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Single Frauen - immer noch Verliererinnen?

29. Mai 2007 um 23:23 Letzte Antwort: 1. Juni 2007 um 21:25

Mir ist aufgefallen, dass Männer nicht als "Außeriridische" angesehen werden, wenn sie single sind, sondern eher als Helden, wobei Frauen immer noch als unvollwertig abgestempelt werden, wenn sie, grade so lange Zeit wie ich, single sind... echt zum Kotzen, Manche sind doch TATSÄCHLICH totaal erstaunt und ich sehe in deren Augen, dass die mich für komisch halten, wenn sie erfahren, das sich single bin! Echt lächerlich...

Engeren Freunden sage ich dann: WAS SOLL ICH MACHEN? Soll ich mir einen backen? oder malen? Es gab nun mal bis jetzt keinen Mann, mit dem sich eine Beziehzung ergebn hätte!

Und: wenn Männer single sind, dann wird das eher als "Befreiung" gesehen, aber wenn Frauen single sind, dann "haben sie keinen abgekriegt". Tatsächlich sind Frauen, laut vielen, in unserer Gesellschaft leider immer noch auf der Welt nur aus einem einzigen Grund: dass IRGENDEIN Mann sie nimmt, sprich dass sie einen abkriegt! Wann ist das denn zu Ende? Ist Euch auch aufgefallen, dass Frauen, sobald sie einen Freund haben, überall mit dem rumprahlen? (Das ist mein Mann/Freund...) stellen überall ins INternet (in alle möglichen Profile, ehemaligen Klassenforen etc.) oder somstiges ein Foto MIT dem Mann rein, wobei Männer das eher weniger tun...

Oder, wenn eine Beziehung auseinander bricht, geht man ertsmal automatisch davon aus: Oh, die arme Frau, die muss wieder von vorne mit der "Suche" anfangen, die arme... aber der Mann: der ist ein Held, er hat sich befreit! komisch, oder? Was meint ihr dazu?

P.S. Selbstverständlich nicht ALLE Frauen, ich möchte es nicht verpauschalisieren. Aber wirklich viele, so wie ich das bis jetzt beobachten konnte.

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30. Mai 2007 um 14:09

Hey neue schneeflocke
Ich antworte hier auch nochmal, weil ich das Thema auch spannend finde.

Ich denke, da ist eine Menge Wahres dran. Ich selbst habe es auch oft gespürt, als ich längere Zeit Single war, weil mir einfach niemand begegnet ist, mit dem sich eine Beziehung gelohnt hätte. Jetzt nach meiner Trennung ist es fast noch schlimmer, weil inzwischen alle guten Freunde in Beziehungen stecken und somit noch weniger Verständnis für das Singledasein haben. Obwohl ich Schluss gemacht habe, spüre ich jetzt nur Mitleid und kein "Herzlichen Glückwunsch, dass du eine unglückliche Beziehung beendet hast".

Auch in der Sprache meiner Freundinnen merke ich diese Einstellung. Diejenigen, die gerade ihren Traumprinzen an der Seite haben, meinten nur, dass es sehr hart wäre, wenn die Beziehung kaputt ginge und man dann wieder "auf die Suche" gehen müsste...

Männer werden (nach meiner Erfahrung) nur dann bemitleidet, wenn sie ziemlich unattraktiv und schüchtern sind und man daher glaubt, sie würden keine abkriegen. Sind sie dafür im Job erfolgreich, werden sie von der Gesellschaft anerkannt.

Einer Frau hingegen, selbst wenn sie noch so attraktiv und glücklich ist, glaubt keiner, dass sie freiwillig Single ist. Und eine ältere Singlefrau hat automatisch den Stempel der Verliererin. Egal, was sie in ihrem Leben sonst erreicht hat.

Daher heißt es beim Klassentreffen bei der Frau: Bist du schon verheiratet? Und beim Mann: Wo arbeitest du? Welches Auto fährst du?

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30. Mai 2007 um 14:53

Die Anrede Fräulein meint genau das ...
es ist kein 'richtige' Frau. Aber keiner käme auf die Idee 'Herrlein' zu sagen ... im übrigens ist 'das Mädchen' sächlich, hat also kein Geschlecht, wie auch 'das Weib'. Achtung hat wohl rein sprachlich nur die Geschlechterrolle der Frau. Die natürlich, um ein solche zu sein, einen Mann an der Seite haben muss.

Sehr interessant, wie Wertungen unbewusst vermittelt werden ...

