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Sex-und Pornosucht des Partners

14. Dezember 2010 um 16:34

Hallo

Habe nun einige Beiträge zu dem Thema gelesen und mir stinkt es so wie sich alles immer nur um diese armen, süchtigen, willenlosen Männer handelt, die ja nicht anders können weil sie ja eben süchtig sind. Dabei gehen die Partnerinnen auf dem Zahnfleisch daher . Für die interessiert sich nämlich so ziemlich niemand. Die betroffenen Frauen werde als verklemmte Dinger hingestellt, die sich mal ein bisl locker machen sollen. Ich weiss von was ich rede, da ich 15 Jahre mit einem sex-und pornosüchtigen Mann zusammengelebt habe. Ich habe 1000 Versprechungen gehört, ich wurde 1000 mal belogen. Er hat sogar Freunde angestiftet mich anzulügen. Als ich dann, nach der Geburt unserer kleinen Tochter, ein Nacktbild von ihm und einer anderen Frau (Prostituierte, Sex- Kontakt...keine Ahnung) auf unserem PC entdeckte, war bei mir der Ofen aus. Er leugnet bis heute und versucht mir glaubhaft zu machen, dass er das auf dem Bild nicht sei. Dies ist die typische Masche der Süchtigen...die Wahrnehmung der Frauen in Frage stellen...und je nach Typ funktioniert das prächtig. Im Bett war nichts mehr los...schon lange nicht mehr. Auch hat er sich für mich als Mensch nicht mehr interessiert. Auf der anderen Seite kamen mündliche Beteuerungen wie sehr er mich liebe und 1000 Entschuldigungen für sein übles Verhalten mir gegenüber. Ich habe gelitten wie ein Hund. Keine Komplimente, kein nettes Wort, kein schönes Abendessen...Beziehungslosigke it war seine Antwort.
Ich möchte nur allen betroffenen Frauen den Rat geben: Falls eure Männer nicht in der Lage sind zu ihrer Sucht zu stehen und reinen Tisch zu machen bzw. wirklich an einer Beziehung mit euch interessiert sind, dann packt so schnell eure Sachen wie es geht. Diese Männer hören damit nicht auf nur weil ihr es euch wünscht. Es ist wie bei Alkoholikern...die trinken trotzdem weiter und lügen einem ins Gesicht auch wenn man den Alk riecht. Es ist eine Sucht. Aber jeder Süchtige hat auch eine Verantwortung für seine Sucht. Ich wünsche niemandem das was ich erlebt habe...an Trauer, Enttäuschung, Schock und Ohnmacht. Ich hätte für diesen Menschen sehr viel getan und niemals hätte ich ihn im Stich gelassen, wenn ich nur einmal gemerkt hätte, dass er wirklich etwas ändern möchte. Ich habe ihn verlassen als meine kleine Tochter 8 Monate war. Nun höre ich von alles Seiten: toll wie du das gemacht hast, wie du das mit Kind und Beruf schaffst, dass du diesen Schritt gegangen bist, du bist eine starke Frau. Nein, dass bin ich nicht. Ich bin sehr traurig und einsam und musste mich von meinen Lebensträumen verabschieden. Die einzige Freude ist gerade meine kleine Tochter. Sie ist fabelhaft und ich werde alles dafür tun, dass sie ihrer Wahrnehmung immer trauen kann.

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14. Dezember 2010 um 23:30

Danke
Vielen Dank für Deine einfühlsamen Worte. Hast mir wahnsinnig geholfen. Wenn Du den Text gelesen hättest, dann hättest Du mitbekommen, dass ich mich nach 15 Jahren getrennt habe. Damit kannst Du mir nicht vorwerfen ich würde die Flinte ins Korn werfen. Ich glaube Du verstehst nicht von was ich rede und eigentlich habe ich gehofft ein wenig Verständnis für meine Sit. zu bekommen als so einen Beitrag.

