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Sicherheit vs. Freiheit, und Sexflaute

11. September um 12:25 Letzte Antwort: 11. September um 22:06

Hallo zusammen!

Ich bin in meiner Beziehung an einem Punkt angekommen, an dem ich nicht mehr weiter weiss. Ich hoffe hier einige Antworten auf meine Fragen zu erhalten und bin dankbar für jeden Beitrag und eure Erfahrungen. Ich versuche nun möglichst kurz meine Situation zu schildern;
Meine Partnerin und ich sind nun schon mehr als 10 Jahre zusammen und haben keine Kinder. Wir lernten uns mit etwa 17 Jahren kennen, verliebten uns und wurden schliesslich ein Paar. Nach fünf Jahren zogen wir zusammen und es war sehr harmonisch und wir verstanden uns sehr gut, fast alles lief wie am Schnürchen. Ich habe mit ihr meine 20er durchlebt, es gab gute wie auch weniger gute Zeiten. Meine Freundin ist eher introvertiert, bevorzugt Sicherheit vor Freiheit und ist in belastenden Situationen schnell überfordert. Das ist auch völlig okay so – Menschen sind nun mal unterschiedlich. Sie steht nicht so auf Abendteuer und plant gerne im Voraus, während ich mich gerne ins Getümmel stürze und mich vom Leben mitreissen lasse. Auch diese Differenz ist natürlich nur menschlich und wir haben in einer Paartherapie gelernt, dass es wichtig ist die Bedürfnisse und Wünsche des Anderen zu respektieren. Doch musste ich meine eigenen Bedürfnisse über die Jahre immer mehr zurückstecken. Ich unterstützte sie wo ich nur konnte und stand ihr in belastenden Situationen stets zur Seite;
Erstes Problem: Während sie nach der Arbeit meistens Lust hat gar nichts zu tun und die Abende und Wochenende lieber im Wohnzimmer verbringt und kuscheln möchte, zieht es mich eher in die Natur, möchte kreativ sein, mich entfalten und das Leben in vollen Zügen geniessen und diese Erfahrungen auch mit meiner Partnerin teilen und so gemeinsame Erinnerungen schaffen. Doch statt auf meine innere Stimme zu hören habe ich mich meistens dazu entschieden zu Hause zu bleiben, um so wenigstens Zeit mit ihr zu verbringen und ihr keine Plattform für Eifersucht zu bieten (Eifersucht ist ein grosses Thema). Gemeinsame Aktivitäten sind meist Kino- oder Konzertbesuche, Stadtbummel oder dergleichen. Wenn dann aber etwas geschieht, was nicht geplant war und eine Herausforderung darstellt (z.B., wenn wir den Zug verpassen), gerät sie in einen negativen Abwärtsstrudel und der zu Anfang schöne Ausflug endet so, dass ich mich zurückziehe und sie weinend im Wohnzimmer sitzt. Sie ist dann nicht mehr zu beruhigen und lässt auch nichts mehr an sich heran. Dabei sind doch gerade die unvorhersehbaren Ereignisse jene, die Spannendes und Wunderbares in sich bergen können. Wenn ich wie sooft alleine unterwegs bin und andere glückliche Paare beobachte, die einfach ihr Leben geniessen können, spontan sind, etwas wagen, dann wächst in mir der Frust und ich denke darüber nach, ob ich mich trennen soll, um mir selbst die Chance zu geben, in einer anderen Beziehung glücklicher zu werden. Was denkt ihr? Sind meine Gedanken nachvollziehbar? Was würdet ihr tun?
Zweites Problem: Sex. Die schönste Nebensache der Welt war in unserer Beziehung noch nie im Vordergrund. Doch gibt es zwischen uns auch hier ein Bedürfnisgefälle. Die ersten Jahre haben wir noch regelmässig miteinander geschlafen. Ich selbst finde, dass Sex ganz klar zu einer funktionierenden Beziehung gehört und unentbehrlich ist. Meine Partnerin scheint dies anders zu sehen, sie schläft eigentlich nur meinetwegen mit mir und ich musste bis anhin immer den Anfang machen. In den zehn Jahren Beziehung hatten wir ausschliesslich Sex am Abend im dunklen Schlafzimmer. Ich träume von Sex unter der Dusche, in der Natur, an einem Sonntagmorgen auf dem Sofa oder einfach mal so zwischendurch. Die Liste könnte ich noch um einiges verlängern. Dies hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass ich nie die Möglichkeit hatte mich auszutoben und mir immer nur Bettgeschichten von Freunden anhören durfte. Je mehr dieses Gefühl in mir wächst und ich dies kommuniziere, desto mehr fühlt sich meine Freundin in die Ecke gedrängt. Ich habe sie darauf angesprochen und ihre Antwort war, dass sie das nicht könne, weil sie ihren Körper nicht schön genug findet und zu wenig Selbstvertrauen hat.
Wie dem auch sei, eins führt zum anderen, wenig Sex führte zu noch weniger Sex und kam vor einigen Monaten schliesslich ganz zum Erliegen. Als ich sie neulich darauf angesprochen habe, sagte sie mir, dass sie keinerlei sexuelle Lust mehr verspüre, sie auch nicht mehr masturbiere, doch sie würde schon «hinhalten», wenn es denn sein müsse. Doch so ein Typ bin ich nicht, ich möchte natürlich, dass es auch ihr gefällt und sie dies nicht nur meinetwegen macht. Ich spüre, wie der Drang mich sexuell zu verwirklichen immer grösser wird und ich damit auf immer mehr Ablehnung stosse, wenn ich versuche den Anfang zu machen. Sie fühlt sich dann gleich überfordert und weint und ich versinke in Selbstmitleid und Wut und wünsche mir, dass der Albtraum ein Ende hat. Wenn ich sie am nächsten Tag darauf anspreche, entschuldigt sie sich bei mir und sagt, dass etwas mit ihr nicht stimmt und fängt wieder an zu weinen. Bei einem Gespräch hat sie ihr Unverständnis darüber ausgesprochen, weshalb ich immer noch bei ihr sei und mir nicht einfach eine andere suchen würde. Obwohl ich sie liebe und mir kein Leben ohne sie vorstellen kann, fange ich an, ernsthaft darüber nachzudenken.
Keineswegs erwarte ich jetzt komplette Lösungsvorschläge oder Entscheidungshilfen, ob ich bleiben oder gehen soll. Falls ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt, fände ich es schön, wenn ihr sie mit mir teilen würdet und mir vielleicht den einen oder anderen Tipp geben könnt.
 