Mag auch sein, dass das klassische Ideal, dass eine Frau einen Ernährer braucht, in den allermeisten Frauenköpfen herumspukt, besonders, solange sie in der Lage ist, Kinder zu bekommen. 'Endlich einen gefangen' - laut Verhaltensforschern sollte das wörtlich genommen werden.

Siehe da, gegen solcherlei Erwartungen habe ich mich bislang mit Erfolg gewehrt und siehe da, auch Single ...

Irgendwas scheint dran zu sein, dass es nix wird, wenn man bestimmte gesellschaftlich-biologische Erwartungen nicht erfüllen will.


Prosit.



asteus

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30. Mai 2007 um 14:54
In Antwort auf an0N_1291095799z

Hey neue schneeflocke
Ich antworte hier auch nochmal, weil ich das Thema auch spannend finde.

Ich denke, da ist eine Menge Wahres dran. Ich selbst habe es auch oft gespürt, als ich längere Zeit Single war, weil mir einfach niemand begegnet ist, mit dem sich eine Beziehung gelohnt hätte. Jetzt nach meiner Trennung ist es fast noch schlimmer, weil inzwischen alle guten Freunde in Beziehungen stecken und somit noch weniger Verständnis für das Singledasein haben. Obwohl ich Schluss gemacht habe, spüre ich jetzt nur Mitleid und kein "Herzlichen Glückwunsch, dass du eine unglückliche Beziehung beendet hast".

Auch in der Sprache meiner Freundinnen merke ich diese Einstellung. Diejenigen, die gerade ihren Traumprinzen an der Seite haben, meinten nur, dass es sehr hart wäre, wenn die Beziehung kaputt ginge und man dann wieder "auf die Suche" gehen müsste...

Männer werden (nach meiner Erfahrung) nur dann bemitleidet, wenn sie ziemlich unattraktiv und schüchtern sind und man daher glaubt, sie würden keine abkriegen. Sind sie dafür im Job erfolgreich, werden sie von der Gesellschaft anerkannt.

Einer Frau hingegen, selbst wenn sie noch so attraktiv und glücklich ist, glaubt keiner, dass sie freiwillig Single ist. Und eine ältere Singlefrau hat automatisch den Stempel der Verliererin. Egal, was sie in ihrem Leben sonst erreicht hat.

Daher heißt es beim Klassentreffen bei der Frau: Bist du schon verheiratet? Und beim Mann: Wo arbeitest du? Welches Auto fährst du?

Richtig!
richtig!!! sehe es genauso !

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31. Mai 2007 um 6:55

Da muss ich...
da muss ich sehr heftig widersprechen! Ich bin selber sehr sehr hübsch,
und bin etwas schockiert, dass du genauso gerade denkst, esterya, wie die meisten. ich bin nicht freiwillig single! und glaub mir, hinter mir drehen sich so manche Köpfe um. Ich sehe das langsam eher als Verdammnis.

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31. Mai 2007 um 10:24

Du irrst dich.
Deine männliche Meinung ist durchaus erwünscht. Und auch die Frauen hier sind ja nicht einer Meinung.

Aber hast du wirklich den Eindruck, dass die Gesellschaft heutzutage Singlefrauen bewundert werden, weil sie es nichtmehr nötig haben sich einen Versorger zu suchen? Ich kann das wirklich nicht bestätigen. Ich erinnere mich, dass ich mal äußerst erfolgreiche Frauen als Chefin hatte. Sie wurden häufig trotzdem hinter ihrem Rücken belächelt, weil sie keinen Partner hatte und man (Frauen und Männer) davon ausgeht, dass sie frustriert sein muss.
Und ich persönlich musste und muss mir auch oft Mitleid antun. Ich bin nicht absichtlich Single, aber ich bin auch nicht krankhaft auf der Suche. Dennoch werde ich ständig getröstet a la "Du findest auch noch jemanden." "Du bist doch noch jung."

Die männliche Perspektive habe ich natürlich nicht, aber ich weiß von Freunden (in den 30ern und 40ern), dass sie nicht wegen ihres Junggesellenlebens verspottet werden. Liegt vielleicht auch daran, dass Mann theoretisch noch mit 50 eine Familie gründen kann. Frau ist dann schon jenseits von Gut und Böse.

Ich denke, die Frage, wer mehr Beziehungen beendet, hat mit dem Thema nichts zu tun. Natürlich ist es besser wieder Single zu sein, als sich in einer unglücklichen Beziehung zu quälen.