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15. Dezember 2010 um 0:25

Sucht lange nicht erkannt
Ich habe die Sucht lange nicht erkannt, bzw. ich wäre nie auf die Idee gekommen von einer Sucht zu sprechen. Habe zwar darüber gelesen, aber hätte doch nie gedacht, dass dies bei meinem Partner der Fall sein könnte. Ich dachte, wir hätten ganz normale Beziehungsprobleme wie alle anderen auch.
Die Sucht äusserte sich so, dass er sich in seinem Wesen sehr stark veränderte. Je mehr er konsumierte (und die Art der Darstellungen wurden immer heftiger) um so abweisender wurde er mir und seiner Umwelt gegenüber. Er hat also Bilder, Filme, andere Frauen bevorzugt. Sex fand keiner mehr statt, klar er war ja schon befriedigt...hat er mir auch so gesagt.Das tut sehr weh.
Man fängt an sich klein zu machen, das Selbstvertrauen rauscht ins Nirgendwo, man findet sich zu dick, zu hässlich, zu dumm (ich ärgere mich heute darüber) und es wird einem immer gesagt: ach das bildest du dir doch alles nur ein, ich war gar nicht am Pc und wie die Sachen dort landen weiss ich nicht. Gemeinsame Gespräche fanden fast nicht mehr statt und manchmal wusste ich echt nicht warum er noch mit mir zusammen war. Und warum ich mit ihm zusammen war. Auch spielte er ständig alles herunter, er wäre halt so und damit müsste ich zufrieden sein.
Dann fingen die Lügengeschichten an, typisch für suchtkranke Menschen. Alles verheimlichen, andere zum Lügen anstiften, damit ja nix auffliegt. Es ist aber alles aufgeflogen und zwar ab dem Zeitpunkt, ab dem ich zu Hause war da mein Kind auf die Welt kam.
Wie gesagt, ich interessierte ihn als Partnerin und Mensch nicht mehr. Mündlich sagte er mir ständig, dass er mich liebe, aber sein Verhalten war anders. Das Fatale an der Sache ist, dass man selbst seiner Wahrnehmung nicht mehr traut...aber genau das ist es ja was die betroffenen Frauen so fertig macht...sie trauen ihrem Gefühl und ihrer Wahrnehmung nicht mehr, da der Partner ja einem ständig vermittelt: du siehst das falsch, du hast nicht recht, ich bin unschuldig und du machst ein Theater. Die Verhaltensmuster zu anderen Suchtkranken sind eigentlich ähnlich: lügen, verheimlichen, Zwang zur Handlung, Wesensveränderung, Dosis muss erhöht werden (Darstellungen wurden heftiger....zum Schluss das Nacktbild = fremdgehen). Deshalb, denke ich, hilft nur Konsequent sein und sich nicht so einlullen lassen wie ich es lange habe mit mir machen lassen. Denn es bringt nix. Der Partner wird sich auch beim 100. bitte, bitte nicht ändern. Oder er erkennt das Problem steht dazu und holt sich Hilfe. Dann denke ich hat die Beziehung vielleicht auch eine Chance.

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15. Dezember 2010 um 13:45

Hast prinzipiell völlig recht
und ich stimme da völlig zu. Denn eine Sucht funktioniert ja nur so gut, wie sie auch vom Gegenüber mitgetragen wird, man also Co-Abhängig ist. Ich habe die Sucht nicht erkannt, ich habe es einfach nicht erkannt...und auch nicht meine Rolle in dem Spiel. Und Du hast völlig recht, wer sich so etwas bieten lässt, der hat ein gehöriges Problem. Der Ärger auf mich selbst ist sehr gross. Ich kann ihn nicht ändern, ich kann nur mich selbst ändern und das versuche ich.
Trotzdem höre ich immer die gleichen Geschichten: er kann ja nix dafür...er hat halt die Sucht. Dies lasse ich nicht gelten, denn jeder hat auch eine Verantwortung für seine Sucht...ich auch.
Und natürlich höre ich oft, bist verklemmt wa? Ist doch nicht so schlimm. Doch, es ist schlimm, wenn eine Beziehung darunter zu leiden anfängt.