Herzlichen Dank!

Gruss Hans

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11. September um 12:44
In Antwort auf wander_hans

Hallo zusammen!

Ich bin in meiner Beziehung an einem Punkt angekommen, an dem ich nicht mehr weiter weiss. Ich hoffe hier einige Antworten auf meine Fragen zu erhalten und bin dankbar für jeden Beitrag und eure Erfahrungen. Ich versuche nun möglichst kurz meine Situation zu schildern;
Meine Partnerin und ich sind nun schon mehr als 10 Jahre zusammen und haben keine Kinder. Wir lernten uns mit etwa 17 Jahren kennen, verliebten uns und wurden schliesslich ein Paar. Nach fünf Jahren zogen wir zusammen und es war sehr harmonisch und wir verstanden uns sehr gut, fast alles lief wie am Schnürchen. Ich habe mit ihr meine 20er durchlebt, es gab gute wie auch weniger gute Zeiten. Meine Freundin ist eher introvertiert, bevorzugt Sicherheit vor Freiheit und ist in belastenden Situationen schnell überfordert. Das ist auch völlig okay so – Menschen sind nun mal unterschiedlich. Sie steht nicht so auf Abendteuer und plant gerne im Voraus, während ich mich gerne ins Getümmel stürze und mich vom Leben mitreissen lasse. Auch diese Differenz ist natürlich nur menschlich und wir haben in einer Paartherapie gelernt, dass es wichtig ist die Bedürfnisse und Wünsche des Anderen zu respektieren. Doch musste ich meine eigenen Bedürfnisse über die Jahre immer mehr zurückstecken. Ich unterstützte sie wo ich nur konnte und stand ihr in belastenden Situationen stets zur Seite;
Erstes Problem: Während sie nach der Arbeit meistens Lust hat gar nichts zu tun und die Abende und Wochenende lieber im Wohnzimmer verbringt und kuscheln möchte, zieht es mich eher in die Natur, möchte kreativ sein, mich entfalten und das Leben in vollen Zügen geniessen und diese Erfahrungen auch mit meiner Partnerin teilen und so gemeinsame Erinnerungen schaffen. Doch statt auf meine innere Stimme zu hören habe ich mich meistens dazu entschieden zu Hause zu bleiben, um so wenigstens Zeit mit ihr zu verbringen und ihr keine Plattform für Eifersucht zu bieten (Eifersucht ist ein grosses Thema). Gemeinsame Aktivitäten sind meist Kino- oder Konzertbesuche, Stadtbummel oder dergleichen. Wenn dann aber etwas geschieht, was nicht geplant war und eine Herausforderung darstellt (z.B., wenn wir den Zug verpassen), gerät sie in einen negativen Abwärtsstrudel und der zu Anfang schöne Ausflug endet so, dass ich mich zurückziehe und sie weinend im Wohnzimmer sitzt. Sie ist dann nicht mehr zu beruhigen und lässt auch nichts mehr an sich heran. Dabei sind doch gerade die unvorhersehbaren Ereignisse jene, die Spannendes und Wunderbares in sich bergen können. Wenn ich wie sooft alleine unterwegs bin und andere glückliche Paare beobachte, die einfach ihr Leben geniessen können, spontan sind, etwas wagen, dann wächst in mir der Frust und ich denke darüber nach, ob ich mich trennen soll, um mir selbst die Chance zu geben, in einer anderen Beziehung glücklicher zu werden. Was denkt ihr? Sind meine Gedanken nachvollziehbar? Was würdet ihr tun?
Zweites Problem: Sex. Die schönste Nebensache der Welt war in unserer Beziehung noch nie im Vordergrund. Doch gibt es zwischen uns auch hier ein Bedürfnisgefälle. Die ersten Jahre haben wir noch regelmässig miteinander geschlafen. Ich selbst finde, dass Sex ganz klar zu einer funktionierenden Beziehung gehört und unentbehrlich ist. Meine Partnerin scheint dies anders zu sehen, sie schläft eigentlich nur meinetwegen mit mir und ich musste bis anhin immer den Anfang machen. In den zehn Jahren Beziehung hatten wir ausschliesslich Sex am Abend im dunklen Schlafzimmer. Ich träume von Sex unter der Dusche, in der Natur, an einem Sonntagmorgen auf dem Sofa oder einfach mal so zwischendurch. Die Liste könnte ich noch um einiges verlängern. Dies hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass ich nie die Möglichkeit hatte mich auszutoben und mir immer nur Bettgeschichten von Freunden anhören durfte. Je mehr dieses Gefühl in mir wächst und ich dies kommuniziere, desto mehr fühlt sich meine Freundin in die Ecke gedrängt. Ich habe sie darauf angesprochen und ihre Antwort war, dass sie das nicht könne, weil sie ihren Körper nicht schön genug findet und zu wenig Selbstvertrauen hat.
Wie dem auch sei, eins führt zum anderen, wenig Sex führte zu noch weniger Sex und kam vor einigen Monaten schliesslich ganz zum Erliegen. Als ich sie neulich darauf angesprochen habe, sagte sie mir, dass sie keinerlei sexuelle Lust mehr verspüre, sie auch nicht mehr masturbiere, doch sie würde schon «hinhalten», wenn es denn sein müsse. Doch so ein Typ bin ich nicht, ich möchte natürlich, dass es auch ihr gefällt und sie dies nicht nur meinetwegen macht. Ich spüre, wie der Drang mich sexuell zu verwirklichen immer grösser wird und ich damit auf immer mehr Ablehnung stosse, wenn ich versuche den Anfang zu machen. Sie fühlt sich dann gleich überfordert und weint und ich versinke in Selbstmitleid und Wut und wünsche mir, dass der Albtraum ein Ende hat. Wenn ich sie am nächsten Tag darauf anspreche, entschuldigt sie sich bei mir und sagt, dass etwas mit ihr nicht stimmt und fängt wieder an zu weinen. Bei einem Gespräch hat sie ihr Unverständnis darüber ausgesprochen, weshalb ich immer noch bei ihr sei und mir nicht einfach eine andere suchen würde. Obwohl ich sie liebe und mir kein Leben ohne sie vorstellen kann, fange ich an, ernsthaft darüber nachzudenken.
Keineswegs erwarte ich jetzt komplette Lösungsvorschläge oder Entscheidungshilfen, ob ich bleiben oder gehen soll. Falls ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt, fände ich es schön, wenn ihr sie mit mir teilen würdet und mir vielleicht den einen oder anderen Tipp geben könnt.
 
