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Sein Gejammer geht mir auf die Nerven!

29. August 2017 um 16:44

Hallo liebes Forum,
ich lese schon seit einer Weile still mit und dachte, dass jetzt der Punkt gekommen ist, an dem ich mich hier auch mal registriere.
Es geht darum, dass mein Freund (38) und ich (29) seit knapp 3 Jahren zusammen sind und in dieser Zeit hat er sich mehr und mehr ins Negative verändert - und ich weiß langsam nicht mehr, wie ich damit noch umgehen soll.
Als wir uns kennengelernt haben, war er noch ein recht fröhlicher Mensch, mit dem man auch mal einen Witz machen und lachen konnte, das kann er heute alles nicht mehr. Seine Lebensgeschichte ist nicht die schönste; Vater ist früh abgehauen, in der Schule Probleme gehabt, dann mehrere Studiengänge angefangen, abgebrochen, dann hat er irgendwann Stress bekommen und ist dann bei einem Studiengang hängengeblieben, der ihm eigentlich nicht gefällt, ihn dann aber wegen Zeitdruck dennoch durchgezogen hat. Seit ein paar Jahren arbeitet er jetzt in einem Job, den er hasst und seit ein paar Jahren hat er auch mit seiner Schwester gebrochen, deren neuen Freund er nicht leiden und ihn beinahe sogar mal krankenhausreif geschlagen hat (da haben mein Freund und ich uns noch nicht gekannt).
Hinzu kommen einige körperliche/gesundheitliche Sachen, die ihm schwer zu schaffen machen. Er hat früher immer viel Sport gemacht, das war so das Einzige, woran er immer richtig Freude hatte. Nach 3 richtig blöden Leistenbrüchen kann er das jetzt nahezu vergessen, was mir auch sehr leid tut für ihn.

Versteht mich bitte nicht falsch, verurteilt mich nicht. Ich bin ein wirklich empathischer Mensch, ich hab Verständnis dafür, dass in seinem Leben nicht immer alles glatt gelaufen ist und dass das enorm prägt und die Laune drückt. Aber innerhalb dieser 3 Jahre unserer Beziehung hat irgendwie so ein schleichender Prozess stattgefunden, der mir seit ein paar Wochen mehr und mehr auffällt. Er jammert unendlich viel rum und es geht mir langsam irrsinnig auf die Nerven. Er beschwert sich über seine dummen und unfähigen Kollegen, die "hässlichen Leute" im Büro; seine Schwester sei auch nur eine "dumme Fo..e", weil sie ja gar nicht erkennt, was für ein Ar...loch ihr Freund eigentlich ist. Dann hat er ständig irgendwas: Kopfschmerzen, Schnupfen, "ich glaub, ich werd krank...", seine Leiste tut ihm wieder weh, dann muss ich "Ohh, so schlimm?" sagen und ein mitleidiges Gesicht ziehen, was mir in letzter Zeit immer schwerer fällt, weil ich es einfach nicht mehr hören kann.

Vor ein paar Tagen hatten wir dann beinahe einen riesen Streit, weil er wieder mal darüber gejammert hat, wie schei..e sein Leben bisher doch war, wie viel er schon hat ertragen/erdulden müssen und jetzt kann er nicht einmal mehr richtig Sport machen wegen dieser Leiste, die ja im Übrigen schon wieder sooo weh tut und wo wir schon darüber reden, Kopfschmerzen kriegt er auch grad.... Ich konnte einfach nicht mehr anders und hab dann etwas unwirsch gesagt: "Herrgott, dann nimm ne Tablette und lass es jetzt gut sein!" - Damit hab ich das Tor zur Hölle aufgestoßen, denn in einem riesenlangen Monolog musste ich mir dann anhören, wie empathielos ich sei, wie verständnislos, wie unmenschlich überhaupt, dass ich es wage, seine Schmerzen anzuzweifeln...

Dennoch habe ich die Gelegenheit genutzt und ihm erklärt, dass ich mich mit diesem Gejammer langsam nicht mehr wohlfühle und nicht mehr weiß, wie ich damit noch umgehen soll. Wenn er seinen Job so schei..e findet, wieso wagt er nicht den Sprung und macht doch noch eine Umschulung? Wenn er solche Leistenprobleme hat, gibt es da nicht vielleicht einen anderen Sport, den er alternativ machen könnte?

