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So zerrissen war ich noch nie.

9. August 2007 um 20:32

Hallo, ich hab nun doch hier angemeldet, weil ich einfach mal Rat von unabhängigen Aussenstehenden brauche.

Ich bin mit meinem Freund seit 4 Jahren zusammen. Ich habe nach meiner Scheidung eine 1 1/2 Tochter mitgebracht. Alles ging sehr schnell bei uns. Hatte einfach das Gefühl - das ist es jetzt endlich!

Nun haben wir einen gemeinsamen Sohn. Beide Kinder fühlen sich pudelwohl hier. Hier gibt es für die beiden im Sommer einen eigenen Pool, eine große Wiese zum toben und ihren Papa. Auch meine Große (kennt und trifft zwar ihren "richtigen" Papa, akzeptiert und liebt meinen Freund aber als Papa). Der kleine ist total auf Papa fixiert, da er ja doch schneller mal nachgibt als Mama.

Mein Freund stammt aus einer Familie, wo er der jüngste von 7 Kindern ist. Seine Eltern sind beide tot. Er hat das Haus bekommen und eine seiner Schwestern lebenslanges mietfreies Wohnrecht. Er lebte bis zu meiner Zeit mit ihr in einem eheähnlichen Verhältnis (natürlich platonisch *lach*). Haushalt war für beide immer ein Fremdwort. So räume ich also nicht nur meinen Kindern hinterher, sondern ihm auch und zum Teil (das Bad nutzen wir alle gemeinsam) ihr auch... Und glaubt mir, es gab deshalb schon viele Auseinandersetzungen und Diskussionen - er steht zu seiner Schwester, sie ist kleinwüchsig, sie braucht nicht, sie kann nicht etc. Und vor allem, wie kann ich nur verlangen, dass sie auch mal ein Paket Klopapier kauft, oder ihre Tel-Rechnung selbst zahlt, oder Strom, oder Wasser... nie nich, die Arme kriegt doch nur Hartz4....

Ob ihr es glaubt oder nicht, alles wäre für mich ertragbar, wenn da nicht diese fehlenden Zärtlichkeiten wären. Seine Eltern haben stets nur nebeneinander her gelebt, er war meist besoffen und sie hat nur rumgeschimpft und -geschrieen. Mal in den Arm nehmen, was nettes sagen, ein Küsschen - sowas kennt er nicht und ich hab es in den 4 Jahren nicht geschafft, ihm zu vermitteln, wie sehr ich das brauche...

Nun hat er sich vor ca. 3 Jahren selbstständig gemacht und finanzielle Probleme machen alles nur noch schlimmer. Er zieht sich immer mehr zurück und wenn ich frage, heisst es entweder: "És ist nix" oder er sagt, er hat den Kopf einfach nicht frei. Ich meine, es geht mir ja nicht um Sex, den haben wir eh kaum noch. Aber trotz Probleme kann man doch seiner Frau mal sagen, dass man sie liebt, oder sie einfach mal umarmen und schmusen. Hier stossen unser Welten sehr aufeinander. Ich kann nicht ohne Zärtlichkeiten und er bei Stress (den er nun eigentlich immer hat) nicht mit...

Ich weiss einfach nicht mehr weiter. Ich WEISS, dass er mich und die Kinder liebt - sehr sogar. Aber ich fühl mich sowas von allein gelassen... Wir leben nicht mehr MITeinander. Er lebt mit den Kindern und der Firma, solange ich die Rechnungen und Angebote schreibe usw. auch mit mir (als seine Tippse?)

Ich krieg es aber nicht übers Herz, die Kinder von ihm wegzureissen, indem ich mich trenne. Schon gar nicht meiner Grossen will ich das noch mal antun. Auch weiss ich, wie sehr darunter leiden würde.

Aber bei allem Verständnis - was ist mit mir?

LG
Tinchen

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13. August 2007 um 14:35

Da ist guter Rat teuer
Hallo tinchen133
habe mit interesse deinen beitrag gelesen..denn ganz am ende haben wir was gemeinsam..und zwar die frage "was ist mit mir"??
Muß man aus rücksicht auf die kinder zurückstecken? wobei sich sofort die nächste frage stellt: Leiden die kinder? kriegen die überhaupt mit was da los ist?
unsere situation ist ähnlich und doch ganz anders
ich hab eine tochter(13) die auch sehr an ihrem "nicht laiblichen" papa hängt(warum auch immer)
seit einiger zeit spiele ich allerdings mit dem gedanken mich zu trennen weil ich es einfach nicht mehr aushalte(warum spielt an dieser stelle denke ich keine rolle)
aber man sitzt in der zwickmühle..so oder so
ist es egoistisch zu gehn..ohne rücksicht auf die gefühle der anderen?
aber nehmen die anderen rücksicht auf meine bzw. deine gefühle?
soo viele fragen ..nur leider keine antworten
auf jeden fall sind dringend gespräche nötig, mit dem partner(die hab ich schon hinter mir..leider ohne erfolg)
wenn reden gar nichts mehr bringt was dann??
nur ein rat..drohe niemals mit trennung wenn du nicht bereit bist es wirklich zu tun..ansonsten nimmt dich niemand mehr ernst
und alles wird nur noch schlimmer
ich wünsche dir alles glück der welt und ganz liebe grüße

