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Sinn (m)einer Beziehung - allein oder Gemeinsam?

18. Dezember 2013 um 13:28

Hallo liebes Forum!
Da ich nicht mehr weiter weiß, und schon seit langem hin- und hergerissen bin, möchte ich mir nun die Meinungen anderer einholen.. vorab entschuldigung für den langen Text, aber lieber weniger Meinungen von aufmerksamen Lesern, als tausende Meinungen von Leuten, die kaum Infos haben.

Ich bin seit knapp 3 Jahren mit meiner (ersten!) Freundin zusammen, (ich war noch im Abitur und sie mit 5 Jahren mehr auf dem Buckel und einer Tochter stand schon im Leben, arbeitend) und kenne sie von Kindesalter an, da sie die ehemals beste Freundin meiner Schwester ist. Als ich Sie in den Jahren vor unserer Beziehung "besser" kennenlernte, war sie für mich ein absolut freundliches und liebes, zurückhaltenes junges Mädchen, dass in ihrem Leben zwar viel durchgemacht hat (Schläger als Vater ihrer damals nicht gewünschten Tochter, der beide verleugnet, sie musste also arbeiten und alleine erziehen), aber dennoch völlig "normal" und freundlich auf mich wirkte. Als ich gerade am Ende meiner Schulausbildung stand, und plötzlich meiner Familie mitteilte "ich bin jetzt mit ihr zusammen, sie hat ein Kind" war die Freude natürlich nicht all zu groß - vielmehr hat man mich unter Druck gesetzt, ich solle sie verlassen, und wirklich jeder Teil meiner Familie (die ich wohlgemerkt sehr liebe), inklusive Eltern, Geschwistern und Großeltern hat mich mehrmals in die Ecke gedrängt und mir gesagt, ich "darf" nicht mit ihr zusammen bleiben. Das zog sich fast 1 Jahr lang so, in denen ich immer darum gekämpft habe, dass wir anerkannt werden und ich keinen verliere, weder meine kleine "neue" Familie (ich habe die kleine in mein Herz geschlossen, mit groß gezogen, da ich in 3 von 4 1/2 Jahren als Papa bei ihr war und bin für Sie auch "Papa"), noch meine richtige Familie. In diesem 1 Jahr war ich wirklich zerrissen und hab alles getan, um dann endlich ein wenig Anerkennung für uns zu bekommen. In besagtem 1 Jahr war zwischen uns auch alles in Ordnung, sie war immer noch das liebe Mädchen, dass ich kannte (erwähnenswert vielleicht, dass ihre Familie mich als perfekten Freund für Sie empfindet und als perfekten künftigen Schwiegersohn). Nach dieser Zeit aber begann Sie, plötzlich zunehmend aggressiver zu werden und mit weniger Respekt mir gegenüber zu agieren - nach einigen Monaten war es bereits so schlimm, dass ich mich wirklich wie das zweite Kind unter einer "strengen Mutter" fühlte. In Gesprächen mit ihrer Familie hab ich erfahren, dass sie angeblich schon immer so war und mich jeder von ihnen bewundert, weil ich das alles so lange mitmachen würde, und insgeheim alle denken würden, ich würde spätestens in ein paar Monaten weg sein. es wurde innerhalb von 6 Moanten eigentlich immer schlimmer, und so blieb es die letzten 2 Jahre - Sie ist ein sehr emotionaler Mensch, dem schnell die Tränen kommen, wohingegen eigentlich ich eher der stille, der gerne allein ist, bin. Nichtsdestotrotz habe ich 2 Jahre lang so weiter gemacht, mein abitur gut beendet und danach 1 Jahr auf meinen Jura-studienplatz warten müssen, was mich sehr mitgenommen hat und was auch heute noch schlimm für mich ist, denn langsam merke ich, dass ich doch lieber was anderes tun würde (wir wohnen mittlerweile zusammen, ich hab noch immer nichts in der Hand, bin weit davon entfernt, und sie bringt das Geld nach hause - ich kann nur gerade so mich selbst finanzieren). Mittlerweile aber rede ich oft mit ihr über das "Schluß machen" und das "War wäre wenn", denn ich höre seit 2 Jahren, wenn sie weinend in meinen Armen liegt, dass sie alles tut um sich zu ändern - und das versucht sie auch, sogar mit einer Therapie, aber leider ist alles genau so schlimm geblieben. In meiner Familie, die uns mittlerweile anerkennt, weiß natürlich niemand bescheid, da ich für gewöhnlich nicht mit anderen Menschen über sowas spreche oder sprechen möchte (wobei die 20-jährige Freundschaft zwischen ihr und meiner Schwester an unserer Beziehung zerbrochen ist, sie mögen sich nicht mehr). Wir haben zwar auch noch gute Momente, aber eigentlich nur in den Tagen, nachdem sie mir versprochen hat, sich zu verändern, nach spätestens 3 Tagen geht es wieder los. Mittlerweile schlafe ich sogar ab und an auf der Couch oder setze mich aufs Motorrad und fahre einfach ziellos durch die Gegend, um meine ruhe zu haben. Meine Logik sagt mir, dass ich mich vielleicht trennen sollte, damit endlich wieder alles besser wird und ich keinen Druck mehr habe (schnell Arbeit, Studium, Ausbildung, da ich nicht der Abhängige sein will was die Finanzen betrifft), aber ich KANN mich nicht dazu durchringen, es zu tun - auch wenn ich es anspreche, kann ich keine Entscheidung treffen. Ich muss sofort daran denken, was wir alles durchgemacht haben, wie hart wir gekämpft haben um akzeptiert zu werden, und an die Worte ihrer Familie "Wenn sie dich nicht hätte, wäre sie schon längst untergegangen", an all unsere gemeinsamen "Päärchen"-Freunde, an die Reaktion meiner Familie und Freunde, die uns für ein glückliches Paar halten, an unsere Wohnung, unsere gemeinsame Zeit, ihre Tochter, für die es nur mich als ihren Papa gibt (immerhin würde ich ihr, egal wie man es formuliert, ihren Papa nehmen, da ich weder leiblicher noch Adoptiv-Vater bin...) und an das Allein-sein (ich kann nicht gut auf Menschen zugehen und war Einzelgänger, von mir hätte man am wenigsten erwartet, dass ich eine Freundin und dann auch noch eine mit Kind habe). Der "schlimmste" dieser Faktoren ist, dass ich sie noch immer abgöttisch liebe, ganz genau wie am ersten Tag (auch wenn das keiner nachvollziehen kann), und die Kleine ganz genau so. Aber langsam befürchte ich, dass ich nicht viel länger kann und selbst bald komplett an allem zerbrechen werde. Liebe Leserinnen und Leser, was ist eure ehrlich Meinung zu dieser Beziehung? Ich möchte bitte kein "Du bist erst 21 und hast noch alles vor Dir, verlass sie und gut" hören, sondern begründete Meinungen und Vorschläge - Vielen lieben Dank im Voraus an alle Leser und Helfer!