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15. Dezember 2010 um 14:17

Wollte noch anfügen,
dass das Verheimlichen ebenfalls meine Strategie war. Nicht aber das Lügen und verdrehen der Tatsachen. Ich habe nie mit jemanden darüber geredet, weil es mir so peinlich war. Ich wollte ja, dass diese Partnerschaft funktioniert und habe ständig das Gespräch mit ihm gesucht...wollte Lösungen, wollte ja wissen was das Problem ist. Habe mich für diese Beziehung sehr eingesetzt. Und auch jetzt versuche ich noch auf einer Ebene zu kommunizieren, die nicht funktioniert. Es ist echt frustig...das man sich so schwert tut wenn man selbst drin steckt. Hätte doch nie gedacht, dass mir so was passiert. Habe das Gefühl, ich sehe seit sehr langer Zeit wieder etwas klarer.
Danke Dir für Deinen wertvollen Beitrag.

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15. Dezember 2010 um 14:28

Was soll ich denn zitieren?
Ich erzähle einfach meine Geschichte...wie es mir ergangen ist. Wie mein Umfeld reagiert und welche Reaktionen ich bekommen habe. Das hat doch nix mit dem Forum zu tun. Verstehe nicht was du mir sagen möchtest. Habe bis vor kurzem über meine Geschichte nicht gesprochen und es ist das 1.x, dass ich darüber in einem Forum schreibe. Tut mir leid, wenn ich das alles zu kompliziert mache.

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15. Dezember 2010 um 16:15
In Antwort auf belen_12104186

Wollte noch anfügen,
dass das Verheimlichen ebenfalls meine Strategie war. Nicht aber das Lügen und verdrehen der Tatsachen. Ich habe nie mit jemanden darüber geredet, weil es mir so peinlich war. Ich wollte ja, dass diese Partnerschaft funktioniert und habe ständig das Gespräch mit ihm gesucht...wollte Lösungen, wollte ja wissen was das Problem ist. Habe mich für diese Beziehung sehr eingesetzt. Und auch jetzt versuche ich noch auf einer Ebene zu kommunizieren, die nicht funktioniert. Es ist echt frustig...das man sich so schwert tut wenn man selbst drin steckt. Hätte doch nie gedacht, dass mir so was passiert. Habe das Gefühl, ich sehe seit sehr langer Zeit wieder etwas klarer.
Danke Dir für Deinen wertvollen Beitrag.

Nun
okay, du hast einen Schritt gemacht und dich von ihm getrennt. Aber du hörst dich immer noch sehr verbittert und gefrustet an. Warum ist das deiner Meinung nach so?

1. Weil du das Versagen deiner Ehe als persönliches Versagen empfindest?
2. Weil er deiner Meinung nach immer noch süchtig nach Pornos ist?
3. Weil du immer noch gegen eine Wand anrennst, wenn du versuchst durch Gespräche mit ihm eine Lösung zu finden?
4. Weil du jetzt alleine bist und dich als unvollkommen empfindest?

Verstehe mich bitte nicht falsch und fasse dies nicht als Vorwurf auf, aber auf was genau richtet sich deine Wut? Irgendwie bist du weitergegangen und doch in deinem "alten" Leben geblieben! Oder ist es eine Wut darauf, daß du mit all dem nicht abschließen kannst bzw. willst?

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15. Dezember 2010 um 19:52
In Antwort auf asya_12525814

Nun
okay, du hast einen Schritt gemacht und dich von ihm getrennt. Aber du hörst dich immer noch sehr verbittert und gefrustet an. Warum ist das deiner Meinung nach so?

1. Weil du das Versagen deiner Ehe als persönliches Versagen empfindest?
2. Weil er deiner Meinung nach immer noch süchtig nach Pornos ist?
3. Weil du immer noch gegen eine Wand anrennst, wenn du versuchst durch Gespräche mit ihm eine Lösung zu finden?
4. Weil du jetzt alleine bist und dich als unvollkommen empfindest?

Verstehe mich bitte nicht falsch und fasse dies nicht als Vorwurf auf, aber auf was genau richtet sich deine Wut? Irgendwie bist du weitergegangen und doch in deinem "alten" Leben geblieben! Oder ist es eine Wut darauf, daß du mit all dem nicht abschließen kannst bzw. willst?