Herzlichen Dank!

Gruss Hans

Da geht nichts mehr. mach  es den andern Gücklichen Päärchen nach.
Gerne !
Gruss Fallburga

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11. September um 13:39

Ihr scheint unterschiedliche Entwicklungen zu nehmen, Du strebst nach oben, willst weiterkommen, bist offen für neues. Bei ihr scheint es einen negativen Weg zu nehmen, sie fühlt sich immer gestresster und hat ein immer schlechteres Bild von sich.
Es scheint, dass sie zu Anstrengungen zur Verbesserungen nicht fähig oder willig ist, wenn sie aus Selbstnmitleid(?) heraus schon über eine neue Frau für Dich spricht.
Es braucht erst die Selbsterkenntnis über die eigene Situation und dann einen Ruck mit dem Wunsch zur Veränderung verbunden mit der Suche nach einem Therapeuten. Siehst Du da eine Chance bei Ihr? Ich fürchte Du wirst keine Veränderung bei ihr bewirken können.

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11. September um 13:45
In Antwort auf wander_hans

Hallo zusammen!

Ich bin in meiner Beziehung an einem Punkt angekommen, an dem ich nicht mehr weiter weiss. Ich hoffe hier einige Antworten auf meine Fragen zu erhalten und bin dankbar für jeden Beitrag und eure Erfahrungen. Ich versuche nun möglichst kurz meine Situation zu schildern;
Meine Partnerin und ich sind nun schon mehr als 10 Jahre zusammen und haben keine Kinder. Wir lernten uns mit etwa 17 Jahren kennen, verliebten uns und wurden schliesslich ein Paar. Nach fünf Jahren zogen wir zusammen und es war sehr harmonisch und wir verstanden uns sehr gut, fast alles lief wie am Schnürchen. Ich habe mit ihr meine 20er durchlebt, es gab gute wie auch weniger gute Zeiten. Meine Freundin ist eher introvertiert, bevorzugt Sicherheit vor Freiheit und ist in belastenden Situationen schnell überfordert. Das ist auch völlig okay so – Menschen sind nun mal unterschiedlich. Sie steht nicht so auf Abendteuer und plant gerne im Voraus, während ich mich gerne ins Getümmel stürze und mich vom Leben mitreissen lasse. Auch diese Differenz ist natürlich nur menschlich und wir haben in einer Paartherapie gelernt, dass es wichtig ist die Bedürfnisse und Wünsche des Anderen zu respektieren. Doch musste ich meine eigenen Bedürfnisse über die Jahre immer mehr zurückstecken. Ich unterstützte sie wo ich nur konnte und stand ihr in belastenden Situationen stets zur Seite;
Erstes Problem: Während sie nach der Arbeit meistens Lust hat gar nichts zu tun und die Abende und Wochenende lieber im Wohnzimmer verbringt und kuscheln möchte, zieht es mich eher in die Natur, möchte kreativ sein, mich entfalten und das Leben in vollen Zügen geniessen und diese Erfahrungen auch mit meiner Partnerin teilen und so gemeinsame Erinnerungen schaffen. Doch statt auf meine innere Stimme zu hören habe ich mich meistens dazu entschieden zu Hause zu bleiben, um so wenigstens Zeit mit ihr zu verbringen und ihr keine Plattform für Eifersucht zu bieten (Eifersucht ist ein grosses Thema). Gemeinsame Aktivitäten sind meist Kino- oder Konzertbesuche, Stadtbummel oder dergleichen. Wenn dann aber etwas geschieht, was nicht geplant war und eine Herausforderung darstellt (z.B., wenn wir den Zug verpassen), gerät sie in einen negativen Abwärtsstrudel und der zu Anfang schöne Ausflug endet so, dass ich mich zurückziehe und sie weinend im Wohnzimmer sitzt. Sie ist dann nicht mehr zu beruhigen und lässt auch nichts mehr an sich heran. Dabei sind doch gerade die unvorhersehbaren Ereignisse jene, die Spannendes und Wunderbares in sich bergen können. Wenn ich wie sooft alleine unterwegs bin und andere glückliche Paare beobachte, die einfach ihr Leben geniessen können, spontan sind, etwas wagen, dann wächst in mir der Frust und ich denke darüber nach, ob ich mich trennen soll, um mir selbst die Chance zu geben, in einer anderen Beziehung glücklicher zu werden. Was denkt ihr? Sind meine Gedanken nachvollziehbar? Was würdet ihr tun?
Zweites Problem: Sex. Die schönste Nebensache der Welt war in unserer Beziehung noch nie im Vordergrund. Doch gibt es zwischen uns auch hier ein Bedürfnisgefälle. Die ersten Jahre haben wir noch regelmässig miteinander geschlafen. Ich selbst finde, dass Sex ganz klar zu einer funktionierenden Beziehung gehört und unentbehrlich ist. Meine Partnerin scheint dies anders zu sehen, sie schläft eigentlich nur meinetwegen mit mir und ich musste bis anhin immer den Anfang machen. In den zehn Jahren Beziehung hatten wir ausschliesslich Sex am Abend im dunklen Schlafzimmer. Ich träume von Sex unter der Dusche, in der Natur, an einem Sonntagmorgen auf dem Sofa oder einfach mal so zwischendurch. Die Liste könnte ich noch um einiges verlängern. Dies hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass ich nie die Möglichkeit hatte mich auszutoben und mir immer nur Bettgeschichten von Freunden anhören durfte. Je mehr dieses Gefühl in mir wächst und ich dies kommuniziere, desto mehr fühlt sich meine Freundin in die Ecke gedrängt. Ich habe sie darauf angesprochen und ihre Antwort war, dass sie das nicht könne, weil sie ihren Körper nicht schön genug findet und zu wenig Selbstvertrauen hat.
Wie dem auch sei, eins führt zum anderen, wenig Sex führte zu noch weniger Sex und kam vor einigen Monaten schliesslich ganz zum Erliegen. Als ich sie neulich darauf angesprochen habe, sagte sie mir, dass sie keinerlei sexuelle Lust mehr verspüre, sie auch nicht mehr masturbiere, doch sie würde schon «hinhalten», wenn es denn sein müsse. Doch so ein Typ bin ich nicht, ich möchte natürlich, dass es auch ihr gefällt und sie dies nicht nur meinetwegen macht. Ich spüre, wie der Drang mich sexuell zu verwirklichen immer grösser wird und ich damit auf immer mehr Ablehnung stosse, wenn ich versuche den Anfang zu machen. Sie fühlt sich dann gleich überfordert und weint und ich versinke in Selbstmitleid und Wut und wünsche mir, dass der Albtraum ein Ende hat. Wenn ich sie am nächsten Tag darauf anspreche, entschuldigt sie sich bei mir und sagt, dass etwas mit ihr nicht stimmt und fängt wieder an zu weinen. Bei einem Gespräch hat sie ihr Unverständnis darüber ausgesprochen, weshalb ich immer noch bei ihr sei und mir nicht einfach eine andere suchen würde. Obwohl ich sie liebe und mir kein Leben ohne sie vorstellen kann, fange ich an, ernsthaft darüber nachzudenken.
Keineswegs erwarte ich jetzt komplette Lösungsvorschläge oder Entscheidungshilfen, ob ich bleiben oder gehen soll. Falls ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt, fände ich es schön, wenn ihr sie mit mir teilen würdet und mir vielleicht den einen oder anderen Tipp geben könnt.
 