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14. August 2007 um 6:46
In Antwort auf arlie_12563833

Da ist guter Rat teuer
Hallo tinchen133
habe mit interesse deinen beitrag gelesen..denn ganz am ende haben wir was gemeinsam..und zwar die frage "was ist mit mir"??
Muß man aus rücksicht auf die kinder zurückstecken? wobei sich sofort die nächste frage stellt: Leiden die kinder? kriegen die überhaupt mit was da los ist?
unsere situation ist ähnlich und doch ganz anders
ich hab eine tochter(13) die auch sehr an ihrem "nicht laiblichen" papa hängt(warum auch immer)
seit einiger zeit spiele ich allerdings mit dem gedanken mich zu trennen weil ich es einfach nicht mehr aushalte(warum spielt an dieser stelle denke ich keine rolle)
aber man sitzt in der zwickmühle..so oder so
ist es egoistisch zu gehn..ohne rücksicht auf die gefühle der anderen?
aber nehmen die anderen rücksicht auf meine bzw. deine gefühle?
soo viele fragen ..nur leider keine antworten
auf jeden fall sind dringend gespräche nötig, mit dem partner(die hab ich schon hinter mir..leider ohne erfolg)
wenn reden gar nichts mehr bringt was dann??
nur ein rat..drohe niemals mit trennung wenn du nicht bereit bist es wirklich zu tun..ansonsten nimmt dich niemand mehr ernst
und alles wird nur noch schlimmer
ich wünsche dir alles glück der welt und ganz liebe grüße

Das tut gut
...Deine Worte zu lesen.

Ja, es ist ein ständiges Gefühls-hin-und-her. Geh ich, es vielleicht egoistisch, geh ich nicht, bleib ich auf der Strecke. Und die Kinder, ich weiss nicht, aber ich denke, sie spüren schon das ihre Mutter unglücklich ist. Die Grosse klammert sehr und sagt mir am Tag xmal, dass sie mich lieb hat und der Kleine tanzt mir komplett auf der Nase rum.

Die Grosse ist aus meiner ersten Ehe und war bei der Trennung 1 1/2. Ich denke in ihrem Unterbewusstsein ist da noch einiges gespeichert. Deshalb hab ich auch Skrupel, ihr das noch mal anzutun und ihr den Papa zu nehmen. Na, und bei dem Kleinen hab ich die Skrupel auch, da er ein Papa-Kind ist.

Ich habe ihm gegenüber auch nie direkt mit Trennung gedroht. Nur in tausend erfolglosen Gesprächen gesagt, wie schlecht es mir in der Beziehung geht. Ich stosse da bei ihm auf Unverständnis, da für ihn ja alles in Ordnung ist.

Dann kommt seine Firma noch dazu. Er meint, er hätte sich nur für uns selbstständig gemacht. Allerdings ist es mittler Weile so, dass er sich zum Feierabend mit seinen Jungs mehr unterhält, als mit mir die ganze Woche. Dann kommen finanzielle Probleme hinzu, weil die Zahlungsmoral in Deutschland mehr als besch... ist.

Er meint, er kriegt den Kopf nicht mehr frei, macht sich Sorgen und zieht sich deshalb so zurück. Aber ich leide darunter, sehr sogar. Keine Umarmung, keine lieben Worte, nichts. Er spielt, tobt und schmusst mit den Kindern und ich steh daneben und schaue traurig zu...

Und dann der Haushalt, ja, ich bin den ganzen Tag zu Hause und er ist auf Arbeit, dass heisst doch aber nicht, dass ich auch ihm alles hinterräumen muss - oder? Ich will ja gar nicht, dass er zum Feierabend noch den Staubsauger schwingt oder so, aber er kann doch mein Bemühen achten und seinen Kram wenigstens wegräumen.

Selbst bei der Kindererziehung hab ich nur was zu melden, wenn meine Meinung mit seiner übereinstimmt.