Der Punkt ist: Ich versuche, lösungsorientiert zu denken. Er jedoch unterbricht mich immer nur und sagt "Nein, das geht nicht, weil ... " - zu allem fällt ihm etwas ein, weshalb xy nicht geht.

Das Ganze ist mittlerweile so weit, dass mir die Lust auf Sex eigentlich schon vor Wochen vergangen ist, ich es aktuell aber trotzdem noch mitmache, weil ich ihn irgendwie nicht noch weiter kränken will.

Aber das geht so irgendwie nicht weiter... Er sagt zwar, dass er kein Mitleid will, von niemandem - aber er tut auch nichts, um mit dem Gejammer mal aufzuhören. Und wie gesagt: Ich weiß nicht mehr, wie ich damit umgehen soll..

Wenn ich sagen würde: "Komm, wir sehen uns im Freiluftkino einen lustigen Film an!", würde auch nur kommen: "Na so toll ist das da gar nicht, denk mal an die Mücken da und der Film ist sicher auch eigentlich Schrott, dafür geb ich kein Geld aus..." - er redet immer alles nur schlecht...

Entschuldigt bitte den superlangen Text, aber das musste jetzt einfach mal raus! Vielleicht wisst ihr ja, was man da machen kann oder was ich noch tun kann...

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29. August 2017 um 17:07

Das trifft bei ihm voll und ganz zu... für jede Lösung gibts wirklich ein neues Problem und ich hab manchmal den Eindruck, dass es ihm richtig Spaß macht, sich in seinem Selbstmitleid zu wälzen, statt sein Leben mal in die Hand zu nehmen und ein paar wichtige Entscheidungen zu treffen.
Ihm ist irgendwie scheinbar auch nicht klar, dass er unsere Beziehung damit irgendwie gefährdet, denn ich will mein Leben nicht mit einem Menschen verbringen, der sich an nichts mehr freuen kann oder sogar WILL - und wenn er dann mal einen Witz macht, dann auf anderer Leute kosten. Vor kurzem hat er einen Scherz gebracht, den ich als solchen ehrlichgesagt nicht erkannt hab und er meinte dann nur, ob ICH "humorbehindert" sei? Das fragt ausgerechnet er. Sorry, darüber konnt ich nicht lachen.

Ich hab ja wie gesagt schon angesprochen, dass ich das langsam nicht mehr ertrage, aber er dreht den Spieß dann einfach um und unterstellt mir dann gewissermaßen, dass ich eine schlechte Freundin bin, weil ich zu wenig Verständnis für ihn habe, zu wenig Empathie und dass ICH mich doch bitte bei ihm entschuldigen möchte, so ungefähr...

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29. August 2017 um 17:08

Das erinnert mich sehr an meinen Exfreund. Es war im Laufe der Jahre immer mehr so, dass er jeden Abend an dem ich zuhause war rumgejammert hat - über Sachen, die eigentlich alle lösbar waren, was mich noch mehr um den Verstand gebracht hat. Die Leute sind doof, die Leute sind unfair, er ist unmotiviert, er hat kein Geld, er hasst sein Studium, etc. etc.
Wir sind schließlich sogar umgezogen, er hat sein Studium gewechselt, hat neue Freunde gesucht, aber es war nie gut genug und im Endeffekt war wieder alles scheiße. Schlimm war auch, dass er mir gar nichts gegönnt hat und sich dann auch über mich beschwer hat, dass ich es ja so gut hab und er es überhaupt nicht gut hat.

Ich hab dann damit angefangen, immer mehr abends wegzubleiben, damit ich nicht wieder diese Tiraden anhören muss. Schließlich bin ich glaub ich so gut wie gar nicht mehr heimgekommen, dann war die Trennung eh schon unausweichlich, da dann auch gekommen ist.

Wir haben vor Kurzem wieder darüber geredet, er hat gemeint, ihm hat es eigentlich im Nachhinein sehr gut getan wieder Single zu sein, weil er niemanden mehr volljammern konnte und mehr Zeit dafür hatte, sein Leben in bessere Bahnen zu lenken. Er hat sein Studium abgeschlossen, ist wieder umgezogen, ist glücklicher Single und hat sich einen guten Freundeskreis aufgebaut, mit dem er durch die Welt tingelt.