Herzlichen Dank!

Gruss Hans

Bitte ignorier febreze...

Ich glaube ihr seid in eurer Komfortzone gelandet.

Gibt es denn keine Möglichkeit, irgendeine Reise oder irgendwas zu machen? Gibt es keine Idee, die ihr gefällt? Etwas, das sie schon immer mal machen wollte? Irgendwas, was spannend ist und neu.

Nimmt sie die Pille? Die wirkt sich bei sehr vielen Frauen negativ auf die Libido aus.
 

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11. September um 13:51
In Antwort auf sophos75

Ihr scheint unterschiedliche Entwicklungen zu nehmen, Du strebst nach oben, willst weiterkommen, bist offen für neues. Bei ihr scheint es einen negativen Weg zu nehmen, sie fühlt sich immer gestresster und hat ein immer schlechteres Bild von sich.
Es scheint, dass sie zu Anstrengungen zur Verbesserungen nicht fähig oder willig ist, wenn sie aus Selbstnmitleid(?) heraus schon über eine neue Frau für Dich spricht.
Es braucht erst die Selbsterkenntnis über die eigene Situation und dann einen Ruck mit dem Wunsch zur Veränderung verbunden mit der Suche nach einem Therapeuten. Siehst Du da eine Chance bei Ihr? Ich fürchte Du wirst keine Veränderung bei ihr bewirken können.

Danke für deine zeilen. Eine therapie wäre sicherlich gut, doch sieht sie es als gemeinsames problem an. Es betrifft mich natürlich auch aber ich denke die wurzel des problems liegt nicht bei mir.

Gruss

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11. September um 13:54
In Antwort auf user5909

Bitte ignorier febreze...

Ich glaube ihr seid in eurer Komfortzone gelandet.

Gibt es denn keine Möglichkeit, irgendeine Reise oder irgendwas zu machen? Gibt es keine Idee, die ihr gefällt? Etwas, das sie schon immer mal machen wollte? Irgendwas, was spannend ist und neu.

Nimmt sie die Pille? Die wirkt sich bei sehr vielen Frauen negativ auf die Libido aus.
 

Sie ist beruflich sehr eingebunden und es gibt in nächster zeit keine gelegenheiten für grössere reisen. Ein hobby wäre ideal für sie aber wie gesagt, sie macht am liebsten gar nichts, wie sie sagt. Ich habe ihr auch schon mehrere vorschläge gemacht, doch leider vergeblich... Danke dir!

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11. September um 14:01
In Antwort auf wander_hans

Sie ist beruflich sehr eingebunden und es gibt in nächster zeit keine gelegenheiten für grössere reisen. Ein hobby wäre ideal für sie aber wie gesagt, sie macht am liebsten gar nichts, wie sie sagt. Ich habe ihr auch schon mehrere vorschläge gemacht, doch leider vergeblich... Danke dir!

Also hat sie keinerlei Träume, Ziele im Leben?

Irgendwie hört sich das schon fast depressiv an

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11. September um 14:54

Klingt depressiv und deprimierend. Dürfte schwer aus ihr heraus zu bekommen sein,  was sie wirklich fühlt und denkt. 

Also ich gehe manchmal zu einem Coach, wenn Veränderungen anstehen und wenn ich mir vorstelle, dass ich ihm diese Geschichte erzähle, dann würde er sagen: diese Beziehung ist vorbei. 

Du hast das gut reflektiert, merkst wie deine Wünsche immer drängender werden und deine jetzige Freundin da nicht mit kann. Im Gegenteil, sie verbarrikadiert sich im Opferstatus mit Weinen.

Das Problem hat eindeutig sie und nur sie kann das ändern. Aber aus einer introvertierten Person wird keine Abenteurerin, die auf einmal eine Challenge aufnimmt. Mini-Schritte, wenn sie überhaupt einsieht, dass die Beziehung nur durch ihr Zutun gerettet werden kann, sind das höchste der Gefühle. Also dass sie nicht weint bei versäumten Zügen.