Ich denke, irgendwann wird es zu einer Entscheidung kommen, vielleicht geh ich auch erstmal nur für ein paar Tage mit den Kindern zu meinen Eltern, um mal Abstand zu kriegen.

LG
Tinchen

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14. August 2007 um 22:10
In Antwort auf ailsa_12902421

Das tut gut
...Deine Worte zu lesen.

Ja, es ist ein ständiges Gefühls-hin-und-her. Geh ich, es vielleicht egoistisch, geh ich nicht, bleib ich auf der Strecke. Und die Kinder, ich weiss nicht, aber ich denke, sie spüren schon das ihre Mutter unglücklich ist. Die Grosse klammert sehr und sagt mir am Tag xmal, dass sie mich lieb hat und der Kleine tanzt mir komplett auf der Nase rum.

Die Grosse ist aus meiner ersten Ehe und war bei der Trennung 1 1/2. Ich denke in ihrem Unterbewusstsein ist da noch einiges gespeichert. Deshalb hab ich auch Skrupel, ihr das noch mal anzutun und ihr den Papa zu nehmen. Na, und bei dem Kleinen hab ich die Skrupel auch, da er ein Papa-Kind ist.

Ich habe ihm gegenüber auch nie direkt mit Trennung gedroht. Nur in tausend erfolglosen Gesprächen gesagt, wie schlecht es mir in der Beziehung geht. Ich stosse da bei ihm auf Unverständnis, da für ihn ja alles in Ordnung ist.

Dann kommt seine Firma noch dazu. Er meint, er hätte sich nur für uns selbstständig gemacht. Allerdings ist es mittler Weile so, dass er sich zum Feierabend mit seinen Jungs mehr unterhält, als mit mir die ganze Woche. Dann kommen finanzielle Probleme hinzu, weil die Zahlungsmoral in Deutschland mehr als besch... ist.

Er meint, er kriegt den Kopf nicht mehr frei, macht sich Sorgen und zieht sich deshalb so zurück. Aber ich leide darunter, sehr sogar. Keine Umarmung, keine lieben Worte, nichts. Er spielt, tobt und schmusst mit den Kindern und ich steh daneben und schaue traurig zu...

Und dann der Haushalt, ja, ich bin den ganzen Tag zu Hause und er ist auf Arbeit, dass heisst doch aber nicht, dass ich auch ihm alles hinterräumen muss - oder? Ich will ja gar nicht, dass er zum Feierabend noch den Staubsauger schwingt oder so, aber er kann doch mein Bemühen achten und seinen Kram wenigstens wegräumen.

Selbst bei der Kindererziehung hab ich nur was zu melden, wenn meine Meinung mit seiner übereinstimmt.

Ich denke, irgendwann wird es zu einer Entscheidung kommen, vielleicht geh ich auch erstmal nur für ein paar Tage mit den Kindern zu meinen Eltern, um mal Abstand zu kriegen.

LG
Tinchen

Du bist nicht allein
Hallo Tinchen,
unsere Probleme sind wirklich so unterschiedlich wie sie gleich sind
denn am Ende steht die selbe Frage..wie trennt man sich ohne dabei über "Leichen" zu gehen?
Wobei das aller Verrückteste ja ist..eigentlich will man sich ja gar nicht trennen..man möchte ja viel lieber zusammenbleiben..aber nicht SO
Denn wenn einer leidet..dann stimmt doch eindeutig was nicht..und wenn der andere nicht merkt das einer leidet..dann stimmt 2mal was nicht
Ich habe mal zu meinem Freund gesagt: wenn der Tag kommt an dem ihm bewußt wird was er mir angetan hat..dann müsse er schreien vor Schmerz über das was er angerichtet hat..naja auf den Moment warte ich immer noch
Ich kann mir sehr gut vorstellen das dein mann großes Stess hat hat mit der Firma und dem ganzen drum herum und das er sich einfach nur wünscht das du ihm den Rücken freihältst damit er sich voll auf seine Arbeit konzentrieren kann..alles gut und schön
Das gibt ihm aber noch lange nicht das Recht dich links liegen zu lassen und dir weh zu tun..er muß dich unbedingt mal wieder wahrnehmen um zu erkennen was mit dir los ist und was er dir antut.
Ich kann und will dir keinen Rat geben in der Richtung..da fühle ich mich überfordert..
Aber wenn du die Möglichkeit hast dich ein paar Tage zurück zu ziehen..dann nutze diese Gelegenheit..Dir würde es sicher mal ganz gut tun und darum gehts doch im Moment!!
Alles Liebe und herzliche Grüße

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