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Seine Depressionen belasten mich

16. März 2009 um 23:44

Hallo zusammen,

ich habe (bzw. hatte) nun schon seit längerem ne Art Sexbeziehung. Eigentlich zählt er zu meinen besten Freunden, irgendwie ist er mir so wahnsinnig ans Herz gewachsen. Ich habe auch Gefühle für ihn, nur die kann ich koordinieren und kontrollieren...

Nunja, er ist ein äußerst komplizierter Mensch. Anfangs konnten wir kaum die Finger voneinander lassen, doch irgendwann zog er sich zurück, die ersten Streits, die ersten Vorwürfe...wir haben einfach schon ne Menge durch in den letzten Monaten...und raufen uns am Ende doch zusammen.

Anfangs dachte ich es würde an mir liegen, ich wäre an allem schuld, ich würde ihn unter Druck setzen. Doch ich weiß, dass bei ihm Depressionen diagnostiert sind. Er nahm anfangs, als wir uns kennenlernten, Anti-Depressivas, war gerade frisch aus der stationären Behandlung raus, ging weiter ambulant zu einem Psychologen.
Inzwischen hat er die abgebrochen und ich merke, dass er von Tag zu Tag tiefer in seine Depressionen fällt...die dann, wenn es zuviel wird, sich in Aggressionen wandeln.
Normalerweise ist er ein lieber Mensch, sehr lustig, kann über jeden Scheiss lachen. Aber im Moment liegt er eigentlich nur apathisch rum, schläft zuviel oder überhaupt nicht.

Wir sehen uns kaum noch. Er meinte er hätte im Moment nicht das Bedürfnis nach Nähe, Sex. Er kann sich zu nichts aufraffen. Er wolle mich damit nicht verletzen, aber er könne im Moment nicht.
Letzte Woche hatten wir das letzte Mal Sex. Normalerweise fangen wir danach nochmal von vorne an, aber als ich versuchte anzufangen, schob er mich sanft beiseite, lenkte mich mit Streicheleinheiten und Küssen ab.

Er meinte zu mir er weiß nicht wie lange diese Phase wieder anhält. Er ist auf der Suche nach nem Therapieplatz. Andere Frauen seien definitiv nicht im Spiel, ihm sei einfach nach nichts. Ich solle nicht auf ihn warten, wenn ich wen kennenlernen würde, der zur Zeit besser in mein Leben passt, dann solle ich gehen. Er will mich nicht unnötig warten lassen.
Andersrum als ich ihm etwas ganz harmloses von einem anderen Mann erzählt hatte, da wurde er aggressiv und eifersüchtig.

Ich weiß nicht wie ich mit ihm umgehen soll. Wir hören uns schon noch oft, fast täglich. Aber ich bringe ihn nicht zum lachen, er verschmäht den Sex mit mir, er wirkt abwesend, traurig, mich sich im Unreinen.
Es kratzt an meinem Ego. Ganz klare Sache.
Andersrum ist er mir als Mensch so wichtig. Ich hab ihn so lieb, dass es mir wehtut ihn so zu sehen. Das meinte ich auch zu ihm heute, dass ich mir einfach Gedanken um ihn machen. Er meinte ich soll das nicht.

Was würdet ihr mir raten? Gibt es da überhaupt einen Rat? Ich bin so hilflos, ich will ihm das Gefühl geben für ihn da zu sein, aber ich habe auch Angst dass ich ihn bemuttere, ihn überfordere mit mir.
Wäre er "nur" ein Freund, dann wüsste ich es. Aber er ist ein spezieller Freund, ich schlafe mit ihm, ich küsse ihn.

Diese Situation ist echt mal zuviel für mich...

LG, TG

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17. März 2009 um 8:09

Kratzt an deinem ego
nee, das braucht es nicht. den schuh brauchst du dir nicht anziehen. das ist wirklich sein problem. du hilfst ihm indem du ihm zeigst das du da bist wenn er jemanden braucht. wenn er durchhängt und du gerne kuscheln würdest frag ob er das auch will. einfach nur in die arme nehmen und streicheln. das tut euch beiden gut. kannst ihn dann ja auch fragen ob er vielleicht reden will. mehr kannst du nicht machen. bzw kannst noch fragen wie es mit seiner therapeuten-suche aussieht.
alles liebe

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17. März 2009 um 10:35

...
Hmm...danke für eure Antworten.
Ihr habt recht, wahrscheinlich hilft echt nur reden und ihm zeigen, dass er mit mir reden kann und auch soll.
Es ist schwierig, weil wir auch eben in keiner festen Partnerschaft sind. Wir sind halt Freunde die miteinander schlafen, aber auch mit niemand anderem. Das ist der Deal.
Ich kenne diese Phase von meiner besten Freundin. Sie ist ebenfalls depressiv. Da kam es vor dass sie tagelang die Wand angestarrt hat, sich nicht aus dem Bett bewegt hat.
Es ist einfach schwierig, egal wie ichs drehe und wende. Es ist einfacher als normaler Freund für jemanden da zu sein, schwieriger ist es mit diesem Menschen auch zu schlafen und die Unlust nicht auf sich selbst zu beziehen.

Naja, mal schauen. Ich lasse ihn jetzt mal machen und erstmal in Ruhe. Ich habe ihm gesagt, dass er jederzeit mit mir reden kann und soll. Hab ihm Hilfe angeboten. So langsam fehlt mir auch die Kraft, also lass ich ihn ein wenig in Ruhe. Er ist eh nicht fähig normale Konversation zu führen und ich habe zur Zeit glaub ich Input für 3...

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