Damals in dieser Situation hätte ich das sicher nicht für möglich gehalten. Immer wenn ich Trennungsgedanken gehabt habe, habe ich gedacht, dass ich ihm das nicht antun kann und teilweise sogar Angst gehabt, dass er sich was antut oder ganz den Anschluss verliert. Aber da hab ich mich gründlich getäuscht.

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29. August 2017 um 17:19
In Antwort auf lumusi_12929047

Das erinnert mich sehr an meinen Exfreund. Es war im Laufe der Jahre immer mehr so, dass er jeden Abend an dem ich zuhause war rumgejammert hat - über Sachen, die eigentlich alle lösbar waren, was mich noch mehr um den Verstand gebracht hat. Die Leute sind doof, die Leute sind unfair, er ist unmotiviert, er hat kein Geld, er hasst sein Studium, etc. etc.
Wir sind schließlich sogar umgezogen, er hat sein Studium gewechselt, hat neue Freunde gesucht, aber es war nie gut genug und im Endeffekt war wieder alles scheiße. Schlimm war auch, dass er mir gar nichts gegönnt hat und sich dann auch über mich beschwer hat, dass ich es ja so gut hab und er es überhaupt nicht gut hat.

Ich hab dann damit angefangen, immer mehr abends wegzubleiben, damit ich nicht wieder diese Tiraden anhören muss. Schließlich bin ich glaub ich so gut wie gar nicht mehr heimgekommen, dann war die Trennung eh schon unausweichlich, da dann auch gekommen ist.

Wir haben vor Kurzem wieder darüber geredet, er hat gemeint, ihm hat es eigentlich im Nachhinein sehr gut getan wieder Single zu sein, weil er niemanden mehr volljammern konnte und mehr Zeit dafür hatte, sein Leben in bessere Bahnen zu lenken. Er hat sein Studium abgeschlossen, ist wieder umgezogen, ist glücklicher Single und hat sich einen guten Freundeskreis aufgebaut, mit dem er durch die Welt tingelt.

Damals in dieser Situation hätte ich das sicher nicht für möglich gehalten. Immer wenn ich Trennungsgedanken gehabt habe, habe ich gedacht, dass ich ihm das nicht antun kann und teilweise sogar Angst gehabt, dass er sich was antut oder ganz den Anschluss verliert. Aber da hab ich mich gründlich getäuscht.

So ähnlich ist es bei mir auch, ich trau mich schon gar nicht mehr, zu erzählen, wie mein Tag so war.. Wenn irgendwas Schönes oder Lustiges passiert ist, versucht er angestrengt, zu lächeln und sagt dann "Das ist ja schön, dass du was Gutes erlebt hast heute. Wenigstens einer von uns." .... Ich hab echt schon keine Lust mehr, mit ihm über irgendwas Gutes zu reden. Das Thema "meine Familie" umgeh ich mittlerweile auch, weil ich mich mit meinen Eltern sehr gut versteh und er, dessen Vater so früh abgehauen ist, hört das dann nicht so gern... Weil mich meine Eltern früher im Studium viel unterstützt haben (vor allem finanziell, ja), musste ich mir von ihm auch mal anhören, dass ich von "harter Arbeit" und "dem Umgang mit Geld" ja auch überhaupt keine Ahnung hätte und es müsse ja schön sein, so leicht durchs Leben zu gehen - gut, mag sein, dass meine Eltern mir damals viel geholfen haben, aber ich finanziere mich seit Jahren nun auch alleine und nehme von meinen Eltern keinen Cent mehr. Herrgott, ich kann doch nichts dafür, dass das bei ihm anders war!

Ich glaube aber nicht, dass mein Freund im Falle einer Trennung so wäre wie deiner.. Meiner fährt auch nur sehr ungern mal in den Urlaub, weil das ja alles fremd und ungewohnt ist und er sich dann nich wohlfühlt. Außerdem bedeutet ein Urlaub ja auch Organisationsaufwand, was ihn auch schon immer nervt und weshalb ich das meistens machen muss, WENN wir denn mal wegfahren... Meistens hocken wir nur zuhause, denn solange ICH nichts organisiere, ergreift er nie die Initiative...

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29. August 2017 um 17:42

Ich könnte so jemanden nicht um mich haben. Dermaßen negative Menschen sind Energievampire, die einem jegliche Freude an den Dingen nehmen können, an denen die rumnörgeln.