Eine sehr gute Frage
Ich denke, ich habe eine grosse Wut auf mich selbst und das ich es immer noch nicht geschafft habe eine innere Distanz zu schaffen. Auch das ich das alles nicht geschnallt habe und so viele Jahre mich für diese Beziehung abgemüht habe. So empfinde ich es zumindest. Müsste doch froh sein, dass ich das alles hinter mir habe. Nein, ich fühle mich nicht unvollkommen und er hat sich für seinen Weg entschieden...er lebt vermutlich sein altes Leben weiter. Bin mir sogar fast sicher.
Was mich ganz verbittert macht ist, dass ich oft nicht ernst genommen werde. Habe es schon ein paar mal angedeutet, d.h. einige Gespräche in meinem Umfeld liefen so ab, als solle ich mich doch nicht so anstellen. Wegen einem Porno so einen Aufstand zu machen. Schaut sich doch jeder mal an etc. Eine meinte sogar: vielleicht hast du ja Probleme mit deinen Hormonen? Ich könnte echt manchmal....! Aber es geht ja nicht um einen Porno sondern um eine Sucht die ich nie bemerkt habe und selbst mitreingerutscht bin. Ich hoffe sehr, dass ich bald diese innere Distanz habe und endlich neu anfangen kann. Das wünsche ich mir sehr.
Die äusseren Bedingungen sind ja geschaffen und nun gilt es die inneren Bedingungen in Angriff zu nehmen.

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15. Dezember 2010 um 20:07

Sorry,
da hast du mich falsch verstanden. Nein, ich habe einfach einigen Menschen in meinem Umfeld die Geschichte erzählt...einigen wenigen. Und ich war sehr erschrocken darüber was für Reaktionen kamen. Auch habe ich in meinen Ausführungen auch nicht alle Details ausgeplaudert. Ich bin froh andere Meinungen zu hören. Hattest du das Gefühl ich pflaume dich an? Ganz bestimmt nicht, ich bin um (fast) jeden Beitrag froh. Und Verbitterung ist wirklich kein guter Ratgeber, da stimme ich dir voll zu. Aber ich kann halt auch nicht alles auf einmal schaffen. Wenn einem das Leben mal so kurz unter den Füssen wegbricht, dann ist man erstmal froh zu überleben. So habe ich das zumindest empfunden. Meine Zukunfspläne waren ja eigentlich anders. Versuche mein Bestes zu geben, besser kann ich es gerade nicht.
Höre ich mich echt so verbittert an? Bin ich ja auch, aber dass das so zum Ausdruck kommt?

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15. Dezember 2010 um 20:24

Eben
und so war es bei meinem Partner. Normale Frauen interessierten ihn nicht mehr. Wenn er Frauen hinterher schaute, dann konnte ich das nicht fassen. Kurzer Rock, Netzstrümpfe, hohe Stiefel und heftig geschminkt....höchstens 20. Und dabei spreche ich nicht von "normalem" schauen sondern von fixieren. Mir war das immer sehr peinlich. Die Männer stumpfen ab auch bei den Pornodarstellungen...so war es bei ihm zumindest. Wenn ich mich an die letzten Sachen erinnere die ich gesehen habe, dann wird mir schlecht. Um den Kick zu erleben, muss die Dosis erhöht werden, genau wie bei anderen Drogen auch.

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15. Dezember 2010 um 20:43

Meine doch nicht Euch...
sondern die Berichte und Kommentare die ich von anderen zu diesem Thema gelesen habe (doch nicht eure Antworten...vielleicht eine). Auch meine ich nicht euch damit, wenn ich Beispiele aufzähle wie: stell dich nicht so an, ist doch alles nicht so schlimm etc.....das ist mir in meinem Umfeld passiert. Ich muss mich wohl wirklich besser ausdrücken. Ich bin froh um jede Meinung.

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16. Dezember 2010 um 12:02

Danke für Eure Meinungen
aber ich glaube ich hätte meine Geschichte und meine Meinung doch nicht so öffentlich machen sollen. Denke, es war ein Fehler und nicht gut für mich. Trotzdem Euch allen vielen, vielen Dank, Gruss

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