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31. Mai 2007 um 14:05

Schade, dass das nicht ernst gemeint war,
jetzt hätte ich glatt angefangen.

Dennoch versteige ich mich zu der Behauptung, dass normativ nicht mehr vorhande Bewertungen sich beliebig lange halten, wenn sie nur nach wie vor gebraucht werden. Und - fatalerweise - die Assoziationen dazu. Vermutlich werde ich schlicht auch mein 'Deutsche Mark'-Gefühl mein Leben lang beibehalten, weil es einen besseren 'gefühlten Wert' für mich darstellt als 'Euro'. Für Kinder wird das anders sein.

Interessant, dass vor etwa 30-40 Jahren jedes Mädchen möglichst schnell eine Frau werden wollte, heute aber jede 40jährige glücklich ist, wenn man sie als Mädchen bezeichnet (Psychologen halten das für einen Ausdruck von Verantwortungsscheue, für die unschöne Assoziation, dass der 'Spass' vorbei ist, wenn man als 'erwachsen' gilt).
Mit normalem Sprachgebrauch gedankenlos implizierte, daher auch gefühlte Bewertungen scheinen mir weit tiefgehender als offizieller Sprachgebrauch.

Zum Beispiel - nicht ganz so diffizil- ist das PS für die automobile Leistung schon lange keine offizielle Bezeichnung mehr, aber das Pferd ist einfach nicht totzukriegen. Weil es schön bildlich ist. 'Kilowatt' - ein Kilo Watt?

Und dass Singlemänner eher 'Verlierer' sein sollen, als Singlefrauen -- auch dieser gefühlten Bewertung kann ich mich nicht anschliessen.( Allerdings ist diese Beobachtung in manchen Lebensbereichen durchaus sachlich richtig ... ) Vermutlich liegt auch hier sehr viel an geistiger oder emotionaler Prädisposition. Wer also nicht Single sein will, es aber ist, wird jede Menge Stoff zum Rationalisieren der eigenen, 'bekackt gefühlten' Situation finden. Und im Gegenteil natürlich auch.

Noch weiter gehend könnte man behaupten, die Verwendung des Diminutivs (ha!) wäre alleine schon eine Missachtung, ein 'nicht für voll nehmen.' Und das hat nix mit Alkohol zu tun.

Die Psyche des Menschen ist ein unendlich weites Schlachtfeld ...


(Übrigens ist - obgleich völlig unnötig, dies zu erwähnen - das Pendant zum Mann das Weib. Zu männlich: Weiblich. Zu Herr: Frau. Vom althochdeutschen 'Frauwe' = 'Herrin' . 'Damen und Herren' passt also begrifflich, 'Männer und Frauen' nicht, weil Geschlecht und Titel vermischt werden. Auf dem Land lässt sich noch oft die korrekte Verknüpfung 'Männer und Weiber' finden. Und das neue Jahrtausend hat - im Gegensatz zum tatsächlich gefeierten Datum - am 01.01.2001 angefangen. Was das damit zu tun hat? Nix, nur die Tatsache, dass etwas, das alle benutzen und sogar richtig verstehen deswegen noch nicht korrekt sein muss. Wie auch das Phänomen der 'deutschen Anglizismen'... . Aber jetzt höre ich auf, Hauptsache man versteht sich....)


Cheers.

asteus





P.S.: Mich interessiert der Familienstand von Frauen sehr wohl ... . Am liebsten mit Armbinde oder Hut oder Tuch oder sonstwas deutlich sichtbar ...

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1. Juni 2007 um 21:25

Das kann ich ..
..auch nicht unterschreiben. Was Du weiter unten geschrieben hast ist zwar grundsätzlich richtig, zeigt aber nur die "offizielle" Sichtweise der Gesellschaft. In den Familien, Freundeskreisen und unter Kollegen wird anders geredet. Da interessiert der Familienstand durchaus und wenn es nur ist, um über jemanden reden zu können (das machen Frauen UND Männer).
Als mein Mann im vergangenen Jahr verstorben ist, musste ich fast erschrocken feststellen, dass ich plötzlich eine total andere Stellung in der Gesellschaft hatte, die ziemlich gewöhnungsbedürftig war. Ich bin auch unfreiwillig Single und möchte es auch aus vielleicht verständlichen Gründen vorläufig bleiben. Aber ähnliche dumme Andeutungen wie die, die hier schon beschrieben wurden, musste ich mir auch schon anhören.

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