​Ich halte mich rigoros von diesem Schlag Mensch fern und was anderes kann ich dir auch nicht raten. Du wirst ihn nicht ändern können. Er jammert ja nicht nur über Schmerzen (die eine Ursache haben) sondern offenbar auch über Alltägliches, wie das Kino. Sowas ist meiner Meinung nach Charaktersache und geht nicht von allein weg.

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29. August 2017 um 18:13

Er war ja nicht immer so schlimm, wie gesagt war das irgendwie so ein schleichender Prozess im Laufe unserer Beziehung... Aber seit einer Weile fällt es mir einfach enorm auf und ich merke an mir, wie mich das selbst schon runterzieht, obwohl ich versuche, das nicht zuzulassen. Ich bin ja froh, dass wir nicht zusammenwohnen, weil jeder von uns doch ganz gerne noch seinen Freiraum hat. Wir sehen uns zwar trotzdem sehr oft unter der Woche und auch am Wochenende, aber ich bin zunehmend froh, dass ich meine eigene Wohnung hab, in der ich ihn nicht sehen muss, wenn ich ihn nicht sehen will.

Ich würd ihm so gern nochmal mit Nachdruck sagen, dass das für mich so nicht weitergeht, aber er legt mich dann regelrecht aufs Kreuz und versucht dann wie gesagt, MIR ein schlechtes Gewissen zu machen und meint, ich sei eine schlechte Freundin und so emapthie- und verständnislos.
Ich bin ja nicht doof, ich merk seine Masche... aber ich weiß einfach nicht, wie man auf so einer Basis ein gutes Gespräch führen soll, wenn er mich scheinbar nicht ernst nimmt und versucht, den Spieß jedes Mal einfach nur umzudrehen, statt wirklich mal über das, was ich sage, nachzudenken.

Wie kann ich ihm den Ernst der Lage deutlich machen, ohne als verständnisloser Mensch dazustehen?

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29. August 2017 um 18:14
In Antwort auf bloodymary09

So ähnlich ist es bei mir auch, ich trau mich schon gar nicht mehr, zu erzählen, wie mein Tag so war.. Wenn irgendwas Schönes oder Lustiges passiert ist, versucht er angestrengt, zu lächeln und sagt dann "Das ist ja schön, dass du was Gutes erlebt hast heute. Wenigstens einer von uns." .... Ich hab echt schon keine Lust mehr, mit ihm über irgendwas Gutes zu reden. Das Thema "meine Familie" umgeh ich mittlerweile auch, weil ich mich mit meinen Eltern sehr gut versteh und er, dessen Vater so früh abgehauen ist, hört das dann nicht so gern... Weil mich meine Eltern früher im Studium viel unterstützt haben (vor allem finanziell, ja), musste ich mir von ihm auch mal anhören, dass ich von "harter Arbeit" und "dem Umgang mit Geld" ja auch überhaupt keine Ahnung hätte und es müsse ja schön sein, so leicht durchs Leben zu gehen - gut, mag sein, dass meine Eltern mir damals viel geholfen haben, aber ich finanziere mich seit Jahren nun auch alleine und nehme von meinen Eltern keinen Cent mehr. Herrgott, ich kann doch nichts dafür, dass das bei ihm anders war!

Ich glaube aber nicht, dass mein Freund im Falle einer Trennung so wäre wie deiner.. Meiner fährt auch nur sehr ungern mal in den Urlaub, weil das ja alles fremd und ungewohnt ist und er sich dann nich wohlfühlt. Außerdem bedeutet ein Urlaub ja auch Organisationsaufwand, was ihn auch schon immer nervt und weshalb ich das meistens machen muss, WENN wir denn mal wegfahren... Meistens hocken wir nur zuhause, denn solange ICH nichts organisiere, ergreift er nie die Initiative...

Oh bei uns war Urlaub früher auch ein nerviges Thema - er hat immer davon geredet mal in Urlaub zu fahren und immer wenn ich dann mal was organisiert hab, war es dann ei ngroßes Drama, dass es ja nicht geht, er fühlt sich so krank, er hat so viel zu tun - irgendwann hab ich das an mir abprallen lassen und gemeint, dass ich das jetzt für zwei buche und er kann sich spontan entscheiden mitzukommen, ansonsten fahr ich halt alleine, das wär mir auch recht. Am Tag der Abreise ist er dann zwar mitgekommen, aber oft hat er das Drama dann in den Urlaub mitgenommen.