Ich habe diese Situation auch gehabt, und er war nicht ganz so krass introvertiert,  aber letztendlich zerbrach diese Beziehung. Ich mag selbstbewusste Menschen, die sich auch mal zeigen, ihre Verletzlichkeit wie auch die Stärken, sich nicht schämen und ihre schrägen Seiten mit Humor nehmen können. 

Und Eifersucht klingt auch nicht gut. Um Grunde spürt sie aber,  dass Gefahr droht. Dass das weniger was mit dir als mit ihr zu tun hat, merkt sie nicht. 

Alles Gute bei deiner Entscheidungsfindung 

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11. September um 15:39
In Antwort auf wander_hans

Hallo zusammen!

Ich bin in meiner Beziehung an einem Punkt angekommen, an dem ich nicht mehr weiter weiss. Ich hoffe hier einige Antworten auf meine Fragen zu erhalten und bin dankbar für jeden Beitrag und eure Erfahrungen. Ich versuche nun möglichst kurz meine Situation zu schildern;
Meine Partnerin und ich sind nun schon mehr als 10 Jahre zusammen und haben keine Kinder. Wir lernten uns mit etwa 17 Jahren kennen, verliebten uns und wurden schliesslich ein Paar. Nach fünf Jahren zogen wir zusammen und es war sehr harmonisch und wir verstanden uns sehr gut, fast alles lief wie am Schnürchen. Ich habe mit ihr meine 20er durchlebt, es gab gute wie auch weniger gute Zeiten. Meine Freundin ist eher introvertiert, bevorzugt Sicherheit vor Freiheit und ist in belastenden Situationen schnell überfordert. Das ist auch völlig okay so – Menschen sind nun mal unterschiedlich. Sie steht nicht so auf Abendteuer und plant gerne im Voraus, während ich mich gerne ins Getümmel stürze und mich vom Leben mitreissen lasse. Auch diese Differenz ist natürlich nur menschlich und wir haben in einer Paartherapie gelernt, dass es wichtig ist die Bedürfnisse und Wünsche des Anderen zu respektieren. Doch musste ich meine eigenen Bedürfnisse über die Jahre immer mehr zurückstecken. Ich unterstützte sie wo ich nur konnte und stand ihr in belastenden Situationen stets zur Seite;
Erstes Problem: Während sie nach der Arbeit meistens Lust hat gar nichts zu tun und die Abende und Wochenende lieber im Wohnzimmer verbringt und kuscheln möchte, zieht es mich eher in die Natur, möchte kreativ sein, mich entfalten und das Leben in vollen Zügen geniessen und diese Erfahrungen auch mit meiner Partnerin teilen und so gemeinsame Erinnerungen schaffen. Doch statt auf meine innere Stimme zu hören habe ich mich meistens dazu entschieden zu Hause zu bleiben, um so wenigstens Zeit mit ihr zu verbringen und ihr keine Plattform für Eifersucht zu bieten (Eifersucht ist ein grosses Thema). Gemeinsame Aktivitäten sind meist Kino- oder Konzertbesuche, Stadtbummel oder dergleichen. Wenn dann aber etwas geschieht, was nicht geplant war und eine Herausforderung darstellt (z.B., wenn wir den Zug verpassen), gerät sie in einen negativen Abwärtsstrudel und der zu Anfang schöne Ausflug endet so, dass ich mich zurückziehe und sie weinend im Wohnzimmer sitzt. Sie ist dann nicht mehr zu beruhigen und lässt auch nichts mehr an sich heran. Dabei sind doch gerade die unvorhersehbaren Ereignisse jene, die Spannendes und Wunderbares in sich bergen können. Wenn ich wie sooft alleine unterwegs bin und andere glückliche Paare beobachte, die einfach ihr Leben geniessen können, spontan sind, etwas wagen, dann wächst in mir der Frust und ich denke darüber nach, ob ich mich trennen soll, um mir selbst die Chance zu geben, in einer anderen Beziehung glücklicher zu werden. Was denkt ihr? Sind meine Gedanken nachvollziehbar? Was würdet ihr tun?
Zweites Problem: Sex. Die schönste Nebensache der Welt war in unserer Beziehung noch nie im Vordergrund. Doch gibt es zwischen uns auch hier ein Bedürfnisgefälle. Die ersten Jahre haben wir noch regelmässig miteinander geschlafen. Ich selbst finde, dass Sex ganz klar zu einer funktionierenden Beziehung gehört und unentbehrlich ist. Meine Partnerin scheint dies anders zu sehen, sie schläft eigentlich nur meinetwegen mit mir und ich musste bis anhin immer den Anfang machen. In den zehn Jahren Beziehung hatten wir ausschliesslich Sex am Abend im dunklen Schlafzimmer. Ich träume von Sex unter der Dusche, in der Natur, an einem Sonntagmorgen auf dem Sofa oder einfach mal so zwischendurch. Die Liste könnte ich noch um einiges verlängern. Dies hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass ich nie die Möglichkeit hatte mich auszutoben und mir immer nur Bettgeschichten von Freunden anhören durfte. Je mehr dieses Gefühl in mir wächst und ich dies kommuniziere, desto mehr fühlt sich meine Freundin in die Ecke gedrängt. Ich habe sie darauf angesprochen und ihre Antwort war, dass sie das nicht könne, weil sie ihren Körper nicht schön genug findet und zu wenig Selbstvertrauen hat.
Wie dem auch sei, eins führt zum anderen, wenig Sex führte zu noch weniger Sex und kam vor einigen Monaten schliesslich ganz zum Erliegen. Als ich sie neulich darauf angesprochen habe, sagte sie mir, dass sie keinerlei sexuelle Lust mehr verspüre, sie auch nicht mehr masturbiere, doch sie würde schon «hinhalten», wenn es denn sein müsse. Doch so ein Typ bin ich nicht, ich möchte natürlich, dass es auch ihr gefällt und sie dies nicht nur meinetwegen macht. Ich spüre, wie der Drang mich sexuell zu verwirklichen immer grösser wird und ich damit auf immer mehr Ablehnung stosse, wenn ich versuche den Anfang zu machen. Sie fühlt sich dann gleich überfordert und weint und ich versinke in Selbstmitleid und Wut und wünsche mir, dass der Albtraum ein Ende hat. Wenn ich sie am nächsten Tag darauf anspreche, entschuldigt sie sich bei mir und sagt, dass etwas mit ihr nicht stimmt und fängt wieder an zu weinen. Bei einem Gespräch hat sie ihr Unverständnis darüber ausgesprochen, weshalb ich immer noch bei ihr sei und mir nicht einfach eine andere suchen würde. Obwohl ich sie liebe und mir kein Leben ohne sie vorstellen kann, fange ich an, ernsthaft darüber nachzudenken.
Keineswegs erwarte ich jetzt komplette Lösungsvorschläge oder Entscheidungshilfen, ob ich bleiben oder gehen soll. Falls ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt, fände ich es schön, wenn ihr sie mit mir teilen würdet und mir vielleicht den einen oder anderen Tipp geben könnt.
 
