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Seine Familie ist so schwierig :<

31. Mai 2013 um 15:40

Hallo ihr Lieben,

ich oute mich mal als stille Mitleserin - jetzt ist allerdings der Zeitpunkt gekommen, an dem ich selbst Rat von euch brauche. Achtung, langer Text voraus, wer keine Lust hat viel zu lesen, der sollte spätestens *jetzt* wieder wegklicken

Ich bin 25, komme vom Land, bin relativ behütet mit meinen Eltern und meiner Schwester aufgewachsen - den Großteil meiner Kindheit und Jugend empfinde ich als harmonisch und liebevoll (klar, es gab ab und zu Streit, auch mal heftiger, aber im Großen und Ganzen war alles ziemlich bilderbuchmäßig). Ich ging nach der Schule zum Studieren und lernte im Internet meinen Freund kennen, der rund 200km von meiner Heimat entfernt wohnt. Anfangs führten wir eine Fernbeziehung, aber nur kurz, denn ich war kurz vor dem Abschluss und musste kaum noch an der Uni anwesend sein, nach bereits etwa 3 Monaten zog ich bei ihm ein (das war keine ausgesproche Entscheidung, es ging einfach fließend).

Damit komme ich auch zum eigentlichen Problem, und dazu muss ich relativ weit ausholen. Mein Freund und ich wohnen momentan in der Einliegerwohnung in seinem Elternhaus, wir unten, seine Eltern oben. Dass wir im nächsten Jahr dort ausziehen habe ich bereits durchgesetzt - dieser enge Kontakt mit seinen Eltern ist mir einfach unangenehm.
Woran das liegt? Sie sind einfach so unfassbar anstrengend, das ganze Familiengefüge ist anstrengend und ich bin das alles einfach nicht gewohnt (und weiß immer noch nicht wie ich damit klarkommen soll). Der Vater benimmt sich (fast immer) wie ein kleines Kind. Er kann nicht sagen, wenn ihm was nicht passt, zeigt einem dann aber trotzdem deutlich dass er beleidigt ist. Er kann nicht sagen, wenn er Hilfe bei etwas braucht, verlangt aber insgeheim dass man sofort seine Hilfe anbietet (egal was man selbst gerade zu tun hat). Er stellt sich null seinen Pflichten (am Haus müssten dringend ein paar Sachen erledigt werden, aber er kümmert sich einfach nicht darum). Er weiß alles besser (und wehe ihm gibt jemand Kontra, dann regt er sich hintenrum auch wieder auf).
Dann seine Mutter. Sie ist Hausfrau und hat kaum soziale Kontakte, das heißt ihr ist permanent langweilig. Immer. Sobald sie auch nur die kleinste Gelegenheit wittert, "besucht" sie uns (ich kann sie ja sogar irgendwie verstehen, aber aaaargh...). Sie versucht, mich und meinen Freund gegeneinander auszuspielen, wenn sie irgendetwas möchte. Sie klammert ganz extrem. Das alles mache ich seit mehr als einem Jahr mit.

An und für sich könnte ich ja sagen "sch...ss drauf, ich bin ja mit ihm zusammen, nicht mit seinen Eltern" - aber ich merke teilweise, dass mein Freund erziehungsbedingt einfach manche Dinge so komplett und ganz anders sieht und angeht wie ich, dass ich mich einfach frage, ob das auf Dauer (spätestens wenn wir eine eigene Familie gründen wollen) gutgehen kann. Das fängt bei Kleinigkeiten wie dem Essen an - ich bin gewohnt zu essen, was auf den Tisch kommt (muss ja nicht immer Geschmacksorgasmen haben), er hingegen hat von seiner Mama immer eine Extrawurst bekommen (sein Vater im übrigen auch), wenn er nicht wollte was sie gekocht hat - und hört bei grundsätzlichen Dingen wie Diskussionen auf (ich diskutiere gerne und kläre Sachverhalte gerne, er blockiert dann meistens und kehrt lieber unter den Teppich, genau wie das bei seinen Eltern seit Jahren läuft). Auch das Verhältnis von mir zu meinen Eltern ist ganz anders als bei ihm. Für mich ist es normal, dass ich meine Eltern kritisiere, wenn sie in meinen Augen etwas falsch machen, sie kritisieren mich dafür ja genauso. In der Familie meines Freundes hingegen wird entweder gar nichts gesagt und gleichzeitig unterschwellig geschmollt oder aber so getan, als wäre ja gar nichts los. Es gibt keine offenen, klärenden Worte, nie.

Ich hab's mit meinem Freund wirklich gut erwischt, liebe ihn über alles und möchte mir ein Leben ohne ihn nicht mehr vorstellen - aber dieses Familien-Ding lässt mich manchmal nicht mehr los.

War von euch schonmal jemand in einer ähnlichen Situation? Was habt ihr getan, abgewartet, versucht zu reden? Wie kann man besten mit dieser Situation umgehen?

Ich bin für jeden Ratschlag dankbar

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31. Mai 2013 um 15:52

Danke
... und ja, du hast Recht, manchmal habe ich das Gefühl wir bräuchten gar keine eigenen Kinder

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