Bei uns war es ganz schlimm als ich vor ihm mein Studium abgeschlossen habe und sein Studium einer seiner Hauptanker des Unglücks war. Von da an ging es nur mehr rapide nach unten und ich konnte mir immer anhören, wie toll das doch für mich sein muss, dass ich jetzt Geld verdiene und so viel mehr Zeit habe und er das auch so gern hätte - da ist mir auch manchmal der Faden gerissen und ich hab gemeint, dass er in der Zeit in der er jammert schon drei Studien hätte abschließen können.

Aber es hat alles nichts geholfen, in mir hat er den perfekten Mülleimer gefunden und eben anstatt etwas zu ändern das alles täglich bei mir abgeladen. Verständnis hat er mit der Zeit bei mir überhaupt nicht mehr gefunden, was mir auch zur Genüge vorgeworfen wurde.

Wie man sowas anders als mit einer Trennung lösen könnte, weiß ich nicht - wir haben das nicht überlebt. Wobei da auch noch ein anderes großes Problem war, das wir auch nicht lösen konnten.

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29. August 2017 um 18:28
In Antwort auf lumusi_12929047

Oh bei uns war Urlaub früher auch ein nerviges Thema - er hat immer davon geredet mal in Urlaub zu fahren und immer wenn ich dann mal was organisiert hab, war es dann ei ngroßes Drama, dass es ja nicht geht, er fühlt sich so krank, er hat so viel zu tun - irgendwann hab ich das an mir abprallen lassen und gemeint, dass ich das jetzt für zwei buche und er kann sich spontan entscheiden mitzukommen, ansonsten fahr ich halt alleine, das wär mir auch recht. Am Tag der Abreise ist er dann zwar mitgekommen, aber oft hat er das Drama dann in den Urlaub mitgenommen.

Bei uns war es ganz schlimm als ich vor ihm mein Studium abgeschlossen habe und sein Studium einer seiner Hauptanker des Unglücks war. Von da an ging es nur mehr rapide nach unten und ich konnte mir immer anhören, wie toll das doch für mich sein muss, dass ich jetzt Geld verdiene und so viel mehr Zeit habe und er das auch so gern hätte - da ist mir auch manchmal der Faden gerissen und ich hab gemeint, dass er in der Zeit in der er jammert schon drei Studien hätte abschließen können.

Aber es hat alles nichts geholfen, in mir hat er den perfekten Mülleimer gefunden und eben anstatt etwas zu ändern das alles täglich bei mir abgeladen. Verständnis hat er mit der Zeit bei mir überhaupt nicht mehr gefunden, was mir auch zur Genüge vorgeworfen wurde.

Wie man sowas anders als mit einer Trennung lösen könnte, weiß ich nicht - wir haben das nicht überlebt. Wobei da auch noch ein anderes großes Problem war, das wir auch nicht lösen konnten.

Die Dramen im Urlaub kommen mir auch sehr bekannt vor... In unserem letzten Urlaub hatte er nichts besseres zu tun, als sich ständig über die Unattraktivität unserer Mitmenschen zu äußern, um sich so wenigstens mal kurz etwas besser zu fühlen.
Wie gesagt: Wenn er mal "Scherze" macht, dann auf anderer Leute kosten. Wir hatten mal nen sehr ähnlichen Humor, mittlerweile trifft das nicht im Geringsten noch zu.

In einem Restaurant hab ich ihn dann in unserem letzten Urlaub sogar eiskalt sitzen lassen, weil er sich so in Ekastase gejammert hat, dass mir wirklich der Faden gerissen ist und ich gegangen bin. Immer sind die anderen schuld an seinem Unglück; sein Vater ist schuld daran, dass er so eine schwere Kindheit hatte, die Lehrer in der Schule waren schuld, dass sein Abitur damals so schlecht war, die Unidozenten waren schuld, dass .... und so weiter. Nie kann er für irgendetwas was, nein, das Universum ist generell einfach bloß gegen ihn. Ich ertrag dieses Gejammer nicht mehr.

Das mit dem Studium ist aber auch bei uns ab und zu mal ein Thema... Wie gesagt hat er einen Job, den er hasst, aber immerhin gut verdient. Mir macht mein Job Spaß, auch wenn ich sicher nicht so viel verdiene wie er. Daran ergötzt er sich dann manchmal und meint: "Tja, alles hat seinen Preis, aber ich kann mir am Monatsende wenigstens mehr leisten als du..." ... Ich find das absolut daneben, das weiß er auch..