Herzlichen Dank!

Gruss Hans

Ihr müsst erstmal gemeinsam herausfinden, was genau euer Problem ist.
Woher kommt die Lustlosigkeit deiner Freundin.
Liegt es an persönlichen Entwicklungen oder an irgendwelchen anderen Umständen.
Ihr seid sehr jung zusammen gekommen und 10 Jahre sind eine lange Zeit, aber das muss nichts heißen.
Es gibt viele Paare, die noch viel länger zusammen sind und bei denen klappt es.
Ich denke, jedes Paar kommt mal an so einen Punkt, jetzt kommt es darauf an, was ihr daraus macht.


 

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11. September um 18:34

Gibt es denn einen Grund warum sie eifersüchtig wird? Gab es mal in der Vergangenheit einen Grund dafür? 
hat sie denn nichts was sie vielleicht mal alleine oder mit Freunden macht? 
das man gerne mal zuhause ist und nur auf der Couch hängt kann ich nachvollziehen und auch das es manchmal braucht um den hinter von der Couch zu bekommen um was zu machen (jedenfalls bei mir so wenn es um Sport geht), aber das so lange durchhalten zu können klingt wirklich als ob sie ne Art Depression oder so hat. ich mein was tolles zusammen zu erleben macht meiner Meinung nach Spaß und schweißt einen auch noch mehr zusammen. Hast du sie mal versucht zu überraschen mit nem Ausflug? Ohne das sie das Ziel kennt oder macht sie da gar nicht mit? 
Und bzgl sex könnte das wirklich unter anderen auch an der Pille liegen ... 

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11. September um 19:38

Ich schließe mich den anderen an und denke, du solltest von dem toten Pferd absteigen, auch wenn es erstmal schwer fällt. Ein Leitgedanke sollte immer sein, was will ich in fünf oder zehn Jahren erreicht haben und ist das mit diesem Partner möglich? Ich glaube die Antwort kennst du schon 

Eine Sache noch, weil hier die Intros ein bisschen langweilig wegkommen... das sind nicht zwangsläufig Couchpotatoes! Ich war über drei Jahre mit einem echten Intro zusammen, und wir hatten jede Menge Outdoor Aktivitäten. Die umgeben sich halt am liebsten mit sehr wenigen Menschen, vorzugsweise engen Freunden.
Die junge Frau hier klingt mir leider eher nach Depression.

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11. September um 20:08

Ich danke euch vielmals für all die tollen Antworten!

Mir geht gerade so vieles durch den Kopf, dass es schwierig ist alles niederzuschreiben. Ich bin in mich gekehrt und habe versucht herauszufinden, was ich eigentlich vom Leben will. Grosse Frage, in der Tat. Doch eines ist mir in letzter Zeit immer wieder durch den Kopf: nämlich dass ich eines Tages Kinder haben möchte. Nicht sofort, aber irgendwann. Und mit einer Partnerin an meiner Seite, die leider noch einige Probleme mit sich selbst zu klären hat, könnte ich mir das momentan nicht vorstellen.

Nur habe ich enorme Angst vor einer Trennung. Meine Partnerin hat mich zum Mittelpunkt ihres Lebens gemacht, alles ist von mir abhängig. Ich treffe die Entscheidungen, ich tröste sie und bin für sie da, wenn es ihr schlecht geht. Sonst hat sie niemanden. Da kann sie doch beim besten Willen nicht im Stich lassen, oder? Ich denke, dass sie an der Trennung zerbrechen würde und wer weiss, was dann geschieht. Natürlich sollte der wichtigste Mensch in meinem Leben ich selbst sein, aber nach all den Jahren würde nach einer Trennung auch ein grosser Teil von mir zerbrechen und wegfallen.

Vielleicht ist es das beste, wenn wir es nochmals mit einer Paartherapie versuchen, was meint ihr?

Gruss Hans

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11. September um 20:14
In Antwort auf tiger001

Gibt es denn einen Grund warum sie eifersüchtig wird? Gab es mal in der Vergangenheit einen Grund dafür? 
hat sie denn nichts was sie vielleicht mal alleine oder mit Freunden macht? 
das man gerne mal zuhause ist und nur auf der Couch hängt kann ich nachvollziehen und auch das es manchmal braucht um den hinter von der Couch zu bekommen um was zu machen (jedenfalls bei mir so wenn es um Sport geht), aber das so lange durchhalten zu können klingt wirklich als ob sie ne Art Depression oder so hat. ich mein was tolles zusammen zu erleben macht meiner Meinung nach Spaß und schweißt einen auch noch mehr zusammen. Hast du sie mal versucht zu überraschen mit nem Ausflug? Ohne das sie das Ziel kennt oder macht sie da gar nicht mit? 
Und bzgl sex könnte das wirklich unter anderen auch an der Pille liegen ... 

Nein einen Grund dafür gibt es nicht. Ich bin eben etwas extrovertierter, spiele in einer Band und werde schon ab und zu bewundert.

Leider kommt sie nicht selbst aus sich heraus. Sie hätte so viele Talente, doch man muss sie immer zu ihrem Glück zwingen. Und mit der Zeit fehlt mir einfach die Ausdauer dazu.