-Kanon

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18. Dezember 2013 um 20:45

Ja nun, das ist schwer
Sie hat da eine Macke die es scheinbar fast unmöglich macht, bei ihr zu bleiben. Sie kennt die Macke und arbeitet daran. Ändern tut sich nichts.
Wie wäre es denn mal mit einer Paartherapie? Weißt, mit diesen Einzeltherapien ist es so, man kann da Jahre mit verbringen und keine Erfolge sehen, weil der Therapeut sich alles anhört, den Patient zu therapieren versucht, und der Patient darauf aber einfach nicht anspringt.
Wenn ihr eine Paartherapie macht, dann hast du wenigstens einen gewissen Handlungsspielraum, der es dir erlaubt, in das Geschehen mit einzugreifen und überhaupt einen Blick auf die Angelgenheit zu bekommen.
So stehst du halt immer nur am Rande, bekommst den Ärger ab und kannst eigentlich nichts tun, denn begriffen scheint sie es ja zu haben, sie kann es eben nur nicht abstellen.

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18. Dezember 2013 um 22:48
In Antwort auf elnora_12576255

Ja nun, das ist schwer
Sie hat da eine Macke die es scheinbar fast unmöglich macht, bei ihr zu bleiben. Sie kennt die Macke und arbeitet daran. Ändern tut sich nichts.
Wie wäre es denn mal mit einer Paartherapie? Weißt, mit diesen Einzeltherapien ist es so, man kann da Jahre mit verbringen und keine Erfolge sehen, weil der Therapeut sich alles anhört, den Patient zu therapieren versucht, und der Patient darauf aber einfach nicht anspringt.
Wenn ihr eine Paartherapie macht, dann hast du wenigstens einen gewissen Handlungsspielraum, der es dir erlaubt, in das Geschehen mit einzugreifen und überhaupt einen Blick auf die Angelgenheit zu bekommen.
So stehst du halt immer nur am Rande, bekommst den Ärger ab und kannst eigentlich nichts tun, denn begriffen scheint sie es ja zu haben, sie kann es eben nur nicht abstellen.

