht beleidigt ist, ist anstrengend und mehr nicht. Mal davon abgesehen, dass diese ewige Pficht-Schreiberei sowieso Kindergarten ist. 

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6. September 2017 um 20:25

Hm, ja, das dachte ich halt auch. Würde sich eh alles wiederholen.

Jetzt denk ich aber: Fuck, ist das wirklich so? Kann man wirklich nichts machen? Vielleicht muss ich einfach...ja, keine Ahnung, was tut man da? Keine Drogen, mehr Sport, gute Ernährung, um ein achtsamer Mensch zu werden? Oder ist es so, dass wenn mein innerer Impuls fehlt, er auch nicht aktiviert werden kann?

Ich wünschte ja, ich wäre so, wie es ein Freund sein sollte. Und manchmal bin ich das auch. Aber oft halt auch nicht.

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6. September 2017 um 20:50

Also ist es keine Liebe? 
Ich bin ja schon manchmal in dem Freund-Modus, aber es ist bei mir auch echt eine Frage der Stimmung, Uhrzeit und Tätigkeit, wie sehr ich gerade dabei bin.
Mir ist glaub ich nicht zu helfen 

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