Ich selbst bin einem gemütlichen Abend auch nicht abgeneigt. Nur kann ich mir nicht vorstellen, dies tagein tagaus zu tun. Wenn ich morgens aufwache kann ich haargenau voraussagen, was an diesem Tag geschehen wird und ich würde jedes mal richtig liegen.

Depressiv ist sie meines Erachtens nicht, aber ich bin ja auch kein Psychologe. Sie ist karrieremässig echt gut dran, was aber auch einiges von ihr abverlangt. Selbst wenn sie Feierabend hat, kann sie nicht abschalten und grübelt den ganzen Abend vor sich hin.

Die Pille nimmt sie nicht, kann also nicht daran liegen.

Danke dir und Gruss!

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11. September um 20:20
In Antwort auf wander_hans

Ich danke euch vielmals für all die tollen Antworten!

Mir geht gerade so vieles durch den Kopf, dass es schwierig ist alles niederzuschreiben. Ich bin in mich gekehrt und habe versucht herauszufinden, was ich eigentlich vom Leben will. Grosse Frage, in der Tat. Doch eines ist mir in letzter Zeit immer wieder durch den Kopf: nämlich dass ich eines Tages Kinder haben möchte. Nicht sofort, aber irgendwann. Und mit einer Partnerin an meiner Seite, die leider noch einige Probleme mit sich selbst zu klären hat, könnte ich mir das momentan nicht vorstellen.

Nur habe ich enorme Angst vor einer Trennung. Meine Partnerin hat mich zum Mittelpunkt ihres Lebens gemacht, alles ist von mir abhängig. Ich treffe die Entscheidungen, ich tröste sie und bin für sie da, wenn es ihr schlecht geht. Sonst hat sie niemanden. Da kann sie doch beim besten Willen nicht im Stich lassen, oder? Ich denke, dass sie an der Trennung zerbrechen würde und wer weiss, was dann geschieht. Natürlich sollte der wichtigste Mensch in meinem Leben ich selbst sein, aber nach all den Jahren würde nach einer Trennung auch ein grosser Teil von mir zerbrechen und wegfallen.

Vielleicht ist es das beste, wenn wir es nochmals mit einer Paartherapie versuchen, was meint ihr?

Gruss Hans

Ich kann dir nur raten das zu tun was dein Gefühl dir sagt. Wenn du bereit bist weiter zu kämpfen dann mach das. Egal was andere sagen. 
Was richtig oder falsch ist oder man Dinge hätte anders machen können sieht man doch erst im Nachhinein. Aus meiner Erfahrung kann ich mir sagen ich habe fast ein ganzes Jahr um meinen Partner gekämpft und leider verloren (das soll nicht heißen das es bei dir auch so sein wird, zumal es eine ganz andere Situation war). Viele Leute haben mir geraten dass schon zu lange zu beenden aber ich habe weiter versucht alles zu geben. Im Nachhinein gibt es Dinge die ich die ich getan bzw. nicht getan habe und vielleicht mit der Erkenntnis die ich jetzt habe, anders machen würde. Aber trotzdem bereu ich nicht, dass ich alles gegeben habe. Als ich gemerkt habe dass ich nicht mehr kann und sich das auch auf meinen Körper ausgewirkt hat, habe ich letzten Endes einen Schlussstrich gezogen. 
Das wichtigste was ich gelernt habe für mich ist dass der Partner an deiner Seite mitziehen muss, von ganzen Herzen, sonst bringt das alles nichts. 

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11. September um 20:34
In Antwort auf tiger001

Ich kann dir nur raten das zu tun was dein Gefühl dir sagt. Wenn du bereit bist weiter zu kämpfen dann mach das. Egal was andere sagen. 
Was richtig oder falsch ist oder man Dinge hätte anders machen können sieht man doch erst im Nachhinein. Aus meiner Erfahrung kann ich mir sagen ich habe fast ein ganzes Jahr um meinen Partner gekämpft und leider verloren (das soll nicht heißen das es bei dir auch so sein wird, zumal es eine ganz andere Situation war). Viele Leute haben mir geraten dass schon zu lange zu beenden aber ich habe weiter versucht alles zu geben. Im Nachhinein gibt es Dinge die ich die ich getan bzw. nicht getan habe und vielleicht mit der Erkenntnis die ich jetzt habe, anders machen würde. Aber trotzdem bereu ich nicht, dass ich alles gegeben habe. Als ich gemerkt habe dass ich nicht mehr kann und sich das auch auf meinen Körper ausgewirkt hat, habe ich letzten Endes einen Schlussstrich gezogen. 
Das wichtigste was ich gelernt habe für mich ist dass der Partner an deiner Seite mitziehen muss, von ganzen Herzen, sonst bringt das alles nichts. 

Ich bedanke mich für diese schön formulierten Worte, das hat mir sehr geholfen.
 

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11. September um 21:00

Ich habe eine ähnliche Erfahrung gemacht und kann dir sagen ,bei mir war die Trennung (die vom Mann ausging) wie eine Befreiung. Natürlich habe ich zuerst darunter gelitten. Aber danach kam die Sexualität usw zurück. Beziehungen können ziemlich auf den Nullpunkt runterfahren, wahrscheinlich fehlt deiner Freundin einiges oder sie ist genauso wie du unzufrieden. Daher wird es ihr nach der Trennung besser gehen ,wenn sie dann einen Partner gefunden hat, der ihr mehr bieten kann wie du.
Zu deiner Frage allgemein ob du die eine andere Frau suchen solltest um besseren und anderen (zb draussen) Sex zu erleben- das ist Käse- wahrscheinlich kommst du mit der nächsten Frau wieder an diesen "Nullpunkt"- und um 1x Sex draussen oder oder oder zu erleben braucht man meiner Meinung nach nicht Schluss machen. das ist ziemlich kindisch und dieses sich "austoben" wollen, mag zwar normal sein ist aber völlig überbewertet. Es gitb andere Werte die zählen, zb dass man sich auf den Partner verlassen kann, dass man den anderen in und auswendig kennt, dass man dasselbe denkt und weiß was der andere denkt.... das findest du alles nicht in einer neuen Frau. 
Was ihr noch machen könntet, wäre sachlich klären, wie deine Freundin an mehr Lebensfreude rankommt, also ob nun durch einen Psychologen, ob durch reduziertes Arbeiten, Untersuchung der Schilddrüse (Müdigkeit)....
Und als Tipp wenn sie am liebsten drinnen ist, weil sie da mit dir kuscheln kann, dann gestalte euer Leben einfach anders. Zeig ihr, dass du sie auch ausserhalb der Wohnung kuschelst, umarmst,küsst, Hände streichelst und hälst, jederzeit und überall und zb auch gezielt, also du zerrst sie in die Natur und dann gehst du nicht wandern wo du im schlimmsten Fall noch 2m vor ihr läufst, nein du überhäufst sie mit Aufmerksamkeit und Zuneigung... Solllte helfen, dass sie nicht nur das Sofa damit verbindet. 