Die allseits bekannte Macke
Vielen lieben Dank erstmal für den Beitrag! Über eine Therapie habe ich damals auch nachgedacht, auch wenn ich mir selbst sagte "Mit 20/21 zur Paartherapie? Wie soll die Zukunft aussehen, wenn wir bereits jetzt eine benötigen?" - Der Gedanke daran hat sich aber schnell wieder verflüchtigt, denn der wahre Grund für ihr Verhalten liegt in ihrer Vergangenheit. (- ich möchte dem Respekt halber nicht näher darauf eingehen, aber es waren sehr schlimme und prägende Kindheitserfahrungen-) Kurz nachdem ich davon erfuhr, hat sie sich selbst in eine bis heute andauernde Therapie begeben, die zwar ihr als Mensch etwas bringt, aber leider nicht unserer Beziehung... Eine Paartherapie käme für mich in Frage, wenn wir beide Probleme hätten und dessen Ursprung nicht kennen würden, aber leider ist der Ursprung bekannt und liegt auf ihrer Seite (das sehen wir beide und ihre Therapeutin so). Gerade hatte ich ein erneutes, langes Gespräch mit ihr, aber leider blieb das Ergebnis das selbe, nämlich dass sie alles tut, und dass ich alles mitmache, aber es nicht auf Dauer so weitergehen kann. Ich denke seit neuestem über ein paar Tage abstand nach, aber worin läge da der Sinn, wenn selbst die konkrete Aussage "Wenn es so bleibt, verlasse ich dich, denn anders geht es nicht." nicht genug ist, um zumindest kleine, nicht nur 2 Tage andauernde Veränderungen herbeizuführen?

-Lieber Gruß, kanon

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18. Dezember 2013 um 23:30
In Antwort auf rokuro_12512312

Die allseits bekannte Macke
Vielen lieben Dank erstmal für den Beitrag! Über eine Therapie habe ich damals auch nachgedacht, auch wenn ich mir selbst sagte "Mit 20/21 zur Paartherapie? Wie soll die Zukunft aussehen, wenn wir bereits jetzt eine benötigen?" - Der Gedanke daran hat sich aber schnell wieder verflüchtigt, denn der wahre Grund für ihr Verhalten liegt in ihrer Vergangenheit. (- ich möchte dem Respekt halber nicht näher darauf eingehen, aber es waren sehr schlimme und prägende Kindheitserfahrungen-) Kurz nachdem ich davon erfuhr, hat sie sich selbst in eine bis heute andauernde Therapie begeben, die zwar ihr als Mensch etwas bringt, aber leider nicht unserer Beziehung... Eine Paartherapie käme für mich in Frage, wenn wir beide Probleme hätten und dessen Ursprung nicht kennen würden, aber leider ist der Ursprung bekannt und liegt auf ihrer Seite (das sehen wir beide und ihre Therapeutin so). Gerade hatte ich ein erneutes, langes Gespräch mit ihr, aber leider blieb das Ergebnis das selbe, nämlich dass sie alles tut, und dass ich alles mitmache, aber es nicht auf Dauer so weitergehen kann. Ich denke seit neuestem über ein paar Tage abstand nach, aber worin läge da der Sinn, wenn selbst die konkrete Aussage "Wenn es so bleibt, verlasse ich dich, denn anders geht es nicht." nicht genug ist, um zumindest kleine, nicht nur 2 Tage andauernde Veränderungen herbeizuführen?

-Lieber Gruß, kanon

Therapie
Wenn sie ein Kindheitstrauma hat, dann ist eine persönliche Therapie sicherlich richtig aber so etwas aufzuarbeiten kann Jahre dauern.
Defakto habt ihr auch innerhalb eurer Beziehung ein Problem, nämlich ihren Umgang mit dir.
Das snd zwei Baustellen. Das erste ist etwas persönliches, kann viele Jahre dauern, das zweite ist etwas, was die Beziehung belastet und oberflächlicher, was sich viel schneller abstellen lässt.
Wenn du sagst, dass du mit ihr zusammen bleiben willst, es so aber nicht mehr aushälst, dann muss sich was ändern. Wenn ihr beide es nicht in den Griff bekommt, hilft es, einen Dritten zu fragen. Entweder im privaten Umfeld oder einen Therapeuten.
Ich würde diese beiden Punkte differenziert betrachten, auch wenn sie zusammen hängen. Das eine ist eine Verarbeitung des Erlebten, das andere ist der Umgang mit anderen Menschen. Natürlich steht das in Zusammenhang, ihr braucht aber eine schnelle oberflächliche Lösung für eure Beziehung.
Es ist wie wenn man Grippe hat. Der Virus (ist nicht so negativ gemeint, wie es jetzt klingen mag) also der Virus muss bekämpft werden, aber deshalb schadet es nicht, eine Schmerztablette gegen Gleiderschmerzen einzunehmen.

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