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Selbst gewähltes Elend?

30. Juni 2003 um 19:04 Letzte Antwort: 1. Juli 2003 um 11:59

Hallo,

vielleicht kann mir ja jemand helfen oder wenigstens einen guten Tipp geben...

Also, es geht um meine Ehe.
Ich bin 23, er 31 und wir haben eine 5 Monate alte Tochter.
Unsere Beziehung war von Anfang an etwas "aufreibend" oder soll ich sagen, mit diversen unwichtigen Streits, Eifersucht und eben allen Dingen des Zusammenlebens und - seins gespickt?
Naja, auf alle Fälle war ich im Mai 2002 schon öfters mal dem Gedanken erlegen, mich von ihm zu trennen (da waren wir noch nicht verheiratet). Dummerweise versagte da wohl ein "Verhüterli" und im Juli 2002 wurde mir dann von meinem Arzt gesagt, dass ich schwanger bin. Ich glaube, mein damals größter Fehler war, meinen Mann mit zum Arzttermin zu nehmen. Vermutlich wäre meine kleine Maus heute sonst gar nicht geboren. Aber da er es wußte, und sich freute.... naja, wie gesagt, sie ist 5 Monate alt.
In der Schwangerschaft ging es mir dann nicht so gut. Erstens, weil ich Streß mit meinem Arbeitgeber hatte (ich war damals im 1. Lehrjahr) und zweitens gab es da halt auch noch die typischen Schwangerschaftsbeschwerden.
Wir haben uns damals schon oft gezofft und mein Tagebuch füllte sich mit negativen Gedanken über Verlassen , Abtreibung etc.
Dusseligerweise habe ich dann "Ja" gesagt, als er fragte, ob ich ihn heiraten will. Allerdings hatte er, wenn ich mir das alles mal in Gedächtnis rufe, sehr oft den finanziellen Vorteil hervorgehoben. Und einmal, im Streit, warf ich ihm vor, dass er mich nur des Babys wegen geheiratet hat. Er bejahte. Heute darauf angesprochen sagt er, dass meine "Hormone" bei mir wohl eine geistige Fehlzündung ausglöst hätten und das das gar nicht stimmt.
Nun ja. Wir heirateten also. Und hatten weiterhin Zoff. Im Januar kam dann unsere Tochter zur Welt, GOTTSEIDANK ist sie ein fröhliches, lebenslustiges, hübsches, neugieriges Mädchen! Hätte ja bei den ständigen Streitereien auch anders kommen können.
Vor ca. 2-3 Wochen hatten wir dann den absoluten Megastreit, ich wollte mich scheiden lassen und das Kind mitnehmen. Er weigerte sich, es herauszugeben und meinte, wir sollten dem Kind zuliebe noch einmal "ganz von vorne anfangen". Als ob das ginge...
Im Allgemeinen läßt sich über meinen Mann sagen, dass er mich zu Anfang unserer Beziehung ziemlich in seine Richtung ändern wollte, er hält /hielt mich für ein Schulmädchen und meint, ich würde nicht richtig machen. Ich muß mir mindestens 3X in der Woche anhören, was ich wieder falsch gemacht habe. Er nimmt mich nicht ernst (Flugangst), hält die hormonellen Nachwirkungen der Schwangerschaft für dummes Zeug und meint, weil er mit mir unzufrieden ist (ich "lebe so vor mich hin") würde er mich dauernd zusammenstauchen.
Also bin ich an allem schuld?
Es gäbe noch vieles mehr zu erzählen, aber dann wäre vermutlich kein Platz mehr für andere Beiträge...

Also: Ich bin unzufrieden (vielleicht nachvollziehbar?), möchte ihn echt gerne jeden Tag vermöbeln, habe Babystreß, möchte nicht angefasst werden und keinen Sex.

Frage: Ist das normal? Was soll ich tun? Soll ich zur Therapie mit meinem Mann? Wie erkenne ich, ob ich ihn noch liebe? HILFEEEE!

Ich will schließlich nicht, dass meine kleine Maus in einer unglücklichen Beziehung groß wird...

Vielen Dank im Voraus für eure eventuelle Hilfe!

Liebe Grüße Michelle

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1. Juli 2003 um 11:59

Liebe michelle
warum selbst gewähltes elend??

du hast lediglich eine falsche entscheidung getroffen - das kommt vor ... und gibt dir die möglichkeit, deine entscheidung zu korrigieren.

als ich deinen beitrag las, dacht ich, ich lese aus meiner vergangenheit.

ich weiß, dass es schwer ist, diese situation mit kind zu ertragen; trotzdem wird dir jeder therapeut sagen, dass es für ein kind allemal besser ist, getrennte eltern zu haben als solche streitereien auf dauer mitzuerleben.

streit ist normal. aber was du schreibst? geht es hier wirklich um dinge, wegen denen man sich streiten sollte? kleinigkeiten, die normalerweise toleriert und akzeptiert werden sollten.

ich denke, du hast das schon ganz richtig erkannt: dass er - aus welchem grund auch immer - sich was junges gesucht hat, um es noch hinbiegen zu können.

und ganz ehrlich: ein mann, der mich verbal so verletzt, dürfte mir auch nicht mehr zu nahe kommen.
dass sex nach der schwangerschaft nicht der bringer ist, die erfahrung hab ich selbst gemacht. aber dass man auf streicheleinheiten verzichtet? nicht ohne grund, michelle.

therapeut? ich selbst würde es erst einmal mit paartherapie versuchen - hinterher dann die einzeltherapie.

liebe grüße
h.

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