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11. September um 21:27
In Antwort auf wander_hans

Nein einen Grund dafür gibt es nicht. Ich bin eben etwas extrovertierter, spiele in einer Band und werde schon ab und zu bewundert.

Leider kommt sie nicht selbst aus sich heraus. Sie hätte so viele Talente, doch man muss sie immer zu ihrem Glück zwingen. Und mit der Zeit fehlt mir einfach die Ausdauer dazu.

Ich selbst bin einem gemütlichen Abend auch nicht abgeneigt. Nur kann ich mir nicht vorstellen, dies tagein tagaus zu tun. Wenn ich morgens aufwache kann ich haargenau voraussagen, was an diesem Tag geschehen wird und ich würde jedes mal richtig liegen.

Depressiv ist sie meines Erachtens nicht, aber ich bin ja auch kein Psychologe. Sie ist karrieremässig echt gut dran, was aber auch einiges von ihr abverlangt. Selbst wenn sie Feierabend hat, kann sie nicht abschalten und grübelt den ganzen Abend vor sich hin.

Die Pille nimmt sie nicht, kann also nicht daran liegen.

Danke dir und Gruss!

Guten Abend!

Aus meinem Bekanntenkreis kenne ich seeeehr Ähnliches. Und des Rätsels Lösung war eine jahrelang nicht erkannte/diagnostizierte massive Schilddrüsenunterfunktion (Hashimoto).

Lies Dich dazu mal ein bisschen ein, denn in dem mir bekannten Fall war an Nebenwirkungen der Grunderkrankung von den leichten Depressionen (kann blutdruckbedingt auch von Betablockern sein), der Introvertiertheit bis hin zur erlahmenden Libido alles vorhanden - inklusive Stubenhockerei und keine Freunde mehr. Die gesamte Energie war unbewusst auf den Beruf konzentriert, um den Job nicht zu verlieren.

Wenn du dich ein bisschen schlau gemacht hast und meinst, das könnte es sein, dann geh mit ihr bitte nicht (!) zum Hausarzt oder einem beliebigen Internisten, sondern suche dir übers Web einen ausgewiesenen Spezialisten - der Mehraufwand ist es 100 mal wert.

Ach ja, meine Bekannte ist nach der Therapie ein "ganz neuer/anderer Mensch" geworden, wie ausgewechselt. Eine derartige positive Wandlung habe ich vorher noch nie bei einem Menschen gesehen.
Ich wünsche euch beiden viel Glück!

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11. September um 22:06

Lieber Hans,

du wirkst sehr empathisch. Deine Zeilen lesen sich zum einen wunderschön, weil so viel Liebe und Achtung darin steckt und zum anderen habe ich ganz viel Mitleid.

Ich kann leider die letzten Ausführungen von audividetace nicht ganz nachvollziehen. Warum ist der Wunsch sich auszuleben KÄSE? Er meint ja glaube ich (bitte korrigiere mich, wenn ich falsch liege) nicht qualitativ, sondern quantitav. Hinzukommt, dass seine Vorstellungen bzw. Wünsche ja für die meisten nichts abenteuerliches sind. Wer möchte sein ganzes Leben lang, den Partner/in nur im Dunkeln und nach den gleichen Rahmenbedingungen geliebt haben? Es geht dabei auch um Spaß am Leben und darum gemeinsame Erfahrungen zu sammeln. Diese Erlebnisse schweißen zusammen und lassen einen die schweren Zeiten (die alle Beziehungen früher oder später haben) gemeinsam durchstehen.

Ich finde du hast sehr sehr lange zurückgesteckt, hast den Willen gezeigt an der Beziehung zu arbeiten und warst (meine Vermutung) immer loyal. Mein Mann und ich sind fast 20 Jahre zusammen (ich war 16 und er 18) und ja es gibt richtig schlimme Zeiten. Da muss man kämpfen, um die Beziehung/Ehe zu retten, aber stell dir Frage: Will ich das bis zu meinem Lebensende? Mich aufgeben?

Man merkt, wie sehr dir der Gedanke an eine Trennung schwer fällt. Das ist absolut nachvollziehbar. Ihr habt eure Jugend miteinander verbracht. Eine Zeit die stürmisch und voller neuer Herausforderungen steckt, das verbindet.

Ich habe eine sehr gute Freundin, die auch so lange mit Ihrem Mann zusammen war, zwei Kinder und ein Haus stand auf dem Spiel. Sie hat die Trennung auch nicht von heute auf morgen gewagt. Der erste Schritt war eine Zweitwohnung, die erstmal nur für 1-2 Tage pro Woche genutzt wurde. Nach ca. einem Jahr haben sie sich endgültig getrennt. Davor erfolgten auch viele Gespräche, Streits, Versöhnungen, aber auch die Möglichkeit sich hin und wieder zurückzuziehen (ohne das man den Partner/in im Nebenzimmer weinen hört).

Wie du dich entscheidest - klar ist: du willst irgendwann Kinder und mehr vom Leben.

Mein einziger Tipp, den ich dir aus Erfahrung geben kann: Schließe sie nie aus deinen Gedanken und Plänen aus, egal wie sie aussehen. Stelle sie nicht vor vollendete Tatsachen. Aber verliere dich nicht. Ich glaube, wenn du das immer berücksichtigst, wird sich eine Lösung ergeben, die euch beide (langfristig gesehen) nicht zerbrechen lässt.

Alles Gute!

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