Ich weiß wie gesagt nur nicht, wie ich ihm den Ernst der ganzen Lage mal deutlich machen kann..

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29. August 2017 um 18:48

Hast du ihm denn schonmal ganz deutlich gesagt, dass er eure gesamte Freizeit damit vergiftet? Dass du zuerst nur gedacht hast, dass es eine Phase ist aber dir jetzt nicht mehr sicher bist und du nicht den Rest deines Lebens sein Gejammer anhören willst?
Frag ihn mal, ob ihn das eigentlich glücklich macht oder ob es irgendwas an der Situation verbessert tagtäglich immer wieder über die gleichen Sachen zu jammern.

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29. August 2017 um 18:52
In Antwort auf lumusi_12929047

Hast du ihm denn schonmal ganz deutlich gesagt, dass er eure gesamte Freizeit damit vergiftet? Dass du zuerst nur gedacht hast, dass es eine Phase ist aber dir jetzt nicht mehr sicher bist und du nicht den Rest deines Lebens sein Gejammer anhören willst?
Frag ihn mal, ob ihn das eigentlich glücklich macht oder ob es irgendwas an der Situation verbessert tagtäglich immer wieder über die gleichen Sachen zu jammern.

Ja, ich hab ihm vor kurzem ja tatsächlich gesagt, dass ich mich unwohl damit fühle und nicht mehr weiß, wie ich damit umgehen soll. Da reagierte er mit massivem Unverständnis und meinte nur, dass er mir doch auch zuhören würde, wenns mir schlecht geht und er ist enttäuscht darüber, dass ich nicht dasselbe für ihn tue.

Wie ich schon sagte: Er dreht den Spieß um und legt mich aufs Kreuz.

Ich hab ihm auch gesagt, dass ich es respektlos von ihm finde, meine Wünsche und Bedürfnisse nicht ernst zu nehmen, da kam dann nur "Ja was soll ich sagen, so ist es aber halt nunmal gerade!" - nur, dass dieses "gerade" ja schon gefühlt ewig andauert..

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29. August 2017 um 21:07

Schönen guten Abend,

wahnsinn was du da schreibst erinnert mich so unglaublich an meinen Ex Partner. Ich bin erst seit knapp zwei Monaten getrennt, deswegen kann ich dich noch sehr gut verstehen. Ich gehe gar nicht großartig auf deinen Partner ein, wie die ticken wissen wir. Ich mache mir Sorgen um dich, und ich sage das nicht einfach so. Ich bin eine sehr starke Frau und ich habe einiges in meinem Leben gemeistert, ich war immer positiv gestimmt und vor allem war ich immer eine relativ glückliche Person und mit mir im Reinen. Aber auch mein Partner hat sich leider sehr zu einem sogenannten "Energiefresser" entwickelt und nach insgesamt 8 Jahren Beziehung (wobei die letzten 4 wirklich schwierig waren aufgrund seiner diversen "Problemchen und Wehwehchen"war ich richtig am Ende. Und ich meine nicht nur, dass mir sein Gejammer und Hausgemachten Probleme auf die Nerven gingen, es hat mich fast schon in eine ernsthafte Depression gestürzt. Meine Psyche hat mich mit einer Panikattacke vorgewarnt und nachdem es mir wirklich immer schlechter ging musste die "Notbremse" gezogen werden. Das passierte anfangs so schleichend und man denkt sich "Ach ich lass ihn reden", aber diese ständige Negativität zieht einen mit den Jahren immer tiefer mit runter. Ich weiß auch ganz sicher, dass er und seine täglichen "Dramen" der Grund dafür waren, denn nach nur zwei Monaten Trennung geht es mir wirklich sehr viel besser, weil mich keiner mehr mit seinen negativen Gedanken belastet.

Denke vorrangig bitte an dich und mach ihm ruhig klar, dass du so ein Leben für dich nicht möchtest. Wir haben nur das eine Leben, und ihr solltet die gemeinsame Zeit miteinander genießen und nicht mit Gejammer verbringen.

Ganz Liebe Grüße,

Kaktus
 

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29. August 2017 um 18:44
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